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e n Dele-

Eine Bombenfabrik in Thorn.

einer Meldung aus Thorn hat die dortige Polizei bei einer Haussuchung in einem Privatgebäude Line geheime Dombensabrik und ein Lager von Sprengstoffen entdeckt. Es besteht der Verdacht, daß von Thorn die Bom­ben und Explosivstoffe für die Anschläge in War­schau and Lemberg geliefert worden sind. Die Polizei hat im Zusammenhänge damit zahl­reiche Verhaftungen vorgenommen.

der Rationen.

Eine Drohung amerikanischer Bankiers

Reuhork, 20. Juli. (WTB.) 3n einem Artikel desWallstreet Journal" wird erklärt, es könne nicht bestimmt genug erklärt werden, daß die amerikanischen Bankiers nicht die deutsche Gqjdbank. wie im DaweSbericht vor­gesehen, unterstützen würden, falls Deutschland nicht den DaweSbericht bedingungslos annehme.

Wettervoraussage

Bewölkt mit Regenfäklen, Winde auS süd­licher Richtung, wärmer.

Die ruhige Hochdruckwetterlage wird wie­der von Aallgebieten, die vom Atlantischen Ozean her gegen den Kontinent vorrücken, ge­stört. Die heute morgen eingetretene Ver­schlechterung des Wetters dauert fort.

Vornotlzen.

Tageskalender für Montag: Rundfunkhaus. Loberstr.» 8Vs Ahr: Musik" abend. Lichtspielhaus. Bahnhofstr.:So sind die Männer". Theater Millowitsch, 8 Ahr Katholisches Vereinshaus letzte Vor­stellung:Familie Raffke".

Direktor des Lehrerseminars 0t. Wendet gewor­den. Bei allen Schulplänen der Saarregierung hatte er seine Hand im Spiele. Er war es auch, der gemeinsam mit Rotten seinerzeit in St. Wendel einen mehrwöchigen Kursus des be­kannten pazifistischen Professors F. W. F ö r st e r veranstaltete, in dem die saarländische Lehrer­schaft für die französische Schulpolitik dieser eigennützigen Streber reif gemacht werden sollte. Zell hat sich dann, als durch Veröffent­lichung derSozialdemokratischen Dolksstimme sein schändliches Treiben . an der ihm unter- stellten Schuljugend aufgedeckt wurde, vor der ihm zudiktierten Gefängnisstrafe unter dem Schuh seiner Protektoren ungehindert in die Schweiz geflüchtet. Der Steckbrief dec Staatsanwaltschaft kommt also reichlich spat. Immerhin rückt er die Machenschaften des all- gewaltigen Herrn Rotton gerade im rechten Augenblick noch einmal ins rechte Licht.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. Juli 1924.

Feier des Verfassungstages.

Im amtlichen Teil derDarmstädt«. Zciiung" veröffentlicht das Gesamtministerium so.« genden Erlaß an alle unterstellien Behörden:

Das Gesamtministerium hat beschlosen. daß der Verfassungstag auch in diesem Jahre in be­sonderer Weise im Lande gefeiert wird.

Die öffentlichen Gebäude sind für die e Feier am 11. August in den Reichs- und Landesfarben zu beflaggen. Wenn nur eine Gelegenheit zum Aufziehen der Fahne vorhanden ist, sollen unter allen älmständen die Reichsfarben gezeigt werden. Heberatt dort, wo schon am Sonntag, dem 10. August, eine Veranstaltung für die Verfassungs­feier stattfindet, sind auch an diesem. Tage die öffentlichen Gebäude wie vorerwähnt zu beflaggen In allen Schulen des Landes ist am 11. August eine Feier zu veranstalten, in der der Wiederkehr des Derfusungstag2s zu gedenken ist. Bei dec Festlegung dieser Schulfeiern ist Rücksicht auf die anderen Veranstaltungen des Tages, so­weit sie der Vecfassungsfeier gewidmet sind, zu nehmen: gegebenenfalls ist der Schülern und Schü­lerinnen Arlaub für Teilnahme an solchen Ver­anstaltungen zu erteilen.

Zur Teilnahme an der Verfassungsfeier sei­tens der Beamten und Angestellten wird für den 11. August Bureauschluh ungeordnet.

