Ausgabe 
22.1.1924
 
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I g«ziallen ui, Der zu einer DDrtoergepcnDen Herabseyung gefühn Hane, »oll die Rot- standSmahnahme. wie wir hören, mit Ablauf dieses Monats außer Kraft treten. Darüber

I hinaus sollen Zelltkartenpreife eine g e ringfügtge 'Erhöhung erfahren. Da Die Zahl Der Fahnen, Die jetzt ihrer Berechnung zugrunde zu fegen wären, bei weitem nicht Der BenuyungSmöglichkeit Der Äarten ent­spricht v3» sollen Dächer Die Monatskarten Des Fernverkehrs anfiatt nach 20 vom I. Fe­bruar ab Nach 25 Sinzesfahrten berechnet wer­den Die SchülermonatSkaNen werben nach wie vor zur Hälfte. Die Wochenkarten zum vierten Tell Des Monatskanenpreises und Die KurzarbeiterwochenkaNen nach Drei Sinzel- iahnen festgesetzt. Bei einer MinDestbenuyung der Monatskarten zu 52 Fahnen im Monat und Der Wochenkarte zu 12 Fahnen in Der Woche beträgt Die Ermäßigung immer noch 52 Prozen; und 48 Prozent. Arbeiter- unD Lchülerrückfahrkarten genießen wieder wie früher eine Ermäßigung von 50 Prozent gegenüber Den regelmäßigen Fahr- preisen. Bon einer Aufhebung Der Vergünsti­gung. Daß Kurzarbeiter. Die nur an einem Tage in Der Woche arbeiten, für Die Hin- und Rückfahrt eine einfache Fahrkarte vierter Klasse benutzen Dürfen, wird einstweilen abgesehen.

Die Poft als Verkehrshindernis.

Von einem sehr angesehenen Mitbürger tmrb unS geschrieben:

Zu den zahlreichen Klagen. Die in letzter Zeit dir Post über sich hat ergeben lassen müssen, möchte ich eine neue anbringen. Die beweist, bah Die P r st sich immer mehr zu einem Verkehrs­hindernis auswächst. Ich hatte von auswäriS ein Vachnahrnepaket zu erwarten. Das Geld in Höhe von einigen Hundert Goldmark in Papier­mark lag bereit. Der Postbote prüfte es nach und bean st andete daS dabei befindliche Rvt - gelb, das zurückgewiesen wurde. Da das sonst vorrätige Geld für die Einlösung der Sendung nicht ausreichte, sollte daS Paket am nächsten Tag wieder vorgrleat werden. Inzwischen war natür­lich das Aotgeld durch ReichSlafsenscheine erseht worden. Wie groß aber war mein Er­staunen, alS mir am nächsten Tag ein anderer Postbote erklärte, keine Reichskassen­scheine annehmen zu Dürfen, sondern nur Rentenmark. Da ich Rentenmark in diesem Umfang nicht besah, wurde daS Paket trotz erheblichen Protestes wieder mitgenommen. Als ich das Paket gestern auf der Post ab- holen wollte, nachdem ich mir überall Renten- mark zusammengebettelt hatte, wurde mir sogar noch eine Depotgebühr von 20 Pf. ab­gefordert

Während also e i n Postbeamter Reichskassen- scheine anzunehmen bereit war, verweigert sie ein anderer. Daß dieser der Vorschrift gemäß gehandelt hat, wurde auf tele­phonischen Anruf durch daS zuständige Amt bestätigt. Die Reichspvst sabotiert also das R e i ch s g e l d! WaS mürbe einem Kauf­mann geschehen, der dieS wagen würde? Die Post steht also außer halb der Gesetze. SS kann hiernach nur jedermann gewarnt werden, sich Rachnahmesendungen zuschicken zu lassen, es sei Derrn, daß er Jo vorsichtig gewesen wäre, sich iuS- reichend mit Rentenmark einzudecken

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Aus Stadt und Land.

Dießen, Den 22. Januar 1924.

Aufhebung von PreiSvergünftigungen bei der (Eisenbahn.

(DTB.) Als Die Perfonentarife mit Dem 1. November Des vergangenen Jahres auf DolDmark umgestellt wurden, waren Die Ge­hälter und Löhne noch nicht auf Goldmark- basts aufgebaut. Um Dem Wirtschaftsleben Seif zu lassen, sich auf Die Geldrechnung umzustellen, waren Die Preise für Zeit­karten. Arbeiter-Rückfahrkarten unD Sch üler fahr k arten vorüber- gebend um 50 Prozent ermäßigt wor­den. Nachdem nunmehr Der Grund weg-

Gietzener Konzerlverein.

