rechnen.
Borrwtlzen.
Für und wider den Ausnahmezustand
Die Ermordung des amerikanischen Konsuls in Persien.
London, 21. Juli. Wie Reuter aus Teheran meldet, ist ein A t t e n t a t gegen den amerikanischen Konsul inmitten einer großen Menschenmenge verübt worden. Obgleich zahlreiche Polizeibeamte und bewaffnete Soldaten zugegen waren, wurde kein einziger Schutz zur Verteidigung des Opfers abgegeben Der Konsul wehrte sich tapfer, war aber machtlos, da sich eine wilde Soldatenmenge an dem Attentat beteiligte. Der Kopf des Konsuls weist Säbelhiebe auf. Das diplomatische Korps hat eine ernste Rote an die persische Regierung gerichtet
Weiter meldet Reuter aus Teheran, datz dort das Stand recht verkündet worden fei. Mehrer» widersetzliche Personen feien verhaftet worden.
Kleine politische Nachrichten.
Leinert protestiert gegen seinen Abbau.
Der Oberbürgermeister von Hannover, Leinert, hat gegen Abbau Einspruch erhoben. Er erklärt, datz die dem Abbaubeschlutz beigefügte Be- grünburtg vom Vürgervorsteherkollegium nicht beschlossen worden sei und datz seine Gegner die fundamentalsten gesetzlichen Bestimmungen in gröbster Weise verletzt hätten.
Wieder ein Kommunistenprozeß.
Einer Meldung aus Halle zufolge ist gestern in dem Prozetz wegen des Zusammenstoßes zwischen den Kommunisten und Schutzpolizisten am „Deutschen Tag" in Halle das Urteil gefällt wor- brn Sechs der angeklagten Kommunisten erhielten 6 Monate, drei Angeklagte 7 Monate, ein Angeklagter 8 Monate, einer ein Hahr und einer 1 Hahr 3 Monate Gefängnis. Drei Angeklagte wurden freigesprochen und mehrere andere zu Geldstrafen verurteilt.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 8 W- ..Der Lampenschirm". —' Hochschulring deutscher Art: 8y4 Uhr in der Ärrn- halle am Oswaldsaarten: Protestkundgebung
(Jnf.-Rgt. 116, Landw.-Jnf.-Rgt. 116, Res.- Jnf.-Rgt. 116, Res.-Jnf.-Rgt. 222, Res.-Jnf.° Rgt. 254, Jnf.-Rgt. 186, Jnf.-Rgt. 418 und Ers.-Batl.) wird uns mitgeteilt, daß der zweite 116er-Tag an den früher schon festgesetzten, bekannten Tagen Anfang August in Gießen stattfindet. Die endgültige Entscheidung über das Denkmal selbst hat sich unerwartet verzögert, wird aber v o r dem Fest noch rechtzeitig getroffen. Jedenfalls sind sämtlicheModells während des Festes zur Besichtigung ausgestellt.
** u m die Einheitskurzschrift. ®e» ft em fand im Reichsministerium des Innern eine Konferenz über die Frage der Einheitskurzschrift statt, an der die interessierten Ressorts des Reichs und der Länder mit Ausnahme von Bayern und einiger kleinerer Lander teilnahmen. Preuhen erklärte sich bereit, unter bestimmten Bedingungen auf den Boden des Frchschm Einigungsentwurfs zu treten. Da eine Einigung über diese Bedingungen nicht herbeizuführen war, konnte ein Ergebnis zunächst nicht erzielt werden. Das Reichsministerium des Innern wird die Angelegenheit weiter verfolgen.
