18. 7.
21. 7.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
8.7»
10
0.270 0,525 0,400 0,9.0 0,190
0,425 0,550
0,62 9,76
1,05
7,10
2,6S
2,1 rt.
V
6,es
39
20,75
3,75
6,15
7,13
0,345
7,8
10,10
1,70 0,310
0,2
6
7,90
43,50
43,75
6
9,25
3,90
6,50
22,90
29,75
1,40 |
18,25
3,91
7,^ 2,726
6,8
11
0,9
7
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8,50
4,75
9,5
Oenerr orarus iwngens anro m yar Änrvag aij Gcschästsaufsicht gestellt.
1,23
1,80
1.9
7.8
Datum: I 18.7. j 2l. 7.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 21. Oult (Drahtbericht des „Dietz. An-.".) Wie in den vorangegangenen Tagen, war auch bei Wochenbeginn das Geschäft auf den Hauptgebieten der Börse sehr gering, doch immerhin etwas lebhafter, als man in der letzten Zeit es gewohnt war. Bei freundlicher Grundeinstellung eröffnete der Markt weiter in gut erholter Tendenz, für die auch heut« die Beurteilung der Londoner Konferenz bestimmend wär. deren Arbeiten eine zuversichtlichere Auffassung zeitigen. AlS günstiges Moment ist im Börsengeschäft zu verbuchen, datz die Abgabeneigung fast völlig zum Stillstand gekommen ist. Andererseits kann aber von einer wesentlichen Hebung der Kauflust keine Red« sein. 3m all- gmieinen hielten sich di« Amsätze weiter in engen Grenzen, doch machte sich für eine Reihe von Werten «in stärkeres Interesse bemerkbar. Rachfrage bestand namentlich für Montan- und chemische Werte. Auch deutsche Anleihen und ausländische Renten waren gut beachtet. Am Geldmarkt sind die Zinssätze für Monatsgeld F/. bis 1V2 Prozent und für Dagesgelder V. pro Mille. 3m Tevisenverkehr wirkte der günstige Verlauf der Londoner Konferenz besonders preis steigernd auf das englisch: Pfund ein, das man heule früh im Asancenverkchr mit einem Kurs von 4,383/8 bis 4,385/h hörte Sonst wurde genannt der französische Frank mit 85 in Pfundparität und 19,30 in Tvllarparität, die Mark mit 4,166 Billionen in Dvllnrparität. Mit ziemlich festen Kursen kam der deutsche Anleihemarkt in den Verkehr. Für ausländische Renten war die Rachfrage etwas stärker, besonders für Bagdad, Zolltürken und ungarische Goldanleihe. Der Freiverkehr hatte heute etwas lebhafteres Geschäft aufzuweisen. Die Kurse hielten sich aber auf ihrem letzten Stand. 2lpi 2, Becker-Stahl 1,37, Decker-Kohle 3,75 Denz 2, Petroleum 10,5, Ufa 4 Vs, Krügers hall 2Vs> Growag 0,125. 3m weiteren Verlauf tonnte
6% Deutsche NeichSanlethe . 4% Deutsch,- RctchSanleihe . 3'/ee/o Deutsche Netchoanlethe y/n Deutsche ReichSanleive . Deutsche Sparpramieuonlethe 4% Preu bische KonsolS . . . 4° , Hessen...........
:::::::::: Deutsche Wertb. Dollor-Snl. dtp. Doll.-Schatz-Anwetsug.') **lo Zolltürken .....I
5% Sold Mexikaner ..... s Berliner Handelsgesellschaft. Commerz« und Pnvat-Bank Dünnst, und Nationaldank . Deutsche Bank.........
Deutsche DeretnSbank .... DiSconto Commandtt .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Lredtlbank. Oesterreichische Creditanstalt. Westbank............
«ochumer Saß........
BuderuS.........
Caro .............
»Luxemburg......
irchcner Bergwerke. . Harvener Bergbau......
ökaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....
