Ausgabe 
18.8.1924
 
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frucryumnigenDe -Neuerung pinye-n mro bisse '-zieut- rung wird in immer ausgedehnterem Mähe zur Wendung gelangen. Die Summen, die wir verlangen werden, werden entweder Da rlei- ftungen ober Waren darstellen.

Schon jetzt sind wir in der Lage, eine erste Annuität von 900 Millionen Franken in un­seren Etat einzustellen."

3n der Frage nach dem Stande des Sicher­heitsproblems nach den Bestimmungen des Versailles Friedensvertrages, den wir getreulich ausführen müssen, ist uns die Sicherent ge­währleistet durch die Besetzung des linken Rhein­ufers. Die Ruhrbesetzung in dieser Beziehung hat Frankreich sein Wort gegeben kann nur als Maßnahme zur Sicherung der Repara­tionen betrachtet werden.

Was die Kölner Zone anlangte, so haben wir von den französischen und englischen Juristen feststellen lassen, daß sie nur geräumt werden kann, wenn Deutschland anfangs 1925 die Verpflichtungen des Abkommens erfüllt hat, besonders die der Ab­rüstung.

Die Fragen der interalliiertenSchul- den, die für uns ein ernstes Problem sind, konnten nicht im Verlaufe der Verhandlungen über den Sachverständigenbericht geregelt werden, die an und für sich schon überaus umfangreich waren. Macdo na l d hat gestern abend bei dem Aus­gange der Konferenz erklärt, daß dieses Problem Gegen st andeineranderen Konferenz bilden werde und im Sinne des kürzlich getrof­fenen Abkommens von Paris behandelt werden soll, das heißt: nach Recht und Billigkeit sowie Berücksichtigung sämtlicher Elemente, die dieser Frage ihren besonderen Stempel aufprägen, den Stempel einer Schuld, diezumgemeinsamen Wohle aller Alliierten eingegangen wor­den ist.

Man könne die Konferenz tadeln oder verspot­ten, die unparteiische Oeffenllichkeit werde fest stellen, daß es die erste Konferenz war, die zu praktischen Ergebnissen geführt hat.

Ein deutscher Protest in England.

Berlin. 18. August. Die deutsche Regie­rung hat durch den deutschen Botschafter in Lon­don Dr. Sthamer gegen die Absicht der eng­lischen Regierung, die 26prozentige Ausführ­abgabe gegenüber deutschen Waren wieder einzu­führen, ein Prote st schreiben beim englischen Auswärtigen Amt überreichen lassen. Wie wir hören, steht die Reichsregierung auf dem Stand­punkt. daß nach der Reuregelung der Repara­tionsfrage durch das Sachverständigengutachten eine solche Maßnahme unzulässig sei. Die 26prozentige Ausfuhrabgabe sei nicht vereinbar mit dem Grundsatz, daß die wirtschaftliche Lei­stungsfähigkeit Deutschlands zur Erfüllung seiner Reparationspflichten wieder hergestellt werden muh.

Die von der englischen Regierung vorgesehene Maßnahme würde nicht nur die Vernichtung des deutschen Handels in England bedeuten, sondern auch dazu führen, daß die Abgabe auch in allen anderen alliierten Ländern weiter erhoben wird. 3n den Berliner politischen Kreisen glaubt man, daß England mit dieser Maßnahme einen Druck auf Deutschland ausüben will, um handels­politische Vorteile zu erreichen.

Dor der Einberufung des Reichstags.

Der Reichstagspräsident Wallraf hat den Sielte ft enrat des Reichstags aur Mitt­woch, den 20. August, nachmittags 5 Ahr einge­laden. Der Aeltestenrat wird sich u. a. auch mit der Frage der baldigen Einberufung des Reichs­tags beschäftigen.

Englische Schwierigkeiten

* Im Sudan.

