Einzelbild herunterladen

Statt

U4. Jahrgang

Srettai, |7. ettootr (924

Pnitf und vkflag: vrSHI'sche Nniv«rfitäts-Vuch- und Steindrucker«! H. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schuiitratze 7.

Frankreich und der Zeppelin

blätter von ein«

1.

2.

3.

m ftanzvsischw ima8 tixit der terie und einer mens Tieimetle nun den Dichter, i eines Mestizen uf, »mein DUer : ein Ärger und Die Sie sehen, da an, tw der

Es hieße, dem (penn man sich mit Ivie gesagt, nur der beschäftigen wollte.

berühmten ihm ein -iauna hörte me Diene. Ln der torkle; kam von ®lüd

sichern,

die Aufgabe der sozialen Versöh­nung und des wirtschaftlichen Friedens weiter durchzuführen, und

die chri st lichen Kulturgüter zu schützen und zur Entfaltung zu bringen.

Lnnahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbmdlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re­klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20 0 Aus­schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will;. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumsckein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Bietzen.

lert Jahren ein und viel ®db >in ansehnliches aber mm das te sein gesamtes veMacht. Sem bündig die 6r= n habe ich mein und so gebe ich zurück!"

durchfuhr die Rebelgebiete mit 50 bis 60 Meilen Geschwindigkeit. Die aeronautische Kom­mission in Washington hat Dr. Eckener und Kapitän Steele eingeladen, der heutigen Sitzung im Marineamte beizuwohnen. Beide werden in­offiziell Über den Flug Bericht erstatten.

Der Neparationspreis des geppelins.

London, 16. Oft. (T. 11.) Reuter meldet aus Washington, daß annähernd 2 Millionen 200 000 Dollar als deutsche Reparationszahlung an die Bereinigten Staaten gutgeschrieben werden würden, wenn das Luftschiff Z. R. III von der Re­gierung formell übernommen worden sei. Die Boss. Ztg." berichtet ferner aus Reuyork: Der CrpreßdampferHar ding" brachte gestern ge­wisse Ersatzteile, nach deren Einbau das H e- liumgas aus derShenandvah" auf den Zeppelingefüllt werden wird. Da dieShe­nandvah" erst in 2 Wochen zurückkehrt, ist vor­her eine Tlebernahme des Z. R. III un­möglich. Die deutsche Schiffsflagge des Z. R. III ist gestern gestrichen, aber noch nicht durch die amerikanische erseht. Die Besatzung des Luft­schiffes erhielt gravierte silberne Zigaret­tendosen zur Erinnerung.

Deutsch-österreichischer Telegrammwechsel.

Berlin, 16. Oft. (WTD.) Der österreichische Bundespräsident Hainisch richtete an den Reichspräsidenten folgendes Tele­gramm: Der kühne und stolze Flug von Z. L. 126 über den Ozean erfüllt Oe st erreich mit Freude und Bewunderung. Ew. Exzel- lenz, der deutschen Regierung und dem deutschen Volke, das diese Tat vollbrachte, spreche ich na­mens der österreichischen Bevölkerung die auf­richtigsten und herzlich st en Glück-

lasseu und im äußersten Notfall an das po­litische Urteil des Volkes zu appel­lieren, um eine tragfähige Regierung zu schaffen, die imstande und gewillt ist.

die bewährte Linie der durch den Reichs­kanzler getragenen Außenpolitik zu

Temps" zuviel Ehre antun, fernen Sudeleien, aus denen, bloße Reid spricht, noch näher

Die Negierungskrisis.

Ein neuer Beschluß des Zentrums gibt dem Reichskanzler freie Hand. Heute entscheidende Kabinettssitzung.

fir. 245 erstes

Grsch«tut täglich, aufoft Somu und Feiertags.

Beilagen:

EtetzenerFamilienblStter Heimat im Bild.

Mouatr-Sezugrpreir:

2 Goldmark u. 20 Gold­pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: öchriftleitung 112, Ter- lagundGeschäftsftelle51. Anschrift für Drahtnach­richten: rlnjeigerSiehti».

Postscheckkonto: Krantfurt a. Hl. 11688.

