Ausgabe 
19.5.1924
 
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das neue wohlschmeckende

Abführmittel

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«tritt am 1. Juli

Montag, 19. Mai 1924

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)

Nr. 1(7 Swettes Blatt

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wurde nach Abzug der Aufsichtsratstantiemen aus neue Rechnung vorgetragen.

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etwa 300 Km. in der Stunde geschätzt. Aber elbst das ist noch weniger, als die Leistungen, die die modernsten Flugzeuge vollbringen. Den Re» kord der Schnelligkeit hält augenblicklich eine ame­rikanische Marine-Rennmaschine mit einem Motor von 500 P.S., die eine Schnelligkeit von über 400 Kilometer in der Stunde erreicht hat. Diese Ge- chwindigkeit wurde natürlich bei einem Flug tn der Lust erreicht, und da jedes Flugzeug etwa 3mal so schnell heruntergehen kann, als es beim normalen Fluge erzielt, so könnte man bei dieser Maschine im Abstieg wohl sogar mit einer Ge­schwindigkeit von 1000 Km. in der Stunde rech­nen. Bei der Fortbewegung auf dem Lande hat der Kraftwagen die schnellsten vierfüßigen Tiere bereits weit hinter jich gelassen. Der gegen­wärtige Rekord auf eine Entfernung von 1 engt Meile ( ,6 Km.) betrug bei einer Fahrt zu Brock­lands mehr als 200 Km. in der Stunde. Damit verglichen ist die Leistung des schnellsten Dier- fühlers, des indischen Iagdleoparden, außeror- deutlich bescheiden, denn er kann auf kurze Ent­fernungen höchstens 90 Km. in der Stunde zurück- legen. Selbst im Wasser hat der Mensch alle Tiere geschlagen. Zwar kann er nicht schneller schwimmen als etwa 4 Km. in der Stunde, aber mit Hilfe des Motorbootes lässt er die schnellsten Fische weit hinter sich zurück. Der Megalops at- lanticus, der für den schnellsten Fisch gilt, soll etwa 125 Km. in der Stunde zurücklegen, und diese Schnelligkeit wurde bereits im Hahre 1923 von dem SchissMiß America I auf einer Fahrt bei Dettoit übertroffen. Seitdem hat dies Mator- boot, mit einer Maschine von 1800 P. S. ausge­rüstet, eine Schnelligkeit von mehr als 130 Km. in der Stunde erreicht.

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Geschäftliches.

Leipzig gewann das Kukirol-Schwein!

Sie Welt ist materialistisch geworden! Hiea- derttausende hungrige Mitmenschen haben den be­greiflichen Wunsch gehabt, das Original zu dem 3 Zentner schweren Schwein zu gewinnen, auf dem Herr Dr.med. Unblutig seinerzeit mit der ver­gnügten Miene des großen Humoristen durch den Anzeigenteil des deutschen Blätterwaldes ritt. DaS Los hat sich für Leizig entschieden. Ein wirklich bedürftiger Zeitgenosse ist der glückliche Gewin­ner. Sie Einzelheiten des Ergebnisses finden unsre Leser im Anzeigenteil der vorliegenden Rümmer

Brrliner Börse.

