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Derrtschrtattonaler Reichsparretztag

Ir'ffl

52. Fortsetzung.

(Nachdruck Verboten.)

Die Sachverständigen beratungen.

Kleine politische Nachrichten.

DwDeutsche Tageszeitung" hat in einem sich mit dem Wahlkampf befassenden Ar­tikel den Reichspräsidenten alseinen bei Organlsatcren des verderblichen, wahnwitzigen Munitiensarbeiterstreiks von 1918" beeichnet. Der Reichspräsident hat gegen den Urheber und Dcr- breiter des Artikels Strafantrag wegen ver­leumderischer Beleidigung gestellt.

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Der ReichSrat hat der Verordnung der Re­gierung zugestimmt, wonach die Wucherge­richte am 1. April au Oer Wirksamkeit treten und die PreiZtreibereifachen wieder von den ordentlichen Strafgerichten abgeurteilt werden sollen.

Der französische Mini st errat hat den 11. Mai als Termin für die Kammer- Wahlen angesetzt.

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Die französische Kammer hat die De­batte über ba£ neue Armeegesetz fortgesetzt und die Artikel 2 bis 27 angenommen. Artikel 26 erteilt dem Ministerrat d'e Vollmacht, durch einen von dem Präsidenten der Republik unterzeichneten Dekrotsbeschluh die Mobilmachung anzuordnen. Sm Laufe der Debatte erklärte der Kommunist D e r t h o n, daß die Kommunisten die Vernich­tung der permanenten Landesarmeen und ganz besonder- der französischen Armee durch die Sod- jetarmee verfolgen.

Aach einer chavasrneldung aus Jerusalem ist König Hussein heute nach Mekka abgereist.

Berlin, 20. März. (Priv.-Tel.) Als Auf­takt zu den kommenden Wahlen findet am 1. April in Hamburg ein außerordentlicher Reichs- partcitag statt. Unter anderem tixrö der Partei- vcrslhende, Staatsminister a. D. He r g t^ über das Wahlprcgramm. Oberstleutnant a. D. Doester ° berg über die deutschnatwnale Jugend sprechen. Für Samstag, 30. März ist eine Kundgebung der

Das zwischen der bayerischen Staats- ttgtciung und dem Heiligen Stuhl verein- barte Konkordat ist abgeschlossen worben. Der Reichskanzlei hat namens der Reichsregierung, der daS Konkordat nach Artikel 78 der Reichs- verfassung mitgeteilt werden mußte, mitgeteilt, daß gegen das Konkordat Einwendungen nicht er­hoben werden.

Die belgische Kammer hat in einer Tages- vrdmmg der neuen Regierung TheuniS mit 92 gegen 69 Stimmen bei sechs St-.mmenthal- tung-jn das Vertrauen ausgesprochen.

Aus Stadt und Land.

®leben, den 21. März 1924.

®if#e«er Wochenmarktpreise

am 20. März 1924 (HSnblerpretse).

SS kosteten: Butter 2 Mk., Matte 20 Pf., Käse 65 blS 70 Pf. da- Pfund, Sier 10 bis 11 Pf. da» Stück. Wirsing 45 Pf.. Weihkraut 35 Pf.. Rotkraut 45 Pf., gelbe Rüben 25 Pf., rote Rüben 30 Pf. das Pfund, Blumenkohl 1 bi» 2 Mk. ba» Stück, Endivien 2 Mk., Unter-Kohl- vabi 8 Pf., Grünkohl 60 Pf., Rosenkohl 1.60 Mk., Feldsalat 3 bis 5 Mk., Tomaten 1.50 Mk., Zwie­beln 25 Pf. das Pfund, Lauch 10 biS 40 Pf. das Stück, Meerrettich 1.20 Mk. das Pfund, Sellerie 40 Pf. bis 1 Ml. das Stück, Aepfel 15, 25 und 30 Pf., Dörrobst 30 Pf. das Pfund.

