»Sdtfacpterannrmier" ihr vefteS Gewand angezo- 9®, und freiwillige Helfer ziehen im Lager umher unb säubern noch rasch die Gassen. Aber jedes Postcruto und viele Privatautvs bringen zahllose Zuschauer herauf, die alle darauf warten, daß geflogen wird. Nicht alle kommen dabei auf ihre Rechnung. Am Abend steigt der „Rhön- z au der". Jedem alten Rhönflieger schlägt das Herz höher bei diesem Wort. Auf freiem Platze wird ein mächtiges Feuer angezündet. Rund herum versammeln sich die Lagerbewohner. Kernige Worte der alten Führer erschallen. Das „Deutschlandlied" ertönt und „O, Deutschland hoch in Ehren" klingt wie ein Gelöbnis hinaus in die stille Rächt. Eine feuchtfröhliche Rachfeier beschließt den .Zauber".
11. August 1924.
Wunderbares Fliegerwetter macht sich dadurch bemerkbar, dah schon in aller Frühe je- hirand bei uns eindringt und uns alarmiert. 3n einer halben Stunde soll schon geflogen werden. Da gecht's etwas fixer als die Tage vorher und pünktlich find wir da. Südostwind, Windgeschwindigkeit 5—10 Metersekunden. Es werden ganz schöne Leistungen erzielt. Flüge von 2—3 Minuten und bis ca 1500 Meter Weite. Rach Abschluß der Dorflüge werde ich eine Zusammen stellung geben. „Espenlaub 5“ mit Ledermann als Führer, »Breslau 70“ mit Tracinsky und einem Passagier, „Peiican" mit Koch erzielen annähernd die gleichen Leistungen.
Wirtschaft.
Vom Weltgetreidemarkt.
Ein bemerkenswertes Zeichen am internationalen Getreidemarkt war das Rachlassen der Getreideausfuhr aus den überseeischen Ländern. Rordamerika hat größere Mengen exportfähigen Getreides noch nicht zur Verfügung, in Argentinien wird die Weizenausfuhr durch den Meistexport in den Hintergrund gedrängt und auch in den übrigen Ausfuhrländern hat teilweise ungünstige Witterung eine Einschränkung der Ausfuhr bedingt. War im abgelaufenen Erntejahr vom 1. August 1923 bis 31. 3uli 1924 die Ausfuhr der betreffenden Länder bedeutend größer als im Vorjahre, so rechnet man jetzt allerseits für das neue Jahr mit einer erheblichen Minderung des Exportes. Allerdings dürften die Einfuhrländer die aufgenommenen Mengen an Weizen bis jetzt kaum konsumiert haben, so dah dieser Vorrat gewissermaßen einen Ausgleich bilden dürfte. Immerhin dürfte man nicht fehlgehen, wenn man für das neue Jahr immerhin erheblich erhöhte Preise am Weltmärkte erwarten dürfte. Auch aus den europäischen Ländern, namentlich Italien und Ungarn lauten die Rachrichten recht ungünstig.
In Deutschland sind die Ernteaussichten wesentlich günstiger. Das Wetter erscheint für die Erntearbeiten in weiten Strichen sehr vorteilhaft und ein großer Teil der Ernte dürfte bereits unter Dach sein. Auf den deutschen Produktenmärkten passen sich die Preise unter Schwankungen den amerikanischen an. Diese sind allerdings trotz der Machenschaft der Spekulation und der Heber» schätzung einer eventuellen Mißernte in den Vereinigten Staaten recht abgeflaut, ohne dah dies jedoch auf den innerdeutschen Märkten ebenfalls eine Verflauung hervorgerufen hätte.
Die Wirtschaftskrise im Ruhrgebiet.
Essen. 12. Aug. (WB.) Die Arbeitgeber des Dauge we rb es h oben gestern sämtlichen Arbeitern des Hoch-, Beten- und Tiefbaus in RHeinLanb-Weftfalen zum 12. Wigust gekündigt. Infolgedessen wird ob morgen die Arbeit au f allen Daup lätzen in ganz Rheinland-Westfalen ru hen. Von dieser Aussperrung dürften ungefähr 60—70 000 Arbeiter betwfsen werden.
