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Gründung einer öffentlichen zweijährigen Handelsschule in

Gießen.

Don Dr. Friedrich Feld, Leiter der Oeffentlichen Höheren Handelsschule und Kaufmännischen Fortbildungsschule Gießen.

Als letzte Ostern die Oeffentliche Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekundereife gegründet wurde, ging man von der Ansicht aus, dadurch einem Bildungsbedürfnis unserer Stadt entgegenzukommen. Diese Annahme hat sich durch die gute Entwicklung der Schule unD durch jetzt schon erfolgende Anmeldungen für das nächste Schuljahr als richtig erwiesen. Für die Der- hältnisfe der Stadt Giehen und Ämgegend be­steht aber im Aufbau des kaufmännischen Schul­wesens noch eine weitere, sehr fühlbare Lücke, da für die volksschuleutlassene Fugend keine öffentliche Handelsschule mit vollem Tages­unterricht vorhanden ist, deren Besuch von der Fortbildungsschule befreit. Manche Eltern haben aber den dringenden Wunsch, ihre Kinder über die Volksschule hinaus im vollen Genuh der Schulerziehung zu lassen. In anderen hessischen Städten sind zu diesem Zwecke auf der Volks­schule ausgebaute Klassen mit erweiterten Lehr­zielen errichtet. Hier in Giehen müssen 14jährige Kinder mangels anderer Bildungsmöglichkeit in die Fortbildungsschule gehen, auch wenn den Ellern dieser Dildungsweg nicht zusagt.

Um dem abzuhelsen, soll, dem Beispiel der Städte Mainz Offenbach und Darmstadt folgend, eine öffentliche Handelsschule ab Ostern 1925 mit 30 Wochenstunden gegründet werden. In Deutschland sind bereits ca. 400 solcher Schu­len. Durch Verfügung des Landesamts für das Dildungswesen vom 5. April 1921 ist nun be­stimmt, dah nur der Besuch einer Fachschule mit zweijährigem, geschlossenem Fahres- rmterricht die Schüler vorn Besuch der Pslicht- svrtbildungsschule befreit. Deshalb wird die Schule als zweijährige eingerichtet.

Welche Ziele verfolgt nun die zweijährige Handelsschule? Sie will den Schülern und Schülerinnen vor Eintritt in das praktische Ge- schäftsleben eine theoretische Ausbildung in ihrem Berufswifsen geben, ihre allgemeine Bil­dung erweitern und an ihrer Ausbildung zu tüchtigen Staatsbürgern und Menschen mitwirken. Der Kern des -Unterrichts sind die handelstechni­schen Fächern Handelsbetriebslehre mit kauf­männischem Schriftverkehr, kaufmännisches Rech­nen unD Buchführung. Daran schließen sich die Wirtschaftserdtunde und die Warenkunde an, in der Handelsschule für Knaben im zweiten Fahre auch die Grunktzüge der deutschen Wirt­schaftsgeschichte und der Volkswirtschaftslehre, um in den angehenden Kaufleuten Verständnis und Fnteresse für das alles beherrschende Wirtschafts­leben der Gegenwart zu erwecken. Die Lcbens- und Bücgertunde will durch Belehrungen über körperliche und geistige Selbsterziehung zur Tüch­tigkeit in Arbeit und Leben und zur Erziehung von Bürgern und Bürgerinnen mithelfen, die mithenkeird und midarbeitend am staatlichen Leben des Volkes teilnehmen. Die Fächer für Schreib- technik: Schönschreiben, Maschinenschreiben und Kurzschrift sollen die Fertigkeiten vermitteln, die für. den modernen Dureaubetrieb ganz unent­behrlich sind. Entsprechend den diesbezüglich hohen Anforderungen, die besonders an die weib­lichen Hilfskräfte gestellt werden, wird auf diese Fächer in der Handelsschule für Mädchen beson­ders Nachdruck gelegt.

