Einzelbild herunterladen

Mittwoch, 15. August 1924

Gietzeuer Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesten)

Zweites Blatt

HL 189

sagt heute.

9. 2lugust 1924.

eleganteste Kurort.

10. August 1924.

letreinrteu Gebieten uner-

die Deutschen in den müdlich in wahrhaft

der Dismarckschen Erlasse und die Gesamtsumm« des Dismarckschen Handelns so klar und deutlich das Gegenteil erweist, das ist eines Deutsch«, nicht würdig. Gerade jemand, der allen Chauvi» nismus, deutschen so gut wie französischen, inner­lich ablehnt, ist hier berechtigt, dem Pazifisten Kantorowicz das historische:Gedenke, daß du ein Deutscher bist!" zuzurufen.

Deutsche Künstler im Neuyorker Theaterleben.

Die grvhen Erfolge, die ReinharÄt mit dem Mirakel" in Reuhork erzielt hat. haben ihn Der- änlaht, auch in der nächsten Saison ferne Bühnen-

kunst den Amerikanern zu zeigen. .Reinhardts Wirken hat entschieden anregend auf die Reuhorker Theaterunternehmer gewirkt," schreibt A. Busse in der MonatsschriftDie Literatur".Die ehrgeizig­sten unter ihnen lassen von allerlei kühnen Plänen in den Theaterspalten der Tagespresse hören. Wie­viel davon verwirklicht wird, muh die nächste Spielzeit lehren. Im ganzen weht bereits ein fri­scher Wind durch die Bühnenwelt, es ist ein ent­schiedener Aufstieg aus dem Tiefstand der Vor­kriegszeit bemerkbar. Sv hat kürzlich auch die Truppe des Moskauer Künstlertheaters ein, vier­wöchiges Gastspiel vor stets gut befehlen Häusern geboten und sich dabei lediglich auf den Gebrauch ihrer Landessprache beschränkt. Das wäre noch vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen, da doch für den größeren Teil nur die mimische Kunst dabei von Wert und Bedeutung sein kann. Unter an­derem Hut es Heuer aber auch eine tatendurstige junge Schauspielerin in diesem Winter fertig- gebracht, mehrere englische Aufführungen von Hanneles Himmelfahrt" zu unterneh­men. Cs war eine wirkungsvolle Darbietung, dem deutschen Urbild konnte sie allerdings nicht ge­recht werden. Bei einer bloßen Liebertragung geht der feine poetische Schimmer und Glanz, der über dem deutsche Werk liegt, verloren: es könnte nur in völliger Umarbeitung in die amerikanische Um­welt sich seine poetische Kraft bewahren: dazu aber gehört eine sehr geschickte Künstlerhand, die ge­wohnt ist, selbst zu gestalten: die aber vergreift sich nicht leicht an fremdem Gute. War so diese eine Bemühung, deutsche Dichtkunst vorzuführen, zur Erfolglosigkeit prädestiniert, so war es um so bedauerlicher, daß auch das Wirken deu tscher Künstler, wie TillaDurieux, Irene Lriesch und Max Montors, nicht die Aussichten auf die Wiedergeburt einer deutschen Bühne son­derlich gestärkt haben. Die Mängel ihrer Auffüh­rungen lagen zum Teil auf rein technischem Ge­biet: sie hatten mit mancherlei wchrigen Verhält- nisien und Bringungen zu kämpfen. Trotzdem standen alle ihre Leistungen auf der gewohnten künstlerischen Höhe. Daß sie dennoch nicht auf das

. ender Weise gearbeitet. Ihnen werden alle Interessen geopfert, auch die

drei Kolumbarien oder Rischen, wie sie an heid­nischen Tempeln üblich waren. Auch ein steiner­ner Bodenbelag und eine Säule sind noch vorhan­den. Diejenigen, die dafür eintraten, daß dieses Gartengrab der Schauplatz der Auferstehung ge­wesen sei, haben denn auch stets behauptet, daß diese Spuren auf den von Hadrian erbauten Ve­nustempel hindeuten. Es fehlten aber weitere Be­weise, und diese werden nun in dem auf gefun­denen Altarstein geboten, der in einer Entfernung von etwa 3540 Fuß vom Eingang des Grabes auf der Stätte lag, auf der sich die Spuren des alten Tempels vorsinden. Damit wäre also eine starke Unterstützung der Anschauung gegeben, die das Grab Christi in den Garten außerhalb der Stadt und nicht in der Mitte der Stadt sucht.