Berlin, 17. Mai. Sie außerordentlich stür­mische Aufwärtsbewegung am Effektenmarkt hatte in den gestrigen Abendstunden einem nicht un­erheblichen Rückschläge Platz gemacht. Dieser Rück­gang, der in erster Linie der eintretenben Reali­sationsneigung der Spekulation zuzuschreiben ist, war jedoch nicht von allzu langer Dauer. Die Rachricht, daß die Beilegung des Ruhrkonflikts nunmehr unmittelbar bevorstehe, bewirkte bereits in Iden heutigen frühen Morgenstunden eine wesentlicheBefestigung der Tendenz. Sie Baisse­partei schritt zur weiteren Eindeckung und dürste wohl jetzt bereits die nötigen Engagements er­ledigt haben. Es hat nunmehr den Anschein, als ob erneute Haussespekulationen an ihre Stelle treten. So war im Bureauverkehr nicht unbeträcht­liche Kauflust der Spekulation zu bemerken. Auch heute ist wieder der Montanmarkt an der Spitze. Gelsenkirchen, Deutsch Lux, Phönix bevorzugt. Auf Schwerzer Arbitrage hin konnten Werte wie Elegische Licht und Kraft, A E. G. und Becker nicht unbeträchtlich anziehen. Die übrigen Märkte lagen recht fest, ohne daß sich indes wesentliche Kurserhöhungen feststellen ließen. Der Geldmartt bleibt flüssig, tote an den Bortagen. Täglich Geld ist reichlich angeboten, ohne immer Unter­kunft zu finden. Der Sah stellt sich auf >/s bTD Mille über Sonntag, d. h. also wieder auf l/4 pro Mille pro Tag. Monatskvedite sind zu 21/» Proz. ebenfalls gut angeboten. Der Devisenmarkt zeigt am Wochenschluß einen weiteren Rückgang .der | Anforderungen, und man glaubt in Börfenkreisen, in den nächsten Wochen mit einer Steigerung der Zuteilungen rechnen zu dürfen.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

($Vn Billionen Mark aukzedriickt. BuenoS-AireL, London, Neu« vor! Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 (Anhenen, alle« übrige für 100 Einheiten.»

Letegravhische Auszahlung.

Deutschland 84 61 72

bis 13, Üupinen blaue 11 bis 11,50, qclbe 15 vis 15 50, Seradella 11 bis 13, Raps­ruch n 10 bis 10 20, Leinkuchen 19 bis 20, Trocke x» - - - * " biä 9,20, Kartoffelflocken 21 Mark.

Wirtschaft.

Ausländische Zahlungsmittel im Geschäftsverkehr. Don maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß die Ermächtigung, bei Geschäften über die Lieferung von Waren und über die Bewirkung von Leistungen ausländische Zahlungsmittel in Zahlung zu geben und zu nehmen, bis zum 15. Juni verlängert wurde. Verboten bleibt, Zahlung in ausländischer i Währung zu fordern. Der Erwerb auslän­discher Zahlungsmittel zur Erfüllung solcher Ge­schäfte bleibt unzulässig.

-GeschäftsberichtüberdasStahl- werk Decker. Don beteiligter Seite wird be- tanntgegeben: Der Vorstand des Stahlwerks I Becker. Aktiengesellschaft in Willich (Rheinland), sah sich genötigt, den Antrag auf Geschäftsaufsicht über sein Unternehmen zu stellen. Das Werk, das zu den ersten und größten Edelstahlwerken Euro­pas gehört, befindet sich in durchaus günstiger Entwicklung und ist für mehrere Monate mit lohnenden Aufträgen versehen. Der Wert der Betriebsanlagen ist mit 36 Millionen Goldmark nicht zu hoch bewertet. Der Wert der Dorräte wird mit 6 Millionen Goldmark angenommen. Die Passiven behagen zirka 9 Millionen Gold­mark, denen 3 Millionen Goldmark Außenstände gegenüberstehen. Die schwierige Lage des Werkes wurde dadurch herbeigeführt, daß es genötigt war, nach dem Kriege und nach Aufgabe des passiven Widerstandes, dann aber auch nach dem letzten großen Streik, dreimal von neuem sich wieder aufzubauen. Dazu kam, daß durch die zwangs­läufig eintretende Reichsbankpolitik eine Stockung des gefronten Geldverkehrs eintrat. Eine weitere Schwierigkeit schufen die schweren Belastungen durch die Micumverträge. Die Vorgänge wurden der Reichsregierung zur Kenntnis gebracht.

Tiag unter Geschäftsaufsicht. Rach derKölnischen Zeitung" hat die "Verwal­tung der Textilindustrie A-G. (Tiag) in Barmen wegen Illiquidität des Unternehmens nunmehr dm Antrag auf Stellung unter Geschäftsauf.icht ge­stellt, nachdem vor wenigen Sagen von Derwal- tungsseite aus mitgeteilt worden war, daß das Unternehmen nicht an Geschäftsaufsicht denken

Vermischtes.