Wegen der Feier des Verfassungstages in den Städten (außer Darmstadt) und Ortschaften des Landes wird folgendes bestimmt:

In den Kreisstädten haben die Kreisdrrek- toren in Verbindung mit den Spitzen der Kom­munalbehörden in allen anderen Städten und Orten des Landes die Bürgermeister sich mrt Vertretern der Bevölkerung (Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Handelskammer. Innungen, Beamten- und Angestelltenorgani­sationen, Sportvereinen, politischen Vereinen) ins Benehmen zu sehen, um eine gemeinsame Feier der Bevölkerung und deren würdige äußere Ge­staltung herbeizuführen. Auch empfiehlt es sich, mit den örtlichen Reichsbehörden in Verbindung zu treten. Wenn auch die Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse eine einheitliche Regelung ausschließt, so läßt sich wohl folgender allge- meiner Rahmen der Feier des Verfassungstages einhalten: Gedenkrede: musikalische und sportlichc Darbietungen: Kinderfest und ähnliches rm Freien soweit die Witterung es zuläht.

Wegen Beteiligung der Kirchenbehörden ar der Begehung des Tages ist die Regierung be­reits mit diesen in Verbindung getreten.

Von dem durch § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar 1924 er­gangenen Verbot für Veranstaltungen und Ilm» züge unter freiem Himmel sind für Feiern des Verfassungstages durchweg Ausnahmen zu ge­litten.

An sämtliche Turn-, Sport- und Spielvereine Hessens

wendet sich das Gesamtministerium mit folgender Bekanntmachung:

ES ist beabsichtigt, auch in diesem Jahre zur Feier des Verfassungstages turnerische und sportliche Wettkämpfe zu veranstalten. Der Herr Reichspräsident hat genehmigt, daß für besondere Leistungen bei diesen Wettkämp­fen wie im vorigen Jahre eine auf die Veran­staltung des Tages hinweisende Plakette ver­liehen wird. Der Reichsausschuh für Leibes­übungen hat sich bereit erklärt, bis zum 25. Juli 1924 eine Aebersicht über die in Aus­sicht genommenen Veranstaltungen einzusen­den. auf Grund deren eine Verteilung und rechtzeitige Aeberweisung der Plakette an die veranstaltenden Verbände möglich ist. Et­waige Anmeldungen derartiger Wettkämpfe, die gleichzeitig nähere Angaben über Art und Umfang der Kämpfe zu enthalten hätten, sind an denDeutschen HeichSausschuß für Leibes­übungen". Berlin W 35, Kurfürstenstr. 48, zu leiten. Die Arbeiter-Turn- und Sportver- bände und -vereine würden von etwa zur Feier des Verfassungstages stattfindenden 1 Wettkämpfen derZentralkommission für Sport und Körperpflege", Berlin W 35, Kurfürstenstraße 48, Mitteilung zu machen haben.

Sachverstandigenplan zur 'LtuSfuhcung ge­bracht sei, sondern sobald die deutschen Geseheerlassenseien. Diese Fonnel biete den Alliierten den Vorteil, daß sie das Deutschland gewährte Moratorium um zwei Monate verkürzt. Die in den besetzten Ge­bieten während der Heber gang 3 a eit etnge» aangenen Summen würden dem G en erat - aaenten für die Reparationszahlun­gen über wiesen weiden' und zur Fuianzre- rung der Sachlieferungen dienen.

Die Eis e n bahn f rage, die gestern nicht beraten worden sei, werde höchst wahrscheinlich erst am Schluß der Konferenz wieder aufgenom­men werden. Man dürfe hoffen, daß dann eine Verständigung erzielt werde.

Um die Zulassung Deutschlands.

Paris, 21. Juli. (WTB.) Wie der Be­richterstatter desMattn" aus London meldet, treten die Delegierten der Konferenz heute vor­mittag um 10 Hhc 30 zu einer inoffiziellen Sit­zung zusammen, um eine Reihe wichtiger Fragen, wie z.B, wann die deutschen Dele­gierten nach London berufen werden sollen, zu besprechen. Es sei auch wahrschein­lich. daß sie beschließen werden, die Konferenz zur Vollsitzung für heute nachmittag etnzuberufen. um über verschiedene Konklusionen dec ersten und dritten Kommission, die neue Instruktionen verlangt haben, zu beraten.

Theunis aus den Spuren PoincarSs.

