Der Bahnhof Limvurg an die Neichsbahnoerwaltnng zurückgegeben.
Koblenz. 21. Oft. (Sil) Die Bahnhöfe Limburg unb Eschhofen sind von der Regie an die Reichsbahnverwaltung zurückgegeben worden. Di« Liebergabeverhandlungen Wickeln sich reibungslos ab. Der übrige Teil der Strecke Höchst — Limburg bleibt einstweilen noch in der Verwaltung der Regie. Dör Besetzung der Stadt Limburg wird am 2 3. Oktober mittags aufhören. Aus Eschhofen sind die französischen Posten bereits abgezogen.
Die zukünftige Regelung der Besatzungssrage.
Wiesbaden, 20. Oft. (SU) (D. Z.) Die aus Berliner Zentrums- und Regierungskreisen immer gut unterrichtete „Rhein. Volkszeitung" meldet heute, das; sich die zuständigen Regierungsstellen gegenwärtig sehr eingehend mit der Dor- bereitung der für Ende dieses Jahres in Aussicht stehenden Verhandlungen über die zukünftige Re- gellrng der Besatzungssrage beschäftigen. Die deutsche Regierung habe einen Vorschlag ausgearbeitet, der eine grundsätzliche Aenderung des Besah ungs- jyst « ms vorsieht und der die Ersetzung der interalliierten Rheinlan dkommis- sion durch eine gemischte deutsch-alliierte Behörde verlangt. 3n Berliner politischen Kreisen habe man den Eindruck, daß dieser Vorschlag viel Aussichten auf Annahme habe. 3ntereffant sei die Tatsache, das) dir englische Regierung einen ähnlichen Vorschlag der Konferenz der ll^sahungsmächte zu unterbreiten aedenv. Die englische Regierung habe in den ktzten Monaten die Beurteilung der Besatzungs- prtttck grundsätzlich geändert und ihren ehemaligen Plan der sogenannten Reutralisierung der Rhettllande auf dem Wege der Einsetzung einer Völkerbundshvheit wieder zurückgezogen.
Der Hirnmelsbach-Skandal.
Die Freiburger Firma I. Himmelsbach, die auch in Ridda (Oberhessen) eine Filiale hat, legt begründeten Wert darauf, nicht mit der in Rr. 245 genannten Firma Gebr. Himmelsdach A. G. identifiziert zu werden, da sie an den von der gesamten deutschen Presse scharf verurteilten Lieferungsverträgen für Schnittholz, die die Wrma Gebr. Himmelsbach A. G. mit der Be- bchrmgsbehörd« gegen Ueberlassung von beschlagnahmten Staatswaldungen zur Abholzung abgeschlossen hatte, in keiner Weise beteiligt ist und auch sonst mit der genannten Firma in keiner Geschäftsbeziehung steht.
Dank der Regierung an Dr. Schacht.
Berlin, 21. Oft. (Sil.) Der Reichskanzler Hat anQhlich der Riederlegung desAmts DeS Reichswährungskommissarsdurch sden Reichsbankpräsidenten Hjalmar 'S ch a ch t, die sich aus der Reuregelung der Wäh- «ungsverhältnisse ergeben hat, Dr. Schacht in -einem Schreiben den Dank der Regierung für seine tSätigfeit als Währungskommissar ausgesprochen. 'Unter Hervorhebung der Verdienste, die sich >Dr. Schacht als Reichswährungskommissar durch .seine zielsichere und feste Kreditpolitik, durch die Schaffung der Golddiskonthanf und durch ife|ne Arbeiten an dem Zustandekommen des Sachverständigengutachtens und am Ab- 'schluh der 8 0VMillionen-Anleihe er- toorben hat.
Zur hessischen LandLagswahl.
Darmstadt, 20. Oft. (Eig. Der.) Rechtsanwalt Dr. Fritz A. Pagen st echer in Mainz, der früher unter den hessischen Iung- Ciberalen eine führende Stellung einnahm, dann gu den Demokraten überging und eine Zeit- Hang als Abgeordneter dieser Partei der Hess. Volkskammer angehört?, ist zur Deut- ischen Dolkspartei übergetret en. — -Der Generaldirektor der Landwirtschastskammer. 'OeEonomicrat Dr. Hammann, war in verschiedenen Blättern als Kandidat für die Landtags- jw<chl«n bezeichnet worden. Dr. Hamann hatte aber schon vorher eine Kandidatur ab» ^elehn t.
