Nr. 219 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Mittwoch, \Z. Septemder |92<
Internationaler Mittelstandskongreh.
( Der im Dorjahre unter Mitwirkung auch bon Gliedern des deutschen gewerblichen und geistigen Mittelstandes vorbereitete Internationale Mittelstands longreh vereinigt c vor wenig Tagen zahlreiche Vertreter aus 22 Staaten in dem so eigenartig anmutenden bodenständig wirtenden Vern und in dem weltberühmten, von Seen und Dergriesen umgebenen 3 n t e r l a i e n. Einberuscn war der Kongreh von dem Direktorium der 1923 gegründeten Internationalen Mittelstands-Union (I. M .11.), deren Zweck ist „der Zusammenschluh des gesamten gewerblichen kleinindustriellen, forme landwirtschaftlichen Mittelstandes aller Länder zur Wahrung und Förderung seiner ideellen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen".
Auster der Schweiz war am stärksten Deutschland vertreten, von wo 63 Vertreter hauptsächlich des gewerblichen und k a a f - männischen, aber- auch des geistigen Mittelstandes erschienen waren. Die deutsche Vertretung hielt im Beisein deS deutschen Gesandten Dr. A Müller in Bern vor Beginn der Tagung eine Sihung ab, in der man sich über wichtige Fragen, namentlich über die fünf vor- zuschlagenden deutschen Vertreter im Internattonalen Rat der I. M. 11, verständigte. Da da- Direktorium in den Händen der Schweizer lugt, so war die vorwiegende Kongrehsprache deutsch, in einer Sitzung des Internationalem Rates beantragte sogar ein belgischer Vertreter, zur Zeitersparnis möge man aus die Hebersetzang verzichten, da alle Anwesenden Deutsch verständen.
Wie weit nun freilich internationale Zusammenhänge geschaffen werden können, um dem Mittelstand eine bessere Grundlage für feine Behauptung za schaffen war vor diesem Kongreh hie Frage, und wird es auch heute noch fein. Man Hal in Bem über 300 Vertreter aus 22 europäischen Staaten beisammen gesehen und auch gewih intemationalen Boden aufgedeckt, der mit Ruhen betreten werden kann. Aber die Erkenntnis war doch vermutlich bei allen Vertretungen vorherrschend, dah für den Mittelstand die wichtigste Arbeit auf nationalem Boden geleistet werden muh. Man wird von diesem Gesichtspunkt aus die Ergebnisse des Kongresses beurteilen müssen, ohne übertriebene Erwartungen auf ein sehr aktives internationales Gebilde des Mittelstands, ohne aber auch zu übersehen, dah eine Reihe von Fragen der Mittelstandsbewegung sich für internationale Bearbeitung eignen und nach dieser Richtung bearbeitet werden müssen, weil jene andern wirtschaftlichen Schichten, gegen deren Druck der Mittelstand am wesentlichen anzukämpfen hat, sich ebenfalls international finden.
