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3n ipattomentar^djÄSV Kreisen spricht man davon, dah bte tm Haushalt vom ^kerfrrmmt fest» gefetzte Ersparnis von einer Milliarde die Ab­schaffung des Gesundhelts- und des Ärbeitsmtnisteriums, sowie die Der- rfchm-elzung des Hcrn dels- und des Landwirt schafts- "mtiriftertuiroS im ein; Min istertumdvrnatioe» xnalen Wirtschaft, weiter die UmtoairMung mehrerer Llnterstaatssekvetariate in Direktionen 'und die Abschaffung der meisten Llnterpräfekten nach sich ziehen könnte. Die Regierung hat hier­über noch kerne Entscheidung getroffen, aber die verschiedenen Ministerien prüfen augenblicklich die allgemeine Verschmelzung der öffenllichen Dienste.

Das französische Notgesetz.

Paris, 21. März. (WTD.) Die Kammer sst in die Diskussion des vom Senat zum Teil ab­geändert zu rückg etommenen Gesetzentwurfes ein«. getreten, der die Schaffung neuer Steuern und di« Durchführung von Ersparnissen vor- steht. Es entspinnt sich eine inbevessante Debatte, in der der Abgeordnete Bonnet feststen^ dah der Ministerpräsibent geglaubt habe, vor dem Se­nat die Vertrauensfrage stellen zu müs­sen, damit die hauptsächlichsten Bestimmungen des Gesetzes angenommen würden. Gr persönlich würde es beklagt haben, wenn sich das Ministe­rium Poincare als durch den Senat gestürzt er­klärt hätte. Wenn die Regierung nicht die Mehr­heit des Senats für sich gehabt hätte, wäre es anttkonstitutionell gewesen, wenn sie demissioniert hätte. Potncar 6 erwidert; Der Senat hat tat­sächlich nicht daS Recht, die Regierung zu stürzen, aber

«tat Regierung hat da» Recht, zu erklären, daß sie nicht weiterregieren will, wenn sie bricht die Mehrheit der beiden gesetzgebenden Der- sammlungen für sich hat.

Der Abgeordnete Herrlot begrüßt daS Steigen des Fvanken seit der Annahme des Gesetz­entwurfes im Senat. Es habe den Frankenspeku- lauten eine heilsam« Lehre erteilt, aber daS Steigen des Franken habe nichts mit der An­nahme des Entwurfes zu tun, wie der Bericht­erstatter behauptet habe. Poincars ruft da­zwischen; Entschuldigen Sie, wir hatten die Kredite nicht bekommen, wenn der Entwurf nicht angenommen worden wäre. Herciot erinnert an die Ausführungen von Klotz und Loucheur, die in der Kammerdebatte festgestellt hätten, daß die Regierung schon 1923 den Fvanken hätte slabllisteren können, wenn sie sich einen gewissen Vorrat zu Interventionszwecken beschafft hätte. P o i n c a r 6: Dann hätten sich also diejenigen, die behauptet haben,

die Hausse des englische« Pfundes sei durch die Ruhrbesetzung verursacht

werden, angeblich getäuscht. Herriot spricht feine Verwunderung darüber aus, daß der Minister» prästdent die Ruhrfrage zur Sprache bringe, auf bte er selbst mcht angespielt habe. Er glaube nicht, daß dte Ruhrbefetzung eine der Ursachen der sprunghaften Kurssteigerung des engltschen Pfundes gewesen sei, aber er sei immer der An­sicht gewesen, daß bte Spannung des Pfundkurses eine ständige Erscheinung gewesen sei seit dem Sage, an dem eine Politik ins Werk gesetzt wurde, die er nutzt in Ausdrücken kennzeichnen wolle, durch dte stch der Ministerpräsident vor den Kops gestoben fühlen könne, die aber jeden­falls gegen d t c Interalliierten Ab­machungen und Konferenzen gewesen sei. Die radikale Fraktion werde also gegen den Entwurf stimmen.

Die Ceneraldiskussron wird sodann geschlossen und btc Kammer nimmt den Steuergesehentwarf mit 374 gegen 175 Stimmen an. Der Gesetzentwurf geht nunmehr wiederum an den Senat zurück. Der Senat seinerseits wird Stellung dazu nehmen, irrib die Kammer wird sich morgen nachmittag in einer aus 5 Uhr einberufenen Sitzung nochmals mit dem aus dem Senat zurückgetommenen Gesetz beschäftigen.