. . . _ Bezeichnend ist übrigens die

Tatsache, daß auch die deutsche kommu-

wünsche aus. Möge diese Fahrt ein neue» Merk st ein auf dem Wege der D er - stäpdigung zwischen den Staaten und Ra­tionen bedeuten.

Der Reichspräsident dankte mit fol­gendem Telegramm: Für die freundlichen Glück­wünsche zur Amerikafahrt des Zeppelins danke ich Cw. Exzellenz und der öster-reichischen Bevöl­kerung herzlichst. Es erfüllt mich mit aufrichtiger Freude, daß unser Brudervolk an dem Erfolg deutscher Technik und deut­scher Arbeit so innigen Anteil nimmt. Wir wissen uns eins mit Ihnen in dem Wun­sche, daß dieses stolze Schiff der Verständigung der Völker diene.

Weitere

Begrüßungstelegramme.

Berlin, 17. Oft. (TU.) Dr. Eckener erhielt im Laufe des gestrigen Tages noch weitere Be- grüßungstelegramme vom Reichswirtschaftsrat, dem Reichsverkehrsminister, der preußischen, säch­sischen, badischen, mecklenburgischen Staatsregie­rung, der Stadt Berlin und zahlreichen wissen­schaftlichen Vereinen und Gesellschaften.

Die Tochter des Grafen Zeppelin, Gräfin Hella von Brandenstein-Zeppelin, drahtete:

Mit Dank gegen Gott und unserer tapferen Besatzung erhalte ich sieben die Kunde von der glatten Landung des Luftschiffes in Lakehurst. Zu meiner großen Freude wurde nun derGedanle und Wunsch meines Vaters, daß einst seine Luftfahrzeuge zum friedlichen Verkehr zwi­schen den Völkern dienen möchten, zur Wirk­lichkeit. Wie hätte er sich über die Leistung des L. Z. 126 und seinen begeisterten Empfang in Ame­rika gefreut, das ihm seit seiner Teil­nahme am Sezessionskriege bis an sein Lebensende immer in guter Erinnerung geblieben ist. Möge das amerilanische Volk viel Freude an dem Bahnbrecherfürdeut- s ch e Arbeit und Wissenschaft erleben.

ichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Die Pazifisten sind im allgemeinen Leute, deren Optimismus von vielen Urteilsfähigen als Sorrderharkeit abgelehnt wird. Rach den Erfah­rungen der letzten Fahre und der letzten Zeit werden aber besonders die deutschen Pazifisten alskomische Käuze" selbst von milde bentcnben Gegnern ihrer Anschauungen bezeichnet. Es ist tem Zufall, daß es gestern gerade in Hagen, das die französischen Praktiken gegen Deutschland genauer als etwa Berlin kennt, zu Krakeel bei der angefünbigten und gestern mißglückten Pazifistr.^ Versammlung gekommen ist. Denn gerade dis Verhalten gewisser französischer Kreise gegen­über dem deutschen Volke läßt ein Verständnis für deutsche pazifistische Strömungen nicht leicht auffommen.

Es ist ja eine geschichtliche Tatsache, daß der französische Haß gegen das deutsche Volk schon immer seine Hauptt.iebsebrr imReid gehabt hat. And auch in den machtvollen Zeiten der deutschen Vergangenheit war dieser Reid verständlich. Aber jetzt, wo das deutsche Volk am Boden liegt, kann doch wohl für den Reid in französischen Gemütern keine Stätte mehr sein? Wer so fragt, der lanu sich die Antwort aus Paris über d i e neiderfüllte Hetze selber allein aus den Meldungen holen, die ht der französischen Presse gegen den Zeppelinerfolg mißtönig herüberschallen. Voll Mißgunst über die Triumphfahrt des Z. R. HI nach Amerika suchen die Pariser Zei­tungen, N-llen voran derTemps", die deut­schen Erfolge an der Eroberung der Luft zu ver­kleinern oder ganz zu leugnen. Die Begeisterung, geboren aus berechtigtem ©tobe, die in ganz Deutschland über die erfolgreiche Zeppelinfahrt über den Ozean herrscht, sucht derTemps" politisch zu verdächtigen. Er geifert wütend gegen die Möglichkeit, daß die barba­rische und sinnlose Zerstörung der Friedrichshafener L u f t s ch i f f h al l e noch im letzten Augenblick unterlassen wer­den könnte, und besteht auf dieser Bedingung des Versailler Dittats, weil sonst Deutschland eirie Diktatur im künftigen Luftverkehrswesen an sich bringen könnte.

