Ausgabe 
15.10.1924
 
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» VeJtt>erTe^>r mit dem besetzten GXbtet. Don pvstamtlicher Seite tpirb uns ge- £6*****.3tQ<^5^<^t^flxber Zollgrenze -wischen dem ve^etzlen Vediet und dem unbesetzten Deutfch- Kmd sowie Einführung des Binnenzolls durch die Desatzuogsmächte sind die Post benutz er vielfach dazu ubergegangen. die Waren nicht mehr in flfrifetrf-xi zu versenden, sondern in Päckchen und Warenproben zu verteilen, um dem hohen 'Rafct- sollAu «rlgehen Die große Zahl der umfang- Driefsendungen belastet die Bahnposten eoti> die Zusteller in übermäßiger Weise und be° bnrdertd^ glatte Abwicklung des Briefvcrkehrs Dich Aufhebung der Zollschranke ist es wirt- schafrlicher, wieder zu der früheren Dersendungs- art zuruckzukehren, well eine Verteilung von Wa­ren in Päckchen und Warenproben höhere Ver­packungskosten verschlingt und weil auch die für die Ernzelsendungen aufzuwendenden Gesamtge- bühren m vielen Fällen die Paketgebühren erheb­lich überschreiten. Auch die Inhaltsangabe auf den Sendungen und Paketkarten ist nach 'Wegfall der Zollschranke nicht mehr erforderlich.

" Fünfzigjähriges Arbeitsjubi­läum. Aus eine bvjährigc ununterbrochene Tätigkeit in der Drühl'schen Univerfttäts-Duch- und Steindruckerei, R. Larige, Verlag des Gieße­ner Anzeigers, kann heute der Hilfsarbeiter Melchior O ß wa l d, wohnhaft in Wieseck. zurück­blicken. Der Jubilar wirkte in den fünf Jahr­zehnten seines Schaffens in der Druckerriabteilung unseres Hauses und hat stets treu und gewissen­haft seine Pflicht erfüllt, auch unter den schwierigen Verhältnissen der Kriegszeit Er hat sich dadurch die Wertschätzung und dolle Zufriedenl,eit der Geschäftsleitung, sowie durch sein umgängliches, freundliches Wesen die Zuneigung seiner Vor­gesetzten und Mitarbeiter erworben. Die Ge- fchäftsleilung und die Mitarbeiter bereiteten dem verdienten Veteranen der Arbeit eine herzliche Ehrung. Erwähnt sei noch, daß an dem heutigen Ehrentage des Jubilars dessen Sohn in gleicher Eigenschaft in den Dienst unserer Druckerei ein- getreten ist.

* D i e neue Verwaltung der Reichs­bahn. Am 11. Oktober hat die neu errichtete Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft den Betrieb der Reichseisenbahnen übernommen. Mit diesem Tage ging die oberste Leitung in vollem Umfange auf oic Hauptverwaltung der Gesellschaft über. Bei Zuschriften und Beschwerden, die für die Leitung tei Reichsbahn beslimmt sind, empfiehlt es sich, künftig in allen Fällen die Anschrift:Haupt­verwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesell­schaft, Berlin W 66", zu verwenden. Die Haupt­verwaltung hat ihren Sitz in Berlin W 66, Voß- st raße 35. Dem Re ichsverkchrsministeri um ob­liegen neben der Aufsicht über die Reichsbahn-Ge­sellschaft auf Grund des Reichsbahngesetzes die Wahrnehmung der Eisenbahnhoheitsrechte des Reiches einschließlich der Privatbahnaufsicht sowie im bisherigen Umfange die Angelegenheiten der Wasserstraßen und des Luft- und Kraftfahr­wesens. Die Geschäftsräume des Reichsverkehrs­ministeriums befinden sich in Berlin W 66, Leip­ziger Straße 125.

** D. H. C. Ein herrlicher Wandertag war es, der am Sonntag gegen 90 Angehörige des V. H. C. Gießen zu einer genußreichen Wander­fahrt in den östlichen Teil unseres heimattichen Gebirges führte. Bei der Ankunft in Ridda, bis wohin die Bahn benutzt wurde, hatte sich der in der Frühe herrschendeQuetschenebel" in die Tä­ler verkrochen, und Frau Sonne behauptete in schier sommerlicher Glut für den ganzen Tag sieg­reich das Feld. Aach einer eingeheirden Besichti­gung des anmutig gelegenen Städtchens ging es zunächst aus guter, aussichtsreicher Landstraße zur Frühstücksrast nach Michelnau. Der Weitermarsch führte durch prächtige, im schönsten Herbstschmuck prangende Waldungen, die Zwiefaltener Straße entlang, das Hillersbach- und Riddertal durch­querend zum Glanzpunkte der Wanderung, dem Großen See bei Gedern. Diese Perle unseres