F *
* Die Geschäftsaufficht über die L i a g a u f g e h o b e n. Die Geschäftsaufsicht über die Textilindustrie A.-G.» Barmen ist auf Antrag der Schuldnerin vom Barmer Handelsgericht aufgehoben worden. Wie die „D. Z.“ erfährt, ist bisher eine Quote von 10 Proz. an die Gläubiger ausgeschüttet worden und wettere Zahlungen sollen bald erfolgen. Der Geschäftsgang ist augenblicklich den Verhältnissen entsprechend leidlich. Das älnternehmeü verfügt über reichliche Lagerbestände, die die Effektuierung der älteren Bestellungen gestatten.
•
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 12. Aug. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Die gestern im Verlauf der Dorfe eingetretene Abschwächung, die infolge von Gewinnrealisationen eingetreten war, übertrug sich auch auf den heutigen Verkehr, wo das Reali- satLonsbedürfnis der Spekulation stärker zum Ausdruck kam. Im allgemeinen waren die Kursrückgänge unerheblich. Es war leichtes LMröckeln der Kurse, wobei man aber andererseits auch vereinzelt neue leichte Erhöhungen verzeichnen konnte.
Oer Alte aus Topper.
Roman tron Han ns von Zobelti tz.
♦1. Fortsetzung. (Rachdruck verbaten.)
Da stand der Alte mit schweren, tiefen Falten auf der Stirn. Der Gram frah ihm das Herz wund: die Armen und Aermsten bort unten, das fressende Feuer im Dorf — und nicht raten, nicht helfen können! An sich selber hat er kaum gedacht. Run: mochten die Hunde nehmen, was sie wollten! Es ging eins ins andere!
Der Offizier ist vom Pferde gesprungen, hat ein paar Brocken deutsch getarnte. Fressen — saufen — Futter: mehr wohl nicht, und das war schwer zu verstehen, in lauter zischenden Lauten herausgequetscht. Ist auch gleich ins Haus gelaufen, treppauf, treptab, mit seinen kleinen Schrägaugen überall herumspähend. Mit ihm ein paar von seinen Kerlen. Im Stübchen von Frau Beate haben sie die Betten auseinandergezerrt und verseht, daß die Federn berumf tagen; unten die Schränke aufgebrochen, das Linnen heraus gerissen, mit den schmutzigen Füßen getreten; in dem einen Schrank hing des Herrn Stabsknpitäas Rock und Schärpe; da muhten die Kressen herunter, und die silberne Schärpe hat sich der Offizier um den Leib geschlungen — ,gutt! Schon gutt!’ hat er bgbet georgelt.
Der Gestrenge hatte aufttschen lassen, was da war: Brot, Butter, Speck, eine Flasche Branntwein. Endlich hat sich der Kleine gesetzt und an» gefangen zu schlingen, wie ein halbes Tier. Der Gutsherr, der Egid und der Magister standen dabei. Wohl eine halbe Stunde lang stopfte der Mann, trank aus der Flasche, grunzte: „Gutt!
Wenn Die Abgaüenneigung stärkere Formen nicht annahm, so tag dies hauptsächlich an der äußerst optimistischen Einstellung der Börse gegenüber der Londoner Konferenz, die dem Markt eine Stütze bot. Die Geldsätze sind die gleichen wie am Vortage, nämlich tätliches Geld i/4 pro Mille, Monatsgeld 11 i Prozent. Im Devisenverkehr ist es ebenfalls ruhiger geworden. Die Kurse stagnieren auf dem gestrigen Riveau. Im Frühverkehr wurde genannt: das englische Pfund mit 4,56 bis 4,56V» Dollar. Der Pariser Frank mit 80 bis 80,20 in Pfundparität. Der Qllarft der Industriepapiere kann trotz leichter Abbröckelungen als ziemlich fefl bezeichnet werden. Der Dankaktienmarkt neigte zum Rachgeben. Der Kassa- marft der Industriepapiere lag ziemlich fest. Im Freiverkehr war die Tendenz ebenfalls gut gehalten. Api 4%, Decker-Stahl 25A. Becker-Kohle 6i/i. Benz 4%, Krügershall 65A, Ufa 61/», Petroleum 19,5. Im weiteren Verlauf änderte sich die Tendenz nur wenig Das Geschäft blieb1 ruhig und abwartend, teilweise bröckelten die Kurse ab.
Dörfen kurse.
11,12
13 28
14
3,75
*) Dom Rückzahlungswert.