Die Sachverftündiyenarbeiten.

Daris, 21. März. (WB.) Das Kabinett Da­wes hat beschlossen, seine Sitzungen für drei Tage einzustellen, um seinen Mi gliedern die Möglrch- kett zu geben, während dieser Zeit eine gewisse Anzahl von internationalen Studien auszuarbeiten über die Emissionsbank, die Anlethe, die Eisenbahnen usw. Es ist wahrscheinlich, daß Dr. Schacht dem Dank-älnterausschuh edfl am Dienstag oder Mittwoch die schriftlichen Aus­führungen übergeben wird, die von ihm verlangt worden sind. Der revidierte Bericht der Eisen­bahnsachverständigen wird gleich'a'ls am Dienstag ober Mittwoch übergeben werden. Der Dank- oder der Dadgel-LIntetausschust werden vor Dienstag nicht zusammentr^tm. Der zweite Unter» auSschuh wird die Ei Wirkung -i prüf n we ch die Erklärungen der deutschen ^-.-legierten, die heute vormittag gehört worden sind, auf die von lhm abgefatzten Konklusionen haben können.

DerTieto Vvrk Herald" bemerkt tm Hinblick auf die mehrtägige Vertagung der Beratungen; Poincar^ habe TSkcl darauf gelegt, hast der Bericht während der kommenden Woche vollendet werde, und er habe die französischen Delegierten gedrängt, die Arbeiten so rasch wie möglich zu fördern, damit von feiten derjenige, dte die Erholung des Franken an ccftü&ten, nicht der Einwand erhoben werden könnte, Frankreich er f chwere bte Lösung der größten europäischen Frage

Der Reich shaushatts- voranschlaq 1924.

Berlin, 22. März. (Priv.-Tel.) Die Blätter oerösfentlichen eine vorläufige Uebersicht ifter den Rc-ich-haushalt für das Rechnungsjahr 1924, die allerdings die Wiederherstellung der Wirtschaftseinheit und der Steuer- Hoheit des Reiches und der beteiligten Wnder im besetzten Gebiet zur Voraussetzung hat. Die Gesamt einnahmen des Tteiches betragen dar- nach 5,71 und die Gesamt ausgaben 5,27 Mil­liarden Gold mark. 3m ordentlichen L-anÄhilt werden die Einnahmen mit 5,144 Millionen iHold- roarf veranschlagt, denen fast ebenso hohe Aus- «sben gegenüberstehen. 3m au herorden, - lichen Haushalt werden 130 Millionen Gold- marf Einnahmm erwartet, denen Ausgaben für frerf-#ebene Zwecke, so zur Beseitigung von I Kri Abfolgen, für öffentlicheBauten usw. gegen- | überstehen. Für Ausführung des Frie- ?iL.n 81?^rt.t<I0c6 sieht d« Entwurf 640 Mill Itonen Mark vor, wobei es sich tn erster Linie um I dte Besatzuiigstosten handelt, die 360 Millionen

In Anspruch nehmen. Für das gesamte deutsche teer- und Marinewefen sind in dem tat 450 Millionen vorgesehen.

AuS dem Hessischen Landtag.

Darmstadt, 21. März. (Priv.-Tel.) Der Finanzausschuß des Landtags erledigte das Ge­setz über die Besoldung der Staatsbe­amten usw., das auf den oeichsgesehlichen Be­stimmungen aufgebaut eine Erhöhung der Gehälter um 13 Proz. bringt. Hierzu > kommt eine ander­weitige Festsetzung der Ortszuschläge, die gleich­sam als WohrrungSzu schuß gelten sollen. Herab­gesetzt werden bte an den besonders teueren Städten geltenden Sonberzuschläge. 3m allge­meinen dürfte die Gesamterhöhung etwa 20 Prvz. betragen, die sich allerdings durch bte Herab­setzung ber Sonberzuschläge für die an den be­sonders teueren Orten toofjnienben Beamten wie­der auf 1516 Proz. ermäßigt, so bat) die ftäbt Beamten an den kleineren Gemeinden gegenüber ihren ftäbt Kollegen im 'Vorteil sind. Das Gesetz fand einstimmige Annahme, ber Bauernbund hat sich, ebenso wie bei den weiteren Gesehen, der Abstimmung enthalten. Der Entwurf des Gesetzes über die Kreis- und Prvvinzial- Umlagen wurde in vorläufiger Abstimmung erledigt. Da verschiedene Fraktionen noch einmal dazu Stellung nehmen wollen, wird die desinitive Abstimmung auf die nächste Sitzung verschoben. Dann findet noch das Aussührungsgesetz zu dem Finanzausgleichsgeseh mit kleinen Ab­änderungen Annahme.