Voaeisoerges bietet mit der klaren Wasserfläche, in der sich die umsäumenden Waldungen spiegeln, den vielen Wildenten und der überaus schönen Lage einen entzückenden Anblick, und geradezu unverständlich ist es. wie man nur den Gedanken fassen konnte, dieses Kleinod zu entfernen, um es in Kulturland umzuwandeln. Schwer nur konnte man sich von diesem herrlichen Fleckchen trennen, und die Führer mahnten nur zu schnell zum Auf­bruch. Rachdem man noch einen Höhenrücken, von dessen Kamm man einen reizvollen Blick auf den See und feine Umgebung wie auch auf alte, traute Bekannte, Taufstein, Hoherodskopf und Bilstein genoß, überschritten hatte, ging es dem Endziel, dem lieblich im Riddertale gelogenen Gedern zu, von wo nach genügender Stärkung im Bergwirts­haus die Heimfahrt erfolgte.

Bornotizcn.

T ages ka lender für Mittwoch: Stadltheater: 71/_. UhrKreuzfeuer". Gewerbe- Verein: 8i/4 Uhr Vortrag. Ausgewiesene 8'/2 Uhr imPfälzer Hof" Versammlung. Radclub Germania: 8 Uhr Generalversammlung. Han­dels- u. Gewerbebank e. G. m. b. Sj4: 8 Uhr im Ge- werbehaus (Kirchstraße) außerordentliche General- Dersammlung. Rundfunkhaus, Löberstr.: 8.30 Uhr Chorwerke, 1011 Uhr DlaSkonzert der Frankfurter Oper. Lichtspielhaus, Bahnhofs! r.: Mädchen, die man nicht heiratet". Hessische Bilderbühne:Die letzte Fürstin".

Aus dem Sta dt t hea terbu rea u wird uns geschrieben. Das Donnerstag-Abonne­ment wird morgen, den 16. d. M.. mitDer Fremde" von Fritz Lienhardt urrdDer zer­brochene Krug" von Kleist eröffnet. In dem stimmungsvollen Einakter von Lienhardt spielt Herr Curt Joachim Baum, unser neuer jugend­licher Held, die Titelrolle: in dem Kleist schon Werk kann Herr Goll in der Rolle des Dorfrichters Adam alle Register seines Humors spielen lassen. Außerdem treten in beiden Stücken verschiedene der neu verpflichteten Mitglieder auf. Auf den früheren Anfang dieser Donnerstag-Vorstellung (61/2 Uhr) sei ganz besonders hingewiefen.

Die Deutsche Volkspartei hält morgen, Donnerstag, 16., 81/«, im Gewerbehaus eine Mitgliederversammlung ab, die sich u. a. mit den hessischen Landtagswahlen beschäftigen soll. (Siehe Anzeige.)

Der Raturheilverein beginnt seine Winterarbeit mit einem Vortrag am Freitag, 17. Oktober, abends 8 Uhr im Gewerbehaus (Ge­werbeschule), Kirchstraße. Das Thema des Abends hei^t.Die Aufgaben der Frau auf dem Gebiet der Gesundheitspflege". Gäste sind will­kommen. (Siehe Anzeige.)

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 12. Oft. Dieser Tage wurde hier eine Freireligiöse Gemeinde ge­gründet. Die vorbereitenden Arbeiten sind soweit abgeschlossen, daß im Laufe dieses Winters eine Anzahl wissenschaftlicher Vorträge stattfinden.

"Muschenhcim, 14. Oft. Heute waren es 4 0 Jahre, daß unser Gemeinderechner Wilh. Weisel bei guter Gesundheit mit der größten Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit die Ge­meindekasse verwaltet. Dio Untererheb­stelle, welche er seit der Errichtung derselben inne hatte, hat er voriges Jahr abgegeben.

+ 2l llendvrf a.Lda.,13. Oft. Der Biene n- züchter vereinLumdatal" hielt gestern im GasthausZum Bahnhof" dahier seine Herbst­versammlung ab. Rachdem der 2. Vorsitzende in ehrenden Worten des verstorbenen 1. Vor­sitzenden, Lehrer Adam, gedacht und ferne langjährigen Verdienste um den Verein und die Sache der Bienenzucht gebührend hervorgehvben, wurde zum 1. Vorsitzenden Lehrer Schmidt- Kesselbach einstimmig gewählt. Darnach gab der­selbe eingehende Aufklärung über die vorzuneh­mende Einwinterung. In der Aussprache wurde darauf hingewiefen, daß im Lumdatal noch ein DienenzüchtervereinLumdatal" besteht, der in .

xnrmba seinen Sitz hat. aber vem Hauprverern nicht angeschlossen ist.

