Turnen, Sport und Spiel
Deutscher Fußballsieg über eine englische Mannschaft.
Gießen, 15. Mai. Dis 1 !H>r nachts wurde gegen den Studienrat W H. aus Gießen verhandelt. H. war angeklagt, als Lehrer an einer höheren Lehranstalt in unsittlicher Werse Schülern dieser Anstalt zu nahe getreten zu sein Die ^Zeugenvernehmungen, etwa 40 an der Zahl, fan> den unter Ausschluß der Oeffenklichkett statt. Die übrige Verhandlung war öffentlich. Der Angeklagte hatte mehrere Jahre hindurch den Auf-
Freitag, 23.: Die Fürsten Howansky. Samstag, 24 Die Jüdin. Sonntag. 25., nachm. 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Abends 6 sh UI)r: Carnr en. — Schauspielhaus. Dienstag, 20. Mar: Wilhelm Teil. Mittwoch, 21.: Romeo und Julia. Donnerstag, 22.: Palme, oder Der Gekränkte. Freitag, 23.: Wilhelm Dell. SamStag, 24.: Palme oder Der Gekränkte. Sonntag. 25.1 Wilhelm Teil.
70jährige Jubiläumsfeier der Alsfelder Freiwilligen Feuerwehr.
v. Alsfeld, 18. Mai.
Die Alsfelder Freiwillige Feuerwehr, die rm Jahre 1854 gegründet wurde, feierte am heutigen Sonntag das Fest ihres 7 0 = jährigen Bestehens. Die Beteiligungseitens dec Bürgerschaft und der audtoärrigßn Wehren war außerordentlich rege.
Dec Festsonntag wurde mit dem üblichen Weckrufe eingeleitet, Um 1/29 Uhr vormittags fanb im Spritzenhause die Enthüllung und tteber- gabe einer Gedächtnistafel für die tm Weltkriege gefallenen Kameraden statt. Anschließend an diesen Akt wurde eine Gedächtnisfeier auf dem Friedhöfe gehalten, bei welcher Dekan Dr. Unverzagt eine Ansprache hielt. Der Vormittag wurde mit den Verhandlungen des Vertretertage^ des Kreisfeuerwehrverbandes Atsic.d ausgefüllt. Der Vorfihende, Kunstmaler Ludwig Martin, eröffnete und begrüßte die Versammlung. Das hessische Kreisamt Alsseld war durch Rcgierungsassessor Strack vertreten, der die Versammlung im Rarnen der staatlichen Behörde begrüßte. Aach den üblichen geschäftlichen Angelegenheiten, Rechenschaftsbericht und Rech- Tiungsablage, hielt ein Vertreter.der „Rhein- Elektra", Dr. Schröder aus Mannheim, einen Vortrag über das Thema: „Gefahren der Starkstromleitung bei Ausbruch eines Brandes". Den Verhandlungen wohnte der Vorsitzende der Hess. Brandversicherungskammer, Geheimer Regie-
uen. Der Aeviersorfter, der den '^pgang von seiner in der Aähe befindlichen Behausung beobachtete, gab den beiden zu verstehen, daß das nicht statthaft sei. Dieser Aufforderung gaben die Franzosen keine Folge, und als der Förster sie in energischer Weise nochmals zum Verlassen des Geländes aufforderte, griff der eine der Franzosen in die Tasche, zog ein Messer und drang damit auf den Förster ein. Auf seine Hilferufe eilten zwei Einwohner aus Schmitten und auch der Sohn des Försters herbei, der aus seinem Gewehr zwei Schrotschüsse auf den Angreifer abgab. Während der eine Franzose sich auf der Reifenberger Chaussee ins besetzte Gebiet flüchtete, zog sich der verwundete auf dem Waldweg über die Grenze zurück. Gestern ersuchte der französische Delegierte von Königstein den Bürgermeister von Schmitten, an die Grenze zu kommen und Aufklärung über den Vorfall zu geben, andernfalls würde Schmitten beseht werden.
