m. 275 Swetter vlatt
glefientt Anzeiger Mneral-Anzergrr sllr Gberhesscit) Mlttwoa), 19. llvvemoer |92)
2lus dem Reiche der Frau
Dom hygienischen Sitzen
ist
mit reinem hinterher noch nachreibt.
weise besondere 2ürfmerffamteit schenkt, denn auch ^er ^-itt der So-, tob jcde3 gute Beifp.el fördernd und befruchtend wirkt.
menn man sie vor dem Denäffen Spiritus herausleibt und erst mit abgekochtem erkalteten Wasser
wurde. daS ihren ersten Eintritt in das Parlament
Zk t fwim
lung, in der llütte in r>o;icr Gröhc Lady Astor, eine au Herr», den «ich sympathische schlanke Erscheinung. Ihr zur Seite eben toll* In voller ®vdöc — ihre lviden politischen Palen Lord Balfour und Lloyd George. SVid Bild ftcllt den Augenblick dar, ivo Ltidy Astor, bc» fllcitet von den beiden Männern, zum ersten Alale den Parlamentssaal betritt, um ihren Sitz einzunehmen.
Jeder Raum muh lebendig sein. 2lur dann er schöpferisch. Er muh dem eintretendsr Sremdltng djx Konlrapu iltc der ^rsönlichkeit oclfcn entgegenklingen lasen, der ihn Tag für Sag mit seiner öcyennxiri crrullt. Mai muh cd suhlen in jedem Raune, dah der Meisch d.r.n das Wesentlichste ist. Darum ist es rer^ngnis- voll menn ein prunkvoller Raum die Person- lichkeu eines Menschen gänzlich verschlingt. Darum gehört feiner eine geurije llebenvindung k-rzu. sein Leben lang in eitern Mu eum he.unt- zusiyen, das eigentlich ein Heyn sein solle.
Obst- und Rottveinflecke za entfernen. Aus Tschwäfche schar'moen sie rasch wenn man sie straff über einen Topf mit lochendem Wasser spannt und aus einiger Entfernung einen dünnen Strahl kochendheihen Wassers daraufsprudeln läht. Aus Wollstoff und Seide schwinden sie,
Oer Raum als Rulturbezirl
Don FritzDiettrich.
len. Wenn zur Leitung neben dem ausgebildeten Turnlehrer, dem im wesentlichen die eiqenllichen Turnstunden zufallen, alle Lehrkräfte, die durch reichhaltige, vielseitige, vom Staat zu unterstützende Lehrgänge allmählich in alle Gebiete ber kör perl .chen Erziehung cinzusühren sind herangezogen werden."
der Leipziger Mess?, zeigen, we'che Zukunft daS »Blaudruck Woywod-Kleid" in Deutschland haben w rd.
Die Woywodschen Kl ider aus beiderwand- artigen Stoffen gehöien schon nicht m.hr zum Tegrisf einer neoen ländlichen Tracht, sondern jenem anderen, eingangs genannten: dem Stilkleid. Wir möchten d runter oerst hen eine ins Zeitlose und natürlich-schöne abgewandelte Mode, in Material und Ausführung von aus- ge'prochener, bewuhter Qualitätsarheit. So kennzeichnen gerade Zeitlos gk it bei einer ge- hobenen Beziehung zum j.v>e ligm Linienstin der Mode das Wohwodfche Alltag,- und Wan- derlle-.d: ein leichteingehnltener, buntgestreifter Wollrock, fests.hend an einer ärmellosen bis zu den Hüften reichenden, halbosfe.nen Weste, aus gle-chem Stoffe, nur mit averlaufendem Streifen Cmc leichte, Helle oder dickere bunflere aber immer einfarbige ganz einfach glatt? Bluse wird darunter gezogen, auf de Strahe, bei kühlem i?