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LOHNS mit Rotband hat sich nunmehr rund 30 Jahre bewährt und Ist überall wie­der zu haben, wo im Schaufenster sichtbar 5825D

Kreis Friedberg.

* Friedberg, 21. Juli. Delgeordne- ter Studienrat Leuchtgens hat am Sams­tag an der Universität Gießen seinen D r. jur. et Ter. pol. bestanden. Nachdem er vor zwei Jahren das Maturitätsexamen gemacht hatte, studierte er neben seinen Derufsgeschäften am Lehrerseminar und neben seiner politischen und umfangreichen kommunalen Tätigkeit Juris­prudenz und Volkswirtschaft an der Unidersi- tät Gießen und promovierte jetzt auf Grund einer umfangreichen schriftlichen Arbeit.

Kreis Alsfeld.

m. Flensungen, 21. Juli. In der Zeit fom 16. bis 20. Juli hielten die Jünglings- und Männervereine des Kreisder- banbes Wetzlar unter ihrem Kreispräses, Pfarrer Koch- Lützellinden bei Gießen, auf dem Dibelheim Flensunger Hof eine Freizeit ab. Heber der fünf Tage begann mit einer Morgen­weihe. Dann folgten die fünf biblischen Refe­rate:Der Erdenmensch, das Werden des Got­tesmenschen, die Qlrt des Gottesmenschen, die herr­lichen Vorrechte des Gvttesmenschen, Hauptgedan­ken aus den vorhergehenden vier biblischen Re- ,««raten, von denen der Leiter der Anstalt, Pfar­rer Dr.' Eichhorn die drei ersten, Pfarrer Heider-Dorlar und Missionar Gräb-Draun- fels die beiden letzten übernommen hatten. Außer­dem find noch zu erwähnen ein Vortrag des Missionars Grab überReligion, Sitten und Gebräuche der Papuas", dann die Fachvorträge der Gauwarte Keller und H o e n e n:Lebens­bild von Rothkirch, Erziehung unserer Mitglieder zu tätigen Mitarbeitern, Geschichte des Welt­bundes, Einzelseelsorge im Verein, der junge Mann und das junge Mädchen. Einen feier­lichen Llbschluß fand die Freizeit durch einen iFkstgotteSdiensl am Sonntagvormittag in dec Kirche zu Flensungen, bei denen ein Posaunen- und ein Männerchor mitwirkten. Pfarrer Koch- tegte seiner Festpredigt das Evangelium von Petri Fischzug zugrunde und forderte zur tätigen Mitarbeit im Reiche Gottes auf. Unter dem Klang der Posaunen marschierte gestern nach­mittag der stattliche Zug von weit über 100 Teilnehmern nach dem Bahnhof Mücke, um von hier die Heimreise anzutreten.

Kreis Schotten.

Laubach, 20. Juli. Unter lebhafter Be- teiligung der auswärtigen Vereine feierte heute der hiesrge Kriegerverein sein 5 0. Stif­tungsfest. Um 1 Uhr bewegte sich ein statt­licher Festzug durch die reichgeschmückten Straßen nach derHätte. Hier hielt Dekan Volp eme eindrucksvolle Festrede. Gut geschulte Mäan^- chöre und gemeinsam gesungene vaterländische Lieder belebten außer den Weisen der Laubacher und der Gonterskirchener Kapelle die stimmungs­volle Feier. Gestern abend hatte ein hiesiger Jagdaufseher im Stadtwalde einen Zusam­menstoß mit einigen Wilderern. Diese erschossen den Hund des Hägers und flüchteten in der Dämmerung. Heute wurden in Freienseen zweckdienliche Feststellungen gemacht.

Kreis Lauterbach.

ütc Vvmme tm Norden unv Stwen des Landes durchstechen zp lassen, tum ein Abfliehen des Wassers zu ermöglichen, wird die Lage immer bedrohlicher.

Ein Dampfer gescheitert. 57 Personen um- gekommen.