Die Landtagskandidaten des Zentrums.
Darmstadt, 20. Oft. (Eigen. Der.) Das Zentrum hat die nachstehende Kandidatenliste für die Landtagswahlen ausgestellt: Lenhart- Mainz, Domkapitular; v. Brentano, Minister des Innern, Darmstadt; Blank, Landwirt in Gaulsheim; Hofmann-Seligenstadt; F au Prof. Hattemer, Darmstadt; Ruh Rechtsanwalt in Worms; Hoffmann, Oberschulrat in Darmstadt; Schul, Amtsgerichtsrat in Offenbach; Weckler, Landwirt in Rockenberg; Hain- st a d t, Studien rat in Bensheim; Felder- Mainz ; Rupp, Beigeordneter in Heppen keim; Winter, Rektor in Mainz; L a u t e n b'a che r, Schreinermeister in Dreburg; Bellh, Kaufmann in Oppenheim; H o f f m a n n, Fuhrunternehmer in Bad-Rau heim; Hainstadt, Bürgermeister m Heidesheim; Schorf, Landwirt m Hartenrod; Brandet, Bauunternehmer in Mainz.
Die Doppelbesteuerung.
Beratungen im Völkerbund.
Genf, 21. Oft. (T. il.) Am OHontagvor- mittag trat in Genf die Sachverständigenkommission zur Beratung der Frage bet Doppelbesteuerung von Personen, die im Ausland leben, oder ihr Vermögen im Ausland Haben, unter dem Vorsitz des Italieners d'Aroma zusammen. Die Frage der Doppelbesteuerung wurde zum erstenmal im Jahre 1920 auf dec Brüsseler Konferenz beraten. Schon h er standen sich die Anschauungen der Staaten, der Einwanderungs - und der Auswande- rungsländer, gegenüber.
Trotzdem gelang es eirev Kons« «nz von Gelehrten, eine theoretische Unterlage für die toeitere Bearbeitung der Frage zu getohren die dann der Sachverständigenkommission des Völkerbundes anvcrtraut tour"c, in ber England,' Frankreich, Italien, die Schweiz, Holland, Belgien und die Tschechoslowakei vertreten sind. Diese Kommission ist gestern in Genf zum viertemnal zusammengetreuen, um nach An
hörung einer Reihe weiterer Sachverständiger der Finanzkommission des Völkerbundes einen abschließenden Vorschlag zu unjerbrei en. Gleichzeitig soll die Frage der Steuerflucht behandelt toerben, di« bereits im Jahve 1922 «uf der Konferenz von Genua durch die deutschen Vertreter zum erstenmal in internationaler Debatte angeschnitten wurde.
Die Wahlkandidaten in England
London, 21. Oft. (TU.) Die Ge'amtzahl der Kandidaten beträgt nach der gegenwärtig vorliegenden Zusammenstellung 1425, iavon entfallen auf: Konservative 534, auf Konstitutionelle 7, .Liberal« 342, Arbeite rpar- t e i 503 Korporative 9. K o m mu n i st « n 8. Unabhängige 12, Republikaner 7, Sinnfeiner 1, Rationalisten 1, Christ!. Pazifisten 1. Daraus ergibt sich, daß bie Zersplitterung auch in England fortschreitet. Das Zwei-Pa - teien-System. vor allem aber die räumliche Anordnung der Abgeordneten im Unterhause setzt selbst dieser Zersplitterungstendenz ein wirksames Hindernis entgegen.
Die Wahlen zum norwegischen SLorthing.