An Fragen allgemeiner Ratur wurden besprochen: 1. Werb etätigkeit für den Mittelstand: in jedem Land sollen die für dort zweckmähig fcheinenden Mahnahmen ergriffen werden, wesentlich soll dabei fein, dah überall eine energische und standesbewuhte Selbstarbeit der Mittelstandsangehörigen geleistet wird. 2. Das Studium der Mittelstands- Probleme in den Vorlesungen über Volkswirtschaft, WirischaftS- und soziales Recht und Soziologie ' soll überall gefördert werden, wo solche Vorlesungen gehalten werden: es wird dabei ein Unterricht in den Vordergrund gestellt, der geeignet ist, Führer des Mittelstandes heran- ziwilden und den Mittelstand selbst befähigt, seine Aufgaben in der Gesellschaft richtig zu erfüllen. 3. befaht sich eine Entfchliehung des Kong reff es mit dem Schuh der Titel bei akademischen Graden: es wird geprüft werden, ob besondere Schuhmahnahmen internationaler Art im Interesse des geistigen Mittelstandes zweckmähig erscheinen und ob es möglich erscheint, etwa durch den Völkerbund, za erwirken, dah Inhaber von akademischen Titeln und Berufs- ' auSweisen ihre Berechtigung auf Grund eines Gegenseitigkeitsverhältnisses auch dann behalten, wenn sie infolge der Umwälzungen der letzten Jahre andern Staaten angehören. Weiter sollen Erhebungen stattfinden über die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Lage der geistigen Arbeiter und der Festbesoldeten in allen Ländern, die Wirtschähung der geistigen Arbeit soll gefördert und eine ge » rechte Entlohnung angestrebt werden; man sprach sich weiter für die Prüfung der Frage einer Reuordnung der gesetzlichen Schuhfristbestimmungen für Werke künstlerischer und wissenschaftlicher Art in den Gesetzgebungen der verschiedenen Länder aus, für Förderung der den Klassenkainpf ablehnenden Standesbewegung der staatlichen und privaten Beamten und Angestellten durch Bestrebungen für eine angemessene Entlohnung, fortschrittliche Arbeitsbedingungen, Einführung und Ausbau der Sozialversicherung.
Tie weiteren Entschliehungen des Mittelstandskongresses greifen tiefer in das praktische Wirtschaftsleben hinein: 1. Die Gruppe Handwerk anerkennt in einer Entfchliehung, die der Kongreh gebilligt hat. die Rotwendigkeit. Berufsbildung und Qualitätsarbeit zu fördern: der Kongreh fordert die gesetzliche Regelung des Lehrlingswesens auf dem Boden der Meisterlchre, wobei den Derufsverbänden und den berussständischen Vertretungen ein weitgehendes Mitbestimmungs- Ausfhhrungs- und Kontrollrecht einzuräumen ist. Das Lehrverhält- nis ist auf Grund eines verpflichtenden Lehrvertrags nicht als Arbeits-, sondern als E r» zi ehungs- und B i l d a n g s v e r h ä l t nis aufzufassen, das % Aufsichts- und Erziehungsrecht des Meisters muh sich daher auch auf die auherberuflichc Betätigung des Lehrlings erstrecken, eine Meisterprüfung iit an das Re-ast zur Ausbildung von Lehrlingen zu knüpfen. Die Berufsberatung ist nur im Einvernehmen mit den Derufsverbänden und -Vertretungen zu handhaben. Gewerbe- und Fachschulen müssen ausgebaut werden, doch kann die Schule stets nur Ergänzung, nicht Ersatz der Meisterlehre fein. 2. Eine nächstens einzuberufende Konferenz soll sich mit der Kreditfrage des Mittelstandes befassen, wobei Kleinbetriebskredite. Dürgschafts- genossenschaften, Ausbau und Aufbau der mittel- ständischen Kreditvereinigungen oder Reugründung von Mittelstandsbanken. Hypothekar- und Daukreditfragen im Vordergrund stehen. 3. Eine Entfchliehung des Kongresses stellt für die Förderung des Wohnungsbaus als einzig taugliches Mittel die private Bautätig
keit und im besonderen durch die Wiederherstellung der vollen Freiheit im Bau- und Wohnungswesen und Abwehr von Hebelgriffen des DaustosstartellS in den Vordergrund: als tteber- gangsmahnahmen sind Erleichterung der Kapitalbeschaffung. Mahnahmen zur Festtegung des Hy- pothetarzinses. Steuererleichterung anb Unterstützungen für den Dau von Wohnungen für kinderreiche Familien vorgesehen. 4 Für die Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Lieferungen stellt der Kongreh eine Reihe von Forderungen auf. Zu erwähnen sind. Vergebung der Arbeiten an solche Unternehmungen. welche die Aufträge in eignen Be - trieben garq oder zum größten Teil ausführen können: Aufteilung der Lieferungen in Fachlose: Abschluh Rarer Verträge: Aufstellung angemessener Preise und Ausschluh von m- fachgemähen Minderangeboten: Einsetzung von Schiedsgerichten für Streitigkeiten aus Bauverträgen. wobei neben den Juristen fachkundige Sachverständige amten sollen. Wettere Entschlie- hungen befassen sich mit der Rabattierung und dem gemeinschaftlichen Einkauf, der Frage der Kundenaufklärung, des unlauteren Wettbewerbs, des Hau s ierwe s en s und der Wanderlager. Der Kongreh spricht sich ferner entschieden dagegen aus. dah die Industrie die Einzelhandelsgeschäfte übernimmt
Das Bild, das der (Berner Mtttelstands- kongreh bot. gibt den sehr mühsamen Existenzkampf einer Wirtschaftsgruppe wieder, die sich ihrer mannigfachen Deorohungen durch internationale Zusammenarbeit zu erwehren versucht, wobei aber freilich die Hauptarbeit nach wie vor von den Organisationen der einzelnen Länder zu leisten sein wird.