T okio, 21. Juli. (WTD.) Der P o st Kämp­ferMatsujama Maru ist am 11. Hutt auf der Höhe der Gotoinseln gescheitert. 57 Personen sind dabei ums Leben gekommen.

Englische Theatersorg'.

machtvoll vorführte. In dem Festzuge wirkten >ie Mitglieder des gräflichen Hauses selbst mit. Schauf lüge und Passagierflüg e, Volks­belustigungen aller Art brachten reiche Abwechs-

zig« P. «Ute Herren über 35 Jahve. Au- i akademiker. 1. Mallwih- Berlin 121 P, 2. Stive-Halle 107 P, 3. Feierabend-Danzig 96 P.

Schlagballentscheidung: Hannover | Münster 71:38. ____ ,

Ergebnis im Schwimmen 100 Meter- Nücken für Studenten. Strator» Köln 1:26, Mertz-Leipzig 1:26,2, Mende - Breslau T. H. 1:27 8. 100-Meter-Brust für Stadentinnen: Pfeiffer-Berlin 1:57,2, Reiser-Gießen 1:59, Doktor-Göttingen 2:12. Springen für Studenten: K os ag g - Berlin 46 P., Schrem I. 442/3 P., Küster-Göttingen 42 P. 100-Met>r- Dtust für Studenten: G ö t s ch - Dresden 1:23,3, Krüger-Leipzig 1:25,6, Kalbfleisch-Gießen 1:26 2, Knop-Jena 1:29,2. 4x50-Meter-Staf- fel für Studentinnen: Gießen 3:49, Göttingen 3:50. 1000 Meter beliebig für Studenten: Hohl- fclder-Freiburg 13:50, Rüder-Freibarg 15:11,3, Rebe-Dresden 15:28, Riesch-München 15:24. Wasserbattsptel: DaiinstadtLeipzig 3:2 (1:1). 4xl00-Meter-H)chschulstasfel: Freib trg 5:0,8, Darmstadt 5:13, Köln 5:16,8. 100-Meter-Sei- t en sch Wim men: Cramer-Dres lau 1:18,6, Wide- mann-Karlsruhe 1:23,2, Mende-Dresla i 1:23,3, Götsch-Dresden 1:25,3. 300-Metrr-beliebig- Schwimmen: Mißbach-Leipzig 4:30,3, Cramer- Breslau 4:34,6, Rebe-Dresden 5:01. 100 Meter beliebig für Studenten: Cordes-Dresden 1:0,78, Hohlfelder-Freiburg 1:09, Berlingen-Frei­burg 1:142. Springen für Studentinnen: Schöppe-Hatte 60 P, Ka i ser- G i eßen 47 P.,

Dulon-Göttingen 41 P.

jumxui» Die Rachmittagskämpfe hatten einen außer- tung in das gefiproaramm Man,aas fanbm «rötlich ftatten Wu« aufäntorifen 2iunb 5000 Ps-rderann-n 6.8Otentoätter2iriteroerein8 Zu,ch-u-r umsäumten den Pws und gab-n d-m statt, di- abermals ein nach Lausenden zäh.endes Haaptwg der Olympta

Publikum nach hier gelodt hatten. Bürger,ck>ast m Em und Behörden wetteiscrten miteinander, den Güsten

Stadion rns?en f© gemutttch als möglich M machen. die Teilnehmer des gleichzeitig stattfindendenAutv-

.'-^UssaN. I mobilrennens mit ihren Maschinen den Berg

tpgen die Ztrtegsschuldlüge and den 'VersaMer Vertrag. Rundfunkhaus, Löberstraße: 8V2 älhr: Musikabend. Lichtspielhaus, Dahnhofstr.:Do sind ine Männer". I

RadrlubGermania". Morgen tzbend Monatsversammlung. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gic^rrr.

D Lich, 21. Juli. Bei dem gestrigen Sän­gerwettstreit in Büdingen errang der hiesige GesangvereinCäcilia" in der Klasses lStädteklasse) den 4. Preis.

