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ter Ansicht, oay, sobald der Gedankenaus­tausch zwischen den alliierten Regierungen ge­nügend vorgeschritten sei, die Einberu­fung einer interalliierten Kon­ferenz wünschenswert sei, um so die vor­bereitete Verständigung zu vollenden. Die belgischen Minister und der ttalienische Mi­nisterpräsident werden alles m ihrer Macht Stehende tun, um unverzüglich zu der Ver­wirklichung des Sachverständigengutachtens zu gelangen. Sie erkennen auf jeden Fall an. daß die Frage der interalliierten Schulden auch weiterhin mit der vollständigen endgül­tigen Regelung des Reparationsproblems ver­bunden bleibt.

Französische Represialien in Düsseldorf.

Düsseldorf. 19. Mai. (Wolff.) Bekanntlich weigerte sich die Stadtverwaltung, die von den Franzosen neuangeforderte Artillerie- k a s e r n e zu erbauen, da das Reich nicht ge­willt ist, die Kosten dieser Kaserne zu tragen. Der Stadt wurde nun aufgegeben, trotzdem am 17. Mai mit den Bauten zu beginnen, widrigen­falls die Spitzen der Stadtverwaltung und auch die Fraktionssührer der Stadtvertretung verhaf­tet werden sollten. Der Dau wurde am 17. Mai nicht begonnen. Infolgedessen gingen die Fran­zosen zunächst dazu über, eine Reihe wichtiger Ge­bäude zu beschlagnahmen. Es sind dies Werk 9 von Rheinmetall, das neuerbaute Werk Rhein stahl, mehrere Schlachthäu­ser, die gedeckte Reitbahn der Polizei an der Cezilienallee, sämtliche seinerzeit für ixe Schupo errichteten Wohnungen (insgesamt 145), die Kon­zertsäle des Zoologischen Gattens und der ge­samte K u n ft p a l a st. Im Kunstpalast sollte am 1. Juni die diesjährige große Kunstausstellung er­öffnet werden. Die Säle des Zoos, der augenblick­lich im Wiederaufblühen ist und einen regen Be­such aufweist, wurden, nachdem sie von den Fran­zosen geräumt waren, mit großen Kosten wieder­hergestellt und neu ausgemalt,- sie wurden erst vor wenigen Tagen dem Publikum wieder geöffnet. Die Franzosen brachten in den letzten Tagen eine große Reihe neu ausgehobener Rekru­ten nach Düsseldorf.

Die Wirtschastskrisis im Saargebiet.

Saarbrücken, 19. Mai. (Wolff.) Wie uns von den Röchlingwerken zu unserer Mel­dung über die angebliche Entlassung von 3000 Arbeitern berichtigend mitgeteilt wird, handelt es sich nicht um eine Kündigung von Arbeitern, son­dern nur um die Kündigung des beste- henden Lohnabkommens zum 1. Juni 1924. Dieser Schott wird mit den hohen Kohlen- preisen und Löhnen begründet, die die Selbst­kosten der Eisenerzeugung so verteuern, daß diese weit.über den Derkaufsp rei­sen lägen und eine produktive Arbeit deshalb nicht mehr gestatten. Die Firma hofft, im Zusam­menwirken mit der Delegschaft und mit ihren Der- tretungen den Belegschaften diejenigen Arbeits­bedingungen zum 1. Juni sicherzustellen, die ihnen eine Weiterarbei ermöglichen. Auch rm Lan­de s r a t kam es noch zu ausführlichen Erklä­rungen der einzelnen Parteien über die Witt- schaftliche Lage im Saargebiet. Die Redner be­tonen einhellig, daß die Ursache der gewaltigen wirtschaftlichen Aotlage in erster Lime auf die Kredit not zurückzuführen sei. Die Wirtschaft könne nicht mehr die Konkurrenz halten, da die Herstellungskosten bereits vielfach die Weltmarkt - vettaufspreise überstiegen. Rot bei Arbeitern und Arbeitgebern seien die Folge.

Die Redner forderten übereinstimmend fofor- ti& Maßnahmen der Regierung zur Bei- y legung der schweren Krise.