fpd. Franksurt a. M„ 18. Mai. Die drei ! Bürgerschulen, Katharinenschule, Aller- heiligenschule und Dreikönigsschule, feierten am Samstag durch eindrucksvolle akademische Festakte ihr hundertjähriges Bestehen. — 3m Anschluß an eine kommunistische Pro - te st Versammlung im Zoologischen Garten sammelten sich am Freitag abend gegen 10 Ufjr eine große Zahl Teilnehmer dieser Versammlung — etwa 500 Personen — an der Hauptwache an. Hier wurde die Menge durch ein großes Auf-
I gebot Schutzpolizei zerstreut. Kurz darauf sammelten sich abermals größere Mengen an, die aber wiederum von der Polizei, diesmal etwas unsanfter, auseinandergetrieben wurden. — Der aus Zeilsheim bei Höchst a. M. stammende 27jährige Arbeitsbursche Heinrich Straub hat in einer ganzen Reihe von Städten Sittlich- keitsver brechen verübt. Zuletzt hielt er im Walde zwischen Fulda und Hünfeld ein 15jähriges Mädchen an, das er vergewaltigte. Der Bursche wurde noch am gleichen Tage verhaftet und dem Fuldaer Gericht zugeführt. Straub will sich während seiner Wanderung in Frankfurt, Gießen, Marburg, Treysa, Homberg, Kassel, Bebra, Hersfeld und Fulda umhergettieben haben.
Freiburg, 18. Mai. (WTD.s Das heute hier abgehaltene F u HV a l l w e t t s p c e l scheu Freiburger F. C. und W e st Harn U n i d e t London, endete mit emem unerwarteten Sieg der Freiburger Mannschaft 7uit 5 M 2 gegen die gefürchteten Engländer Bec Halbzeit stand das Spiel sogar 4:0 für den Frei- burger Klub.
^oritotiicn.
— Tageskalender für Montag. Gießener Turnerschaft: 81/2 Uhr in der Turnhalle tSteinstraße) Fest spiel des Deutsche Turnfestes: »Frischauf mein Volk'. — Schneider-Zwangsin-
/Mttungsfieüe anzumelden. Sofien gebühren- Pflichtige Eintragungen der jetzigen Auflage nicht in das neue Buch übergehen, so ist ihr Wegfall oder ihre Aenderung spätestens zum 1. Juni zu beantragen. Andernfalls werden sie in die neue Auflage gegen Erhebung der bestimmungsmäßigen Gebühr übernommen.
** Das 4 0 0jährige Jubiläum des deutsch-evangelischen Gesangbuches stand gestern auch in unserer Stadt im Mittelpunkt der Gottesdienste, die von den Gemeindegliedern gut besucht waren. Ebenfalls dem Gesangbuch- Jubiläum gewidmet war ein Familienabend, den die Evangelische Kirchengemeinde gestern abend in der- Stadtticche veranstaltee. Obwohl der schoiie Frü'hlingsabend in das Freie lockte, hatten sich doch viele Teilnehmer eingefunden und das Gotteshaus war dicht gefüllt. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vorttag, den Gey. Kirchenrat Professor D. Dr. Krüger über das Thema „Das deutsch-evangelische Kirchenlied hielt Der Dorttagende war zu dieser Aufgabe als Kirchenhistoriker und Mann von feinem musikalischem Empfinden ganz besonders berufen. Das älteste evangelische Gesangbuch so führte er aus, ist das das Luther im Jahre 1524 herausgab. Von den 33 Liedern, die es enthält, hatte der Reformator 24 verfaßt, merkwürdig ist. daß Luther, der auch in der Literaturgeschichte unbestritten als einer der größten deutschen Dichter gilt, vorher überhaupt nicht und auch nachher nur noch vier Kirchenlieder gedichtet 'bat. 3m allgemeinen ist die Zahl der Kirchenliederdichter, die dem 16. Jahrhundert angehören, nicht groß. Die große Zeit des Kirchenliedes ist das 17. Jahrhundert, das dem deutschen Volke einen Paul Gerhardt gegeben hat. 3hm reihen sich Paul Flemming Johann Heermann und vor allem Johann Matthäus Mehfart mit seinem gewaltigen Liede „Jerusalem, du hochgebaute Stadt" würdig an. 3m 18. Jahrhundert ragen Zinzendorf. Tersteegen und Gellert hervor, Ungefähr um das Jahr 1800 ist die große Zeit des deutschen Kirchenliedes zu Ende, wenn
auch die Romantik und die Befreiungskriege noch manche wertvolle Gabe hervorgebracht haben, wie die Aamen Aovalis und Arndt beweisen. Seltsamerweise ist kein einziges Lied Goethes in das Gesangbuch gekomnren, obwohl das Lied Mignons „So laßt mich scheinen, bis ich werde" hierzu geeignet wäre. Das 19. Jahrhundert hat das Verdienst das Gesangbuch zusammengestellt zu haben. Jeden der vielen Dichter, die er erwähnte, schilderte der Vortragende in feinsinniger Weise nach feiner Eigenart und nach dec Zeit, der er entstammte: er schloß mit einem Hinweis auf Johann Sebastian Bach, den großen Tondichter der evangelische-lutherischen Kirche, Um- rahmt war der Vortrag von Darbietungen des Kirchengesangvereins, den Prof. Trautmann leitete und der auch diesmal wieder dazu beitrug, Daß die Zuhörer in eine weihevolle Stimmung verseht wurden. Aach dem Vortrag wurden auf der Orgel die bekanntesten Choralmelodien gespielt, und mit Gemeindegesang schloß der Familienabend.