Wirtschaft.
Die Lage auf dem Bau- uud Wohnungsmarkt.
Die Lage auf dem Dau- und Wohnungsmarkt zeigt keine Reigung zur Defserung. Es ist auch nicht mehr damit zu rechnen, dah im Laufe dieses Jahres eine Belebung eintritt. Die fortschreitende Jahreszeit verbietet ganz von selbst schon einen erhöhten Beschäftigungsgrad. Au Herdern haben auch die langtoierigen Arbeitskämpfe im (Bau- gewerbe, an denen 50000 bis 60 000 Arbeiter eteUigt sind, zur Unterdrückung der Daulust beigetragen. Troy des in der letzten Zett zu beobachtenden Rückgangs der Preise für Baumaterialien sind die Friedenspreise für diese noch immer nicht erreicht. Ziegel stehen noch ungefähr 60 Prozent über Frieden, Zement ungefähr 80 Prozent, Bauholz um rund 50 Prozent: die Transportkosten sind auch um 40 Prozent hoher als im Frieden. Auch die Löhne liegen über Friedenshöhe. Die offiziellen (Bauarbeiter- löhne sind ca. 10 Prozent höher als in der Vorkriegszeit: dazu kommt noch die Erhöhung der s o z i a l e n Lasten, die früher 7 Prozent des Lohnes ausmachten, jetzt aber auf 15 Prozent sich belaufen; auch die noch immer nicht beseitigte Unsitte ist zu erwähnen, dah für achtstündige Arbeitszeit der Lohn für 10 Stunden bezahlt wird. Unter diesen Umständen sind die Preise für Reu bauten ungefähr 50 Prozent höher als im Frieben. Dagegen liegen die Preise für fertige (Bauten — gleichgültig, ob Einfamilien-Häuser. Miethäuser oder Geschäftsräume — wegen der allgemeinen Geldknappheit tetloeife wett unter Friedenspreis, so dah es billiger ist, ein altes, guterhaltenes Haus zu kaufen, als ein neues zu bauen. Gerade dieser Umstand drückt natürlich auch sehr auf die Daulust.
Am schlimmsten macht sich jedoch die allgemeine Geld- und Kapitalknappheit bemerkbar, die die Finanzierung von Qteu bauten aufierorbentlid} erschwert. Die Beschaffung von langfristigen Hypothekengeldern ist so gut wie unmöglich. In den letzten Tagen hat sich zwar eine kleine Erleichterung gezeigt, praktisch ist sie aber kaum von Bedeutung, zumal die Deleihungs- grenze (höchstens V» des Vorkriegswertes) viel zu niedrig ist. Es ist nicht anzunehmen, dah dem Hypothekenrnarkt bald größere Beträge zufliehen werden, da die Enttäuschung über die mangelhafte Auswertung der Hypotheken, die immer noch fortbestehende W ohnungs- zwangswirtschaft, die Unsicherhett über die künftige wirtschaftliche Entwicklung usw. die Geldgeber zur Zurückhaltung veranlaht. Die H a u s z i n s st e u e r, die als Ersatz für die Hypothäenhergabe gedacht war, hat völlig versagt. Mit kurzfristigen Leihgeldern für (Bauten sich zu behelfen, ist so gut wie unmöglich, da durch die lange Dauer jeden Baues die Belastung an Zinsen, Provisionen usw. zu groß würde, als dah sich ehre Rentabilität ergeben könnte. Aus eigenen Mitteln formen die Bauunternehmer Bauten nur in ganz seltenen Fällen errichten, da gerade bei ihnen die Geldentwertung besonders grobe Verluste verursacht hat. Die öffentlichen Stellen tun zwar manches zur Belebung des Daumarktes, die Vorschläge bleiben jedoch in der Regel Projekte; der Geldmarkt zwingt auch hier, von durchgreifenden Mahnahmen abaufefjen.