Atteilgeber und Arbeitnehmer müßten sich ge­meinschaftlich mit der Regierungskommrssron zu DttHandlungen hierüber zusammenfinden. Die Redner gingen des weiteren auf die zahlreichen Entlassungen ein. die in der letzten Zeit in der Schwerindustrie stattgefunden 'haben und in der nächsten Zukunft stattfinden sollen. Bon so- zialdemokrattscher Seite wurde gesetzliche Regelung der Stillegung und Einschränkung von Betrieben, das Verbot von Arbeiereatlassuugen, die Ein­führung dec obligatottschen Schlichtungsausschüsse und Gesetzeskraft für die Tarifverträge gefordert. Auch der Achtstundentag müsse gesetzlich festgelegt werden. Außerdem müßten sofottige Maßnahmen zur Verbilligung der Lebenshaltung getroffen werden. Von einem sozialdemokrati­schen Redner wurden ferner schwere Vorwürfe gegen die Schulverwaltung der Regie­rungskommission wegen der dielen bekannten Miß-

Der Begründer der Lebenslehre.

(Zum 50. Geburtstag von R. H. France.) Don Dr. H. v o n D r o n s a r t.

Am 20. Mai begeht der Raturforscher und Philosoph Raoul H. France seinen 50. Ge­burtstag. Ein an Arbeit und Erleben überreiches Dasein steht auf seinem Gipfelpunkt. France ist in .den weitesten Kreisen bekannt durch die seit 1905 erschienenenKosmosbändchen", die dem Raturireund die Augen öffneten über das so viel umstritteneSeelenleben" der Pflanzen, und vor allem durch die Schaffung eines großen, achtbän­digen WerkesDas Leben der Pflanze", das ein Seitenstück ist zu Brehms berühmtemTier­leben". In den letzten Jahren hat Francs sich mehr denkerisrtzea Aufgaben zugewandt, uru> seine Objektive Philosophie", mit der er seit 1917 hervor!ritt, zählt eine immer mehr anwachsende Gemeinde von Anhängern.

Mit dieser Lebenslehre will Francs die Phi­losophie wieder zu dem machen, was sie bei den Alten war: Die Königin der Wissenschaften, die Beherrscherin des Daseins, die bestimmend auch über dem praktischen Verhalten des täglichen Lebens steht. Statt dessen ist die Philosophie heute eine Wissenschaft wie andere auch und be­steht überdies so muh es dem Laien scheinen der Hauptsache nach in für das Leben gänzlich Unbrauchbarer geschichtlicher Forschung und der Schaffung einer so schwierigen Romenklatur, daß eine Beschäftigung mit den letzten und höchsten Dingen der Menschheit, die sir zu vermitteln vvr- gib:, nur wrn'gen Eingeweihten nach mühevollem Studium m g ich ist. An Sie l: die eThilos p ie für das prttttsche Leben" geben, Lebensweisheit in Stelle von Schulwissen. Seine Lehve stellt das

stände im Schulwesen, namentliche wegen der ää n - terstühung des französischen Schul- wäsens erhoben. Sämlliche Parteien stellten sich 'hinter den Redner und versicherten ihn ihrer älnterstützung bei der Durchsetzung seines Stand­punktes. i

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Der Fürstenwalder Ulanentag.

Berlin. 19. Mai. (WTB.) Wie der amt­liche Preußische Press^>ienst zu dem gestrigen ällanen tag in Fürstenwalde mÄdet, ist es an verschiedenen Stellen zu Zusammen­stößen mit der Schutzpolizei gekommen. Durch Schläge und Messerstiche. sind insgesamt drei Beamte der Schutzpolizei unerheblich ver­wundet. Etwa 200 Kommuni st en sind fest­genommen worden und bei etwa 75 von ihnen wurde die Verhaftung aufrechterhalten. Im Stadtpatt wurden von kommunistischer Seite drei Schüsse abgegeben, die aber glücklicherweise nie­manden verletzt haben, während es gelungen ist. die Schützen zu verhaften. -Unter den festgenom­menen Kommunisten befanden sich auch die beiden kommunistischen Landtagsabgeordneten G e s ch k e und Hoffmann, welche die Leitung der kommunistischen Aktion gegen den .Ulanentag in der Hand hatten, beide wurden nach Fest­stellung der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt. Es soll ein Verfahren wegen Land­friedensbruchs gegen sie em geleitet wer­den, wenn das Parlament seine Zustimmung dazu erklärt. Auch gegen die 75 in Haft behaltenen Kommunisten wird ein Verfahren wegen Land- fttedensbruchs, ferner wegen Aufreizung zu Ge­walttaten, Körperverletzung usw. eröffnet werden.