Laura hutte...........
Oberbedarf Phönir Bergbau.......
Rheintiahl Riebeck Wontan........
TelluS Bergbau........
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Eheramisch« Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Lnglo-Cont-Guano.....
Badtscbe Anilin........
Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt..........
GrieSbeimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ........ RüigcrSwerke......
Schetdeanstalt «llg. ElekirtzttätS-Sesellschaft Bergmann......
Mamkraftwerkr........
Schuckert.........
Siemens & HalSke Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt.....
Meguin.............
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . .
Zellstoff Waldhof...,*** Zuckerfabrik Frankenchal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
•) Dom Ut-.i,>a6(unc
9n Simonen Prozent
ftranffirrf a. M.
Berlin
Schlutz»! Schlul;- ßiir» | fiurs
Schlutz. Kur»
Schlutz. Kurs
0,2975
0,278
C.29O
0.5S0
0,550
0,575
0,460
0,430
0,448
0,970
C,9 0
0,995
0,199
0,181
0,181
0,440
0,435
0,446
0,660
0,650
0,700
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0,6 0
0,440
0,450
0,480
4,2
4,2
4,2
80,5
81
80,5
6,66
6,65
6,75
39,6
38,5
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21,13
22.4
3,87
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6,37
6,30
6,50
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7,20
7,13
0,345
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8
8
1C, 60
—
—
1,76
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0,3
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44,25
7
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6
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44,60
44,50
44,3
45
49,5
48
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6,3d
6,30
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7
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23,75
22,75
23,85
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30,50
29
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1,40
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—
18,90
18,4
19
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3,90
3.9
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7,90
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2,60
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6,8
6,0C
11,50
10,9
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4 M
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3
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7
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2,75
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—
2
1,9
1,9
Der Alie aus Topper.
Roman von HannS von Zobeltitz.
22. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Chrcnpüttner drückte die schwere Bibel noch fester an leine Brust. „Kann mir darüber fein 11-teil rlaubm, gnädiger Herr, jeglicher spricht, wie unser Gott es ihm eingibt-"
„Will ja auch nicht mit 3hm rechten. Wollt' eigentlich etwas anderes mit 3hm bereden. Der Huriler nämlich, mein Eickelkind, geht morgen ins Feldlager, zu Seiner Majestät . .
Stehen blieb der Magister, ehrlich erschreckt. Lchütttlt. de r Kopf, sprach bekümmert. ,Das junge DlutI Gnädiger Herr ... ins Feldlager . . ."
Da wellte wieder dec Derdrutz hochkammen. Was dach!« sich der Pastor? Das war ja beinahe wie eine Reprimande.
„Seine Majestät haben den Junker zu Allerhöchst 3hrem Pagen designiert," sagte er scharf. „Eine hohe Ehre und Auszeichnung! Ha . . . ich will aber, Pastor, datz Er dem Hunker, bevor er gehet, noch einmal mit Ernst ins Gewissen redet. Datz er Mores achte im Lager und Hu- nfanito und nicht bösem Exempel folge, sondern sich gesund halte und reinen Herzens. Ich schick' den Hunker heut nachmittag zu 3hm."
„Ich will wohl tun, wie der gnädige Herr wünscht. Rach bestem Gewissen. "Doch ob es fruchtet, das steht bei Gott. Mein Herz ist voller Sorgen. 3ch hab' den Hunker lieb gehabt allezeit — gnädiger Herr, gnädiger Herr — so jung und ins Feldlager —“
„Da hilft kein Maulspitzen, Pastor, Order mutz pariert werden. Tu Gr nur sein Teil, schärf
oie fTwncncpe orurammg nxTtere Hvrrlcyrirre machen.
Berliner Börse.
