Ausgabe 
22.2.1924
 
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Htxife, eine Person zu 5 Monaten ®efäxigrr«, etne Person zu vier Tagen ®efängnte und 500 Dold- marf Geldstrafe verurteilt. Sin Drogist aas Speyer, der einen Schwamm zu teuer ver­kauft hrtte, wurde 10 1003 Goldmark Geldstrafe verurteilt. Zwei Härrdlerinnen aus Ludwigshafen wurden, weil sie Blumenkohl zu teuer verkauft hatten, zu je 300 Goldmari Geldstrafe verurteil' England und das Geijelsystem.

London, 21. Sehr, l Wolff.) Der Sonder­berichterstatter der .Time«" in Ludwigshafen schreibt, neuere Berichte aus verschiedener. Teilen der Pfalz bestätigen den Argwohn. daß der Giundsatz- .Keine Repressalien" von den Franzosen durchaus nicht unparteiisch gehandhabt werde. Den separatistischen An­greifern werde Unverletzlichkeit verbürgt, wäh­rend die Deutschen, welch? Ärparatisten angriffen, verhaftet würden Sin Geiselsystem sei emgetüljrt, und so fei jetzt jeder Bürger vrn Be- beutung im Falle individueller Racheakte der Bechaftung ausgesetzt. Der diplomatische Bericht­erstatter d^Ä .D-oily Telegraph" sagt, m London sei eine geu-isse Bntnruhigunz hervorgerufen w ir­den durch die Meldungen von zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen von D.amten und anderen liyalen Bürgern in der Pf al» lediglich unter der Beschuldigung, den Separatisten Wider st and geleistet zu haben. Diese Anliegenheit werde sicher untersucht aerden. Als bet bat letzten interalliierten Ver­handlungen dem Gedanken einer allgemeinen Amnestie zugestimmt worden sei, sei darunter m London mcht verstanden iporben, daß solche allein auf dte Separatisten Anwendusig ftnben sollte. ES werde natürltch erwartet, daß jede weitere auswärtige Unterstützung der Sepa­ratisten nunmehr aufhöven würde.

Der französische Militarismus am Rhein.

Berlin. 21. Febr. (WTB.) Die fron» höfischen Desatzungsbechörden haben im Rhein­land neuerdings etne auf mehr als 600 000 Goldmark veranschlagte Kaserne für schwere Artillerie auf dem Loe-Reitplatz in Bonn gefordert, obwohl dte augenblicüiche Unter­kunft der in Frage kommenden Truppen noch als durchaus genügend angesehen wer­den muh. Die Anforderung geht über die durch das Rheinlandabkommen übernommenen Ver­pflichtungen hinaus, da die deutsch? Regie­rung nach diesem Abkommen nur gehalten ist, die vorhandenen milttärischenGe- bäude im erforderlichen Umfange zur Ver­fügung zu stellen. DeS wetteren verlangen die Franzosen ebenfalls in Bonn den Bau einer Kaserne für eine Te le gr a phen komPag- nie, andernfalls für deren Unterbringung die Beschlagnahme der Universität.

Die Finanzierung der Regie.

Darmstadt. 21. Febr. (WTB.) Die Rheinlandkommission hat der Hessischen Staatsregierung und dem Reiche etne wettere Schadenersatzforderung in Höhe von 56 000 Frank zugunsten der Cisenbahnregie zugestellt. Es handelt sich dabei um Schäden, die am 14. Januar 1923 durch einen Anschlag bei Uhlerborn und Budenheim (Bahnstrecke BingenMainz) entstanden sein sollen. Die Forderung, die sich auf einen Beschluß der Rheinlandkvmmission vom 30. Juni 1923 gründet, räumt eine Zah­lungsfrist von 14 Tagen ein. Die Festlegung dieser Zahlungsfrist ist immerhin also etwas gnädiger" als bei dem dieser Tage gemel­deten Fall, in dem die Zahlung einer Summe von.85000 Frank ohne irgendwelche ausreichende Unterlagen innerhalb 5 TFgen gefordert wurde. Das Reich und der hessttche vtaat sind natürlich nicht in der Lage, so unglaubliche Forderungen ohne eine eingehende Prüfung in der genannten kurzen Frist zu zahlen. Man befürchtet daher nach altem Brauche Repressalien im hessischen besetzten Gebiete durch Zugriffe auf die öffent­lichen Kassen, wie es im Falle der Kontribu­tion der Stadt Mainz bei der Erschießung des französischen Professors Eonstant durch einen Separatisten geschah.