** Aus dem Gießener Standesamts re gift er. Es verstürben in der Zeit vom 2. bis 15. Juli: 2. Juli: Susanne Haas geb. Becker, 48 Jahre alt, Bleichstr. 9. 4. Juli: Ludwig Matthias, Provinzialdirektor, 51 Jahre alt, Ostanlage 33; Jakob Dirkenstock, Bautechniker, 54 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Platz 8. 6. Juli: Helmut Schmidt, 2 Jahre alt, Bahnhofstr. 37. 10. Juli: Emil Willenbücher, Gymnasial-Oberlehrer i. R., 95 Jahre alt, Licherstr. 74; Dr. Heinrich Philipp Zintzer, prakt. Arzt, 66 Jahre alt, Goethe- stvahe 10; Friederike Wilhelmine Weimer geb. Illing, 70 Jähre alt, Bleichstr. 32. 13. Juli: Rosa Hammerschlag geb. Kann, Witwe, 74 Jahre alt, Schillerstr. 16; Lina Emilie Schön geb. Held, 30 Jahre alt, Licher Str. 106. 15. Juli: Margarete Feldhaus geb. Albach, Witwe, 70 Jahre alt, Lonhstr. 20.
** 31 Millionen Stück neue Silbermünzen. Die Prägung der neuen Münzen ist im Juni besonders bei den Silbermünzen gesteigert worden. Während es am Anfang der Monats noch nicht IOV2 Millionen Stück zu 3 Mark gab, kamen im Juni über 14V2 Millionen hinzu, so daß Anfang Juli bereits über 25 Millionen Stück zur Verfügung standen. Zu einem Bestände von über 153/< Millionen Stück zu 1 Mark kamen fast weitere 16 Millionen, zusammen fast 31a/4 Millionen. Silbermünzen haben wir bereits 56 657 628 Stück. Rentenpfennigmünzen gab es im Juli fast 84 Millionen neue, fast 27 Millionen zu 10 Pf., 2OV2 Millionen zu 50 Pf., über 15 Millionen zu 2 Pf., über 14Vb Millionen zu 5 Pf. und über 6V2 Millionen zu l Pf. Im Vergleich zu der gesamten Prägung an Pfennigmünzen ist der Zugang verhältnismäßig gering: im ganzen besitzen wir jetzt fast 675V2 Millionen Rentenpfennigmünzen, Wer 11 Stück auf den Kopf der Bevölkerung, Silbermünzen zusammen über 732 Millionen Stück. Auf den Kopf haben wir also über 12 Münzen der neuen Währung.
Wettervoraussage
Wechselnd bewölkt, vereinzelt schwache Regenschauer, Winde aus westlicher Richtung, wenig Temperaturveränderung.
Ein flaches Tiefdruckgebiet liegt heute morgen über Deutschland, Nordfrankreich und der Nordsee. Da das Druckgefälle gering ist, ist mit stärkeren Störungen zunächst nicht zu
Tschechische Willkür.
Prag, 21. Juli. Die tschechische Regierung beabsichtigt laut einer Meldung der „Narodna Politica", in den nächsten Tagen die Gemeindevertretung der Hauptstadt Schlesiens, Troppau, aufzulösen und der Stadt das alte Privilegium eines Statuts zu entziehen. Obwohl Trvppau von 22 000 Deutschen und nur 8000 Tschechen bewohnt wird, soll auf Wunsch, letzterer die Stadt bis zu den Neuwahlen von einer gleichmäßig aus 20 Tschechen und 20 Deutschen zusammengesetzten Ber- waltungskommission geleitet werden.
Amerika als „Erzieher".
W a s h i n g t 0 n, 21. Juli. Die amerikanische Regierung hat dem General Tostando, der nach dem Aufstande zum Präsidenten von Mon- d u r a s ernannt worden ist, zur Kenntnis bringen lassen, datz sie keine Regierung anerkennen werde, deren Haupt Leiter der Revolution gewesen sei.