Aus dem Hessischen Landtag.

VonunsererDarmstädterRedaktion.

Darmstadt. 19. Mai. Der zweite Ausschuß lehnte die Vorstellung der Familie Karl D ü ch - ner zu Gießen auf Unterstützung für die Wie­deraufnahme des Prozesses HeckBüchner nach Dettchterstattung durch den Abg. Mann wegen Unzuständigkeit des Ausschusses ab. Hie auf wurde die Regierungsvorlage, Verordnung über' das Verfahren in F o r st - und F e l d r ü g e - fachen sowie die Regierungsvorlage, di> Durch-- führung des § 36 der Verordnung über Ge- richtsv erfassung und Strafrechts­pflege vom 4. Hanuar 1924, einstimmig ange­nommen. Rechtsanwal Becker zu Gießen frü- her in Lorsch hat sechs Darstellungen beim Land­tag eingereicht, die sich beziehen auf: die Rotzes Anwaltstantes, die Zustände des Oberlandes­gerichts, Hintertreppenjustiz in Hessen, die Zu­verlässigkeit der hessischen Justiz, den Herrn Per- sLnalctterenten des Justizministeriums und die Zuvermssigkeit der hessischen Justiz. Die weitere Beratung und Beschlußfassung wird ausgesetzt bis das Mmistettum der Justiz die Vorstellungen sachlich geprüft und eine Antwort darauf erteilt hat. Eine Vorstellung des Amtsge.ichtsrats Dr. A n d r a e in Ortenberg wegen Handhabung des Richtergesehes vom 31. Mai 1879 und 28. 2lligust 1922 wurde nach Entgegennah.ne der Regierungs- antwott einstimmig für a b g e l e h n t erklärt, Don dem Antrag der kommunistischen Abgg. Ebner und Roth wegen Abhaltung öffentliche ' Wähler- Versammlungen wurde die Ziffer 1 angenommen, die den selbstverständlichen Sah ausspricht, daß die Kommunisten eben so viel Rechte hätten wie die anderen Parteien. Die. Ziffern 2 und 3 dieses Antrages wurden durch die Regierungsantwott für erledigt ettlärt.

Abbau bei den Behörden der Kriegsbeschädigten- und Hinterbticbeneuversorgung.

In einer der letzten Sitzungen des Reichs­tages hat der Reichsarbeitsminister bedeutsame Mitteilungen über den Ab'oau im Versorgungs­wesen gemacht. Infolge des seit 1920 eingelciteten Abbaues sind bis zum 1. April 1924 die ur­sprünglich 25 Hauptversvrgungsämter auf 15, die 312 Versvrgungsämter auf 114 vermindert. Das Reichspensionsamt für die ehemalige Wehrmacht mit seinen Außenstellen in München. Dresden und Stuttgart ist zum gleichen Tage aufgelöst, ebenso die sämtlichen Regelungsobteilungen. Von den übernommenen 996 Lazaretten, Lazarettab- teilungen und Kuranstalten sind insgesamt 76 stark verkleinette Versocgungsdienststellen ver­blieben.

Kleine politische Nachrichten.