Der Zeignerprozeh.

Leipzig, 21. März. (Wolff.) Zu Beginn des fünften Derhandlungstages beantragte Rechtsanwalt Marschner die Ladung einer Menge von Leumundszeugen für Zeigner, die be­kunden sollen, baß Zeigner frei von Habsucht und stets HUsbereich gewesen sei. Große Teile seines Vermögens habe er zur Unterstützung wohl­tätiger Einrichtungen und notbürftiger Personen verwandt. Hieraus wird ber Zeuge, Bürgermeister Raumann-Pegau vernommen, ber mit dem Zeu­gen Weiner in Chemnitz die gleiche Schule besucht Hal. 3m Gommer 1920 habe er Weiner im Kaffee Falsche getroffen und habe Ihn nach seiner Mili­tärsache gefragt Weiner habe ihm geantwortet, dem Trainbataillon habe nichts daran ge­legen, die Sache weiter zu verfolgen. 3m Vor­zimmer des Majors habe ein Oucifi, Dr. Zeig­ner. gesellen, ber hätte ihm gesagt, wenn er 3000 bis 5000 Mark flüssig machen könne, würden seine Akten verbrannt werkten. 1921 habe er eine zweite ilnterrebung mit Weiner gehabt, der sich sehr abfällig geändert habe, baß Zeigner Minister werden könnte. Er selbst habe daran gedacht, ob er nicht bte Verpflichtung habe, die Sache anzuzeigen, habe jeboch ba ix>n ab­gesehen, um nicht Angriffen in seiner Stellung ausgesetzt zu werden. Hierauf wirb bte Beweis­aufnahme zum Falle Friedichsen fortgesetzt. Der Zeuge Priborski erklärt, bte Schmuck- sachen hätten nicht für Zeigner sein sollen, fonbetn für MöbiuS. Der Dorsitzenbe hält dem Zeugen feine früheren Aussagen vor, wo­nach die Schmucksachen für Zeigner be­stimmt gewesen seien. Zeuge bleibt bei seinen heutigen Aussagen. Dte Zeugin Frau FriÄ>richsen hält ihre Aussagen aufrecht, wonach die Schmuck­stücke nicht MöbiuS, sondern dem Zustiz- Minister persönlich auSgehänbigt werben frollten. Der Zeuge Kaufmann Fried- r i ch s e n fei, tote er aussagt, von Priborski nur ganz allmählich In die Begnadigungsangelegenheit eingeweiht worden.

Wenn die Begnadigung perfekt war«, sollten 4000 Mark an denjenigen gezahlt werden, der die Begnadigung ausspreche, und 2000 an MöbiuS.

Später habe Möbius gesagt, es mühten vorweg 15 000 Mark nach Dresden abgesührt werden, sonst könne die Begnadigung nicht perfekt werden. Da die Summe zu hoch gewesen fei, sollten Schmucksachen gegeben werden. Direkt sei von Zeigner noch nicht gesprochen: aber es fei immer deutlicher geworden, daß Zeigner selbst gemeint gewesen sei. Es folgt die Erörterung des Falles Schm er le r. Möbius vermittelte eine Zusammenkunft be8 ukrainischen Staatsangehörigen Schmerler mit Zeigner im Alberi°Eafä in Dresden. Schmerler hatte um Aufenthaltsgenehmigung gebeten Das Gesuch war aber von der Kreishauptmamischaft abge­wiesen worden. Bei der Zusammenkunft diktierte Zeigner dem Schmerler die Unterlagen für ein NKues Gesuch an das Ministerium. Später soll Zeigner von Schmerler tn sein Geschäft gebeten worden fein. Hier fei ein Da menPelz aus­gesucht worden. Daß der Pelz für Frau Zeig­ner fein sollte, habe Möbius nicht gehört. Darauf ei man tn eine Weinstube gegangen, wo Schmerler We i n bezahlt habe Kurz vor Ostern habe Schmerler Möbius in seine Woh* nungtn Oetzsch kommen lassen und ihm gesagt, Hier ist ein Pelz .den kannst Du Frau

Zeigner bringen."