™1- über das Ganze e:n passend dunkles bL zum Aockanlatz reich-n>. entweder mod^ch als lose Zacke geschnitten oder leicht in der Ta lle g gürtet mit ab sehendem Schohe Auch die anderen, modisch-städtischen Aleidec und Strc-Henkostüme der Woywodschen Werkstatt zeigen, welche groben Entwickl mgsmög ichkriten imb zeitlos ästhetischen Wert, dem Stilkleid gegeben sind, toenn einer wirklich schdp'e Phantasie und wirllich handwerklich g schulten Händen seine Pflege überantwortet wird Laad- tracht, Stillleio. Mod: ,cbe von uns hat je nach LeberLsorm, Gestalt, Geldbeutel und Ges nnung heute die Wahl. Wie sagte doch die verstorbene Eleonora Düse: »Schön sein, ohne schön zu sein, das ist die wahre Kunst
tfür den n rdisthen Menschen ist eine Kultivierung des Raumes brennende Rotwe idigleit. Sür den südlichen Menschei ist sie Lurus. Wr brauchen uns durchaus nicht erst in eine i Rebel von Romantik einzuhnllen, um dem Hirn als Kullurbezirk Zuges! ä n dm s e zu machen. Wi können unser g.-sarn.eS Dasein nicht hi ious auf die Strahe fegen wie der Südländer Wir können unsere innerlichsten Stunden nicht in Easi-s und Gattwirtschaf en abrvllen und die Grenz 'iählc kes Hanns umlegen, um ewig Kanki atci des Au^e - blicks zu sein. Wir konnten es wohl tun, doch nur auf Kosten unserer seelischen Be ujtümcr Tenn wenn es wahr ist. dah der Raum uns Germanen eine Notwen'igkeit be eutet. so entspringt diese Nolwendigke.t bessimmi nicht aus den Härten des Klimas, sondern hauptsächl.ch aus einer Summe seelischer Motive.
Das letzte Jahrhundert Hal dem Raum alles Organische und all« Intimität genommen. Der bildende Künstler verlor die notwendigsten Beziehungen zum Raum. Wo und toi? 'ein W rk untergebracht wurde, fing an, für ihn gleichgültig zu werden. Dom Kunstgewerblichen, Hnn'- toerllichen räumte er ein Dasein zweiter Klasse ein. Ein« ästhetisierende Schar wuchs auf, dir tn hochmütiger Weise alles ablehnte, was sie zu Auseinandersetzungen mit Ma er alp r bl me i zwang. Selten wäre einer von ih len imstande gewesen, eine Wand in einem Raum? so zu behandeln, dah sie einen douebhaiften, einfarbigen Anstrich bekam. Wer hätte mir in der Mitte des letzten Jahrhunderts den Satz untersch-rcben, dah zum Anstrich einer Zimmerdecke ebensoviel Liebe zur Farbe gehört, wie zu irgendeiner grofy angelegten Schöpfung?
Doch wir, die Gegenwart, haben glücklichere Pfade eingeschlagen, das Kunstgewerbe wieder tn die Bereiche der bildenden Kunst einzubo ziehen. Wenn sich die jüngste Malerei und Plastik auch in manchem geirrt haben mag aus der mutigen Eroberung und erkenntnisvollen Heiligung des Materials ist eine erquickliche Ter- bindungslinie entstanden, die zu den Gröhen der Renaissance und des deutschen Mittelalters führt.
Eine weniger glückliche Zukunft steht dem Verhältnis zwischen Mensch und Raum bevor. Die Zivilisation ruiniert auch dieses noch Sn einem Fieber von Verzweiflung wird alle Heimlichkeit des Raumes zugrunde gehen. wenn nicht jedes einzeln« Volk aus sich heraus die furchtbare Kathedrale des Ameritanismus zu vernichten mithilft.
Das neue Geschlecht, das der Gottheit wieder bis an di« Schulter reichen will, hat auch her ein Teilgebiet seines Wirkens. Hier trete es aus seiner überlangen schöpferischen Pause heraus und schaffe den Ort zu einem Kulturbezirk, auf dem sich ein Dasein voller Wesentlichkeiten entfalten soll.