Paris, 20. Juli. (WB.) Der belgisch« Mi­nisterpräsident T heu n i s hat dem Svnd.rbericht- etftatter dssIntransigeant" eine Unterredung gewährt. Er sagte, die Entscheidung der ersten Kommission betrachte er als einen wirklichen Erfolg. Sie lasse einen guten Verlauf der Konferenz vvraussehen. Es scheine, daß man jetzt zum Ziele gelangen werde und daß das Rcpa- ratronsproblem endlichdieLösung finden werde, die man seit langem gesucht habe. Er glaube nicht, daß man 1921 die gleichen Hoff­nungen habe hegen formen. Rach Ansicht von Th.unis hat der Sachverständigenplan nur aus­gearbeitet toerben können, weil die Ruhrbe- sehung viele Realitäten aufgezeigt habe. Der gestrige Tag werde in den Annalen des Friedens verzeichnet werden. Eine neue A- mosphäre sei geschaffen, und man nehme an, daß sich auch die Deutschen beugen werden. Ohne die Durchführung des Dawesplanes sei cs mit dec Rentenmark zu Ende, und in Berlin wisse man sehr gut, daß man sich nicht zweimal wiederaufrichten könne. W e n n De u t sch- land guten Willens bleibe, werde man ihm Vertrauen schenken, besonders wcil die Amerikaner an den Beratungen und Entschei­dungen, sowie an den Operationen teilnehmen.

Aus der

Londoner Sonntagspresse.

Arbeiterkundgebungen in Polnisch-Oberschlesien.

Ka11vwitz, 20. Juli. Wie derOberschle­sische Kurier" meldet, rief die Regierungsverord­nung über die Verlängerung der Ar­beitszeit unter der Arbeiterschaft der ostob^- schlesischen Hüttenindustrie Erregung hervor. Als die Bekanntgabe in dem Hüttenrevier Rodzin- Schoppinitz erfolgte, kam es zu lebhaften Kund­gebungen. Die gesamte Belegschaft der Pauls- Hütte nahm die Arbett nicht wieder auf, sondern demonstrierte vor dem Verwaltungsgebäude. Die Organisationsvertreter wurden nach Rodzin be­rufen, um die Arbeiterschaft zu beruhigen

Schwientochlowih, 20. Juli. (Wolff. Die Direktion der Falvahütte legte für gestern und Montag Feierschichten ein, um am Dienstag mit der Einführung des Zweischichtensystems zu be­ginnen. Die gesamte Belegschaft beschloß daraufhin das Werk zu verlassen. Die Rot st and s- arbeiten werden von den Beamten ausgeführt. Aehnliche Vorgänge spielten sich auf der Silesia- Lipine-Hütte ab.

Einsauberer" französischer Schulmann im Saargebiet.

L o n i> o n, 20. Juli. (WTB.) Die Sonntaas- biatter äußern sich in ihren Kommentaren über den Stand der Londoner Konferenz und ins­besondere über die Fortschritte der Arbetten des ersten und zweiten Ausschusses sehr befriedigt. In derSunday Expreß" heißt es, trotz der noch hoftpEonbcrt Rkeinunasv er schied enheiten vertrauten

bestehenden Meinungsverschiedenheiten i die französischen und belgisch gierten, daß für alle Parteien eine annehm­bare Formel gefunden werde.

ImObserver" gibt Garvin seinem tie­fen Bedauern Ausdruck, daß Macdonald nicht imstande gewesen sei, Deutschlands Zulassung zur Londoner Konferenz auf glei­chen Fuß mit den übrigen Teilnehmern von Anfang an zu sichern. Der Verfasser schreibt, Deutschlands Ausschluß sei sinn- und zwecklos. Im Dawesbericht werde immer wie­der die willige Mitarbeit Deutschlands als wesentlich bezeichnet. 5 Jahve nach Beendigung des Krieges sei in Europa von Zusammenarbeit und Versöhnung noch immer keine Rede: es müsse endlich dec Anfang damit gemacht werden.

Im weiteren Verlauf des Artikels schreibt Garvin noch, wenn zwecks Vermeidung des Ab­bruches der Konferenz beschlossen werden sollte, die französischen und belgischen Eisenbahner dem deutschen Personal der Rheinbahnen einzugliedern, so müßte England grundsätzliche Vorbehalte ma­chen und ins^sondere deutlich zu verstehen geben, daß es mit der unbegrenzten Besetzung des Rhein- lcmdes nicht einverstanden fei. Auch wenn die De- sehungsfrist nur noch 10 Jahre laufe, so sei dies eine zu lange Frist im Hinblick auf das Interesse des europäischen Friedens und der Versöhnung

Ein italienisch-amerikanische Zwischenfall.

