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2R8 zur Entscheidung des Kabinetts ftr DK Xtege naturgemäß noch ungeklärt. Mit Sicherheit läßt sich aber feststellen, daß die Bemühungen um die 2tegierungserweiterung im Augenblick durch­aus noch nicht als gescheitert gelten formen.

Reichswehr und Bevölkerung.

Ein Erlaß des Chefs der Heeres­leitung.

Berlin, 16. Oft. (Wolff.) General von Geeckt hu! einen Erlaß an die Reichswehr ge­richtet, in dem es heißt: Es ist für mich eine große Freude und Genugtuung gewesen, bei meinen Desichtigungsreisen, besonders im Manö­ver, "bad ausgezeichnete Verhältnis lest stellen zu können, das sich zwischen der Reichswehr und der Bevölkerung an- gebnhnt hat. Die Reichswehr erfreut sich heute in allen Schichten der Bevölkerung einer Wert­schätzung, die uns mit Stolz erfüllen kann, hie uns aber auch ernste Pflichten auf­erlegt. Zwei Dinge sind für das Verhältnis zur Bevölkerung von grundlegender Bedeutung: Unbedingte Neutralität allen poli­tischen Strömungen gegenüber, soweit sie nicht gewaltsamen Umsturz betreiben und Hilfsbereitschaft gegen jedermann. Es soll und darf nicht vorkommen, daß sich Ds- völlerungskreise wegen ihrer politischen Einstel­lung der Reichswehr benachteiligt glauben. 3 e b e r Deutsche, gleichgültig welcher Partei- richtung, soweit er nur im guten Sinne des Wortes national empfindet, hat Anspruch auf gleiche Be handln ng durch die Reichswehr. Wir haben keine laute Propaganda für uns nötig Die beste Propaganda liegt in ernster Pflichterfüllung und ftiller, auf­opfernder Arbeit im Dienste der Allge­meinheit und des Vaterlandes.

Die Eisenbahner Kündigen das Lohnabkommen.

Berlin, 17. Oft. (SH.) Zwischen der Deichs bahngesellschaft und den Eisen­bahnarbeitern droht gegenwärtig ein nicht zu unterschätzender Konflikt aufzukommen. Die Reichsregierung hatte die Beamten und Arbeiter seinerzeit ersucht, ihre Lohnforderungen rwch einige Zeit zurückzu st eilen, da die von den zuständigen Stellen eingeleiteten Maßnah­men zum allgemeinen Preisabbau noch nicht im Gange waren. Wie die Telegraphen- Union von maßgebender Seite erfährt, sind alle Beamten- und Arbeitergewerkschaften in den letz­ten Wochen mit Post, Telegrammen und Resolu­tionen ihrer Organisationen im Reich förmlich überschüttet worden und von allen Seiten hat man um jeden Preis Lohn- bzw. Gehalts­aufbesserungen verlangt. Die Gewerkschaf­ten haben nunmehr beschlossen, das Lohnabkom­men vom 1. November ab zu kündigen und nicht unerhebliche Aufbesserungen der Bezüge für die Beamten und Arbeiter zu verlangen. Bereits heute wirb die Lohnkündigung dem Leiter der Qlbteitung 11 der Reichsbahngesellschaft übermit­telt werden.

Hessischer Landtag. _

1 Darmstadt, 16. Oft. Präsident Abe­lar n g eröffnet die Sitzung gegen 11 Hftr. Dor Eintritt in die Tagesordnung richtet Frau Abg. Roth (Kom.) eine kleine Anfrage an die Re­gierung, warum der Entwurf eines Gesetzes zur Verwaltungsreform dem Hause noch nicht vorgelegt sei? Ministerialdinktor Spamer er­widert, der Landtag habe noch nicht alle ihm zu gewiesenen Gesetzentwürfe erledigt, deshalb habe sich die Zuweisung weiterer Eesete erübrigt. Abg. Dr. Werner fragt an, wie es mit dem Schuh- Polizeigeseh stehe. Ministerialdirektor Spa­mer erwidert, daß eine Lisziplinarordnung für die Schupo demnächst erlassen werde.

Hierauf wirb in die Beratung des Gesetz­entwurfes über die Abänderung der All­gemeinen Bauordnung eingetreten. Das Haus nimmt bic Regierungsvorlage an.