DaS Schachtebeckquartett aus Leipzig. Am Klavier: Augusta Schachtrbe<t-Soro«tec.

DaS musikalische Erlebnis, das wie ein zün- tenber Funke aus Dem Spiel der Au-führenden unmittelbar in Die Seele des Hörers übersprang, gab dem Kammermusilabend deS Schachtebeckauartetts. der leider watzr- scbeinlich Der erste und einzige dieses Konzert­winter- bleiben wird, die besondere Rote Mit jugendlich?m Schwung zwingt dieses Quartett un- ü trcih\: li v in den Bannkreis kl.i rglichen Zau­bers. Seitdem ich es daS letzte Mal hörte, tst es ganz bedeutend nach innen und nach außen gewachsen Die tonliche Fülle und die geistige Verli-fung Der sehr sub im auöges»ilten Leistungen, bei denen die primären klanglichen Effekte de inneren Wiikungen vorerst noch um einig: Grade uberwiegei- berechtigen durchaus zu der Fest­stellung. daß dieses ..junge" Quartett aus dem besten Wege ist. in Die erste Reihe der großen deutschen Quartet Vereinigungen ei n^u treten. H.ute ist eS noch nich. von der Tradition belastet' der blasse Hauch grübelnder Geistigkeit der sich gar man bma! und nicht immer zum Vori-il über die reifsten Gaben des Kammermusikspiels wie ein nc i;. if mbet Schleier legt, ist ihm noch fremd. Dafür aber sprüht daS Feuer heißen Tempera- mente» aus dem Spiel dieser vier vortrefflichen Künstler die Freude an der toarmen Blüte be» Klanges, ohne die Stil und Auffassung dürre Derip'.'? sind befeelt und beflügelt es

Den Au statt bildete das Q-Dur-Quar- tett. das erste jener berühmten sechs Quartette,

welche Mozart im Jahre 1785 al« die Frucht einer langen und mühsamen Arbeit" seinem teuren Freunde Haydn gewidmet hat. Die nuien Prin­zipien lmQuartettstil.ll eich.-Vkozarr vor drrWeiter- entwicklung der Hayd-rsd^n Komp^sitionswrif« zur Darstellung .moralischer Charaktere" üb r- nahm, führte auf Die Form des sogenannten UnterhaltungSguartettS. dessen motivische Arbeit mit ihren neoen den Hauptthemen auf keimenden neuen Dedaitken nicht nur vom Spieler, sondern auch fern Hörer äußerste Konzentrati >n unb geistig« Beweglichkeit verlangt 3n dem hnter gestimmten, aber doch mit tx-r^iltener Energie geladenen ersten Satz, der mit seinem in kraftvoller Freud: auf- strebenden Hauptthcmi dem Quartett den Aamen Frühlinasciuartett eingetragen hat. schien die innere Fühlungsnahme der vier Stimmen, die Sälagfertigkeit im Gespräch, hier und da leicht gehemmt unb gelodert Das m tg feinen Grund darin haben, daß das llanglich: Hauptgewicht zunächst noch etwas stark auf den Außenseiten, auf Dem tonlich vortrefflichen Primarius unb dem äußerst sein rhythmisierenden Eelli-ten ruht, wäh­rend die QRitMfltmmcn entschieden charakteristi­schere Farben vertragen kbnren. Durchaus einheit­lich gerieten dagegen d e übrigen S itze, das «gert- artige Menuett mit seinem dämonischen Trio, die innige, wie ein religioso anhebende Melodik des Andante, Die dann immer freier und ungebundener sich entfaltet. Meisterhaft wurde der fugterte Sharakter des Schlußsatzes qetr?ffcn. b-sond?rs sctn der plötzliche ötniriu des unb schwer» schwe- benden zweiten Themas wied?rg?geben

DaS ^-Moll-Streichguart tt von Richard Wetz, dellen fompoftinrtft^ Schaffen hn Som- mtr des vergangenen Wahres auf dem Erfurter

daß toetm der JettMmh g« komme» sei, Die Welt auch de» Mut habe» werde, sie zu akzeptieren.