essenpoiMk Ku verreiben. Was für den vchih der industriellen Interessen der englischen De- pendencen gerechtfertigt ist, mutz notwendigerweise einen Schlag gegen die einheimische englische Industrie bedeuten, und was dem Schul'e der Wirtschaftsinteressen des Mutterlandes gut ist, mutz eine ungünstige Rückwirkung haben auf diejenigen nicht zum englischen Weltreich gehörigen Länder mit denen Großbritannien im Handelsverkehr steht. Denn über die Interessen seiner eigenen Dependencen hinaus hat ia England infolge seiner innigen Verflechtung Mit.der Weltwirtschaft auch auf cmdere^Länder Rücksicht zu nehmen, die von ihm kaufen^und deren Kaufkraft natürlich beschränkt ist, wenn ihnen der Absatz eilchwert ist. So ansprechend daher der Empiregedanke im Sinne einer nationalen Politik ist, et mutz stets dem Gedanken der weltwirtschaftlichen Einheit untergeordnet bl ft en. der gerade durch die Auswirlüng der Wirtschafts- krüe in Mitteleuropa allen Kulturnationen in jo eindrucksvoller Weise vor Augen geführt wird.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 22. Juli 1924.
Sport und Moral.
Die Verwilderung der Sitten bei einem erheblichen Teile unserer Jugend ist eine der ernstesten Sorgen unserer Zeit. Vielen der Jugendlichen hat in den Kriegsjahren die strenge und kräftige Hand des Vaters gefehlt; die Erziehung durch die Mutter blieb lückenhaft, oder auch sie fehlte sogar, wenn hie Mutter berufstätig sein mußte. Die Kinder waren vielfach sich selbst überlassen, die Schule allein reichte nicht hin, um die Kinder genug zu beaufsichtigen und anzuleiten. Und nach dem Kriege? Von der Schulbank ging die Jugend zum größten Teil sofort in einen Beruf, und zwar einen solchen, wo möglichst viel Geld verdient wurde, und wo man nach Möglichkeit keine Lehre durchzumachen hatte. Mit einer mangelhaften Erziehung aus den Kriegsjahren ausgestattet, bekam diese Jugend auf einmal viel Geld in die Hand, ihr standen alle Genußmöglichkeiten offen. Und wie wurden sie in vielfach sehr verderblicher Weise ausgenutzt!
Aber was hat das mit dem Sport zu
werben totrD. Von zuständiger Stelle würben die Amtsgerichtsräte Gros, Jockel und Schmidt — und zwar ersterer für den Grundbuchsbezirk Gießen-Stadt, letztere für den Bezirk Gietzen-Land — zu Auswertimgsrichtevn be- timmt. e
Gießener Wochenniarktpreise am 22. Juli (HLndlerpveist).
Es kosteten auf dem hiesigen Wochenmarkte: Butter Pfd. 2 Mk., Matte Pfd. 35 Pf., Käse Stuck 5 und 6 Pf., Eier Stück 12 und 13 Pf., Wirsing Pfd. 30 Pf., Weißkraut Pfd. 30—40 Pf., gelbe Rüben Pfd. 15—20 Pf., rote Rüben Pfd. 10—15 Pf., Römischkohl P!d. 10 Pf., Bohnen Pfd. 15—25 Pf., Blumenkohl Stück 10—60 Pf , Salat Stück 3—10 Pf., Salatgurken Stück 15—18 Pf. Einmachgurken Stück 5—10 Pf., Ober-Kohlrabi Stück 8—15 Pf., Erbsen Pfd. 15—20 Pf., Tomaten Pfd. 60—100 Pf., Zwiebeln Pfd. 15 bis 20 Pf. Pilze Pfd. 20—25 Pf., Kartoffeln 5 'bis 7 Pf., Dirnen Pfd. 25—30 Pf., Kirschen Pfd. 40—50 Pf. Heidelbeeren, Pfd. 35—40 Pf., Stachelbeeren Pfd. 20—35 Pf., Johannisbeeren Pfd. 25—35 Pf., Pflaumen Pfd. 80 Pf., junge Hahnen 80 Pf. * -
** Don der Landes-Universität. Ernannt wurden am 18. Juli die Privatdozenten cm der Landes-llniversität in Gießen, Sanitätsrat Dr. Georg Honigmann in Gießen und Dr. Erich Stern in Gießen, zu außerplanmäßigen außerordentlichen Professoren an der Landes-Universität in Gießen.