Ende deS rheinischen Textilarbeiter­streiks.

Krefeld, 21. Febr. (WTB.) 3n dem wochenlang andauernden Textilarbeiterstreik hat die Urabstimmung über den Schiedsspruch der die achtundvierzig stündige Ar­beitszeit wöchentlich vorsieht, jedoch zur Hebung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes eine Mehrarbeit bis zu sechs Stunden

W»

Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.

28. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Der Gefangene schrie tn seiner Todesangst aus. Sr irxuf sich auf das Pflaster und schlug ver­zweifelt um sich Siner der Bewaffneten stieß chm mit einer brennmben Fackel in das Gesicht, daß er heulend wieder aufsprang. Mit geballten Fäusten stürmte er auf seine Peiniger ein Hohn­lachmd stießen he ihn zurück, daß er wie ein Doll hin und her flog.

Ein neuer kurzer Befehl 3m Augenblick hatten sie ihn ergriffen, zum Mast htngcschleppt und mit einer eisernen Kette angebunden. Irgend­woher kam ein Eimer Teer und wurde über ihn aus gegossen. Die ersten Fackeln flogen zwischen bte Körbe und Kisten.

Eine Flammensäule umloderte den Kande­laber. 6d>rcien . . . Wimmern . . Röcheln . . . dann Ruh? in dem dicken Teerqualm . . . gräß­licher Jubel m der drängenden Menge .

Die Bewaffneten gaben den Ploy frtt Von allen Seiten stürmten die Massen auf die brennen­den Trümmer los. Sine Szme aus dem In fern). Wahnsinn peitschte die Menge. Lachend . . . schneiend . . . singend umtaiiAtcn sie den Pfahl.

Dazwischen wilde Verwünschungen auf die Weißen.

»Rieder mit den Unterdrückern! . . Schlagt sie alle tat!" . .

Bisher war der Kraftwagen kaum bemerkt wvrden. 'Der Chauffeur und der Diener neben ihm

wöchentlich zulayr, do49 Stürmten tut und 4801 Stimmen gegen die Wiederaufnahme der Arbeit ergeben. Damit dürfte der Streik beendet sein. Der Schiedsspruch vom 23. Han. für die rechts­rheinische Textilindustrie ist mit Ausnahme der Lohnregelung für verbindlich erklärt worden.

Die Kreditpolitik der Reichsbank

Berlin, 21. Febr. (Wolff.) Auf eine An­frage des Reichsürgsabgevrdnetcn Fehrenbach und Genvfe.i über die Gewährung v>n lK re - diten zur Wiederbelebung der deut- schenWirtschafthatkne Rcichsregterung fol­gende Antwort erteilt: Seit Mitte Januar hat die Reichsregtetung darauf hingewirkt, daß die für die Wiederbelebung der Wirtschaft erforder­lichen Kredite reichlicher durch die Reichsbank zur Verfügung gestellt werden, mit dem Erfolge, daß am 7. Februar von der Reichsbank aus- gegeben j-aren 1166,4 Millionen Goldmark. Ge­genüber diesem Betrag war noch am 31. De­zember 1923 der entsprechende Bestand an Kre­diten bei der Reichsbank: An Papiermark wertbeständig 448.8 M.llionen G ildmark An Renten mark 591,0 Millionen Goldmark. Es ergibt sich hieraus, daß in sechs Wochen nicht weniger als 575,4 Millionen Goldmark an Kre­diten von der Reichsbank neu begeben wurden. Wenngleich nun anerkannt werden muh, daß der Kreditbedarf tn Deutschland hierdurch nicht be­friedigt ist, so muh doch

die weitere Kreditgewährung mit Zurückhal­tung behandelt werden.

