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-ent der französischen Republik, aber zugleich der bescheidenste und einfachste ihrer Bürger. Ich bin überzeugt, daß diese Einfachheit und Be­scheidenbeit Wohl vereinbar sind mit der Würde meines Amtes. Sie ehren und vergröbern es. Ich bin sicher, dab das Ausland es verstehen wird, dah der Staatschef nicht von sei­nen Leuten getrennt sein will. Ich bin davon überzeugt, dah das, was vergröbert, die Tatsache ist, dah so viele meiner Vorgänger, nachdem sie ihren Posten verlassen hatten, wieder einfache und bescheidene Staatsbürger wurden. Ich habe eine sehr hohe Auffassung von meinen Pflichten, die mir empfehlen, über den Par­teien zu stehen, aber niemals über der Republik und der Teuwkratie. Ich werde immer mit Frank­reich sein.

Stimmen der französischen Linkspresse.

Der radikaleRappet" erinnert daran, dah Vie Anterstfitzungspolitik, die die Sozialisten der neuen Regierung gegenüber betreiben wollten, nicht zu einer Diktatur der revolutionären Sozra- listen führen dürfe. Hier liege ein Prüfstein für das Ministerium Herriot: das dürfe es nicht aus dem Auge lassen oder es werde zu einer grohen Enttäuschung führen.

DerOeuvre" schreibt kurz: Herriot wollte ein Ausgesprochenes Links kab inet t,- er habe es. Das Land könne nunmehr in Ruhe seine Toten abwarten. Der neue Ministerpräsident werde die- ienigen nicht enttäuschen, die auf ihn ihre ganze Hoffnung gesetzt 'hätten.

Die6re Rondelle" erklärt: Seit Wald­eck-Rousseau habe die franMisch» Demokratie noch niemanden mit solchem Vertrauen beehrt w.e Herriot. Der Glaube an ihn sei so stark, dah man sich gestalten könne, einige Irrtümer der Methode zu verurteilen, für die offenbar gewisse Radikale Herriot zu gewinnen suchten. Man finde im Kabinett neben Männern von großem Wert und aufrichtigen demokratischen Allüren auch solche, die die Farbeneinheit" störten. Das neue Ministerium enthalte Persönlichkeiten, die etwas sehr rasch den Weg nach Damaskus gefunden zu haben schienen. Die Amstände erforderten viel­leicht eine gewisse Rachsicht, aber Rachsicht be­deute noch nicht Vergessen. Es sei ein wenig selt­sam, an der Seite des Führers der republikanischen Gruppe Leutnants zu entdecken, die sich ih e Spo­ren im Generalstabe des Diktators Clemenceau verdient hätten.

DerQuotidien" führt aus, das neue Ministerium enthalte viele Neulinge und junge Männer. Das Land erwarte vom Ministerium, dah es die Versprechungen halte, die im Laufe der Wahlschlacht gegeben worden seien, aber man dürfe nicht ungeduldig sein. Der Schaden, den der nationale Block ixer Jahre lang der Republik zu­gefügt habe, könne nicht im Handumdrehen wie­der gutgemacht werden, hierzu brauche man -Zeit. Herriot müsse die notwendige Muhe gelassen wer­den, um mit England und Deutschland die Be­dingungen der Räumung des Ruhrgebietes zu erörtern.

Der sozialistischeP e u p l e" nennt die neue Regierung homogen und zur Aktion bereit, deren Etappe übrigens das Land festgelegt habe. Seine erste Geste müsse auf Reparationen und Entspan­nung ausgehen, d. h. Amnestie bringen.

Die kommunistischeH u m a n i t e" findet, dah die Kombination Herriot diejenigen nicht über­raschen dürfte, die den Radikalismus vor dem Kriege an der Arbeit gesehen haben.

Macdonalds Hoffnungen.

London, 15. Iuni. (WTD.) Premiermini­ster M a c d v n a l d, der gestern aus Lossiemouth nach London abfuhr, erklärte in einer Rede in Elgin:Ich hoffe, dah wir bald den Frie­den her gestellt haben." Macdonald sagte weiter, et hoffe, in der nächsten Woche mit dem französischen Premierminister zusammrnzutreffen und vertraue darauf, dah das Ergebnis eins vollständige Freundschaft zwischen Ugland und Frankreich sein werde.

Ehurchrll über Frankreich und Deutschland.