Die Sachverständigen wüßten noch nicht, wie die Antwort aur die ihnen gestellten Fragen ausfallen werden. Es treffe zu, daß er früher sich erlaubt habe, die Werte, die die Deutschen etwa im Aus­land besäßen, abzuschähen. das sei eine rein persönliche Schätzung eines Pnoatm tnnes gewesen. Dagegen werde jede Schätzung, zu der das zweite Komitee gelange, durch jene Autorttät gekennzeichnet sein. Die die Kommission durch ihre Einladung den Sachverständigen verliehen habe. Er sei sicher, daß seine Kollegen durch das, was er in der Vergangenheit etwa geäußert habe, nicht im mindesten in Verlegenheit geraten wür­den, wenn sie fänden, daß ihre gemeinsamen Rach­forschungen seine Schatzungen nicht bestätigten.

Frankreich und die Kölner Zone.

Paris, 22. Han. iWTB.) 3n einer Unter- Hebung zwischen dem englischen Dotfchatter Lord Crewe und Potncare wurde die Einschrän- iung des Eisenbahnverkehrs der Regie nach der Kölner Zone erörtert. Poincare soll den Bot- fchafter darauf hinaewiefen haben, daß die Maß­nahme rein lechnische r Art sei. um die Verstopfung der einzigen Strecke zu vermeiden, die die Regie in der Kölner Zone benutzen ßnnc. Rur aus diesem Grunde sei die Regie gezwun - gen worden, diese vorläufige Derzichlmaßnahme zu ergreifen

Lohnabbau?

Berlin. 21 Qan. (Prio.-Tel.) 3n Den Ge­werkschaften aller Richtungen ist eine Abwehr­bewegung int Gange gegen Bestrebungen des ReichSsinanz Ministeriums auf Lohn- ibbau, die durch die Derötfentlichung eines ver­traulichen Rundschreibens des ReichSfinanz- m i n i st e t i u m S bekannt werden, das von Mi­nisterialdirektor von Schlieben unterzeichnet und an die Minister der Arbeit, der Wirtschaft, des Verkehr- und der Post gerichiet ist. Es wird darin daraus hingewiesen, daß in den Schieds­sprüchen Der gesetzlichen Schlichtungsausschüsse ,um Teil erheblich höhere Löhne und Gehälter oewilligt worden sind, als das Reich jetzt an Beamte. Angestellte und Arbeiter zahlt. 3rt dem Schreiben wird weiter bemerkt, daß

nur durch eine Der allgemeinen Rotlage an- cepatzte Lohnpolitik der Privatwirtschaft Die deutsche Ware im Auslände konkurrenzfähig erhalten

werden tonne. Rur bei einer weiteren S e n I u n g der allgemeinen Lebenshaltungs­kosten könne man an Den Sähen für die Bezüge der StaatSbcdlenstetcn festh.nlten. die zu erhöhen vorerst die Knappheit dec Mittel verbiete. DaS Reichsarbcitsministerium wird in dem Schreiben gebeten, auf die Schlichtungsausschüsse im <3tnnc einer Rücksich'nahme auf die geschilderten De - samtverhältnisse einteirien zu wollen. Für um Fall, daß Dica nicht zu einem Erfolg führen sollte, wird argeregt, ob nicht durch eine auf Grund deS Ermächtigungsgesetzes zu erlassende Verord­nung die S p r u ch t ä t i g f t i t der Schlichtungs-- ausschüsse dahin einzuschränken wäre, dah über die Lohn- und Gehaltssätze des Reiches nicht oder nur unter besonderen Voraussetzungen hinauSgegangen werden Dürfe.

Don maßgebender Stelle wird Der Inhalt dieses Briefes dahin erläutert, daß

der Fmcutzmmister keineswegs einen Lohn­abbau verlangen, sondern nur von der Srwä« cmrg ausgehr, daß die Schiedssprüche nicht dennöge der Derbindlichkeitserklärung mit Staatsgewalt durchgeführt werden können.