Umgang mit Kindern.
h„,JEncJ®rf e^!.° Solche, nur weniger gesund- h<itsschadliche Unsitte wie das Küssen kleiner V" & "lcht die eigenen find - ist schreien" dieser wehrlosen Wesen. JLian oeobadjte nur einmal, wie unnötig laut die mciftcn Erwachsenen chrem Wohlgefallen an emem niedlichen Kinde Ausdruck geben Sie neigen sich entweder tief über das Bett chen resp. den Kinderwagen des Reinen Erdenbürgers ooer kauern sich vor dem Dingelchen nieder und ..trompeten' ihm ihre Zärtlichkeit förmlich aus nächster Rahe ins Gesichtchen Wenn dann das ^'nd zu weinen anfängt, weil es natürlich die laute, oft genug noch recht schrille Stimme unangenehm empfindet, oder davor erschrickt sind diese veiständnislo'en Kindersreunde sehr erstaunt. Man versehe sich doch einmal in die Lage solch eines Gefchopschens. besten Verstand noch völlig unentwickelt ist, und das alle SinneSeindrücke nur naiv empfängt, dessen Sinne — wie hier ®£&ör — aber sehr zart und empfindlich sind, und man wird ohne weiteres begreifen 0?» es sich feiner einzigen Waffe, des Weinens oder Schreiens, bedient, um den unerwünfchien ßarm von fich abzuwehren — Ebenso ist es ganz verkehrt, ein weinendes Kind mit grobem Wortaufwand beruhigen zu wollen, oder es r«mn es nicht gerade aus Wut oder Eigensinn schreit, gar heftig anzufahren. Leises, freund- uchos Zureden, sanftes Streicheln oder, wenn 0^ nichts fruchtet, das Hinlenken der lind- ltchen Aufmerksamkeit auf ein hübsches Spiel- gcrat ober dergl führen am ehesten zum Ziele. Auch hier heisst es. mit ein wenig Liebe und Geduld der kindlichen Psyche nachspüren. Der ^"cke. fleine Körper empfindet schon da einen Schmerz, wo der Erwachsene noch gar nichts spürt und nicht anders ist es mit der Seele des Kindes. BKnn z. B Mutti, womöglich gar zum Aus- geben angekleidet, aus dem Zimmer geht, empfindet das Klein« einen grenzenlosen Kummer weil es ja noch nicht begreift dah die Trennung nur von kurzer Dauer ist. Alles das soll man «>• . uumer vor Augen halten, wenn man mit Kindern zu tun hat und man wird in ihrer Behandlung seltener sehsgreifen. als das leider die Regel ist. Irma Erben-Sedlaczek, Breslau
Der Frauenausschuhzur Bekämpfung der Schuldlüge veranstal et vom 28. bis 31. Oktober in Darmstadt seine zweite Schulungstooche (Die erst« wurde fein enteil mit allerbestem Erfolg in Eisenach abgehalt en ) Es toerben dabei u. a. folgende Redner sprechen. Dr. Alexander v. Müller .Witt- schastliche Derluste und Belastungen Deutsch- lands": Frau Clara Men de. MdR: »Di« F rauen rn der Kriegs- und Rachkrieg-zeit": Dr Rose Kemps: »Der- Kamps um den Rhein": F.au v. Tiling, Md. L.: »Der Kampf um daS Deutschtum im Osten".
Geringer Rückgang der Ehescheidungen. Die Statistik für daS l.-yt« 3ahr jetgt, dah di« Ehescheidungen in Deut'chland «ine geringe Abnahme erfahren haben Allei ding- beträgt ihre Zahl heute noch mehr al- daS Doppelte gegen 1914. 3m letztgenannten Jahr betrug sie 16 000, 1919 über 22 000, 1920 über 30 000, 1921 über 39 000, von welcher Z fser sie nun auf 36 548 Fälle zurückgegangen ist Aber auch beute noch kommt auf ein Dutzend Eheschließungen ein« Scheidung
Deutsche Polizeibeamtinnen zur Ausbildung in London. Da man sich üi Köln mit dem Plane trägt, auch ton bliche Beamtinnen bei den vielfältigen Aufgaben der dortigen Polizei zur Unterstützung peranzuzirhen, hat man, einer Anregung deS weiblichen Londoner Polizeikorps folgend, mehrere deutsche Beamtinnen mit sozialer Vorbildung nach London gesandt, um sie dort für ihre speziellen Ausgaben sachgemäß ausblden ,vu (affen. Diesen weiblichen Polizisten sollen in erster Linie ortsfremde und verlassene Frauen anvertraut werden, weiter ihre Hilfe bei der Bekämpfung der fitilidjen Verwahrlosung von Frauen, Mädchen und Kindern, weit- gehend in Anspruch genommen werdea
Die tägliche Turnstunde.
