Abg. besonders sprengten weithin dele sich
Die Bevölkerung wünsche, daß die Zementblöcke bald entfernt würden. Der Redner weist auch auf die ungenügende Entschädigung der Landwirte hin, deren Boden enteignet worden ist. Die 1919 festgesetzten Summen wären erst 1922 in entwerteten: Gl c bezahlt worden. Das landw. verwertbare Gelände mühte w eder dem landw. Eigenbau zugeführt wnwen. Die Kosten für die Entfernung der Blöcke seien vom Reich oder vom Staat zu tragen, denn die Gemeinden könnten sie nicht bezahlen. Die Landwirte der Gemeinde Wackernheim, die große Gelände- strecken für einen Flugplatz abgetreten haben, mühten die Möglichkeit haben, sich neue Ackernahrung zu verschaffen. — Der Aat ag des Ausschusses wird angenommen, wonach die Hess. Regierung wegen dec Einebnung der gesprengten Forts bei der Reichsr-gie^cung vorstellig werden soll. — Das Haus nimmt hierauf das Gesetz betr. die Abänderung d:s Hess. Gesetzes über die Entschädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallene Rinder und Ziegen vom 13.Mai 1921 in beid.n Les ngen an.
Rach Erledigung einiger w iterer Punkte der Tagesordnung werden die Beratungen gegen 1 Uhr abgebrochen. Rächste Sitzung Mittwoch 9'/g Ufrr.
BlühendeMenschen.
Das Tlbsterben des Haarbodens.
Die Dlütenpracht, die alle Welt beglückt und begeistert, erfüllt den höchsten Zweck der Natur: die Erhaltung der Pflanzengattung. Ohne Blüte ---keine Frucht.
Den voll,, erblühten" Menschen schmückt die Ratur mit vrächtigem Haupthaar, und der Pflan- zenw-elt haben wir voraus, daß ein Abblühen nach Erfüllung unseres Daseinzwecks normalerweise mich nach Jahrzehnten nicht erfolgt. In unserem Zeitalter ist aber nichts normal, nicht die Form unseres Daseinskampfes, und infolgedessen auch nicht unsere Lebensweise. Die Folge sehen wir
Gegen die Hagener pazifistische Kundgebung.
Hagen i W.. 15 Ott. (TA.) Gestein abmd fand in dec Stadthalle die vom Hagener Krieger- verem, von den Ortsgruppen dec Deutschen
Schott (Deutsche Volkspartei) weist daraus hin, daß die Aeberreste der ge- Forts noch überall herumliegen und den Boden bedecken. Es han- hier um die Wiedergewinnung von etwa 52 Morgen landw. Gelände.
Hessischer Landtag.
DonunsererDacmstädterRedaktion.
Darmstadt, 14. Ott. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 10l/2 Ahr mit dem Hin- fweis auf das Londoner Abkommen, wodurch eine Atmosphäre des Hasses, unter der auch besonders unser Hessenland zu leiden hatte, stz>rk vermindert worden ist. Die Gefängnisse der Bescchungsbe? Arden sind geöffnet worden und die Ausgewiesenen dürfen wieder in ihre Heimat zurückkehren: mancher weilt ihr noch fern, weil er noch keine Wohnung hat und sein Amr noch nicht ausnehmen konnte. Hoffen wir, das) bald kein Deutscher mehr gezwungen ist, seine Heimat zu meiden. Die hessische Volksvertretung wird alles tun, um eine Volksversöhirung herbeizuführen und alle Kräfte daransetzen, um die Wunden der Zeit zu heilen: es sei zu hoffen, daß das Reich hierbei auch feine Unterstützung gewährt
Die Kulturwelt ist in freudiger Erregung über eine Leistung auf dem Gebiete der Technik. Das Zeppelin - Luftschiff nähert sich auf seiner Fahrt nach Amerika^ dem neuen Erdteil. Es ist dies eine eindringliche Mahnung gegenüber dem Versailler Beitrag, das) solche Wunder der Technik und die Werkstätten hierfür nicht zerstört werden. Die Kriegspsychose dürfe Deutschland nicht hindern an der Entfaltung seiner Kräfte. ; Der Präsident begrüßt dann als neues Mitglied des Hauses den Abg. Dellinger - Alsfeld, der cm Stelle von Prof. S ch i a n Lcrndtags- abgeordneter geworden ist. Präsident Adelung teilt ferner mit. daß die Landtagswahl auf den 16. Rovember cm beraumt ist:
die Arbeiten des Hauses mühten spätestens bis Ende nächster Woche beendet sein.
