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18. 7.

21. 7.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

8.7»

10

0.270 0,525 0,400 0,9.0 0,190

0,425 0,550

0,62 9,76

1,05

7,10

2,6S

2,1 rt.

V

6,es

39

20,75

3,75

6,15

7,13

0,345

7,8

10,10

1,70 0,310

0,2

6

7,90

43,50

43,75

6

9,25

3,90

6,50

22,90

29,75

1,40 |

18,25

3,91

7,^ 2,726

6,8

11

0,9

7

10,75

8,50

4,75

9,5

Oenerr orarus iwngens anro m yar Änrvag aij Gcschästsaufsicht gestellt.

1,23

1,80

1.9

7.8

Datum: I 18.7. j 2l. 7.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 21. Oult (Drahtbericht desDietz. An-.".) Wie in den vorangegangenen Tagen, war auch bei Wochenbeginn das Geschäft auf den Hauptgebieten der Börse sehr gering, doch immerhin etwas lebhafter, als man in der letzten Zeit es gewohnt war. Bei freundlicher Grundeinstellung eröffnete der Markt weiter in gut erholter Tendenz, für die auch heut« die Be­urteilung der Londoner Konferenz bestimmend wär. deren Arbeiten eine zuversichtlichere Auf­fassung zeitigen. AlS günstiges Moment ist im Börsengeschäft zu verbuchen, datz die Abgabe­neigung fast völlig zum Stillstand gekommen ist. Andererseits kann aber von einer wesentlichen Hebung der Kauflust keine Red« sein. 3m all- gmieinen hielten sich di« Amsätze weiter in engen Grenzen, doch machte sich für eine Reihe von Werten «in stärkeres Interesse bemerkbar. Rach­frage bestand namentlich für Montan- und che­mische Werte. Auch deutsche Anleihen und aus­ländische Renten waren gut beachtet. Am Geld­markt sind die Zinssätze für Monatsgeld F/. bis 1V2 Prozent und für Dagesgelder V. pro Mille. 3m Tevisenverkehr wirkte der günstige Verlauf der Londoner Konferenz besonders preis steigernd auf das englisch: Pfund ein, das man heule früh im Asancenverkchr mit einem Kurs von 4,383/8 bis 4,385/h hörte Sonst wurde genannt der fran­zösische Frank mit 85 in Pfundparität und 19,30 in Tvllarparität, die Mark mit 4,166 Billionen in Dvllnrparität. Mit ziemlich festen Kursen kam der deutsche Anleihemarkt in den Verkehr. Für ausländische Renten war die Rachfrage etwas stärker, besonders für Bagdad, Zolltürken und ungarische Goldanleihe. Der Freiverkehr hatte heute etwas lebhafteres Geschäft aufzuweisen. Die Kurse hielten sich aber auf ihrem letzten Stand. 2lpi 2, Becker-Stahl 1,37, Decker-Kohle 3,75 Denz 2, Petroleum 10,5, Ufa 4 Vs, Krügers hall 2Vs> Growag 0,125. 3m weiteren Verlauf tonnte

6% Deutsche NeichSanlethe . 4% Deutsch,- RctchSanleihe . 3'/ee/o Deutsche Netchoanlethe y/n Deutsche ReichSanleive . Deutsche Sparpramieuonlethe 4% Preu bische KonsolS . . . 4° , Hessen...........

:::::::::: Deutsche Wertb. Dollor-Snl. dtp. Doll.-Schatz-Anwetsug.') **lo Zolltürken .....I

5% Sold Mexikaner ..... s Berliner Handelsgesellschaft. Commerz« und Pnvat-Bank Dünnst, und Nationaldank . Deutsche Bank.........

Deutsche DeretnSbank .... DiSconto Commandtt .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Lredtlbank. Oesterreichische Creditanstalt. Westbank............

«ochumer Saß........

BuderuS.........

Caro .............

»Luxemburg......

irchcner Bergwerke. . Harvener Bergbau......

ökaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....

Laura hutte...........

Oberbedarf Phönir Bergbau.......

Rheintiahl Riebeck Wontan........

TelluS Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Eheramisch« Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Lnglo-Cont-Guano.....

Badtscbe Anilin........

Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt..........

GrieSbeimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ........ RüigcrSwerke......