Der (Baumarft muh eine ganz andere als die bisherige Unterstützung erfahren, wenn er einen Anlauf zur Besserung nehmen soll. Besonders notwendig ist die möglichst baldige und möglichst restlose Beseitigung der Wohnung s- zwangswirtschast. Weiter ist erforderlich, dah aus den in den öffentlichen Kassen befindlichen Geldern, die infolge der groben Steuereingänge teilweise über auherordentlich hohe Mittel verfügen, zu erträglichen Zinssätzen den Daulustigen Dau gelber und Hypotheken zur Verfügung gestellt werden.
*
Frankfurter Dorfe.
(Eigener Drahtbericht des „Giehener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 16 Sept. Tendenz: Uneinheitlich und lustlos. — Die Börse bot heute fast das gleiche Bild wie gestern. Das Geschäft begann träge und lustlos, da Anregungen nicht vor lagen. Reben politischen Sorgen, die das Geschäft andauernd belasten, treten auch (Bebenten über den Stand der Wirtschaftslage in Deutschland, der nach den neuesten Berichten als wenig günstig zu bezeichnen ist. Unter diesen Einflüssen fetzt sich die (216 ga benei gu n g fort, und bei der geringen .Kaufneigung bröckelten die Kurse weiter ab. Rur auf dem deutschen Anleihemarkt trat etwas Unternehmungslust hervor, ohne indes zu gröberen Kursverbesserungen zu führen. Die ausländischen Werte eröffneten ohne jedes Interefse. Industriepapiere lagen
wenig beachtet und eröffneten durchweg nichtiger. Am besten gehalten war der Montanmarkt. Auch Kaliwcrte waren gehalten. Am Markt der Ehc- mischen Werte waren die Kursveränderungen ziemlich gering, die Rückgänge aber in der Mehrzahl. Am Bankaktien markt, wo die führenden Werte vorerst nicht in das Geschäft tarnen, waren die Kurse ziemlich leicht gebessert. Der Einheitsmarkt derIndustriep a p i er c war geteilt, einige Werte zogen mähig an Der Frei- verkehr litt gleichfalls unter Geschäftslosigkeit. Api 25/8, Deirz 33 8, Brown Doveri 1, Petroleum 17, Entreprise 21,5, Growag 0,17. Der Geldmarkt zeigte nur geringe Veränderungen. Im Devisen verkehr blieb der französische Frank unverändert mit 83,75 in Pfundparität und 18,76 in Dollarparität. Die Londoner Devi e war erholt mit 4,46'/» Dollar Die Mark wurde mit 4,193 (Billionen für den Dollar genannt. Im späteren Verlauf hat sich die Haltung bei stillem Geschäft nur wenig verändert. Montanwerke konnten vereinzelt ihr Kursniveau weiter verbessern.
Dörfenkurfe.
ün Billionen Prozent
Frankfurt (t. M
Berlin
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0,9575
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*
—
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SW/o Heslei,.........
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—
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Deutsche Wertb. Dollar-Ant
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dto. Doll Schatz-Anwetiug.")
85,5
85,25
95,25
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14
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—
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47
Berliner Handelsgesellschaft.
27
27
27 5
27,5
Commerz und Prtvat-Bank
5,40
6,5
5,25
Dannft. und Nalionaldank .