* Burkhardsfelden, 20. Juli. Bei reger Beteiligung fand heute nachmittag un­ter Leitung des Landwirtschaftsrats Dr. Schneider-Lich ein Rundgang durch unsereGemarkung statt. Ausgehend von der Bürgermeisterei durch die Felder der Win- cherftucht und der Sommerfrucht, vorbei an dem von Dr. K ilb i ng er-Gießen angelegten .Versuchsfeld, endigte der Gang mit einem ,D 0 rtragdes leitenden Herrn über die vor­teilhafte und zweckmäßige Dün­gung, den die Beteiligten, unter schattigen .Bäumen lagernd, dankbar aufnahmen.

Lauter, 21. Juli. Der Vater des Müh­lenbesthers Zimmer auf der hiesigen Ving- mühle, Julius Zimmer, wurde heute durch einen wütenden Bullen schwerverletzt. Ver­schiedene Rtppen wurden dem alten Herrn ge­brochen.

Das deutsche Akademische Olympia.

(Sonderbericht desGießener Anzeigers".) Marburg, 20. Juli.

3. Tag.

Endr gut alles gutl Am Sonntag früb lachte verheißungsvoll die Sonne vom Himmel. Der Tag sollte ein Erlebnis werden. Die semester- langen Vorbereitungen der Vevanstalter toirfcen in jeder Hinsicht glänzend belohnt. Es wurden hervorragende Resultate erzielt, 1 deutscher Re­kord und 7 Hochschulrekorde mußten ihr Leben lassen. 1

In den Dormittagskämpfen, die von oa. 1000 Zuschauern besucht waren, gab es folgende Re- ultate: _

I. Diskuswerfen. 1. LrngnaU-Han­nover 37,06 M., 2. Schauffele-Stuttgart 36,13 M., 3. Molles-München 36,03 M

II 800-Meter-Lauf. 1. Dähnert- JLna 2 Min. 2,8 Sek., 2. Draun-Karlsrahe 2 Mrn 4 2 Sek., 3. Schrötter-München 2 Min. 4,8 Sek. (Reaer Hochschrlrekord.) m ,

III. Bei der Kugelstoßen-Entschei­dung gab es eine Sensation. Sieger wrrde H a y m a n n - München mit 1313 M. ' vor 2. Witthaus-Köln 12,47 Meter, 3. Schauffele-Statt- gart ll,631/2 M. Unter großer Spannung des Publikums unternahm Hayman n Rekordver- > suche die ihm gelangen. Gr verbesserte ferne Leistung auf 13,94V2 M.ü Dann ging er dem berd- amtigea deutschen Rekord zu Lerbe. Er warf links 10 24t/. an. und hatte damit einen neuen deutschen Rekord im beidarmigen Kugel­stoßen mit der Leistung von 24,19 M.. aafgestettt. Der alte Rekord wurde um 80 Zentrmeter ge= ^^^Das 400-Meter-Rennen sah die bei­den deutschen Meister R e n e l l und P e l h e r am Start. 3in erbitterten Kampf gewann Peltzer vor Braun-Karlsruhe, der kurz vor dem Ziel Renell noch abfangen Vonnte. Erg ebnrs. 1. Peltzer- München 51,2 Sek., 2.

ruhe 52,1 Sek., 3. Renell-Berlin 52,4 Sek

3m 1500-Meter- Lauf gewann: 1. Dühnert-Jena mit 4,19 Min. vor2. Da u e r- Hatte Handbreite zurück, 3. B ö s e l°Dreslau 4,24 ^Ergebnis des Reunkamples: 1. Sie- a^r 3 sberg - Hamburg 182 P., 2. Lingnaa- Hannover 171 P, 3. Westerhaus-Derlin 169 P., 4 Fritzsch^Elausthal 162 p. ,

Schleuderball: Hannover Dannstadt 3:0 ©feget im deutschen akademischen Mehrkampf. 1- Altakademiker über 35 Jahre: 1 Mallwitz-Berlin 116 P. - 2. Altakade- mifpr bi« 35 Jahre: 1. S ch we n z er - Grer^- wald 158 P 2. Dockelmann-Marburg 140 P., ? Roh'chach-Ärnrbuvg 137 P, 4. Darthoff-Dan- 8i9 Leichtathletischer Fünfkampf a) für Dollstudenten, l. Sieger: Lrng n a u - Han- nmier 255 P 2. Goll-Frantfurt 233 p., 3. ©Mget-Serttn 228 »unttc 4.