Schetdeanstalt «llg. ElekirtzttätS-Sesellschaft Bergmann......

Mamkraftwerkr........

Schuckert.........

Siemens & HalSke Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt.....

Meguin.............

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . .

Zellstoff Waldhof...,*** Zuckerfabrik Frankenchal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

) Dom Ut-.i,>a6(unc

9n Simonen Prozent

ftranffirrf a. M.

Berlin

Schlutz»! Schlul;- ßiir» | fiurs

Schlutz. Kur»

Schlutz. Kurs

0,2975

0,278

C.29O

0.5S0

0,550

0,575

0,460

0,430

0,448

0,970

C,9 0

0,995

0,199

0,181

0,181

0,440

0,435

0,446

0,660

0,650

0,700

0,500

0,6 0

0,440

0,450

0,480

4,2

4,2

4,2

80,5

81

80,5

6,66

6,65

6,75

39,6

38,5

42

21

21,13

22.4

3,87

4

4

6,37

6,30

6,50

7,25

7,20

7,13

0,345

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8

8

1C, 60

1,76

1,73

1,80

0,300

0,3

0,3

0,2

0,3

0,4

- -

-

44,25

7

6

6,15

6

7,65

8,40

44,37

43,9

44,60

44,50

44,3

45

49,5

48

49

6,3d

6,30

6,25

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9,4

10

3.60

3,8

4.1

6,60

7

7

23,75

22,75

23,85

16,50

18

19,60

30,50

29

31

1,40

18,90

18,4

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3,82

3,90

3.9

1,50

_

7,90

2,35

2,30

2,60

6,8

6,0C

11,50

10,9

10,40

0,80

8,'3

8,1

8,60

11

11

11

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8,5

9

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9,65

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6,75

28,2

28

28

89,9

39,25

39.60

1,15

1

1,1

1,80

1,80

1,90

1,80

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8

7,75

7,40

0,460

-

0,62

0,65

0,65

10,25

1,05

1.1

1,1

2,1

2

2,90

3

8

7,50

7

7,20

2,75

2

1,9

1,9

Der Alie aus Topper.

Roman von HannS von Zobeltitz.

22. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Chrcnpüttner drückte die schwere Bibel noch fester an leine Brust.Kann mir darüber fein 11-teil rlaubm, gnädiger Herr, jeglicher spricht, wie unser Gott es ihm eingibt-"

Will ja auch nicht mit 3hm rechten. Wollt' eigentlich etwas anderes mit 3hm bereden. Der Huriler nämlich, mein Eickelkind, geht morgen ins Feldlager, zu Seiner Majestät . .

Stehen blieb der Magister, ehrlich erschreckt. Lchütttlt. de r Kopf, sprach bekümmert. ,Das junge DlutI Gnädiger Herr ... ins Feldlager . . ."

Da wellte wieder dec Derdrutz hochkammen. Was dach!« sich der Pastor? Das war ja beinahe wie eine Reprimande.

Seine Majestät haben den Junker zu Aller­höchst 3hrem Pagen designiert," sagte er scharf. Eine hohe Ehre und Auszeichnung! Ha . . . ich will aber, Pastor, datz Er dem Hunker, bevor er gehet, noch einmal mit Ernst ins Gewissen redet. Datz er Mores achte im Lager und Hu- nfanito und nicht bösem Exempel folge, sondern sich gesund halte und reinen Herzens. Ich schick' den Hunker heut nachmittag zu 3hm."

Ich will wohl tun, wie der gnädige Herr wünscht. Rach bestem Gewissen. "Doch ob es fruchtet, das steht bei Gott. Mein Herz ist voller Sorgen. 3ch hab' den Hunker lieb gehabt allezeit gnädiger Herr, gnädiger Herr so jung und ins Feldlager

Da hilft kein Maulspitzen, Pastor, Order mutz pariert werden. Tu Gr nur sein Teil, schärf

oie fTwncncpe orurammg nxTtere Hvrrlcyrirre machen.

Berliner Börse.