Dom amerikanischen Weltflug.

Pa ramu schir (Kurileninseln), 17. Mai. (WD.) Die amerikanischen Weltflieger sind von der Atlu-Insel (Alcuten) nach einem Flug von 900 Meilen über den Stillen Ozean hier eingetroffen.

Dec Mensch das Schnellste in der Welt.

Schweizer Roten..........

französische Roten........

Dänische Roten..........

Schwedische Roten........

Holländische Roten........

Deuksch.Oestcrrcich, A 100 Kronen Amerikanische Roten.......

Englische Roten..........

Italienische Roten.........

Belgische Roten..........

Ungarische Roten.........

Tschechoslowakische Roten.....

Norwegische Roten........

Nuniänjsche Roten.........

Spanische Roten..........

jahrtausendelang ist der Mensch. tixiÄ öle Schnelligkeit der Fortbewegung anbetrifft host- nungslos hinter Dögeln, Säugetieren und Zßchcn zurückgeblieben. Aber in neuester v-^it hat er durch seine technischen Erfindungen fie ^lle über­flügelt und kann sich sogar in der Luft schneller fortbewegen, als der schnellste Bogel. Sie achtungen im Flugzeug d-ben gezeigt, daß viele Dögel durchaus nicht so schnell fl^'^ls man früher gedacht hatte. Wildenten und Wildganse * D siird nicht einmal imstande, 2 Km tn der Minute zurückzulegen, während Schöpfen und Regenpfeifer es auf etwa 1b Km. m der Stun.e bringen. Der schnellste unserer europäischen Vogel dürfte wohl nach den Beobachtungen des englisch^ Zoologen Kenneh Dawson der Wanderfalke sein benen durchschnittliche Geschwindigkeit mit 150 «m. in der Stunde angegeben wird: doch kann er beim jähen Herabstoßen von der Hohe auf em Ovfer diese Geschwindigkett verdoppeln. Sie i Mauerschwalbe, die in den Gebirgen iKg norDoft- lichen Asien nistet, dürfte wohl der schnellste Bogel ker Welt fein; ihre Fluaasschwrndigkeit wird auf \

Frankreichs Vasallen.

Wir haben in einem früheren Artikel Frank­reichs Heeresmacht einer eingehenden Behandlung unterzogen. 2lber diese gewaltige Waffe ist nicht die einzige, die den Franzosen im Kriegsfälle zur Verfügung steht.

Sie mit der französischen verbündete bel­gische Armee ist seit Dezember 1923 in der Umformierung begriffen. Die Heeresreform bringt ebenso wie in Frankreich zwar eine Verringerung der Kopfstärke im Frieden mit sich, bedeutet aber eine erhebliche Verstärkung an Material. An Stelle der bisherigen 12 Divisionen aibt es mir noch 8 aktive Divisionen. Dafür sind aber die Stämme für 8 Reserve-Divisionen gebildet wor­den, die in ihrer Organisation den aktiven Di­visionen entsprechen, und für die das gesamte Material vorhanden ist.

Es bestehen also tatsächlich:

24 aktive und 24 Reserve-Infanterie-Regi- 1 meuter gegen bisher 36 Inf.-Regimenter,

8 Maschinengewehr-Bataillone, bisher feine, 8 Res.-Maschinengewehr-Bataillone

22 aktive, 12 Reserve-, 8 Infanterir-Batter^n.

6 Res.-Infanterir-Datterien Mtillerie-Re- gimenter gegen bisher 22 Artillerie-Regi­menter, darunter 5 schwere Artillerie-Regi­menter gegen bisher 3,

9 Kavallerie-Regimenter,

1 Radfahr-Jäger-Regiment,

8 Pionier-Regimenter,

Kampfwagen-, Kraftwagen- und Pamzerkraft- wagen-Formationm,

8 Fliegerabteilungen,

Eisenbahn- und Rachrichtenformationen.