Der deutsche Botschafter Otto W i e d f e l d t und Staatssekretär Hughes haben einen Ver­trag unterzeichnet über die Unterdrückung des Aiko Holschmuggels. der sich mit dem amerikanisch-englischen Tettrag deckt. Es sind auch Unterhandlungen im Gange über den Abschluß eines glcichattigen Vettrages zwischen den Der-

Leben selbst in den Mittelpunkt aller Betrach­tungen, das Leben, wie es sich uns tausendfällig in der Ratur um uns darstellt: und die Gesetze, die er hier findet, überträgt ec auch auf unser Geben. Tatsächlich läßt sich nachweisen, daß das Leben" stets und überall in gleicher Bedürfnis- Inge auf die gleiche Art antwortet, und ferner zeigt es sich daß manche von uns behandelte Pro­bleme in der Ratur vjel vollkommener gelöst werden, als wir es bisher vermochten. Frances Lebenslehre hat nun zunächst zur Schaffung einer neuen Wissenschaft geführt, zurBiotechnik", die die Aufgabe hat, in der Ratur ganz bewußt nach Vorbildern für die menschlich; Technik zu suchen, was bisher nur in vereinzelten Fällen, z. B. in der Flugtechnik, geschehen war. Diese erste toir man zugeben wird, überaus praktisch» Aus­wirkung der neuen Lebens lehre hat schon gute Erfolge gezeitigt. Für die innere und äußere Lebenshaltung bestimmeird ist für Francs die Lehre von derBiocönose", d. h. der wechsel­seitigen Einwirkung von Organismus und Um­welt eine Erweiterung und Vertiefung der vor einigen Jahrzehnten so beliebtenMilieutheorie". Die Lebensgemeinschaften in der Ratur wie der Wald eine solche von höchster Vollkommen­heit darstellt dienen Francs als Vorbild für die menschliche Gemeinschaft, intern sie uns lehren, nach den Gesehen der Wett zu leben, um mit der Umwelt in Ausgleich zu kommen und dem Leben die Harmonie zu verleihen, die uns gerate heute so sehr mangelt. Rur die Kenntnis der Leteus- gesehe ermöglicht es uns, uns der Wett einzu- oebnen und den Ausgleich zu erreichen. Deshalb fordett Francs als er/tes eingehende Beschäf­tigung mit den Lebensgesehen und, da uns die Ratur diese am besten vermittelt, eine bessere

einigten Staaten und Holland. All diese Av- machungen sehen vor, daß die Vereinigten Staa­ten das Recht 'haben, Schiffe, die des Allohol- fchmuggels verdächtig sind, innerhalb einer Stunde Dampferfährt von ter Küste zu durchsuchen. Diese Zone deckt sich in ter Praxis mit ter 12-Meilen- Zone. |

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Die Verhandlungen zwischen Percy Cox, als Dettreter Großbritanniens und F e t h Bey, dem Präsidenten der Rationalversammlung, als Vertretung ter Regierung in Angora über die Mossulfrage sollen in Konstantinopel be­ginnen. Artikel 8 des Lausanner Vertrages sieht vor, daß diese Frage in freundschaftlichen Ver­handlungen zwischen Großbritannien und der Tür­kei geregelt werten soll. Falls beite Mächte sich nicht einigen können, soll ter Völkerbund einen Schiedsspruch hierüber fällen.

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Die volkswirtschaftliche Fakultät ter Univer­sität Buenos Aires hat ein Schreiben in die Handelshochschule Mannheim g richte:, in dem sie den Wunsch ausdrückt, mit ter Mann­heimer volkswirtschaftlichen Hochschule in engere Beziehungen zu treten. Zur Verwirklichung dieses Gedankens hat sie Herrn S i v e r s nach Mann­heim entsandt, damit er hier durch Vorträge Kenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse in Ar­gentinien gibt.

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Der amerikanische Botschafter in Tokio, W o r d s, hat dem Präsidenen Coolidge seinen Rücktritt angeboten. Er verlasse Tokio bereits am 6. Juni. Der Botschafter, der bei dem Hilfs­wett während des japanischen Erdbebens im Sep­tember vottgen Jahres eine bedeutende Rolle gespielt hat. hat sich kürzliche entschieden gegen den Ausschluß ter Japaner bei der Einwanderung in die Vereinigten Staaten ausgesprochen. Seine Lemission wird jedoch von dem Blatt auf Fami- liengrünte zurückgeführt.

Der vormalige amerikanische Botschafter in London, Harvey, wird am 1. Juni Chefre­dakteur ter .Washington Post".