Das Haus tritt hierauf in die Tagesordnung em. Die Regierungsvorlage betr. die R a ch w e i - f un gen der Staatseinnahmen und Ausgaben für 19 18 sowie die Rechenschaft der Berwaltungsergrbnisse der Landeskreditkaste für 1920 wird ohne Debatte genehmigt.
Die auf der Tagesordnung stehender Vorlagen über die Abänderung der Wahlgesetze werden vorläufig zurückgestellt.
Für Bauausführungen und Instandsetzung der technischen Anlagen in Bad-Rauheim werden 391 500 Mr verlangt.
Abg. Füller (D. Vp.) ist gegen die Errichtung einer Schrernerwerkstätte, die in die ec Vorlage verlangt wird, und fordert statt ihrer die Errichtung von Arbeiterhäusern.
Ministerialrat Windisch befürwortet demgegenüber die Regierungsvorlage: dasselbe geschieht auch durch den Abg. Lux (Soz.), der ebenfalls den Ausschußantrag empfiehlt Dieser wird von dem Hause angenommen.
Bei Beratung einer Regierungsverlage über die Hebung des Bades Salzhausen, erklärt Abg Dr. von Helmolt (Bauernbund), daß der Pächter des Bades eine ungeeignete Persönlichkeit sei. Der Vorlage wird zugestimmt.
Die von der Regierung für den Ausbau des Kraftwerkes Wölfersheim sow'e für die Draunkohlenwecke Wölfersheim und Weckesheim geford.rten Summen (19C00, 2100 und 5800 Mk) werden vom Haus bewilligt.
Anträge dec Abgg. Reiber und Schreiber, ferner der Abgg. Reiber, Sturmfels und Genossen nach Abänderung der hessischen Verfassung in der Weise, daß der Landtag
parlamentarische Untersuchungsausschüsse »Mich wie der Reichstag einsehen kann, werde^ hierauf beraten. Bei der Abstimmung wird der erste Antrag für erledigt erklärt, der zweite mife einigen redaktionellen Aenderungen angenommen und ein kommunistischer Abänderungsantrag abgelehnt.
wird dann ein Antrag Knoll und Hofmann- Seligenstadt beraten über die Einebnung der gesprengten Forts und Stützpunkte in der Gemarkung Rieder-Olm und im Besefti- gungsbereich Ma nz, um der Landwirtschaft den Boden wieder zurückzugeben.
rvonspartet und Der 'L-eurl<YnaNonalen -votrs- paickei und den Nationalsozialisten einberufrne Protest Versammlung gegen die dcutsch-französischeKundgebungder Friedensgesellschast statt. Eine Gnt- ichließung, in der das Auftreten des französischen Generals entschieden abge lehnt wird, wurde Angenommen. Pazifisttsche Störungs- Versuche zu Anfang der Versammlung worden im Keime erstickt. Die Kundgebung findet, wie die Friedensgesellschaft mitteilt, besttmmt heute in der Stadthalle statt. Ein Verbot der Versammlung darf nach telegraphischer Mitteilung des Ministers des Innern nicht erfolgen.
Die Preisträger des Friedenspreises.
Berlin, 14. Oft. (Wolff.) Das Preisgericht des Deutschen Friedenspreises hat nunmehr sämtliche Preise endgüllig verteilt. Zur Verteilung gelangten: Ein halber erster Preis von je 2500
glaube, daß die vaterländischen Vereine schon starr genug seien, um dem König die Mittel zur Einsetzung einer zivilen Regierung zu verschaffen, ohne die Hilfe der politischen Parteien in Anspruch zu nehmen. General Primo de Rivera habe erklärt, nicht zu wissen, zu welchem Zeitpunkt die Cortes einberufen würden, da die Initiative dazu ausschließlich in den Bereich der Regierung gehöre, die sich bilden werde. Es wird übrigens noch gemeldet, daß General Primo de Rivera den Vorsitz der neuen Regierung übernehmen wird.
Aus aller Welt.
Das Essener Eisenbahnunglück.