Hochschulnachrichren.
JL Marburg, 18. Mat. In üblicher Weise fand gestern in der Aula der Universität die 3m- matritulation der Studenten des diesmaligen Sommersemesters statt. Der derzeitige Rektor Pros. Dr. Clemens Schaefer erwähnte in feiner Begrüßungsrede den Begriff der akademischen Freiheit, der darin besteht, Selbstzucht zu üben und besonders Charaktere heranzubilden, die dereinst unser Volk führen könnten. Er ermahnte ferner dazu, die vom Senat pflichtmähig sestgefetzten Leibesübungen nicht zu versäumen unlb wohl politische Kenntnisse anzueignen, aber noch nicht parteipolitisch einzustellen. Die Begrüßungsansprache namens des Studentenausschusses b elf stud. Kleeberg, der zu strengem Pflichtbewußt- sein -und Vaterlandsliebe aufforderte.
Gerichtstag
Offenbach a. M, 16. Mai. (WTB.) Vot dem hiesigen großen Cchöffengeri cht standen heute dreizehn Kommunisten, die sich an I einer von der Kommunistischen Partei gebildeten Roten Hundertschaft beteiligt hatten. Die Hundertschaft wurde gelegentlich einer Haussuchung entdeckt, wobei ferner festgestellt wurde, daß auf Weisung der Kommunistischen Partei in einem hiesigen Werke Handgranaten her- gestellt wurden. Das Gericht verurteilte, drei Angeklagte zu je fünf Monaten Gefängnis. Die übrigen Angeklagten kamen mit kleinen Geldstrafen davon. Ein Angeklagter wurde frei« I gesprochen.
** Der Dadebetrieb in der Lahn [ft seit einigen Tagen wieder im Gange. Am Samstag nachmittag z. B. herrschte in den Dade- «rnstalten sehr reger Verkehr. 3n der Muller- /eben Badeanstalt wird an der Beseitigung der starken Schäden, die das gewaltige Hochwasser jeß Frühjahrs der Anstalt zugefügt hat, rusttg gearbeitet: hier wird es noch mancher Anstrengung bedürfen bis alles wieder so tm Schuß 'ist, .vie man es billigerweise verlangen muß. Dagegen fft der Männerbadeverein mit der Her- ri^tung'feiner Anstalt pünktlich fertig geworden. Leine Anlage, der er noch zwei neue, sehr zweckmäßig heigerichtete Hallen — eine für die Frauen, die andere für Mädchen — hinzugefugt hat, macht einen ausgezeichneten Eindruck, wobei namentlich die W gute Instandsetzung der Zugangswege und -Treppen zum Wasser hervorzuheben ist. 'Die,es lobenswerte Resultat ist wohl nicht in erster Linie ouf besonders große Geldmittel, als vielmehr aus eine tatfrohe Leitung und emsige Arbeit von Ver- einsmitgliedern im Dienste des Ganzen zurück- zuführen. Das städtische Freibad das am Samstag ebenfalls schon besucht wurde, bedarf gleichfalls noch der bessernden Hand.