Christiania, 21. Ott. (TU.) Heute finden die Wahlen zum norwegischen Storthing statt. Das Ministerium H o w i n ck e l kam erst vor einigen Monaten a-ns Ruder und hat inzwischen zur Genüge gezeigt, das) es den Kampfgegenden Spiritusschmuggel nicht aufnehmen kann. Das Alkoholverbot ist in letzter Zeit in Ror- toegen eine höchst unpopuläre Sache geworden. Der Wahlkampf wird unter der Parole „ Für Verbesserung der Finanzen und Kampf gegen den Kommunismus" geführt. Die Kommunisten haben mit ihren- Dynamitattentaten und anderen Gewalttätigkeiten in der letzten Zeit die Volksstimmung gegen sich erregt. Sie haben sich in zwei Parteien geteilt, die einander scharf bekämpfen. Man glaubt, daß die Sozialdemokraten auf Kosten der Kommunisten viel Stimmen g e- Winnen werden. Die Konservativen mit ihrem Führer Abraham Berge, die durch Aufhebung des Branntweinverbots der Staatskasse das Geld zuführen wollen, das heute in die Taschen der Schmuggler geht, können bestimmt damit rechnen, frühere Antialkoholgegner auf ihre Seite zu bekommen.
Ein großer politischer Prozeß in Paris.
Paris, 21. Oft. (TU.) Gestern begann vor dem Pariser Schwurgericht der Prozeh gegen den 21jährigen Italiener Ricolaus Lonomini, der am 20. Februar in Paris den 33jährigen Journalisten Bonservigi erschossen hat. Der Ermordete war ein persönlicher Freund Mussolinis und der Pariser Korrespondent der Zeitung „El Popo lo del Italia". Er wa>. aitjkn dem der Gründer des französischen Faschistenorgans „Das Reue Italien", und der o f f i - zielle Vertreter der Faschistischen Partei. Besonderes Interesse erweckten die vielen Zeugen, unter denen sich eine ganze Reihe bekannter französischer Politiker befindet, darunter L6on Blum, Paul Boncourt, Ferdinand Buffon, Mouttet, ferner der spanische Publizist ilnamuno und eine ganze Reihe anderer Politiker und Parlamentarier.
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Der Kamps in Mekka.
London, 21. Oft. (TU.) „Times" meldet aus Hedschas, daß der Sultan von Rediem Ibn Saud in Mekka eingetroffen ist. Er vevöfient- lich<te eine Proklamation, in der ec den König Hu ssein anklagt, er hätte die Interessen ber Heiligen Orte des Islams verletzt und das Boll von Hedschas gehindert, di? Pilgerfahrten nach Mekka airzutreten. Ferner betont er, bah er nicht bi« Absicht habe, Hedschas vom Kalifat zu trennen, das) er aber unter allen Umstanden bi: Ehre ber m hamme- danischen Religion aufrechterhalten wolle.
Wie aus Kairo mitgeteilt wird, hat der König von Hedschas Ibn Saud mitgeteilt. daß et bie an ihn gestellten Bedingungen an» nehmen und in FriedensverHandlungen eintreten wolle.
Aus aller Welt.
Generalv.Freylag-Loringhoven gestorben.
Weimar, 20. Oft. (TU.) Gestern starb der in Weimar lebende General der Infanterie Freiherr v. Freytag-Loringhoven, Stellv. Generalquartiermeister im Weltkriege, nach schwe- rer Krankheit. Der General, der sich als Militärschriftsteller einen groben Ramon gemacht hat, wurde 1855 in Livland geboren. Sein Vater stand in russischen diplomatischen Diensten. Gr selbst war zunächst Offizier in einem russischen Infanterieregiment. Im Jahre 1878 trat er als Se- fonbcleutnant im 2. Garde-Regtt z. F. zur preu- ßischen Armee über. Er kam bann später in den Genevalstab, dem er mit nur kurzen Unterbrechungen angehörte, bis er Divisionskommandeur wurde. Mit der Ernennung zum Generalmajor am 20. März 1911 wurde er Oberguartiermeiffer, gleichzeitig Mitglied der Studienkomm'ssion der Kriegsakademie. Am 1. Oktober 1913 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant und Anfang Dezember übernahm er an Stell« des in türkische Dienste getretenen Generalleutnants Liman von Sanders das Kommando der 22. Div. in Kassel.