^.Zu dieser rein beruflichen tritt dann die sprachliche Ausbildung hinzu. Diejeni­ge?. die aus einer höheren Schule schon Vor- keimtnisse in fremden Sprachen mitbringen, bauen diese nach der praktischen Seite weiter aus und werden in die französische und englische Hlrnd.kskorvcspvndenz eingeführt. Schüler ohne fremde Sprachkenntnisse erlernen in fünf Wochen­stunden die Grundzüge einer fremden Sprache (Englisch), um auf dieser Grundlage später in frei­williger Arbeit je nach Bedarf und Neigung Weiterarbeiten zu können. Aber alle, ohne Aus­nahme sollen im deutschen Unterricht die herrlichen Schätze unserer Muttersprache kennen lernen, um zu erkennen, was sie am Deutsch­tum haben und um für alle Zukunft deutsch zu fühlen.

Auch für die körperliche Ertüchtigung mutz in den so außerordentlich wichtigen Ent- «11111 '1TUM III.IIU)

Seltsame Flitterwochen.

Roman von Arnwld Fredericks.

50. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Mit Hilfe Bernets leg e er Dural! auf em Sofa und ließ fich Drainoy und eine Schüssel kalles Wasser geb^n.

Unter Bern ts erfahrener Behandlung wu de die Wunde d.s Detektivs gewaschen und mit einem Notverband v r ehen: er gelangte wieder zum Bewußtem. Ei-n Schluck B and) hatte ihn bald über die Erchöpsu g weggeh Ifen. und er ertlärte. er w U. ,.ach P flO rn t.ahre.r. Der Prä­fekt versuchte ihn vergebens davon abzubringen.

Die Nach rächt, die Duvall im Zimmer des Chauffeurs erhalten halle. daß die um Hilfe bittende Person Grace, seine eigene Frau, sei, erschien ihn so g hämnisvell, so vollkommen unerklärlich, daß er keine vernü ftg: Ausle ,u g dafür finden konnte. Es gab da nur eines selbst hineilen und der Sache auf den Grund gehen. Er erwartete ja nicht, Grace dort zu finden, und doch was konnte die Nachricht anderes bedeuten?

Als er eben aufstand und seinen Entschluß, nach Pasch mittuzehcn. wlld.rh te stür c i zwei Diener in ui* Bbli'thtt und teil en m i er chrocke- nen Gesichtern m.t, Francois I eg: gff: seit und bewußtlos auf lern Boden seines Zimmers.

Stapleton blickte ra ch auf Duvall.

Es stimmt. Herr Stapleton," rief der De­tektiv.Der Bursche ist einer der Bande." Er wandte sich an Lef?vre.Sie hätten befer getan ihn sofort zu verhaften. Und wenn FH. Wagon hier ist. so wollen wir ihn nehmen statt den des Herrn Stapleton. Es ist kein Augenblick zu ver­lieren."

Wahrhaftig! Mein Auto steht vor der Tür. Bernet," <r wandte sich an seinen Gehilfen,einer Ihrer Leu: soll diesen Schurken Frangois be- tracren. Wir müssen augenblicklich fort."

Staple io n umarmte Turne Frau und küßte sie zärtlich.Quäle dich nicht, meine Lieix," tag c et.Fn einer halben Stunde bi i ich mit Ca.. zurück. Kommen Sie," rief er den anderen zu , 'jchritt zur Tür. .Verlieren wir jetzt ferne Zeit.

wicklungsiahren durch Turnen und Spielen aus­reichend Sorge getragen werden. Daß an freien Nachmittagen Gelegenheit gegeben wird, in frei­willigem Zusammensein deutschen Gesang unD deutsche Musik zu pflegen, sei noch angeführt.

Während durch die bisher angegebenen Fächer die Aufgabe für die Knabenklassen er­schöpft ist, hat die Handelsschule für Mädchen noch eine besondere, ihr eigentümliche Aufgabe. Entsprechend der Doppelstellung der beruflich tätigen Hausfrau muh die weibliche Fugend auch zu klugen Hauswirtinnen, die wissen, daß sie Dolksvermögen verwalten, und zu rechten Müt­tern mit Sinn für ein gesundes Familienleben erzogen werden. Daher erhalten die Schülerinnen im zweiten Fahre neben der Fortführung der beruflichen Fächer besonderen Unterricht im Kochen, in Hausarbeit, Nadelarbeit uni) Ge­sundheitslehre nebst Säuglings- und Kranken­pflege.