Die letzthin erfolgten Ueber st eigerungen des Devisenbedarfs, dte zu verschärften Re- partierung en der vorübergehend gestiegenen Auslands-Devisen m Mark geführt haben, sind Anzeichen dafür, daß auf Grund bereiter Gelder Devisen in einem Maße angefordert werden, dem die deutsche Wirtschaft nicht ohne weiteres zu entsprechen vermag. Das wirksamste Mittel dagegen muh sein außer der Herbeiführung von AuS lan ds kr e d i ten, der die Aeichsregie- rung ih rbesondere« Fnteresfe widmet, die wei­tere Knapphaltung der3nlandSzah» lungsmittel. S bald jedoch eine Dauer ver­sprechende Erl.'ichterung auf dem Devisenmarkt fühlbar wird, wird sie die inländischen Kredite wieder erweitern. Was die Frage der unmit­telbaren Rentenmarkkredite anlangt, so geht das Bestreben der Regierung dahin, Kre­dite, welche wegen der Einheitlichkeit der Dis­kont- und Kreditpolitik alle über die Rei-chsb. nk laufen müssen, von dieser möglichst unmittelbar allen Kreisen zuzuleiten, welche in der Sage sind, reichsbankfähige Unterlagen zu lissern. Auch dar­über hinaus hat die Reichsregierung nicht ohne Erfolg auf eine Ermäßigung der v)n den Banken und sonstigen Kveditirganisationen berechneten Zuschläge yingewirkt.

Die Reichstagswahlen.

Berlin, 22. Febr. (Priv.-Tel.) Die Deutsch­nationale Vollspartei hat dem Reichskanzler mit- geteilt, nach ihrer Auffassung sollten die Rrichs- tagswahlen gemeinsam mit den baye­rischen Landtagswahlen am 6. April dorgenommen werden. Innerhalb der übrigen bürgerlichen Parteien besteht jedoch keine Old- gung, sich diesem Verlangen anzuschließen. Klar­heit über die Frage des Termins der Reichs­tagswahlen wird voraussichtlich in der heute stattsindenden Sitzung des Aeltestennttes des Reichstags geschaffen werden, die sich auch mit der Behandlung der von der Sozialdemokratie ge­stellten . Anträge zur Abänderung bzw. Auf­hebung der Verordnungen auf Grund des Ermäch­tigungsgesetzes beschäftigen wird.

Der ReichShaushalt für 1924.

Berlin, 21. Febr. (WTB.) D-m Börfen- kurier zufolge hat der ReichSsinanzminister dem Reichsrate einen Entwurf des Gesetzes über die vorläufige Regelung des Reichs- Haushalts für das Rechnungsjahr 1924 zu- gefen lassen. Solange der G -ld etat für 1924 m>ch nicht völlig festgestellt ist, soll die Reicks- reg erung ermächtigt werden, zur Aufrechterhal­tung der Reichs Verwaltung oder zur Erfüllung der Aufgaben und Derp'lichtungen des Reiches die notwendigen Ausgaben zu leisten. Der Entwurf sieht unter anderem vor. daß der Reichs- finanzminister ermächtigt werden soll, zur tnr- übergehenden Verstärkung der Reichshauptk.isse und Bestreitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben die Summe von einer Milliarde Goldmark auf dem Wege des Kredits flüssig zu machen.

Die Nationalsozialisten in Braunschweig.

Braunschweig, 21. Febr. (WTB.) Gestern abend ist durch die Polizei eine Versammlung des Germanenbundes au'gehoben worden, da der dringende Verdacht besteht, daß dieser

waren selbst Schwarze. Jetzt begann er die Auf­merksamkeit der tn Bewegung geratenen Menge zu erregen.