DasGarten-Grab" liegt am Abhang des Schädelortes" oder Golgatha und ist eine bedeu­tende jüdische Grabanlage aus der Zeit des ^odes Christi, die außerdem genau auf die Beschreibun­gen von dem Grabe des Joseph von Arimathias paßt. Es wurde im Jahre 1867 entdeckt und von den Engländern angekauft, die seitdem diese denk­würdige Stätte behüten. Bei Grabungen wurden hier wichtige Funde gemacht. Der answßende Boden erwies sich als eine frühe christliche Be­gräbnisstätte, wie man sie in der Rähe des Hei­ligen Grabes erwarten durfte, und wies die Ruinen einer frühen christlichen Kirche auf. In einem Gewölbe in der Rähe des Grabes wurden zwei Grabsteine ausgegraben, die die Inschrift zeigten:Ronnus und Onosimus. Diakone der Kirche der Auferstehung" ,undBestattet in der Rähe meines Herrn". Auch diese Funde wurden zu der Annahme stimmen, daß hier das wahre Grab Christi lag. £

erhoffte deutsche Theater hinwirken konnten, lag zum großen Teil am deutsch-amerikanischen Publi­kum, auf das sie angewiesen sind. Dessen zahlreiche Veranstaltungen stehen fast ausschließlich im Zei­chen der Hilfstätigkeit für die deutsche Heimat. Für sie jagt eine Konzert- und Theateraufführung die andere. Es wird für deutsche Kinder und deutsche Studenten, für deutsche Künstler und Profesioren, für den Mittelstand, für die Wissenschaft und für

drastischen Ausdrucksweife wirklich nicht selten an Wllhrim II. erinnert, abgemildert und Worte, die der deutsche Druck nun einmal nicht verträgt", man höre! durch andere ersetzt, hcchen. Es ist wahrhaft klassisch, wie Bernstein das begründet:Weder Marx noch Engels waren etwa doktrinäre Gegner zivi» lisieitei Umgangsfvrmen". Run, auch Wilhelm II. war keineswegs immer ein Gegner zivilisierter Umgangsfvrmen! Er lieh sich eben nur im ver­trauten Kreise und in feinen Randbemerkungen gehen. Wir Herausgeber haben uns keineswegs ermächtigt gebatlen, nach Bebels und Bernsteins Muster an den derben Ausdrücken des Kaisers das geringste zu ändern. Indem wir auch die fchlftmnsben Auslassungen gewissenhaft berichten, sobald sie eine Wi llensmein ung oder sonst einen sachlich wichtigen Kern enthielten, und indem wir nur solche fortlaffen. die, wie Schimpfwörter, Wortwitze oder sonstige Trivialitäten, ein Richts und uxntger als ein Richts bedeuten, haben wir nichts getan, was irgendeiner der politischen Rachfahren Bebels oder Bernsteins tadeln dürste.