Während ferner Tätigkeit im Großen Generalstab leitete er die Herausgabe der „Stub e i für Kriegsgeschichte und Taktik' unb ber „Viertel- jahrshefte für Truppenführung" nmb hat s löst eine große Reihe kricgswissenschaftlicher We.ke herausgegeben.
Im Kriege wurde er im Januar 1915 an Stelle des zum Kriegsministec ernannten Gere al W.ld v. Hohenborn Generalquartiermeister. In dieser Stellung, deren Inhaber Leiter der gesamten rückwärtigen Ve bind. ngen des Feldheeres einschließlich des Rachschub- dienstes aller Art ist, verblieb er bis zum 12. 9. 1916. An diesem Tage wurde er als Rachfolger des verstorbenen Generalobersten v. Moll e Chef des stellvertretenden General- st a b e s der Armee in Berlin. Für militär- schriststellerische Leistungen wurde ec im Jahr« 1916 mit ber F r i edens kl a sse des Or- d e n s Po u r l e merite ausgezeichnet. Die Universität Berlin hatte ihn zum Ehrendoktor ernannt.
Rechtsanwalt Grünspach t.
Wie di« „Doss. Ztg." metbet, ist ber bekannte Berliner Rechtsanwalt Dr. Fritz G r ü n s p a ch Montag abend verstorben. Fritz Grünspach gehörte zu den bekanntesten politischen Verteidigern. In dem Prozeß Marloh und Kessel, im Iagoto^ Prozeß und im ersten Harben-Attentats-Prozeß trat er hervor. Unter den Berliner Künstlern, vor allem in ber Dühnenwelt, toar_ er seit Langem heimisch. 1922 wählt« ihn die Bühnengenossenschaft zu ihrem Syndikus.
Ein Zeppelin für den spanisch-südamerikanischen Dienst?
Paris, 21. Oft. (WTB. Funkspruch.) Rach einer QUabriber Meldung bcs „Journal" wird das amtliche Organ demnächst ein Dekret veröffentlichen, durch das die notwendigen Kredite bewilligt werden sollen, um eine Luftlinie zwischen Sevilla unb Buenos A ires her- zustellen. Man spreche davon, daß für diesen Dienst eine neue Gesellschaft gebildet werden soll, die den Ramen „C o l u m b u s" trage unb daß ein Zeppelin-Luftschiff dem Z. R. lU ähnlich verwendet werden soll.
25 Kinder bei einer Kinvkatastrophe getötet.
Athen, 20. Oft. (Abendblätter.) Heute nachmittag ereignete sich in Athen ein entsetzliches Unglück, dem zahlreich« Menschenleben zum Opfer fielen. Bei einer Kinovorstellung in einem Licht- spiclth.aer geriet durch U rächt am leit ein Taschentuch in Brand. Der sich entwickelnde Brandgeruch verursacht« eine Panik, bie durch den Angstschrei eines Erwachsenen „Feuer! Rettet Euch!" sich ins Unermeßliche steigerte. Die Kinder versuchten die Ausgänge zu gewinnen. In dem hierbei entstehon- ben fürchterlichen Gedränge wurden 25 Kin- ber getötet.
Schweres Eisenbahnunglück bei den Niagara- Fällen.
Paris, 21. Oft. (WTB. Funkspruch.) „Chicago Tribüne" meldet, daß in unmittelbarer Rühe der Niagara-Fälle 2 elektrische Fernzüge zusammengestoßen sind, di: zwischen den Niagara-Fällen unb Buffalo verkehren. 2 Personen wurden sofort getötet unb 77 verletzt, baiunter 4 tödlich .
Wettervoraussage.
Rachts zunächst kälter, stellenweise leichter Rebel, tags milder, allmählich Uebeigang zu trüberem Wetter, doch noch meist trocken.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 21. Oft. 1924.
Das Ei als Nahrungsmittel.