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** Ober hessisches Museuin. Man be­richtet uns: Am 17. März beging Geheimrat Dr. Phil. h. c. Wilhelm Gail seinen 70. Ge­burtstag. DaS Museum sprach ihm auS diesem Anlah die herzlichsten Glückwünsche aus in dank­barer Verehrung für die fast dreißigjährige un­ermüdliche Förderung der Scnmnlunge.i durch An­regungen, Stiftungen und Fürsorge ie-glicher Art. Die vor- und frühgeschichtliche Abteilung deS Altert ums museumS hätte sich nie zu solcher Bedeutung entwickeln können, wenn nicht Geheim­rat Gail immer wieder zu ihrem Ausbau die Hand geboten hätte. Die volkskundliche Abtei­lung, insbesondere die Sammlung von Alter­tümern der ober hessischen Hausindustrie, um die unS viele Museen beneiden, verdankt feinem ver- ständnisvollen Wirken ihr Dasein. Die Samm­lung ber Kupferstiche 3. G. WilleS, eine der vM- stänciasten, hat er dem Museum ermöglicht. Auch in allen übrigen Abteilungen des Altertums- mufeums gehören die meisten und wichtigsten Gegenstände der W. Gailsammlung an. DaS Völkerkundemuseum ist ganz aus seinem

Pari», 20. März. (WB.) Der Unteraus» schab des Komitees Dawes für Dankfragen hat feine Verhandlungen über die Goldnoten­bank, das Komitee Mac Kenna die Ab- fastung seine» Berichts festges^t. RachmittagS Hit eine Besprechung mit Reichsbankpräsident Dr. i 6am»taa 30 Mär^ ifl eine Kuübnebuna der Äe Abg^ Lav/rent-

^lben Dr. Schachts in den nächsten Tagen prüfen > 1 U 1 0ÖUmavtf fle*>wnt.

und am kommenden Montag hierüber wiederum mit ihm verhandeln. Rach demTernps" werden

an den Rand des Grabes feinen schweren Dienst versah. Die Feier wurde am Trauerhause mit einem Choral eimgeleitet, den die ältesten Schute klaffen fangen, die eigentliche Trauerfeier fand in der überfüllten neuen FnebhvsSkapelle in Gießen statt, wo nach abrrmaligem Chorgesang und der Predigt des Ortsgeistlichen von der Kreisschulverwaltung, der Lehrerschaft Wiesecks, dem Schulvorstand, dem Bezirkslehrerverein ©je- ßen-La-nd, seiner Schulklasse und der 1. Schulklasse Kränze niedergelegt wurden.

* Lollar, 19. QRäu. Auf Einladung von Rektor D a a b fand am Sonntng ein Eltern­abend der 1. Klasse der hiesigen Volksschule, der zweite in diesenr Schuljahr, statt, der überaus zahlreich besucht war. Die Besucher kamen voll­kommen auf ihre Kosten. Vielleicht lixrr es des Guten sogar etwas zu viel, wenn sich der Abend bis Mitternacht ausdehitte. Das Programm ver­zeichnete drei Abteilungen. In der ersten wurde ein Lebensbild U h l a n d s gegeben, das sehr geschickt umrahmt war von Gedichten und Liedern des Dichters. Alte bekannte Derie und Weisen klangen einem ins Ohr. 3m Mittelpunkt des Abends fta-nb die Aufführung des in Verse gesetzten M ä r che n sSieben q.u f einen Schla g", das mit seinen vielen Dilderck'prächtig gespielt wurde. Die Rollen waren gut verteilt, und man merkte es der Aufführung als Ganzes an, dah die Kinder sich ganz und gar in ihres Bollen hi'neingi^lebt hatten und eine fleißige Ar­beit des Cinstudiersns vorangegangen war. Es war ein wohlgelungenes Spiel, das viel Freuds erweckte. Der Beifall der Zuhörer war sehr stark. Eine dritte, allerdings sehr kurze Abtei­lung, war dem Dichter Lenau gewidmet. Am Schluh wie» Rektor Daab nach t>a rauf bin, dah alles, was an Gedichtm und Chören von den Kindern der 1. Klasse geboten worden war, die Arbeit de» verflossenen Schuljahres gewesen ist. Gs -ist mit Freuden zu begrüßen, dah solche Eltern­abende auch hier veranstaltet werden, dah da­durch das Band zwischen Elternhaus und Schule immer fester geknüpft wird zum Segen für unfew Kinder und damit auch für unser Volk und Vater- land.