Diel mehr ist cs notwendig, dah die Eltern namentlich di« Mütter, darauf sehen, dah neben der geistigen Erziehung in der Schule die körper- lrche Ertüchtigung nicht vernachlässigt wirb. Hier liegt, namentlich bet den Mädchen, noch vieles im argen. Beherzigenswert sind die folgenden Leitsätze die die diesjährige Hauptversammlung des Sächsischen Tumlehrervererns angenommen bat und die sich alle Eltern zu eigen machen füllten: „Die gesundheitliche Rot der Jugend unserer Zeit erforbert mit zwingender Not- tocrtbigfeit, dah in den Schulen aller Art für alle Schüler und Schülerinnen die tägliche Stunde für körperlich« Erziehung durchgeführt werde. Die entgegen stehen den Schwierigkeiten, wie Mangel an Turnhallen, 2um- und Spielplätzen. Schwimmbädem und ausgebildeten Tumlehrkräften. muh die Regierung unverzüglich durch Bereitstellung von ausreichenden Mitteln zu befeitigen streben. Die Zeit dafür ist zu gewinnen durch Beschneidung der Stundenzahl, die in überaus reichem Mähe der rein geistigen Schulung gewidmet ist. Die tägliche Stund« für körperliche Erziehung ist durchführbar, wenn wöchentlich drei Turnstunden erteilt, im Sommer wöchentlich zwei Spiel- sturrden, an deren Stelle im Herbst Märsche, im Winter Eislauf, Rodeln und Schneefchuh- laufen treten, eingesetzt werden. Wenn in der Rähe liegende Bäder mit Klassen besucht, täglich Frei- und Atmungsübungen im Freien in den Stundenplan eingefübrt. Tum- Märsche veranstaltet, in günstig gelegenen Randschulen wenig belebte ©traben zu Laufübungen, nahes Feld zu Geländeübungen benutzt werden' Wenn bei ungünstigem Wetter an Stelle der planrnähigen, nicht durchführbaren Leibesübungen Frei- und Atmungsübungen im Zimme bei offenem Fenster, Gesang von Volks- und Marschliedern. Vorträge aus der Volks- und Turn- geschichte. der Körper- und Gcsundheitslehre tre=
wieder auszugraben auS der Tiefe alter Truhen und sie sich nachzuarbeiten. Die ganze 3ug?nb- betoegung mit ihren neubelebten Dolkstan e 1, zu denen ja eigentlich eine Tracht von vornherein gehört, hat sicher ihren guten Am eil an die er Entwicklung, ebenso wie die Rot der Zeit und die allgemeine Kulturreformation, an der gerai e die besten Kräfte bei uns im Lande still und emsig arbeiten. Dann aber kommt auch die 3n- buftrie, vor allem auch die neue Deivegung für das Cb innen und Weben auf dem Land' diesen Bestrebungen entgegen, indem he. geribe auch wieder »Trachtenstof e' «r eugl toer'cn, wie es di« schwere, farbig gestreikte Dnde wind ist, die bayerischen »Wallach-' und die »Weech-Stosie , der »Warb" oder bi« prachtvoller friesi chen Wollstoffe, bi« jetzt im 3ugeidleger Klappholttal auf Sylt gctocb: werden Man w 11 aber nun leine Maskerade, fonbem brauchbare Al.tigs- lle.bung auf dem Lanbe, denn sowie die Gebildeten und die F emden sie trugen, kommen, das ist eine alle Erfahrung, auch die Eingeborenen wieder auf ihre Trachten. Davon haben sich aber natürlicherweise immer nur die prunkvollen Festkleider erhalten: und so ist man aus doppel:em Grunde auf dem Wege, eine trachtenmähice Kleidung für den Landmcnschen von fyeute neu zu schaffen.