Er habe daraufhin den Pelz!zu der Schwieger- mutter von Frau Zeigner gebracht Ec habe an* genommen das) der Pelz befahlt worden sei. 3m März 1923 habe er von Schmerler 100 000 Mark erhallen, aber nicht, wie er früher ausgasagt hkche, ür feine Vermittlung bei Zeigner, sondern für eine Arbeit im Fellhandel. Zeigner bekundet, im September oder Oktober 1922 habe er sich nach einem Pelz umgefehen. Als er von einem Bekannten gekommen fd .habe er Möbius getroffen, Um diese Zeit fei das Schrner- lersche Gesuch, an ihn gelangt, welches er ord- nungsgemast trcitTgeleitet habe Ein es Sams­tags, als er von Dresden nach Leip.li gekommen ei, hätte ihn Möbius mit einem Paket an ber Elektrischen erwartet. Er wäre mit aufgestiegen. Möbius hätte glefagt: Hier ist Pelzfutter von Schmerler. Gr selbst sei ganz verblüfft ge­wesen. Möbius sei schon vor ber nächsten Halte­telle abgesprungen. Ec habe den Worten Mö­bius entnommen, bas) es sich um ein G e s che n k handeln solle. Gr sei darauf nach Leipzig ge- ahren und habe das Paket zu Schmerler gebracht. Schmerler sei betreten gewesen und habe gesagt' er wolle bas Futter billig berechnen.

Schließlich habe er sich einverstanden erklärt, das Pelzfutter zu nehmen.

Die Bezahlung sollte im Januar und Februar er­folgen. Schmerler habe ihn auch gebe en, für feine Frau einen Pelz auSzusucher. Gr habe dieS ab­gelehnt, ba er feiner Frau selbst kurz vorher eine Lammfelljacke gekauft habe. Schmerler habe jeboch

man nacygeiasllm. Schließlich yaoe et zugesagt, mit seiner Frau gelegentlich vorzusprechen. Rach Ostern habe seine Frau za seinem Erstaunen einen Pelz getragen. Er habe ben Pelz Schmerler zurüclgebracht. Schmerler habe ihn aber dringend gebeten, den Pelz doch zu behal­ten, da er für ihn selbst keinen groben Wert habe. Er habe bas abgelehnt und sich erboten, die Kosten für die Herstellung des Pelzes zu er­sehen. Weitere Aussagen zu diesem Punkte zu machen, lehnte Zeigner ab. Der Vorsitzende hält Zeigner einSchreibenSchmeclers vor, wo­nach der Pelz nicht bezahlt worden sei.

Gegen 6% Uhc wird die Verhandlung vertagt.

Aus Stadt und Land.

G i e b e n. ben 22. März 1924.

Grippe in Gießen.

Don berufener Seite wird uns mitgeteilt: 3n ben letzten Wochen hat sich, wie tn anderen Städten, so auch hier In ©leben, eine Heber» handnahme von Grippeerkrankungen be- medbar gemacht, die im allgemeinen gutartig verlaufen, aber auch schon vereinzelte Todesopfer forberten. Als häufigste Komplikation wurden Katarrhe der Luftröhre beobachtet, bi mehreren Fällen brachte die Grippe Lungen- und Rippenfellentzündung mit sich. Erkrankungen an ber gefürchteten Kopfgrippe (Gehirngrippe, Schlafkrankheit) haben sich in ber letzten Zell In Gtesten und dessen Umgebung nicht ereignet; dte zu Beginn der Grippe stets sich eiinftellenbe.1 Kopfschmerzen dürfen n icht ohne weiteres als Symptome einer Gehirngrippe gedeutet wer­den. Qhiffallcnb ist ein durch dte leichte ilebertrag- barfelt erklärliches Defallensein mancher Familien mit all ihren Mitgliedern, bte je nach ihrer Emp­fänglichkeit unb Widerstandskraft in verschieden ftaiiem Grade erkranken.