8,76
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8,66
Deutsche Bant........
10,60
10,25
10
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Deutsche Berem»bank ....
0,31
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—
—
DiSconto Commandit . . .
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Metallbank...........
12,50
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—
—
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1,76
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0,362-
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10,75
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Deutsch Luxemburg......
Gelsenkirchener Äergwerte. .
48,5
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Harvcuer Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben....
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15,5
16
1-9
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Kaliwerk Westeregeln.....
18
17,62
18,13
19
Laurahütie...........
6 50
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Oberbedarf...... . . .
11,25
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10,9
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Phönix Bergbau .......
40 5
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4),90
Rheinstabl...........
35,25
34
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Riebeck Nkonian ......
34, 5
36
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34,2>
Tellus Bergbau........
1,90
1,9
—
—
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd.....
26,50
6,25
26,60
5,05
25,5 5.49
25,5
5,10
Theramische Werke Albin . .
—
—
—
—
Zementwerk Heidelberg . . .
15
—
—
—
Philipp Hoymann......
43
4,90
4,65
6
Anglo-Coni -Guano.....
—
—
10,25
10,90
Badische Anilin........
17,75
17,25
17,5
17,25
Cbemische Mäher Alapin . .
1,76
1,25
—-
—
Goldschmidt..........
11,75
11,4
11,6
11,40
Gries etiner Electron ....
14,75
14,75
'4,2
14,25
Höchster Farbwerke......
13,76
13,65
13,75
13,66
Holzverkohlung.......
6,5
6,40
—
—
Nülgerswerke .........
16,60
16,82
16,9
17
Schcideanüalt....... .
13,7
13,6
—
—
Alla ElekkrtzttätS-Gesellfchaft
9
8,85
8.73
8,80
Bergmann...........
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12,75
12,25
1?,4
Matnkraftwerte ........
7,25
6,75
—
—
Schlickert............
c8
34,76
35.1
35,90
Siemens & Halske ......
41
—
41,25
40,60
Adlerwerte Klever ......
2
1.9
2,10
2
3,06
3
3
3,13
Hevltgenstaedt ......
Meguin.............
2,65
10,5
2,60
10,25
10^3
10,5
Frankfurter Armaturen - . .
.Konservenfabrik Braun . . .
0,55 1
0,56 1
tj
Bietallgesellichaft Frankfurt.
12
12
—
—
Pet. Union A--G........
1,6
1,5
1,4
2,9
Schuhiabrtk Her;......
3
3
2,9
Sichel..............
4,30
4,26
4,6
4.4
Zellstou Waldbof.......
10,25
9,9
10
9,90
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
3,25
2,71
3,2 2,7
—
—
•) Dom Rückzahlungswert.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a.
M.
Ort Billionen Mark au-gedrückt. BuenoS-Aire-, London. Neu« 4ort, Japan, Rio bc Janeiro für eine Einheit, Wien und «udapeft für 100000 Embeitrn. alle- übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
AmÜ.-Rott- Brff.'Antw Christtania. .Kopenhagen Stockholm . HeliinaforS. Italien. . . London. . . Neunort . . Paris.... Schweiz . . Svanien . . Wien in Sh» Oest. abgest Prag . . . . Vudavest. . Bucn.-Aires Bulgarien Japan . . . Wo de Jan Belgrad . • Lissabon
15. Septbr.
16. Septbr.
Nepari.
Amtliche Notierung
Amtliche Noticru n
Geld 1
Brief
Geld 1
«tief
15.
16.
160,80
181,60
160,80
161,60
voll
voll
20,90
21
19,80
19,90
voll
voll
57,16
67,74
57/6
57,74
voll
voll
71,0?
71,33
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voll
voll
111,4-
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111,98
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10,49
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10,55
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18,35
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18,45
voll
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voll
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£2,65
22,255
22,375
voll
voll
78,99
79,39
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voll
15,11
16.39
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voll
voll
0,395
0,405
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voll
voll
5,67
5,69
5,87
6,69
voll
voll
11,97
12,03
11,97
12,03
voll
voll
Banknoten.