Der Schlag wurde aufgerissen.

Ahl ... ein weißes Täubchen!"

Gierige Hände streckten sich nach Florence Dewey auS. Sntsetzt suchte sie in die äuh-rste Ecke des WagenS zurückzuweichen . . .

Da plötzlich ein Hagel von Stockschlägen auf die wolligen Köpfe!

3m Augenblick der höchsten Gefahr war der schwarze Diener vom Dock gesprungen. Mit her­kulischer Kraft hatte er sich den Weg bis zu einem Mann gebahnt, der wenige Schritte vom Wogen entfernt in der Menge stand.

Rur zwei Worte waren eS. die er dem zurief: .Deweys Tochter!"

3m nächsten Augenblick hatte der Mann dem Rächst stehen den einen schweren Knüppel auS der Hand gerissen und ließ ihn auf die Köpfe der Bedränger niedersausen.

.Zurück. . . Zurück. . . oder . .

Eine Schußwaffe unterstützte die Drohung. Sie war nicht mehr nötig. Sobald diese f dte mbar doch biS zum Wahnsinn erhitzte Bande die Stimme hörte . daS Gesicht sah, lieh sie von dem Ang riss auf Florence ab.

Ein kurzes Kommando deS Mannes schaffte dem Wagen freie Bahn.

Von fernher wurde Gewehrfeuer vernehmbar. Aus der Sacrament) Street brach ein Trupp be­rittener Prallten und schlug auf die festgekeilte Menge ein. Wer mcht ausaeichen konnte, wurde niedergeschlagen ober von den Pferden zu Deden geworfen.

Georg 3'enbvandt stcmd tn feinem Labora­torium in Wiemy Er hakte btc Tür deS RaumcS sorgfältig verschlossen. Rienand sollte ihn bet diesen Versuchen stören, die ihm btc letzte Sicher­heit brtnaen mußten.

Die sozialdem)kratischc Fraktion hat im Reichstag eine weitere Interpellation eingebracht, die sich mit der P e r s on e n t a r i f p>) l i t i k der Reichsbahn beschäftigt und diese als unsozial bezeichnet. Ferner wendet slch die Interpellation gegen die geplante Einführung des Lichtbild­zwanges bei Zett karten.

Bund lebiglta) otc Avrrteyang oer verorten« naiioaalwzialtf i'ch n Arbeiterpartei Deut ch!andS ist. Etwa 150 Dell e$ ner, darunter bzr frühere b-au1.f4to.t_j ch. dH i n i ft er p r ä i i be n t Sepp Oerter, find zur Feststellung ihrer Perfonalten beim Polizeipräsidium ei.igeltefert toorben, von wo sie noch in der Rächt toteber entlassen ^wur­den. Einige Personen, bet denen belastendes Ma­terial gesunden wurde.wurden dem Untersuchungs­richter vorgeführt.

Die Verhandlungen zwischen der Kölner Sisenbahndirektion und der Direktion der Regtebahnen führten zu dem Ergebnis, daß am Montag auf der Strecke KölnDüsseldorf tm Personenverkehr eine weitere Verbesserung Eintritt Auf den anderen Strecken stehen tm Personenverkehr Derkehrsverbesserungen bevor.

Da krachte von der Markthalle her eine Salve und riß blutige Lücken in dte Reiterschar.

Jetzt brachen auch auS den anbzren Straßen Polizettruppcn tnr und drangen auf den Platz Bon der Halle her wurden sie mit- wütendem Gewehrfeuer empfangen.

Die bewaffneten Schwarzen hatten sich in der Halle verbarrikadiert und schossen v>m Dach und von den Fenstern aus auf die anrückenden weihen PoliZettruppen.

Feuerschein zuckte auf. Brennende Teile des Schetterhaufens waren vom Wmde biS in die Halle getrieben worden und hatten gezündet. Die Eingeschlossmen versuchten daS Feuer zu löschen. Die Schüsse der Angretfer trieben sie zurück ober töteten sie. Gierig fraß daS Feuer Wetter. Bold war die große Halle cm einziger Flammen Herd.