Eine Regierungsvorlage über die Hoch­wassers chäben in Rheinhessen, die für Entwürfe zu Dammbauten 600 Mk. verlangt, wird bewilligt.

Ein Gesetz zur Uebernahme von Wech­sel v e rp f l i ch t u n g e n für die Gemeinden und Gemeindefeerbände durch den Staat wirb in bei­den Le.ungen angenommen. Angenommen wird ferner ein Antrag des zuständigen Anschusses, den Antrag des Abg. Hahn (D. Vp.) über die Dewertungsgr unblage der Landes- (teuer der Regierung als Material zu über­weisen. Der Antrag will, daß den staatlichen und Gemeinde-Grundsteuern sowie den sonstigen auf Grundbesitz ruhenden Landessteuern, die bei der Deichs vermögens st euer veranlagten Werte zugrunde gelegt werden. Ein An­trag her Abgg. Engelmann u. Gen. über die R Ück­er st attungber Wirtschaftsbeihilfe an die ©enternden des besetzten Gebietes durch die Staatskassen wird abgelehn t. Man ist der Ansicht, daß das Reich diese Beihilfe zurückerstat­ten müsse. Der Antrag Dr. Werner (Dtschntl.) auf Herabsetzung der Landtags in an- d a t e von 70 auf 60 wirb abgelehnt. Ein Antrag Kinbt (Dtschntl.) auf Einführung der Wahl­pflicht wird ebenfalls abgelehnt

Das Haus bewilligt bann als Nachfvrderung für den hessischen Anteil an den Kosten der Neckarkanalisation 31 000 Mk. und als Beitrag zu einer in der Gründung begriffenen gern ein nützigenWohnungsfürsorge- gesellschast für Hessen 40 000 Mk. Nach der Erledigung einer Reihe weiterer Punkte werden die Beratungen aus Freitag vertagt.

Die deutschnationalenLandtags- kandidaten für Oberhessen-

Darmstadt, 16. Oft. (Eigener Bericht.) Wie verlautet, werben die Deutschnationalen für

Oberhessen folgende Landtagsvanotvaten aufstel- len: 1. Reichs- und Landtagsabg. Werner- Butzbach: 2. Bürgermeister B i e h e l - Griedel, Vorsitzender des Landjugendbundes: 3. 'Dr. Le nz- Gießen, Vorsitzender der Vaterländischen Ver­bände Obeihessens.

Herr Dr. Wirth und derHrmmelsdach-Skan dal

Während des Ruhrkampfes beutete bekannt­lich die französische Regie die Wälder liiiks des Rheins aus, and wurde dabei von verschiedenen deutschen Firmen, denen Geldsackinteressen wich­tiger waren als die des Vaterlandes, unterstützt. Don einer dieser Firmen, der Himmelsbach 21. G., die ganze Wälder abholzte, ist die Behaup­tung aufgestellt worben, daß sie in engem Zu- sammenhang mit Herrn Dr. Wirth stehe. DerFränkische Kurier" hat sich dieser ganzen Angelegenheit sehr eingehend angenommen und zuerst auf diese Zusammenhänge aufmerksam gemacht. DerBayerisch. Kurier" hat nun zu diesem Fall festgestellt. daß Herr Dr. Wirth der Himmelsbach 21. G. doch nahesteht. Hierzu be­merkt derFränkische Kurier":Wenn wir also in diesem Zusammenhang aus den eigenartigen politischen Charakter des Reichskanzlers a. D. Hin­weisen, der auf der einen Seite,wenn es los­geht, auf Seite der Proletarier steht", auf der anderen Seite aber sich im Holz-- großhanbel allergrößten © t i18 be­tätigt, und auf der dritten Seite einer Firma nahesteht, diemit Franzosen in Verträge über geraubtes bayeris che s Staa t s - gut e i n g e h t und dieselben auch zur Durchfüh­rung brachte, auf der feierten Seite aber sich in einer mit aller Gewalt durchgebrückten Er­füll u n g s p o l i t i k gegenüber Frankreich be­tätigt, so erw-eist sich das durch die ganzen Ergeb­nisse als eine höchst merkwürdige Angelegenheit, die der Klärung bedarf." Wir müssen allerdings demFränkischen Kurier" die Verantwortung für diese Mitteilungen überlassen. Ein Zeichen der neudeutschen Demokratie ist es aber, daß Herr Dr. Wirth mit Hilfe seines früheren Reichskanzler­titels in London und Moskau hausieren geht, um Verhandlungen über Konzessionen geschäftlicher Art zu fördern.

der Wahlkamps in England. Konservative und Liberale gemeinsam gegen die Arbeiterpartei.