226 B Alte Herren bis zu 33 IJayrrn alademiket. Außer Konkurrenz: Hundthau- f o n Oltarbuia 257 P, 1- Zurr- Breslau 201 P., 2. Dartho^-Danzig 190 P.. 3. Vochmig-Leip-

* Lauterbach, 21. Juli. Dom hiesigen Landwirtschaftsamt wird mitgeteilt: Auf dem Gemüse tritt dieRaupederGemüse- nule verheet^nd auf. Der Schädling frißt nachts C't runde Löcher in die Blätter und dringt

in das Herz der Pflanzen, so daß 'ein Schließen und Köpfebilden verhindert wird. Tags­über sitzen die Raupen tief zwischen den Blättern. Die Bekämpfung muh im Ablesen der Raupen bestehen, welches dauernd fortgesetzt werden muß. Diese Arbeit macht sich durch die Ernte bezahlt. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Weiß- und Dotkrautköpfe in Stockhausen sämtlich ver­nichtet, ebenso tritt die Plage bei Fulda auf. Rur fortgesetztes Absuchen und Verbrennen der nicht Köpfe bildenden Kohlpflanzen kann noch die Ernte retten.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Offenbach, 21. Juli. Der verhei­ratete 30jährige Portefeuiller Johann Mar­tin L o tz gab in der Wohnung seiner Schwie­gereltern aus Eifersucht einen R e v o l - verschuß auf den 23jährigen Arbeiter Friedrich Spiegel ab. Dieser starb noch vor seiner Einlieferung in das Krankenhaus. Lotz wurde verhaftet.

fpd. Reu-Jfenburg, 21. Juli. Bel derBürgermeisterstich wähl erhielt der

Vermischtes.

Der Massenmörder von Hannover.

Hannover, 21. Juli. Der Fall Haar- mann ist von der Polizei nunmehr an die Staatsanwaltschaft überwiesen worden. Haarmann sind bisher 14 Morde sicher nachgewre- fen worden.

Große Ueberschwemmungen in China.

Tientsin, 21. Juli. (WB.) Die äleber- schwemmungen in der älrngebung von Tientsin bedrohen von neuem die Stadt. Sie Wassermengen sind 15 Meilen von der Stadt entfernt und haben eine Höhe von 22 Fuß. Infolge der Weigerung der chinesischen Behörden,

sozialdemokratische Kandidat 3409 Stimmen, sein bürgerlicher Gegenkandidat 3330 Stimmen. Für den Sozialdemokraten stimmten diesmal in der Hauptsache die Kom­munisten mit.

fpd. Erbach t O., 21. Juli. Der berühmte Eulbacher Markt, eine Gründung des um die wirtschaftliche und kulturelle Hebung des Odenwaldes hochverdienten Grafen grana zu Er­bach-Erbach blickt in diesen Tagen auf eine hun­dertjährige Geschichte zurück. Seiner Er­innerung sind deshalb zahlreiche Festlichkeiten ge­widmet, die am Samstag ihren Anfang nahmen und erst am nächsten Sonntag ihr Ende erreichen werden. Samstag wurde dieUnter den Linden" erbaute schmucke Fe st halle feierlich eingeweiht. Der Sonntag brachte dem im reichsten Schmuck prangenden Ort einen ungeheuren Menschenstrom. Zahlreiche Sonderzüge mußten jähren, um die Massen nach hier zu bringen. Die Zahl der aus­wärtigen Festgäste wird auf rund 20 000 veran­schlagt. IM Mittelpunkt der sonntäglichen Feier­lichkeiten stand der ausgezeichnet vorbereitete und glänzend durchgeführte historische Festzug, der in einer Fülle reizvoller Szenen und Bilder das kulturelle Leben den Odenwaldes, Leben und Verkehr in Erbach, die Erbacher Kunst und In­dustrie und schließlich einige Bilder aus der Ge- chichte des gräflichen Hauses derer zu Erbach