** Mehrere Gewitter zogen heute früh zwischen 6 und 7 Uhr über unsere Stadt. Während das Wetter hier feinen Schaden anrichtete, schlug der Blitz in Launsbachin die Scheune des Landwirts Heinrich Pfaff, Haus Rr.93, zündete und fuhr weiter durch die elektrische Lichtleitung in das Wohnhaus, wo der elektrische Zähler zu Boden geschleudert wurde, und schließlich, ohne noch mehr Schaden anzurichten, am Dach wieder hinaus ins Freie. Die Scheune, in der Heu und Stroh aufgestapelt waren, brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder, das Vieh konnte gerettet werden. Der tatkräftigen Hilfeleistung von allen Seiten gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken.
** Vom Verband der ehem. 116er
ImFlugzeug zur britischen « Reichsausstellung.
Don 2L v. Knobelsdorfs, Berlin.
V. Im RvhstoffparadieS.').
Wenn man aus der lärmenden Maschinenhalle der englischen Industrie in einen der nahegelegenen Pavillons der Kolonien oder Dvminr- !ons tritt, so hat man den Eindruck, als käme man aus einer unter Hochdruck arbeitendes Fabrik in eine sonnige Landschaft voll grüner Wiesen und blühender Bäume. Noch dröhnt das St Pupsen und Schnauben der riefigen Maschinen, das Summen der Elektromotors in unseren Ohk?n, und schon umgibt uns die idyllische Ruh; eines gesegneten Landlebens. Die bunte Pracht einSr üppigen Degetation, die überwältigende Fülle subtropischer Landstriche leuchtet auf. Was die Welt an edelsten Früchten und Weinen, was em fruchtbares Gebiet an hochwertigen Erzeugnissen von Erde und Tier hervorbringt und was der Schoß der alten Mutter Erde tief in seinem Innern unter tropischer Sonne birgt, ist hier zu einem buntfarbigen Kranze zusammengetragsn. -Und mit allen diesen Erzeugnissen, deren Endzweck der Hebung des Wirtschaftslebens dieses Weltreiches ;gilt, dessen Besitzungen den vierten Teil der be- . wohnten Erdoberfläche bedecken und in dessen Gebieten die Sonne nicht untergeht, treten all feine Doller und Rassen in den verschiedenartigsten Schattierungen der Hautfarbe auf. Ein buntes Mosaikbild, durch den Grundgedanken der Ausstellung zu einem einheitlichen Gusse zusammen- geschweiht.
Wenn man aus der Beteiligung der Kolonien und Dominions die Kraft des Empiregedankens abschätzen könnte, so müßte man gestehen, daß seine Anregungen einen begeisterten Widerhall gesunden haben. Der Wert der Paläste und Gebäude der verschiedenen kolonialen Aussteller beträgt etwa 25 Millionen Goldmark.
Kanadas Pavillon präsentiert sich im neugriechischen Stile und zeigt den ungeheuren Reichtum dieses Landes an wertvollen Erzen, land- wirtschaftlichen Produkten und Holz. In Au st r a- liens imposantem Bau erwecken die Fruch'.e seines Ackerbaues und seiner Viehzucht Staunen und Bewunderung der Zuschauer. In einm Gebäude von altholländischem Stil zeigt Südafrika die Wunder seiner Diamantenfelder und den Reiz der Strauhenzucht. Neufundland, Englands älteste Kolonie, zeigt Pelze, Holz und die Erfolge seiner hochentwickelten Fischerei. Indiens Wunder in der Reproduktion eines alten Tempels in Agra mit Hunderten sanfttönender Glöckchen verfehlen ihren Eindruck auf den De» schauei nicht. Was an hochwertigen Zierlichkeiten die indische Hausindustrie produziert, zartes Filigranwerk, Gebetteppiche, Holzschnitzereien und andere Kostbarkeiten sind hier zu sehen. Ein indisches Theater zeigt die eigenartigen Gebräuche des Landes. Burma, ein anderes Glanzstück der Ausbildung in edelstester Linienführung altburmesischer Kunst, enthüll gleichfalls wertvolle Schnitzereien und feinsinnigen Blumenschmuck. In Ceylons Pavillon, dessen beide Türme nach Entwürfen des uralten Tempels in Khandi modelliert sind, wird echter Eeylontee in feinwandigen Tassen gereicht. Hongkong — ein für» -er Ausschnitt aus Asiens eigenartigem Leben — tut sich auf. Chinesen bei ihrer Tagesarbeit, ein Restaurant im Stile des Landes. West- a f r i k a , die typische Nachbildung einer umwall- ten Stadt im Hinterlande. Nigvria, Gold- küste und Sierre Leone wetteifern darum, ihre Schätze zu zeigen. Ostafrika in einer Nach-
•) Dergl. die Ausführungen in Nr. 155, 157, 162 Md 166 des »GieK Anz.".