Berliner Dorfe.
10^0 17,65
29,90
7,75
12 4,75 4,10
3
5,45
11,25 4,76 4,25
30,75
8,20
12
45
34,50
6,4
9,8
11,25
38,78
45,76
2,40
4,25
14,90
19,75
2,4 0,500
0,4
52 14,6 14,75 52,5 54.50
63,5 13,90
19
8 13,25 31,40 28,25 41,25
38,5 6,75
9,90 11,25 0,445 13,12
14,9
2,36 0,475 0,375
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . ÄÄ’* Schn hsabrU Hen.....
e-ichel...... .
Zellstoff Lßäldhof..... Zuckerfabrik. Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel . .
2,4 0,5 0,4
51 13,90 14,25 51,5 53,90
65,5 13,80 16,75
8,25 11,90
30
28
39,7
10,75 47
34
6,50
9,5
11,2
13
10,5
17,75
39
45,75 2,30 3/W
133
Ä
5,76
11,13
Gries letmer Electron . . . Höchster Farbwerke..... Holzverlodlung..... .
Rütgcrswerke ........ Scheideanstalt
All«. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann..........
Mamkraftwerte..... .
Schuckerl........
Siemens & HalSke.....
«dlerwerke Kleyer . « . . * Daimler Motoren. . . . . . 6d)lfgcnftatbt •••**•*•
Megutn......
1,78
8,5 5,75 11/0
8,25
15,40
19,25
16,75
1M
13,F0 14,25 51
54,75 66,75 12,90 18,75
8.40 12,75 30,75 27,25 33,25
2,1
30,90 7,85
2,75 12,50
4,50
15 19,13
1,45 15
18,50 15,65
8 20,45
17
10,40 16,875
9,50 39 45
2,60 3,40 3M
13,25 03
4,90 14,25 19,75
14,90 18,65 15,90
19
”l
38,10
6,40
10,25
11,75 0,445
13,50
15,25
2,40 0,470 0,350
55
14,25
14,40
64,5 56
67 13
19,50
8
13,26
32.25
27,875 44
2,3
31,60
8,25
2,8 18
4,50
15
19,65 1,5
15,75
18,75
16,6
8,40
19
16,50
11
17,76
92*5 40
45
2,25
3,50 3,2
133- 0,775
4% Zolltürkea........
5% Goldmexikaner ..... Berliner HandelSaesellschaf Commerz- und Privat-Bank Darms^ und Nakionalbank Deutsche Bank........
Deutsche Bereinsbank . . . Discouto Commandtt . . . Metallbau!..........
Mitteldeutsche Errditbank. Oester rrichische Eredttanstatt Weltbank...........
Bochumer GaH ...... Buderus.......«...
Caro ............
Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harvener Bergbau.....
Kaliwerke Äschersleden. . . Kaliwerk Westeregeln. . . . Laurahzjtte.......
Oberbedarf.......
Phönix Bergbau ..... Rheimtahl.........
Riebeck Montan ...... Tellus Bergbau.......
Hamburg-Amerika Paket. . Norddeutscher Lloyd ....
Cheramtsche Werke Albin . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann.....
Anglo Cont -Guano .... Badische Anilin.......
ChenMche Mayer Alapdr . Goldschmidt.........
Un Billionen Prozent
ftranffurt a. M.
Berlin
Schlutz» Kur»
Schluh- fiurs
Schlutz» fiurs
Schlich. Kur»
Datum:
11. 8.
>2. 8.
11. 8.
12. 8.
5% Deutsche ReichSanlethe .
0,830
0,720
0,796
0,692
<% Deutsche Reichsan leihe .
1,4
1,1
1,275
1,1
BVVVg. Deutsche Retchsanleihe
1,350
1
1,275
1,1
3% Deutsche Reichsanleihe .
1,800
1,7
1,625
1,650
Deutsche SparprämtcaanletHe
0,525
0,600
0,500
4°/o Preußische KoujotS . . .
4% Hessen ..........
1,61
1,4
1,25
1.3
1,450 1,5
1,35
1,2
3*/#°/o Hessen ..........
3% Hessen...........
1,1
1 275
Deugche Wertb. Dollar-Ant
*4,2
4,2
0*4^2
dto- Doll.-Schatz-Anlretsog.')