Ein wtldeS Geschrei drang auS dem Innern. Die Polizisten erwarteten, daß die Schwarzen nach irgenbetner Seite hin einen Durchbruch ver­suchen würden. Doch nichts geschah

Weiter fraß das Feuer. Dte Fenster zer­sprangen in der Glut. Lauter als bisher drangen durch die offenen Höhlen der wilde Gesang und das fanatische Geschrei der Eingrichlo srnen.

Hetzt wurde eS schwächer. 3m Rauch er­stickten die Stimmen der Männer, btc lieber sterben, als sich den Wetßen ergeben wollten

Wie der Reichsverband der Bankleitungen mitteilt, ist für daS Dankgewerbe ein neues Tarifabkvmmen abgeschlossen worden. Die Arbeitszeit beträgt danach 8 Stunden täglich, am Samstag 6 Stunden. 3m Bedarfsfälle kann sie von den Dankleitungen auf 54 Stunden in der Woche festgesetzt werden, ohne daß eine besondere Vergütung für die Mehrarbeit eintritt.

Wie dte ,Äöln. VolkSztg." meldet, f>ll der Parteitag der ZentrumSparter am 5. und 6. April in Fulda stattfinden.

Die französische Wahlreform.

Paris. 21. Febr. (WTB ) 3m französischen Senat crHärtc Senator Ronoult zur W a h l - reform, er stehe auf dem Standpunkt, baß es darauf ankomme, auf dem Gebiete der Wahl- refotm das zu verwirklichen, was für Frankreich und für die Republik am nützlichsten sei Der Er­wählte müsse in direkter und enger Fühlung mit den Wählern bleiben, damit die Lösung der großen Probleme der Zukunft in Einklang ge­bracht werden können mit den lokalen 3ntereHen. Die Generalräte, die aus überzeugten Republi­kanern zusammengesetzt seien, hätten mit großer Mehrheit sich- für die Wiedereinführung der Einer- und Mehrheitswahlen ausgesprochen. 3hre Stimmen mühten gehört werden. Das Parla­ment solle, was die Verteilung der politischen Kräfte anbelanqc, das Spiegelbild der Ration fein. Das Mehrheitsprinzip aber fördere die Konsolidierung der nationalen Einheit und be­günstige die Außenpolitik des Landes. Rach Ronoult erklärte der royalistische Senator de Blois,

für ihn komme vor allem die Erwägung in Be­tracht, daß der Ministerpräsident nicht ge­stürzt werden dürfe. Wenn Poincarö zurück­trete, wäre daS ein großes Unglück und eS würde keineswegs den sozialen Frieden be­deuten.

Der reatticnäie Senator de la Hahe ertiart, er möchte verhindern, daß der Ministerpräsident auf die weichen Kissen der Arrrndissementswahl falle. Man möge ihn in den Senat und In die Akademie schicken, bamit er eines Tages wie ein Retter wie­der auferstehe. Denn er glaube, Poincare sei der letzte Sieger der Republik. Damit wird die Generaldebatte geschossen. Für den Grundsatz der absoluten Mehrheit bei den Kammer- Wahlen stimmten 124 Senatoren der demokrati­schen Linken, 124 Radikale, 7 Mi glteber der Re­publikanischen Union, 1 Mttglted bei Rechten und 2 Fraktionslose. 19 Senatoren wohnten der Ab- stimmung nicht bei und 9 Senatoren enthielten sich der Abstimmung, darunter Leon Bourgeois. Alle übrigen Senatoren haben für Poincarö gestimmt. Runmehi muß die von der Kammer an­genommene Wa hlrech'svor läge nochmals von dem Wahlrechtsausschuh des Senats geprüft werden, da dieser mit Ausnahme eines einzigen Senators grundsätzlich für die Arrondissements­wahlen ein getreten ist.

Kleine politische Nachrichten.