Berlin, 21. Huli. (Drahtbericht desGietz. Anz.".) Die Rachricht von der bevorstehenden Ein­ladung deutscher Vertreter zu der Londoner Kon­ferenz wird von der Börse mit einiger Befrie­digung ausgenommen. Eine Einwirkung auf die Geschäftstätigkeit und die Tendenz läht sich jedoch kaum seststellen. Die Dank- und Börsenwelt steht auf dem Standpunkt, datz es verfrüht sei, auS dieser Einladung schon die Hoffnung auf eine bal­dige Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland zu schöpfen. Autzerdem verweist man darauf, datz die Zuziehung Deutschlands von den amerikanischen und englischen Delegierten nur durch weitgehende Zugeständnisse an die fran­zösische Auffassung erreicht wurde. Der entschei- deirde Gesichtspunkt für die Börse ist und bleibt di« Geld- und Kreditfrage. Man gibt sich zwar der Hoffnung hin, datz im Falle einer Annahme des Sachverständigen-Gutachtens die Reichsbank ihre Kreditpolitik ändern werd«. Andererseits scheint aber die Fühlungnahme der Dank- und Industtie- kreise mit englischen und amerikanischen Gruppen in den letzten Tagen eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen zu haben. Auch die neuesten Be­richte über die wirtschaftliche Lage und den Ar­beitsmarkt, die im vollen Umfange di« gegenwär­tige Wirtschaftskrisis erkennen lassen, toirten nicht gerade ermutigend. 3m Devisenverkehr bleibt die Lage unverändert. Obwohl die Umsätze kaum gröber sind, als in den vergangenen Wochen, er­geben sich doch auf den verschiedenen Marktgebie­ten weitere Kurssteigerungen.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(In Billionen Mark au-gedrückt. vneno»«AtreS, London, Neu» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten-)

Telegraphisch«

Auszahlung.

18. Juli

2 Jul«

Report.

Cir'Udje ( ib

Notierung Brief

Amnil), Geld

iotier, *.,

18.

18t.

Amst-Rott. Brff.-Antw Christwnia. Kopenhagen ©toctljolm . HelsingsorS. Italien. . . London. . . Neupork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanien . . Wien in D-- Oest. nbfleft. Prag .... Budapest. . Buen-AireS Bu lciarien Japan . . . >Hlo de Jan Belzrad . . Lissabon . .

158,70

19,10

66,26

67,58

111,37

10,42

18,00

18,385

4,19

21,40 76,21

55,46

5,92

12,42 5,115

1,345

8,01

1,73 0,405

4,96 11,07

a

(S

159,50

19,20

66,54

67,92

111,63

10,48

18,10

1M95

4,21

21,50 76,«9

65,74

5,94

12,48

5,136

1,366

3,03

1,74

0,415

4,97

11,13

banfm

Dfone ©e

169,80 19,35 56,06 67,43

111,42 10,495 18.10

18,375 4,19

21,70 76,46 05,46

5,92 12.45 5,165 1,845

3,01 1.72 0,896

4,95 11.07

»ten.

währ.)

180,6* 1-W- 56.34 67,77 111,98 10,655

18,20 18,466

4,21 21,80 76,84 05,74

5,91 12,51 5,185 1J55

8,03 1,73 0,405

4,97

11.13

voll ooll roll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

voll voll voll voll voll voll voll voll voll

voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

voll voll voll voll voll voll voll voll voll

Berlin, 21. Jul«

Geld

1. Brief

Report.

Amerikanische Noten .

Belgische Noten . . . .

*«

4,1» 19,25 67,23 18,34

21,70 U',35

18,O 55,98

5,98 1,78

111,12 76,46

65,26 12,41

4,96

4,21 19,35 67,57 18.44 21,80 160,15

18,20 66,24

6.02

1.80 111,68

78,84 55,54 12,47

4,98

voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

Dänische Noten..... .

Englische Noten.... Französische Noten . . Holländische Noten . . Italienische Noten . . Norwegische Noten. .

Deutsch.Oesterr, i ioo Kronen Rumänische Noten . . .... Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Not« . .

Ungarische Noten......