London, 21. Juli. (WTB.) Reu­ter meldet aus Washington, die italieni­sch e B o 1 s ch a f t hat das Departement für auswärtige Angelegenheiten um Aufklärung gebeten über diewillkürliche Verhaftung" des Kapitäns und der Offiziere des Dampfers Duilio", die des Schmuggels von alkoholi­schen Gettänken beschuldigt werden. Die Bot­schaft erklärt, daß kein genügender Anlaß zu den Verhaftungen bestand und daß die ame­rikanischen Beamten im Aebereifer gehandelt hätten.

Frankreich und Ruhland.

Ein Teleqrammwechsel zwischen Tschitscherin und Herriot.

V ar i s, 20. Juli. (WB) Wie Havas berich­tet, hat ein Telegrammwechsel zwischen Tschit­scherin und Herriot stattgefunden. Der fran­zösische Ministerpräsident beschwerte sich in

einem Telegramm vom 15. Juli, daN die SowM- behöcden im Auslände systematisch die Sichtvermerke für die französifchen Pässe für Rußland verweigerten. Er, Herriot, wünsche, daß die Regierung in Moskau in gleicher Weise wie die französische Regierung die Lösung der Angelegenheit erleichtere, die er nach der Londoner Konferenz in Angriff nehmen werde, und die darauf abziele, in kurzer Frist normale Beziehungen zwischen Frankreich und Ruß­land wieder h^zu stellen.

In einem Telegramm vom 18. Juli erwidert Tschitscherin, er nehme mit voller Befrie­digung die freundlichen Erklärungen Herriots für die baldige Lösung der Frage der Wiederauf­nahme der normalen Beziehungen an. Im glei­chen Geiste wohlwollender Freund­schaft werde die Svwjetrcgierung die Pabfragen zur Entscheidung bringen; die Franzosen würden in gleicher Weise wie die Bürger anderer Länder behandelt werden. Die Schwierigkeiten, die sich jetzt mit Frankreich ergäben, rührten daher, daß ferne Beziehungen zwischen den beiden Regierun­gen bestehen, wofür allerdings die Sowjetregie­rung in keiner Weise verantwortlich gemacht wer­den könne.

die Sanktionen ständigenberichtes selber zur Anwending anrangt, so ist eine Formel d>s Sachver - gekommen, an die sämtliche Regierungen gebin- ben sind, die nach dem Berichterstatter folgen­den Wortlaut hat:

Im Falle einer deutschen Verfehlung wird es von Wichtigkeit sein, die Art der anzu- wendenden Sanktionen zu bestimmen und sie so zu organisieren, daß sie prompt und wirksam sind. Dabei weiden die Gläubigerregierungen im De- wußtscin ihrer gemeinsamen Verantwortlichkeit gegenüber ihren eigenen Interessen und gegen­über den Interessen derjenigen Privatpersonen handeln die zwecks Ausführung des Sachver­ständig cnplans Kapital vorgeschossen haben."

Cs liegt natürlich auf der Hand, fährt der Berichterstatter fort, daß man in dem Augenblick, in dem man, um die Reparationen zu finanzieren, einen internationalen Kredit in Anspruch nimmt, bcn Geldgebern zuverlässige ©aranti e n gewähren muß, die sie zur Leistung der gewünsch­ten Vorschüsse anreizen. Es wird also der Zin­sen-und Tilgungsdienst der Anleihe mit einer sicheren Priorität auf alle Ein­nahmequellen Deutschlands ausgestattet werden; auf diese Weise ist das Recht der Sanktio­nen nicht aufgehoben, es ist vielmehr in aller Form vorgesehen. Die Sankttonen, die An­wendung finden werden, dürfen nicht die Spezialpfänder beeinträchtigen, de durch den Abschluß der 800 MillionenGoldmark- Anleihe belastet werden und die die Garantie für die Zinszahlungen barstellen. Diese Verpflichtung, die völlig in Ordnung ist,

beläßt jedoch Frankreich seine Handlungs- freihrit.