London, 17. Oft. (Sil.) Obgleich die Er­nennung der Wahllandidatm nicht vor Samstag erfolgen wird, läßt sich sch'.uhweise fa^en, daß für die 3 Parteien 614 Sitze im Unter» hause in Betracht kommen. Die Arbeiter­partei stellte etwa 520 Kandidaten auf gegen­über 423 der letzten Wahl. Die Konservati­ven verfügen über die gleiche Anzahl gegenüber 536 im letzten Wahlkampf, die Liberalen über nur 330 Kandidaten gegen die früher 450 aus ge­stellten. Man erklärt sich die geringe Zahl der Liberalen Kandidaten damit, baß dte Liberalen an den Orten feine Kandidaten ins Feld füh­ren werden, wo sie offenkundig geringe Aus­sichten haben. Die Berechnung geht dahin, bah die in solchen Bezirken abgegebenen Stimmen würden, sondern lediglich den, Konservativen eine feine Stärkung der Parteistellung herbeisühren entsprechende Anzahl Stimmen nehmen müßte, was naturgemäß eine Stärkung der Ar­beiterpartei zur Folge haben würde.

Eine gleiche Wahlpolitik zugunsten der Liberalen und gegen die 2übeiterpartei wird auch von den Konservativen innegehalten. Aus diese Weise sind für die Liberalen und Konser­vativen etwa 40 bis 50 solcher gemeinsamer Kampfplätze geschaffen worden. Beachtens­wert ist, daß die Arbeiterpartei während der letzten Wahlen allein durch die Zerfpitte- rung der Stimmen der übrigen Parteien70Sitze gewonnen hat. Ein harter Kamps wird im Bezirk von Drightsibe stattfinden. Ponfonbh, der zum größten Teil für den Vertrag mit Sowjet- rußland verantwortlich ist, wird nur von den Kons ervativen bekämpft werben. Wäh­rend der letzten Wahlen haben sowohl b.e Libe­ralen, als auch die Konservativen gegen ihn gestanden, die er jedoch mit einer Mehrheit von 1379 Stimmen besiegte.

Dor den amerikanischen Wahlen.

Ein republikanisch-demokratisches Abwehrkartell gegen Lafollette?

Paris, 17. Oft. (TU.) Wie derPetit Pa- rifien aus Washington erfährt, wird die Se­natskommission, die die Ausgaben der verschiedenen Parte ien während der Wahl überwacht, unter dem Vorsitz des Se­nators Borah in Washington zusammentreten. Bekanntlich hat Senator Lafollette die re« publikanifche Partei beschuldigt, einen Fonds von 45 Millionen aufgebracht zu haben, um die Wahl in den verschiedenen Staaten zu­gunsten Coolidges zu beeinflussen. Die Budgets der verschiedenen republikanischen Komitees werden infolge dieses Schrittes Lafol- lettes veröffentlicht werden.

Wie derNew-Vork Herald" meldet, hat sich Lafollette bei einer Wahlrede in St. Louis in sehr deutschfreundlichem Sinne ge­äußert, um die vielen Deutschamerikaner für sich zu gewinnen. Selbstverständlich, so schreibt bas Blatt, sprach Lafollette gegen den Versail­ler Vertrag, den er als schändlich bezeichnete. Er sprach ferner gegen die Politik Wil­sons, durch die es England ermöglicht wurde, die Blockade gegen Deutschland durchzuführen. Schließlich behauptete er noch, Amerika hätte unter dem Druck verschiedener Dan­ken an Deutschland den Krieg erklärt. Nach einem Neuyorker Kabeltelegramm derDossisch. Ztg." hielt Staatssekretär Hughes in Neuyork eine Wahlrede, in der er die Bildung eines republikan. -demvkrati schen Wahl­kartells zur 2lbwehr der täglich wachsenden Gefahr durch die Kandidatur Lafollettes forderte.