Die kritische Lage, in der sich bei uns jetzt so viele Theater befinden, ist nicht verwunder­lich, wenn man dieTote Saison" des Hochsom­mers und die allgemeine Geldknappheit bedenkt. Llber auch in anderen Ländern ist der Theater­besuch in den letzten Jahren mehr und mehr zurückgegangen. In London, wo die Reichsaus­stellung einen ungeheuren Fremdenzustrom ge­bracht hat und die anderen Vergnügungsstätten glänzend besucht sind, leiden die Theater unter gähnender Leere. Es müssen also tiefere Gründe für diese Abwanderung des Publikums g.'sucht werden, und in englischen Blättern erörtert man eifrig die Frage:Hort der Theatei'besuch auf?". Richt nur wirtschaftliche Verhältnisse ober zu­fällige Erscheinungen werden für die Krisis des Theatergeschäftes angeführt, sondern die ganze Entwicklung liegt nach der Meinung der Sach­verständigen in Dingen begründet, die bis in die Kriegszeit zurückgehen and in ähnlicher Form aud> bei uns wirksam sein dürften. Während des Krieges, als der Hauptteil des Publikums aus .Urlaubern von der Front bestand, sank die Bühne zu einer gewöhnlichen älnterhaltungsstätte heräb. Man wollte den von dem Grauen des Krieges überreizten Besuchern nur leichte und möglichst lustige Kost bieten und man stieg auf ein Riveau Herab, wie es vorher auf den Bühnen nicht I üblich Ivar. Das Dümmste und Banalste schien gerade gut genug, um die abgehetzte Menschheit über ein paar Abendstunden Hinwegzubringen. Dazu kam, daß sich immer mehr Leute mit dem Theatergeschäft befaßten, die aus anderen Be­rufen kamen und weder die nötige Erfahrung noch die notwendige Bildung besaßen.Die schlechten Stücke haben das Theater getötet, sagt z. D. St. John Ervine in seinem soeben erschie­nenen BuchDas organisierte Theater.Wenn wir uns vergegenwärtigen, was für Theaterstücke in den letzten 10 Jahren in England beliebt ge­wesen sind, so müssen wir uns wundern, daß es überhaupt noch Bühnen gibt. Ein Mamr, der seine Mannesjahre mit dem Schießen von Groß­wild zugebracht hatte, ging in seinem Alter, sichChu Chin Chow (ein vielgespieltes Aus« stattungsstück) anzusehen. Er starb sofort daran. Der normale Mensch kann das, was ihm heute auf der englischen Bühne geboten wird, einfach nicht mehr aus halten. Irvine ver langt eine Re­form der Bühne, die wieder das dichterisch wert­volle Werk zur Aufführung bringt, sonst sieht er keine Rettung für das englische Theater. Auch andere Kenner Hagen über die Minderwertigkeit des Reperwires. machen aber dafür den Mangel an guten -Striefen verantwortlich. Der Dichter Chesterton hofft, daß die englische Bühne vom Liebhabertheater aus wieder aufgebaut werden könne, denn dort herrsche noch Begeisterung Md Idealismus, die von den Geschäfts bühnest voll­ständig verschwunden sind.

Die Kokain-Seuche unter den russischen Kindern.