Der Finanzminister geht von dem Grundsatz aus, daß eS bcsser sei, als durch Lohnerhöhungen wieder ritze Steigerung der Dreife hervorzu- rufen, die Lebensmittelrost en z u senken tnb dadurch eine Steigerung der Real­einkommen der Arbeitnehmer zu errcichrn. k»>.- Arbeitnehmer deS Reiches hätten sich ihre jetzigen Bezüge gcsallen lassen, weil sie auf diese *Bctfe eine Oefunbuna ihrer Verhältnisse hervor- rufen. Der Staat müsse für seine eigenen Arbeiter etcnso eintreten wie dte Arbeitnehmer der Pn- ratbctrichc. Von den Gewerkschaften wirb Da­gegen eine Lahmlegung des gesamten gefetz- lichrn Schli-tungSwefens besüichtet, wenn bu AchlichtungSausfchüsse sich an Die allgemeinen De- '5ldungsgesehe halten müssen, bte nur als vor­übergehende RotstandSmaßnahmen gedacht wor­den sind.

2IuF taS Schreiben des ReichsfinanzministerS tat ter Reichsarbeitsminister u. a. wie folgt geantwortet:

3cb taste es nicht für möglich, einen all­gemeinen Grundsatz aufzustellen, wonach die Löhne unb Gehälter ter Privatindustrie über die Zah- lur gen Der össcntlichen Arbeitgeber nicht hinaus- g-chen Lutftcn Die Löhne und Gehäller werden sich stets in erster Linie nach den besonderen Der- 1 hältnissen und Möglichkeiten Der einzelnen 3n- i

bultrie- und Gewerbezweige richten nurflen. toürLe ein Fest hallen an lern Lohnniveau der öf­fentlichen Arbeitnehmer in einem größeren Um­fange, als es die Lage Der einzelnen Erwerbs- zweige d-ringend verlangt,

mit Rücksicht auf die Rotwendigkell einer mög­lichst großen Steigerung der Kaufkraft und ihrer Auswirkung für die Wiederbelebung der Wirtschaft

nicht für erwünscht halten. Dir Lohnhöhe der östeMllchen Arbeitnehmer kann nur eine Tatsache sein, die bei Lohnverhandlungen neben anderen wichtigen Umstanden in Betracht gezogen werden kann. Es kommt hinzu, daß den Arbeitern und Angestellten der öffentlichen Arbri tgeber g e - fciffe soziale Vorteile gewährleistet rind, die anderen Arbeitnehinern regelmah-g nicht in dem gleichen Umfange zustehen, .ras bei der Lohnbemessung gleichfalls bcrüdridjtigt werden niutz Für völlig ausgeschlossen erachte ich es. auf Grund deS Ermächtigungsgesetzes den Schltchtungsbehörden Grenzen für die von ihnen vorzuschlagenden Lohnsätze vorzuschreiben. Die Schiedssprüche kommen im übrigen durch di- Mstimmung Der Betrillgtcn zustande unb es ist nicht ersichtlich, wie die Beisitzer zu einer den Vorschlägen des ReichSfinanzm'nistrriums ent- sprechenden Stimmabgabe gebracht werken sollten. 3ch halte die Bindung der Schsichtungsbrhörben durch eine An Sperrgesetz für unvereinbar mit Der Freiheit des Tarifrertrages und der Eigenart des Schlichtungswesens.

Die Kommunisten.

,, r 21- Ian. (Wolff.» Die kommunisti- 15* ^ltci Frankreichs hat in Lyon ihren Dritten i v^DreSJcngref eröffnet. Die deutsche Partei war bur$ Rosie Wolfstein vertreten. Die in ihrer ? -c K.L auch die innere deutsche Parieilage berührte 3n Lachsen, Thüringen und Hamburg sei Der Kampf nur um einige Augenblicke auf- ge schoben. Für Februar erwarte man in Deutschland eine große Streikwelle, die der kommunistischen Partei Gelegenheit geben werde I ?u beweisen, daß sie nicht tot sei. Rosie Wolf­stein kündigte große kommunistische De- ntonstrativnen m ganz Deutschland für den 13. <yeDinar an. Bei Schluß der Sitzung wurde eine Resolution der kommunistischea Arbeiter aus den zerstörten französischen DepartemenlS ange­nommen, die den deutschen Kommunisten ihren Gruß entbieten und die Hoffnung aus eine pro- letarische Revolution in Deittsch- land auSsprechen.

Vom Hosftfche» Volksbund.