-fGrünberg, 14. Oft. Am Samstagabend hielt die Dezuas - und Absatz-Genossen­schaft Grünverg eine Versammlung in der Wirtschaft Siegfried ab. Der Zweck war eine weitere Bestellung von Saargut, Düngemitteln und Mitteln zur Bekämpfung teS Echneckenfraßes. Da bie hier geerntete Frucht infolge Auswach e is als Saatgut vollständig unbrauchbar ist, wurde außer dem bereits bestellten Waggon <5o.itrrgien noch ein Waggon Saatweizen bei der Zentralge- nossenschast in Darmstadt bestellt, ta das Ge­treide, welches der 'Regenperiode ausgesetzt war. wenn auch nicht vollständig ausgewachsen ist, so aber doch eine Keimung durchgemacht und da­durch seine Keinrkraft verloren hat Dies dürfte teilweise auch für das im Früh-.chr notwendige Frühjahrs-Saatgetreide in Betracht zu ziehen sein. Es sind, falls hiesiges Saatgetre.de ge­braucht werden soll, vorsichtshalber vorher Saat- Proben mit abgezählten Körnern durchzuführen. Da sich aus den Erörterungen ergab, daß bereits aufgeganaenes Korn von Schnecken ausgefressen ist, so bestellten die Genossen für die jetzt vorzu- nehmende Wintersaat Kainit als Tertilgungd- mittel gegen die Schnecken. Das Ausstreuen die- ses Mittels muß morgens ot>?r abends g schchen wenn die Schnecken in Tätigkeit sind, damit es von vollem Erfolg begleitet ist. Ferner bestellten die Genossen die für die Herbst- und FrüUahrs- bestellung nötigen Düng mittel, insbesondere h.ch- prozentiges Thomasmehl.

Kreis Friedberg.

4 Dad-Rauheim. 14. Oft. In der heu­tigen Sitzung der Stadtverordneten verlas der Bürgermeister ein Dankschreiben der deutschen Bahnärzte für den schönen Begrüßungs- abend, den die Stadt gelegentlich des Verbands­tages der Dahnärzte zu Ehren der Gäste gab. Be­schlossen tourte die Beschaffung einer Rechen­maschine für die Bürgermeistel-ei. während die ge­forderte rechnende Schreibmaschine Ablehnung fand. Für einen Reubau wurde das übliche Vei- hilfe-Darlehen bewilligt. Die Pachtsätze für die städtischen Apotheken wurden neu geregelt, und zwar auf unbestimmte Zeit. Die Löwen- apotheke hat 9, die Sprudelapotheke 11 Proz. des Umsatzes zu zahlen. DemTiroler Hof" wurde die Wirtschaftskonzession auf die neueingertchtete Kegelbahn erweitert. Einem Gesuch des Ar­beit e rj u g e n dve reins um Cterminberung ter Pacht für einen Raum in ter städtischen Schule wurde stattgegeben. Deschlossen wurde d e Aufnahme einer Anleihe, die Verwendung finden soll zur Finanzierung eigner städti- scherDauten, dann aber auch zur Gewährung von Daudarlehen an Private. Die näheren Richtlinien sind noch festzulegen. Unter Besprechungen verlangte Stadtv. Krauß noch­mals Vorlage der städtischen Steuereingänge. Der an Stelle von Stadtv. Büttner (Soz.) gewählte Stadtv. Stier hat auf sein Mandat verzichtet, da ihm seine auswärts sehr ungünstig gelegene Arbeitsstelle die volle Ausübung seines Amtes nicht gestattet.

Kreis Schotten.

b. Schotten, 14. Oft. Am Sonntag wurde ter neuernannte zweite Pfarrer Römer, ein geborener Gebotener, ter seither in Ulfa stand, durch den Dekan in sein Amt eingeführt. Räch- sten Sonntag findet Kirchenvisitation durch Superintendent Petersen hier statt. Bei Vornahme von Kanalisierungs­arbeiten in der Rähe der Kirche stieß man aus menschliche Gebeine und Schädel, die etwa aus dem 14. Jahrhundert stammen. Früher befand sich im Umkreis der Kirche der Friedhof, auf dem man die Toten des gesamten Kirchspiels begrub. Schon öfter hat man bei Ausgrabungen hier Ueberreste vorgefunden, zum Teil ganze Särge (Eichenholz), die sich bei der Bodenbeschaf­fenheit (Lehmschicht) gut erhalten hatten. Der

Q> aüc 1 8 b e t ae r vtenooraphenver et» feiert nächsten SamStag fern KjährigeS Bestehen läum.

