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«nfchri't fix Vrahinach- nd)t»H 3»ifla»rtie|fe. pellchkcktonts:
grewffwrl a. M. 1 IBM.
Erstes Blatt
174. Jahrgang
Zrettag, 22. Zebruar 1924
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
druck »ttd versag: vrühl'sche Uttiversitülr-Vach- und 5leindruckerei R. £an»e in Gießen. Schriftleitang unt Geschifkrfterie: 5ch»!*raße 7.
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Xnje genttil
sämtlich m (Sieben.
Kahrs Rücktritt.
Don unserem Münchener Vertreter.
Sin Aufalmen geht durch das ganze Land. Herr d. Kahr hat sich auf den Posten des Reaierungaprüsidenten von Oberbayern zu- rüageAoaen, das Genera!ftaa:skommissariat ist ausaeyoben Welche Hoffnungen sind damit zu Grabe getragen l Bayern sollte der „Macht- Kernstaot" Im „Scheinstaat- Reich werden, von Bayern sollle die Erneuerung des Xct- cheS ausgehen. ..Bayern im Reich voran.“ Unter dieser Losung sollte Preußen seine geschichtliche deutsche Rolle an Bayern abtieien, Rnb heule hat sich Bayern lächerlich gemacht nach außen. Im Onnern herrscht Unordnung sondergleichen: Kabinett und Ger.eralstaalS- kommlssar regienen gegeneinander; der Ministerpräsident hatte schließlich gar nichts mehr au sagen; auch die regierende Partei, die Bayerische DolkSpartei, vermochte die Deister, die sie gerufen hatte, nicht wieder loS zu werden.
3n den Tagen schwerster DlrtschastSnot- als noch nicht abzusehen war. wie Kälte und Hunger gebannt, Unruhen vermieden werden konnten, rief man Kahr und gab ihm als Diktator alle vollziehende Gewalt in die Hände. Er faßte seine Ausgabe hauptsächlich als eine wirtschaftliche auf, eine Periode der Wirtschafts-Regulierung setzte ein, die in schärfster Reaktion gegen den Gedanken wirt- schastlicher Freiheit aus die Obren des Merkantilismus zuruckqriff. Der Staat suchte die Wirtschaft in Fesseln zu schlagen. Zwar erlebten wir den aussichtslosen Dersuch des Staates, die Wirtschaft zu meistern, bereits jahrelang im Reich, aber Herr v. Kahr glaubte von den dort gemachten Erfahrungen absehen zu dürfen und überbot alles Dagewesene um ein Vielfaches. Er fetzte bei täglich sich verdoppelnder Geldentwertung den BterpreiS auf eine bestimmte Summe fest. Er verordnete Kal- kulationsmethvden, die den Handel enteigneten. Er stellte fest, daß rationelle kaufmännische Kalkulation Wucher sei und setzte auf Wucher die härtesten Strafen. Gr trieb Äon- sumentenpolltik auf Kosten des Handels und der Produktion. Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten: Ommer wieder zeigte ihm völliger Mißerfolg, daß er sich die Finger verbrannt hatte.
Dinen radikalen Umschwung bedeutete die Rede vom 8. November. Sie enthält die Einsicht, daß mit dem wirtschaftlich nicht geschulten Verstand des Laien die komplizierten Zusammenhänge der Wirtschaft nicht zu erfassen sind. Zum erstenmal wohl hatte sich Kahr In wirtschaftlichen Dingen von kompetenter Seite bera en lassen. Aber er stellte sich nicht auf den Boden der Dinge, wie sie sind, sondern proklamierte von einer Neuorientierung des menschlichen Onnenlebens her eine Neugestaltung des Wirtschaftslebens. Die große Kundgebung vom 8. November war als ein Markstein der Diedererstarkung Deutschlands gedacht, vor allem politisch als eine Wiedergeburt des Staatsgedankens. Aber die- fer Staatsgedanke ist arg oermaterialifiert bei Kahr. Er bedeutet viel zu sehr Allmacht des Staates. Unterdrückung Anders- gesinnter. viel zu wenig jenes Gegründetsein des Staates auf die innere Beziehung auch eines jeden Einzelnen zu ihm. GS ist ein StaatSgedanke, der von oben her gewaltsam der Gesinnung der Staatsbürger übergestülpt wird, statt b.c lebendigen Quellen staatlicher Zugehörigkeit und Verbundenheit zu dem Strom des Staatsgedankcns zusammenslictzen zu lassen, von dessen breitem Rücken das Staatsschiff getragen wird. Der Erlaß des Streikverbots und der Erlaß ..über die Gewährleistung der Gesinnung“ sind hohe Punkte dieser Entwicklung.