London, 15. Juni. (WTD.) Churchill schreibt im RothermeresWeekly Dispach", wenn nicht der tödliche Antagonismus zwischen Frank­reich, das sich vor der deutschen Revanche fürchte, und Deutschland, das entschlossen sei, seine Ge­schichte nicht endgültig durch den Versailler Ver­trag bestimmen zu lassen, behoben werde, werde ein künftiges Geschlecht sicher Europa wieder in Asche und Staub gelegt sehen. Es müsse daher die Politik Englands sein, seinen ganzen Einfluß und seine Hilfsquellen anzuwenden, um Frankreich und Deutschland wirtschaftlich, sozial und moralisch so eng zusammenzuweben, dah ^hre Gegensätze einer Erkenntnis einer Abhängig­keit voneinander Platz machen. Churchill ist der Airsicht, dah weder die deutsche, noch die III | [ wiMBHIULL.

Schneerosen.

EroäWmrg von Hans Höchtl.

Es liegt ein Tal in der Welt, das heißt das Rosental. Denn es ist ein unsagbar schönes Wun­der, das der Menschheit dort in jedem Hahr be­schert wird. Dis zu den Knien stampft der Wan­derer durch den Schnee, aber unter dw weihen Decke sprieht und drängt empor junges Leben, zarte Blüten voll Lichtsehnsucht, Schneerosen, And kommt in einer wildregen Rächt der laue Süd­wind, der Hauk der Slowenen, dann reiht er Oeff- nungen in die Schneedecke, Ausluge, aus denen sich die Dlütenköpfchen hervordrängen. Dann naht die Zeit der Befreiung vom tiefen Dergwrnter.

Schneerosen pflücken!" Das war die Ant­wort welche die Rauter Josefa dem Wintschacher Hans zurief, als er sie nach ihrem Weg fragtet Dicht einmal, dah sie sich nach dem Burschen um­gedreht hätte, der sehnsüchtig am Tor des Wint- schachmHofes stand und der entschlossen ausschcei- tenden Dirne nachsäh. Wie kurz sie ihn abgefertigt hatte! Eigentlich war es wohl kränkend, aber ist es nicht ehrenvoll für eine Jungfrau, 'wenn sie den Mannsleuten recht stolz gegenübertritt? So eine, die den jungen Burschen nachläuft, nein, die hätte der Wintschacher Hans auch nicht leiden mögen. Aber ein bißchen lieber Hütte sie schon fein können zu dem fassungslos Verliebten, die Rauter Josefa. Schliehlich waren beide doch auf einer Schulbank gesessen und hatten zusammen das Einmaleins gelernt und beim deutschen Leh­rer, dessen Rachfolger dann ein gehässiger Slowene wurde, ergreifend schöne Lieder gesungen von ihrem herrlichn Heimatland,

russische Ration jemats dauernd den durch die Friedensverträge festgesetzten Grenzen zustimmen werden.

Entspannung im besetzten Gebiet

Koblenz, 14. Juni. (WB.) Anläßlich der heutigen Eröffnung der mittelrheinischen Industrieausstellung ist einer Reihe von Industriellen, die von der Besahungsbe- hövde ausgewiesen waren, dieRückkehrin die Heimat gestattet worden. Ferner wurde die Ausweisung des Oberprch identen der Rheinprovinz Fuchs und des Koblenzer Regierungspräsidenten aufgehvben. «Anmerkung des WTB: An der Berliner zustän­digen Stelle liegt eine Bestätigung der letzteren Meldung noch nicht vor.)

In den letzten Tagen sind im Wiesbade­ner Bezirk 18 Ausweisungen zurück­genommen worden, ferner wurde einer gro­ben Anzahl ausgewiefener Familien der befristete Aufenthalt im besetzten Gebiet gestattet.

Kurze Verlängerung der Micumverträge.

Düsseldorf, 15. Iuni. (Wolff.) Die heu­tigen Verhandlungen zwischen der Sechse rkom- mission und der Micum dauerten von 11 Ahr vormittags bis 5 -Uhr nachmittags. Rach- dem anfänglich keine Einigung zu erzielen war, konnte man nach einer längeren Pause sich auf die folgende Formel verständigen:

Der am 15. Iuni ablaufende Vertrag zwi­schen der Micum und dem Ruhrbergbau wird un­verändert bis zum 3 0. I u ni verlängert. Es wurde vereinbart, daß das nächste, vorn 1. Iuli ab abzuschließende Abkommen hinsichtlich der Koh­lenpreise, Zölle, Zu- und Ablaufsmaßnahmen und anderen Geldabgaben rückwirkende Kraft vom 16. Iuni ab erhalten kann."