Eier bilden, wie allgemein b.fann.t ist, eines der hervorrag ndsten Rahcu -gsmittel für Ge'unde unb Kranke, und in ber heutigen Zeit, wo fast alle Lebensmittel teuer sind, verbieten sie w-gen ihres Rährtoettcs bzfonb.r: Beachtung. We m auch ihr Preis im Vergleiche zu ber Vorkriegszeit jetzt sehr hoch ist, so sind sie doch, wenn man dabei in erster Linie auch die Rähcstoffe berücksichtigt, noch billig und wegen d>s besonderen Wohlgeschmackes stets gern gesehen.
Daß dabei nur von frischgelegten Eiern, die man fast überall als „Trinkeier" bNeichnet, b.e Rede sein kann, ist selbstverständlich. Man braucht 'durchaus keinen übertrieben feinen Gaumen zu haben, um im Geschmack ein alles Ei von einem frischen zu unterscheiden. Um im voraus zu erkennen, ob ein Ei frisch ist, halt man es nach einer alten Vorschrift gegen das Licht. Fci'ch- gelegte Eier sind hell durchscheinend unb zegen nur eine sehr kleine Luftblase an der Spitze. Je großer bie Blase ist unb je trüber die C er erscheinen, um so älter sind sie. Ganz undurch- sichtige Eier sind sicherlich ungoeig \e.v zur Nahrung. Bisweilen aber verbergen sich unter ber Marke „Trinkeier" auch minbcrwert ge Erzeugnisse, unb es gibt hier unb ba Händler, b.e fern Bedenken tragen, all« ausländisch« Sier als „Trinkeier" zu verkaufen.
Trinkeier! Ist es denn wirklich empfehlenswert, so viele rohe Eier auszutrinken? Unsere meberne, von hygienischen Vorstellungen beeinflußte Geschmacksrichlung weist uns im allgemeinen gerade daraus hin, bie Speisen in besonderer Weise zuzubereiten, sie zu kochen, zu b-ra'en. Insbesondere das Eiweiß gerinnt beim Kochen und wird dadurch leichter verdaulich. Trotzdem findet man die Sitte, Eier roh zu genießen, allenth Üben verbreitet. Vielleicht hat her der Geschmack, über den man b kanntlich nich! streiten soll, ein Wörtchen mitgesprochen. Andererseits gibt es auch viel« Menschen, di« v)r einem ungekoch «n Ci einen wahren Widerwillen empfinden. Aus jeden Fall ist beim rohen Ei zu beachten, daß das Ci tüchtig geschlagen unb gerührt wird. Denn das Eiweiß des ungrkochten, nicht geschlagenen Ei.s ballt sich im Magen zu eignem Klumpen zusammen, der nur langsam vom Magensaft durchdrungen wird.
Wer aus irgendwelchen Grünben r h: Eier, mögen es auch die besten „Trinkeier" fein, nicht verträgt, soll sie unter allen Umstände i gekocht genießen. Weich gckocht, sind sie jedenfalls le chl verdaulich. Magenkranke pflegen Eier, bie elloa drei Minuten gckocht worden |inb, am besten zu vertragen. Harte Eier sind weniger bekömmlich, wenn sie nicht in dünne Scheiben g schnitt n ober zerkleinert genossen we ben. In diesem Fall werden sie vom Magensaft noch schneller gelost, als weiche unb rohe.
So nahrhaft Eier aber auch sind, so werden si« doch immer langsamer unb schwieriger verdaut als manche Flcischarten. Uebcr die Verabfolgung von @iern an Kinder gehen daher die Ansichten der Aerzte aus inander Es gibt sogar ein« ganze Reihe von Aellulapiü'gern, auch im Lager der Kinderäi-zt« selbst, treldj? das Ei als Kii.d:rnahrung gcrab zu verbieten und, wenn d e Mütter drängen, allenfalls ein Ci für kleine Kinder in ber Woche zugestehen. Sie weisen darauf hin, daß Kinder nicht selten eine große Empfindlichkeit geg n den Ei rg nutz durch Eierbauchweh, Reffäausschl->g Ast iyma usw. g igen. Die Frage ist aber von der Wissenschort noch nicht restlos geklärt. Rach der Ansicht bedeutender Forscher ist die zur Zett öfter hervort.etend« Scheu vor dem Hühnerei auf je)«n Fall unb.° gründet, wenn man das von Eiweiß befreite Eigelb allein gibt, und es besteht'kein Grund, Eier in dieser Form und in mäßiger Menge bereits vom zweiten Lebensjahr ab nicht zu verabfolgen. D»i gesunden Säuglirigen ist jedoch solche Zulage keineswegs nottoer.b.g und bei überfütterter zu stärkerem Fettansatz neigeiber Ki dn > oga ur- Ateedmä6ig. Bei englischer Krankheit unb bei kindlicher Tuberkulose wiederum spiell das Eigelb
wegen s«n«s Gehalts an wirksamen Nährstoffen als Stärkungs- und Kräftigungsmittel eine we- entliche Rolle.