London, 17. Aug. Aus Ä art um wird berichtet: Gestern sammelte sich eine Menschen­menge vor der Eisenbahn-Zentralstation in Er­wartung einer Kundgebung zugunsten des meuternben Eisenbahnbataillons, das, wie angenommen würbe, in einem Eisen­bahnzuge versteckt sein sollte. Bekanntmachungen ohne Unterschrift wurden während der Rächt an den Telegraphenstangen und an Häusern Om - burmans angebracht, in denen gegen die britische Herrschaft gehetzt wurde. Darm hieß es, daß die sudanesische Bevölkerung namens der ganzen Bevölkerung von Sudan ihren Haß gegen die britische Regierung mit den Worten erkläre:Rrrder mit der britischen Vorherrschaft!" Einige Anschläge enthielten Ab­bildungen verschleierter Frauen, was auf den weiblichen Einfluß bei den Truppen hin­weist.

Rach einer weiteren Reu'ermeldung aus Kc» * tum fanden am Sonnabend in Omdurman Kundgebungen statt, wobei die Polizei mitStei- nen beworfen wurde. Drei Personen wur­den verhaftet.

In Indien.

London, 17. Aug. Reuter meldet aus Sikrandabad, daß es zwilchen Hindus und Mos» lims in Dulbarga zu Zusammenstoß n gcfcmmen ist. Ein Polizeichef wurde getötet, während enge Moslims verletzt wurden. Truppen und Po.izei beherrschen die Lage, die jedoch ernst ist»

Die Litauer weisen Geistliche aus

Memel, 17. August. Wie dasMemeler Dampfboot' meldet, hbnfünfevangelische Pfarrer im Memelgebiet Weisung erhalten, das Gebiet binnen vier Wochen zu ve r - lassen, und zwar gerade in dem Augenblick, als wieder Verhandlungen zur Beilegung des Kirchenkonfliktes ang knüpft worden waren. Aus dem Schreiben des Lirchenkvmmissars an das Memeler Dampfboot ' läßt sich der Schluß zi hea daß die Ausw.ilung als Antwort auf die Dienst­entlassung des Kirchenkommissars durch das Kon­sistorium in Königsberg anKusehen ist

50 Jahre Weltpostverein.

Schwedische Ehrung des Gründers

v. Stephan.

Stockholm, 17. Aug. (WTD.) Der- in Stockholm versammelte 8. Weltpv stkvngreh hat gestern die Feier des 50jährigen Jubiläums des Weltpostvereins gefeiert. Bei dem Fest­akt in der Königlichen Oper huldigte der Vor­sitzende des Kongresses, der schwedische Ge­neralpostdirektor Juhlin in feiner Rede das

Anvenren an Den deur scheu Post Minister v. Sie p ha n , der vermittelst seiner reichen Geistesgaben und seines kühnen Willens den Weltpostverein gegründet habe. Unter dem Vor­sitze des Kronprinzen fand abends ein Ban­kett von 500 Personen im Stadthaus statt. Hier­bei wurde beschlossen, ein Telegramm an die Witwe des Gründers, Frau v. Stephan zu entsenden, das in ehrerbietigsten Worten des Ver­dienstes Stephans gedenkt.

Die neue Revolte in Brasilien.

Reuhörk, 17. Aug Funkspruch. Rach der Associated Preß ist der Aufstand in ©er» give (Brasilien), wobei der Staatspräs r- bent Cardoso von den Aufständischen ge­fangengesetzt wurde, anscheinend von Ma­rines olda ten eines Lorpedobootszerstörecs unterdrückt worden.

Polen verbietet deutsche Zeitungen.

Beu then, 17. Aug. Auf Anordnung des Warschauer Ministeriums ist dieOstdeutsche Morgenpost" im g es amten Polen verboten worden. Gründe für das Verbot sind nicht bekanntgegeben worden. Mit dem Verbot der Ostdeutschen Morgenpost", dem Meinungsorgcm der Oberschlesischen Montanindustrie, ist die letzte größere rechtsstehende Zeitung vom Ver­trieb in Polen ausgeschlossen.

Spanische Offensive in Marokko

Paris, 17. Aug. Rach einer Havas- meldüng aus Madrid betont eine vom Dt - rektorium ausgegebene Rote, daß ker Ober­befehlshaber in Marokko, da die Aufständi­schen weiter einen Druck auf die Stell ingen am Lau-Flusse, deren Verbindungen abgeschnttten seien, aus üben, befürchtet, daß die ilntätigleit der spanischen Truppen von den Aufständischen als ein Zeichen der Ohnmacht angesehen werde. Das Oberkommando hat deshalb eine Offen- sivbewegung angeordnet, die schon im Gange sei und von der man glückliche Ergebnisse erwarte.