Berlin, 21 .Juli. (WB.) Im Rechtsausschuh des Reichstags wandte sich im Verlauf der Aussprache über die Aufhebung der Ausnahmezustände in Bayern und dem Reich der bat)erifcheGesandt e von Preger aus rechtlichen und politischen Gründen mit aller Schärfe gegen eine solche Aufhebung und betonte besonders, daß, solange die Kommunist ischeParter einen gewaltsamen Umsturz der Verfassung anstrebe^auf Grund außerordentlicher gesetzlicher Mittel gegen sie vvrgegangen werden müsse. Zu den Presseverordnungen erklärte Staatssekretär Zwei- gert, daß bei Zeitungsverboten mit größter Zurückhaltung vorgegangen fei. Die Erfahrung hätte leider gezeigt, datz die Handhaben der Verordnung vom 28.2. nicht mehr genügten. Die neue Verordnung stelle deshalb ausdrücklich fest, datz das Verbot auch für sog. Kopfblätter gelle, die in demselben Verlage erscheinen, und daß die Lieferung von Ersahblättern unzulässig sei. Eine ergänzende Ver- jordnung sei für die Gesamtheit der Presse immer noch schonender als das, was früher im Falle des Ausnahmezustandes gegolten habe. Niemand wünsche aufrichftger als die Reichsregierung, daß die Zeit batö' fommen möge, wo die Verordnungen aufgehoben werden körmen. Aber sie seien notwendig, um zu verhindern, datz der Geist des Umsturzes, des Klassenkampfes und der offenen Gewalttat aus den Redaktionsstuben staatsfeindlicher Kreise in das Volk bringe und dort Unheil stifte.
In der Aussprache erwarten sich die Vertreter der sozialistischen, kommunistischenund nationalsozialistischen Parteien unbedingt für die Aushebung der Ausnahmebestimmungen. Die Deutsche D 0 l k s- Partei, das Zentrum und die D a h e r i s ch e D 0 l k s p a r t e i jedoch dagegen. Die Deutsch- nationale Dvlkspartei erklärte, nach Zweckmatzig- keitserwägungen zu den einzelnen Anträgen Stellung nehmen zu wollen. Jedenfalls werde sie aber die Forderung auf AufhebungderPresse- Verordnungen unterstützen. Der kommunistische Antrag auf Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 17. 6. über die Neuregelung der Rechte der Presse wurde angenommen. Ein anderer kommunistischer Antrag auf Aushebung der Verordnung des bayerischen Generalstaatskommissars von Kahr, welcher die Herstellung und Verbreitung kommunistischer Zeitungen und Zeitschriften unter Strafe stellt, wurde nach längerer Aussprache abgelehnt. Weiter stimmte der Ausschuß dem nationalsozialistischen Anträge in einschränkender Form zu, daß alle ton der Reichsregierung oder den Landesregierungen ergangenen oder aufrechterhaltenen Verbote von politischen Parteien aufgehoben werden sollen.