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 21. Huli. Der Produktenmarkt war erheblich ruhiger als in der vorigen Woche. Wei­zen war ein wenig fester, Roggen schwächer. Die Glntenähe gab zur Zurückhaltung Anlatz. 3n der Mark fyat der Roggenschnitt bereits begon­nen. Es wurden notiert far j« 1000 Kilo: We^en, märk. 172 bis 179, Roggen 134 bis 141, Gerste, märk. 158 bis 168, neue 153 bis 158, Hafer, märk 140 bis 145, Raps 270 bis 280, Leinsaat 350 bis 360; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 27,50, Roggenmehl 21 bis 23,50, Weizenkleie 9 50 bis 9,60, Roggeickleie 9.50 bis 9,60, Viktoriaerbsen 20 bis 21, Heine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen, Mau 9,50 bis 10,50, Raps­kuchen 11, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnihel 8,80 bis 9, Kartoffelflocken 21.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 21. Huli. (Drahtbericht desGietz. Anz.".) Auftrieb Rinder 1338 Stück; darunter Ochsen 305, Bullsen 60, Färsen und Küh« 971, $ reifer 2, Kälber 270, Schafe 66, Schweine 2604. Es kosteten pro Zentner Lebend­gewicht: Ochsen, vollfl., ausgewachsene, höchsten Schlachtwerts 4245, junge, fleischige, nicht aus­gemästete und ältere aasgemästet« 3848, mätzig

Er dem Hunker das Gewissen." Und der Gestrenge hob, ein wenig hochmütig, di« Hand leicht an die Hutkrempe.Adieu, Herr Magister!"

So ist denn Hunker Kaspar nachmittags ins Pfarrhaus gekommen, hat vor dem Trefflichen gesessen, wie er als Konfirmand sah, und Ehr- würden halben kräftiglich und sanft zugleich auf ihn eingeredet, die zehn Gebote mit ihm traktiert, tvohl eine Stunde lang oder darüber. 'Der Hun­ker ist auch ein weniges, doch nicht gar sehr, er­griffen gewesen. Recht langte «S nicht, denn seine Gedanken waren meist an anderen Orten.

Als Ehrwürden ihn dann mit einem letzten Segensspruch und vielen guten Wünschen ent- lassen, ist er spornstreichs ganz hinten in den Pfarrgarten gelaufen. Da, in der Holunderlaube, sah Rutb und wartete auf ihn.

Es herbstete schon sehr. Die roten und gelben Blätter lagen rings um die Laube und drinnen auf dem runden, selbstgezimmerten Holz tisch. War auch recht kühl geworden gegen Abend hin, wo immer der falsche Wind vom Hohen Spiegel- berg her über die Senke strich Die Ruth aber satz in ihrem leichten Zitzkleide und hatte heitze rote Bäckchen wie im Fieber und dickverschwollene Augen.

Das sah der Hunker gleich. llnb wie er sich neben sie hinkuschelte auf der schmalen Dank, da sagte er recht grob:Mädel, ich glaub' gar, du hast geheult! Schäm' dich! Bist doch fanfa nicht so weibisch!"

Die Tränen wollten schon wieder kommen. Doch sie zwang sich, schluckte, sah zur Seite, ohne zu antworten.

genährte junge, gut genährte ältere 2834. Dul­len: vollfleischige, ausgemästete Färsen höch­sten Schlachtwertes 3438, vollfl. jüngere 2833. Färsen und Kühe: vollsi. auSgemästete Fär­sen höchsten Schlachtwertes 4047, vollst., aus­gemästet« Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Hahren 3542, wenig gut entwickelte Fär­sen 3240, ältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelt« jüngere Kühe 2834, mätzig ge­nährte Kühe und Färsen 2027, gering genährte Kühe und Färsen 1015. Kälber: feinste Mast­kälber 48-52, mittlere Mast- und beste Saug­kälber 4446, geringere Maft- und gite Saug­kälber 3037. Scha fe: Maftlämmer und Mast- hämmel 3239, geringere Mast Hümmel und Schafe 2530. Schweine: vollfl. von 80100 Kg. 62 bis 64, vollfl. unter 80 Kg. 5060, vollfl. von 100120 Kg. 6063, vollfl. von 120-150 Kg. 6063, Fettschweine über 150 Kg. 6063, Sauen und Eber 4855. Markt geräumt. Marktverkauf: Grotzvieh übrig, Kleinvieh und Schweine leb­haft gehandelt.