Bekanntlich gibt es einen sicheren Schutz vor dieser auhecordentlichleichi übertrag­baren Krankheit nicht, es kann aber doch jeder Einzelne viel tun, um die Krankheit von sich fern zu halten oder nach ihrem Auftreten einen schlimmen Verlauf zu verhüten, was immer wieder hervorgehoben zu werden verdient. Am meisten wirb die Krankheit verbreitet durch die leicht Erkrankten, die nur anetwas Dch.nipfen unb Hüften", an einerErkältung mit Kopfweh" leiben unb babei nicht nur ihrem Geschäft nach» gehen, sondern auch D:rsammllmge.i, Theater, Kinos, Caf6S usw. besuchen und hier durch An- husten und Riesen die Krankheit unmittelbar auf ihre Rachbarn übertragen. Man meide nach Möglichkeit solche Anst.eckungsherde wäh­rend der Grippegefahr: auch vor dem Befuch von Grippekranken muh gewarnt wer­den. Mit ber Pflege von Grippekranken beschäs- ttgten Personen find Rasen - unb Munb- spülungen mit lauwarmem übermongansaurem Kali in dünner Lösung ober Wasserstoffsuperoxyd, Gurgeln mit chlorsaurem Kali ober Anwen* bung von Mund-Desinfektionsmitteln, wie Forma- mint, Pergenol zu empfehlen.

Jeder Grippekranke gehört tnfl Bett, sobald sich dte ersten Grschetaungen, wie Frösteln, Kopfweh, Steigerung der Kör­perwärme einstellen. Gegen die quälenden Kopsschmerzen hilft eine Aspirin* ober Pyrami* bontablette in ben meisten Fällen: um erleichlern- ben Schweih herbeizu führen, kann bas Trinken von heißem Flieder- ober Linben^ütent« empfohlen werben: fobalb aber fchwereve Krankheitserschei- nwngen auftreten, ist ber Hausarzt zuzuziehen. 3n ben Wvhnräumen unb besondei-s Bureaus ist auf grünbl i che Lüftung zu achten, während bte Räume unbenutzt stab Auf dte gesund- heitliche Gefahr überheizter Zim­mer fei yingewiefrn.

Wie oben bemerkt, ist es gegenüber ben Er­fahrungen ber Nachkriegszeit bis jetzt bei einem tat allgemeinen milden Charakter des Krankheits­verlaufes und einer relativen Harmlosigkeit ber Komplikationen geblieben unb somit zu Besorg­nissen kern Anlaß gegeben. . Dr. Sch.

* ckke hr In die Garnison. Das 1. (Hess) Vatl. deS 15. 3nf.-Rgts. wirb nach fast halbjähriger Abwesenheit am kommenden Diens­tag vormittag 11,33 Uhr wieder hier eintreffen,

Steuerfreie Zuwendungen. Rach einem Grlah deS Reichsfinanzministers sind Zu­wendungen, die unmittelbar dem Rutzen der All» gemeinhdt dienen, von der Srbanfall- und Schen­kungssteuer befreit. Als steuerbefreit gelten, so schreibt bad Preu bische WvhlfahrtsMiniste tum, in diesem Sinne Zuwendungen, die ausschliehlich Zwecken der Jugenderziehung und Volksbildung dienen. Darunter fallen insbesondere Zuwendun­gen zur Linderung der wirtschaftlichen Rotlage von Lehrkörpern, Schülern und Studierenden, für Zwecke der Säuglings-, Kinder- und Multerfür- forge, für Zwecke der körperlichen Ertüchtigung der Jugend (Turn- und Sporlwesen). Das Gleiche gilt für Anfälle an Gesellschaften, Anstalten oder Stiftungen, die die genannten Zwecke verfolgen.