Zu dem gestern schon kurz gemeldeten Unglück am Bahnhof Essen-West erfährt die Telunion von durchaus zuverlässiger unterrichteter Seite über den tatsächlichen Hergang folgendes: 10
Von heute an bis rum NlonatSslülutz bezieht man den GieSenev Llnreisev für eine
nebst 10 Mennig Tvägevlohn « Bestellungen nehmen entgegen in dev Stadt die GesthSstSttelle und die TvSgevinnen, answSvts die Sweigstelleninhabev
Dollar: Dr. E. David, M. d. R., Darmstadt, und Dr. W. Riedner -Solln bei München, ein zweiter Preis von 1500 Dollar: Dr. G. Jodle d e r, Berlin-Steglitz, und 35 Anerkennungs- Preise von je 100 Dollar. Anerkennungspreise erhielten u. a.: Generalmajor a. D. Fvhr. v. Schönaich-Reinfeld, Reichsminister a. D. Dr. Dernburg, Derlin-Grunewald, Ministerpräsident a. D. 'Graf Lerchenfeld-Köfering, Berlin, Regierungsrat H. Bachmann, Ludwigshafen a. Rh., Staatsarbeiter A. Sommer, Wandsbeck bei Hamburg, Dr. Rud. W 0 r n e r, Frankfurt a. M^ und Chefredakteur G. Bernhard, Berlin.
Englands Antwort in der Irakfrage.
Beide Parteien rufen die Entscheidung des Völkerbundes an.
London, 14. Ott. (WTB.) Das Foreign Office veröffentlicht folgende Mitteilung: Die Regierung hat die erwartete türkische Antwort auf ihre Rote betr. die Frage der Grenzen des Irak erhalten. Der Hauptunterschied zwischen den Auffassungen der beiden Regierungen besteht darin, zu wissen, ob während der endgültigen Regelung der Gr e n z f r a g e durch den Völkerbundsrat der jetzige Zu stand bestehen soll oder nicht. Die beiden Regierungen sind sich in der Auslegung nicht einig, die dem vom Völkerbundsrat am 30. September gefällten Entscheid in dieser Sache gegeben werden soll. Die türkische Regierung hat sich dahin ausgesprochen, daß diese Frage dem Rat zum Entscheid wieder vorgelegt werden möchte. Der Staatssekretär der Kolonien teilte in Abwesenheit des Ministerpräsidenten dem türkischen Gesandten heute morgen mit, daß die Regierung bereit sei, dieses Verfahren an- zuwenden. Es ist jetzt notwendig, Schritte zu unternehmen, um das Generalsekretariat des Völkerbundes davon in Kenntnis zu sehen. Es versteht sich von selbst, daß inzwischen keine der beiden Parteien ihre Kräfte über die jetzt besetzten Linien vorrücken läßt.
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Das schwedische Kabinett demissioniert.
Stockholm, 15. Oft. (T. 11.) Die schwedische Regierung hat gestern ihr Rücktrittsgesuch eingereicht. Da der Reichstag erst zu Reujahr zusammentritt, wurden die Staatsminister von ihren Parteien bestürmt, bis Ende dieses Jahres die Reg ie r u n g s g e schä f t e weiterzuführen. Parlamentarische Rachrichten und Angriffe von B r a n t i n g haben den Regierungschef veranlaßt, schon gestern zurückzutreten. Das dritte Kabinett Dranting kommt also jetzt ans Ruder. Es wird die Verteidigungs- scage mit großen Einschränkungen der militäri- fchen Ausgaben auf das Programm setzen. Die Liberalen haben sich mit den Sozialdemokraten über diesen Punkt geeinigt.
Das Ende des spanischen Direktoriums.
Paris, 14. Oft. (WTB.) General Primo de Rivera hat einem Redakteur des Blattes „El Debate" erklärt, daß er vor allem zu einen möglichst wenig schlechten Lösung des Marokkoproblems zu kommen wünsche, da die begangenen Dummheiten und Torheiten niemals eine befriedigende Lösung finden könnten. Er
insbesondere an unserem Haarwuchs. Seine höchste Blüte entwickelt er etwa bis zum 20. Lebensjahr, und dann erfolgt oft ein schnelles Schwinden der Haarpracht. Die Schäden sind eben stärker als der Wille der Ratur, uns das Attribut unserer Vollwertigkeit, das ist unser Haupthaar, bis ans Lebensende zu erhalten.