Sehr schöne und schon praktisch erprobt« Vorschläge für eine schlesische Gebirgslleidung rn diesem Sinne wurden auf dem Trachtenfest in Schreiberhau im RiZengebirge ge.-eigt: der Hausfleihverein Warmbrunn tarn mit weihen an Hals- und Handg lecken in schwarz Kreuzstich bestickten, losen öeinenblufen, telltoeise jumperartig hängend, gestteftem b nen Wol - rod und ärmellosen, einfarbigen 3ackenwesten für ine Frauen und Mädchen, die Männer trugen
Küche und Haus.
Gebackene Würstchen mitSalat. Käsebrötchen. Mische nicht zu weichen Kartoffelbrei (ti>. ettrxts QHcbl dazu) mit einem Ei und dem nötigen Salz. Nimm jedeSmal soviel von der Masie auf_ ein mit Mehl bestäubtes Brett, dah du ein Würstchen gut darin cinroHen kannst und brate die Rollen in heihem Fett zu goldbrauner Farbe.
Die Käsebrötchen sehen appetitlich aus, wenn du mehrere Lagen gollrichene und mit Käse belegte Weihbro! und Pumpemickelscheiben abwechselnd aufeinander schichtest. Die Ränder schneide glatt und teile das ganze in gefällige Streifen oder Dreiecke. — Beim Streichen vieler Schnitten ist es wirifchaftlicher, harte Butter zu zerreiben. Mit Zusatz von einigen Tropfen Heistern Wasfer geht das ganz leicht.
Don Malea-Dtzne.
Für die richtig und gesunde Körperhaltung rommt mindesten- ebenso die Srtzw.-ise in Betracht aW ber Vang. Denn die meisten M nschen bringen •n Tätigkeit mehr Tagesstunden zu. als
Setzender. Auherdem muh man . e aufrechte, gesunde Sitzhallung beim Gehen. Stehen und xnegen veernsluht. Darum lerne man durch Be» Pachtung und Regelung das hygienische Sitzen.
. Änc >T?.c num kein« zu weiche Sitzfläche, der harte Sesfelsiy ist om vorteilhasiesten Dann
■.rnQrt *ctP Dugemnerk darauf, nicht mit zusammengepi t. :<.'n Gliedern oder hingelehnten zu sttzen, sondern breit und gerade.
Dann lass« man die Fühe geradeaus auf dem Boden aufruben, doch in der Weise, dah nur die 0ohlen autruben, die Fersen etwas gehoben wer- den. DreS macht den Gang leicht und graziös, daS ander« schwerfällig und plump. Dann richte man den Körper ganz gerade, ziehe das Kreuz errr, hebe den Brustkasten fo hoch cS geht, damit dre Lungen frei atmen können, und ziehe die Ochallern etwas nach abwäns. Der Kopf muh hoch gehoben werden, die Halsmuskeln geftxmnt kE- ist die gewöhnliche Sitzweise, wie sie beim Essen, Lesen, Erzählen usw. eingehallen werden soll. Beim Schreiben haben die Arme und Hande, die sonst gelassen herabfallen oder auf «n Oberschenkeln ruhen sollen, auch ihre richtige Stellung zu nehmen. Man acht« darauf, dah die Schreibplatte nicht zu niedrig ist, damit der Rückeir nicht gebogen wird, der Kops nicht zu lief herumerhängt und der Brust korb eingedrückt wird. Die Sitzart beim Schreiben soll sich nur darin von allen anderen Sryen unterscheiden, dah die Arme richtige Stützpunkte linden. Das geschieht in der Weise, dah der linke Unterarm bequem aufber Tischplatte aufliegen muh, damit er nicht ermüde, urrd der rechte Unterarm ebenfalls eine bequeme Stutze im breiten Aufruhen habe. So kann man stundenlang arbeiten, ohne zu ermüden.
