Ausgabe 
17.9.1924
 
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Oer Alte auf Topper.

Tioman von Hanns von Zvbeltih.

(Schluß.)

Dis dahin war der Alte ganz gefaßt gewesen. Mr manchmal hat das Herz ein klein wenig ge­hämmert. Er hatte sich alles dis 2pfs genaueste im voraus überlegt, wie er vor die Majestät hintreten wollte. War doch auch nur ein Mensch, wenn auch ein großer und mächtiger: war doch auch ein Edelmann, wenn schon der Primus inter Pares. Auch wenn man vor den König tritt, auch wenn man ihm Dank bringen will, recht aus Herzensgrund: Stolz und Wurde muh man wahren

Arm er zur ersten Terrasse hinaufschritt, tarn er ein weniges innerlich ins Wanken.

ES war doch anders. Der da oben, Fried­rich, war der König, der Herr über Leben und' Tod und er selber war einer von Millionen. Untertan war er

Langsam stieg er weiter empor, zwischen den weiten Blumenbeeten, an den geöffneten Glas­häusern vorüber, in denen fremde Früchte reiften.

Die Füße waren ihm wie Blei, und bei jeder Siufe schlug ihm das Herz. Muhte auf dem näch­sten Absatz stehen bleiben und Atem schöpfen.

. . . Der da oben war König von Gottes Gnaden von Gottes Gnaden

Wieder klomm er auswärts, langsam, gwiz langsam.

. . . Der da öden, König von Gottes Gna­den, Herr über Leben und Tod, wie batte er ringen müssen, kämpfen und leiden, bis der Sieg sein ward. Dreimal war er ins Feld gezogen, dreimal als Triumphator heimgekehrt. Aber was lag nicht zwischen den Siegen und Triumphen. Auch andere haben gesiegt und Viktoria geschoben, sahen ihn schon zu Boden geschlagen. Höhnten den Marquis te Brandebourg und seine Wachl- parate: untergelriegt hat ihn keiner und keine. Aicht das stolze kluge Weib, die Kaiserin Maria Theresia, nicht die nordische Elisabeth, nicht das Frauenzimmer in Versailles, die Pompadour! Europa hatte in Waffen gestarrt gegen ihn, den einzigen: oft, oft war er dem Abgrund nahe gewesen, alle waren um ihn verzagt und verzwei­felt. Er allein, nur er hielt die Standarte hoch Er nur, er allein zwang das Anglück. And alte Völker der Welt neiden Ihn uns ihn Fridericus Magnus

And wieder stieg der Alte aufwärts, müh­sam und schwer, hielt noch einmal an. Aicht sv, bah er sich Sorge machte, wie er vor seinem König stehen und zu ihm sprechen sollte. Wenn er klein war, winzig klein, vor dem Gewaltigen, dem Kriegshelden und Sieger: ein märkischer Edelmann. Pvhblitz l 3*n Ehren war man ja grau geworden. Da soll man Respekt haben, aber nimmer Furcht. Das war's nicht. Muhte wieder "halten und tief Atem schöpfen. Aber wie er sv stand und Atem holte, da bohrte ihm anderes im Herzen.

... wie hat er doch den Großen gescholten, wie hatte er ihn zu schmähen gewagt. Wie ihn verkannt, in seinem kurzsichtigen Antertanenver- stande, der nicht über die Dorfgrenze hinaussieht. And hätte ihn besser kennen müssen. Hätte sich vor die Seele halten sollen, wovor der Gewaltige kämpfte: nicht für sich, sondern für das Vater­land! Aicht aus leerer Ruhmsucht, sondern um Preußens willen 1 Hätte sich auch das sagen müssen, wie der dort oben schon nach dem zwei­ten Kriege gesorgt hatte und Schäden und Wun­den geheilt: wie er dem Lande aufgeholfen, un­weit, an der Oder unö War.he, neues Land aus unfruchtbarem Bruch geschaffen, allenthalben Ko­lonisten angeseht, Steuern erlassen. Dörfer neu gebaut! And hatte dennoch an ihm gezweifelt. An seinem guten Willen, an seiner Kraft, an seiner Friedensliebe ... an feiner Gnade an dem treuen Landesvater

... an meinen großen, guten König hab' ich nicht glauben wollen

* * *

Jetzt stehl er endlich oben. Sieht mit um­flortem Blick ten langen niederen Weihschimm rrn- den Dau, unter dellen Dachfirst die schlichten Worte stehen: Sans souci. Ohne Sorge wann trug dieser König keine Sorge!

Sieht die grüne Rasenfläche vor dem Schlöß­chen, die dunklen Orangenbäume in den großen Kübeln, ein paar spielende Windhunde, So oft

hatte der Junker, Der Kgspar, von ihnen ger schrieben, von B-iche und Alceste, oder wie sie hießen.

Am Rande der Terrasse schreitet gemächlich ein Grenadier. Ein prächtiger Rvtschimmel läuft frei und ungesäumt h>rum, schnobert dem Posten fast ins Gewehr hinein. Das muh ter ,®onte! sein, fein Schlachtpferd, ober der .Cäsar' . . .

Die Hündchen kommen heran, bellen einmal leise auf, springen dann hoch an dem Alten, wie an einem guten Freunde, und er bückt sich, streb chelt ihr seitenweiches Altchen.

Wie das Herz pocht! Wie das Herz pocht.'

Aun muß er ja ins Schloß. Hintreten vor Die Majestät

Aber wie er sich aufrichtet, sieht er vor ter Glastür einen Reinen allen Mann in einem tiefen Stuhl sitzen. Hat einen schlechten blauen Rock an auf dem Kopf einen abgetragenen Hut, die weiße Weste ist mit Spaniol bestreut, die Beine sind in Pelztecken gewickelt

Grad' über ihm leuchtet die Frühlingssonne.

And ter kleine alte Mann hebt den Krück­stock. Aus dem vielfältigen Gesicht leuchten die großen blauen Königsaugen herüber, ,pnd er ruft hellklingend:Ist das ter Alte auf Topper? Ich warte auf den groben Kerl vom Kunersdorfer Mühlberg. Komm Er nur heran . . . Bin ich nun sein gnädiger König?!"

Ende.

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