84,5
83,8
84,6
86^8
Berlin, 12. Aug. (Drahtbericht des »Gieß. Anz.") "Der Rückgang auf dem Anleihemarkt, der im Verlauf der gestrigen Börse einfetzte, hat heute feine weiteren Fortschritte gemacht. Trotzdem kann man nicht von einer festen Tendenz der heimischen Renten sprechen. Die Kurse liegen ungefähr auf der Höhe der gestrigen Schlußtarse. Die Spekulation zeigte keine Reigung zu größeren Unter* nehmungen, sie setzte eher ihre Realisationen fort Ein wesentlich freundlicheres Bild bot der Aktien- markt. Zwar Ipben die neueren Rachrichten über die Schwierigkeiten der Räumungsfoaae den gestrigen Optimismus etwas gedämpft doch glaubt man in dieser Angelegenheit eine Einigung zu erzielen. Die Tendenz des Aktiemnattktes war heute fest bei ruhigem Geschäft. Besonderes Interesse wurde für Petroleumwerte gezeigt. Weiterhin lagen bei den Banken recht beben lertbe Kauf- vrders für fasst alle Aktien der verarbeitenden: Industrie vor, während die schweren Montan- werte eher etwas ruhiger lagen. Am Geldmarkt blieb tägliches Geld mit 1/2 pro Mille angeboten.
Im Devisenverkehr zeigte sich eine besondere Festigkeit für fast alle europäischen Werte.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-LireS, London. Nem York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien oiw Budapest für 100000 Em besten, alle« übrige für 100 Einheiten.- Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
Märkte.
Rindbiehmarkt in Hießen.
L. Gießen, 13. Aug. Zum gestrigen Rind- btefimarft waren 82 Stück Großvieh und 12 Kälber aufgetrieben. Das Geschäft vollzog sich auch diesmal ausschließlich zwischen Händlern, die je nach Qualität für Kühe 250—400 Mk., für einjährige Rinder 150—250 Mk., für Rinder unter einem Jahre 100—150 Mk. bezahlten.
Amerikanische Noten . . . . . Belgische Noten........ Dänische Noten ....... Englische Noten . . Französische Noten ..... Holländische Noten...... Italienische Noten Norwegische Noten Deutfch-Oefterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten
11. Aug.
12. Aug.
Repart.
Amtliche Notierung
Amtliche
iotierni.
«Selb
Brief
Geld
Brief
11.
12.
Anist.-Rott.
164,09
164,91
164,19
165,01
voll
voll
Brff.-Slntw.
22,04
22,16
21,94
22,06
voll
voll
Christianta.
58,65
68,95
58,56
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voll
voll
Kopenhagen
68,58
68,92
67,85
68,15
voll
voll
Stockholm .
111,97
112,53
111,62
112,18
voll
voll
HelnngforS. Italien. . . London. . . Neuyork . .
10,435
19,05
10,555 19,15
10,47
19,00
10,53
19,10
voll voll
voll voll
19,16
19,26
19,10
19,20
voll
ooll
4,1 S
4,21
4,19
4,21
voll
DOll
Paris. . . .
Schwei; . .
24,14
24,26
23,98
24,02
voll
ooll
79,55
79,95
ig,20 66,36
79,60
voll
voll
Spanten . . Wien in D--
66,38
66,64
66,64
voll
voll
Oest. abgest.
5,97
5,99
6,94
6,96
voll
voll
Prag . . . . Budapest. . Auen.-Aires
12,46
12,52
12,49
12,55
voll
ooll
5,57
5,69
5,58
5,60
voll
voll
1,405
1,415
1,405
1,415
voll
voll
Bulgarien
3,07
3,09
3,08
3,10
voll
voll
Japan . . . Wo de st-an
1,72
1,73
1,72
1,73
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0/41
0.42
0,41
0,42
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voll
Belgrad ...
5,26
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6,27
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voll
voll
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11,47
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Pftrfn, 12. Aug.