Ein politischer Mord in Italien.

Rom, 14. Iuni. (WTD.) In der Angelegen­heit des entführten sozialistischen Abgewdne'en M a t t e o t t i ist damit zu rechnen, daß der Abg. ermordet worden ist. Die Leiche ist bis jetzt noch nicht gefunden worden.

In der Kammer berichtete Mussolini über das bisherige Ergebnis der polizeilichen Rachforschungen. Drei Schuldige seien be­reits fest genommen, auch die anOecct Mit­schuldigen würden unverzüglich ergriffen. Der Mi­nisterpräsident brachte sodann seinen tiefen Schmerz und feine Empörung üb:r das Verbrechen zum Ausdruck und erflärte, er könne wohl ohne falsche Bescheidenheit sagen, dach das von ihm verfolgte Ziel der Befriedung des Landes und der Wiederherstellung der Eintracht fast erreicht worden sei, da habe das Schicksal die Dumm­heit eines Verbrechens die Arbeit für den moralischen Wiederaufbau gestört. Die Regie­rung werde gleichwohl ruhig und entschieden ihre Pflicht tun.

Wer etwa versuchen wolle, die Regierung hevauszufordern, der möge sich gesagt sein lallen, daß die Regierung ein ruhiges Gewissen habe und sich zur Wehr setzen werde. Der Gerechtig­keit werde freier Lauf gelas en, die Polizei werde die Schuldigen der Iustiz übergeben: mehr könne man von der Regiei-ung nicht verlangen. Die Ration habe tausendfach ihr Vertrauen zu den Werken der Regierung zum Ausdruck gebracht, dieses Vertrauen werde nicht enttäuscht werden. Der Gerechtigkeit werde Genüge ge­schehen. Nachdem Musolini geendet ha:te, er­hoben sich sämtliche Abgeordnete und zollten s.i- nen Worten warmen und langanhaltenden Beifall.

Mussolini hatte gestern nach der Kammer­sitzung eine Unterredung mit Frau Matleo11i, die ihn wohl auf Grund der umlaufenden Gerüchte von der Auffindung ihres toten Mannes bat, ihr die Leiche herauszugeben. Mussolini versicherte bei dieser Gelegenheit Frau Matteotti, daß die Re­gierung alles aufbieten werde, um alle Schuldigen ausfindig zu machen. Es wird allgemein angenommen, daß die Leiche entweder im Vicosee versenkt, oder in den großen Wäldern der Umgegend vergraben worden ist.

Rach der Agenzia Stefani bat der Unter­staatssekretär für Inneres und Dizekvmmissar für die Luftschiffahrt Finzi, da sein Rame indirekt mit dem Verbrechen an Matteotti in Zusammen­hang gebracht wurde, unter energischer Bestreitung eines jeden solchen -Zusammenhanges seine De­mission eingereicht, um so die not­wendige Bewegungsfreiheit zu erhalten, um sich gegen die Verleumdungen seiner Feinde verteidigen zu können. Mussolini nahm die Demission Finzis mit der Erklärung an, daß er diese edle und mutige Handlung billige, und dah er die Gegner Finzis einlade, ihre Behaup­tungen zu begründen. Angesichts ähnlicher ano­nymer Verdächtigungen eröärte der Pressechef dem Ministerpräsidenten, Cesare G r o s s i, der zugleich Mitglied des Viererausschuses der Fa­schistischen Partei ist, ebenfalls seinen Rück-

Selbst nicht recht klar, ob er ärgerlich sein sollte oder nicht, verlieh der Wintschacher Hans den Hof. In Gedanken versunken schritt der Bursche dem Dorfausgang zu. Schon war cs später Nachmittag, und die Sonne rüstete sich, dem Dergland in die Arme zu sinken. Die Luft kam kalt und scharf von den stolzen Herrschern Karawanken, die in ihren Schroffen und Schluch­ten noch tiefe Schneefelder bargen und auch im Hochsommer nie ganz von dem weihen Himmels­geschenk befreit werden. Die Straße führte über eine Brücke, unter der weißgischend der Wild­bach dahinschoß, um sich dann weiter draußen in den großen Fluß zu ergießen, der so viel von deutschem Kampf und deutschem Leid erzählen kann. Oluf der Drücke hielt der Bursche inne und schaute hinunter in den Höllenkessel.Wer­da hineingerät, ist verloren," dachte er im stillen. Ia, im heißen Kuh der Mittagssonne und vom warmen Armem des I<ruk, der im Reiche der Natur die schlafenden Kindergeschöpfe der Pflan­zen und im Menschenherzen Sehnsuchtsgedanleri nach den blauen Fluten des Südmeeres weckt, waren die Schneefelder aufgegangen, und tosend ergossen sich die Bergwässer zu Tal.