Delgien ist nicht nur durch einen Milit2 r - vertrag an Frankreich gebunden, es hat sich auch die französischen Anschauungen tn organisato­rischen und taktischen Fragen zu eigen gemacht und kann in militärischer Beziehung durchaus als ein Tell von Frankreich betrachtet werden.

Aber nicht nur Belgien ist durch einen Mill- tärbertrag an Frankreich gefesselt. Man hat es in Paris verstanden, einen ganzen Ring von Armeen um Deutschland zu schaffen. Es würde zu weit führen, wollte man im einzelnen die Armeen der Basallen Frankreichs behandeln. Sie nachstehende Tabelle zeigt deutlich die Er-

Sem schlecht bewaffneten deutschen 100 000- Mann-Heer stehen also an den deutschen Gren­zen 1718 000 mit dem neuesten Kriegsmaterial bis an die Zähne bewaffnete Soldaten gegen­über. Und trotzdem glaubt Frankreich sich noch immer von Deutschland so bedroht, daß es weite deutsche Gebiete beseht hält und den Rhein zu seiner Grenze machen möchte. Die Zahlen der vorstehenden Tabelle zeigen, daß nicht die Sorge vor einem Ueberfatl Deutschlands, sondern einzig und allein der tausendjährige Traum Frankreichs von der Rheingrenze die Politik feiner Regierungen gegenüber Deutschland benimmt.

Berlin, 17. Mai. Der Wochenschluß brachte wieder allgemeine Zurückhaltung im Pcodukten- verkehr Fär Roggen zeigte sich wohl verschieden^ lich einige Frage seitens der Provinzmühlen dxh war der Verkehr nach wie vor kein regelmäßiger. Zn Weizen blieb die bisherige Lustlosigkeit be­stehen. In Sachsen wird ziemlich viel Material für hiesige und andere "Mühlen und Interessenten in Kähne geladen. Gerste andauernd sehr still, Hafer bei kleinem Angebot ziemlich fest. Das Ge­schäft hat sich nicht gebessert. Abaeber zeigen sich in ihren Forderungen weiter willig. Futterstoffe lustlos Man notierte für Getreide und Oelsaaten per 10000 Kilo, sonst per 100 Kilo, ab ©t-atron: W.izen märt. 156 bis 159, Roggen märt. 123 wis 132 Sommergerste märt 164 bis 176, Futtergerste 148 bis 150, Hafer märt 127 bis 134, Weizen­mehl 21 50 bis 24,50, Roggenmehl 18,75 bis 20.75, Welzenkleie 9,50 Roggenlleie 9,25 dis 9,30, Raps 300 Leinsaat 400, Dikoriaerbsen 21 bis 23, kleine Speiseerbsen 15 bis 16, Futtererbsen 14 bis 15, Peluschken 11 bis 12 Ackerboden 15bis 16, Wicken 11.50 ,,n " 11 11

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Ostmarken und Siedelung I

Don Ludwig Heine-Heuckewalde.

Eine eindringliche Lehre hat der Ausgang des I Weltkrieges dem deutschen Volke gegeben: Grenz- I märten sind nicht mit Bajonetten und Kanonen I allein zu halten. Es gehören dazu noch andere Sicherungen. Das gesamte Volk muß Don Cem | ehrlichen Willen durchdrungen sein, sich lein Glied des Vollskörpers rauben zu lassen und Die Grenzmarken müssen dem Volkstum nach wirtlich I Glieder des Vollskörpers sein. 3n der Erkenntnis dieser Wahrheiten muß dem deutschen Bolle ein tieferes Verstehen für die Fragen unserer Grenz- lanbe im Osten vermittelt werden. Aus den Er­eignissen seit 1918 und namentlich aus den Er­fahrungen der letzten fünf Vierteljahre heraus ist es ja wohl zu verstehen, daß die Anteilnahme des deutschen Empfindens hauptsächlich nach dem Westen geht. Doch dürfen die Lebensfragen im Osten dadurch nicht vernachlässigt werden. Ge­nau so wie der Rhein ist aber auch die Ostgrenze eine Lebensfrage Deutschlands: ja, Kenner der Verhältnisse haben ihre ernsten Gründe, die eigent­liche Schicksalfrage der deutschen Zukunft an Warthe und Weichsel und Darüber hinaus gen Osten zu suchen. Denn noch ist das Slaventum nicht absterbende Volkskraft, sondern aufwellende Flut, gegen die feste Dämme und sichere Deiche gesetzt werden müssen.