Gictzener Wochenmarktpreise
am 21. Oktober 1924 (Hänblerpveise).
Es kosteten auf dem heut gen Wochenmarkt; Butter 230, Matte 25, Käse 75, W.rsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rottraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30. älntettohlrabi 6, Rosenkohl 45, Feldsalat 50, Tomaten 50, Zwiebeln 12 bis 15, M.e.rettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 40, Kürbis 5, Kartoffeln 5, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 15, Brombeeren 50, (Zwetschen 20, Nüsse 45 bis 60 Pf. das Pfund. Eier 17 bis 18, Blumenkohl 20 bis 150, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 8, Lauch 10 bis 20, Rettich 10, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100, Gänse 100 Pf. das Pfund.
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Zum Flu gtag in Gießen. Mit bet Herrichtung des Wiesengeländes hinter dem Gericht zu einem einwandfreien Sportflugplah ist gestern begonnen worden. Die Arbeitet werden mit aller Kraft gefördert, so daß damit gerechnet werden kann, daß der Platz am Freitag beim Eintreffen der Flugmaschinen allen Erfordernissen entsprechen wird. Erfreulicherweise zeigt sich schon jetzt in allen Teilen ber Bürgerschaft sehr großes Interesse für diese bedeutsame flugsportliche Veranstaltung; dieses äußert sich namentlich auch in den Zeichnungen zum Garantiefonds. Der Werbeausschuß, der diese Zeichnungen zu sammeln hat, berichtet, daß seine Arbeit trotz der Schwierigkeiten der Zeit sehr gute Erfolge zeitigt, weil man eben erkannt hat, daß dieser Flugtag doch mehr ist als nur eine sportliche Veranstaltung, daß ihm eine hohe nationale Eigenschaft innewohnt: nämlich überall nach besten Kräften Bausteine zusammenzutragen zurWiederaufrichtung unseres deutschen Flugwesens! 5>iefe über den Tag hinausreichende Bedeutung der Veranstaltung haben sich die bisherigen Zeichner vor Augen gehalten und danach ihr Handeln auf der Zeich- nungslifle eingestellt, und es darf wohl als sicher angesehen werden, daß auch die übrigen Mitbürger, bei denen der Werbeausschuß in diesen Tagen noch vorsprechen wird, unter den gleichen Gesichtspunkten ihre Entfcheidung treffen werben. Der Vorverkauf der Einttittskarten wird jetzt in Gang kommen, die Kartenverkaufsstellen werben in unserem morgigen Anzeigenteil zur Kenntnis des Publikums gebracht. Von auswärts liegt bereits eine außerordentlich rege Nachfrage nach Karten vor; hoffentlich wird sich die gleiche starke Nachftage auch in unserer Stadt selbst zeigen.
** Eine öffentliche S tad tverord- neten-Versammlung findet am nächsten Donnerstag, nachmittags 4 älhr beginnend, statt. Als bedeutsamster Punkt steht folgende Vorlage auf der Tagesordnung: .Schritte zur gesetzlichen Einschränkung der E.ltlassung von Arbeitern unb Angestellten, Verlängerung der Dauer ber Erwerbslosenunterstützung und Svnberzuweisungen an Kurzarbeiter." Zahlreich« kleinere Vorlagen machen das Arbeitspensum des Hauses ziemlich umfangreich.