Kreis Friedberg.

* Bad-Nauheim, 19. März. Die Bad- und Kurverwaltung hat die Höhe der Kurabgabe wie folgt festgesetzt: Dom 1. April, an dem die Sommerkur beginnt, kostet die große Kurkarte bis 1. Mai 25 Goldmark, von da ab bis zum Schluß der Hauptturzeit 1. oder spätestens 15. September soll eine Erhöhung auf nicht mehr als 30 Mark ein- lreten. Hinsichtlich der B ä d e r p r e t s e steht die Bad- und Kurverwaltung auf dem Standpunkt, daß der Durchschnittspreis für ein Bad einschl. Wäsche 3 Goldmark nicht über­steigen soll.

Starkenburg und Rheinhessen.

fpd. Mainz, 20. März. Rach Mittei­lungen der Regieverwaltung befinden sich zahlreiche falsche Regiescheine über 20Franken im besetzten Gebiet im Umlauf. Sie unterscheiden sich von den echten Scheinen durch einen etwas größeren Rahmen, die klei­nen Buchstaben und die Unterschriften find, zerdrückt", die Seriennummern von grün­lichem, statt schwarzem Glanz.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M.. 21. März. (WTB.f DU hx ber Ostendstrahe gelegene landwirtschaftq liche Halle ist heute nacht einem verheerenden Grobfeuer zum Opfer gefallen. Sämtliche Wehren rückten auf Grobalarm sofort zur Brand­stelle au». Beim Eintreffen stand das Gebäude schon in hellen Flammen. Die Halle, btt größtenteils mit Hausrat, meist hon Flücht­lingen, Tabak und anderen leicht brennbarer Stoffen angefüllt war, ist vollständig au»i gebrannt. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann durch herabstürzende Trümmer leicht am Kopfe verletzt. Meüschen'eben sind nich zu beklagen. Die Entstehungsursache ist noch um bekannt. Erst gegen 7 Uhr morgen» war daS Feuer' bekämpft. ,

Giestener Strafkammer

Gießen, 18. März. In den Jahren nach dem Kriege bis Ende 1922 war es in Großen kein Geheimnis, daß in einer gewissen Gall- und Schankwirtschast dauernd unsittliche Dinge getrie­ben wurden. Gegen die Inhaber der Wirtschaft, die Eheleute Friedrich Schn, wurde ein Verfahren wegen Kuppelei eingeleitet. Die Ehefrau war tm berigen Jahr wegen Kuppelei zu neun Mo­naten Gefängnis und drei Jahren Ehr- Verlust verurteilt werden. Der Ehemann Friedr. Schn., der fluchtig war, konnte erst jetzt abgeur­teilt werden. Es wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt. Das Urteil lautete aus ein Jahr Gefängnis und fünf Jahre Ehr­verlust wegen Kuppelei. Aus den Urteilsgründeri

Abbau" im hessische« LaudeSaml für das BilduugSwese«.

arm stabt, 20. März. (Priv.-Tek.) Die'Deutsche Dolkspartei hat folgen- den^Anttag eingebracht betr. neue Beruf» n- gen in das Landesamt für das Dildungswesen: Eg'verlautet, dah der Direktor für das Volks- bildungswesen H a s s i n g e r und ber Direktor der staatlichen Beratungsstelle für Werkunter­richt Dienzer als Referenten in das Bil- bungsamt berufen werden sollen. Wir wenden uns gegen diese Berufung mit allem Nachdruck und beanttagen: Der Sonderausschuß möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, diese Stellenbesetzung zu unterlassen.

Die Stimmlisten zur Reichstagswahl.