Cs darf mit Sicherheit erwartet werden, dah so vorgebildete Schüler und Schülerinnen den Anforderungen, die in größeren Geschäften in Handel, Fndustrie, Danken und Verkehrs­betrieben an tüchtige Hilfskräfte zu stellen sind, sich gewachsen zeigen werden. Aber auch für den mittleren Dienst bei städtischen und staatlichen Behörden, wie Post, Eisenbahn, Zoll- und F.nanzdienst, Verwaltung dürfte eine solche Vorbildung eine geeignete Grundlage sein und mancherlei Vorzüge bieten. Daher strebt der Deutsche Verband für das kaufmännische Bil- dungswcfen an, taß die erfolgreichen Besucher zweijähriger Handelsschulen dieselben Berech­tigungen für das praktische Leben erhalten wie die Besucher der sechs klassig en Realschulen. Dah der Wert der Handelsschulbildung auch regierungsseitig anerkannt wird, geht daraus her­vor. daß das preuhische Handelsministerium die zweijährige Handelsschule mit Berechtigungen zum Eintritt ihrer Absolventen in den Staats- und Kommunalbeamtendienst auszustatten plant. Fn Hessen muß der Gedanke auch bald Platz greifen. Fetzt schon befreit der erfolgreiche Besuch von der weiteren Fortbildungs­schulpflicht. Die Leh rherren, insbesondere die Fnhaber größerer Geschäfte haben durch Ein­stellung von in der zwestährigen Handelsschule vorgebildeten, vom Fortb ldungsschulzwang be­freiten Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, das für sie so lästige Nebeneinander von Schul­besuch und Tätigkeit im Geschäft zu umgehen. Außerdem bekommen sie wesentlich besser vor­gebildete Kräfte als bisher. Sie haben daher ein ganz besonderes Fnteresse daran, die neue Einrichtung zu unterstützen und zu fördern durch Verkürzung der Lehrzeit ujn ein Fahr. Mit einer kaufmännischen Lehrzeit von nur zwei statt 3 Fahren werden alle Lehrherren gern ein­verstanden sein, zumal sie während dieser zwei Fahre die Lehrlinge ganz haben und die Lehre nicht mehr durch wöchentlich zweimaligen Schul­besuch gestört wird.

Fn einer kürzlich stattgefundenen Beratung des Kuratoriums der Höheren Handelsschule über den neuen Schultyp ist die Errichtuirg einer zweijährigen Handelsschule von allen Seiten sym­pathisch ausgenommen worden. Bei der obersten Schulbehörde sind bereits Schritte unternommen, damit die Schule als öffentliche Anstalt dem Landesbildungsamt direkt unterstellt wird. Das Lehrerkollegium wird durch Anstellung von neuen, akademisch und beruflich vorgebildeten Lehrkräften erweitert werden.

Die Aufnahme der angemeldeten Kinder soll vom Bestehen einer Aufnahmeprüfung ab­hängig gemacht werden, damit Gewähr dafür ge­geben ist daß die Schule tüchtige, qualifizierte Kräfte dem Kaufmannsstand zuführt. Durch einen recht frühen Prüfungstermin, der noch bekcrnntgemacht wird, ist Gelegenheit gegeben, daß sich die Nichtaufgenommenen ariders um­sehen können. Aber auch die Aufgenommenen haben während ihrer Schulzeit noch Gelegenheit, ohne vertragliche B.ndung sich auf ihre Geeignet­heit für den kaufmännischen Beruf zu prüfen unD rechtzeitig eine andere Berufswahl zu treffen. Die Eltern wollen jetzt bereits überlegen, ob sie von der neuen Bckdungsgelegenhrit ihrer Kinder Gebrauch machen wollen und Anmeldungen schon bald an die Schulleitung richten, damit der voraussichtliche Besuch früh genug überblickt wer­den fann. Ein Schulgeld muß etwa in Höhe des an höheren Schulen üblichen Geldes verlangt werden, da die Schule sich, abgesehen von einigen, in ihrer Höhe noch nicht festgelegten Zuwendun­gen interessierter Körperschiften und Verbände,

Kurz nachher fuhr die ganze Eeellschaft, die aus St.chl.t >n, Duvall. Lef v e B rn-et unb dem Chau.ßuc ces Prä^kten bestand, m.t einer Ge­schwindigkeit nach Passh, die alle Verordnungen mißachtete und die vereinzel en §u g inger, die cs wagten, ih.en Weg zu kreuzen. ve a layte, zu ih er Sicherh.it erschrocken aus die Gehwege zu eilen.