** Ein vortrefflicher Abend bei den Turnern. Die Gießener Turnerfchafi (Turnverein 1846 und Männerturnverein 1885) hat den Entschluß, das Festspiel des Deutschen Turnfestes in München „Frisch auf mein Volk auch in unserer Stadt den breitesten, Bevollerungs- kreisen zu zeigen, gestern abend zur ansrkranens- werten Tat ausreifen lassen. Wie bei der Grund- emstellung der Deutschen TurneffchM nicht anders zu erwarten, ist das Festspiel durchgluht von dem hehren Gedanken heißer Vaterlandsliebe, und ein ernster Mahner an alle, insbesondere an die Jugend, gleich den bis zum Letzten opferfreudigen Vorfahren alles hinzugeben für das Vaterland und seine Befreiung vom Joche der Feinde und niemals den Glauben an eine gute deutsche Zukunft zu verlieren. Gleich der begeisterten Ausnahme, die das Festspiel bet seinen Vielsachen Aufführungen in anderen Städten fand war gestern abend auch hier der Erfolg em sehr großer: starke Beifallsstürme begleiteten die ausgezeichneten lebenden Bilder und brachen verschiedentlich ganz spontan bei offener Szene hervor. Die Bilder des Festspiels wurden von Mi'gliedern der Gießener Turnerschaft unter der Leitung von Karl Juhnke vom Stadttheater ausgezeichnet gestellt: ihre tresflchsn, gut ab- gmmbeten Leistung m sind um so hoher an- zuerkennen, als die Daffteller doch Iamtlich Dilettanten sind. Der musiiäl sche Teil der Aufführung wurde von der Kapelle Weller in ^ster Weise erledigt. Dem Festspiel ging ein Schauturnen der Turner, Turnerinnen, Schülerinnen und der Fechtliegen beider Vereine voraus, wobei man in allen Teilen sehr anerkennenswerte Leistungen bewundern konnte. Starker Beifall ^lchhEts mit Aecht die exakten und gewandten Darbietungen an 8, die eindrucksvoll Zeugnis gaben _ bi>n ber ernsten, verdienstvollen Turnarbeit in beiden Vereinen. Die Kapelle Wetter machte sich auch bei diesem Teile des Abends sehr verdient. Alles in allem: es war ein erhebender, vaterländischer Abmd, der feine Besucher in vollster Weise befriedigt hat. Wer sich nach des Alltags Last und Mähe eine Feierstunde bereiten will, benutze dazu die Wiederholung der Festspiel-Ausführung und des Schouturnens am heutigen Abend. Für Kinder wird das ganze Programm am Mittwoch abend nochmals besonders gegeben.
Schöffengericht.
Gießen, 12. Mai. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen eine Schneiderin und einen Lokomotivführer, beide von Friedberg, wegen Abtreibungsversuchs und Beihülfe dazu verhandelt. Das Mädchen, das im Hause des Angeklagten beschäftigt war, hatte in Abwesenheit der Frau dem Qltann ihr Leid geklagt. Sie fühlte sich schwanger und ließ sich zu einem Abtreibungsversuch bereden, den er mit einem zu diesem Zweck geliehenen Instrument sofort an ihr vornahm. Aach dem Gutachten des gerichtsärztlichen Sachverständigen ist es ein Glück, daß der Versuch ohne schwere Gesundheitsschädigung verlaufen ist. Die Angek cgt :rhelt eine G e- sä ngnis strafe von 45 Tagen, der starker belastete Angeklagte, in dessen Kopf der Plan eF^anben war, eine solche von 8 0 Tagen.
Degen Urkundenfälschung wurden verurteilt ein Arbeiter aus Laubach, der sich mit einem gefälschten Schuldschein bei einem Dorschuhverein 25 Mk. erschwindelt hatte, zu zwei Monaten Gefängnis, ein Kaufmann aus Wiesbaden, der seiner unwiderlegten Behauptung nach vor den Separatisten geflohen war und, um Reisegeld nach Berlin zu erlangen, dem Kreisamt B ü - dingen einen gefälschten Arbeitsnachweis vorgelegt hatte, zu zwei Monaten Gefängnis, ein Arbeiter aus Berfa, der auf einem Hvlzfuhffchein die Zahl 1 in 2 geändert hatte, um einen Raummeter Holz mehr abfahren können, zu sechs Wochen Gefängnis. We- gen Holzdiebstahl erhielt er außerdem eine Woche Gefängnis, die mit der anderen | Strafe zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sechi Wochen drei Tagen zusammengezogen wurde. Seiner Behauptung, er wisse von der Fälschung nichts, sein zehnjähriger Junge habe sie beim Auf« gabenrnachen ohne sein Wissen vorgenommen, wurde der Glaube versagt.