Frankreich und Rußland. Der voraussichtliche Inhalt der Note au Nußland.

Paris, 17. Oft (TU.) Die Kommission Monzcie hat dem Ministerpräsidenten He.rivt den Derichl über die Anerkennung de r S o w j e ! r c g i e r u n g übe reicht. Gleichzeit g soll eine Note nach Moskau gerichtet werden, in der folgendes zum Ausdruck kommen wird:

1. Anerkennung der Sowjet-Regierung.

2. Einladung zur Wiederaufnahme normaler Beziehungen.

3. Aufforderung zur Regelung der ent - standenen Schäden.

4. der Wunsch, sich nicht auf zwecklose Vor­behalte wegen der Dergangenhett einzulassen.

Zn bierer Note soll ferner das Versprechen der französischen Regierung abgegeben ire den, an dem Wiederaufbau Rußlands mitzuarbei e.u Es ist möglich, daß noch einige Zeit vergehen wird, bis diese Note offiziell bei einzel e i Re­gierungen milg.teilt wird. Bei nders intere s ert sind Frankreich, die Tschechoslowakei und Rumänien wegen der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Rußland.

Die französische Presse beschäftigt sich immer lebhafter mit der Frage der Anerkennung. So meint derTemps", daß trotz des berechtigten Mißtrauens, das man der Sowjetregierung gegenüber hege, diese unbestreitbar die Ge­walt fest in der Hand habe und daß alle Staaten schließlich doch mit Sowjetruhland nor­male Beziehungen wieder Herstellen müßten. Kann Frankreich jetzt noch einen derartig großen Staat ignorieren, der bereits mit Deutsch­land, der Türkei, Polen und den skandinavischen Ländern Verträge abgeschlossen hat und der von England bereits die de jure-Anerkennung hat? Es handelt sich darum, ob Frankreich fern von Moskau bleiben soll, während die anderen Staaten ihre Vertreter dorthin entsenden. Das sei sowohl vorn wirtschaftlichen wie vom politischen Standpunkt aus höchst bedeutsam. DasJournal des Debats" dagegen meint, die Augen Herriots seien noch geblendet von den Eindrücken, die er gelegentlich feiner Reise nach Rußland gewonnen habe. Die franzö­sische Regierung sage, daß sie von den Sowjets keine Bedingungen fordern und feine französischen Interessen aufgeben wolle. Wenn aber die fran­zösische (Regierung das behaupte, so ist das tatsäch­lich reinerZynismus. Die Regierungen, die bis heute die Sowjetregierung anerkannt hätten, haben wirklich keine angenehmen Erfah­rungen gemocht, schon allein aus dem Grunde, weil die Vertreter der Sowjetregierung in den Staaten eine gewaltige Propagarcha im kommu­nistischen Sinne entfalteten.

Der chinesische Bürgerkrieg.

Kanton in flammen.

London, 17. Okt. (SU.) Nach Meldungen aus Kanton haben die Kämpfe zwischen, den Freiwilligen der Kaufmannschaft und den Truppen Sun-Vat-Sens mit einer Nieder- lageber Freiwilligen geendet. Sowohl die Kaufmannschaft wie die Freiwilligen haben die Stadt in großer Eile verlassen und die Soldateska hat die Stadt an verschiede­nen Stellen angezündet 5>er bisherige Schaden wird auf P/2 Millionen Pfund geschätzt. Augenblicklich ist eine Gefechtspau.se eingetreten. Die Verluste sollen auf beiden Seiten sehr erheb­lich sein. Zwei Ausländer sind durch ver­irrte Schüsse verwundet worden. Nach einer weiteren Meldung hielt die Feuersbrunst den ganzen Tag über bis in die Abendstunden an. Gegenwärtig werden Vorkehrungen getroffen, um einem weiteren Aus dehnen des Feuers vorzu- beugen.

Die Lage in Schanghoi wird optimi- sttsch beurteilt. Die ausländischen Behörden haben sich geweigert, den General Hsii, dem Füh.er­ber Anfu-Truppen, zu gestatten, die interna­tionalen Niederlassungen zu seinem Hauptquartier zu machen. Die Nachricht, daß Regierungstruppen zu (ienenal Hsii überge­gangen sind, wird neuerdings als unrichtig be­zeichnet.