Geld | Briet
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19,10
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58,85
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1,92
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79,95
voll
• 56,21
56,49
voll
12,43
12,49
voll
5,57
5,59
voll
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 12. Aug. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Es wurden notiert: Weizen, Weite rauer 20,50 bis 20,75, Roggen, inland. 17,50 bis 17,75, Sommergerste für Drauzwecke 18,50 bis 19,25, Hafer, inlänb. 18 bis 18,50, Mais (gelb) 17,25 bis 17,40 Weizenmehl, inlänb. Spezial 0 31,75 bis 32,75, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizen- und Roggenkleie 10,50 bis 11. Tendenz etwas ruhiger.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 12. Aug. Am Produktenmarkt bestand Rachfrage für Roggen, bann aber lustlos und schwächer. Es notierten je 1000 Kilo: Weizen, märk. 189 bis 194, Roggen, mark. 140 bis 145, Gerste, märt 188 bis 198, neue 177 bis 182, Hafer, märt 158 bis 168, Raps 285 bis 290, Leinsaat 400 bis 410; je 10Ö Kita: Weizenmehl 25,50 bis 28,50, Rvggenmehl 21,25 bis 23,50. Weizenkleie 10,80, Roggenklete 10,50, Vtktvrraerbsen 24 bis 28, kleine Erbsen 16 «s 17, Futtererbsen 14 biö 16, Peluschken 13 bis 14,50, Ackerbohnen 13^50 bis 15,50. Wicken 14 bis 16, Luprnen blau 9 bis 10, gelb 17 bis 18, öecobeOa, alt 8 bis 10 neu 1180 bis 12,20, Rapskuchen 9,80 bis 10, Leinkuchen 20 bis 21, Trockenschnitzel 7 bis 7,20, DorfmÄasfe 7 bis 7,20, Kartoffelflocken 24 Mt
Ermordung eines rnffischen Ingenieurs w Paris.
Paris, 12. Aug. (WB.) Im Vvrortzu« Paris—Versailles ist in 6er vergangenen Rächt ein in Versailles beschäftigter russischer Ingenieur ermordet, worden. Die Beweggründe der Tat sind noch nicht bekannt
Das erste Lebenszeichen seit 15 Monaten.
Rome (Alaska), 12. Aug. (Wolff.) Knud Rasmussen, der Leiter der dänischen Expedi-, tion zum Studium der Eskimos, von dem seit 15 Monaten nichts mehr gehört worden war, ist in Kotzebue, etwa 1500 Meilen nördlich von Rome, eingetroffen, lieber das Schicksal der Expedition herrscht große Besorgnis.
Die neue Generation wird 10 Jahre länger leben«
Sie Lebensversicherungrn können es an ihren Statistiken nachweisen, daß die Lebensdauer der Menschen ständig zunimmt, und zwar kann aif Grund ihrer A ifzeichn ingen sestgestellt werden, daß seit 1890 sich die Sterblichkeit bei den Männern um 20 Prozent inb bei den Fra ten um, 22 Prozent gebessert hat. Kinder, die jetzt geboren werden, haben trotz der Hast und llnnhe des heutigen Lebens die Aussicht, 10 Jahr» länger leben zu können, als ihre Großeltern.
Ein Zahn von zweieinviertel Meter Länge.
In der Rähe von Rom 5at*man fossile Zähne eines Mammuth gefunden, die von ungewöhnlicher Größe sind. Einige dieser Zähne haben eine Länge von zweiein viertel Meter und sind 20 Zentimeter breit, ihr Gewicht kommt nahezu auf 157hz Kita. Der Prior eines'Klosters, der diesen Fund gemacht hat, glaubte zuerst, daß es- versteinerte Bäume seien, die er da ausgrub.
Büchertisch.
— Ein glückliches Land? Auf der Suche nach dem Land der Glückseligkeit begleiten wir gern den durch seine weiten Reisen bekannten Forscher Dr. Arthur Berger, der uns insbesondere mit der Welt der Südseeinseln durch verschiedene trefflich geschriebene Werke vertraut gemacht hat. In fernem neusten Buch „A uf,den Inseln des ewigen Frühlings", das soeben als Band 27 der bekannten Sammlung „Reisen und Abenteuer" (D r o ck h a u s, Leipzig, geb. G.-M. 2,50) erscheint, führt er den Leser Nach den Hawatt-Inseln, über die wir recht wenig wissen, obwohl sie einen wichtigen Teil des Gebiets der Vereinigten Staaten bilden. Romanttsche LarÄschasten im Zauber der Tropenpracht entrollen sich in Wort und Bild in dem lebendig und humorvoll geschriebenen Buch. Wir lernen die Wackern Eingeborenen im Alltagsleben und bei ihren Festen kennen und, wir beobachten auch die Weißen Herren in ihrer nvcht immer einwandfreien Tättgkeit. Auch dieser Band ist mit ausgezeichneten Bildern und Karten reich ausgestattet und reiht sich den früher erschienenen Bänden der wertvollen Drockhaus-SMNmlung würdig an.