Berlin, 21. Huli. (Drahtbericht des „Gietz. Anz.".) Die Rachricht von der bevorstehenden Einladung deutscher Vertreter zu der Londoner Konferenz wird von der Börse mit einiger Befriedigung ausgenommen. Eine Einwirkung auf die Geschäftstätigkeit und die Tendenz läht sich jedoch kaum seststellen. Die Dank- und Börsenwelt steht auf dem Standpunkt, datz es verfrüht sei, auS dieser Einladung schon die Hoffnung auf eine baldige Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland zu schöpfen. Autzerdem verweist man darauf, datz die Zuziehung Deutschlands von den amerikanischen und englischen Delegierten nur durch weitgehende Zugeständnisse an die französische Auffassung erreicht wurde. Der entschei- deirde Gesichtspunkt für die Börse ist und bleibt di« Geld- und Kreditfrage. Man gibt sich zwar der Hoffnung hin, datz im Falle einer Annahme des Sachverständigen-Gutachtens die Reichsbank ihre Kreditpolitik ändern werd«. Andererseits scheint aber die Fühlungnahme der Dank- und Industtie- kreise mit englischen und amerikanischen Gruppen in den letzten Tagen eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen zu haben. Auch die neuesten Berichte über die wirtschaftliche Lage und den Arbeitsmarkt, die im vollen Umfange di« gegenwärtige Wirtschaftskrisis erkennen lassen, toirten nicht gerade ermutigend. 3m Devisenverkehr bleibt die Lage unverändert. Obwohl die Umsätze kaum gröber sind, als in den vergangenen Wochen, ergeben sich doch auf den verschiedenen Marktgebieten weitere Kurssteigerungen.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark au-gedrückt. vneno»«AtreS, London, Neu» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten-)
Telegraphisch«
Auszahlung.
18. Juli
2 Jul«
Report.
Cir'Udje ( ib
Notierung Brief
Amnil), Geld
iotier, *.,
18.
18t.
Amst-Rott. Brff.-Antw Christwnia. Kopenhagen ©toctljolm . HelsingsorS. Italien. . . London. . . Neupork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanien . . Wien in D-- Oest. nbfleft. Prag .... Budapest. . Buen-AireS Bu lciarien Japan . . . >Hlo de Jan Belzrad . . Lissabon . .
158,70
19,10
66,26
67,58
111,37
10,42
18,00
18,385
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21,40 76,21
55,46
5,92
12,42 5,115
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Dfone ©e
169,80 19,35 56,06 67,43
111,42 10,495 18.10
18,375 4,19
21,70 76,46 05,46
5,92 12.45 5,165 1,845
3,01 1.72 0,896
4,95 11.07
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180,6* 1-W- 56.34 67,77 111,98 10,655
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5,91 12,51 5,185 1J55
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Berlin, 21. Jul«
Geld
1. Brief
Report.
Amerikanische Noten .
Belgische Noten . . . .
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4,1» 19,25 67,23 18,34
21,70 U',35
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111,12 76,46
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4,21 19,35 67,57 18.44 21,80 160,15
18,20 66,24
6.02
1.80 111,68
78,84 55,54 12,47
4,98
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
Dänische Noten..... .
Englische Noten.... Französische Noten . . Holländische Noten . . Italienische Noten . . Norwegische Noten. .
• • ♦ •
Deutsch.Oesterr, i ioo Kronen Rumänische Noten . . .... Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Not« . .
Ungarische Noten......