Peking von der Küste abgeschnitten.

Paris, 17. Oft. (WTB. Funkspruch.)Chi­cago Tribüne" meldet aus Peking, daß jede Bahnverbindung von Peking mit der Küste seit drei Tagen unterbrochen worden fei. trotz des Vertrages von 1909, durch den China verpflichtet sei, den Ausländern freien Zugang zur See von der Hauptstadt an zu gewährleisten. Diplomatische Bemühungen, ein internationales @ing reifen herbei­zuführen, haben infolge von Meinungsverschie­denheiten unter den Mächten keinen Ersola gehabt. 3

Aus aller Wett.

Heinrich Schulz stellt sich.

Budapest, 16. Oft. (WB.) Heute nach­mittag erschien der wegen Teilnahme ai der Er­mordung Crzbergers steckbrieflich verfolgte Hem­rick) Fo er st er-Schulz auf der Oberst-Stadt- hauptmannfchoft und erklärte, daß er sich zum Besuch von Verwandten einige Sage in der Provinz auf gehalten habe. Erst jetzt habe er erfahren, daß die Polizei ihn suche, weshalb er sich ihr zur Verfügung stelle. Erwürbe u n 9 Sb a f t genommen. - Sen Abendblättern zufolge beabsichtigt Schulz in die Türkei zu gehen.

Großfeuer in Fabrikbetrieben.

Die Wollspinnerei Dergisch-Glad- bach steht in Hellen Flammen. Die Ent­stehungsursache des Brandes ist bisher unbekannt. -Jte Bergisch-Gladbacher Feuerwehr und ein Zug der Kölner Feuerwehr bieten alles auf, um das Sexter auf seinen Herd zu beschränken. Der Brand findet m dem umherliegenden Material reichlich

Nahrung. In der Bamberger Kali k o» f a b r i' brach Großfeuer aus, das die Fabrik und Lagerräume mit 200 000 Metern Seidenstoffe vernichtete. Die wertvolle Rezeptkammer konnte gerettet werden. Der Schaden beträgt un­gefähr eine Million Goldmark. Man hofft den Betrieb in einigen Wochen wieder aufnehmen zu können. Als Brandurfache wird Kurzschluß angegeben.

Deutsche Spende für die Opfer der Petersburger Uebersch'wemmung.

M 0 s k a u, 17. Oft. (TU - Die deutsche Re­gierung bewilligte zugunsten Le. Opfer der Über­schwemmung von Len.ngrad (Petersburg) einen Betrag von 1000 Rubel, den der deutsche Ge­schäftsträger der öotojetreg.ex-ung m i t de r Ver­sicherung dauernder Freundschaft zwischen Deutschland und 6ox;ei« v u b l a n d übergab. Tschitscherin gab seinem Dank für die Spende herzlichen Ausdruck.

Die Veifehung Anatole France,

Paris, 17. Oft. (TU.) Die Leiche des französischen Dichters ist nach Pcrris..übersührt. Gelegentlich der morgigen Bestattung hat dm Kultusminister Francois Albert angeordne't, daß der Schulunterricht auöfällt. Abord­nungen aller Schulen werden dem Begräbnis beiwohnen. Gestern hat der Direktor der fran­zösischen Akademie eine Gedenkrede zu Ehren des Verstorbenen gehalten.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 17. Oft. 1924.

Flugtag in Gießen.

Nachdem die Generalversammlungen der bei­den veranstaltenden Vereine, des Gießener Der- kehrsvereins und des Gießener Vereins für Luft­fahrt, der 'Abhaltung eines Flugtages in Gießen am Sonntag, 2 6. Oktober, zit» gestimmt haben, hat eine Ausschußsihung, die gestern abend stattfand, die Durchführung der Pläne in die Wege geleitet. Als Flugplatz kommt, wie schon berichtet, das Wiesengelände hinter dem Gericht zwischen der Wieteck und dem Wiesen­weg in Betracht. Sportflüge, Passagier-Rund- flüge, Fallschirm-Absprünge werden den Besuchern feiet Interessantes bieten. Es ist weiter vorgesehen, eine gewisse Anzahl Freislüge dem Publikum zur Verfügung zu stellen, d. h. aus eine bestimmte Zahl von verkauften Eintrittskarten wird eine Eintrittskarte ausgelost, deren Inhaber das Recht hat, völlig kostenlos einen Rundflug mit dem Verkehrsflugzeug mitzumachen. Der Preis der Eintrittskarten ist so bemessen, daß er für jedermann erschwinglich ist. Mit dem Kartenver­kauf wird etwa QHitte nächster Woche begonnen. Die Verkaufsstellen werden aus dem Anzeigenteil unseres Blattes ersichtlich fein. Ueber die Platz­einteilung, die Zugangswege usw. wird der Aus­schuß ebenfalls im Laufe der nächsten Sage näheres befarmtgeben.