Können wir nun die Schäden, also den Haarausfall, abwenden und uns neue Haare wachsen lassen? Endlich sind wir soweit, die Frage bejahen zu können.
Unglaubliche Schwierigkeiten waren zu überwinden: einmal sondert der Haarbvden zu viel Fett ab (Schinnenbildung), das andere Mal zu tvenig (infolge Verhornung der obersten Haut
Kruppsche Arbeiter erschienen gestern morgen auf dem Bahnhof Essen-West, um sich bei Ausbesserungsarbeiten, die von der Firma Krupp auf dem Bahnkörper etwa 50 Meter von dem Einfahrtsignal zum Bahnhof Essen-West ausgeführt werden, zu betätigen. Don den Beamten wurde unter Hinweis auf den dichten Rebel a b g e - raten, vorläufig auf dem Bahnkörper zu arbeiten. Die Arbeiter bestanden darauf, mit der Arbeit sofort zu beginnen, weil sie einen Lohnausfall befürchteten, und nahmen ihre Tätigkeit auf. Kurz nach 8 Uhr nahte mit großer Geschwind g it infolge des Re' els unsichtbar, auf dem Gleise, auf dem gearbeitet tour02, eine Leerlvkomotive. Das Geräusch der herannahenden Lokomotive tourde durch einen auf dem Rebengleis vorüberfahr enden Zug übertönt. Rach Sichtbarwerden der Lokomotive wurde sofort das Signal gegeben „Strecke frei", doch die Zeit war zu kurz und der größte Teil der Arbeiter konnte sich nicht mehr in Sicherheit bringen, sondern wurde von der Lokomotive erfaßt undumgerissen. Bei fünf Arbeitern trat der Tod infolge Zertrümmerung des Schädels sofort ein. Der sechste Arbeiter, der einzige Verheiratete unter den Verunglückten, starb im Krankenhaus. Ein siebenter erlitt eine erhebliche Verletzung, während die drei letzten mit dem Schrecken da- vonkamen.
Uebevfall auf einen Bahnhof.
Kassel, 14. Olt. (WTB.) In der Rächt vom Montag zum Dienstag gegen 2 Uhr 30 Min. drangen drei vermummte Männer in den Dienstraum des Bahnhofs Blankenhain (Kreis Sangerhausen) ein. Einer der Banditen hielt dem diensthabenden Eisenbahnastistente.r Lautenburg eine Pistole vor den Kopf und rief ihm zu: „Still, sttll!" Lautenburg entgegnete*: „Ich bin nicht sttll!" Er rief den im Nebenraum befindlichen Arbeiter Hörning mit seinem Vornamen Karl und stürmte die Treppe hmunter, um den Oberbahnhofsvorsteher Steinhof zu Hilfe zu rufen. Als dieser im Nachtgewand mit seiner Pistole bewaffnet mit Lautenburg im Dienstzimmer erschien, sanden sie nur noch Hörning blutüberströmt bewußtlos am Boden liegen. Geraubt hatten die Banditen nicht s. Hörning hatte außer einer schweren Gehirnerschütterung noch einige Wunden an Rücken und Schulter aufzuweisen, die noch auf die Bearbeitung durch ein stumpfes Werkzeug schließen lassen. Er ist noch nicht vernehmungsfähig. Eine Untersuchung und Verfolgung der Täter ist eingeleitet.
Der Erzbergermörder Schulz aus Ungarn ausgewiefen.
D u d a p e st , 15. Oft. (TU.) Der steckbrieflich verfolgte Erzberger-Mörder Schulz ist von der Regierung des Landes verwiesen worden.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 15. Oft. 1924.
Im Schaufenster.
Schaufenster zu beschauen, kann zur Leidenschaft werden, besonders, wenn hinter den Scheiben Sachen ausgestellt sind, nach denen sich das Herz sehnt. Ich kenne Damen, die von Modegefchäften nicht wegzukriegen sind und die ausgestellten Gegenstände so ernstlich prüfen, als ob sie wirklich etwas kaufen wollten, Und dabei steht ihr Gatte daneben, der ibnen ununterbrochen wiederholt: „Komm, ich habe kein Geld!"
schicht). Dann ist wieder Nervosität oder auch Nervenerschöpfung nach Krankheiten die Ursache des Haarausfalls.