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irung: 8'ff Uhr im Hvpfeld auonaisveriammlang. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Werden des Menschen". — Palast-Lichtspiele: »Helena".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Donnerstag, dem 22. Mal, findet ein einmaliger Vortragsabend von Josef Plaut statt. Herr Plaut hat im vergangenen Jahr sich hier mit einem ersten Vortragsabend auf das allerbeste eingeführt, und Zweifellos werden die meisten von denen, die ihm damals zugejubelt haben, auf dem diesjährigen Gastspiel, das übrigens ein neues' Programm bringt, beiwohnen. Josef Plaut steht bekanntlich neben Professor Marzell Salzer in der allerersten Reihe unserer modernen Vvrtvagskünstler.
— L i n n 6 - V 0 r t r a g. Am 23. Mai wird, wie in har Vorjahren, Prof. Dr. Küster einen für alle Interessenten unentgeltlich zugänglichen Vortrag im Hörsaal des Botanischen Gartens halten. Der Vortrag wird „über bunte Pflanzen" Mitteilungen machen und einige Beispiele aus der Reihe dieser Gewächse mit farbigen Lichtbildphotographien erläutern, die nach einem neuen Verfahren (Uvachrorn) in den Wetzlarer Werkstätten E. Leitz hergestellt worden sind. Der Dortrag beginnt um 8 Uhr abends.
— 3m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wird von heute ab bis einschl. Mittwoch ein populärwissenschaftlicher Film „Das Werden des Menschen" gezeigt, dem alle ernstdenkenden Mitbürger ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden sollten. Prof. Dr. Griesbach von unserer Landes-Universität wird jedesmal den Begleit- vorttag halten. Aäheres in der Anzeige.
Landkreis Gießen.
Kreis Friedberg.
'4 Aus der nördlichen Wetterau, 17 Mai Die feinen Frühobstarten find hier selbst in geschützten Lagen vielfach erfroren. Die Zwet- schen haben in manchen Gemarkungen zum Teil sehr stark gelitten. Biele Bäume zeigen sich ohne Belaubung, sie sind eingegangen, wie es in diesem Maße seit dem berüchtigten Winter 1879/80 nicht mehr der Fall gewesen ist. Auch an den Aepsel- und Birnbäumen zeigen sich hier und da Spuren des Frostes. Die Wintersaat zeigt durchweg ein schlechtes Aussehen. Viele Landwirte haben die Felder mit Sommerweizen untersät oder ganz neu bestellt. Wo man in Erwartung auf bessere B^ stockung den Weizen stehen ließ, dürfte vielfach nur mit einem halben Ertrag zu rechnen fein. Gut überwinterte Weizenfelder sind in btefem Jahre I eine Seltenheit. I
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt, 17. Mai. Auf Anordnur^ der Stadtverwaltuiig wird demnächst der Berreb der Grube „Prinz von Hessen" ft 111- gelegt Das Braunköhlenlager war bereits einige Jahre vor dem Kriege entdeckt werden, ist dann in der Zeit der großen K)hlennot aus- gebeutet worden, konnte ober jetzt den Wettbewerb mit anderen Unternchmungen nichtmehr aufrechterhalten. Die Grube war em städtischer Regiebetrieb. - Bei einem Mot orrennen rund um dir Ludwigshöhe wurde m der Rahe des I Böl.'enfalltors ein junges Mädchen überfahren und so schwer verletzt, daß es durch die Rettungswache in das städtische Kraickenhaus gebracht werden mußte. An einer anderen Stelle stürzte ein Motorfahrer und erlitt erhebliche Verletzungen im Gesicht.
* Worms, 17. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß, die vor einigen Monaten beschlossene Getränkesteuer, die bisher noch nicht in Kraft getreten war, wiederaufzuheben. Auf das zu gewerblichen Zwecken verwendete G a S soll ein Rabat t von 20 Prozent auf die Menge über 100 Kubikmeter gewährt werden. Für die Erbauung von 56 Kleinwohnungen wurden 335 000 Mark bewilligt.
Hessen-Nassau.