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 21. Huli. Der Produktenmarkt war erheblich ruhiger als in der vorigen Woche. Weizen war ein wenig fester, Roggen schwächer. Die Glntenähe gab zur Zurückhaltung Anlatz. 3n der Mark fyat der Roggenschnitt bereits begonnen. Es wurden notiert far j« 1000 Kilo: We^en, märk. 172 bis 179, Roggen 134 bis 141, Gerste, märk. 158 bis 168, neue 153 bis 158, Hafer, märk 140 bis 145, Raps 270 bis 280, Leinsaat 350 bis 360; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 27,50, Roggenmehl 21 bis 23,50, Weizenkleie 9 50 bis 9,60, Roggeickleie 9.50 bis 9,60, Viktoriaerbsen 20 bis 21, Heine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen, Mau 9,50 bis 10,50, Rapskuchen 11, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnihel 8,80 bis 9, Kartoffelflocken 21.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 21. Huli. (Drahtbericht des „Gietz. Anz.".) Auftrieb Rinder 1338 Stück; darunter Ochsen 305, Bullsen 60, Färsen und Küh« 971, $ reifer 2, Kälber 270, Schafe 66, Schweine 2604. — Es kosteten pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen, vollfl., ausgewachsene, höchsten Schlachtwerts 42—45, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere aasgemästet« 38—48, mätzig
Er dem Hunker das Gewissen." Und der Gestrenge hob, ein wenig hochmütig, di« Hand leicht an die Hutkrempe. „Adieu, Herr Magister!"
So ist denn Hunker Kaspar nachmittags ins Pfarrhaus gekommen, hat vor dem Trefflichen gesessen, wie er als Konfirmand sah, und Ehr- würden halben kräftiglich und sanft zugleich auf ihn eingeredet, die zehn Gebote mit ihm traktiert, tvohl eine Stunde lang oder darüber. 'Der Hunker ist auch ein weniges, doch nicht gar sehr, ergriffen gewesen. Recht langte «S nicht, denn seine Gedanken waren meist an anderen Orten.
Als Ehrwürden ihn dann mit einem letzten Segensspruch und vielen guten Wünschen ent- lassen, ist er spornstreichs ganz hinten in den Pfarrgarten gelaufen. Da, in der Holunderlaube, sah Rutb und wartete auf ihn.
Es herbstete schon sehr. Die roten und gelben Blätter lagen rings um die Laube und drinnen auf dem runden, selbstgezimmerten Holz tisch. War auch recht kühl geworden gegen Abend hin, wo immer der falsche Wind vom Hohen Spiegel- berg her über die Senke strich Die Ruth aber satz in ihrem leichten Zitzkleide und hatte heitze rote Bäckchen wie im Fieber und dickverschwollene Augen.
Das sah der Hunker gleich. llnb wie er sich neben sie hinkuschelte auf der schmalen Dank, da sagte er recht grob: „Mädel, ich glaub' gar, du hast geheult! Schäm' dich! Bist doch fanfa nicht so weibisch!"
Die Tränen wollten schon wieder kommen. Doch sie zwang sich, schluckte, sah zur Seite, ohne zu antworten.
genährte junge, gut genährte ältere 28—34. Dullen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 34—38, vollfl. jüngere 28—33. Färsen und Kühe: vollsi. auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 40—47, vollst., ausgemästet« Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Hahren 35—42, wenig gut entwickelte Färsen 32—40, ältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelt« jüngere Kühe 28—34, mätzig genährte Kühe und Färsen 20—27, gering genährte Kühe und Färsen 10—15. Kälber: feinste Mastkälber 48-52, mittlere Mast- und beste Saugkälber 44—46, geringere Maft- und gite Saugkälber 30—37. Scha fe: Maftlämmer und Mast- hämmel 32—39, geringere Mast Hümmel und Schafe 25—30. Schweine: vollfl. von 80—100 Kg. 62 bis 64, vollfl. unter 80 Kg. 50—60, vollfl. von 100—120 Kg. 60—63, vollfl. von 120-150 Kg. 60—63, Fettschweine über 150 Kg. 60—63, Sauen und Eber 48—55. Markt geräumt. Marktverkauf: Grotzvieh übrig, Kleinvieh und Schweine lebhaft gehandelt.
Frankfurter Getreidebörse.
F r a n t f u r t a. M., 21. Huli. (Drahtbericht des „Gietzener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 19,50—19,75, Roggen, tnl. 17,75—18, Sommergerste fürr Drauzwecke 17,50 bis 18,50, Hafer, inländ. 17.75—18,25, Mais (gelb) 17—17,25, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 31 bis 32—50, Roggenmehl 25—26, Weizen- und Roggenkleie 10—10,50, Erbsen 18—24, Heu, neue Ernte 4r—4,50, Weizen- und Roggonsttoh 4,50—5, Treber getrocknet 11—11,50. Tendenz: stetig.