Aach einer Meldung desJournal" aas Madrid verlautet aus sicherer Quelle, daß die Spanier bet den letzten Kämpfen 1800 Tote und Verwundete gehabt haben.

Aus der Stadt.

Gießen, den 18. Aug. 1924.

Deutsche Jugendherbergen.

Der rühvge Zw.igausschuß Main- Lahn- Fulda des Verbandes der Deut chrr Ju ei be­herbergen, der sich iib.r das Gebiet unfe e e ge= ren hessischen Heimat erstreckt, veranstaltet bis Mitte September eine große Waren- lotterie, um bie Eeldm ttel für seine dringend­sten Aufgaben zu beschaffen. Sollen d)ch ei e ganze Anzahl neuer Herbergen erachtet und be­stehende erweitert werden, um der wandernden Jugend auf ihren Fahrten durch unsere deutsche Heimat überall die Möglichkeit zu gilben, in ge­sunden, billigen und bchrgtichen Jugendher­bergen übernachten zu können. Wenn auch durch das Entgegenkommen der Behörden und bie Opfcrfreudigkeit w.ck.er Kreise das Jugend- herbergswerk schon sehr gefördert wurde, wir weisen nur auf den Erfolg der Haussammlung in Gießen hin, die es ermöglichte, das Sch we i- zerhäuschen auf dem HohervdskoPf um­zubauen, so reichen die bestehenden Einrichtungen bei weitem noch nicht aus, um das Retz der Jugendherbergen immer weiter über unsere Hei­mat auszubreiten.

An der Warenlotterie, die vom hessischen Ministerium genehmigt ist, soll durch even großen Umsatz der Lose, die zu dem geringen Pre.s von 50 Pfennigen zu haben sind, derIugend - herbergsgedanke bekanntgemacht und der Erlös zum DestenderJugendherbergen verwendet werden. Die Lv terie besteht aus 120 000 Losen mit 40 350 Gewinnes, so bah jedes dritte Los gewinnt. Die Hauptge­winne sind eine Dreizimmer-Ginrichtung ein Klavier, ein Motorrad, ein Fal boot. Fahrräder, Photoapparate, Schneeschuhe und Wand rgerät. Mer nichts gewinnt, kann sein Geld zurückerhal­ten, wenn er in den auf der Gewinnliste ver­zeichneten Geschäften einkauft. Diee Geschäfte haben sich verpflichtet, bei einem Einkauf 'von 10 Mk. je ein nichtgezogenes Los mit 53 Pf. in Zahlung zu nehmen. Den Losverkauf haben in dankenswerter Weise eine große Zahl hiesiger Geschäftsleute übernommen. In Frankfurt, wo die Lotterie bereits veranstaltet wurde, waren innerhalb weniger Taie alle Lose verkauf t, so daß auch die unserer Smdt Angewiesenen Lose innerhalb kürzester Zeit verkauft sein werden.

*' Stadttheater. Die Aufführung des LustspielsDie Großstadtluft" von Blu­menthal und Kadelburg am kommenden Dienstag wird mit dem eigenen Personal des Bad-Rau- beinur Kurtheaters gegeben werden, da sich das angefünbigk Engagementsgastspiel zerschlagen bat. Das hübsche Lustspiel hat in der Rauheimer Aufführung am Freitag allgemeinen Beifall gefunden.

Erledigte Lehrer st eilen. Von 13 Lehrerstellen an der Volksschule in Darmstadt, sind 11 mit evangelischen und 2 mit katholischen Lehrern zu besetzen. Wohnungen sind sehr schwer zu beschaffen: ferner ist erledigt eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Dreieichenhain, Kreis Offenbach.