Zu der Dlättermeldung über eine beabsichtigte Erhöhung der Beamtengehälter er­fahren die Blätter von unterrichteter Seite, bah es sich vorläufig um eine grundsätzliche Zustim­mung der Reichs re gierung handcle. nach Maß­gabe des Möglichen an eine Erhöhung der auch von der Regierung als unzulänglich ange­sehenenBeamtengebälter zu denken. Gs sei mög­lich. daß vielleicht zu Beginn des neuen Rech­nungsjahres (1. April) dte Reichsregierung der Frage nÜbertreter werde.

Aus Stadt und Land.

Gießen, bet 22. Februar 1924.

Ein Eckpfeiler der deutschen Reich-' einheit

ist die Pfalz. Diesen Eckpfeiler wollen bk Franzosen zu Fall bringen, daher konzentrieren fie ihre ganzen Anstrengungen jetzt auf die Pfalz Dort wollen fie die Brelche schlagen In die Ein­heit des Reiches Aber trvy Sturm und Un­geteilter steht dieser Eckpfeiler der deutschen Ein­heit fest und unerschütterlich, wie ein Fels von Granit im brandenden Meer.

3n der Pfalz wird daS Schicksal von garv Deutschland entschieden. Das Schicksal der Pfalz ist nicht eine Angelegenheit von 800 000 Pfälzern allein. eS ist die Angelegenheit von SO Millionen Deutschen.

Daran denkt besonders beim Pfalztag am 24. Februar.

Vornotizen.

TageSkalender für Freitag ötabttbeater: 7 Uhr .Menschikow imb Äatba< rina". Deutsche Demokratische Partei 81/* Uhr im Gewerbe Haus Mitglir derveriammlung. Akad. Ausschuß für ßctbtiübungen: 8V< Uhr tu der Reuen Aula Vortrag von Profp Schmidt- Burgk, Aachen, über .Stadien unb Gymnasien tn der Antckc" Oberhejs. Gesellschaft für Ra- tm- und Heilkunde 8>F Uhr tm Höriaal bei Physikalischen 3nstituts Vortrag txe Dr. Hummel über .Dte ältesten Landpflanzen".

AuS dem Stadttyeaterbureau wird unS geschrieben. Auf die Ausführung von LessinyS .Minna von Barnhelm" am Sonntag nachmittag von 3l/e bis gegen 6 Uhr bei er­mäßigten Preisen sei ganz besonders hingewiesen da es die letzte des ewig jungen Werkes ist. Abends findet eine Wiederholung des Operetten» schlagerS der Spielzeit .Katja, die Tänzerin" statt. Beiden Vorstellungen geht anläßlich des Pfalz- tage- ein von Direktor 6 le i n g 0 e tt e r ver­faßter und von Freya S t u r m s e l S gesprochene, Prolog voraus.

Republikanischer Lehrerbund Gießen. Morgen. Samstag, findet nachmittag- um 4 Uhr Im Sinasaal de- Realgymnasiums der 2. Vortrag des ZnlluS .Demokratie unb Politik im 19. Jahrhundert" statt, ©tu- dienrat Prof. L Hüter axrb über 1848 sprechen.

Einen Volk-unter ha ltungS- abend veranstaltet der Evang. Arbeiterverein am nächsten Sonntag abend tn der Turnhalle am OswaldSgarien. Der Ertrag soll zum Besten der Winternot Hilfe Vertrendung finden. (Stehe An­zeige.)

Raturheilverein. Morgen abend Vortrag über .Atmungskunst". Rähere- ist an­der Anzeige ersichtlich.

Der Konsumverein beruft bn heu­tigen Anzeigenteil eine Mitgliederveriamrnlung für seine DerieilungSstellen 3, 4, 11 und 29 ein. Mit der Versammlung soll eine WarenauSst ellun- verbunden werden. Rähere- in der Anzeige.

Verein Ruoersport 1 9 1 d u n t Akad. Ruderabteilung. Rächst« Mitd cvoch Generalveriammlung. (Stehe Anzeige.)