Furchtbare Enthüllungen, die in das ganjt Elend des russischen Lebens hineinleuchten, sind nach den Berichten englischer Blätter in Moskau von dem Kommissar gemacht worden, der von dem russischen Gesundheitsamt zur älntersuchung der Lage der obdachlosen Kinder eingesetzt wurde. Rach seinen Angaben gibt es allein in Moskau über 50 000 Kinder, die obdachlos sind, und etwa 40 o/o dieser unglücklichen kleinen Wesen sind der Ko­kain-Seuche verfallen. Es sind Kinder im Alter von 815 Jahren, die durch Kokain frühzeitig ihre Gesundheit untergraben. In einem Fall wurden von einem Obdachlosenheim 20 Kinder ausgenom­men und bei jedem von ihnen muhte man fest­stellen, daß sie dem Laster des Kokains verfallen waren. Der größte Teil dieser Kokainisten lungert in den Vorstädten von Moskau herum, wo sie in Verfallenen Häusern und Hütten älnterschlupf fin­den. Einige dieser Plätze waren richttge Kokain­höhlen, wo ganz kleine Kinder den Tag über unter dem Einfluß des Narkotikums lagen. Ein Kinder­arzt sagte, daß die Zunahme der Todeszahl unter den Kindern in den letzten Jahren ganz ausschließ­lich diesem Gift zuzuschreiben ist.

Die Juwelen in der Strickwolle.

Auf eine höchst überraschende Weise wurde das Geheimnis eines Juwelendiebstahls enthüllt, das die Moskauer Polizei seit mehr als 3 Jahren beschäftigt hat. Die Juwelen verschwanden im Herbst 1921 aus einer Regierungsabteilung, in derrequirierte Schmuckfachen der Bourgeoisie auf bewahrt wurden. Es befanden sich darunter viele Goldsachen, mehrere Perlenhalsbänder, Sma­ragden und andere Edelsteine. Die erste Spur brachte die Mitteilung einer adligen Dame, die der Polizei mitteilte, sie habe aus der Straße ein Mädchen gesehen, das ihrereqüirterte Diamant­brosche trug. Weitere Rachforschungen führten zu der Verhaftung zahlreicher Beamten der Abtei­lung, und 15 von ihnen wurden nach langer Ver­handlung verurteilt und hingerichtet. Der hervor­ragendste der Verurteilten war Direktor der Ju­welenabteilung Lupaschew, der aber bis zu seinem Tode immer wieder seine ülidschuld beteuerte. Die Sache blieb also unaufgeklärt. Da erfuhr die Poli­zei vor kurzem, daß einige kleine Diamanten von der betagten Witwe des Hingerichteten Lupaschew verkauft worden waren. Man hielt sofort eine Haussuchung ab und fand die alte Dame in einem . Lehistessel sitzend, wie sie eifrig, mit Stricken be­schäftigt war und auf dem Schoß ein großes Knäuel weißer Wolle liegen hatte. Jeder Winkel der Wohnung wurde durchsucht, ohne dah man das geringste fand. Da griff plötzlich einer der Detektive nach dem Wollknäuel, und mit einem Aufschrei fiel die alte Dame ohnmächtig zurück. In der Strickwolle hatte sie die so lange gesuchten Diamanten verborgen. _____________ ~

Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gvrrenz.

3,52 Min. »

In der 5000-Meter-Entscheidu ng waren 30 Mann am Start. Schnabel-Breslau führte den ganzen Weg, konnte aber dem End­sport des taktisch famos laufenden Latz-München nicht widerstehen. 1. Lutz- München 16:42 Min., (Rekord), 2. Schnabel-Breslau 16:48,8 Minuten, 3. Krumnow-Draunschweig 16:58 Min.

Den Stabhochsprung entschied Gvs- sow-Berlin mit 3,40 M. für sich, 2. Lochner- München 3,30 M., 3. Fvanzl-Drünn 3,10.

In der 1 0x1 00-Meter-Staffel siegte Berlin in hartem Kampfe gegen München Resul­tat: 1. Berlin 1,54,4 Min., 2. München 1,54,6 Min., 3. Jena 1,56,2 Min. <

Die 100-Mete r-Hürdenmei st er­schuf t errang 1. Westerhaus-Derlin in 16.6 Sek., 2. Behr-Stuttgart in 16,8 Sek. 3. Anton-Berlin in 17 Sek.