Frankreich kann auch in Zukunft für sichallein Sanktionen durchführen, nur daß es Spezialpfän- ber für den Zinsen- und Tilgungsdienst der An­leihe respektieren muß. Der gestern angenommene Piotokollentwucf behält den alliierten Mächten übrigens ausdrücklich sämtliche Rechte aus dem Versailler Vertrag, sowie aus dem Sachverstän- digenbericht vor.

Die Ränmungsfrage.

Paris, 21. Juli. (WTB.) lieber die Ar­beiten des Unterausschusses der zweiten Kom­mission (Freigabe der Pfänder) meldet der Son­derberichterstatter desQuottdien": Die erste An­nuität des Sachverständigenplanes solle nicht mehr in dem Augenblicke beginnen, in dem dec­

kst wesentlich, um die Unterstützung -Ame­rikas zu sichern. Dies ist die einzige Politik, die zum Wiederaufbau Europas fuhren wrro. Frankreich ist durchaus Willens, Deutschland

hilfreiche Hand zu bieten.

Was tattächlich zu erstveben ist, ist die Aufrecht­erhaltung der Entente mit Großkwitannlen und eine Entspannung im VechaltntS zu Deutschland. Das eine miß indessen betont werden daß die öffentliche französische Meinung darauf'besteht, den Versailler Vertrag sv genau wie möglich du r ch zu f ü h re n. Der DaweSbericht ist das Resultat der Repa- rationskomrnission. Frankreich wünscht keine

Einmischung in chr Werk.

Der von Logan vorgeschlagene Plan bcr^in- Zuziehung eines amerikanischen Mrt- alieds zur Reparationskommission befrie­dig t den französischen Standpunkt und erhalt gleichzeitig die Kommission in ihrer Ursprung» sichen Form. Der französisch-belgische Vorschlag betreffend die wirtschaftliche und fiskalische Einheit Deutschlands, ist in so weit­herzigem Geiste gehalten, bah er sede Ver­mutung, als hätte Frankreich irgendeinen Hin- tergedanken, beseitigt. Was einen möglichen Verzug durch Deutschland betrifft, so besteht darüber die einmütige Auffassung, daß dieser vor der Reparationskommission und den Regie­rungen selbst festgestellt wird. Was letzt notwen­dig ist, sind

finanzielle Garantten.

Dabei weist Frankreich auf den Vorteil eines gemeinsamen Handelns hin, auf bringenoe QfcbürfniS einer einheitlichen Fwrrt. Gleichzeitig ist es unmöglich, die Rechte aufzugeben die mr Vertrage festgelegt sind. Die Schwierigkeit wnn durch die Leistung finanzieller Garantien über- trnnben werden. Die Priorität muß dem Zinsendienst für die für Deutschland vorge- schlagene Anleihe und für die zu diesem Zwecke notwendigen Garantien zu g esp r ochen Heroen. Der Zinsendienst für die Anleihe wurde im Ver­hältnis zu den Mitteln des Reiches sehr gering fein, und nach der Ansicht Frankreichs ist es durch­aus nötig, daß die Geldgeber ;ede sina^i^le Sicherheit erhalten. Der Kernpun kt des D° w es - P laues ist die Anleihe Frankreich list der Ansicht, daß dec D a w e s - P l a n in dem Augenblick, in dem die Bankiers die An­leihe unterzeichnen, wirksam wird.

Der Plan Seydoux schlägt sogar die vorherige Räumung vor,

er beseitigt zu diesem Zeitpunkte die Schranke zwischen dem unbesetzten und dem besetzten Gebiet.

Gestern nachmittag erklärte Herriot, daß et du rchaus zufriedengestellt sei über den Fortschritt, der durch den einstimmigen Be­schluß des ersten Komitees tm einzelnen erzielt worden sei.

Ein Havasbcricht.