Turnen, Sport und Spiet
Dom Radsport.
Am tzonntag wurde mit Start und Ziel in Wiesbaden das schwierige Straßenrennen „■Rundum Wiesbaden?' (160 Kilometer) gefahren. 75 Fahrer verliehen den Start, besonders stark war das Rheinland mit seiner Extraklasse Vertreten. Auch August Deibel vom Gietzener Radfahrer-Derein 1885 nahm an dem Rennen teil und errang wieder einen schönen Erfolg, indem er im Endspurt vor Wallenborn-Köln den 3. Platz belegte. Ergebnis: 1. Dum-Köln 5 St. 30—40 2. Mandelarh-Köln 5 St. 31—40, 3. Deibel- ©leben 5 St. 32, 4. Wallenborn-Köln 5 St. 32 bis ?
Landwirtschaft.
"Die Z.Dullenauktion des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen findet am Montag, 28. Juli, in Lich statt. Gemeldet sind 40 Dullen des Hess. Fleckviehschlages (Simmentaler) im Alter von 10—20 Monaten. Die Versteigerung beginnt um 93/< Ahr. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Tiere sind in das Zuchtregister des Landwirtschaftskammer-Ausschusses eingetragen und stammen aus den besten Zuchten der Kreise Gieren, Büdingen und Friedberg. Anschlietzend hieran kommen die Iährlingsböcke der Fürstlichen Stammschäferei Lich. sowie einige Lammüöcke von Lang-GönS zur Versteigerung. Die Auktion bietet Gemeinden und Züchtervereinigungen, die wertvolle Faseltiere anzuschaffen beabsichtigen, günstige Gelegenheit zum Erwerb solcher Tiere. (Siehe heutige Anzeige.)
Büchertisch.
— HuliuS Hatschek: DritischeS llnd römischesWeltreich, eine svztalwissenschaft- liche Parallel« (bei R. Oldenbourg, München). An beim Werk des Göttinger Staatsrechtslehrers interessiert allein schon Anlage und Durchführung der Aufgabe. Ausgangspunkt für di« Parallele ist die küstenländische Kultur in beiden Weltreichen, der PoliSursprung beider Reiche. Auch in Verfassung und Verwaltung ergibt sich eine starke Parallelität. ebenso in der imperialistischen Politik deS kaiserlichen Rom und des England eines Chamberlain. Die gleichen Bindemittel der Reichsbürgerschaft, der Rech'Seinhett, der Wehreinheit, der monarchischen Gesamtspitze hielten die römischen Provinzen so zusammen wie die Dominions des britischen Imperiums. Auch die Zukunftsaussichten des britischen Reiches scheinen sich gerade in diesem Augenblick immer mehr dem Schicksal Roms anzugleichen. Das umfassende gründliche Werk bietet wertvolle politisch« Auftchlüss«.
— Meyrink,©.: Der weihe Dornini- kaner. (Rikola-Verlag, München.) Der geschickt erfundene Roman bewegt sich durchaus in den bekannten Dahnen magisch-mystischen Erlebens, ohne die packend-faszinierende Geschlossenheit der Mey- rinkschen Erstlinge zu erreichen.
— „Rationalismus auf der ganzen Erde" betitelt sich ein Artikel in Rr. 4140 der Leipziger „Illustrierten Zei-
„Ruth, sei nicht so dumm! Freu'n sollst du dich mit mir!"
„Wenn ich doch nicht tannl“
„Du muht, so du ein braver Kamerad sein willst. Hast es doch immer versprochen. Ich will's so und nicht anders!"
Run schluckt« sie wieder und daim noch einmal. And meint darauf und zieht das Köpfchen zwischen die Schultern: „Habs nimmer gedacht ■ . - datz das so schwer sein könnt'."