3m Anfairg wird es wohl schwierig sein und den Körper in eine Art Zwangsslellung oder Spannung bringen, mit gutem Willen ist das bald überwunden und dann ist die richtige Sih- weise zur Gewohnheit geworden. Die Lunge und baS Herz können frei arbeiten, das Blut zirku- Itert ungehemmt und auch das Auge wird geschärft. Die Muskeln werden kräftig und so kommt eS, dah eine Uebermüdung oder Uebcr- anflrengung nrcht so leicht Vorkommen kann.
Es ist auch viel zu wenig betamti, dah tn gerader aufrechter Sitzweise viel schärfer und intensiver gedacht wird, dah durch 'Anlehnen eine allgemeine Erschlaffung, ein Sich-sohen-<a fen ein- tritt und der Körper träg, der Geist faul wird. Auch daS Gähnen ist eine Folge von verweichlichtem Rachgeben.
Diele Menschen bringen ihre Gestalt durch solche Trägheit immer tiefer herunter, darum sehen wir verstältniSmähig wenig stramme und gerade Personen. Es wäre so wichttg. wenn Aerzte. Lehrer rrnd Künstler in 'Dort und Sch -ist auf klärend wirken mochten Sehrn wir uns doch die Kinder, die Schüler und Schickerrnnen an, dann die Mütter. Grostmütter, Väter und Grvst- vater, wie viele gekrümmte Rücken, eingeengte Brustkasten, in den Schullern steckende Kör fr, einseitig höher oder tiefer fallende Schultern und Hüften liebt man da und manche andere körperliche Entstellung oder Entartung. Allen könnte geholfen werden, wenn man ihnen energisch die richtig« Sitzweise beibringen konnte. 5tern sie bedingt dann auch die allgemeine korrekte Körper- HUtung. Es ist oft erst-runlich, wie sich dabei jede Rlüho, jede Willensübung lohnt, noch einer gewissen Zell aufmerksam geübter Kö rperh.il unq biegen sich die Glieder in die richtig« Lage und Stellung Das sehen wir an der Haltung der Angehörigen des Heeres und bei der Marine sowie bei den Sportsleuten, sie haben ihren Körper systematisch erzogen, so dah eine Deformation ausgeschlossen ist.
Abgesehen davon, dah nur der gerade, aufrecht« Körper Anspruch auf Schönheit macht, kann auch nur in einem solchen Geundheit sein denn die Organe fr.iben feine Hemmung in ihrer freien Entwicklung und bleib n immer Widerstands» sah g Die gerade Hcktung ist demnach ein äuHerst wichtiger Geuickh itsfaktor, 're 1 eriung- und t>?r- längert das Leben. 3c'er einzelne s Ute der Gesamt heft zu dienen suchen, indem er seiner Sih-
Biichcrtisch.
„Die Frau und ihr HauS", Zeitschrift für Kleidung. Wohnung, Wirtschaft, Körporpflege, Erziehung, Bolks'vohlfahrt. Her» ausgegeben von der Werbestelle für Deutfch« Frauen-Kultur. Köln. Verlag: O. Braun. G. m b. Sy. Karlsruhe i. 'S. Erscheint monatlich einmal. Bezugspreis halbjährlich (6 Hefte) 3 Mf jähr- l-ch (12 Hefte) 5 Ml. Heft 2 (Rovi-mber) 5. 3ahr- gang 1924: Prall sch? und schöne Kleiderabbildun- gen: Frauen- und Kinderkleidung, Mäntel und Kostüme.
Neue Tracht und neues Stilkleid.
Don Dr. 3 l s e R e i ck e.
älnbefchadet aller Achtung und Huldigung vor der Mode werden gegenwärtig in Deutsch- laick» zwei Richtungen immer stärker: die zur fktigen, ländlichen Kleidung und die zum Stilkleid, zum zeitlosen Kleid, Künstlerkleid oder wie man es "sonst nennen will. Zwei Bewegungen, die vielfach zusamm nlaufen, aber doch verschiedener Herkunft und verschieden find, also auch für die Betrachtung nicht zufammrngeworsen werden bürfen.