** Vereinfachter Umtausch un­benutzter Fahrkarten. Seit der 3n* flationÄzeit wurden unbenutzte Fahrkaven, die an der Sverre noch nicht gelocht waren, nur am Lösungstage zurückgenommen, während für jede andere Fahrkarte, die man etwa erst am nächsten Tage umtauschen wollte, ein Erstattungsantraq an daS zuständige Eisen­bahnverkehrsamt geri htet werden muhte Dieses etwas umständlihe uid zeitraubende Verfahren, das üb?rdies die Verkehrsämter ungemein be­lastete, sch:i it nach der Stabilisierung der deut­schen Währung nicht mehr zeitgemäh. Um den Reisenden unnötige Kosten and Schreibereien zu ersparen, und auch zur Entlastung der Verkehrs­ämter, hat sich die Reichsbahnverwaltung damit einverstanden erklärt, dah unbenutzte und un­gelochte Fahrkarten wie früher innerhalb ihrer Geltungsdauer (dH. also vier Tage einfchl. LösungStag) ohne weiteres an den Fahrkartenschaltern, bzw. in den Reise­bureaus, wo sie gekauft wurden, um- getauscht werden. Rach Ablauf der Gültigkeit muh er alte Weg des GrslattungsanitraqeS beibehalten werden, ebenfo für Fahrkarten, btt zwar nicht benutzt, aber bereits gelocht sind. Auf bieten Karten muh der Aufslchtsbramte des Bahn­hofs die Richtbenutzung befchrinigen, und bte Fahrkarte Ist mit einem kurzen Grstattungsantrag, ber die Grünbe der Richtbenuhung angibt, an bas zustänbige Verkehrsamt einzusenden, bas bte Aus­zahlung unter Abzug ber Verwaltungskosten burchführü Da die Äichtbenuhung hi manchen Fällen erst einwandfrei festgestellt und bei Aus­landsfahrkarten auch dre fremde Verwcrllung in Anspruch genommen werden muh, dauert die Erledigung dieser Anträge zuweilen geraume Zeit.

* Der Gießener Frühjahr- » Pferdemarkt findet am 2. April auf den städtischen Marktanlagen an der Rod Heimer Str. statt. Mit dem Markt ist eine Prämiierung de- besten Pferdematerials verbunden.

** Eine Tagung de r heffifchen Schuhmachermeister wird am 26. August in Darmstadt stattfmden. Die Veranstaltung ist in großem Rahmen geplant und wird drei Tage bauern. Damit verbunben wird eine Schuh- macher-Fachausstellung.

Der Verkehrs verein hielt gestern abend bet Gastwirt Rahneseld eine Mitglieder­versammlung ab. Der Vorsitzende des Vereins, Stadtv. W i n n , erstattete zunächst einen kurzen Bericht über die Tätigkeit in den letzten Zähren. Durch die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse sei auch die Wirksamkeit des Vecckehrsvereins in den letzten Zähren wesentlich gehemmt gewesen. Rach Eintritt stabiler Verhältnisse erschein: es auherordentlich notwendig, dach auch der Ver- kehrsvcretn wieder eine ausgedehnte Tätigkeit entwickele. 3n der anschließenden Aussprache, bei welcher der Ausfassung des Vorsitzenden bezüglich der weiteren Tätigkeit des Veveiq^. allseitig zu- gestimmt wurde, hob Stadtv. Schwab besonders hervor, dah durch die für Greben in Frag« kommende außerordentliche steuerliche Belastung dec Gasthöfe der Foemdenverkehr unferer Stadt wesentlich beeinträchtigt sei. Eine Hebung deS Fremdenverkehrs sei nur durch Verrmgerung der Steuerlasten des Verkehrsgewerbes, wie dies auch in anderen Städten geschehen, möglich. Stadtv. Kirchner wies auf die außercrdentliche Bedeu- tung der Wirllamkeit der DerkehrSvereine hin, die durch Förderung des Verkehrs nicht nur ben Gewerbetreibenden und deren Zlngestellten günstige Verdienstmöglichkeiten sichern, sondern auch die Steuerkrast weiter Kreise wesentlich stär» len. Das sei gerade in der heutigen Zeit von austercrdentlicher Wichtigkeit. 3m weiteren Ver­laus der Versammlung würbe angeregt, eine groß#» Zügige Werbearbeit zu entfalten, um einerseits alle interessierenden Kreise zur Mitarbeit zu ge* toirmen, andererseits den Fremdenverkehr nach Möglichkeit zu heben. Weiter wurde beschlossen, bei der Stadt auf Ermäßigung der Fremden- verkehrssieuer hinzuwirken. Zur Regelung der weiteren Ausgaben des Vereins wurde ein pro­visorischer Vorstand gewählt, beftebenb aus den Herren Stadtv. Wi nn, 1. Vorsitzender. Stadtv. Kirchner, 2 Vorsitzender, Derwaltrmgssekoetäe Maus, Schriftführer, Kaufmann Herr, Rech­ner, Redakteur B l u m f ch e i n , Stadtv. Schwab unb Stabtv. Schwieber, Beisitzer.