Dom Hessischen Volksbund wird uns ge­schrieben: Die d-iesjährige Hauptversammlung des Hessischen VvlkSbunöes in Kassel .zeugte für ein wesentlich erstarktes Gefühl ter Husam- mengehörigkeit des zerrissenen Hessenvolkes und Hesse nlandes and für den entschiede- nen Willen, dieser inneren Zusammengehörigkeit I in einer Desriligung der äußeren Zerrissenf«it auf verfassungsmäßigem Wege Geltung zu verschaffen. AUS den an die Referate der Herren Kunz- Kassel, Archivrat Dr. Herrmann -Dannstavt W. M. 3 de-Kastel Geh Med.-Rat älniv.-Prvf' Dr. Sommer- Gi.ßea, Rektor Weiher- Wil^ düngen, W. S ch e l l e r - Kassel sich fügenden DiS- kussicnen ergaben sich einhellige Beschlüsse, die der Reichsregierung, der hessischen StaalSregierung und der preußischen Gtaatsrogierung als scharfe Protest« gegen jede weitere Zerreißung hestilchen Gebietes, tote sie besonders von feiten der Separa­tisten droht, übermittelt tourben. Bezüglich der Stellung zum Reich wurde grundsätzlich folgendes foimulieri: Der Hestische DolkSbund steht fest auf Dem Boden deS Deutschen Reiche- und ist bisher stets sfr di« verfassungsmäßige Regierung des Reiches eingetreten. Gestützt auf Artikel 18 der Reichsverfastung verlangt er eine Volks­abstimmung über den Anschluß aller allhessi- schen Gebiete, sowie von Waldeck, dem Kieis Wcy° lar- und Frankfurt a. M. an den bestehenden hes­sischen Staat.

iupt rhapsrdischen Eharakter unk daS toeitge- fd'toungene melodische Pathos. Aber es wäre un­gerecht, cS einfach unter dem Kapitel: Bruckner- Nachfolge zu legiftrieren und so mit nackten Wor­ten abzutun. Wey ist sicher kein Moderner, er ist ein Romantiker des Gesühls mit ostenstchtlich stark religiösen Einschlag: diese 2Uxna.ittf gelangt aber in ihrer musikalischen Formung zu einem lediglich sekundären Ausdruck 1 Schumann etwa t st, Wey fühlt sich als Romantiker.) Rmmit man dazu die formale Strenge eine* Johanne- Brahms, an der Wetz sich geschult hat, unb Die eigentümliche Be­vorzugung des Brahmsschen Kolorils, für welche auch dieses Quartett mit seinem stark hervvr- tretenten Bratschen klang einen Beleg bietet, und die intens-veoc chromatische Färbung ' ""

schen Sckul', von welch r der Komvonii rührt geblieben ist. so aetotmtt man das Bild eines wesentlich cklektischen Schassens, über welches viel­leicht nur eines feiner Ehorwerke. der Hyverion, hi musragen büritc DaS Quartett, das wir bte S.imphonien von RichardWetzs Anhängern bedenk-

Professor Dr. Wilhelm Delke, Direktor i. R der ©tabtbibtiotbef tn Main-, konnte am Montag seinr.i 70 Geburt»- tag begehen. GÄwien am 21. Januar 1854 in Delpke (Braunschweig) studierte er in Leipzig und Marburg, war dann an den Bibliotheken in Mar­burg und Göttingen tätig, bis er 1879 an dieStadt- bibliethek tn Mainz berufen wurde, deren Lei­tung als Qberbibliothekar er seit 1891 inne hatte. Trotz der starken Last der Amksaeschäfte, Deren peinlich gewissenhafte Erfüllung ihn zum Freund und Berater unzähliger junger und schon gereif­ter Forscher und zum Paten gar mancher bedeut­samen wissenschastlichen Arbeit wirken ließ, fand Wilhelm Delke Zeit au reger eigener Tärigleit im Dienste der Willenschafl. Studien zur rheinischen Geschichte und Kunst, bibliographische Arbeiten be­schäftigten ihn. Besonder» aber wird sein OTame stets genannt werden, wo eS um die Erforschung Der Geschichte deS Buchdrucks fich handelt, die er durch zahlreiche Untersuchungen und 1900 alfl Mi'hcgrünher. Dann alS langjähriger Leiter des Gutenberg-Museums hervorragend g.-sörderi hat Unvergessen bseidt auch sein Wirken für die Volks- bildung und als Mitglied des hessischen Denkmal- rat«. Nachdem Wilhelm Belke 1907 tn den Ruhe­stand getreten war. siedelte er nach Dießen über, um hier seinen unaemein weit ausgreifen- Den Forschungen zu leoen, bte sich immer wieder aut die Geschichte des Buchdrucks und auf