" Versicherung von Antennanla­gen. Der Funktechnische Verein hat mit der Aachen-Münchenep Feuerversicherungs - Gesell­schaft ein sehr wichtiges Abkommen für seine Mitglieder abgeschlossen. Es handelt sich um den Schuh gegen die verschiedenen Anzuträglichkeiten, bie sich aus der Anlage von Hochantennen ergeben können. In Frage hierbei kommen namentlich Haftpflicht Versicherungen, Blitzschäden und eventuelles Abstürzen der Antennen- masten. In solchen Fällen ist der Besitzer kxw Hochantenne naturgemäß dritten Personen gegen­über haftbar, und um nicht die Ähäden aus eigener Tasche decken zu müssen, greift bie Ver­sicherung hier ein. Gegen eine geringe Prämie von 5 Mark jährlich deckt die Gesellschaft persön­liche Schäden und Sachschäden mit je 5000 Gold­mark. Die Gültigkeit der Versicherung ist natür­lich davon abhängig gemacht, daß bie Anlage der Antenne sachgemäß erfolgt ist unb auch der be­hördlichen Bestimmungen entspricht.

RDV. Bef i ere Beleuchtung oec Züge. Da in letzter Zeit von den Reisenden über mangelhafte Beleuchtung ber Züge Klage geführt worden ist, sind die Dienststellen ange­wiesen worden, der Instandhaltung und Bedie­nung ber Deleuchtungseinrichtungen in den Zügen besondere Sorgfalt zuzuwenden. Der ordnungs­mäßige Zustand der Deleuchtungsernrichtungen soll ständig überwacht werden.

Deutsch-englischer Personen- unb Gepäckverkehr. Ab 31. August wird der durchgehende Personen- und Gepäckverkehr zwischen Baden-Baden, Basel, Darmstadt, Frankfurt a. M., Freiburg, Karlsruhe, Köln, Mannheim, München, Rürnberg, Pforzheim, Salzburg, Stuttgart und Würzburg einerseits und London über Köln Hoek Dan Holland Vlissingen wieder ausgenommen. Ebenso wird vom 31. August ab die durchgehende Abfertigung von Personen- und Reisegepäck zwischen Köln und süddeutschen Stationen einerseits und nieder­ländischen Stationen anderseits wieder aufge­nommen.

Vornotizcn.

Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus:Der geheime Agent".

Wettervoraussage

Roch unbeständig und unruhig, mit einzelnen Regenfällen, etwas kühler.

Kleine Strafkammer.

Gießen, 15. August 1924.

Der Kaufmann Wilhelm Michael B. von G. hatte in seinem Aerger über die Beschlagnahme von Wohnräumen einen wenig liebenswürdigen Brief an den Gemeinderat in G. geschrieben. Da­rin nahm er Bezug auf ein ihm zugegangenes, von dem Bürgermeisteruntermaltes Schreiben". Wegen dieser den Bürgermeister beleidigenden Aeuherung hatte der Einzelrichter zu G. den An­geklagten zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verur­teilt. Die Strafkammer wies die Berufung des Angeklagten kostenpflichtig zurück.

Der Landwirtssohn Otto B. von Rd.-B, 19 Jahre alt, war Ende Dezember v. I. im Ge­meindewald von Rd.-B "betroffen worden, wie er mit einer Schußwaffe im Arm und einen Hund an der Seite sich herum trieb. Die Vorinstanz hatte ihn deshalb mit Rücksicht aus seine Vorstrafen zu 2 Wochen Haft verurteilt, weil erzur Jagd aus­gerüstet aus fremdem Jagdgebiet betroffen wor­den ist". Eine eigentliche Jagdausrüstung hielt man nicht für erwiesen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hob die Strafkammer das Ur­teil auf und verurteilte ihn wegen Wilderns zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Auch wurde auf Einziehung von Gewehr, Hund und Patronen erkannt. Das Gericht erblickte in dem Verhalten des Angeklagten ein direktesAusüben der Jagd", da der Angeklagte wie ein pürschender Jäger den Wald durchstreifte.

Der Bergmann Karl Z. von il. ist schon wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft. Ende Januar b. Js. hängte er in Büdingen in einer Wirtschaft kurzerhand eine Wanduhr ab unb nahm sie mit. Als Entschuldigungsgrund gab er an, er habe in Rot gehanbelt. .Unter Zubilligung mil­dernder Umstande hatte ihn der Einzelrichter in Büdingen zu einer Gefängnisstrafe von 5 Mo­naten verurteilt und zwar wegen Rückfalldieb­stahls, auf den an sich Zuchthaus steht. Die Straf­kammer verwarf die vom Angeklagten gegen das erstinstanzliche Urteil eingelegte Berufung.