tun? Nun. sehr einfach. Hat man nicht oft gehört, daß dieser Jugend die S ch u l e d e r all- gemeinenWehrpflicht fehlt? Nun gut die Wehrpflicht haben wir nicht, an ihre Stelle ist der S p 0 r t und die L e i b e s p f l e g e ge- - -------------- - , _ „ ... ., 1 treten; der Sport ist berufen, hier zu heilen,
bildung alter arabischer Kultur mit einem reich- «.ripn nn moralisier Verwilderung
geschnitzten Eingangstor nach einem uralten Mu- was der Krieg an moratlscyer f^rnuuerui y stet in Sansibar. bei der Jugend hervorgerufen und was die
Neben den Erzeugnissen von Ackerbau und Nachkriegszeit mit ihrem Amüsiertaumel und
Viehzucht aber bringen viele dieser Länder auch spekulativen Geldverdienen noch gesteigert hat.
wertvolle industrielle Rohstoffe ja, Erzeug- „ ö toemi tolr deshalb auf das Thema „Sport
Äk L Ltt? a/Lk und Moral" kommen so hatbe-
Wolle, Hanf, Gummi und Holz, auch hochwertige sonderen Grund. Die Zeit des leichten und gro Fertigfabrikate, die in ihrer oft vollendeten Durch- hen Geldverdienens für die Jugend ist vorbei, arbeitung Bewunderung erregen. Hier liegen mtt 6em Aufhören der Inflation hat sie Plötz- MXfÄÄ "ch und w
tor der Tür haben. Das ist's ja, was diese Aus- den. Die Jugend weiß heu.e vielfach nicht, ftellung für den Nichtengländer so überaus lehr- toaS sie mit ihrer freien Zeit anfangen soll; reich macht. Sie zeigt in NeinsteM Rahmen die b n Kaffeehausgehen und Pie Tanzver- S-«SS» & w«nLi^ jungen M "nE»de°'nfnch wett sie fierung gemacht hat. Sie lehrt, datz Länder, die Geld kosten, was Nicht vorhanden ist. Ist je vor dem Völkerringen vorwiegend landwirtschast- I eine bessere Gelegenheit für die Sportklubs, lich eingestellt waren, und deren Abhängigkeit Sportvereine Turnvereine, Schwimmvereine
Ä und sonstige Sp°rtkorp°r°tum°n g-westn
mehr zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit, zu inne- Mitglieder unter der ^ugend zu werben < rer Selbstversorgung durchgerungen haben. Wie Werbeplakate und Werbeumzüge sollen Nicht sich unter dem Drucke der englischen Blockade die unterschätzt werden, aber die beste und über- europäische Landwirtschaft zu einer immer star- ’ k Propaganda ist die persönliche feren Intensivierung gezwungen sah, wahrend AUgenofre qi v 1 ’
die Industrie aus die verschiedenartigsten Ersah- Werbetätigkeit. Hier liegt eine große Auf- stosse zurückgreifen mutzte, so ist man in diesen gäbe für die sportlichen Verbände und für den Ländern zu einer immer stärkeren Industrialisie- einzelnen Svorller. Der Boden für die Wer- WWbte 2u«end sucht nach Ab- StahlerzcugMen (Dominion Steel Corporation), Wechslung". Sportler, hie r setzt em, damit nun an Automobilen, landwirtschaftlichen Maschinen, nicht etwa der Groschenroman die Jugend ein- an Erzeugnissen der Elektroindustrie, der Möbel-, F^ngt!