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n t f u r t a. M., 21. Huli. (Drahtbericht desGietzener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 19,5019,75, Roggen, tnl. 17,7518, Sommergerste fürr Drauzwecke 17,50 bis 18,50, Hafer, inländ. 17.7518,25, Mais (gelb) 1717,25, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 31 bis 3250, Roggenmehl 2526, Weizen- und Rog­genkleie 1010,50, Erbsen 1824, Heu, neue Ernte 4r4,50, Weizen- und Roggonsttoh 4,505, Tre­ber getrocknet 1111,50. Tendenz: stetig.

Turnen, Sport und Spiet

Dom Radsport.

Am tzonntag wurde mit Start und Ziel in Wiesbaden das schwierige Straßenrennen Rundum Wiesbaden?' (160 Kilometer) ge­fahren. 75 Fahrer verliehen den Start, besonders stark war das Rheinland mit seiner Extraklasse Vertreten. Auch August Deibel vom Gietzener Radfahrer-Derein 1885 nahm an dem Rennen teil und errang wieder einen schönen Erfolg, indem er im Endspurt vor Wallenborn-Köln den 3. Platz belegte. Ergebnis: 1. Dum-Köln 5 St. 3040 2. Mandelarh-Köln 5 St. 3140, 3. Deibel- ©leben 5 St. 32, 4. Wallenborn-Köln 5 St. 32 bis ?

Landwirtschaft.

"Die Z.Dullenauktion des Land­wirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen findet am Montag, 28. Juli, in Lich statt. Gemeldet sind 40 Dullen des Hess. Fleckviehschlages (Simmentaler) im Al­ter von 1020 Monaten. Die Versteigerung beginnt um 93/< Ahr. Sämtliche zur Versteige­rung kommenden Tiere sind in das Zucht­register des Landwirtschaftskammer-Ausschus­ses eingetragen und stammen aus den besten Zuchten der Kreise Gieren, Büdingen und Friedberg. Anschlietzend hieran kommen die Iährlingsböcke der Fürstlichen Stammschäferei Lich. sowie einige Lammüöcke von Lang-GönS zur Versteigerung. Die Auktion bietet Ge­meinden und Züchtervereinigungen, die wert­volle Faseltiere anzuschaffen beabsichtigen, günstige Gelegenheit zum Erwerb solcher Tiere. (Siehe heutige Anzeige.)

Büchertisch.

HuliuS Hatschek: DritischeS llnd römischesWeltreich, eine svztalwissenschaft- liche Parallel« (bei R. Oldenbourg, München). An beim Werk des Göttinger Staatsrechtslehrers interessiert allein schon Anlage und Durchführung der Aufgabe. Ausgangspunkt für di« Parallele ist die küstenländische Kultur in beiden Weltreichen, der PoliSursprung beider Reiche. Auch in Verfas­sung und Verwaltung ergibt sich eine starke Paral­lelität. ebenso in der imperialistischen Politik deS kaiserlichen Rom und des England eines Cham­berlain. Die gleichen Bindemittel der Reichs­bürgerschaft, der Rech'Seinhett, der Wehreinheit, der monarchischen Gesamtspitze hielten die römi­schen Provinzen so zusammen wie die Dominions des britischen Imperiums. Auch die Zukunftsaus­sichten des britischen Reiches scheinen sich gerade in diesem Augenblick immer mehr dem Schicksal Roms anzugleichen. Das umfassende gründliche Werk bietet wertvolle politisch« Auftchlüss«.

Meyrink,©.: Der weihe Dornini- kaner. (Rikola-Verlag, München.) Der geschickt erfundene Roman bewegt sich durchaus in den be­kannten Dahnen magisch-mystischen Erlebens, ohne die packend-faszinierende Geschlossenheit der Mey- rinkschen Erstlinge zu erreichen.

Rationalismus auf der gan­zen Erde" betitelt sich ein Artikel in Rr. 4140 der LeipzigerIllustrierten Zei-

Ruth, sei nicht so dumm! Freu'n sollst du dich mit mir!"

Wenn ich doch nicht tannl

Du muht, so du ein braver Kamerad sein willst. Hast es doch immer versprochen. Ich will's so und nicht anders!"

Run schluckt« sie wieder und daim noch ein­mal. And meint darauf und zieht das Köpfchen zwischen die Schultern:Habs nimmer gedacht . - datz das so schwer sein könnt'."