Richt nur im Kriege heißt esBlut wider Blut". Auch im Frieden gilt diese Forderung, wenn auch in anderer Weise. Das deutsche Blut, I das bei Tannenberg und in Masuren für die Ostgrenzlande geflossen ist, soll die Saat sein für deutsches Geblüt, welches in treuer und zäher I Arbeit dem deutschen Grenzlandr eine neue Blüte sprossen läßt. Dazu aber gehört zielbewußte Säuerliche Siedelung in Ostpreußen und in Schlesien. Die Teilnahmlosigkeit weitester Kreise unseres Volkes und der Wider­stand kleinerer, aber einflußreicher Schichten gegen diesen Gedanken muß überwunden werden. Des- ßalb einige Tatsachen, die die Frage beleuchten.

Seit der Reichsgründung 1870 71 hat die Bevölkerung Ostpreußens abgenommen, Die Schlesiens ebenfalls in einigen Teilen. Die Zähre, in denen die deutsche bäuerliche Landwirtschaft hart zu kämpfen hatte, sahen den gewaltigen Aufschwung der deutschen Industrie. Beide Tat­sachen wirkten zusammen, um die Reihen des Bauerntums im Osten zu lichten und einen Strom von Menschen nach Dem Industriegebiet des We­stens zu leiten. Das frei werdende bäuerliche Land im Osten wurde vom Großgrundbesitz auf- | gekauft und half dessen Areal vergrößern. Es waren Die Jahrzehnte des sogenanntenBauern­legens". Ob nicht so manche trübe« Erscheinung im Weltkriege und im Zusammenbruche die bittere Frucht jener Wurzel tcar? So ist es gekommen, daß Die Fläche des Großgrundbesitzes heute viel größer ist in Deutschland (besonders eben in Den östlichen Gebieten Preußens) als vor fünfzig und sechzig Jahren. Diese Entwicklung muß nicht nur gebremst, sondern bis zu einem gewissen Grade rückgängig gemacht werden. Wie oft hört man das gewiß sehr richtige Wort: Auf einem starken Preußen ruht die Zukunft Deutschlands! Jawohl! Aber ein starkes Preußen ist nicht Denkbar ohne Diel und dichtes gesundes Bauerntum in seinen östlichen Provinzen. Das an Polen verlorene Westpreußen blieb auch unter Der früheren pol­nischen Oberhoheit im Kerne durch Hahrhunderte hindurch deutsch, weil es aus der Deutschrttterzelt blühende deutsche Bauerndörfer befaß. Friedrich der Große wußte, weshalb er die im Kriege gesicherten oder neu gewonnenen Gebiete in den Darauffolgenden Friedensjahren gctojfermaßcn Inoch einmal erwarb durch rastlose bäuerliche Ko- lonisieimng. Hier erstehen ernste Mahner aus Der Vergangenheit. Schnell, Planmäßig und gründlich muß das deuts ch e Bauern­tum der östlichen Grenzlande ver­mehrt werden. Der Großgrundbesitz muß mindestens auf den Stand von etwa 1850 zurück­geführt werden. Das Interesse der deutschen Zu- kauft geht unter allen älmständen vor. Entweder zehntausende von deutschen Bauern im Osten mehr oder unsere Enkel kämpfen den letzten Der- zweiflungskampf an der Oder.

werde.