Regulierung der Nidda und der Nid der

Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat an den Finanzausschuß des Landtags über die Regulierung der Nidda und der Nider eine Mitteilung, in Form einer Regierungsvorlage, 'gerichtet, in der es u. a. heißt:

Infolge der zahlreich in diesem Jahre nie­dergegangenen starken Regenfälle lind s w. hl die Nidoa als auch die Nidder im Kreise Friedberg, sowie im angrenzenden Landkreis Hanau und in den Vororten Frankfurt a. M. mehreremal über die Ufer getreten und haben Tau ende von Morgen ftuchtbarsten Landes und bester Wieien überschwemmt, so daß diese teilweise wochenlang unter Wasser standen. Hierdurch sind bedeutende Schäden für die Landwirtschaft entstanden. Die Ursache dieser Ueberflutungen ist vorwiegend in der ungenügenden Größe der Bachquerschnitte und in der mangelhaften Unterhaltung der Bach­läufe begründet. Diese Mißstände sollen nunmehr beseitigt werden. Da soweh' die Nidda als auch die Nidder teilweise Grenzflüsse zwischen Hessen und Preußen sind, teilweise ganz auf hessischem oder ganz auf preußischem Gebiete liegen, war es erforderlich. Verhandlungen mit den zustän­digen preußischen Behörden aufzunehmen. Auf Anregung des Regierungspräsiderte 1 in Kassel fand, nachdem tag3 zuvor eine Besichtigung bei geschädigten Gebiete unter Beteiligung des Herrn Finanzministers stattgefunden hatte, am 5. Sep­tember 1924 im Rathaussaal zu Vilbel eine von unserer Abteilung für Ernährung und Landwirt» schäft ein berufene Besprechung zwischen den Der- tretern der beteiligten hessischen und preußischen Behörden statt. Unter den Teilnehmern herrscht« Einigkeit darüber, daß an die Regulierung der Aidda und der Nidder so schnell wie möglich heran» gegangen werden müsse. Weiter wurde beschlossen, den Plan über die Regulierungsarbeiten an der Vidda nördlich Donames bis Schar rinn hlenwehr und oberhalb im Kreise Friedberg, sowie an der Nidder vom Einfluß in die Nidda bis Win­decken von dem preußische r Kulturbauamt Fulda unter Mitwirkung des hessischen KulturbcvurmtL Friedberg aufstellen zu laifen. Die Kosten bet Vorarbeiten sollen nach den Uferlängen ausge­schlagen werden."

Zur Ausarbeitung der Entwürfe werden als Anteil Hessens für die oben angegebenen Strecken 100 000 Goldmark alsbald vom Landtag erbeten.

*

Wettervoraussage.

Etwas wärmer, Winde aus westlicher Richtung Meist trocken, doch kann mit dem Auftreten ge­ringer Niederschläge gerechnet werden

Gießener Wochenmarktpreise

am 16. Oktober 1924 (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem Wochenmarkt: Duttet- 2,40 bis 2,50 Ntk.. Matte 35 bis 40 Pf., Käse 50 bis 70, Wirsing 9 bis 10, Weißkraut 6, Rot­kraut 9 bis 10, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10. Spinat 35, Römischkohl 5, Dohnen 15, Untet> Kohlrabi 5, Grünkohl 15, Feldsalat 25 bis 40, Tomaten 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 40, Kar­toffeln 5, Aepsel 10 bis 15, Dirnen 8 bis 15, Preiselbeeren 80, Zwischen 15 bis 18, Nüsse 50

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