**Dieälmst«llung auf Reichsmarkkonten geben die hiesigen Banken im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekannt. Man lenke der Anzeige seine Aufmerksamkeit zu.
D i e Anstalt für Gpilep tis che in Nieder - Ra m stabt (Kreis Darmstadt), die bekanntlich Eplleptisch« (Fallsüchttge) aus allen Kreisen Hessens aufnimmt, beabsichtigt, die ministeriell genehmigt« Hauskollekt« für 1924 in den nächsten Wochen in der Stadt Gießen erheben zu lassen. Mit Rücksicht auf den guten Zweck dürft« dieser Hinweis wohl genügen, den Kollek- tanten offene Türen unb Herzen finden zu lassen unb das Liebeswerk durch reiche Gcrbrn der Lieb« zu unterstützen.
** Der Gießener Konzertverein lädt im heutigen Anzeigenteil zum Abonnement auf seine Winterkonzerte ein, deren reichhalttges Programm hier bereits besprochen wurde.
** Bei den diesjährigen Kreis- Obstversteigerungen erzielte die Kreisver» toaltung aus der Obsternte an den Kreisstrahen des Kreises Gießen den Betrag von rund 18 000 Mark.
** Der Goethebund veranstaltete am Somrtag abend eine Feier zum Gedächtnis des schwäbischen Dichters Cäsar Flaischlen, mit dem er in dessen letzten Lebensjahren durch warm« freundschaftliche Beziehungen verbunden war. Das Orchester des Bundes unter Leitung des Herrn! Käst ein schuf dem Abend durch den Vortrag von Werken Händels, Haydns und Lindsags einen feingetönten Rahmen, von dem sich die von Fräulein Friedel Lerch gesprochenen Gedicht« Flaisch- lens stimmungsvoll abhvben. Eine Ansprache des Brrndeswarts feierte den Dichter als den Kämpfer unb Sieger, dessen Lebensbejahung, auf ernstestem Grunde ruhend, in ber trüben Gegenwart dem eins einen wie dem deutschen Volke vorbildlich sein darf. —o—
** Der Dau«r'sche Gesangverein stellte am Sonntag seine Sangeskunst unb die künstlerischen Fähigkeiten mehrerer Solisten in den Dienst einer ausgezeichneten Wohltätigkeitssach«. Er veranstaltete in der Reuen Aula ber ättnversi- tat ein Konzert, dessen finanzieller Ertrag für die Kriegsblinden bestimmt war. Der s«hr stark« Besuch ber Veranstaltung bewies dem Verein, daß sein älnternehmen von der vollen Sympathie breiter Schichten unserer Einwohnerschaft begleitet wurde. So lobenswert dieser edle Dienst der Nächstenliebe war. so ausgezeichnet fielen auch die künstlerischen Darbietungen aus. bie den Gästen geboten wurden. Der Chor sang unter der fcingeffaltenben Führung seines Leiters Otto Gorlach eine Reihe von Chorkomposittonen, darunter recht schwierige, von denen man einige zwar schon bei früheren Gelegenheiten von dem Verein gehört hatte, die aber doch allesamt dank der gesanglich au^g-zcich-e en Durcharlei ung und der prächtigen stimmlichen Qualitäten des Chors einen vollen, ungetrübte i Genuß bereiteten. Verstärke Beifall, mit dem die Zuhörer bie Sänger unb ihren Leiter auszeichneten, war denn auch voll unb ganz am Platze. Konzertm ifter Christian Hüttenberger von Bad Homburg erfreute durch künstlerisch vollendet« Violinvorträge in hohem Maße. Pianist Hahn von hier wurde als Begleiter und als Solist in ausgeze.chneter Weis« seii.er Aufgabe gerecht. Kurt Richter, der von seiner Tätigkeit an unserem Stadttheller her in weiten Kreisen unserer Stadt geschätzt wird, sang als Dereinsmitglied zwei Lieber, die dazu beitrugen. die alte Wertschätzung weiter zu befestigen. Daß bei diesen v rtrefflichen Grben auch den Solisten starker Beifall gespendet wurde. i>er- • steht sich natürlich von selbst.