3m Konkreten hat es für Kahr nur einen -Staat“ gegeben. Bayern. Man wird heule überzeugt fein Dürfen, daß er Bayern vom Deich nicht lostrennen wollte. Aber seine Politik war von solcher Starrheit, daß eine Los- trennung Bayerns leicht hätte die Folge fein können, immerhin blieb es bei einer völligen Ofolierung der bayerischen Regierung und ihrer Politik.
Nach dem Hitlerputsch waren alle maßgebenden Onstanzen, Kabinett w e Bayerische VollSpartel, aufs eifrigste bemüht, Herrn v. Kahr von feinem Posten zu entfernen. Der Kahr kennt, wußte damals schon, daß das so rasch nid)! gelingen würde. 3?nt ist sein Rücktritt doch Tatsache geworden. Die groß: Münchener Preise spende: ihm Lob, weil fein Entschluß damals, am 9. November. Schlimmeres behütet habe. Wenn er auch an Beliebtheit beim Volke eingebüht habe, meinen die..Münchener Neuesten Nachrichten“, so könne er sich bodi sagen: DolkSgunst sei wandelbar und mrgendS wandelbarer und w llkürlicher als in München. Das ist unbedingt richtig: So [tob man heute ist, Kahr los zu sein, erbat 'scher nicht auSgespielt. und wenn er
Fortsetzung der Pfalzdebatte.
Minister Höste zur Pfalzfrage. — Helfferich fordert den aktiven Kamps um das Recht.
Berlin. 21 Fcbr (Priv-Tel) Am Regie- rungztisch Minister für ble beetjten Gebiete, Dr. Höf l e. 3uft‘Amtniüer Emminger
Minister Dr. Höf le (teilt mit Genugtuung fett, baß die daierlandische Gesinnung der Bevölkerung b*r besetz en Gebiete über jeden Zweifel erhabm ist CBeilalÜ. Für die Beurteilung bet Verhältnisse in der Pfalz bjhen die Interpellanten bereit» durchschlagende- Material beigevracht Der SeparattSm - atS folchrr bürtie im Rbeitland endgültig erledigt lein. DaS. hxi6 bte Franzosen babri erfahren haben, sott e für sie doch eine Warnung sein, um ihre Hoffnungen aus den Separatismus fahren zu lassen. Ader eS hat den Anschein, als ob die Franko en jetzt einen Feldzug gegen alle diejenigen eröffnen, die in der Abwehr g'gen den Separatismus gestanden haben. Es scheint vielmehr, baß die Franzosen, nachdem sie durch den Separa ismuS nichts erreicht haben, nach anderen Mitteln suchen, um doch >um Ziele zu g langen Die oe:f6n|iJ)e und wir schaft- liche Freibeil wird aufs Schätsne unterdrückt: die Preise wird geknebelt: übet 100 Redalteure sind auSgewiesen worden Die Franzosen tun aileS, um baS Bekennmi- zum Deutschtum zu iinier- brüden; vaterländische Verlammlun- g c n werden verboten. (Lebhaftes Hört. Hört!« Die Militärjustiz wird in der schärften Weise gehandhabt.
Der Druck wirb noch dadurch verschärft, daß 140 000 AtiSrewiesene nicht zurückkeh en dürfen und daß über 1500 Gefangene immer noch feftgebalten werden.