Berlin, 20. März. (WB.) Der Reick^mint- ster des Innern bat bestimmt, daß die Stimm- listen und <3:unmfarteten für die Reichs tagswa hi vom 6. 4. bis einschl. 13. 4. auszulegen sind. RS- heres über Ort und Zeit der Auslegung geben die G e m eindebehörden noch belatm!. Ein- sptüche g?gen d e Stimmlisten müssen bis zum Ab­lauf der Auslegefrist erhoben werden. Wählen kann nur, wer in die Stimmlisten ein- get ragen ift ober bei Abwesenheit vom Wohn­ort am Wahltage einen S timmfchein sich recht­zeitig ausstellen lieh. ' y

die Anhänge zu dem Bericht de» ^Komitees Dawes

folgende Fragen zum Gegenstand haben:

1. die Errichtung einer Goldnotenbank,

2. den deutschen Haushaltsausgleich mit den Eimrahmen unb Ausgaben für das Haus­haltsjahr 1924 25 und die nächstfolgenden Jahre, ein zweijähriges Moratorium für die Repara­tionsleistungen in bar, Fortsetzung der Sachliefe­rungen und ihre Bezahlung an die deutschen Industriellen,

3. Reorganisation der deutschen Eisenbah­nen, eine neue Verwaltung für das gesamte Retz, in das die zur Zeit von der französisch- belgischen Eisenbahn reg ie betriebenen Strecken d.r Rheinllurde und des Ruhrgebiets einbezogen wür­den, Rutzbarmachung der Eisenbahn für eine in­ternationale Anleihe, deren Schräg teilweise al» Kapital unb Reserven der fümtigen Goldnoten­bank und teilweise zur FinanAerung der Sach­lieferungen Verwendung finden soll,

4. Einführung von T a ba k-, A l k o ho l - und Zündholzmonopolen, deren Einnahmen zur Begleichung der Reparationen Verwendung finden sollen.

5. Kontrolle der Erhebung gewisser Ein­nahmen sowie der Tätigkeit der Rotenbank und des , Betriebes der Eisenbahn.

6. Organisation eines Shftems von Hypo­theken auf die deutsche Wirtschaft, d. h. den industriellen, kommerziellen und landwirt­schaftlichen Besitz Deutschlands, die al» Pfänder Für dis Ausgabe von Obligationen bienen würden.

ein unnötiges Wagnis hatte Wellington Fox der so gut vorbereiteten Plan in der letzten Stund« gestört und die eigene Freiheit verloren.

Wellington Fox sah gut und sicher verborgen m dem Zimmer seiner Herberge. Wäre er dort vis unmittelbar zur Ausführung der Flucht ge­blieben, so wäre alte» gut gegangen.

Tie Ungeduld hatte ihn aus seinem sicheren Versteck vorzeitig in dte Rahe des Hauses ge- trieben, in dem die Witthusens gefangengehalten wurden.

So geschah e». AIS Collin Cameron das Haus verließ, erfannte er Wellington Fox trotz dessen Verkleidung. Im Augenblick war Cameron in den Schatten getreten. Wellington For hatte ihn nicht erkannt. Der war ganz mit der Ausführung des Fluchtplanes beschäftigt. Er umschlich das Haus von allen Seiten, erwog und prüfte die Möglichkeiten, dir Gefangenen auch dann noch zu befreien, wenn der Wärter in letzter Stunde ver­sagen sollte.

" Die Zeit verstrich darüber. Während er hier noch spähte, waren dir Häscher, die ihn fangen sollten, bereits auf dem Wege.

Endlich begab er sich nach der Herberge zurück um Ahmed die letzten Befehle zu geben. Kurz' vor der Karawanserei in einer engen dunklen Gasse fühlte er sich von einem Dutzend starker Arme umschlungen. Ein Tuch preßte sich auf seinen Mund, das jeden Schrei erstickte. . seine Sirme belaubte. Im Augenblick war er gefesselt und verschwunden.

(Fortsetzung folgt.)

Zeigte die Freude, die der Besuch doch eigentlich machen mußte. Es blirb etwas Unausgesprochenes zwischen ihnen, das jede fveudige Regung zurück- hielt.