Eine weitere Sache gegen den Schlosser Karl E. von G. tourbe vertagt, weil noch weitere Zeu­gen geladen werden sollen. Es handelt sich hierbei um Sachbeschädigungen an Häusern, die in ©iefjen im Dezember vorigen Jahres mit kommunistischen Sprüchen in roter Farbe beschmiert worden sind.

Turnen, Sport und Spiel.

Schülerturnfest desS.BezirkssS.Kreis) im Arbeiter-Turn- und Sportbnnd.

ch Gießen, 17. Aug Auf berLiebigs- hohe" hielt heu e b?r 3. Dez rk (9 K eis) de; Ar­beiter - Turnerbundes fein diesjähriges Schüler­turnfest ab. Wenn aim Samstagabend der bis tief in die Rächt hinein anhaltende Regen das Zustandekommen stark in Frage stellte, so versuchte am Sonntagmorgen Frau Sonne, den angerichte­ten Schaden wieder gutzumachen. Von 7 Uhr ab kamen aus allen Richtungen die jungen Turner unb Turnerinnen mit froh-n Turne Gliedern an­marschiert, so daß das weite Gelände um die Liebigshähe bald von einer fröhlichen, lachend n und schwatzenden Schar g füllt war. Erwarlu gs- voll unb mit einer verblüffendenSachkenntnis" wurden selbst von den Kleinsten die Chancen der schon bekannten Größen abgewogen, mit kritisch - prüfenbem Blick dieReuen" gemustert. Gegen 8 Uhr lieh Bezirks turnwart Amend - K ofdorf zum frohen Kampf antreten. Die H erschau ergab weit über 300 Wetturner. Ein erfreuliches < eiten geleisteter Erzi Hangsarbeit! In glatte Abwick­lung vollzog sich im Laufe des Vormittags bai Wetturnen, die gezeigten Leistungen waren durch­weg vorzüglich, ganz besonders auffällig waren die hervorragenden Leistu gen de.- Schü e innen. Selbstverständlich hatte die Jugend auch ihren Festzug, ber sich am Rachmittag durch die S adt bewegte. Im Anschluß hieran begrüßte ein Ver­treter des Gießener Vereins die jungen Tu rarer, worauf der Bezirksvorsitzende Medenbach- Lvllar mit markan en Worten die Rotwendigkeit des Turnens, gerade für bie Jugend, feierte. Tie von etwa 250 Schülern gezeig en Massen- f re i Übungen gaben mit dem malerischen Hintergrund Gleiberg-Tehb rg°. sbe g ein im­posantes Bild. Stürmischer wurde ber Beifall, als hierauf die Schülerinnen in mustergültiger Weise ihre Massenfreiübungen vorführ.en. Es folgte das Turnen derBezirksmusterriege an Reck und Darren, das als ausgesprochenes Kunstturnen anMsehen ist. Eine Sondervorfüh­rung der Wiesecker Schülers nnen (F.ei- übungsreigen) beschloß den turneri chen Teil des Vcachmittags. Die im Anschluß hi.ra i vorgenom­mene Preis Verteilung, von ber wir von jeder Stufe bie 15 ersten Sieger neunen, hatte folgendes Ergebnis:

Schülerinnen: 1. Klara Bremer, Wie- fed, 298 P. 2. Ottilie Schwan, Herborn, 290 P. 3. Auguste Kollmar, Herborn. 289. P. 4. Emilie Lindenstruth, Heuchelheim, 285 P. 5. Hilde Bre­mer, Wieseck unb Anna Balser, Gießen, 284 P. 6. Anna Höß, Gießen, 282 P. 7. Emmi Loch, Herborn, 279 P. 8. Marie Müller, Treis a. d. Lda., 276 P. 9. Emma Schnabel, Wieseck und Klara Amend, Krofdorf, 275 P. 10. Lene Degen­hardt, Gießen, 274 P. 11. Anna B^mer, Wieseck 273 P. 12. Emma Schäfer. Wieseck, 272 P. 13*

Marie Sa>mtdl, Herborn, ZÖ9 P. 14. -Änna xtung, Krofdorf 268 P. 15. Emma Loh, Krofdorf. Marie Schnabel, Wieseck und Ottilie Ernst, Gießen. 267 P.