Altertumsmuseum im Alten Schloß faal einen Familienabend.

Bornotlzen.

Tageskalenber für Samstag. Freiw. Gailsch« Feuerwehr: SV? Ubr im Schipka- Pab orbentf Hauptversammlung. Ruderklub Hasfia: Mitgliederversammlung im Bootshaus. S enrgraphen - Gesellschaft Gabelsberger: 8 H hr hn Kaufmännischen VereinShaus Veveinsabend. 1. Gtebener Billard-Club: 8 Hhr tm Caf6 Amend Generalversammlung. Vereinigte Fuhr* weiksbesitzer: 8V? Hhr Versammlung. Verein Rudersport 1913: 9 llfjr im Bootshaus M)natS- verscrmmlung. Lichtspielhaus, Dahnhosstrahe: Erdgeist". Palast-Lichtspiele: ,Ä>deSreigen". Astoria*Lichtspiele: Eddie Polo.

Tageska lender für Sonntag. Stadttheater: 31/2 UhrDrei alte Schachteln . abends 7 UhrAlt-Heidelberg". Buderus- Röchltag-Werckskapelle: Konzert in ber Turnhalle am Oswaldsgarten. Maler* unb Weihbindw- Zwangsinnung für Stadt und Kreis Gießen: 3 Hhr im Lenzschen Felsenkeller ordentl. Haupt­versammlung. M. T. V : Tumgang Abmarsch 10 Hhr vorm. vom Kath. Dereinshaus. Licht­spielhäuser dasselbe Programm wie Samstag.

Aus dem S ta b 11 hea t er b u reau wirb uns geschrieben: Am Sonntag nachmittag wirb btc reizenbe, flotte OperetteDrei alte Schachteln", bie am vergangenen Mittwoch bei der Denefizvorstellung einen so stürmischen Er­folg errungen hat, wleberholt. Der Besuch ber Vorstellung lohnt sich umso mehr, ba nur nach wenige Opevetten-Dorstellungen gegeben werben fönnen, weil die Operettenmitgleder mit bent 31. Marz ausscheiben. 3n ber Abeirb-Vorstel- lung vonAlt-Heidelberg" wird Frl. Dina H ö r* nicke vom Stobltheater tn Regensburg alsKathle auf Anstellung als erste Raive gastieren. Es fei schon heute auf den einmaligen Vortragsabend des Herrn Professoi Marcell Salzer hinge- wiesen, der am Donnerstag, dem 27. Marz, statt- findet. (Siehe Anzeige.)

Deutsche Demokratische Partei. Am Dienstag, dem 25. März, abends 81/, Ahr, spricht im Katholischen Veretnshaus (kleiner Saal) Geheimrat Prof. Dr. M i 11 e r m a i e r überDer Vorstoß Bayerns gegen die Reichsetnheit". (Stehe Anzeige.)

Gießener Konzert verein. Sonn­tag, 30. März, 7/5 Hhr tn ber Aula: Berliner Dokalte^ett. (Sleye 3nferat)

®er Evangelische Ar bertervev» e i n veranstaltet am Sonntagabend im Markus«- saal einen Farnllienabend

T. V 1 8 4 6. Montag abend Lichtbilder» Vortrag. (Siehe 3nserat.)

Wettervoraussage

Meist bedeckt, Temperatur wenig verändert, südw. Winde, höchstens leichte Riederschkäge.

Landkreis Gictzen.

* W i e s e ck, 22. März. Morgen abend, 8 Hfyr, veranstaltet das Männer-Quartett Har­monie sein diesjähriges K)nzeick. Sammr- tnr tut fe L. Kümmel-Darmstadt hat feine Mit­wirkung zu gesagt.

G cünberg, 21. März. Architekt Zäger von Queckborn hat an die Stadt ein Gesuch nm

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