Duvall erklärte unterwegs ite geh imnisv lle Nachricht, die er du ch Lich z i en e tzal.en hat e. Niemand, außer Lesevre, verstand sie. Er gab einen tiefen Seufzer der Erleichtern rg von sich Graces fortgesetzte und unerklärliche c-cbwe enh.it hatte ihn icftc beunruhigt. Nun beginn e Die Ursache zu verstehen. Der Teil von Duvalls Erzählu g, der von Eile sprach, der Rus n ch unverzüglicher Hilfe, machte ihn besorgt. Er beug c sich zu seinem Chauffeur vor und spornte ihn zu noch größerer Eile an.

Tie Bäume und Häuser längs der Avenue Kleber und spätrr der Rue Fränkin wurden von dem rasenden Auto in Sllmbwolkem gchüll!. 3n unglaublich kurzer Zeit big der W -gen in die Rue Nicolo ein und donnerte auf Nurn ner 42 los.

Bernet war der erste, der zum H 'use hi iauf- cilte, Duvall und die anderen folgten dich! hinter ihm. Als sie an der Tür waren und laut klopften, hörten alle den Lärm innen, den Rufen, Ge­schrei und ein Fall fügten. Sofort warfen sich die vier mit aller Kraft gegen die Tur und sprengten sic.

Fm Halbdunkel sahen sie ein schauerliches Bild. Am Boden lag, bewußtlos,< eine Frau und hielt in ihren Qlrmen ein Kind fest, das in einen langen, grauen Kittel elllgewickelt war. Fm dunkeln Gang, der zur Rücksei.e des Hauses führte, verschwanden die Gestalten von zwei Män­nern Einer derselben wandte sich um. als die Angreifer- cindrangen, und schleuderte ihren die brennende Kerze, die er trug, entgegen. Die ganze Szene war nigenblicklich in Dutt lhrit versetzt. Das Aufblitze.> der Kerze jedoch hotte genügt, am wenigstens eine t der Ge olllchcrft mit Freude | zu erfüllen.

St .. ivi das bleiche, w i ende G^

ge autuea Knaben, u d I ^"cktL ich, um ihn zärtlich in die Arme zu nehmen.

vorläufig selbst tragen muß. Mit der Einrichtung dieser Schule wird für die nächste Zeit ein gewisser Abschluß int Ausbau des hiesigen öffentlichen kaufmännischen Dilhungswesens erreicht sein.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