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Der amerikanische Senat hat die Gesetzesvor­lage. betreffend dieGewährungeinerGra- tifikation für die Kriegsteilnehmer trotz des Vetos des Präsidenten Coolidge ange­nommen. Die Vorlage erlangt damit Gesetzes­kraft.

DerPetit Pattsien" meldet einen neuen Franken stürz. Es notierten Montag abend nachbörslich in Patts das englische Pfund 79,40 und ter Dollar 18,22.

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In Königsberg Huben die Bauarbeiter den Generalstreik beschlossen. Dadurch wer­ten diejenigen Betriebe, die bisher nicht ausge­sperrt hatten, stillgelegt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, ten 20. Mai 1924.

Blumenschmuck am Fenster.

Zum Schönh sitsite.il einer Wohirurg gehören Blumen, und wer sich diesen Schmuck versagen muß, sollte wenigstens während der guten Jahres­zeit seine Fenster in einen kleinen Blumengatten verwandeln. Die Opfer an Zeit, Mühe und Aus­gaben, welche dafür aufgewendet werten, finb nicht vergebens gebracht. Wie ganz anders wch.it es sich doch in einem von Grün und bunten Blumen umrantten Heim, wo Blumenschmuck ten Ausblick, je nachdem er schon oder unschön ist, hebt vter mildert unt> wo schon in ter zarten Kinter- feele ter Sinn für Blumen und Schönheit geweckt und gepflegt wird. Dazu kommt, daß auch der Aermste dazu imstande ist. Wer Topfpflanzen nicht kaufen kann, ter braucht nur in passende Kästen oder Töpfe einige Samen von Blumen­kresse, Winten, Prunkboh ren, Drummonds Flam- mcnblumen, wohlriechenden Wicken und ähnlichem Sommerblumen auszusäen und er 'wird an ter täglich fottschreitanten Entwicklung feiner Pflan­zen Freute erleben. Die Samen ter genannten Arten sind in jeder Samenhandlung billig zu haben.

In allen Fällen aber, ganz gleich ob ein solcher Fensterschmuck anspruchsvoll oder beschei­den angelegt sei, ist von Anfang an dafür Sorge zu tragen, daß er den Eindruck üppigen Ge­deihens mache. Dazu gehött 1. daß die Gefäße nicht zu eng seien, 2. daß die Erde nahrhaft ist und 3. daß man nicht zu viel Pflanzen und Sotten zusammen und durcheinander bringe. Jede ein­zelne Pflanze muß Spielraum genug haben, tun sich ausbreiten zu können. Bei Aussaaten ist darum das Auslichten ter zu dicht aufge­gangenen eine wichtige Arbeit, die rechtzeitig vor­genommen werten muß. Auch muh ein zu buntes Durcheinander vettchiedener Gewächse vermieden

Kenntnis bgr Aatur, als sie bisher unter 'Ge­bildeten" üblich war. Die überwiegende Anzahl der Wette des großen Denkers dienen denn auch ter Vermittlung vertiefter Raturettenntnis, so fünf ter bisher erschienenen sechs BändeGrund­lagen ter objektiven Philosophie", nämlich die Vergleichende Biologie",Die technischen Lei­stungen ter Pflanze",München, die Lebens- gesehe einer Stadt" und die zwei BündeBios, die Gesetze ter Welt", während ter sechste Band Die Welt als Erleben" einen Grundriß seiner Lehre darstellt. Eine volkstümliche Darstellung seiner Lebenslehre erscheint in terBios-Bücherei für erfolgreiches Leben".

Raoul H. Francs ist am 20. März 1874 in Wien als Sohn eines höheren Bankbeamten ge­boren. Er erbrachte Kindheit vinbl Jugend in Ungarn, studierte Zoologie und Botanik und er­reichte im Alter von achtzehn Hahr en schon nam­hafte wissenschaftliche Erfolge. Rach kurzer Lehr­tätigkeit in Budapest und Altenburg siedelte er nach Deutschland über, wo er sich bald als Schrift- fteller einen Rainen machte. In München be­gründete er dasBiologische Institut", in dem hauptsächlich bodenb'ologische Forschungen getrie­ben warten, das er jedoch unter ter Räterepublik aufgeben mußte. Seither lebt er mit seiner zwei­ten Frau, ter unter dein Pseudonym Annie Har- rar bekannten Schriftstellerin, in Dinkelsbühl in Oberftivnfen.