Wir haben natürlich alle- getan, und wir werben ttfileibin auch alle- ton zugunsten der Au-§e- wtcsenen und der Gefangenen (lebhafter Beifall). GS ist erliefen. daß der Separatismus nur möglich trar durch bte französischen Da i v - nette. Die englische und italienische Presse haben diesen Zusammenhang wohl erkannt und ganz offen ausgesprochen, daß Frankreich den Separatismus begünstigt hat. Die Spekulation auf den Separatismus ist aber mißlungen, und auch in Frankreich beginnt man das langsam einzusehen. Tivhdem Halle ich e- für notwenvig. fefUuftelle.i. daß die verantwortlichen französischen Stellen auS allen diesen Dingen nicht - gelernt zu haben scheinen. General de Metz hat eS offen ausgesprochen, daß die Bürgermeister der Pfalz freiwillig ihre Zustimmung zu der neuen Regierung erklärt hätten. (Zuruf: Lüge!» Die Auwnomisien feien, so sagt er. genau so gute Deutsche wie die anderen. Die Bevölkerung sprech? sich für die RcaierungSform au«, die sie persönlich haben wolle. Die Beamtenschaft sei nur deshalb für Deutschland. Werl sie von dorther ihr Gehalt empfange lPsunusc ) Wir haben wegen dieser Dorgänge Vorstellungen tn Pari- erhoben, aber die französische Regierung hat jede Au-sprache abgelehnt. Statt Einzelheiten auszuzählen. mache ich auf die gestern erschienene Dokumentensammlung zur Gedichte d«S fran^ösi'chrn ScvaratiS- mu- aufmerksam Man kann eine innrer steigende Aktivität der Franzosen in dieser Bewegung er- fernen. Zunächst haben sie sich beschränkt, in der ersten Periode während des passiven Widerstande-, auf Sympathiefundgebungen und auf die Zuführung von Geld. 3n der zweiten Etappe, die dann folgte, wurde man schon aktiver
Die Uuruhrn, die am 21. November auS» brachen, waren auf da- Sorgfältigste dor- bercitet
Den Separatisten wurden Sifenbabn«üae zur Der» füguifl gest llt, sie wurden militärisch gestützt, der Selbstschutz der Bevölkerung dagegen am Eingreifen verhindert. Aber ein Hindernis bestand für die Separatisten immer noch: die deutsche Polizei. Sie würde genüg! haben den Sepa.a- ttflcnficg un nögllch w machen. (Sehr richtig!) Die Rd<i llandlommisßon such e daher den Abschnitt 2 des Rhcinlandab ommens hervor, wonach den Besatzungbehörden da- Recht zustebt, für die Wi dtrber tellunz der Ordnung die enl- sprechenden Ma ft nahmen zu trelfen. wenn pe Ordnung in etnrm Bezirk gestört ober bebrr-bt tpirb. Auf Gru b dieser Bestimmung wurde die deutsch: Polizei viel ach unterfranzösisches Kommandogestellt und ihr verboten, gegen die Sevavatisten vorzugehen Rur dadurch war ei möglich, daß die Separa isten in die Amt-- und Rathäuser einzieden, ihre Flaggen blfen und ihren Regierungsantritt durch pompöse Phrasen ankünNgen lonnten. Aber dis Kartenhaus der Franzosen stürzte bald zusammen die Aierien- nung der separatistischen Regierung konnte nicht durchgescht teerber. Zurü I blieb abe. immer
hundertmal betrHen hätte, daß er kein Staatsmann ist. Er hat heu Haken, an dem er später wieder antnüpfen »kb, kurz vor seinem Abgang in die Wand geschlagen: seine Ar- beltS - Dienstpflicht • Proklamation. Er ist der energischste und zäheste Bayer. Er wird sich auf die Dauer nicht beiseiteschieben lassen.
Die Monvpolfra te vor dcn 2ad)« verkkändiqen.