Aber, so hat uns kürzlich der Freiburgr« Strafrechtslehrer Pros. Dr. Hermann Kantoro­wicz, ein bekamiter Führer der pazifistischen Be­wegung, in einer Würdigung der Dasmarckakten (Das Tagebuch Rr. 9 Dom 1. März 1924) ent­gegengehalten, hat nicht Bismarck selbst die ganz besondere Bedeutung der kaiserlichen Randbemer­kungen unterstrichen, indem er im Mai 1888 an den damaligen Kronprinzen Wilhelm schrieb: Rach menschlicher Voraussicht wird, bevor eine längere Zeit vergeht, die Entscheidung über Krieg und Frieden ausschließlich rn der Hand Gw. Kai­serlichen Hoheit liegen. Diese Tatsache verleiht jeder Aill-eutung, welche von Höchsldemselben auf diesem Gebiete ausgeht, ein Gewicht, welches mir nicht gestattet, Gw. Kaiserliche Hoheit Rand­bemerkungen stillschweigend zu den Akten des Auswärtigen Amtes gehen zu lassen" (Große Politik. VI 304). Run, wenn man genauer zu­sieht, so hat Bismarck lediglich den­jenigen Randbemerkungen des künf­tigen Kaisers, die Krieg und Frie­den betrafen, ein hohes Gewicht bei­gelegt. Solche Randbemerku ngen aber sind grundsätzlich stets Don uns gebracht worden, ohne Rücksicht auf ihre etwaige Form. Rremand wird glauben, daß ein Mann wie Bismarck einer jeden Randbemerkung des Kaisers, gleichgültig, welches ihr Inhalt oder ihre Form war, ein hohes Ge­wicht bei gelegt habe. Ich kann Derraten, daß der Eiserne Kanzler nichtige kaiserliche Bemerkungen im buchstäblichen Sinne des Wortes weg­werfend behandelt hat. GS ist geradezu ein Witz des Herrn Kantorowicz, uns unter Be­rufung auf die Autorität Bismarcks ermahnen zu wollen, die kaiserllcheN Randbemerkungen mit liebevoller Pietät zu sammeln und zu veröffent­lichen.

3m Ernst denkt natürlich Professor Kantoro» VÄcz gar nicht daran, uns Herausgeber auf Bis­marck verpflichten und festlegen zu wollen. Im ©egenteti macht er uns nicht undeutlich zum Vorwurf, CÖetmmberer und Verteidiger der Dis­marckschen Außenpolitik zu fein. Besonders erregt ihn, daß einer unter uns Herausgebern. Dr. Lep­sins. ein Heft der ..Süddeuffchen Monatshefte" (Rovember 1922) unter dem Titel:Bismarck als Pazifist, auf Grund der neuen Bismarck-Asten dargeste'llt" geschrieben, und daß er in diesem 3fefte versucht hat.die englische Politik als Folie für Bismarcks Pazifismus in einem Lichte darzustellen, dessen fanatische Gehäfsigkett an alles heranreicht, was während des Krieges gegen Eng­land geschrieben worden ist."

Zu meinem Bedauern kann ich in der Art, wie der Freiburger Strafrechtslehrer nicht bloß den Pazifismus Bismarcks, sondern auch dessen Friedensliebe und Friedenswillen speziell in den Jahren 1886 und 1887 in Zweifel stellt, jenen absoluten Willen zur vollen Objektivität nicht er­kennen, den wir Herausgeber für unsere Akten- Publikation in Anspruch nehmen dürfen. Professor Kantorowicz bemüht sich, aus gewissen Aeuh^ rungen Bismarcks zu erweisen, daß dieser doch