Leder- und Textilwarenbranche gezeigt wird » _ . . ibr Sportler Und
braucht sich vor der europäischen Konkurrenz nicht hnft her
zu verstecken. Unter staatlichem Schutz und mtt Turner werbt, versteift euch nicht, daß der amerikanischer Finanz-Hille sind bier Industrien Jungmann gerade in euren Verein, irt euren aufgebaut worden, die künftig mit der europäischen Klub eintritt, wenn ihm ein anderer näher Industrie in einen erfolgreichen Wettbewerb auf , darauf an, daß die
dem Weltmärkte zu treten geeignet sind. Es muß "egr. wnvrni nur v ' > (
dem europäischen Industriellen sicherlich Bedenken Spvrtgemeinde Zuwachs erhalt. Bey geben, wenn hier stolz darauf hiügewiesen wird, tet das große Ganze im Auge. Denn das daß der Anteil von Fertigfabritaten im kann- m e6: @ure Werbetätigkeit steht imDienst dischen Außenhandel noch vor etwa 20 Jahren tzpg^aterlandeS.in dem Wiedergewinn nur 5 Proz. betrug, daß er aber heute etwa 0 e s U) ar e r i an 0ev, y
40 Pr-oz ausmacht. Auch Australien läßt deutliche einer n e U e n V 0 l k S m v r a l. Ihr sollt die Anzeichen einer zunehmenden Industrialisierung neuen moralischen Grundlagen zimmern hel- erfennen. Dank einer energischen Schutzzollpolitik cen fcainit auf freiem deutschen Boden ein MS’ “Ä sr°ieS D°Ik sich erhebt, moralisch, gristig und
ist gut. Auch hier werden bereits land wirtschaft- körperlich gesund.
liche Maschinen. Autoteile ja, Dampfmaschinen •
und Turbinen angefertigt. Man versicherte mir, .
daß die Industrialisierung gerade in den letzten Die Durchführung der Aufwertung. Jahren ungeheure Fortschritte gemacht habe und Qim 4. Juni 1924 erließ das Hessische Ge- dauernd neue Unternehmungen entstehen, deren I famtmlnifterium eine Verordnung zur Durchfüh- Ziel eine Selbstversorgung des einhei- rung deS Artikels 1 der dritten Steuernotver- mischen Marktes ist. Indien und Südafrika sind Ordnung, wonach bei den mit mehreren Richtern weitere Beispiele dieser Tendenz. Mit der He- besetzten Amtsgerichten besondere Aufwertungs- bung der wirtschaftlichen Lage in diesen Ge- dichter ernannt werden müssen. Bei den Verbieten, die einen erhöhten Bedarf an industriellen hcrndlußgen vor der Aufwertungsstelle wird ein Erzcug-nisten entstehen lassen wird, müssen sich I Protokollführer zugezogen. Für die Entgegen- Me Aussichten für diese Industrien notwendiger- nähme der im 8 7 2lbs. 4 der dritten Steuernotweise bedeutend bessern. Billige Arbeitskräste I Verordnung vorgesehenen Anmeldung sind die bilden bier eine große Stühe im Weltmarkt- hMschen öffentlichen Sparkassen zuständig. Die Wettbewerb und somit eine große Gefahr für I Sparkassen werden dem Gläubiger auf sein Der- die künftige Konkurrenzfähigkeit der bisherigen I langen eine Bescheinigung über die erfolgte An- Industrieländer. Meldung erteilen. Die näheren Bestimmungen über
Natürlich bedroht biß zunehmende Indu- die Bemessang and Erhebung von Gebühren im ftrialifietung der englischen Dominions aach Eng- I Aufwertangsversahren werden die Ministerien der lands Wirtschaft selbst. Aus diesem Grande ist Justiz >und dar Finanzeiitreftem
das ganze Problem der Iniperial Preference, Es darf angenommen werden, daß im Hinblick aaf dem die ganze Aisstellung ausgebaut ist, ein aus den bereits in die Wege geleiteten parla-
- so überaus schwieriges und heikles. Englands mcntarifchen Kampf am die ganze Aufwertungsinnige Derkellung mit dem Welthandel und seine I frage und die Möglichkeit einer erheblichen Aeirde-
eigene industrielle HochViltur erzeugen einen soft rung d-r Destinimungen der dritten Steuernot-
ch'en Komplex der verschiedenartigsten Interessen, Verordnung die $atlgteit ber Aus wer tungsrichter
' daß es unmöglich ist, eine gradlinige Inter- I vorerst nicht allzusehr in Anspruch genommen