Pari-. 21 Febr (WTB) Der Erste Sach- verstandigcnauskchust hat KennmiS von den Berichten der beiden ^Intcrauslchu' e genommen. Der eine Bericht betrifft den Statute nenttouri der m
Die neue thüringische Regierung
Weimar. 21 Fcbr (WTB) 3n bet heutigen Lan^ragssiyung wurde in später 2ü>cnb- stunde bic neue thüringische Regierung gebildet.
gründenden GoldemisiionSbank, der zweite daS deuklche Budget von 1924 25. Der AuS'chuß hat Techniker für bic Monopolfrage angehört, uns zwar die fvanzösischen Spezialisten H u l i n und Meyer und die italienischen Spezialisten Mazzucholli und A11 i p r a n t i. Diele Sachverständigen sollen die Frage der Schaffung von Monopolen für Tabak. Zündhölzer imb Alkohol prüfen und einen Bericht über die Vorteile und Rachtelle sowie den möglichen Ertrag dieser Monopole erstatten.
noch die schwere Störung der allgemeinen BolkS- wodllahr: und da- Kaputtfchlagen der öffentlichen Ordnung.
Durch brutale Gewalt sollte die schöne Pfalz zu einem Versuchsobjekt für die französische Politik g:macht werden.
Der General de Metz such « einen Beschluß für die Bildung einer autonomen Pfalz außerhalb des Deutschei, Reiche- herbeizufüh.en Weil tuS ab- g lehnt wurde, begann für die Pfalz die schwere LeidenSzeit. die schm grstern hier geschildert worden ist. Mit Jkd>. Hal vor einigen Tuaen ein holländischer Zvumalist von einem großen Drama gesprochen, daS sich in der Pfalz avlpielte Die Vorgänge in Pirmasens sind ertlurlich, denn die Lasten, die die Sepavaiisten der Pfalz auf- erleg! hatten, waren unerträglich Wir müllen die völlige Wiederherstellung der deutschen Verwaltung in der Pfalz verlangen. Die Voraussetzung gröberer Reparatirnslcist.mgen ist die Wiederherstellung der beutfdxm Einheit in Verwaltung und Wirtschaft, und bad freie Derfü- gungsrech! Deutschland« über alle seine Wirtschaftsgebiete. Die Reichs reg ierung muß auch an die Hilfe deS unbesch en Deutschlands appellieren. Untere Fürsorge kennt keinerlei Unterschied für bad alt- und neudesetzle Gebiet. Wir haben versucht. überall zu helfen und zunächst auch d i e Besatzungskosten »eilet bezahlt Die Einstellung der Bezahlung der Besatzungstvst.'n würde ung-mesienev Elend über daS besetz e Gebiet berbeifübren. und wir dürfen daher btefe tn VOM Standpunkt unfetc. Wäh- mng aus betrachten. (Sehr wahr.) Wir haben versucht, in dm wichtigsten Fragen zu einem Modus vivendi zu g.llangen. haben aber wenig En gegen- kommen g.funden. Unfeiv besondere Sorge ist die Wiederkehr der deutschen Verwaltung. Die Bezüge der au-aewiesenen Beamten sind neu g.tegelt worden. Ich kann nur schließen mit dem Wunsch, daß der Tag kommen möge, der unseren Volksgenossen an Rhein und Ruhr und in der Pfalz die BZrof'ing bringt und wieder Sicherheit und Ordnung herbeiführt. (Beifall.)
Adg. Dr. Zapf (D. Vp.) schildert die furchtbaren Leiden, die die pfälzische Ve >ol[erupg unter dem Druck der französischen Besanung und unter dem separatistischen Terror durchmachen mußte. Die französische Poliiik habe zielbewußt und geschickt alle Nlittel zur Schwächung Deutschland- benutzt.
Frankreich habe da- Rheinland zu einem Kolonialstaat gemacht, b ff en Einwohner rechtlos feien.