Er ist «in wenig großartig. „Hör' du . . . du, dumme Ruth! Hst's etwa Feine Ehre, datz Seine Majestät, unser grohmächtiger König, Fri- dericus Rex, deinen Freund zu sich beordert und als Pag« zu Höchstsriner Person designiert?"
Beide Hände hat sie im Rücken verschlungen, sagt: „Ha . . . ja" und schüttelt dazu den Kopf.
„Also . . . stell' dir vor, wenn der Hunker Kaspar von Zabeltitz im Zelte Seiner Majestät sein darf und dem Könige allzeit zur Hand, von früh an, eh' noch die Generale aufzuwarten kommen."
„Ha doch . . .“
,,-Unb dann darf er gleich hinter des Königs Majestät retten, auf dem Marsch. . . mitten in der Suite . .
„Ha doch . . ."
„ilnö in der Bataille, wenn die Kugeln pfeifen .. . Immer ist er dichte bei dem Fridericus Magnus . . . darf ihm das Stativ halten, wenn er den Feind observiert."
„Ha doch. .
„Hört alles und sieht alles! And so kein Adjutant da, ruft ibn der König an: ,Heda . . . der Zabeltitz . . . reit Er, so schnell Gr kann, zum General von Zielen... die Kavallerie soll ab*
rung~ (Verlag H. H. Weber) a-uS der Fede- von Dr. Albrecht Wirth, der in anschaulich« Weis« den nationalen Zug bei allen Völkern deS Erdballs zeigt. Einen Aufsatz „Die Zugfpitzbahn" illustrieren in vortrefflicher Weise ausgezeichnete Aufnahmen. Den Archäologen wie den Altertumsfreunden wird in gleicher Weise der Beitrag „Die Ruinen von Perfepolis" mit 11 Abbildungen willkommen fein. Ten Faltbootsport behandelt C. H. Luther in einem zahlreich bebilderten Artikel. Für den Vogelliebhaber und Raturfreund wird der Aufsatz „3n Dusch und Strauch" von E. Lutz mit dessen eigenen Ratuvaufnahrnea von großem Interesse sein. Zwei ©an^feiten füllen bi« Zeichnungen „Der Thronfolger und Regeitt von Abessinien Ras Safari beim Papste Pius XI. im Vatikan" von M. ©bmonbo Abbo und „Typen aus dem nördlichen Teil des Londoner Hyde- parkes, dem Sammelpunkt der Dolksredner" von ®. Tvuchet. Dem Charakter der Zeitung entsprechend. sind wieder all« aktuellen Ereignisse im In- und Auslande illustrativ in weitestgehender Weise berücksichtigt.
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Eingesandt.
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Schwierigkeiten bei den Stadt. Wage«.