Amerikanische Noten .... Belgische Noten........ Dänische Noten ....... . Englische Roten ....... Französische Noten ...... holländische Noten .Italienische Note» Norwegische Noten Deutsch Lefterr .äiov Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten Schweizer Noten.......
Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten
4,11 20,71 71,07
18,61 22,2?
160,45
18,45
57,42
5,915
2,20 111,23 78,85 65,18 12,55
6,39
Berliner Börse.
2FfrHn. 16. Sept.
Geld
Briet
Revart.
4,21
20,81 71,13 18.74 2».34 1'1,2,
18,65 67,70 5,9".5
2,22 111,79 79,26 65,46 12,61
5,41
voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
(Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".
Berlin, 16. Sept. Die Börse stand heute im Zeichen eines sehr stillen Geschäfts. Am Anleihemarkt war die Tendenz anfänglich sehr schwach, im weiteren Verlauf machte sich jedoch eine etwas freundlichere Stimmung geltend, ohne daß allerdings die Kurse sich wesenttich erholt hätten. Am Aktienmarkt waren die Umsätze auherordentlich gering. Das Geschäft war durch die Zuspitzung der innerpvlittschen Lage und die Unmöglichkeit, den Ausgang dieser Situation Vvrauszusehen nachhaltig beeinflußt Auch Anregungen wirtschaftlicher Ratur lagen nicht vor. Lebhaft erörtert wurde auch die Frage der praktischen Bedeutung der Verbillig ungs-
aftion und die der Erneuerung des Kohlen- yndikats. Auch der Verlauf der privaten Verhandlungen mit den ausländischen 3ater- dienten scheint nicht recht zu befriedigen. Die Engländer sowohl wie auch die Amentaner zeigen eine unerwartete Zurückhaltung. Am Geld- und Devisenmarkt ist die Lage unverändert.
Frankfurier Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des .©iehener Anzeiger".)
Frankfurt a. M., 16. Sept Es wurden notiert: Weizen, Wttterauer 24 bis 25, Roggen, inländ. 22 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25 50 bis 27, Hafer, inländ. 22 bis 22,75, Mais (gelb) 19,75 bis 20,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,25 bis 36,75. Roggenmehl 33 bis 31, Weizenkleie 12,50 bis 12,75, Roggenkleie 12*25 bis 12,50. Tendenz fest.
Berliner Produktenbörse
Berlin. 16. Sept. Am Produkt en markt hak die weitere Verringerung des hiesigen Angebots den Roggenpreis scharf weit er getrieben, auch Auslandweizen war infolge erhöhter Anstellungen des Auslandes noch immer fest. Es notierten; Weizen märt. 225 bis 236, Roggen, märt. 201 bis 206 Gerste, märl. 220 bis 248 neue 200 bis 210 Hafer, märf. 182 bis 190. Rips 335 bis 340 Leinsaat 440 Mk. pro 1000 Kilo, Weizenmehl 32 bis 34.50, Roggenmehl 2950 bis 31,50, Weizenkleie 15 Roqgenkieie 13, Viktoriaerbien 32 bis 35, kleine Erbsen 22 bis 26. Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 17 bis 18. Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 16 bis 17, Lupinen, blau 12 50 bis 13, gelb 14 bis 17, Serradelle, alt 13,50 bis 14 Rapskuchen 14,50 Leinkuchen 24,50 bis 25,50, Trockenschnihel 13,20 bis 13,50, Kartoffelflocken 19 50 Ml. pro 100 Kilo.
Turnen, Sport und Spiel.
Siegreiche Gießener Turnerin.
(Bei den nationalen Kam p f we t t» spielen des Turnvereins von 1860 in Frankfurt a. M., die am Sonntag ausgetragen wurden, errang bei überaus starker (Beteiligung und uniet den schwersten Bedingungen Paula Hof mani' (M.T.V. (Stehen) den 5. Sieg.
Spielmeisterschaften der Deutschen Turnerschaft.