D Lich. 18. Nov. Aus der jüngsten Ge- meinderatssihung ist folgendes zu be­richten: Der Bürgermeister lege den Entwurf einer Ortssatzung betr. den Beitrieb aus - wärtigerSchafezur städtischen Schaf­herde zur Genehmigung vor. Die er Entwurf sieht u. a. vor, dah, solange die hier vorhandenen Weideflächen für mehr Schafe Nahrung bieten, als die hiesigen Einwohner Der städtischen Schaf­herde zutreiben. durch Gemcrnderatsbeschiuh der Beitrieb von Schafen auswärtiger Beitzer zu- gelassen werden Eann. Die Höhe des Weidegeldes ist durch Gemeinderatsbeschluß jeweils für ein Fahr sestzuseyen. Die Befolgung verschiedener seuchenpolizeilicher Vorschriften ist Voraussetzung für die Gestattung des Teitriebes. Der Gememde- rat stimmte dem Satzungsentwurf zu. Das hiesige Postamt hat seine Schalter stun­den abermals um eine Stunde ver­kürzt, und zwar find diese auf die Zeit von 811 llhr vormittags und 2b älhr nachmittags festgesetzt worden. Der Genteinderat erblickte in die,er Beschränkung der Dienst stuaden des Post­amtes eine starke Benacht eiligung der arbeitenden Dev ölkerungsschichten, die bei der jetzigen Regelung ohne Derdienstaus- fall den Postschalter nicht besuchen können, und beauftragte den Bürgermeister, bei dem Hessi­schen Landgemeindetag vorstellig zu werden, damit in dieser Sache, die die breiteste Oeffentlichkeit nicht nur unserer Stadt, sondern auch des ganzen Landes angeht, von feiten des Landgemeindetages Schotte zur Herbeisüh.ung eines besseren Zustandes unternommen werden. Die städtische Hundesteuer tour02 vom 1. Januar 1925 ab auf jährlich 10 Mk. festgesetzt Für den mehrfachen Hundebrsitz wird ein Zuschlag in der Weise erhoben, dah für jeden folgenden Hund 20 Mk. mehr als für den vorhergehenden zu bezahlen sind. Der erste Hund kostet danach 10 Mark, der zweite 30 Mark, der dritte 50 Mark, der vierte 70 Mark usw. Fällt der Beginn des Hundebesitzes in die 3eit nach dem 1. Juli, dann kommen nur die halben Beträge in An­satz. Ein Gesuch der Mitteldeutschen A n n o n c e n - E x p e d i t i v nH e r s o" in Gie­ßen um Erlaubnis zur Aufstellung einer Reklame­tafel auf dem städtischen Gelände in der Bahn­hofstraße fand unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs gegen Revers und Zahlung einer jähr­lichen Anerkennungsgebühr von 10 Mark An- nähme. Gegen ein Gesuch der Deutsch- Amerikanischen Petroleumgesell­schaft um Erlaubnis zur Aufstellung einer Denzin-Strahen-Pumpe wurden grund­sätzliche Bedenken nicht erhoben; jedoch kaim eine endgültige Stellungnahme erst bei Vorlage ge­nauer Pläne über die beabsichtigte Anlage er­folgen. Die Verzeichnisse der definitiv unern- bringlichen und der zu liquidierenden Ausstande der Rechnung für 1923 wurden nicht beanstandet. Auf Anregung des Kreisamtes Gießen hin wurde die Vergütung der Feuervisitatoren vom 1. Oktober 1924 ab in gleicher Weise wie für die staatlichen Dauschatzer festgesetzt, und zwar derart, daß bei Aenderung der Gebühren der Bauschäher auch diejenigen der Feuervisitatoren sich ändern. Dem Emil Funker zu Lich wird ein städtisches Daugrundstück im Wege des Erbbaurechtes unter den hierfür ausgestellten Be­dingungen überlassen. Das Wartegeld der G emeindehebamme wurde ab 1. April 1925 neu festgesetzt. Außerdem fanden verschiedene Dau- gesuche und kleinere Vorlagen ihre Erledigung.

ri. Hungen, 18. Nov. Zwe i Zusam­menkünfte von Pfarrern der älmgegend sanden gestern hier imSolmser Hof" statt; am Vormittag eine amtliche Konferenz der evangeli­schen Geistlichen des Dekanats Hungen unter Leitung von Dekan Engel, Obbornhofen, auf der Missionar Spaich, Frankfurt, der in den Gemeinden Oberhffsens wohlbekannte Vertreter der Basler Mission, einen Vortrag hielt über Pflicht und Recht der deutschen evangelischen Mission, und am Nachmittag wurde unter Vorsitz von Pfarrer D. Fritsch, Ruppertsburg, eine Pfarrveremszusammenkunft gehalten, auf der in

Duvall war nicht mehr im unklaren darüber, ob die bewußtlose Frau die vermeintlich^ Polizei- agentin, Fräulein Goncourt. war oder Gra e, sei. e Frau. Er nahm sie auf die Arme und trug sie hinaus an die Luft.

Bernet, vom Präfekten gefolgt und dem Chauffeur, der sich ihnen sogleich angeschlossen hatte, lastete sich furchtlos durchs den dunklen ®ang, durch welchen die zwei Männer zu fliehen versuchten.

Wil lautem Krach flog die Hintere Tür auf, eine Reihe von Schüssen folgte, die Bernet aus seinem Revolver auf die Fllehen tan abgab.

Fn einem Augenblick war die Sach: erledigt. Der vordere Der Männer machte kein Hal es Dutzend Schr'ttte im Garen, als ec g'tr.ffen nie­derstürzte, fein Genosse erh>b, um Etaodc flehend, die Hände und ergab sich.

Rasch war er gef.ff lt, und Becnet. der sich über den Verwundeten borgte, wies den Chauf­feur an, sofort eine Amvulanz zu holen.

Gefetzte kehrte eilig auf die Straße zurück. Sein einziger Gedanke galt nun Grace. Er wünschte innigst, daß ihr kein ernstliches Leid zugestoßen sei, und es siel ihm ein, daß Duvall die Täuschung leicht bitter empfinden könnte, d.e mit ihm getrieben worden war.