lieber die in der Entschließung reichlich ver­klausulierte Haltung des Zen tri ms macht das Berliner Tageblatt" noch f tgenbe ergän­zende Mitkeilungen. Heut.' ist eine Klä­rung der Krise zu erwarten. Der gerblock 'kommt nicht in Frage. Die Auflösung des Reichstages wird in Kürze eif -(gen 1 eiern abend ist eine Besprechung des Reichs­kanzlers mit dem Reichspräsidenten g'to.fen. Heu e vormittag trat zunächst de D r- stand der Zentrumsfraktion zur D.-ra-dmz üb~r die Lage zusammen Dabei ergib sich f l gen des: Die Minderheit des Zentrums, die gegen die Einbez ehung der Deut ch a iora'en sich ausgesprochen hat, bot so erheb i h und so entschiedm dagegen Stellu g genommen, daß die Geschlossenheit d r Piriei darurte I.i ci würde, wenn diese Minderheit durch einen Mehr­heitsbeschluß vergewaltigt toürbe. Der Reichskanzler selbst g h >rt zu die'er Minderheit. Das ist auch in der Oefse i! lichtest bekannt-geword.n, und so hätte er als (Seg er eines Bürgerblockes kaum die Autorität, ei e Rechtsregierung unter feiner Ka z er'chaft ins Leben zu rufen Wenn die Di ig? i h tue.ter zu­gespitzt hätten, so würde er trab cheinlich seine Demission angeboten und die Bil­dung ejneä Rechtskabinetts einem anderen über lassen haben. Endlich kommt noch hinzu, daß das Zentrum in eine s lchen Ärxifition, in einem solchen Mi.nst.'rtu n de 1 v.r- bünbeten Rechtsparteien gegenüber in einer hoffnungslosen Minderheit crfianben hätte und dem Reichskanzler für die Einhaltung der bisherigen Außen- und Innenprtit k nicht das genügende Rückgrat hätte geei können. Aus allen diesen Gründen ein'gn? s ch der Vorstand auf eine Entsch.sthung, die sich ge gen einseitige Erweiterung de. Regierung nach rechts aus pricht. Rachdem sich nun auch die Demokraten dagegen gewandt haben, wurde dem Reichskanzler als letzter Ausweg aus der Krise einAppellandasVolk empf l;teit

3n den späten Abendstunden des Donnerstag fand dann eine Kabinettssihunq in der Reichskanzlei statt, nach deren Te.ndig ng folgendes amtliches Kommunique ausgegeben wurde:

Da? Reichskabinett beriet heute die durch die Stellungnahme der Reichslagsfraktionen geschaffene innerpolitische Lage und wird mor­gen die Beratungen fortsehen.

Während die Aussichten der Weiterentwick­lung der Krise in den gestrigen Rachmittogs- stunden mehr nach der Wahrscheinlichkeit einer Auflösung beurteilt wurden, sieht man nun in parlamentarischen Kreisen, in ter Tatsache, daß die Kabinettsberatungen heute fortgesetzt werden, ein Znchen dafür, daß bic Reichsregierung noch keineswegs alle Möglichkeiten einer Regierungs- ertoeiterung a ls erschöpft betrachte. Wie die Telegraphen-Union erfährt, wird viel­mehr angenommen, daß der Kanzler von der Entschließung seiner Fraktion, die ihm freie Hand gibt, Gebrauch macht und nach dem Ab­schluß der heutigen Kabinettsberatungen die Ver­handlungen statt über die Fraktionen nun nach der personellen Seite hin führen wird.

1 Städtchen trat Heater erschiene en Vorstellung«, r des Städtchens tor ertaubt, auch xkanntmachmgo, der Erössnungs' m Schild z3W ein

Weh' dem, der "Schmunzeln ba

h612,5o£*

tot, *

natlt.