Musikfest zur Diskussion gestellt war. Dürfte unter Den Werken DeS Komponisten, Der weiteren Grei­fen anfänglich nur Durch eine größer? Zahl LieDer bekannt geworden war, etwa eine ähnliche Stel­lung einnehmen tote das Streichguintelt tm Korn» pler der Werke Bruckners. Damit soll jedoch keineswegs ein Werturteil abgegeben fein. Der noch nicht aus seiner fetnftnmgen, bet Reelam erschienenen Schrill über Anton Bruckner und aus der Entwicklung feiner drei Symphonien Die immer stärker aewordene Zuneigung Richard Wetz'u kern großen Florianer fettgeftellt hat, müßte sie aus tiefem ^-Moll-Quariett erlehen. Es H<U die Bructnersche Geste, einen stellcmveife ab-

Heften-Raftau.

li Marburg. 21 Jan Wegen Der drohen- Den Hochwassergefahr hat die Stadt der- toaltunfl umfangreiche Vorsichtsmaßregeln ge­troffen. damit Schäden, tote 1920. nach MöasichSeit vermieden toerden 3n der Rächt zum Sonntag llch überschätzt tolrb, fam oon warmer Beaeisterung getragenen 3nterpre- tatton de» Schachtebeck-Quariett« zu glänzenber äußerer Wirkung: aber auch sie rnte nicht über manche sentimentale Flachheit hinwegtäuschen.

Zum Schluß das O-Moll-Klavter- Qu a rtett von Johannes Brahm » .Wte anders wirkt die» Zeichen auf mich etnT Dier erreichte aber auch der Schwung der Wieder gaDe einen bedeutsamen Höhepunkt Scbon b-r gc- toaltioe erste ^ztz. Der für die kühne genialische Ton- arienburchbiechung de» frühen Brahm-iiU» so charakteristisch ist und Der bi» zu Der strengen Durchführung von Moll Immer weiter ab nach Dur hlnbrängi. erstand wie au- einem Guß. Richt m in Der vollendet geriet da» Intermezzo mit seinem biegsamen Hauptthema und Dem visionären Trio Alan ward sich der langen Ausdehnung mit dem durchweg betbehaltenem »/^Rhythmus fast nicht betont 3m dritten Satz. Der tn feiner breiter Melodik wie ein männlich inbrünstiger Gelang wirkt, konnte der feltfame Mittelteil, jener ganz Der Rrmantik entsprungen« in Aaturharmonten gefaßte Marich. kaum gegensätzlicher zum Erklin­gen gebracht werden. 3m Presto M Schlußfatze» waren dann alle guten Geister ber Rhythmik ent- fHielt, und de» Meister» Vorliebe für die unga­rische VrUSmustk leierte einen glänzenden Tri­umph. ber Verven anb Sinne in ft rmenbem Wir­bel mit llch riß. Frau AugustaSchachtebeck- 6c redet, eine Pianistin. Die durch ihr kraft­volle» Armspiel und die klare Plastik ihrer Tech­nik besticht, war ihren Partnern nicht nur eine musikalisch ebenbürtige Stütz« sondern auch eine geistig bewegliche Führerin mit starken Imvulfe»

Dr H R.

wichtige Probleme der frühmittetcllterlichen Äa> chengcschichte erstrecken Auch in Dießen widmet er m steter HillsbeteiNchast seine Delchrsamkell, seine Erfahrung und feine Arbeitskraft allen, die mit ihm in Berührung kommen. 3m Oberhestischen Gefdichtsverein, dellen langjähriges Vorstands­mitglied er ist, und der ihm ganz besonder» txd verdankt, im Kunstverein, als Aus'chaßmitglied les Historischen Vereins für Hef'en unb der Der- einigung für Volkskunde, für die Lesehalle, im k.tchi!d>en Gemeindeleben für das Schwesternhaus und Li« Armenpflege wirkt er m aller Stille un­ermüdlich und segensreich Der Qkerbessischc Ge­schichtsverein veranstaltete eine schlichte Ehrung Les x'ubilar», wobei Geheimevat Prvfellor Dr V« Hag Hel namens des Verein». Direktor Prv- foffor Dr Sbel für die Urtiversitätobibliothek. Geheimrat Prvfellor Dr. Haupt für Die Bur­schenschaft herzliche Worte de» Linkes und der W<nfchähung sprachen und innige Wünsche für Die Zukunft zum Ausdruck brachten.