Der letztere war jedoch nicht zu -Vorwürfen aufgelegt. K mm hatte er seine bewuhtlo e Bürde auf Die Straße gebracht, als Grace Die Augen aufschlug, ihre Arme um feinen Stacken schlang und ihn küßte.

Richard! Richard!" rief sie glücklich aus. Fch bin so froh so froh!" Dann blieb sie zufrieden in seine Arme gechmtaft.

Dem Detektiv stand der Verstand still. Er konnte sich die Gegenwart seiner F au. Die er so kurz vorher friedlich in der rosenurnsponnenen Veranda ihres Heims in Maryland verlaffen hatte, hier in Paris und unter so unerllärl.chen traurigen Ülmständen nicht erklären.

Cs schien unglaublich, unwirklich doch Da bewies Grace, die Arme um seinen Hais schlingend, mit ihren sen auf feinen Lippen ie Tat fache. Er sckh Lefrvoe, als dieser sich zu ihnen gesellte, nur oerbutjt an, konnte jedoch nichts sagen.

langer und lebhafter Aussprache amtliche An­gelegenheiten erörtert wurden.

r. Nieder-Bessingen, 19. Nov. Es be­steht Hoffnung, daß die Gemeinde jetzt wieder die schmerzlch vermißte, von allen Einwohnern schon lang ersehnte dritte Glocke anschafft, die seinerzeit ein Opfer des Krieges geworden war. Ein von der bekannten Glockengießerei Rinker in Sinn ausgearbeiteter Voranschlag sieht für die neun Zentner schwere Glocke eine Ausgabe von 1575 Mark vor.

Kreis Büdingen.

Nidda, 17. Nov. Der Männerge­sangvereinS ä ngerkränz", Der bereits auf ein 85jähriges Bestehen zurückblickt, hat bei allen seinen Veranstaltungen eine große Gemeinde hinter sich. Dies zeigte auch wieder sein gestriges Herbstkonzert, das unter Leitung Des Herrn Dap per im Ganbrinussaale stattfand. Ein sorgfältig ausgewähltes und gut durchgeführtes Programm war für den Erfolg des Abends be- sttmmend. Der Chor folgte willig und verständ­nisvoll Der führenden Hand und lieh sich vom weichsten pianissimo bis zum wuchtigsteir-foriissimo fortreißen, ohne dabei bie Linie Der edlen Ton­gebung zu verlassen. Von den borget eigenen Chö­ren verdienen besonders hervorgehoben zu wer­den Wengeris immer packendes und mitreißendes Geisterschiff" und Hegars ewig schörresMorgen im Walde" Simmermachers reizende Kompositio­nenDie Rose von Burgund" undWenn ich ein Vöglein mär", die sich so leicht ins Herz der Zuhöver singen und helle Begeisterung wecken, fanden treffliche Wiedergabe. OtGegraben» ,3äger airs Kurpfalz" muhte wiederholt werden. Die Darbietungen desKaiser-Orchesters", die Den gesanglichen Teil ergänzten, standen- auf gleicher musikalischer Hohe und warben, für Den Erfolg des Abends, den derSängerrranz", ein Mitglied DeS Niddatal-Sänger­bundes, für sich buchen Darf.

Kreis Schotten,

cd. Eschenrod, 18. Nov. Hier verstarb Der Landwirt Wilhelm Kunkel, eine in Den Kreisen der deutschen Rotviehzüchter wohlbe­kannte und hochgeachtete Persönlichkeit. Bis kurz vor dem Kriege war er Besitzer eines Zuch t- hofes für das Vogelsberger Rind, dessen hervorragendes Zuchtmaterial auf allen großen landwirtschaftlichen Ausstellungen der Vorkriegszeit die höchsten Auszeichnungen errang. Seinen Bemühungen um die Höherzüchtung der heimischen Rindviehrasse ist es zum Teil zu ver­danken, dah heute ein großer Teil der Vogelsber­ger Bauern einzusehen beginnt, dah in die beson­deren Klima» und Futterverhältnisse unseres Ge­birges allein das heimische Rotvieh paht und zur alten Zuchtrichtung zurückkehrt. Fast 20 Fahre lang war Wilhelm Kunkel Mitglied der Kreiskörkommission, und seine von gro­ßer Sachkenntnis getragenen Ratschläge wurden stets gern befolgt. Mit Der Gemeinde betrauert Der ganze Vogelsberg den Verlust eines Bauern von altem Schrot und Kom.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. D. O hm, 18. Nov. 3tt einer Gemein deratssitzung wurde Der Er­richtung einer Benzin st a ti o n im Keller des Kaufmanns Schweisguth, derzeitigem Fnha° bei- O. Meyer, die Genehmigung erteilt. Die gelegentlich unserer Kirmes gefaßten beiden Ein­brecher von hier wurden vorige Woche mit 3 und 4 Monaten Gefängnis bestraft