J Anzeige isst

LZ ZÄL

NMtver.es

^.Tüllen 24 ÖQjfen 12-22. J?' mit'l.'te

fi?n9?re

Ws

nistifche Presse genau so wie derTemps", wenn auch mit anderer Begründung, die dem deutschen Volk wohl nach so langen Zähren der Verzweiflung zu gönnende Begeisterung für den Zeppelinerfolg bekämpft und zu verklei­nern sucht. Aber weder dieser noch jener Ver­such, den Deutschen ihre Freude am Zeppelinwerk zu nehmen, wird erfolgreich fein. Vielleicht aber spüren alle die Rörgler, die jetzt die Thersites- rolle in dem Weltchore der Anerkennung für ,Z. R. III" übernommen haben, früher ober später die Wahrheit des Wortes.Reid ist die Wurzel alles Hebels".

Die französische Pressehetze.

Frankreich verlanqt ebenfalls ein Neparatiotislnftschiff?

Paris, 17. Oft. (Sil.)Journal" beschäf­tigt sich in seinem heutigen Leitartikel wiederum mit der Frage der Zerstörung der Luftschiff- Werft-Anlagen in Friedrichshafen und bemerkt u. a., daß es selbstverständlich sei, wenn Deutsch­land mit Stolz auf die Leistung des Z. R. III zu­rückblicke, aber ein Teil der deutschen Presse ver­suche, aus diesem Erfolg der deutschen Industrie einen p 0 lit ischen Feldzug zu konstru­ieren, um gegen einen Teil des Versailler Vertra­ges zu protestieren. Das Blatt verweist auf Ar­tikel 202 des Versailler Vertrages, wonach alles militärische Material für Luftschifsahrt und Schiff­fahrt an die alliierten und assoziierten Mächte auszuliefern ist. Runmehr solle die Interalliierte Kontrollkommission unter dem Rachfolger Rollets unter Bezugnahme auf Art. 204 von Deutschland d i e Durchführung des Art. 202 ver­langen. Sollte Deutschland sich weigern, nach den Bestimmungen dieses Artikels zu Handeln, dann würden die Alliierten den Obersten Kriegs- r a t einberufen. Frankreich ist in diesem Rat durch Marschall Foch und einem zwecken General ver­treten. Die Vertreter Englands, so führt Iournal" aus, würden sich sicherlich des Be­suches der Zeppelinkreuzer während des Krieges in London erinnern und die Regierung würde sich wohl an die Meinung des Obersten Rates halten. Jedenfalls sei aber in der nächsten Zeit noch nicht mit dieser Maßnahme zu rechnen, da man erst abtnarten werde, wie die Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland wegen Lieferung eines ähnlichen Luftschiffes wie Z. R. III ausgehen werden. Sollte die Reparationskommission sich einver­standen erklären, so würden die Anlagen in Fried­richshafen noch auf eine Reihe von Iah- re n erhalten bleibm. Schließlich könnte ein Zeppelin - Kreuzer von den Ausmaßen des Z. R. III keine Kriegswaffe barst eilen. Die amerikanische Presse gegen die Zerstörung der Ieppelin- rverke.

Reuyork, 16. Oft. (Sil.) Die Zeitungen frttngen lange Artikel, Melbungen unb Bilder des Luftschiffes über den Wolkenkratzern. Alle er= leimen die großartige Leistung des Z. R. III an

der bisher nur orperk in Schil° An der Stelle, mm, teil tollen niederlassen und fuhr ihn Amr , wer blies dir der, ganz er­den Souffleur

) fP^Äin.

skunst

Kid unöSW r Onenl .