Dann nahm den Wintschacher Hans der Wald auf. Ohne dah er recht wußte, warum? war er hierher gelangt. Was hatte er auch hier zu suchen? Da sah er schon die Antwort am Boden. Hingeschmiegt unter eine kleine Tanne schauten eine Menge blahrvsa und weihe Dlütenköpfchen aus dem Schnee. Schneervsen pflücken, das war wohl jetzt das beste. Wollte nicht auch die Rauter Ivsefa nach diesen ersten gütigen Geschenken der Natur suchen? Vielleicht war sie gar in der Nähe!

tritt. Mussolini hat auch diese Deminion an­genommen.

Die Entlassung von Finzi und R o h i findet nach demGiornale d'Italia" in der Oeffentlichkeit, die in hohen Regierungsstellen nur unantastbare Männer sehen will, volle Zu­stimmung.

Englisch - mexikanischer Zwischenfall.

London, 14. Iuni. (WD.) Reuter. Der bri­tische Vertreter in Mexiko, Cum- rn i e n s , hat sich das Mißfallen der Obre» gonregierung bei der Ausübung seiner Amtspflichten zwecks Beschirmung briä.cher In­teressen zugezogen und wurde mit Auswei- s ang bedroht. Cummins bleibt jedoch auf seinem Posten.

Rach einer Meldung aus Mexiko hat das mexikanische Außenministerium e.ne Erklärung veröffentlicht, in der der britische Ver­treter Cummins beschuldigt wird, der britischen Regierung in Berichten über örtliche Zwischen­fälle vorsätzlich unrichtige Mittei­lungen gemacht zu haben. Mexiko wün che, die freundschaftlichen Beziehungen mit Großbritannim zu erneuern. Es müsse sich aber in Mexiko ein a n nehmbarer Vertreter Großbritanniens be­finden, der die diplomatischen Gebräuche beobach.e.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Brauns weilte in Genf und besuchte dort das Internationale Ar­beitsamt, wo er von dem Direktor Albert Thomas empfangen wurde. Im Anschluß daran hat der Reichsarbeitsminister auch dem Ge - neralsekretärdes Völkerbundes einen Desuch abgestattet. WTD. bezeichnete diesen Be­such als Höflichkeitsbesuch.

Rach einer Uebersicht über die Geldbewegung bei der Reichshauptkasse vom 1. bis 10. Iuni betrugen die Einzahlungen 99,6 Millionen Goldmark, die Auszahlungen rund 97,5 Millionen, so daß ein -Uebellchuß von rund 2,1 Millionen Goldmark verbleibt. Damit verringert sich der Ge­samtz u sch ußbedarf seit dem 1. April 1924 auf 31,5 Millionen Goldmark.

Der Sozialdemokratische Partei­tag hat einstimmig eine Resolution angenommen, welche die Zugehörigkeit zur Internationa­len Arbeiters lse als unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei erklärt. Die Dorstandswahlen ergaben, daß die Abgeordneten Müller- Franken, Wels und C r i e s p i e n zu Vorsitzenden gewählt wur­den. Wels schloß die Tagung am Samstag mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemo­kratie.

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Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, wurde baä am 23. Februar zwischm der deut­schen upd englischen Regierung geschlossene Abkommen über die Herabsehung der Re­parationsabgabe von 25 auf 5 Prozent vom Wert her aus Deutschland nach Englund eingeführten Waren bis zur Inkraftsetzung des Sachverständigengutachtens verlängert.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 16. Iuni 1924.

Völlige Aushebung der Milchzwangswirtschaft.