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 18. Nov. (Gig. Bericht.) Der Verein für das Deutschtum im Aus­land war vor Dem Kriege einer der größten Vereine Darmstadts; nachh r gingen die Männer­ortsgruppe, Die Akademi che Ortsgruppe und Die MädchenortSgruppe Der Auflösung en gegen. Fetzt sind sie auf Veranlassung von ©tuDienrat Dr. Weckerling- Friedberg, Dem Vorsitzenden Des LandesverbanDes Hessen, Der jetzt gegrünDel wurde, wieder ins Leben gerufen worden. Ein Schul streik ist in rf elden im Kreise Groß-Gerau beschlossen worden, weil Das Landss- bildungsamt Den freireligiösen Lehrer Klingle» aus besonDeren Gründen zwangspensio­nier t u n D f o f or t beu r ta u b t bat. Es war eine Abordnung aus Dem Dorfe nach Darmstadt gesandt Warden, um zu erwirken, Daß die Maß­regel rückgängig gemacht werde. Dies wurde ab- gelehnt, warauf eine öf entlitze Versammng den Streikbeschluß faßte. Ms jutzt fehlten nur wenige

Es scheint," bemerkte Der Präfekt mit feier­lichem Lächeln,daß nicht nur Stapleton fein Kind, sondern Sie auch Fhre Frau gefunden haben."

Duvall runzelte Die Slime.

Wie kommt sie hiercher?" fragte er.

..Darüber sprechen wir später, Lieber Freund," erwiderte Lefevre ruhigJctzt sch'.ag» ich Ihnen vor, gleich zu Frau Stapleton zurüchusahren. Fhr Her; bricht vor Äumnter/ Er nahm Graces 21 rm und half ihr in den Wagen, in Dem sich Stapleton mit feinem Sohn beta.iD.Zihnen, liebes Kind," sagte er, als Grace in den weichgepolsterlen Sitz sank,berDanft Frau S apleton all ihc G.ück."

Bei Frau Stapleton erschien bat) Darauf eine vergnügte Grsallsch ft. Duvall bi.t; aus Freude über Graces Anwesenheit seine Wunde völlig vergessen; Grace war von Dem Schlag, Den ihr Der Erpresser versetzt Hatte, nur augenblicklich betäubt worden und strahlte jetzt vor Glück, ihres Mannes Arm um sich zu fehlen.

Lefevre fuhr die beiden nach seiner Woh­nung, .vachdem sie Den Knaben seiner Mutter gebracht hatten. Das Glüa Der wiederher einten Familie des Bankiers war zu groß, um auch noch für Teilnahme in Der Angelegenheit Richard Duvalls und seiner Frau Pl'tz zu (a sen, zudem wollten diese allein fein. Es sch an be.Den, als feien Fahre vergangen, seitdem sie sich ge­sehen hatten; sie konnten kaum denken, Daß es nur wenig mehr als vierzehn Tage waren.

'Besonders Richard konnte Die wirkliche Lage nicht recht fassen. Er beftürmtc Grace mit un­zähligen Fragen und tonnte lamn glauben, Daß er in den letzten Tagen wenigsters bei vier Ge­legenheiten ihr auf Reichweite nahe war, ohne sie zu erkennen.

Lefevre riet ihm, Di: ganze Frag: bis yim nächsten Tage rühm zu lasen.Ci: sollten stolz auf Fhre Frau fein, Monsieur, sagte er ernst. Tenn ich zweifle, cb ohne fie S.apleton seinen Knaben wiedergesehen bitte, ilnb da fällt mir ein, er lachte boshaft Daß ich Die kleine Wette gewonnen habe. war Fräulein Gon- court, in meinem Dienste, Die das verlorene Kind entDaft hat."

(Fortsetzung folgt.)

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