Dcrständnrs 0» s-psns

einer.

r m * NÄta der

ofmann « rgS p#fl urtfd|Ob 6

Die Verhandlungen über die ilmbilbung ber Reichsregierung führen von einer überraschenden Situation in die andere. Die Lage wechselt stünd­lich. man muß sich daher lediglich auf die Fest­stellung des chronologischen Ga igä ber Dinge be­schränken. Wie gestern schon kurz gemeldet, trat vormittags gegen 11 Ahr die Zentrumsfrak­tion erneut zusammen, um zu der letzten Ent­schließung der Demokraten Stellung zu nehmen. Gleichzeitig mit der Fraktionssrtzung war eine Konferenz der Parteiführer beim Re i chskanzler anberaumt, an ber vom Zen­trum die Abgeordneten Stegerwald, Spahn unb Dr. Höfle als Vertreter bes Vorsitzenden Fehrenbach, ber die igzwis hen fortgesetzte Frak­tionssitzung des Zentrums lei.cte, teilnahmen. Von den Demokraten waren die Abgeordneten Koch, Erkelenz und Haas erschienen, von der Deutschen Volkspartei Dr C u r t i u s, Dr. Zapf und Dr. Scholz. Die Besprechung dauerte nur kurze Zeit Stegerwald teilte mit, daß die Zentrumsfraktion eine Enischli ß ing borbereiie, in der sie ihr Bedauern ausbrücke, daß die Ver­suche des Kanzlers zur Bildung einer Volksgemeinschaf t unb zur Erwei­terung der Koalition nach rechts mit Einschluß ber Demokraten geschei­tert seien. Das Zentrum fei nun der Ansicht, daß nunmehr dem Kanzler bie volle Handlungsfreiheitzurückgegeben sei.

Kurz nach Beendigung der Konferenz in der .Wilhelmstraße wurde dann auch die folgende Ent­schließung der Zentrumsfraktion bekannt, mit der die Krise auf den Höhepunkt geführt worden ist, und die nach einer parteiamtlichen Mitteilung einstimmig angenommen wurde:

Die Zentrumsfrakkion des Reichstags sieht ihre getreu ihren Grundsätzen der Christlichen Volksgemeinschaft, des wirtschaftlichen und politischen Ausgleiches mit aller Hingabe und höchstem Ve^antwortungsbewußt'ein borgervmme- nen Bemühungen gescheitert, eine nach dem Parlamentar'schen Kräst.berhä tais bestands- und arbeitsfähige Regierung zu bilden. Ihr großes und erstes Ziel, eine Regierung auf brei­tester Grundlage der Volksgemein­schaft zu schassen, ist zu ihrem tiefsten Be­dauern nicht erreicht worden. Auch die dar­aufhin aus Gründen der Außenpolitik und im Interesse des besetzten Gebietes von der Fraktion erstrebte Beibehaltung der bisherigen Regierung war nicht durchzusehen. Ebenso scheiterten weitere Versuche, die Regie­rung in tragfähiger Form nach rechtszu er­weitern. Die Zentrumsfraktion ersucht daher den Reichskanzler, dem sie ihr bolles Ver­trauen ausspricht, kein Mittel unversucht zu

und heben bie große Bedeutung ber Atlantik­fahrt für bie künftige Entwicklung des internatio­nalen Verkehrs hervor. Sie unterstreichen dabei stark, daß ber Zeppelin kein Kriegs- fahrzeug mehr sei, sondern ein Pio­nier des wirtschaftlichen Fortschrit- t e s. Teilweise gehen bie Zeitungen auch auf bie ftrage ein, ob bie Zeppelinwerke auf Grund des Versailler Vertrages zerstört werden dürsten. Sie sprechen sich einmütig und scharf ge­gen ein solches Verlangen aus.

Die Zukunft des Ieppelin- baues in Amerika.

Die Rückkehr der deutschen Mannschaft. Die Baupläne der amerikanischen Zweiqgesellschaft.