Schüler (Oberstufe): 1. Willi Schmahl, Gießen 319 P. 2. Alfred Oßwald, Wieseck, unb Emil Gaub, Oppenrod, 318 P. 3. Walter Sehrt, Gr.-Linden. 310 P. 4. Ldw. Weigand, Gr.-Linden, Albert Schäfer unb Gustav Pfaff, Launsbach, 305 Punkte. 5. Ernst Schmidt, Krofdorf, und Otto Sei­bert, Launsbach, 303 P. 6. Adolf Pansch, Krofdorf. 302 P. 7. Walter Kollmar, Herborn, 301 P. 8. Gg. Gelsheimcr, Gr.-Linden, 299 P. 9. Richard Wag­ner, Krofdorf, Ernst Pausch, Krofdorf und Rudolf Oßwald, Wieseck, 298 P. 10. Ernst Schmidt, Gr.- Linden, 296 P. 11. Walter Schmidt, Gießen unb Rudolf Andermann, Wieseck, 294 P. 12. Willi Bender, Krofdorf, und Otto Dalser, Wieseck, 293 Punkte. 13. Albert Mandler, Heuchelheim, 290 P. 14. Rudolf Schieferstein, Launsbach, unb Ludwig Reinhardt, Daubringen, 288 P. 15. Fritz Gum- bert, Krofdorf, Hch. Wagenbach, Alten-Duseck und Karl ßäufert, Lollar, 287 P.

Schüler (H n t e r ft u f e): 1. Karl Wagner, Launsach, 328 P. 2. Franz Schäfer, Launsbach, 312 P. 3. Otto Vogt, Wißmar, 306 P. 4. Albert Dittcndorf, Wißmar, 301 P. 5. Ldw. Horn, Stein» bach, 300 P. 6. Franz Volk, Launsbach, 297 P. 7. Erich Fink, Staufenberg, 296 P. 8_. WilliHenkel- mann, Wißmar, 295 P. 9. Walter Wvgner, Fritz Pfaff, Launsbach, unb Ernst Schöffmann, Wieseck, 294 P. 10. Willi Münzer, Lollar, 293 P. 12. Karl Speyer, Wißmar, und Hugo Kreiling, Wieseck, 289 P. 13. Otto Dillendorf, Wißmar, Karl Ziegler und Erich Rohrbach, Lollar, 288 P. 14. Wilh. Cinhäuser, Alten-Duseck, Rudolf Häuser, Watzen­born, Ernst Rühr, Lollar, Karl Reinhard, Gießen und Friedrich Volk, Klein-Linden, 286 P. 15. Ernst Seibert, Launsbach, 285 P.

Der Abend wurde von den Vorführungen ber Freien Turner schäft Gießen ausgesüllt, bie sämt­lich wohlgelungen waren und beifällig aufgenom­men wurden. Das Ganze war ein Tag, der völlig im Zeichen der Jugendbewegung stand und als voller Erfolg gebucht werden kann.

Das Schülerwetturnen des TurnerbundesLahn- Dünsberg",

bestehend aus 5 Geräteübungen, Freihoch und Freiweit ohne Brett, fand am Sonntag, dem 17., auf der Wellersburg bei Wieseck statt. Rach vor- ausgegangener Kampfrichtersihung begann um 81/2 Ahr das Wetturnen, an welchem 239 Schüler teilnahmen. Vom schönsten Wetter begünstigt ent­wickelte sich ein recht reger Turnbetrieb, welcher unter Leitung des Tumwarls Gissel, Rodheim, gegen Mittag beendet war. Bei dem darauffol­genden Wettkampf um den Wanderpreis, welcher durch eine viermal 100-Meter-Pendel- ftafette zum Aus trag gelangte, traten 13 Vereine an. In scharfer Konkurrenz siegte die Stafette des Tv. Wieseck mit 94-/z Sek. Es folgten: Tv. Lollar mit 943A Sek. und Tv. Allendorf mit 95V- Sekunden. Rach einigen ermunternden Worten des Vorsitzenden Daupert, Wieseck, fand die Preis- vertcilung statt, bei welcher Rachfolgende als Sieger genannt wurden:

1. Karl Wallenfels, Mendorf, 133 P. 2. Adolf Kreiling, Wieseck, 131 P. 3. Erich Seipp, Lollar und Emil Arnold, Leihgestern, 128 P. 4. Ludwig Wallenfels, Mendorf, 126 P. 5. Wilh. Brückel, Hausen unb Karl Hahn, Gr.-Buseck, 124 P. 6. Fritz Henß, Gr.-Duseck, Adolf Schäfer, Wieseck und Erich Rahlf, Rodhoim, 122 P. 7. Emil Winter, La ans- bach, Willi Dender, Krofdorf und Ernst Klein. Dellnhausen, 121 P. 8. Emil Berger, Allendorf, Friedel Frank, Lollar, Otto Rapp old, Delln­hausen und Otto Schardt, Hausen, 120 P. 9. Hch. Knöß, Daubringen und Hans Weller, Wieseck, 119 P. 10. Heinrich Klein, Lollar, 118 P.

Das Reichsjugendherbergsver- zeichnis 1924 25 ist erschienen und vom Ver­bände für Deutsche Jugendherbergen, Hilchenbach in Wests, zu beziehen.

Deu Ische Hochschule für Leibes­übungen. Das Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1924 "25, das zehnte sett Bestehen der Hochschule, ist im Druck erschienen und durch das Sekretariat, Charlottenburg 9, Deutsches Sta­dion, kostenlos erhältst-^ Hz sieht im oanzen 25 Aebung?n u b 39 Vorlesungen v r Rcueinzc führt sind Rugbyspiel, der Bau von Paddelbooten als Werkunterricht, rhythmische Gymnastik nach Mary Wigman und Lobeland,' bei den theoretischen Vorlesungen:Leistung und Wertung" von Prof. Dr. Verger, dem Vorsitzenden der Deutschen Turnerschnst, ferner spricht Prof. Matthias, der neugewonnene Lehrer, überBiologische Fra­gen" unb als Gastvorlesung Dr. Geis 0 w, der Vorsitzende des Deutschen Schwimmverbandes, überSportliche EthikDas Wintersemester be­ginnt am 1. Rovern ber. Die Gesamt kosten eines sechssemestrigen Studiums sind bei bescheidener Lebensführung und unter Benutzung der von der Deutschen Hochschule gewährten ülnterfunft und Verpflegung auf 2500 Mk. berechnet. Im Winter­semester findet die erste staatliche Prüfung für Turn- und Sportlehrer im Auftrage des Preu­ßischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an der Hochschule statt.

Der Länderkamps AngarnDeutschland im Schwimmen am 19. August in Budapest er­streckt sich auf vier Staffeln über 4mal 50 Meter, 4mal 100 Meter, 4mal 200 Meter Freistil und 4mal 50 Meter Lage. Dazu kommt ein Wasserball­spiel. Die Mannschaft ist die gleiche, die vorher schon in Wien weilt. Heinrich-Leipzig wird ent­gegen der ursprünglichen Absicht nicht dabei sein, statt dessen aber die drei Kölner, Eicker, Sommer und Treis. Außerdem kommt auf persönliche Ein­ladung der deutsche Meister ßuber nach Budapest, um seine hervorragende Springkunst vom Turm zu zeigen.

Dörnbcrgfliige.

Auf dem Dörnberg bei Kassel ist ein neues Segelfluggelände in Gegenwart vieler Tausend Zuschauer eröffnet worden. Die Veranstaltung wurde vom Mitteldeutschen Flugverband Kassel geleitet. Leider litt die Ausführung von Segel­flügen unter schlechten Windverhältnissen, sonst erwies sich aber der Dörnberg als ein vorzügliches Fluggelande. Leutnant a. D. von Schöne­beck, ein bekannter Rhönflieger, führte die Flug­zeuge vor.

Spielvlan der frankfurter Theater.

. Opernhaus. Sonntag, 17. August: Lohen- grin Montag, 18.: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag, 19.: Carmen. Mittwoch, 20: Der Freischütz. Donnerstag, 21.: Der fliegende Hollander. Freitag, 22.: Frasquita. Samstag, 23.: Madame Butterfly. Sonntag, 24.: Die Mei­stersinger von Rürnberg. Schauspiel­haus. Ab Samstag, 16. August bis Sonntag. 24. August: Das Weib im Purpur.