Sra nlf urta. M, 18. Mai. (Wolff.) lieber den am Samstag aus Ufingen gemeldeten Zwischenfall bei Schmit ten gibt das dortige Bürgermeisteramt folgende Darstellung: Am Donnerstag abend zwischen 7 und 8 Ahr erschienen an dem etwa 1200 Meter von der Grenze des besetzten Gebiets außerhalb Schmittens gelegenen Wejßer zwei französische Soldaten, um dort zu fifchcn Sie führten eine Buchse mit Sprengstoff bei sich, mit dem sie den Fischen nachstellen woll-
]) Lich, 17. Mai. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung einem von dem Bürgermeister norgelegten und von der Finanz kommst fron befürworteten Gebühren-Darif zur Friedhofs- und Begräbnisordnung der Stadt Lich zu. Dieser Tarif sieht u a folgende Gebühren vor: Für Erwerb eines | Erbbegräbnisplatzes für 50 Jahre für jede einzelne Grabstätte 50 Mk., Verschonungsgebuhr für weitere 50 Jahre 50 Mk., Verschonungsgebühr für ein Reihen grab für 30 Jahre 10 Mk., und an allgemeinen Begräbniskosten 1. Beerdigung in einem Erbbegräbnis 47 Mk., 2. Beerdigung in einem Reihengrab 30 Mk., für Kinder 24 Mk., Armen- bcgräbnis 15 Mk., für Benutzung des Leichenwagens zur Ueberlandfahrt 50 Pf. für jeden Kilometer Entfernung, Mindestgebuhr 3 Mk. — Die Genehmigung wurde erteilt zum Verkauf des Kiefern- und Fichten st ammhol- ze s, das bei der kümlich stattgefundenen Submission folgende Höchstgebote erhielt: Kiefern 1. Kl. 41,53, 2. Kl. 38,53. 3. Kl. 30,53, 4. Kl. 28^3 und 5 Kl. 25,53Mk.: Fichten 3. Kl. 30,50. 4. Kl. 26,50. 5a. Kl. 23 und 5b. Kl. 21,50 Mk., während die Genehmigung für das Fichtenstammholz infolge ungünstiger Gebote versagt blieb. — Die Dcrugesuche des-»Karl Christian Rau und des Robert Jen sch wurden erledigt, ferner fand ein Plan der Kreisbauverwaltung Gießen über die Führung der Baufluchtlinie in der Ziegelgasse Annahme. — Einem Gesuch der Dahnver- toaltung der Butzbach-Li cher-Eis en - bah n um Anschluß an die städtische Wasserleitung zum Zwecke der Entnahme von Wasser zur Speisung ihrer Lokomotiven wurde mit dem Vorbehalte zugestimmt, daß die Abgabe des Wassers nach Messung und nur dann erfolgt, wenn genügend Wasser vorhanden ist. — Zwei hiesige Einwohner wurden als Ortsbürger gegen Zahlung eines Einzugs- und Feuereimergeldes von 297,63 Mk. auf genommen. Die Miete für die Turnhalle des hiesigen Turnvereins wurde ab 1. 2lprll ds. Js. auf monatlich 15 Mk. erhöht. - Der Ruhes andsversetzung des Schutzmannes Meyer ab 1. Juli ds. Js. wurde zugestimmt, die vakant werdende Stelle soll zur Neubesetzung ausgeschrieben werden.
rungsrat v. Hahn, bei.
Um 1/212 Uhr vormittags sand auf dem Marktplatz ein Konzert statt. Daran schloß sich eine Schulübung auf dem Markt an. Die Alsfelder Wehr, die zur Zeit 207 Mitglieder in ---- - .