Da fast immer mehrere Ursachen für den Haarschwund in Betracht kommen, galt es, ein absolut reizloses Mittel zu finden, das nicht nur die Ursachen des Haarausfalls beseitigt, sondern auch die Haarwurzeln zu erneuter Zellbildung anregt.
Dr. Weidner hat mit seiner Silvikrin- Haarkur den richtigen Weg gefunden und damit geradezu verblüffende Erfolge, selbst bei Glatzen, erzielt. Kreisrunde kahle Stellen, ob bei Kindern oder Erwachsenen, reagierten prompt auf Silvi- krm mit neuem Haarwuchs. Z987D.
Die Schaufenster der Kondttoreien sind auch beliebte Anziehungspunkte, und man kann da köstliche Bilder beobachten, die wohl verdienten, auf der Platte festgehalten zu werden. Die Luft zu kaufen, ist so unwiderstehlich daß die mcifterr mir mit einem Seufzer fortgehen
Aber es gib! auch Schaufenster, in denen ganz langweilige Dinge ausgestellt sind, wo aber gleichwohl die Menschen stehen und sich nicht fatt* sehen können.
Ich denke da an eine <, berei in einer benachbarten Stadt, die Sio,se in hübschen Farben ausbreitet und zugleich gereinigte Anzüge und 11 eberzjeher zeigt. An sich ist das absolut un» interessant, denn die Menschen stehen wohl geschmeichelt vor neuen Kleidern, nicht aber vor aufgefrischten. Der ganze Trick des Ladenbesitzeis besteht darin, daß ein paar Spiegel links iitfo rechts eingebaut sind, und er nun folgendecmaße-i spekuliert: die Spiegel zeigen di; aufgestellteu Anzüge auch von der Rückenansicht, das ist gut und originell, der eine oder andere wirst doch einen Blick darauf, was er ohne jKi^'beftimmr nicht tun würde: ich komme also zu meinem Ziel ' Zudem locke ich aber alle die an, die sich einmal den Selbstbinder zu recht rücken oder ihren Bari streichen, das Bändchen an der Bluse zupfen ober die Falten glätten wollen, auch die natürlich, die das Bedürfnis haben, sich von Zeit zu Zeit zu sehen, weil sie fürchten, sie könnten von Stunde zu Stunde hübscher geworden fein.
Der Mann zaubert also ein Stückchen Tolle 11 e t i s ch herbei. Er braucht seine Fenster nur alle halbe Jahre zu dekorieren, an Schaulustigen fehlt es deshalb doch nicht, ilnenttoegt paradieren sie draußen, rücken an den Hüten, ziehen an den Schlipsen, bürsten sich die „Asche" vom Rockkragen, machen 'i?b!c Augen, zierliche Wendungen des Ko. lächeln, gehen ein Stück hin und kommen wb . zurück.
Das geht so Tag für Tag. Die liebe Eitelkeit bewundert sich vor einem Schaufenster, hinter dem ein schwarzweiß-kariertes Beinkleid elegisch über einer Stuhllehne hängt! So sind db- Menschen! Ha.
Wettervoraussage.
Vorwiegend östliche Winde, vielfach nebelig, tagsüber aufklarend, wärmer und ttocken.
*
** Freigabe deutschen Eigentums in Amerika. Der Bund der Austandsdsat- schen E. V., Abteilung Amerika, weist dar ui bin daß nach den bei dem Treuhanderamt in Washington bislang vorliegenden Anmeldungen von zahlreichen Eigentümern immer noch nicht die zur Erlangung der Freigabe vdec Teilfreig. b " erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet sind. Da der Grund hierfür nur in einer immer noch vorhandenen älnkenntnis einzelner Interessenten liegen kann, wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach den Bestimmungen des Winsloto-Ge- setzes die Freigabe von Beträgen bis zu 10 000 Dollar aus allen — auch den größeren — Vermögen. Erbschaften, Forderungen pp. ceamragr werden farm. Obwohl auch von dm bisher ir. Washington vorliegenden Freigrbeanttctt e 1 ein sehr großer Teil infolge der Dauer und Schwierigkeit des Verfahrens seine Erledigung noch nicht gefunden hat, ist es dennoch als unbedingt zweckmäßig zu erachten, daß diejenigen Intere selten, welche entsprechende Schr tte bislang nicht veranlaßt haben, ihre Anmeldungen vornehmen. Nähere Auskünfte erteilt der Bund der Aaslanddeutschen, Abteilung Amerika, Berlin NW. 6 Luisenstrahe 27 28.