Die Stadt. Wagen werden jetzt erst morgens um 1/29 Ahr geöffnet und bereits nachmittags um 1/»6 Ahr geschlossen. Dabei ist mtt- tags noch eine Stunde Schlutz. Dies ist ein bedauerlicher Aebelstand, der sehr einschneidend ins geschäftliche Leben vieler Gewerbetreibender wirkt. Z. D. ist der Dienst auf der i@üter- stelle morgens 7 Ahr auf dem Posten, um die Ausfuhr der Waggons zu ermöglichen, aber eine Abfuhr vor 1/29 Ahr ist bei den Waggons «-unmöglich, die über die Städt. Wagen gewogen werben müssen. Der halbe Morgen vergeht nutzlos, denn Arbeiter und Fuhrmann warten bis 1/29 Ahr auf die Oeffming der Wagen, und dann ist «eine andauernde Arbrit auch nicht möglich, da schm bald nach Oeffnuna der Wagen wieder di« Mittagspause eintritt. Hierdurch ist es unmöglich biS V26 Ahr die Waggons leer zu fahren. Dann mutz man 3 Mk. Standgeld bezahlen. Das kommt täglich bei vielen Waggons vor. Diese unnötige Ausgabe wirkt ebenso verteuernd auf die Waren wie auch die enormen Preise des Wiegegeldes. Dieses hat vor dem Krieae pro Zentner einen Pfennig betragen, jetzt werden 4 Pf. pro Zentner erhoben! Man bedenke dabei folgendes: Die Fuhrleute, die die Waren aus dem Waggon laden, in die Stadt bis in dre entlegendsten Stratzen fahren und dort abladen, rechnen für den Zentner 8 P f., die Stadt aber nimmt für den Rentner, der nur über die Wage geht, 4 P f. Während ein Fuhrmann für 50 Zentner Ausladen an der Dahn. Abfahren nach jeder Stadtlage und dort Abladen 4 Mk. erhält, nimmt die Stadt also nur für das Wiegen dieser 50 Zentner 2 Mk. Dazu nimmt sie. sobald auch nur ein Pfund über einen Zentner gewogen wird, auch hierfür den vollen Zentnerpreis, also wieder 4 Pf. Hat die Stadt denn nicht eine Preisprüfun^stelle, die sich einmal dieser Sache annehmen Eönnte? Könnte hier nicht endllch abgebaut werden?
Ein beteiligter Geschäftsmann.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Der Fall Zeigner.
Dresden, 21. Huli. (WTD.) Dach einem Beschluß des Gesamtministeriums wurde auf Grund des rechtskräftig gewordenen Gerichtsurteils gegen den ftüheren Minister Zeigner dem Antrag auf Einleitung eines Verfahrens vor dem Disziplinargertcht stattgegeben. Mit der Aebernahme der staatS- anwaltschaftlichen Funktion wurde Ministerialrat Dr. Rauschenbach im Iustiz- ministerium beauftragt. Ferner beschloß das Gesamtministerium, daß den früheren Ministern Böttcher, Heckert und Zeigner nach dem Wunsche des Landtagsausschusses die Genehmigung zur Aussage vor dem Ausschuß erteilt wird.
tarieren!’ Siehst du. Ruth, und ich fkontiere den Gaul . . . reiten kann ich, daS weiht du! . . . und jag« durch den Kugelregen. Rechts fallen welch« und links ..."
Mit einem Male kann die Ruth sich nicht mehr zwingen, sie heult los.
Da steht der Hunker auf, reckt sich, schüttest sich. „Ihr Frauensleute!" sagt er verächtlich und stolziert ein paar Male vor der Laube auf und ab. Dis sie ruft, mit leiser, abbittender Stimme: „Kaspar . . Kaspar . . ."
„Was soll's I Willst du Räson annehmen, nicht mehr flennen?"
„Will's ja versuchen. Komm nur —"
So sitzt er wieder neben ihr, hascht sich ein Händchen, das wie eine kleine Maus in feiner Tatze liegt und zittert. „Wenn du nur wütztest, Ruth, wie ich mich freu’!"
„Ha . . . und ich mutz immer denken, so dich di« Kugel trifft . . .“
„Pah! Bist eben ein Mädel. Daran denk' ich gar nicht. And wenn schon. Viel hab' ich wohL nicht bei dem dürren Eerisius gelernt, aber das doch, aus dem Flaceus: Dulce ct decorum oft pro patria mori. Datz ich's dir übersetze: sütz und ehrenvoll ist's, für das Vaterland zu sterben. Ha . . . fürs Vaterland . . . mochf noch lieber sagen: für solch groben König!"
Die lleine Rfaus zittert und bebt in der Faust. Allerlei traurige Gedan.en schwirren h nter bet Mädchen st ir n: datz der Herr Vater bei Hohenfriedberg gefallen, wie die junge Gnädige getrauert, Hahr um Hahr; datz der Herr Stabskapitän schwer blessiert. And trotz allem: stolz ist sie auf ihren Hunker, den Kaspar.
(Fortsetzung folgt.)