DaS derbe ländliche Kleid: es steht wohl jetzt der Frau jeden Atters vor Augen, die ihre Vorbereitungen für einen Srh.lungs- aufenthalt auf dem Lande, im Gebirge, an der ©ec trifft, und der EiegeSzug des Dirndlkleides vor drei 3ahrcn war sein Bahnbrecher. Die ländliche Kleidung kommt aber weit darüber hinaus heute in Betracht für Männe, und Frauen jeden Alters, de dauernd auf dem Lmde wohren, ganz gleich nun. ob es die »Gebildeten" oder die einfachen Landleute s-Iber sind. Schön praktisch. öe^tlos, dres dreifache Bedürfnis traf sich mit dem neig chenden W msche, alle, vom Zivilisationsftmrs uberi mch e D Ikskultur wie c lebendig zu m.iajcn. So gr f, mm g-mj natürlich auf die alten, fast schon v.r-ess« ren Trach en »urück. Wurden doch vor dun Kreae nur noü in einer eins 1 en Gegend De tschlunds näm ich tn Oberba «rn von B 1 en Geschlechte n wirkliche Tro. ver Alltag un) Fchr getragen. Heute ist ..-n 'Schlei ren Hessen. Friesland, ^cn bjb.i de Trach'0
Soziale Fragen.
Die erste britische Parlamentarierin.
Als welch grohes historisches' Ereignis in ihrem parlamentarischen Leben von den Engländern der Eintritt der ersten Frau in das Parlament gewertet wird, beweist die Tatsache, dah kürzlich entgegen dem sonstigen Brauch nur von verstorbenen Mitgliedern des Hauses Äilder aufzuhängen, im groben Treppenhaus deS Unter» Hauses ein Dill» von Lady A st 0 r aufgehängt dasselbe Leinen als sozusagen stilisiertes, welches Oberhemd, an den Handgelenlen und an dem hochgeschlossenen Kroger schwarz beit ckt. statt der Hosenträger einen h n'g .webten bunten Gür el mit getriebener Kupferschliehe: zum gewöhnlichen Herrensportanzug eine ebenso praktische und schöne trachtenmähige Ergänzung wie zu der dunkelblauen Aermelweste ds Norweger Ski- anzugeS mit durckelblauen Kniehosen oder den üblichen kurzen Lederhosen.
Aehnlich ist der Vorschlag der Gruppe Bernhard Wilm, Saalberg, die auch besondere, leicht an Biedermeier angelehnte 3r'.ngmädchen-Festkleider vorsührte: nur ist h er bei den Frauen mehZach statt der We'le das Mieder durchg.feht und bei den Männe n e.o.e einfarbige, durchgehende West« (also oh e Rücken» teil auS Satin!) und ein kurzer dunk er Tuch- rock mit dem üblichen, festaufliegenden Kragen. Der Vorschlag Käthe Woywvd, Schreibe r h a u brachte eine vielbewunderle Ile’ er- raschung: sehr aparte und reizvoll« Stillleidec sow.« männliche Ober Hemdblusen auS den prachtvollen Dlaudruckswffen von LiSler-Raumburg Hier scheint wirllich das praktische Tageskletd für das Land geschaffen, durckel und doch im Spiele der weihblauen Muster zum Einfarbig- blau phantasievoll heiter. Schlupftorm. angekrauster Rock. F chu, Halsrüfche. Puffärmel und langer Aermel: jede Form findet sich hier für jedes Gesucht und jti>« F gur. und doch steckt die starke Sinhettlichkeit eines künsllerischen Slll- prirrzips dahinter, die jedes Kleid nicht nur fernabrückt von Mode wir von Maske ade. sondern auch zu einem harmonischen Form- und SarbergebiO an sich macht. Die Erfolg« dieser Äür.filcrin oder Tagen wir lieber im schönsten und fetten»en Wvrtsinne »Kunsthandwerkerin" auf