Paris, 20. Juli. (WTB.) Ueber die gestrigen Beschlüsse der erst en Kommis­sion der Londoner Konferenz sagt der Sonder­berichterstatter der Havasagentur in einer offenbar beeinflußten Darstellung:

D-ie Konferenz hat gestern einen bedeuten­den Fortschritt gemacht. Der ersten Kommission ist es gelungen, einstimmige Entschlie­ßungen AL formulieren hinsichtlich der Rege­lung der Verfehl ungs- und der Hank- tionssragen. Zunächst gibt die Beiordnung Les amerikanischen Delegierten zur Re- pa'rationskommission für die Feststellung von htnf- ttatn Verfehlungen Deutschlands zu keiner Kritik kLilas), da dec Versailler Vertrag einen ständigen Amerikanischen Sih in der Reparationskommis- si-on normalerweise vorsieht. Da ferner die ameri- kanischen Finanzleute ein besonderes Interesse an dem Erfolge dec 800 Millionen-Goldmark- anleihr und dec Unterbringung der deutschen In- Lu st rie- und Gisenbahnobligationen haben, ist es natürlich gewesen, eine Möglichkeit zu schaffen, Laß die Vereinigten Staaten in der Repacations- lommission ihren Standpunkt geltend machen.

Was

Die kommunistischen Umsturzpläne.

Königsberg, 20. Juli. Am heutigen Sonntagnachmittag wurde das Urteil in dem Prozeß gegen die Kommunisten Kaleber und Genossen gesällt. Es wurden Strafen von 2 Mo­naten Gefängnis bis zu 7 Jahren Zuchthaus verhängt.

In der

Urteilsbegründung

heißt es, der S taa t s ge r i ch t s Hof erachtet es als erwiesen, daß spätestens im Septembcr 1923 die Kommunistische ParteiDevtschlands den Entschluß faßte, nach einem fest ins Auge gefaßten unb bis in die Einzel- heiten durchgearbeiteten Plan die Ziele der Kommunistischen Partei in allernächster Zeit zu verwirklichen.

Dieses Ziel war,

die gegenwärtige Regierung mit Gewalt zu stürzen

und an ihre Stelle eine Arbeiterregierung nach dem Muster der Sowjetrepublik auf- zuiichten. Zur Verwirklichung d.eses Zieles soll­ten Putschversuche rechtsgerichteter Kreise dienen, an die man bestimmt glaubte. Es ist voll widerlegt, daß etwa die Ang'k lagten oder Mitglieder der Kommunistischen Partei sich ledig­lich darauf beschränkt haben, sich gegen diesePutsch- decsuche zu wehren, es ist vielmehr klargestellt, daß sie darüber hinaus ihrerseits ihre Herrschaft mit Gewalt verwirklichen wollten. Seit Septem­ber des vorigen Jahres war die K. P. D. ille­gal und daher seit dieser Zeit eine staats- feindlicheVerbindung, die den Plan hatte, die gegenwärtige Regierung zu stürzen. Jedes einzelne Mitglied der Kommunistischen Partei, das sich bewußt war, daß das Ziel der Kommu­nistischen Partei dahin gerichtet war, konnte ge­wärtig sein, nach § 7 des Gesetzes zum Schuhe dec Republik bestraft zu werden. Dieses Ziel dec Kommunistischen Partei war

von der Zentrale proklamiert

und nicht nur auf einzelne Teile Deutschlands beschränkt worden. Es ist gerade in den gegen­wärtigen Verhandlungen festgestellt worden daß dieses Ziel auch in Ostpreußen durch die Ange­klagten verwirklicht werden sollte. Auf Zuchthaus mußte bei den Hauptangeklagten erkannt werden, da der 8 7 des Gesetzes zum Schutze der Republik eine schwere Strafe anbefiehlt, obwohl der Staats­gerichtshof nicht zu der Ueberzeugung gelangte, daß die Angeklagten aus ehrloser ©efinnung ge­handelt haben. Andererseits ist es oberstes Gesetz, die Provinz Ostpreußen, die abgetrennt und gewissermaßen zur Kolonie geworden ist. mit allen Kräften zu schützen.

Die berüchtigte Schulpolitik des Ministerial­direktors Rotton vom saarländischenKultus­ministerium" hat durch den letzten amtlichen Be­richt der Regierungskommission eine interessante Bereicherung erfahren. Rotton, dec neben dec vertragswidrigen Begünstigung der französischen Schulen und der Erdrosselung des Selbstverwal­tungsrechtes dec Gemeinden eine eigenartige Per- sonalpolitik betrieb, hat in diesen Tagen erlebt, daß die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen einen feiner Schützlinge, den früheren Seminar- direktor Zell, wegen SitMchkeitsverbrechens (8 175) einen Steckbrief erlassen hat. Herr Zell, der sich u. a. unbefugterweise den Doktortitel an- I eignete, war seinerzeit als ©ünftlma Rottons