Er ist «in wenig großartig.Hör' du . . . du, dumme Ruth! Hst's etwa Feine Ehre, datz Seine Majestät, unser grohmächtiger König, Fri- dericus Rex, deinen Freund zu sich beordert und als Pag« zu Höchstsriner Person designiert?"

Beide Hände hat sie im Rücken verschlungen, sagt:Ha . . . ja" und schüttelt dazu den Kopf.

Also . . . stell' dir vor, wenn der Hunker Kaspar von Zabeltitz im Zelte Seiner Majestät sein darf und dem Könige allzeit zur Hand, von früh an, eh' noch die Generale aufzuwarten kommen."

Ha doch . . .

,,-Unb dann darf er gleich hinter des Königs Majestät retten, auf dem Marsch. . . mitten in der Suite . .

Ha doch . . ."

ilnö in der Bataille, wenn die Kugeln pfei­fen .. . Immer ist er dichte bei dem Fridericus Magnus . . . darf ihm das Stativ halten, wenn er den Feind observiert."

Ha doch. .

Hört alles und sieht alles! And so kein Adjutant da, ruft ibn der König an: ,Heda . . . der Zabeltitz . . . reit Er, so schnell Gr kann, zum General von Zielen... die Kavallerie soll ab*

rung~ (Verlag H. H. Weber) a-uS der Fede- von Dr. Albrecht Wirth, der in anschaulich« Weis« den nationalen Zug bei allen Völkern deS Erdballs zeigt. Einen AufsatzDie Zugfpitzbahn" illustrieren in vortrefflicher Weise ausgezeich­nete Aufnahmen. Den Archäologen wie den Alter­tumsfreunden wird in gleicher Weise der Beitrag Die Ruinen von Perfepolis" mit 11 Abbildungen willkommen fein. Ten Faltbootsport behandelt C. H. Luther in einem zahlreich bebilderten Ar­tikel. Für den Vogelliebhaber und Raturfreund wird der Aufsatz3n Dusch und Strauch" von E. Lutz mit dessen eigenen Ratuvaufnahrnea von großem Interesse sein. Zwei ©an^feiten füllen bi« ZeichnungenDer Thronfolger und Regeitt von Abessinien Ras Safari beim Papste Pius XI. im Vatikan" von M. ©bmonbo Abbo undTypen aus dem nördlichen Teil des Londoner Hyde- parkes, dem Sammelpunkt der Dolksredner" von ®. Tvuchet. Dem Charakter der Zeitung ent­sprechend. sind wieder all« aktuellen Ereignisse im In- und Auslande illustrativ in weitestgehen­der Weise berücksichtigt.

Kredit ohne Zinsen hat jeder zu einer wöchentlichen ausgiebigen Anleihe beim Weltkapital an Humor und Satire durch ein Abonnement auf die Weggendorfer Blätter. Die­ses Politisch tendenzlose aber,..alle Rich­tungen echten Humors sieghaft beherrschende Fa- milienwitzblatt bringt jede Woche aufs Reue ein« höchsterfveuliche Fracht guter Witze satirischer Glossen, humorvoller Erzählungen und Gedichte dies alles verbrämt und verstärkt durch künst­lerische Zeichnungen, Bilder und Karikaturen. Wer Stunden wirklich harmloser Fröhlichkeit sich bereiten will, der lese jede Woche die neue tRum- met der Meggendorferi

Eingesandt.

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Schwierigkeiten bei den Stadt. Wage«.