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Ein neues Gift-Gas.

Londoner Blätter melden, daß ein neues Gift-Gas entdeckt worden ist, das an furchtbarer Wirkung alle bisherigen Kttegsmittel dieser Art übertrifft. Es ift unsichtbar und geruchlos: es

werten, weil sonst das eine vom andern über­wuchert wird und die Anordnung einen unruhigen Eindruck hervorbringt. Schling- und Rankenge­wächse bringt man zweckmäßig an ten Seiten an, wo man sie an Fäden am Fenster senkrecht in die Höhe leitet. Als Gefäße sind am vorteil- teilhaftesten Holzkästen von 15 bis 18 Zentimeter innerer Weite und Tiefe zu empfehlen. Auf dem Boten müssen einige Abzugslöcher angebracht sein. Die Länge ttchtet sich nach ter Breite des Fen­ster. Besondere Sorgfalt ist auf die Wahl ter passenden Erde zu richten. Ist diese ungeeignet, so wird alle sonstige Pflege vergeblich sein. Am besten ist gut verweste und gedüngte Kvmpost- vter Säuberte, wie man sie beim Gärtner kauft. Ein kleiner Zusatz von Sand, altem Lehm von Gebauten f'ftoad Kalkschutt und Bumendünger befördert das rasche Wachs.'un un; bie DLH° willigkell. <>u verwerfen ist die grwöh.iliche, viel zu magere Gartenerde.

Für sonnige Fenster, d. h. solche, an denen die Pflanzen einen großen Teil des Tages Sonne genießen, sind Scharlach- und Efcugeranien, Rll- ken, Petunien und alle einjährigen Arten geeig­net. Doch sollte man an Fenstern, die den Winter sehr ausgesetzt sind, Petunien vermeiden. Für schattige Fenster sind Fuchsien, Hottensien, Flei­ßige Lieschen, Begonien und Efeu am Platze. Und da Fensterschmuck nicht allein die eigene Wohnung verschönert, fontern dem ganzen Hause und dem Straßenbilte zur Zierte gereichen soll, so wähle man ausgesprochene, möglichst reine Far­ben, die mit der nächsten Umgebung, also Fen­steranstrich, Hauswand yjto. harmonieren.

Gieftener Wochenmarktpreise

am 20. Mai 1924 (Händlerpreife).

Es kosteten auf dem heutigen Wochemnattt: Butter 200 Pf., Matte 35,- Ääfe 65 bis 70 das Pfund, Eier 11 das Stück, Weißkraut 50, gelbe Rüben, neue 60, alte 25, rote IRüben 25, Sprnat 50, Spargel 50 bis 100,Tomaten 200, Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 150, Rhabarber 25 das Pfund, Blumenkohl 150 bis 200, Salat 50 bis 60, Salat- gutten 200, Lauch 10 bis 20, Rettich 50, Sellerie 20 bis 100 das Stück, Radieschen Dd. 15, Kar­toffeln Ztr. 750, Aepfel 40 Pf. das Pfund.

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** Eine Stadtverordnetenfitzung findet am fommenten Frestag nachnsittag 5V2 Uhr im Stadtverordneten-Sitzungssaale statt. Auf ter Tagesordnung der öffentlichen Sitzung stehen u. a. folgende wichtige Vorlagen: Haushaltsvoran­schlag für 1924; Berücksichtigung der Geldentwer­tung bei ter Zahlung von Gemeindesteuern und -Abgaben; Anlage eines Waldsportplahes; Schul­geld an ter höheren und erweiterten Mädchen­schule; Anbringung von Straßenlampen in ver­schiedenen Straßenzügen.