** Der N ä hrwert der Seefischkost. Man bittet uns um die Aufnahme der nachstehenden Zeilen: „Aus allen Kreisen der Bevölkerung kommen fast täglich Klagen über die hohen Fleischpreise, die es den Minderbemittelten (und das ist der größte Teil der Bevölkerung) kaum noch möglich machen, sich den regelmäßigen Genuß von Fleisch, den sie benötigen, zu gestatten. Biele Menschen sind sich aber anscheinend noch nicht klar darüber, daß wir einen beinahe vollwertigen Ersah für Fleisch im Seefisch haben. Der Preis von Seefischen ist von allen Fleischgattungen noch der billigste. Daß dec Verbrauch von Seefisch noch immer beträchtlich hinter dem Fleischkonsum zurückbleibt, ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß über den Nährwert der Seefische noch vielsach irrige Ansichten verbreitet sind. Preis und Nährwert müssen bei einem Nahrungsmittel in richtigem Verhältnis zueinander stehen. Es ist durchaus nicht richtig, daß ein Nahrungsmittel um so mehr an Nährlverten enthalt, je teurer es ist: sonst wäre ja Kaviar das beste Nahrungsmittel. Vielmehr richtet sich der Preis vorwiegend nach dem Geschmack. Daher kommt es auch, daß sich Fleisch höherer Wertschätzung er- - freut als Fisch. Die Geschmackstoffe des Fleisches, die ja in der Fleischbrühe ihren sehr sinnfälligen Ausdruck finden (aus Fisch läßt sich keine entsprechende Brühe gewinnen), haben dazu geführt, daß man Fleisch in mannigfacher Zubereitung jeden Tag genießen kann. Anders beim Fisch. Nur wenige Menschen würden in unseren Breiten täglich Fisch essen wollen. Dieses Zurückstehen des Fisches gegenüber dem Fleisch bezüglich des Ge- schmacktoectes hat jedoch zu einer durchaus ungerechtfertigten Unterschätzung des Fisches als Volksnahrungsmittel geführt. Denn wenn auch der Fisch, insbesondere der fettarme Seefisch, an Nährwert dem Fleisch unterlegen ist, fo steht doch die Preisdifferenz namentlich zur Zeit dazu in keinem Verhältnis. Ist doch Fleisch gegenwärtig fast dreimal so teuer wie Fisch, während bad Nährwertverhältnis zwischem abgelöstem, genuß- fertig gekochtem Fischfleisch und gekochtem Säuge- tierfleifch etwa sich wie 100:160—200 verhält. Man kaufe also Fisch im Ausschnitt, da beim Bezug ganzer Fische, besorckers wenn es sich um kleinere Tiere handelt, der Verlust durch Abfall recht hohe Werte erreichen kann. Das gilt auch für den Hering, der aber trotzdem wegen feines Fettgehaltes, der ihn vor Kabeljau, Schellfisch und Seehecht auszeichnet, als ein wichtiges Volksnahrungsmittel angesehen werden farm.
Ern wertvolles Büchlein: „Das Geheimnis des Haarwuchses" gibt darüber Aufklärung und zeigt Ihnen, warum alle bisher angewandten Mittel ohne Erfolg bleiben muhten. Geheimrat Zuntz, der den richtigen Weg wohl einschlug, hat leider infolge seines frühen Todes das Ziel nicht erreicht. Prof. Dr. med. Friedenthal hat als erster den Wert der Weidnerschen Erfindung erkannt und gewürdigt. Auch Ihnen soll Gelegen- heit gegeben werden, sich zu informieren. Jedermann, der Wert auf den Besitz und die Erhaltung eines schönen reichen Haarwuchses [egt, erhält kostenlos und postfrei das erwähnte Büchlein „Das Geheimnis des Haarwuchses" und eine Silvittin, probe. Schreiben Sie sofort an k-en Silnifrüwrn trieb G. m. b. H.» Berlin 507- AleMndrinL-üw. 2S