Starkenburg und Rheinhessen.

' D a r IN st a d t, 14. Oft. (Eigener Bericht.) 3n Heppenheim wurde vergangene Rächt der städtische Arbeiter Friedrich, Vater von sie­ben Kindern, von dem etwa 70jährigen Gelegen- hettsarbeiter Rodenheber im Hofe des Städti­schen Armenhauses erstochen. Rodenheber wurde noch in der Rächt in seiner Wohnung, die er verschlossen hatte und die gewaltsam erbrochen werden mußte, verhaftet.

Mainz, 14. Oft. (Eigener Bericht.) Der MannergesangvereinHarmonie" in a i n a - Ä o ft ß e i m beging am Sonntag das 3ubtlaum seines 70jährigen Bestehen-. Die hesttsche Regierung war bei der Feier durch den Minister des Innern von Brentano ver­treten, ter im Ramen der Staatsregierung einen in Silber getriebenen Pokal überreichte. Außer dem Oberbürgermeister von Mainz Dr. K u l b sprachen Herr Dausemer (für den Mittel rheinischen Sängerbund) und noch zahlreiche an­dere Glückwunschredner. Der Verein steht unter der musikalischen Leitung von Chordirektor San - der in Darmstadt: er zählt über 700 Mitglieder und hat im Jahre 1910 den Kaiserpreis gewonnen.

Kreis Wetzlar.

* Wetzlar, 13. Oft. Unter außerordentlich großem Zustrom von nah und fern sand hier eine Zusammenkunft der ehem. An- gehörigen des Rhein. Iägerbatail- lons R r. 8, das früher hier in Garnison lag, statt. U. a. war die Traditionskompagnie ter Rheinischen Jäger, die 11. Komp, des'17. Inf.- Regts. in Goslar, unter Führung des Haupt­manns Sixt von Armin erschienen, die am Samstagnachmittag unter großer Beg.isterung der Bürgerschaft in die Stadl einzog. Am Abend fand auf ter Epilburg ein Degrüßungs- abenb statt, ter einen überaus herzlichen Ver­lauf nahm und viele Bande treuer, alter Kame­radschaft wieder aufleben ließ. Sonntag morgen vereinigte man sich auf dem Alten Friedhof zum Feldgottesdienst, dem eine ungeheure Menge alter Kameraden, die Traditionsfompagnie und viele Einwohner beiwohilten. Anschließend fand am Hausertor die E i nwe ihung des Denkmals für die Gefallenen des Rhein. Iägerbataittons Rr. 8 statt, bei der Oberstleutnant K a ch e l die Weiherede hielt. Weitere Ansprachen und viele Kranzniederlegungen bekundeten die herzliche Anteilnahme aller Kameraden und der Wetzlarer Bürgerschaft. Das Denkmal zeigt auf einem_ starken Sockel einen springenden Hirsch Es trägt folgende Inschriften. Vorderseite i unter dem Jäger-Tschako):Den für das Vaterland ge­fallenen 2337 Rhein. Jägern zum Gedächtnis." Auf der Rückseite (unter dem Eisernen Kreuz): Rheinisches Jäger-Bataillon 8. Reserve-Jäger- Bataillon 8. Reserve-Iäger-Bataillon 19. Mc» schinengewehr-Abteilung 10. Radfahrer-Kompag­nie 30. 75." Ein Festkonzert ter Goslarer Militärkapelle auf dem Markt und ein Fe st - kommers auf der Epilburg schlossen den Sonn­tag in bester Weise ab. Heute sanden kamerad- sckxlftliche Ausflüge in die Umgebung, D e - sichtigungen der Stadt usw. statt.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 14. Oft. Einem Holländer, der augenblicklich in einem benach­barten Taunuskurort zur Erholung weilt, wurde aus dem verschlossenen Hotelzimmer ein K r e d i t - brief über 1 0 000 holländische Gul­den, auf die Amsterdamer Bank lautend, ge­stohlen. Als ter Diebstahl entdeckt wurde, hatte der Dieb bereits zweimal eine größere Summe abgehoben. Außerdem wurden dem Holländer eine goldene Uhr und andere wertvolle Schmuckstücke von dem bis jetzt nicht ermittelten Diebe gestohlen.

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