Die Au -gäbe von neuem Hart» gelb wird zur Zett von den maßgebenden Ber­liner Stellen nti Auge gefaßt. Räch der .Bost. Ztg." soll eS sich um Stücke v>n 1, 3 unb 5 Mark hanbeln DaS neue Geld, daS nicht von der Ren­tenbank, sondern von der Reichsbank au*- gegeben werde, soll an bie Stelle von Papiergelbn o ten treten, die auS dem Der» kehr gezogen werden sollen.

"* Oesfent l iche 3 mpsung. Um fih diejenigen impfpflichtigen Kinder, welche tm Hahr 1922 unb früher geboren und biS jetzt noch nicht geimpft sind, Gelegenheit zur kostenlosem Impfung zu geben, wird am nächsten Mittwoch 27. Februar in der Stadtmäbchenschule (Turn­halle) ein öffentlicher 3mpftermin abgebalten wer­den. RäheieS wird au- der demnächst erfolgend« Bekanntmachung des OberbürgemteisterS ersicht­lich sein.

* Gemeinscha f tliche Hundedres- furen werden von den hiesigen Hundezüchtev» vereinen tn unserem heutigen Anzeigenteil ango kündigt.

<Rcuer Fahrplan aus der Strecke GießenLimburg. Ab Montag, dem 25. Februar, verkehren auf der Strecke Gießen Limburg: Pz. 406 Gießen ab 5.37 v (hält So.tr»» tags in Dutenhofen): Dsck^. Pz. 126 Gießen ob 8,30 v.: Pz 408 Gießen ab 10,21 v.: Pz. 410 W Gießen ab 12,32 n.; Pz. 426 Geßen ab 1,46 n Pz. 414 Gießen ab 6.15 n.; Bichl Pz 1432W Gießen ab 9,25 n. (hält nicht In D ul en Hofe«, Burgsolm- unb StxkHausen). Pz. 419 Dießen an 5,57 v.: Pz. 423W Gießan an 727 b ihält nicht in Dutenhofen): Pz. 1401W Gießen an 8,35 v

DaS Dynotherm wirkte wie eine radioaktive Substanz. Seine Materie zerfiel, löste sich scheir» bar in da- RichtS auf und verschwand au- de» Schöpfung. Dafür aber traten riesenhafte Onergle- nxmgen auf, entstanden scheinbar ebenfalls aui dem RichtS unb bienten bei den Arbeiten der Kompagnie dazu, die Hochalpen Alien- in einen heißen, viele Taufende von Meter in die Höhe reichenden Darnpfnebel zu hüllen.

War bas Prinzip umkehrbar, ließ sich etm Kombination finden, bei der neue Materie an­dern Richt- entstand und als Gegenwert Snergte- mengen gebunden wurden, spurlos aus der Schöp­fung verschwariden. Seit Zähren bewegte bttf« Frage Georg 3fenbranbt In rastloser Faricktev- arbeit war er dem Problem Immer näher ge­kommen. Der heutige Versuch mußte den letzt« Beweis erbringen.

Er sah vor der Apparatur und schüttete etm sorgfältig abgewogene Prise s.ineS neuesten Prä­parate- in das Wasser einer hohlen Quarzkugei, dte ihverieitS di« Kugel des Heliumthermometer- umgab.

Er saß unb verfolgte die Skala de- Thermo­meters WaS slch hier etwa an neuer Malerte bildete, konnte rechnung-mäßig nur Bruchteile eines Milligramms au-machen. Aber dte Energie­mengen für dte Schaffung auch dieser geringen Stoffmenge mußten gewaltig sein. Das Thermo­meter mußte ihm zuerst und unfehlbar Aufschluß geben, ob Prari- und Therrte auch wirklich über­ein stimmten

So saß er und verfolgte den schmalen rote» Weingeist st reifen, der das im Thn-mvmeer ringe» schll>ltene Heliumga- v)n der Außenwelt abschtoß.

(Fortsetzung folgte