Geschäftsaufsicht über die Ber­gische Bank A-G. in Elberfeld. Die Dank, die im Hahre 1869 gegründet wurde, hat Ge­schäftsaufsicht beantragt, Da sie im Augenblick nicht in Der Lage ist, ihren laufenden Verbindlichkeiten nachzakommen. Die Zahlungsstvckungen sIllen da­durch entstanden sein, Daß zahlreiche Wech el, Die die Dank von Der Kundschaft getauft halte, zur Zeit nicht eingelöft werden können. Die Zahlungs- ulttähgkcll dieser Danksarma mag im Zu ammen- bang stehen mit Der andauernd schwierigen Lage Der bergischen Eisenindustrie, Streiks und Aus­landskonkurrenz wirkten hier äußerst schädigend ein, doch hat sich in letzter Zeit die Lage etwas gebessert. Eine Derlustgefahr soll nicht vorliegen.

* Barmer Bankverein Aus dem Gesamtgewinn von 11,1 Mill. Dill. Mark ver­bleibt nach Abzug der älnkosten,(Derwaltuna: 4,39 Mill Bill., Steuern usw. 0,50o Mill. Bill,), zu­sammen 4,896 Mill. Dill., ein Reingewinn von 6 2 Millionen Bill. Mark. Don der Verteilung einer Dividende soll Abstand genommen werden und der äleberschuß nach verschiedener Verwert- Dung auf neue Rechnung vorgetragen werden. Sie ®-03 ist auf den 12. Ium etnberufen. Be­schlossen wird die Auflösung einer Reihe von Zweigniederlassungen, um den Amsang des Be­triebes mit den veränderten wirtschaftlichen Ver­hältnissen in Einklang zu bringen.

Detriebseinschränkungen. Die ! Rheinische Metallwaren- und Ma­schinenfabrik A-G in Düsseldorf gibt, über die Verkürzung der Arbeitszeit folgendes begannt: Die Folgen des passiven Widerstandes, des dauernden Eeldabflusses durch die Micumverträge, feiner die immer wieder kehrenden Streiks, Die letzten Endes nach unserer Meinung durchaus berechtigten Maßregeln Der Reichsbank und die mit all den angeführten Gründen zusammen­hängende akute Kreditnot veranlassen uns aus kaufmännischer Vorsicht schon jetzt «ine Derringe- rung unserer Produktion auf den Gebieten v;r- I zunehmen, auf Denen Geschäfte nur durch lang­fristige Kreditgewährung möglich sind. Wir neh­men an, Daß der gegenwärtige Zustand sich noch weiter verschärfen und auch noch längere ^ I Dauem wird, Da wegen des schleppenden Ganges I Der politischen Verhandlungen die endgültige Lo­sung vor Herbst 1924 kaum zu erwarten ist. Mach DemOberschlesischen Kurier" sieht sich Die Königshütte infolge einer Absatzkrise ge­zwungen, zwei Hochöfen und zwei Kokereianlagen stillzulegen; einzelne andere Betriebe, wie Dk I Kupferfabrik und Die Ziegelei, sollen nur noch an drei Tagen in der Woche arbeiten.

1 Diskuswerke Maschinenbau A-G, Fra nkfurta. M Sie o. G.-V. für Das zweite Geschäftsjahr genehmigte die alljährlich fälligen Berichte. Der Reingewinn mit 85 000 Bill- Mk.

folge der französischen Einkreisungspotttik gegen Deutschland.

Frankreichs und seiner Bundesgenossen militärische Stärke im Frieden.