nicht der unbedingte Gegner eines Präventiv­krieges gewesen sei, als den er sich selbst gibt. So zitiert er aus einer Instruktion Bismarcks an den Botschafter in Wien vom 15. Dezember 1887 den Sah:Wenn der russische Krieg durch öster­reichischen Angriff auf Rußland entsteht, so ist für uns m. E. nicht die Beteiligung an demselben, sondern der sofortige Angriff auf Fransteich indiziert, und unser Verhalten zum russischen Kriege von dem Erfolg unseres französischen Krieges abhängig zu machen" (Große Politik. VI, 27). Da vorauszusehen war, daß diese Aus- tassung Bismarcks von flüchtigen oder minder gutwilligen Lesern falsch verstanden werden könne, so habe ich dazu in einer Fußnote bemerkt: Aus diesem Satz kann natürlich nicht geschloffen werden, daß Fürst Bismarck Ende 1887 einen Angriffskrieg gegen Frankreich geplant habe. Wie die folgenden Sätze des Textes ergeben, ist der Sinn gart,) offenbar der, Oesterreich von einem Angriffsstieg gegen Rußland durch den Hinweis darauf ak^uhalten, daß Deutschland in solchem Falle nicht etwa Oesterreich zu Hilfe eilen, auch nicht in drohender Haltung gegen Rußland Gewehr bei Fuß stehen bleiben werde, sondern dem unvermeidlichen Angriff Fransteichs zuvor­kommen müsse." Kantorowicz will das nicht gelten lassen: er betont, daß die Instruktion, die sich aus ihrem Schlußsatz ergäbe, nur zurpersön­lichen Orientierung des Botschafters bestimmt gewesen sei: dieser sollte also in Wien nicht warnen! Den gleichen Schluß zieht Kantorowicz aus einer weiteren Instruktion nach Wien vom 27. Dezember (Große Politik, VI, 68), nach der Direktiven im gleichen Sinnedurchaus sekre­tiert" werden feilten. Aber zunächst übersieht Kantorowicz, daß der Erlaß vom 17. Dezember 1887, obwohl zur persönlichen Orientierung des Botschafters bestimmt, diefen doch ausdrücklich anweist, bei jeder Gelegenheit der Auffassung speziril der österreichischen Militärsteise zu wider­sprechen, als ob Deutschland staft des Dündniffes mit Oesterreich-Lingam verpflichtet sei, der Dop­pelmonarchie auch im Falle eines Angriffskrieges beizustehen. Er übersieht ferner, daß selbst die (Sefretierung gewisser Gedankengänge der Bis- marckschen Instruktionen nicht so zu verstehen ist, jalfe ob der Kanzler sie dem Botschafter für nichts ' und wieder nichts mitgeteilt habe. Es ist doch eine absurde Vorstellung, zu glauben, daß Bismarck Zeit uni) Reigung gehabt habe, den Botschaftern gleich einem Professor Privatissima ohne Zweck und Ziel zu lesen. Rein, wenn Bis­marck sich die Mühe gab, einen Botschafter in seine geheimsten Gedantengänge und Absichten einzuweihen, so geschah das weder zu seinem noch zu dessen Vergnügen, sondern zu dem Zwecke, um den Botschafter in die Lage zu setzen, sein Verhalten auf das Genaueste nach diefen Richt­linien einzurichten und sich in ihrem Sinne zu . äußern, wenn auch nur persönlich und ohne die

amtliche Inspiration erkennen zu lassen. Wer das verkennt, mag ein guter Formakkjurist fein, aber von dem Wesen der Diplomatie hat er kaum das Aeußevlichste begriffen, und ganz gewiß nicht den Geist der Dismarckschen Diplomatie!

Ich muh schon sagen: aus den Dismarckschen Weisungen der Jahre 1886 und 1887 eine Rei­gung be8 großen Kanzlers zum Präventivkrieg hevausdestlllieren zu wollen, das übersteigt alles ertaubte Maß unb Ziel. Zur Entschuldigung Kantorowicz Bann man vielleicht anführen, daß er durch die Vorstellung, als ob man Bismarck zu einem Pazifisten stempeln wolle, irritiert worden ist. Aber nun in das entgegengesetzte Extrem zu verfallen und Bismarcks Friedenswillen, der über allen Zweifel erhaben ist. wegdisputieren zu wollen, das heißt lediglich den französischen Chauvi­nisten vom Schlage des Professors Emile Bourgeois Wasser auf die Mühle zu leiten. Ich verkenne ganz gewiß nicht die Pflicht rückhallloser Aufrichtigkeit, und wäre dem so, daß sich dem ehrlichen Forschers

Neues Licht auf das Grad Christi.

Eine Entdeckung in Jerusalem.