Den Abschluß der Känrpfe bildete das Handballspiel Hannover Aachen. Hannover war besser und gewann nach technrsch schönen Spiel verdimt 6:3 (3.2). Hannover gewann hiermit alle wichtigen Sprele (Fußball, Hockey, Handball, Schlagball) und erbrachte den Beweis der besten Allgemeindurchbildang seiner Leute.

Den offiziellen Schluß der Olympia bildete die erhebende Siegesfeier beim Bis­marck türm. Das lodernde Siegesfeuer soll es verkünden, daß es dem Akademiker Ernst ist mit seinen Leibesübungen. Das de!utscheaka- demische Olympia 1924 in Marburg war eine gelungene Tat!

j Gerichtssaal.

Das Urteil tot Rahardt-Prozeß.

Berlin, 21. Juli. Im P ro z eh Rahar dt | und Genossen ist heute bad Urteil gefällt toor» ben. Der frühere Präsident der Berliner Hand­werkskammer erhielt wegen schwerer Untreue und Anstiftung zur schweren Untreue, aktiven Be­stechung, Betrugs, Preistteiberei und Ketten­handels eine Gesamtstrafe von 3Vz Jah­ren Gefängnis und 3000 Goldmark Geld­strafe, fein Sohn Erich wurde zu einer Ge­samtstrafe von 3 Vs Jahren Gefäng­nis und 10 000 Goldmark Geldstrafe fcerurtedt. Die übrigen Angeklagten erhielten Freiheitsstra­fen von 4 Monaten bis zu 2 Jahren Ge­fängnis und Geldstrafen von 2000 bis 6000 Goldmark.

fpd. Frankfurt a.M., 21. Juli. In einer hinan. '

der letzten Rächte versuchte ein Herr im v° Zug Als 1. Enffcheidung kamen die 100-Me- Frankfurt Berlin eine Derbindungstür ter-Sieger:Hubrich- Berlin 11,2, 2. Sahr- von einem Schlafwagenabteil nach dem anderen Karlsruhe 11,3, 3. Döge-Leipzig 11,4. durch Ablösen der Schrauben zu öffnen, Das folgende Speerwerfen ergab fol- um dann die Reisenden zu berauben. Das Bor- gendes Resultat: 1. Schauffele- Stuttgart haben des Diebes konnte aber rechtzeitig verhin- .49,70 M., Molles-München 49,15 M., 3. Wester- bert werden. In Magdeburg gelang es, den Haus-Berlin 48 56 M.

Dieb in dem fast allen Polizeibehörden als ge- Im Hochs prung gab es folgende e r st- fährlichen internationalen Taschendieb und Zug- klässige ßeifeungen: 1. Rüther-Hannover räuber bekanntenFürsten Alexander 1 80 M., 2. Goelder-Derlin 173 M., 3. Romberg- T r u b e h k Y'' zu ermitteln und f e st z u n e h m e n. Göttingen 1.70 M. (Reuer Hvchschilrekord.) In Begleitung desFürsten befand sich dessen Als nächste Entscheidung die 3x1 0 00- Braut eine stellenlose 16jährige Maid aus I Meter-Stafette: Sieger: München in Berlin, ' namens Klara Rambotzkh. Die 8,16,4 Min.. 2. Marburg in 8,23,4 Min., 3.sHalle

Braut" leistete dem Schatz bei dessen Raub- in 8,24,6 Min. (Reuer Hochfchalvekord.) zügen wacker Beihilfe. Dem Trubehky werden Der Weit sprang sah Wester ha as- zahlreiche V-Zugdiebstähle, namentlich zwischen Berlin mit 6,41 M. als Sieger, 2. Herzog-Dres- Frankfurt und Berlin, zur Last gelegt. In seinem den 6,36 M., 3. Alpers-Heidelberg 6,18 M. ( Besitz fand man noch viele Gegenstände, über Die Olympische Staffel ergab einen deren Herkunft er sich nicht ausweisen konnte. aufregenden Kampf zwischen Karlsruhe und Mun-» ------ I chen. Ergebnis: 1. Karlsruhe 3,46,2 Min.

--- (Rekord), 2. München 3.47 Min., 3. Darmstadt