neun Zügen zählt, führte unter der energischen trag, zur Vorbereitung der Quakerspeisung Die und tatkräftigen Leitung ihres Kommandanten, Schüler zu messen und zu wiegen. Auch konnte ei Ludwig Martin, ihre Geräte vor und brachte $>ie Schüler zur Vorbereitung der ^ärztlichen die einzelnen Uebungen mit Exaktheit zur Aus- Stellungnahme darüber befragen, welche Krank- fübrung Die Vorführungen fanden die unem- ^iten durchgemacht hatten. Richt befugt wai geschränkte Anerkennung der vorgesetzten Organe per Angeklagte, körperliche Untersuchungen an den und zeigten dem zahlreich anwesenden Publikum, Schülern vorzunehmen. Der Angeklagte war be= daß die Alsfelder Wehr auf ihrer vollen Hohe schuldigt, in sieben Fällen bei dem Wiegen der steht. Rach Beendigung der Uebungen ertönte Schüler an diesen körperliche Untersti^mgNi vor- vlötzlich die Feuersirene, und die Signalhörner genommen zu haben, durch die sich die Schuler riefen zum Drandangrif f. Seitens des Kom- z. T. in ihrem Schamgefühl verletzt fühlten Das mandvs war bei dem Kreisamt der Wunsch aus- Gericht erachtete den objekttven Tatbestand, wie aesvrochen worden, ihm eine Ausgabe zu stellen, ihn die Anklage behauptete, im wesentlichen für die vorher nicht bekannt werden sollte. Aach erwiesen. Es stellte fest, daß der Angeklagte ferne Beendigung des Schulexerzierens auf dem Markt- Etlichen Befugnisse überschritten hatte. Er hatte Platz wurde diese dsm Kommandanten übermittelt. Handlungen vorgenommen, die nur eurem Arzt 3n schlagfertiger Eile suchten die Wehrleute die zukarneii. Das Gericht hielt jedoch nicht für widergedachte Brandstätte auf, empfingen dort ihre legt die Behauptung des Angeklagten er habe Weisungen. Die Geräte wurden praktisch vor- sich $ur Vornahme der Handlungen für befugt geführt die Spritzen schleuderten ihre Wasser- gehalten, und geglaubt, durch Feststellung von massen aus Sprungtuch und Rettungs chlaach wur- Brüchen und Operationswunden den Schulern den in Anwendung gebracht unb alle Erforder- und der Sache zu nützen. Bestraft konnte der nisse die im Ernstfälle eintreten können, berück- Angeklagte nur werden, wenn ihm nachgewiesen fiebtiat Bei der Kritik sprachen Kreisdirettor Dr. werden konnte, daß er Es dem Motiv der Mustern'- Stammler, KreisseuerwehrinspetorM ü l ler- heit heraus gehandelt habe, ^rop getoillcr be« Lauterbach und BrandinspeLtor Wenzel-Gie- lastender Momente hielt das Gericht einen ‘Berten ihre volle Anerkennung über den Verlauf weis in dieser Beziehung mcht restwo für erbracht, der „Brandbekämpfung" aus. Der Angeklagte wurde deshalb freige^
j Bach Beendigung dieser Vorführungen be- I spr 0 chen. Das Urteil tourbe erst am -uig toegte sich ein großer Festzug, an dem zahl- | nach der Verhandlung verkündet, reiche auswärtige Wehren teilnahmen, nach dem Lindenplatz. Auch die Vertteter des Kreisamtes und des Gemeinderates beteiligten sich an demselben. Auf dem Festplahe begrüßte der Alsfelder Kommandant die erschienenen Festgäste. Der Vertteter des Kreisamtes, Kreisdirettor Dr. Stamm- ler, überbrachte die Glückwünsche der Behörden und überreichte der Alsfelder Wehr em Dank- und Anerkennungsschreiben des Hessischen Ministeriums. Für die Stadtbehörde sprach Bürgermeister Dr. V ö l s i n g warme Worte des Dankes und der Anerkennung. Die Heffische Brandversicherungskammer übermittelte durch ihren Vorsitzenden, Geheimen Regierungsrat v. Hahn, ihr- Gwckwülisch-. 2IM Vertreter d°r bcüwn
SicBenet ®«&ice« 1-pra^ taff- SvicMa« der frankfurter Theater.
n&M^ectontacn AlSfÄder ivchr, die unter Opern haus. SienStag, 20. Ttai: EinKtnper licken Cet Munnes der mit ganzem küre. Montag, 19. und Dienstag, 20.: Cm Kinder-
XLen bei5ber Sache ist, vorzügliches geboten Festspiel aus Alt-Frankfurter Tagen. Mittwoch
bST®ann trat der gemütliche Teil des Festes in | 21.: Margarethe. Donnerstag, 22. Frasqutta. f^in^Aiff^behördlichen Wunsch wurde in der am Nestplah gelegenen Turnhalle ein Film vorge- führt der Feuerverhütung und Feuerbekampfung anschaulich vor Augen führte. U. a. wurde auch im Laufe des Rachmittags cm MinimaxapParat praktisch vorgeführt. Das Fest nahm einen allseitig
1 befriedigenden Verlauf.