Wie bie Blätter hören, wirb bie Mann­schaft bes Z. R. III unter Führung Dr Ecke - n e r s mit Ausnahme ber als Iifttruktoren in Amerika verbleibenden Luftschifführer unb Mon­teure Anfang Ro vember nach Deutsch- lanb zurückkehren. In ber Zw schenzeik dürften bie offiziellen Abnahmeverhanb- l u n g e n mit ber amerikanischen Marineleitung beendet sein. Die künftigen 5ihrer teilten bereits in ihren Berichten über bie Probefahrt bes Luft­schiffes in Europa dem Marineministerium mit, daß bie vertraglich von ben Vereinigten Staaten verlangten Bedingungen hinsichtlich des Aktionsradius, ber Tragkraft und ber Höhen­fahrten vollkommen erfüllt seien. Durch die Amerikafahrt wurde ferner bie Flugmanö­vrierfähigkeit des Luftschiffes hinreichend er­wiesen. Heber die Pläne ber neu^egründeten! amerikanischen G 0 0 d h e ar-Z e p pe l i n°E v m- panh teilen bie Blätter mit, baß bie Gesell­schaft in Amerika nicht nur eine Anzahl großer moderner Luftschiffhallen, sondern auch eine Werft errichten will. Die Gesellschaft wirb sowohl von ber Zeppelin werft als auch von ber Zeppelinhallengeseckschaft Li­zenzen erwerben. Es ist ber Bau von etwa 10 Passagierschiffen geplant. Die einzige Helium-Erdg sguelle soll Weiber auf-gebaut wer­ben, um bie Fällung ber zu bauenben Luftschiffe mit Heliumgas zu ermöglichen. In Berlin j ollen in nächster' Zeit Verhandlungen mit der m S p a - nien gebildeten Zeppelingesellschaft beginnen.

Der Ausbau der Luftlinie Sevilla Buenos Aires.

Berlin, 17. Oft. DasB. T." meldet aus Madrid: Gegenwärtig soll mit dem Ausbau der Luftlinie SevillaBuenos Aires begonnen wer­den. Es fehlt nur noch ber Entscheid des Arbeits­ministers, der das Verhältnis zwischen den deut­schen Zeppelinwerken und ber Compania Stand« aerea regeln soll. Als beutsche Übertreter werben im Direktorium dieser Gesellschaft Dr. Eckener und Ingenieur Scherz sitzen.

Die Ieppelinbesatzung beim Präsidenten

Reuyork, 17. Oft. (TU.) Der Präsident ber Vereinigten Staaten empfing gestern den Führer des Zeppelin, Dr. Eckener, und die Mannschaft des Luftschiffes. Bei dem Empfang beglückwünschte Präsident C 0 0 l i b g e Dr. Ecke­ner zu ber großen Friedenstat. Er betonte, daß die Fahrt des Z. R. III ein neuer Beweis der vollständigen Herstellung des Friedens zwischen den beiden Ländern fei. Dr. Eckener unb der beutsche Botschafter W i e b f e l b t, der bei dem Einpfang zugegen war, sprachen dem Präsidenten ihren Dank für den herzlichen Empfang des Zeppelins in Amerika aus. Rachmittags fand ein Empfang beim deutschen Bot­schafter statt. Bei einem Essen zu Ehren der Offiziere des Luftschiffes Z. R. III sagte Marinesekretär Wilbur, er wünsche, daß das Luftschiff ein Friedensshmbol werde zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten sowie allen anderen Mächten der Welt. Als der Friedensfürst in Bethlehem geboren wurde, sangen die Engel in ber HöheEhre sei Gott in ber Höhe unb Frieden auf Erden!" In Erinnerung an diesen Engelssang will ich Z.R.III Los Ang eles" nennen. Dr. Eckener sagte in seiner Erwiderung, die Hofstrung, daß das Schiff ein Friedenssymbol werde, sei auch von hervorragenden Persönlichkeiten bei seiner Ab­fahrt zum Ausdruck gebracht worden. Wilbur brachte bei Beginn des Essens Trinksprüche auf den deutschen Reichspräsidenten unb den Präsidenten der Vereinigten Staaten aus.

Die technische Flugleistung des 3. N. III.

Reuyork, 16. Oft. (TTl.) Rach einer offi­ziellen Aufstellung Dr. Eckeners und des Kom­mandanten Klein betrug bie Fluglänge des Z. R. III 5066 englische Meilen, die glugbauer 81 Stunden 17 Min., die Durchschnittsge- schwinbigkeit 62,35 englische Meilen, die höchste Höhe 3680 Meter. Heber Reuyork flog bas Sch.ff in einer Durxhfchnittshöhe von 400 Me­ter. Die Betriebs st osftanks waren bei der Landung noch ein Viertel voll. Dr. Eckener er­klärte, bie brabtlofen Wetterberichte hätten es ermöglicht, den Sturmgebieten auszu­weichen oder sie schneller zu perlassen. Z.R.III