— Die Offenbachnummer der Monatszeitschrift „Spessart". Der ihn* stand, dah der Spessartbund am 27. Juli tr Offenbach sein Bundesfest abhielt, hat die im Verlag der Wailandtschen Druckerei A.-G. in Aschaffenburg herausgegebene Monatsschrift „Spessart", welche die gesamten Belange nicht nur des Spessarts, sondern auch der Grenzgebiete von Odenwald und Rhön- vertritt, zur Deämlas- stvng genommen, tn ihrem letzten Heft dem Tagungsort besondere Beachtung zu schenken. Eins Reihe von Aufsätzen schildern Offenbach die ehemals Isenburgs He Residenz, als Feststadt oder werden der Arbett der Stadt auf dem Gebiete des Verkehrs- und DerschönerungSwesens gerecht. Eine Reihe weiterer reich Uluftrierter Abhandlungen über dtjs Arbeitsgebiet der Zeitschrift schlte- hen sich an.
Aus aller Welt.
Ein Messedampfer Deuhork—Leipzig.
Leipzig, 12. August. Zur Leipziger Herbstmesse wird von R eu h or k aus ein besonderer Messedampfer des Aord- deutschen Lloyd, die „Sierra Ventana" fahren, auf der die Besucher der Messe besondere Der- günftigimgen haben werden.
Schmucksachendiebstahl im D-Zug.
Auf der Strecke Hamburg—München zwischen den Stationen Ansbach und Würzburg wurden in einem O-Zug einem Reisenden, währsta er für kurze Zeit das Abteil verlassen hatte, aus einer Kassette Schmucksachen gestohlen, die einen Wert von 100 000 Mk. haben.
Ein Graf unter dem Verdacht des > Dilderdiedstahls.
Wien, 12. Aug. Die Polizei hat den Grafen Wilhelm K o l o w r a t unter dem Verdacht des Diebstahls der Pastellbilder des bekannten tschechischen Malers Manes verhaftet.
Neuheit!
Heitmann- Entfärber
entfernt ausgelaufene Farben
aus bunter u. weißer Wäsche
entfärbt MW StCflC
selbst die zartesten Gewebe
beseitigt FlCCkCII
von Obst, Rotwein, Kaffee, 5968c Kakao und dergl.
Unschädlich f.alle Stoffe.Mühelose Anwendung Man achte auf die Marke „Fuchskopf im Stern“. Erhältl. in allen Drogerien u. einschl. Geschäften.
Gutt!" Ein paar Mate tarn einer feiner Leute herein, wohl um zu melden. Dann lachte er oder schlug dem Kerl mit der Faust ins Gesicht, je nachdem. Run schien er satt, rülpste unflätig, streckte die Deine Dort sich deutete auf den Egid. Als ob er fragen wollte: wer ist das? So verstand's wenigstens der Zabeltitz und gab Antwort: „Ein alter Vetter." Schüttelte das Untier den Kopf, deutete auf den anderen. „Der Pfarrer loci." .Pfarrer': das schien er zu begreifen. Lachte und schlug ein Kreuz. Trank noch beit Rest aus der Flasche und schrie: „Geld!"
All die Zeit hatte der Gestrenge sich bezwungen, mit zusammengebissenLn Zahnen. Jetzt ist er ganz ruhig' zu seiner Kossätenscheune gegangen, hat das kleine Beutelchen Herausgenom- men und hingereicht. Mochten sie — es ging eins ins andere. . .
Der Rtensch fängt an zu zähten. Immer nur bis zehn, dann wieder von vorne, als könnt' etts nicht anders. Lacht, schmatzt mit den dicken Wulstlippen. steckt das Ganze in die Tasche.
Da tonrnrt von draußen ein klägliches Gejammer, ein lautes Schreien.
Uni> der. Zabeltitz sieht durchs Fenster: die Hunde haben drüben den alten treuen Vogt, den Marzanke, an die große Linde gebunden, fest geschnürt, ihm Jacke und Hemd vom Leibe gerissen und karbatschen, dah die Striemen herüberleuchten.