Langsam vcrschüchvn die Viertelstunden. Der Wärter brachte die Mahl-e'.t. Sie blieb unberührt stehen.

Die Erregung das Ko.mnsndcn nahm fie ganz gefangen. Sir stieg aochs höchste, als dir Uhr Vie neunte Stande zeigte.

Mi:^ute auf M Kurte verrann. Maria sprang nervös auf und trat ans Fenster. Sie wollte bei Gang der Zeiger nicht mehr sehen.

Regungslos verharrten sie beide.

Gin Klopfen an J>er Tür ließ sie auffahren. Ter Wärter trat ein. Das Licht seiner Kerze fiel auf ein verstörtes Gesicht.

Was ist?"

Von zwei Seiten scholl ihm die Frage ent­gegen.

..... Ahmed ging soeben vorbei... er winkte verstohlen . . . Mchts! . . . Nichts! . . . Heute nichts. .

Maria sank auf ihren Sessel. Sir lieh den Kops auf das Schachbrett fallen. Verhaltene» Schluchzen erschütterte ihren Körper. Der Altr trat auf sie zu und legte den Arm um fu.

»D.i gefaßt, Mar'.a! . . . Wenn nicht heute, dann morgen I . . . Gib die Hoffnung nicht auf. Dle Freunde trerbm uns nicht im Stich lassen..

So suchte er ihr Trost zuzusprechen und ter- oarg seine eigene starte Befürchtung, daß der Plan von Fox entdeckt sein fönne.

Witt Husens Befürchtung war leider nur allzu vegiundet. Durch eilte einzige äcknvorfichtigtett...

Die Neuregelung ber Beamtenbesolbung.

'Berlin,20. März. (WTB.) Der Reichs­rat hat in seiner heutigen Plenarsitzung die Vorlage über die Neuregelung der Besoldung der Reichsbeamten vom 1. April ohne Wider­spruch zur Kenntnis genommen. Die Neurege­lung bringt den Beamten aller Gruppen un­gefähr dieselbe verhältnismäßige Er­höhung der Gesamtbezüge. Auch nach der Vor­wegnahme des Mehrbedarfs infolge der zu erwartenden Steigerung der Mietpreise ver­bleibt allen Beamten eine gleichmäßige, reine Desoldungsaufbesserung, die über 13 Prozent beträgt. Die Neugestal­tung des O r t S z u s ch l a g S hat also k e i n e Bevorzugung bestimmter Gruppen zur Folge. Die 20prvzentige Erhöhung der Kinderzu» schlüge wirkt zugunsten der wirtschaftlich Schwächsten, nämlich der Beamten der un­teren Besoldungsgruppen und der kinder­reichen.

.Nein! Maria hatte recht! Nir wieder kehren k4r in das alte Haus nach Kaschgcrr zurück! Wer gibt uns Gewähr, daß wir -nicht jederzeit auf irgendun.Lrnigen Verdacht hm neue Letden erbtrlden müssen?"

Collin Cameron biß sich auf die Lippen, lln- psrw-andt hatte er Maria mit den Augen ver- fc^Iungen.

Wäre es nur daS Haus? . . . Würbe eS auch so sein, wenn Sie eS mit einem anderen ver­tauschten, Fräulein Marias'

, Er ti-arf einen Seitenblick auf Witthusea, der am Fenster stand und in die Nacht hinausblickte. Auch Collin Cameron erhob sich jetzt und trat dicht an Maria heran.

Mit einem anderen?" fragte fie.

Ja, mit dem meinen!"

Er hatte ihr die Worte in» Ohr geflüstert. Hetzt beugte er sich vor und suchte in der wachsen­den Dämmerung den Eindruck seiner Worte auf ihren Zügen zu lesen.

Einen Augenblick sah ihn Maria verständnis­los Olt

Unter Camerons Schutz wäre jeder geborgen." .In Ihrem Haus?... Ich in Ihrem Hauses' Als mein Weib!"