** Anlagenkonzert findet morgen Mittwoch, nachmittags 7 Uhr, in der Süd­anlage durch das Musikkorps des I. (Hessisch.) Bataillons, 15. Inf.-Regts., unter Leitung von Obermusikmeister Löb er statt. Vortrags­folge: 1. Armeemarsch II, 207 Dvmbarden- marsch aus der Oper:Das goldene Kreuzt von I. Brüll. 2. Ouvertüre zur Oper:Fidelio-, von L. van Beethoven. 3. Fantasie a. d. Oper: Rigoletto", von G. Verdi. 4.Bei uns zu Haus-, Walzer, von Ivh. Strauß. 5. Armee­marsch II, 116 aus der Oper:von Preston-, von E. Adam. (Es ist zu begrüßen, daß man durch die Spaterlegung des Konzerts jetzt auch der Geschäftswelt die Möglichkeit bietet, den Darbietungen der Kapelle beizuwohnen. D. Red.)

** Erholungsaufenthalt für Kin heran derSeeundim Gebirge! Viele El­tern möchten ihren Kindern einen Erholungsauf­enthalt an der See oder im Gebirge ermöglichen, find jedoch nicht in ter Lage, mit den Kindern eine Serienreife zu unternehmen. Es bieten nun eine ganze Anzahl gutgeleiteter Kinder-Erholungs­heime Gelegenheit, Kinder aller Altersstufen und insbesondere auch solche gebildeter Stände zu einem mäßigen Tagessatz unterzubttngen. Die Kinder stehen dort unter der Aussicht und ter liebevollen Pflege sachdienlich borgebilteter Kräfte. Das städtische Jugendamt, Gartenstraße 2, Obergeschoß' Zimmer Rr. 17, würde bereit sein, die Vermitte­lung hiesiger Kinder in derartige Heime zu über­nehmen. Kommt eine genügende Anzahl hiesiger Kinder zusammen, so könnte amtlicherseits ein Transpott zusammengestellt werten, wobei der Fahrpreis sich ganz erheblich ermäßigt. Räheres ist an ter angegebenen Amtsstelle zu erfahren.

* Von der Türnerschaft. Auch die gestrige Aufführung des vaterländischen Fest­spielesFrisch auf mein Volk", sowie die turne­rischen ^Veranstaltungen nahmen wiederum einen prächtigen Verlauf. Das ausvettaufte Haus folgte mit großem Interesse und sichtlicher Begeisterung

kann von Flugzeugen aus leicht überall hrnge- bracht werden. Riemand, ter dreses Gas einatmet, ahnt, daß er zugleich den Tod tn sich aufnimmt, aber nach 612 Stunden stirbt er unter furcht­baren Qualen. Der Professor an der Londoner llniberfität Delisle Berns sagte darüber:Das Gas ist derartig, daß es auf den Boden sinkt und seine tödliche Wittung in Kellern oder den Schächten ter Untergrundbahn zwei Tage lang behält. Gegen Ende tes Krieges war man bereits diesem Gas auf die Spur gekommen, aber man war noch nicht imstande, es in genügend großen Mengen terzustellen Die Chemiker haben nun diese Aufgabe gelost. Während in Washington die große Abrüstungskonferenz tagte, waren in den Vereinigten Staaten 200 ter fähigsten Chemiker in dem Edgewood-Arsenal in ter Rähe von Washington eifrig damit beschäftigt, dieses neue Gas herzustellen, von dem Amerika nunmehr über gewaltige Vorräte verfügt. Gasmasken sind ter einzige Schuh gegen das Gas, aber man wird schwerlich eine ganze Bevölkerung in wenigen Minuten mit Gasmasken Versehen können." Major Lef eubre, der ein besonderer Kenner der Methoden tes Gaskrieges ist, erklärte: Für ein Volk, das das Geheinmis dieses furchtbaren Gases kennt, wird es möglich sein, rund um sein Land eine Gasbarriere zu legen, die es einer feindlichen Armee tagelang verwehren wind, seine Grenzen zu überschreiten. Etwa 2 Tonr. rn dieses Gases können in einem Flugzeug mitgenommen werden, und diese Menge genügt, um in einem Llmkreis von etwa entern halben Kilometer von dem Ort an dem das Gas herabgeworfen wtrd, ten sicheren Tod zu verbreiten."