Falsche Reichsbanknoten zu lODillionen Mark der 1. Ausgabe vom 1. Rovember 1923 im Umlauf. Bor Arm ahme wird gewarnt unD Darauf hinaewtefen, daß das Papier Der echten Reichsbanknoten vorbezeich­neter ZluSgabe entweder auf Der rechten hell, blau getönten Seite ein natürliches Wasser- Zeichen Distelblätter in ornamentaler Der- arbeitung sowie im Papierlloff ein- gebettete orangerote Pflanzenfasern aus- weist oder, im anderen Falle bei Fonfall ber hellblauen Tönung und Der orangeroten Fa- lern, ein über Die ganze Fläche laufende» na­türliches Wasserzeichen im Bierpaßmuster. Die Reichsbank hat 1'000 DolDmark als Belohnung ausgesetzt, auf Die Diejenigen Personen An spruch haben. Deren Mithilfe zur Festnahmc der Fälscher vorbezeichneter Roten führt. " Hochwasser Da» Tauwerver Der letzten Sage hat in Dem niedriger gelegenen Gelände Die Schneeschmclze schnell in Gang gebracht. Allenthalben strömen den Wasserläufen recht er- t>'l'lid>« Wastermenger. zu. Die Lahn führt »lark^ Hochwaller und hat ihr Borgeländ« fchvn ziemlich weit überflutet. Die dort betinblichen Kleingärten sind recht empfindlich in Mitlelben- IZa'l gezogen, zumal lehr dicke und große Ei», schollen in dem Wasser nut treiben. Die natürlich viel Schaden anrichten. Ebenso ist die Wies eck stari angeschwallen, coemi sic bi» jetzt allerding» auch noch nicht die Grenze erreicht hat. die ft« bet Dem vorigen Hochwasser bespülte 3m Wie- secker Tal sind weite Wlefenslächen unter Wasser gesetzt. Da im Felde, namentlich aus den Höhen- zügen. noch immer vtel Schnee liegt, mutz bei* Eleven wärmeren Temperaturen noch mit einem anhaltenden Steigen de» Wassers gerechnet werden.

Vornotizen.

, Tage »käsender für Dienstag Stadttheater: 7 Uhr .Unter Der blühenden Linde" T" Lichtspielhaus. Bahnhvssnaße. _D,e Tragödie der Liebe". -- Palast-Ltchtspiele: .Taifun-

-- Gass 21 m c nD. Morgen abend 33. Sonberkonzert. (Stehe Anzeige.)

l^rftcrvnrapoingc Leicht bewölkt, trocken, Frost.

Landkreis (ließen.

rt Sich, 21 Jan Die älteste Frau unserer Stabt, wohl eine der äs tosten tn ganz Qberhessen. Frau Stiftsbechart Tlernrn Witwe, wurde gestorn hier zu Grab« getragen. Sie hat ein 2Rter von be-nah« 96 Zah­nen erreicht und war bis in diese« hohe Alter hinein von großer Geistesfrische und Gedächtnis­stärke. 2lls Tochter De# Pfarrer» Koch in Bu­senborn war sie etne geborene Ober Hessin. An Der Seite ihre» Mannes wirkte sie 40 Zähre lang hier al» Pfarrfrau. Durfte nachher noch 30 Jahre lang ihren Schwiegersohn. Klrchenrat Klingelhöf fer. al» Vach'vlaer ihres Man- n«S wirken sehen imb hat auch ihn noch um bald vier Zähre überlebt - Der Verein für Volksbildung hielt gestern seinen ersten VortoagsabenD. 3n Der bis auf Den letzten Plan besetzten Turnhalle sprach Mellor Dr Fl oerke auS Gießen über .'Die Entstehung unb Entwick­lung Des Weltall-". Seine lehrreichen Ausfüh­rungen tourben Durch einige Lichtbilder unterstützt.

tt. Allendorf (Lurndn) 20 3an Der Def lügelzuchtvercin Allen Dorf und Um­gebung hiclt gestern und heut: im Saale de» vfofigen BabnhofSbotel feine Di Sjäbrig. Lokal- ausstellung ab. Die mit 100 Ausstellung«. nummern von Durchweg gi'ten Tieren beschickt war. so bah Der Preisrichter Menge!-Mar- bürg viele erste und zweite Preise verteilen konnte