Die Stadt. Wagen werden jetzt erst mor­gens um 1/29 Ahr geöffnet und bereits nach­mittags um 1/»6 Ahr geschlossen. Dabei ist mtt- tags noch eine Stunde Schlutz. Dies ist ein bedauerlicher Aebelstand, der sehr einschneidend ins geschäftliche Leben vieler Gewerbetreibender wirkt. Z. D. ist der Dienst auf der i@üter- stelle morgens 7 Ahr auf dem Posten, um die Ausfuhr der Waggons zu ermöglichen, aber eine Abfuhr vor 1/29 Ahr ist bei den Waggons «-unmög­lich, die über die Städt. Wagen gewogen wer­ben müssen. Der halbe Morgen vergeht nutzlos, denn Arbeiter und Fuhrmann warten bis 1/29 Ahr auf die Oeffming der Wagen, und dann ist «eine andauernde Arbrit auch nicht möglich, da schm bald nach Oeffnuna der Wagen wieder di« Mit­tagspause eintritt. Hierdurch ist es unmöglich biS V26 Ahr die Waggons leer zu fahren. Dann mutz man 3 Mk. Standgeld bezahlen. Das kommt täglich bei vielen Waggons vor. Diese unnötige Ausgabe wirkt ebenso verteuernd auf die Waren wie auch die enormen Preise des Wiegegeldes. Dieses hat vor dem Krieae pro Zentner einen Pfennig betragen, jetzt werden 4 Pf. pro Zentner erhoben! Man bedenke dabei folgendes: Die Fuhr­leute, die die Waren aus dem Waggon laden, in die Stadt bis in dre entlegendsten Stratzen fahren und dort abladen, rechnen für den Zentner 8 P f., die Stadt aber nimmt für den Rentner, der nur über die Wage geht, 4 P f. Während ein Fuhrmann für 50 Zentner Ausladen an der Dahn. Abfahren nach jeder Stadtlage und dort Abladen 4 Mk. erhält, nimmt die Stadt also nur für das Wiegen dieser 50 Zentner 2 Mk. Dazu nimmt sie. sobald auch nur ein Pfund über einen Zentner gewogen wird, auch hierfür den vollen Zentnerpreis, also wieder 4 Pf. Hat die Stadt denn nicht eine Preisprüfun^stelle, die sich einmal dieser Sache annehmen Eönnte? Könnte hier nicht endllch abgebaut werden?

Ein beteiligter Geschäftsmann.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Der Fall Zeigner.

Dresden, 21. Huli. (WTD.) Dach einem Beschluß des Gesamtministeriums wurde auf Grund des rechtskräftig gewordenen Ge­richtsurteils gegen den ftüheren Minister Zeigner dem Antrag auf Einleitung eines Verfahrens vor dem Disziplinargertcht stattgegeben. Mit der Aebernahme der staatS- anwaltschaftlichen Funktion wurde Mini­sterialrat Dr. Rauschenbach im Iustiz- ministerium beauftragt. Ferner beschloß das Gesamtministerium, daß den früheren Mini­stern Böttcher, Heckert und Zeigner nach dem Wunsche des Landtagsausschusses die Geneh­migung zur Aussage vor dem Ausschuß er­teilt wird.

tarieren! Siehst du. Ruth, und ich fkontiere den Gaul . . . reiten kann ich, daS weiht du! . . . und jag« durch den Kugelregen. Rechts fallen welch« und links ..."

Mit einem Male kann die Ruth sich nicht mehr zwingen, sie heult los.

Da steht der Hunker auf, reckt sich, schüttest sich.Ihr Frauensleute!" sagt er verächtlich und stolziert ein paar Male vor der Laube auf und ab. Dis sie ruft, mit leiser, abbittender Stimme: Kaspar . . Kaspar . . ."

Was soll's I Willst du Räson annehmen, nicht mehr flennen?"

Will's ja versuchen. Komm nur"

So sitzt er wieder neben ihr, hascht sich ein Händchen, das wie eine kleine Maus in feiner Tatze liegt und zittert.Wenn du nur wütztest, Ruth, wie ich mich freu!"

Ha . . . und ich mutz immer denken, so dich di« Kugel trifft . . .

Pah! Bist eben ein Mädel. Daran denk' ich gar nicht. And wenn schon. Viel hab' ich wohL nicht bei dem dürren Eerisius gelernt, aber das doch, aus dem Flaceus: Dulce ct decorum oft pro patria mori. Datz ich's dir übersetze: sütz und ehrenvoll ist's, für das Vaterland zu sterben. Ha . . . fürs Vaterland . . . mochf noch lieber sagen: für solch groben König!"

Die lleine Rfaus zittert und bebt in der Faust. Allerlei traurige Gedan.en schwirren h nter bet Mädchen st ir n: datz der Herr Vater bei Hohen­friedberg gefallen, wie die junge Gnädige ge­trauert, Hahr um Hahr; datz der Herr Stabs­kapitän schwer blessiert. And trotz allem: stolz ist sie auf ihren Hunker, den Kaspar.

(Fortsetzung folgt.)