3üt jäfjcr Schreck zuckte üb*r Marias Züge. Mne tiefe Blaße zog über ihre Wangen. Mrcha- mich wich sie vor Collim Camevon zurück.

tUMuen heraus und mit seinen Mitteln geschaffen worden, auch das Krieasmusenm verdankt ihm viel. Wenn Gießen heute kulturgeschichtliche Sammlungen besitzt wie wohl keine andere Stadt von gleicher Größe, so ist das ganz allein das Verdienst Geheimrat Dr. Gails, der in liberalster Weise, was ihm an Altertümern oder ethnogra­phischen Gegenständen der Teilnahme wert schien, restlos der Oeffentlichkeit zur Verfügung stellte. Er bat dadurch Sorge getragen, daß hier das Material für Institute vorhanden ist, die der Forschung und vor allem der Bildung dienen können auf Gebieten, die anderwärts häufig ver- rachlässigt wurden und hinter dem Bestreben nach Schaffung reiner Kunstsammlungen zurückstehen mußten. Die Gailsch.m Sammlungen wurden in letzter Zeit toietter bedeutend bereichert, ins­besondere die Abteilung für Völkerkunde, vor allem durch Geschenk; von Herrn Karl Gail-- Kcnstanz. Hervorzuheben sind prachtvolle japa­nische Malereien, auf Reispapier und viele andere asiatische Gegenstände, unter denen eine Samm-- lung der verschiedenen chinesischen Münzartcn, scwre seltene Mandarinen a bze ichen besonders wertvoll sind. Auch die übrigen Abteilungen des Museums haben mancherlei Geschenke er­halten, u. a. von Herrn BibliothckSdirekter Dr-. Ebel mehrere Bil.er und fo-iftiue Altertümer. -- Das Museum im Alten Schloß ist nun» mehr wieder jeden Sonntag von 11-1 Ahr offente lieb zugänglich. Zahlreiche Führungen von Schu­len und Vereinen konnten bereits für die nächste Zeit vorgemerkt werden, ein Beweis dafür, daß t;ie Gießener kulturgeschichtlichen Sammlungen ge­rade als solche Vielen etwas zu bieten haben.

** Hessischer Diakonieverein. Am 1. Mäi^ ist der Vereinsgeistliche des Hessischen Diakontevereins, Äonfiftorialrat Noack in Dorn­stadt, aus Gesundheitsrücksichten von feinem Amte zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde Pfarrer G u y o t, der früher in Bad-Nauheim als Psar.ttffistent tätig war, gewählt. Der Hessische Diakonteverern ist bekannt durch die segens­reiche Arbeit, die feine Schwestern in vielen hessi­schen Gemeinden treiben. Aber sein Auf geht zu­gleich weit über die Grenzen Hessens hinaus. So hat er große Krankenhäuser mit seinen Schwestern besetzt in Hanau und in Nordhausen. Der Verein ist noch verhältnismäßig jung: vor 18 Jahren ist er gegründet worden. In den testen Jahren hat er man he äußere HLipmung und Not zu Überwinden gehabt.

Storni) ?i$cn.

Ta ges kalender für Freitag: Sbadttheater: 7 tthr »Der Graf von Luxemburg". Derkehrsverein: 8 Llhr tm Gasthof Rahneteld Generalversammlung. Lichtspielhaus Bahnhof­straße:Erdgeist". Palast-Lichtspiele:Todes­reigen". Astoria-Ltchtspiele: Eddie Polo in Die geheimnisvollen Vier".