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Ser Piper-Bote für Kunst und Literatur, dessen Frühlingsheft uns soeben zu­geht, ist eine anregende kleine Zeitschrift, die Der Münchener Verlag R. Piper & Eo. herausgibt. Ser Piper-Bote bringt Kunde von Den geistigen Kräften, denen der Verlag dient. Reichhaltig WM das Verlagsprogramm ist also auch der Inhalt der Zeitschrift. Aus Christian Morgensterns Rach­laß erscheint eine interessante autobiographische Plaudereilieber mich selbst". Meier-Graefe setzt sich mit Dostojewski auseinander, Worringer spricht über Griechisch-Römisches. Hausenstein stellt die beiden großen holländischen Maler Rembrandt und Vermeer einander gegenüber. Hans Tietze schreibt über den kürzlich verstorbenen Wiener Kunsthistoriker Max Dvorak, dessen Bedeutung weit über Fachkreise hinausgreift. Der Bilder­test ist besonders reich. Eine lleberraschung ist das neu entdeckte Dürersche Frauenbildnis der Wiener Galerie. Der Leiter dieser Galerie, Gu­stav Glück, zeigt außerdem ein unbekanntes ita­lienisches Frauenbildnis. Die Wolfflinbüste Edwin Scharffs wird allen Verehrern des berühmten Ge­lehrten willkommen fein. Eine wundervolle Holz- skulptur des Evangelisten Johannes aus Frew bürg die Driefleserin Vermeers, ein dämonisches Selbstbildnis des alten Rembrandt kommen hinzu. Don Modernen sind Max Beckmann und Chagall vertreten. Das nächste Heft wird ein Sommer­und Reiseheft sein. Der erstaunlich billige, gut gedruckte Piper-Bote wird zweifellos dem Ver­lag, der jetzt auf eine zwanzigjährige Tätigkeit zurücDlicken kann, neue Freunde Anfuhren.

H. v. Kahlenberg, Des Teufels Schachspiel, ein flott geschriebener, geschickt konstruierter Roman, fesselnd und unterhaltsam, bi vielem unwahrscheinlich, aber seinen Zweck er­füllend (Verlag Vita, Deutsches Derlagshaus. Berlin-Charlottenburg).

Die Erziehung fürs Leben bedingt die Heranbildung und Pflege einer heiteren Lebens­auffassung, die den ünbilben und Stürmen grauer Tage siegreichen Widerstand leisten kann. Das beste Mittel, gute Laune zu erwecken und ständig zu erhalten, ist die Lektüre der Meggen- dorfer-Blätter (Verlag München,Residenz­straße 10). Dieses mit wirklichem Humor geleitete und ausgestattete Familienwihblatt rechtfertigt mit jeder Rümmer aufs neue seinen guten alten Ruf, ein fröhlicher, erheiternder Genosse za fein, in jeder Lebenslage und in jeder Zeitströmung.

Was heißt französische Be­satzung? 31 Bildzeichnungen von Dipl.-Ing. Fritz Schüler, Berlin. (Verlag Bernard & Graefe, Berlin N 4, Wöhlertstraße 12.) Einzel-Verkaufs­preis 1,50 Mk. Eine Propagandaschrift im deut­schen Abwehrkampf gegen Die französische Be­drückung. Historische Karten im Mehrfarbendruck widerlegen die Behauptung von Maurice Barrös, Daß der Rhein ein französischer Strom sei. Klars und allgemein verständliche Zeichnungen geben ein umfassendes Bild von den Sorgen, Röten und Leiden, die auf der Bevölkerung von Pfalz, Rhein. Saar und Ruhr lasten, die ohne viel Worte, furchtlos und treu, ihre Liebe zum deutschen Daterlande seit Hahr und Tag durch die Tat be­wiesen hat. Die Schrift gedenkt des Saargebiets, d«r verlorenen Gebiete von Eupen und Malmedy, sie zeigt die aggressive Tendenz der Besahungs- truppen am Rhein Sie weist die Lasten auf, die die Städte durch die Menge der Besatzung zu tragen hoben und zeigt den moralischen Druck, den ein übermütiger Sieger auf eine wehrlose Bevölkerung aosübl. Der Separatistenrummel wird ins rechte Licht gesetzt. Des Ausweisungs­terrors, der Gefangenen wird gedacht, die fran­zösische Kulturpropaganda zurückaewiesen und Frankreich als der Staat hingestellt, der wie ehr Polyp seine gangarme über ganz Europa aus- streckt und dessen ganzes Gewicht und dessen ganzer Srucf auf Deutschland lastet.

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