Dunkelrot schießt dem Zabeltitz das Blut ins Gesicht. Er faßt den Menschen an die Achsel, dreht ihn zum Fenster, stößt heraus: „Laßt ihn! Ihr Hunde! Ihr Hunde!"
And der Mensch neben ihm lacht, ruft ein paar Worte hinaus. Ein paar Worte kommen zurück.
«Weibsleut! .Wo die Weibsleut?!"
ilnb wieder klatscht draußen der Kantschu auf das nackte Fleisch. -Um) wieder lacht der Mensch dazu. „Ja, WeibsleutI Wo Weibsleut?!"
Dann, mit einem Mal, ist der Alte, der Egid, draußen. Stürzt sich auf die Kerle, haut den einen vor den SchWel, schmeißt den andern auf den Boden. Aber gleich sind sie über ihn, ein Dutzend oder mehr, krallen sich an ihn, zerren ihn nieder. Er schlägt, stößt, schüttelt sie ab, wie nasse Katzen. Sie johlen, schreien, umElammern wieder den Riesen — und plötzlich blitzt ein Messer in ber Sonne —
Drinnen lacht der Meine Mit keuchender Brust steht der Alte. Dick wie Stricke sind die Adern auf den Schläfen. Gr brüllt den Kleinen an, hebt die Fäuste, will ihm an den Hals. Da reißt der die Pistole aus dem Gürtel.
Zitternd und bebend, die Hände gefaltet, hat sich der Magister bislang an die Wand gedrückt. Ihm graut vor dem Unfaßbaren, die trockenheißen Lippen können kaum das Gebet stammeln. Herr mein Gott, wo bleibst du? Richt glauben kann er, was er doch mit eigenen Augen schauen muh. Blut — Dhtt — Blut —
Doch wie er nun sieht, daß der Mensch, der Kleine, die Pistole herausreibt, gegen fernen Patron, da packt den Friedfertigen, Demütigen, Zagen jach wilde Verzweiflung. Dor schnellt er, springt, wirft sich zwischen die beiden, hebt beide Fäuste, die nie eine Kreatur schlagen konnten, stößt sie dem Kleinen ins Gesicht. „Du Teufel!" Lind eh der Zabeltitz noch dazwischen greift, geht der Schuh los. — Lautlos in die Schläfe getroffen, sinkt der Magister hin.
* 31 *
©ine Rocht und einen Tag und noch eine Dacht haben sie's im Walde ausgehalten, ohne Rachricht, in Sorgen und Aengsten. In der Dunkelheit hat Beate eine Magd bis an den Saum geschickt. Die kam zurück: Topper brannte lichter- tah. Im dämmernden Morgen lind die Frau und Christian selber nach vorn geschlichen, sahen nur eine schwere dunkle Rauchwolke über der teuren Heimat. Der Stabskapitän, siech wie er war, wollt' sich doch nicht halten lassen. Mit beiden Händen hat ihn die Frau umklammert, gebeten, gefleht: „Was willst du dorten, Lieber, Guter? Kannst ja doch nicht helfen. Rur Gott kann helfen," Sv haben sie in den dichten Drombeer- hecken am Dergrand gesessen und verzweifelt auf den Rauch gestarrt mit pochendem Herzen und tränenschweren Augen. Ahnten Schlimmes — und noch nimmer das, was geschehen war.
Gegen Mittag ist ihnen die Frau Magister nachgekommen mit der Ruth Sie haben hin- und hergera-tschlagt, was sie tun könnten. Aber Frau Beate hat beharrt: „Wir müssen warten. So hat's der Herr Vater gewollt." Dann, es ist etwa ein älhr gewesen, ist eine lange Staubwolke über das Feld gezogen, ziemlich schnell, auf Sternberg zu, und hat des Stabskapitäns Soldatenauge erkannt: sie ziehen ab, die Unholde Auch ist der Rauch über dem Dorf mählich Heller geworden, als wäre der Brand im Verlöschen.
„CHun wird der Hem- Datei: sicherlich bald« kommen oder Rachricht schicken."
Aber er kam nicht. Gegen Abendferst wankte eine große gebückte Menschengestalt vom Dorf herauf, blieb stehen, als wenn jeglicher Schritt schwer wär', kroch langsam weiter.
(Fortsetzung folgt)