Dom Republikanischen Lehrer­bund Gießen wird uns geschrieben: Der letzte Vortrag in dem vom Republik. Gebrerbunb Gtesten veranstalteten ZyklusDemokratie und Politik im 19. Jahrhundert" findet am Sams­tag, 2 2. März, nachmittags 4 tthr, Im Real­gymnasium statt. (Siebe heutige Anzeige.) Fortb.- Lehrer Fr. Huf wird über Außenpolitik unter Wilhelm II. sprechen und zeigen, wie nach Bismarcks Entlassung die Ziellosigkeit der deutschen Außenpolttik daS Reich in eine völlige , Isolierung brachte, die bereits 1907 vollendet war und deshalb uns unter den ungünstigsten Ver­hältnissen in den Weltkrieg tappen ließ. Die Führung der auswärtigen Angelegenheiten durch den Fürsten Bülow wird im Mittelpunkt der Erörterungen stehen. x

Tutanchamvn, sein Grab unb feine Zeit, bilden, wie man uns schreibt, das interessante Dor» tragetbema von Dr. Ernst Vatter, das von prächtigen Aufnahmen der sensationellen Funde aus dem vor kurzem geöffneten Grabe des. Aegypter-Königs begleitet wird. Die Aaffindang und Durchforschung des Grabes gilt nach dem Ur­teil Hervorragender Gelehrter alseine der größten archäologischen Entdeckungen aller Zeilen^, and übt dies Ereignis auch auf den gebildeten Laten große Anziehungskraft aus. Dor mehr als 3000 Jahren wurde der Aegypter-König Tutanchamvn im einsamenFelsental der Königsgräber" bei Theben in einem prunkvoll ausgestalteten Grabe zur Ruhe bestattet. Dieses Grab ist jetzt entdeckt worden und bildet für die Wissenschaft einen Schatz von unermeßlichem Wert. Dr. Ernst Datter, Ku­stos am städt. Dölkermufeurn Frankfurt a. M. wird tn dem am Samstag in den Palast-Lichtspielen stattfindenden einmaligen Llchtbildervvrtrug auch em Geschichts- und Kulturbild aus der Blütezeit des Pharaonenreich» um 1350 v. Chr. Geburt bie­ten. Näheres im heutigen Anzeigenteil.

Landkreis Gickcn.

£ Wieseck, 20. März. Bei überaus zahl- reicher Teilnahme wurde heute der' Lehrer W. Kratz zu Grabe getragen, der fich in der Ge­meinde der höchsten Achtung zu erfreuen hatte. Unsere Schule verliert mit dem Entschlafenen ehron Lehrer von seltener Pflichttreue, der bi»

vieSMröesWWWii.

Ein Roman au» dem 21. Jahrhundert von Han» Dominik.

-Nie, Mr. Cameron!"

Oh, Fräulein Mana. . . lassen Sie unsere Worte ungesprochen sein! ... vergast dte in der Sie sich brfinideir. Derzeihen Sie' mir! Es war töricht, von Ltebe zu sprechen, wo eS sich um die Freiheit handelt."

Er trat auf fie zu und versuchte ihre Hand zu faffen.

Sie mir. bitte, ver-elhM Sie mir, rS ^ur um ein Ktebws möchte ich Sie bitten. Lassen 6ie mich n'xht ohne jede Hoff- lMng von hier geben. Ste wissen nicht, was Sie Nr mrch und mein Leben bedeuten. In besseren a>le^c LU Ihirrn kommen . . . Unch wäre es dann nur Kascheur . . . ich mürbe Z Sfe' ' 4Ur klben etunte' -u ber Si- , trat bom Fenster zurück an die

^?r,'jy"'ran,^(Sa ?Ädn3k lich- an ihn, schob ihren Arm unter den seinen.

Und wann denken Sie, Mr. Cameron, dab ttir Urga verlassen... lieber frei sein dürften?*- », mir liegt, soll geschehen, um Ihnen

Mbeit SU verschaffen. Ich komme morgen nad) Peking. Alle Verbindungen, die mir dort Sur Vei-fügung stehen, wsrde ich für Sie au«- nutzen. Obern es das Glück will, bin ich ln wenigmr Tagen wieder hin: und hoffe von Ihnen ß?ohrn Empsong. . . auch von Ihnen, Fräulein Maria."

Gr ergriff ihre Hand und drückte einen Kuh darauf.

Bater unb Tochter waren ayleber allein. Sie !^r'a<^ n ü6zc b n unerwarteten Be uch Camerons. Aber das Gespräch sch.ich mühselig dahin. Keiner