Seit der Stabilität der Währung hat eine wesentliche Besserung in der Frischmilch- Versorgung der Städte eingesetzt, die es geboten erscheinen läßt, die noch bestehen­den zwangswirtschaftlichen Vor­schriftenzubeseitigen, die in der Verordnung über den Verkehr mit Milch vom 30. April 1921 enthalten sind. Eine Verord­nung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 6. Juni sieht folgende Neuregelung vor: Die Verpflichtung der Landwirte und Molkereien, die Milchliefe­rungsbeziehungen nach den Städten, wie sie im März 1921 bestanden, aufrechtzuerhalren, kommt in Fortfall. Ferner werden alle Verbote der Verwendung und Verarbei­tung der Vollmilch, Magermilch und Sahne aufgehoben. Das Recht der Kommunal­verbände und Gemeinden, innerhalb ihrer Be­zirke die Verteilung der Milch vorzunehmen, wird als Aebergangsmahnahme nur noch den Gemeinden zustehen. Durch die Beibehal­tung der Möglichkeit zur Konzessionie-

Immer weiter schreitend und pflückend, ent­deckte der Wintschacher Hans plötzlich Fußspuren im Schnee. Da mußte Ivsefa gegangen sein! Eine unbegreifliche Sehnsucht ergriff mit urplötz­licher Gewalt den armen Hungen. Er folgte zit­ternd vor Aufregung den Spuren, die sich bald hierin bald dorthin ohne festes Ziel wandten. Hier und da konnte der Bursche an den abge- schnittenen Stengeln erkeimen, wo Ivsefa gepflückt hatte. So entfernte er sich auf ihrer Spur immer mehr vom Dorfe, und immer dämmriger wurde es.

Da, auf einmal kam er an eine Stelle, wo viele gepflückte Schneerosen am Boden lagen, ver­streut, weggeworfen. Der Schnee war hier voll­kommen verschwunden, und die hartgefrorene Erde hatte keine Fußspuren hinterlassen. Sollte Ivsefa ihre Blumen aus liebermut weggeworfen haben? Oder? Xsr wußte nicht, der liebe Iunge, was sich hinter diesemOder" verbarg, aber es musste etwas Schreckliches, Gräßliches sein. Angstvoll tief er ihren Namen, nichts anttooriete ihm in der entsetzlichen Einsamkeit. Er suchte und rief, tief und suchte, vergebens.

Als er ins Dorf zurückkehrte, war es Nacht. Ivsefa war n^cht heimgekehrt. Aber zwei Tage später zog man fbre Leiche aus dem großen, sagenumwobenen Fluß.

Schneervsen lagen auf ihrer Brust, als man sie in die Erde bettete. Schneerosen, die e'ner gepflückt hatte, dem das Herz dabei brach

Die Superlative fron Wembley.

Eigentlich haben ja die Amerikaner den Kult der Superlative gepachtet und find stets bereit.

rung oeS Milchhandels ist die Gewähr geboten, daß nur sachkundige, zuverlässige Personen sich mit dem Vertrieb der Milch be­fassen und die Milch in einwandfreier Be­schaffenheit zum Verkauf gebracht wird. Die obersten Landesbehörden können Anordnun­gen über die Beschaffenheit der Käsesorten treffen, um den deutschen Käse dem Ausland gegenüber wettbewerbsfähig zu machen.

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** 40prozentige Erhöhung der Militärrenten. Im Zusammenhang mit der Aenderung der Beamtenbezüge ist an die Stelle der bisher geltenden Erhöhung der Militärrenten um 24 Prozent mit Wirkung vom 1. 3uni ab eine Erhöhung der Renten um 40 Prozent getreten. Da die Versorgungsämter bei der Zah­lung der Renten für Iuni nur eine Renten­erhöhung um 24 Prozent berücksichtigen konnten, wird die Nachzahlung der restlichen 16 Prozent mit der Rentenzahlung für Iuli (Ende Iuni) verbunden. Die Versorgungsämter legen demzu­folge der Iulizahlung eine Rentenerhöhung um 40 Prozent plus 16 Prozent gleich 56 Prozent zugrunde. Bei der Zusatzrente werden die Für- sorgestellen die Erhöhung um 40 Prozent bereits bei der Iunizahlung (Mitte Iuni) berücksichtigen.

** Das Gefallenendenkmal der 116er. Am Freitag war zur endgültigen Entscheidung über das Gefallenendenkmal des Verbandes ehemaliger 116er ein'Preisgericht zusammengetreten. An ihm nahm teil Geh. Baurat Prof. W a l b e von der Techn. Hoch­schule Darmstadt. Die eingegangenen Mo­delle und Zeichnungen, die demnächst zur all­gemeinen Besichtigung ausgestellt werden, stellen fast durchweg sehr anerkennenswerte Leistungen dar, deren Wert umso höher anzu­schlagen ist, als die Gestaltung des in Aus­sicht genommenen Platzes einer künstlerischen Lösung der gestellten Aufgabe Schwierigkei­ten entgegenstellt.