Von der pfälzischen Bevölkerung fei niemal- einem französischen Soldaten auch nur ein Haar gekrümmt worden. Trotzdem müsse sie rechtloser leben al- die Zulukassern. Alle Bürgermeister der großen Städte seien verschvunden. Auch viele Landbürgermeilter sel.n ausgewiesen worden. DaS pfälzisch.- Voll verlange die Wiederherstellung seiner Menschenrechte. (DeifalL)
Abg. Dr Helfferich (Dnll.f: Der Silber- streifen am Horizont, von dem der Außenminister sprach, ist g?ri>: i i ber treuen deallchen Pfalz au sehen wo sich die Beoölkeruni taolcr von der Gotte-g isel bei SetxtratiS nus beireit hat. Aber wir hülfen uns keiner Selbsttäuschung hlngeben. Da- Schwerste steht der Pfalz und dem Deutschen Reiche noch bevor. Unser Volk muß die Mahnung beberjlgcn: Lerne au 4 der Vergangenheit, dann wirst du der Zukunft gewachsen sein. Der Befehl Ludwig XIV.. die Pfalz zu verbrennen, wirkt noch heute nach. Er ist das uralte Dogma Frankreichs, nicht nur feiner Herrscher #inb Generäle, sondern des französischen Volke-, daß der Rhein französisch werden und daß diese- Ziel mit den Mitteln brutalster Grausamkeit errciht werden müsse. Rach dem Wassen'ittl- stand-verirag von 1918 sollten am Rhein einige strategische Punkte besetzt teer'en. D »rau- sind in Den besetzten Gebieten gpdb vor Per Ruhr- befchung 228 alliierte Garnisonen geworden. (Hörtl Höritt Dor d?m Kriege standen in den dtsetzten Gebieten kaum 70 003 deutsche Soldaten, jetzt stehen dort mehr al- 180 tausend feindliche Soldaten (Hört! Hörtlt So ist schon vor dem Separatistenspuk da- Rheinland von oben bi- unten zerrissen worden. (Lebhafte Zustimmung.» Fran'r.ich hat einen Vertrag;,- u d Rechtsbruch nach dem andnrn be;rn,en u ib ihn mit advotatorischen MtttZn zu bemänteln ver'ucht. Die Methode der Passivität, die die früheren Regierungen den französischen Rechtsbrüchen gegenüber angewandt haben, wird von meinen
Freunden nicht gebilligt Wir müssen aftit den Kamps um da S Recht führen.
Solange Dc»tfd>land sich noch seinen au-ländischen Bedrückern erweh en muß, fpielt für un- die Frage Monarchie ober Republik! keine Rolle. Dir prrteldigrn unser Vaterland, wie es ist
<Lebhafter Beifall.) 2M die Bedrückung unerträglich wurde, griffen die Pfälzer nach dem Worte Schiller- mit größtem Mu r in den Himmel und holten bei unter ihre ewigen Rechte. (Beifall.) Die Dorgänge in der Pfalz mußten de» ganzen Welt zeigen, wa- da- Versaille. Diktat in den Händen F.ankreichS bedeutet. 2Vtß nicht Frankreich, fonbem Deutschland cl vn hei ligen Anspruch auf Sicherheit gegen die brutalste Vergewaltigung aller Menschenrechte hat. (Beifall.) 'Da- System der Dffuixition tiitb t^ericha'in- den, hxnm jeder Deutsche seine Schaldigtt'tt so tut. wie e- die Pfälzer getan haben. 3lxr die Pfälzer verlangen Treue um Treue. Die letzte Rede de- Minister- de- 2Ieufyren bat übrigen- manche Besorgnisse eitoerft. Wir wollen keine Fesseln, auch nicht die goldenen Fesseln de- intcmationalcn Finanzkapital-. Wir wollen nicht den Schein der Freiheit, sondern die Freiheit selbst. (Lebhafter Beifall )
Abg. Derstenberger (Bayr. Vpt) warnt vor den Bestrebungen, auch im Rahmen de- Reichc- die Pfalz von Bayern zu lösen. Bapeim uitZ> die Pfalz gehören untivnnb''>r zusammen. (Am Regierung-tifch sind währeno der Aussprache der Reich-sanzler, der Minister de- Acuteien und die übrigen Mitglieder deS Kabinett» erschienen.)