In Altenburg (Thüringen) gelangten die diesjährigen Spielmeisterschaften der D. T. in den Tagen vom 13. und 14. September zum Austrag, an deren Vorspielen zirka 15 000 Wettspielmannschaften aus 300 Gauen (18 Kreise) beteiligt waren. Rachfolgend die Ergebnisse:
Schlagball für Männer: Tumverett München 1860. Letzter Gegner: Turn- und Sportverein von 1882 Oplaben. Ergebnis: 79:46 (54:22).
Schlag ball für Frauen: Turnklab Hannover. Letzter Gegner; Hamburger Turner-* schäft 1816. Ergebnis: 41:39.
Faustball für Männer: Verein Licht- und Luftbad Frankfurt a. M. Letzter Gegner: Männeriumverein Braunschweig. 31:24 (20:11)
Sau ft ball der älteren Turner: Verein Licht- und Luftbad Frankfurt a. M. Letzter Gegner: Turnklub Hannover. 38:30 (21:12).
Fau st ball der Frauen: Hamburger Turnerschaft Barmbeck- Uhlenhorst. Letzter Gegner: Turnverein Jahn, Hannover-Linden. 40:38 (20:16).
Bücherlisch.
* Werner Schwechten: Arbeits- dienstpflicht (F. A. Perthes 21.®. Gotha). Der unseren Lesern bereits durch einen interessanten Aufsatz über den gleichen Gegenstand bekannt« Giehener Mediziner legt feine auherordentlich anregenden Gedanken zur Arbeitsdienstpflichf in einer Broschüre ausführlicher dar. Das Buch zeigt einen bedeutsamen, durchaus gangbaren, als solchen auch schon vielfach anerkannten Weg zum Wiederaufbau nicht nur im materiellen, sondern viel mehr im ideellen Sinn, einen Weg zum inneren Frieden, den wir jetzt in den kommenden Jahren harter Fronarbeit doppelt nötig haben. An die Jugend wendet sich der Verfasser mit Recht in erster Linie, an die Jugend, deren So- zialbewuhtsein in der Arbeitsdienstpflicht zu Ruh und Frommen des Einzelnen wie der Dollsge- samthett sich betätigen möge.
— Die gesammelten Aufsätze zur Sozial- und- Wirtschaftsgeschichte des zu früh verstorbenen Heidelberger, dann Münchener Rativnalökonvmen Max Weber hat seine Frau Dr. Marianne Weber soeben bet I. C. B. Mohr in Tübingen, zu einem stattlichen Bande vereinigt, herausgegeben (Prets 12,50, in Ganzl. geb. 15,00 Mk.). Bekannt ist die 2Igrar» geschichte des Altertums, die im Handwörterbuch der Staatswissenschaften zuerst erschien und eine auherordentlich prägnante und glänzend geschriebene, auch für den Laien hochinteressante Soztal- und Wirtschaftsgeschichte des Altertums bar- stellt. An sie schließt stch ftimgemäh an der reizvolle Vortrag über die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur. Der Beitrag zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter spielt hinüber in das Gebiet der Rechtsvergleichung und gibt bedeutsame Aufschlüsse über die Form der Handelsgesellschaft, namentlich in Florenz. Von größter Mtualttät ist das Referat über die ländliche Arbeitsverfassung, das der Verfasser im Verein für Sozialpolitik gehalten. Die hier berührten Probleme harren zum groben Teil noch heute der Lösung^ ebenso wie die des nächsten Aufsatzes über die Entwicklungstendenzen in der Lage des ostelbischen Landarbeiters noch heute beachtlich sind. Ein Dettrag „Der Streit um den Charakter der attgermanischen Sozialverfassung" d. h. über die Bedeutung der sog. „Gruichherrschast" für die agrar historische Entwicklung, schließt den inhaltsreichen Band der „Gesammelten Aufsätze" ab, bei dessen Lektüre man manches Wertvolle aus der nimmer rastenden Feder Max Webers vermiht, aber dankbar für das Gebotene ist.
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