** D ie Schwimmhalle im städt. Volksbad, die wegen Reparaturarbeiten lange Monate geschlossen war, wird am nächsten Mitt' woch wieder in Betrieb gegeben.

** Ein bedauernswerter An­glücksfall ereignete sich am Donnerstag in der Marburger Straße dahier. Die 24 Jahre alte Anna Dörr aus Weidenhausen befand sich zur Zeit in Wieseck bei Verwandten zu Besuch und fuhr an fraglichem Tage auf ihrem Fahrrad, von Lollar kommend, die Marburger Strahe herunter. In der Nähe der Bückingstrahe ist sie mit einem aus entgegen­gesetzter Richtung kommenden Däckerwagen zusammengestoßen, wobei ihr der linke Sche­renbaum die Brust durchstieß und schwere Ver­letzungen hervorrief. Die Verunglückte wurde mittels eines auswärtigen Autos, welches kurz danach die Marburger Straße passierte, in die Chirurgische Klinik überführt, woselbst sie am 14. Juni gestorben ist. Ob bei dem Vorfall eine Person die Schuld trifft, wird die ein­geleitete Antersuchung ergeben.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag Turnverein 1846: 81/« Ahr Spieler- und Schwim­mer-Sitzung. Schuhmacher-Zwangsinnung: 8V-» Ahr bei Laichinger Dezirksversammlung. Schachklub: 8 Ahr Hotel Schütz. Rundfunkhaus, Löberstraße: 8k Ahr Rheinischer Abend. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Mutter". ftoria- Lichtspiele:Pat und Patachon". Palast-Licht­spiele:Lebende Buddhas".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nochmals sei auf das mor­gige Gastspiel von Sandbichlers oberbayrischem Bauerntheater das Con. Drehers bekannten SchwankIägerblut" bringt, hingewiesen. Hoffentlich bewirkt der neu eingesetzte 8-Ahr-An­fang einen wesentlich besseren Besuch der Vorstel­lung da sonst die Fortsetzung der sommerlichen Gastspiele ernstlich gefährdet ist.

Die Deutsche Vvlkspartei ladt zu einer Abschiedsfeier für Professor Dr. Schian ein. Näheres enthält der heutige Anzeigenteil.

Wettervoraussage

Zunehmende Bewölkung, südliche Winde, toäimer, noch vorwiegend trocken.

Landkreis Gietzen.

rt Arnsburg. 14. Iuni. Die im Anschluß an das Arnsburger Iahressest, über dessen Ver­lauf derGieß. Anz." kürzlich berichtet hat, ab­gehaltene dreitägigePf ing stf reiz eit" des mm»' ~it ismaran »>»> inam

das Größte und Kleinste, das Höchste und Nied­rigste für sich in Anspruch zu nehmen. Aber auf dem großen Rummelplatz der Britischen Reichs- ausstellung von Wembley hat man den rekord­wütigen Pankees den Rang abgelaufen und, wie eine Londoner Zeitschrift behauptet, den Superlativ an Superlativen geleistet. Einiges aus dieser Ansammlung von Rekorden sei an­geführt: Das Stadion ist die größte Arena für Sportzwecke, die es in der Welt gibt, der In­genieurpalast der umfangreichste Betonbau, der je errichtet wurde. Der Vergnügungspark, der einen Umfang von 2 Quadratkilometer hat, be­herbergt die großartigste Sammlung von Sensa­tionen, die je gesehen worden ist. Die Aus­stellung enthält die modernste Kraftstativn, das größte Puppenhaus mit den kleinsten Einrich­tungsgegenständen, die größte Trommel, die kleinste Ahr, das älteste Kricketspiel usw. Hier ist die erste Lokomotive zu sehen, die je gebaut, und daneben die Turbinenlokomotive des neuesten Typs: die größte Lokomotive der Welt befindet sich in dem Pavillon der kanadischen Eisenbahn. Weitere Superlative fiiib: die kostbarste Samm­lung altchinesischer- Münzen, die größte jemals angefertigte Glasscheibe, die letzte Vervollkomm­nung des Rettungsbootes, ein Perlenhalsband, an dem jede Perle eine andere Farbe hat und für das 30 Jahre gesammelt wurde, das größte Messer mit 1924 Klingen, immer eine für jedes Iahr der christlichen Zeitrechnung, die kleinste rauchbare Zigarette und den größten Elefanten- sckädel, den man bisher gefunden Hatz.