Abg. Thoma - lKomm ): Wenn der Separatismus in der pfälzischen Landwirtschis i Boden gewinnen konnte, so lag da- an wirtschastttchm Dingen, an der Dereiendung der psälzll«chen Bauern und an der Entwertung der Mark Di« Separatisten sind in der Hauptsache mitleldend« Proletarier, bte bte Befreiung vom Zvch de- Kapitali-mu- auf falschem We>7< suchen -um Vorteile bei ioanzöfischen Kopitalilmu»
Franzöfische Repressalien.
Pirmasens. 21 Febr (Wolff) Sämtlichen Wafsenbesihern der Stabt Pirmasen > wurden aa< Anvldniing der Besatzung-b Hörden ihre Waffen entzogen. Sie werden im Stadtbvi- In Ikrnxibr.mg genommen. Die SenlMnneib* i I noch im Besitz ihrer Waffen, d^ch find der deutschen Polizei nunmehr auch bte Säbel abgenommen worden Unter bat aul Anlaß et Pirmasenser Ereignisse vom 13. Scbiuar Verhaf e en befindet sich auch Dezirk-ami-twrstaich Dr Göttel -• 3n Kirchheimbolanden Ixit die französische Gendarmerie in den letz en Ttgen ztt^ei Personen verhaftet, toei Wie angeblich gegen den fepara- tistischen Afterbürgermeister tz simann von Ker- zenhllm ewal unternehmen wallen. Die Derlms- teten befinden sich zur Zeit im Amtsgericht-- gebäude — ^er Bezirks delegierte von Bad Dürkheim, Voull Lier re, ha! dm Bürgermeister von Bad Dürkheim folgend^» Sch eiben zugehen lasten: .Ich habe die öl)re. Sie zu bitten, die folgenden Bestimmungen zu veiöfsen ltchen: Die Geschäfte Boß u. Dachmann und Guthtz bleiben solange geschlossen, solange die Herren Philipp Bachmann und Eugen Gu Hy sich nicht der franzöfischen Gendarmerie zur Verfügung stellen, jedoch kann Frau Gu Hy bic verderblichen LebenSmi tcl. dte sich im Geschäft befinden, verkaufen. Mittwoch morgen wird da- Geschäft von Riefer geschlossen, wenn fein Sohn Karl sich nicht der französischen G.mdarmetir stellt.“ -
3n ftaiferflautern fmb 11 Pol zelbeamte verhaftet worden.
Polizeirat Engmann ist nach Wi -baden verschleppt worben, ferner w irbe verhrs e tber Di-eltor der Lehrerdildung-ansta 1' B i fing. Die deu fche Polizei wurde außer Dienst g setzt, die Waffen sind ihr, mit Ausnahme der Sabel, abgenommen worden. Die deutschen Schutzleute mü"en zu'am- men mit flanzösifchTN Sc Iba en Patron ilengängc machen. — Das Wili.ärpcliz< igoricht in Landau hat folgende Urteile gefällt Wegen unvor - schrift-mäßiger Einreise wurde ein Kaufmann Sieg 1 au- Frankfurt a M zu 15 Tagen Gefängnis und 300 Galdmarl Geldstrafe verurteilt. Ferner wurden wegen desselben Der- g.henS zwei Personen zu je 3 Mona en und je 103 Doldmark Geldstrafe, zwei Bxi rre ‘Jterfonen au je 2 Monaten Gesang ii und 500 ®olbmart Gelb-
Auf Vorschlag deS Abgeordneten Hüfer (Land- bunb), den er im Namen der Deutschen Volk-partei, deS LandbundeS und der Deutschnationalen machte, wurde di Regierung wie folgt zusammenze'etzt Mini le^ium der Finanzen Dr. Stolze ZnnereS und Wiri- schaft Dr. Sattler. VottSbttdung und Zustiz OberverwaltungSg7rid,t?rat Leutheußer. DaS Ministerium deS Aeußern bleibt tror'äu’ig unbesetzt. — Zum Präsidenten deS Landtag- wurde der Abgeordnete Dr. W e r n i ck lLa'-dbund gewählt, »an 1. Dizebrllidenten der frühere Landtag-Präsident Abg Löber (3.) und zum 2 Vizepräsidenten der Abg. Dr. Geiev lD. Dpt.).