Die vielerörterte Frage nach dem wahren ^rab Christi, aus dem er am 3. Tage auferstan­den. wird durch einen wichtigen Fund neubeleuch­tet, der in der Rähe des Eingangs des feg. ..Gar­ten-Grabes" vor dem Damaskustor von Jerusa­lem gemacht worden ist. Der Fund, der einem Mit­glied des englischen Komitees des Garten-Grabes, Miß Hussey. zu danken ist, wird von dem Rev. C. G. Gobson in derTimes" ausführlich behan- handelt. Bei Reinigungsarbeiten in demHei­ligen ©arten wurden einige lockere Steine w dem Boden vor dem Eingang des Grabes ent­fernt, und einer dieser Steine fiel Miß Hussey auf, well er merkwürdige Zeichen enthielt. Der Stein tvurde gereinigt und dem in Jerusalem wei­fenden deutschen Professor Brandenburg vor­gelegt der der beste Kenner auf dem Gebiet öör palästinischen Felsengräber ist. Der Gelehrte er­klärte den Stein sofort als herstammend von einem Altar der Göttin Cybele öder Aphrodite mit der Säule und dem Daum des Adonis oder Attys daneben. Dieser Hinweis auf einen antiken Aphro­dite-Tempel. der in diesem Fund erblickt wer­den muß, ist nun von großer Bedeutung für die Feststellung desGarten-Grabes" als des wahren Grabes Christi, denn es ist eine bekannte Tat­sache, daß Kaiser Hadrian nach der zweiten und noch vollständigeren Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 135 n. Ehr. eine neue rö­mische Stadt namens Aelia Capitolina auf der Stätte von Jerusalem erbaute und daß er einen »Aphrodite- oder Venustempel auf dem Orte er­dichtete, wo das Heilige Grab gelegen hatte und -verehrt worden war. Run sind rings um das Ätartengrab deutliche Spuren eines großen antiken 'Bataverkes zu finden. Zu jeder Seite der Tür befinden sich die .Ansätze zweier Dogen die in den Felsen gehauen sind, und über der Tür smd

Heute kommt er, der langersehnte Ofen, und damit tritt automatisch eine Besserung des Wet­ters ein. Gelehrte werden behaupten, diese Bes­serung hänge zusammen mit der Wanderung eines Hochinuckgebiets, dessen ösllicher Rand uns eben erreicht hätte. Wir vom Meßtrupp wiffen es besser.

Kaum hat sich der Himmel etwas cuffgeheNt. so erscheinen auch wieder die weißen Riefenv-ögel vor ihren Restern. Es wird fleißig geschult. Einzelne Sprünge erreichen ganz hübsche Entfernungen. Die Startmannschaften sind dauernd in Tätigkeit. Das Flugzeug wird durch freiwillige Helfer an den Startplatz geschoben. Hier hat sich inzwischen die Sportleitung, von weitem kenntlich an einer klei­nen weißen Fahne, eingefunden, begleitet von Arzt, Meßtrupp und meist einem Mitgliede der technischen Kommissionen. Rachdem der Führer seinen Platz eingenommen hat, faffen die Starlleute das ©ummifeil, das an einem Haken vorn am Flugzeug so hängt, daß es leicht abfällt, sowie der Zug nachläßt. Am Schwanz des Flugzeugs soffen andere an, und nun ertönt das Kommando Anziehen". Das Sell wird angespannt. Ein Mit­glied des Meßtrupps tritt vor das Flugzeug mit dem Windmesser und ruft die Windgeschwindig­keit mit lauter Stimme aus, 5, 6, 61/2. --5,51/2 usw.Laufen". Die Startleute taufen, was sie könnenLos". Das Sell löst sich Die Startleute werfen sich auf den Boden, und majestä­tisch schwebt der Riesenvvgel über dem Abhang. Aber es geht nicht immer so glatt ab. Haben die Startleute ihr Ziel nicht richtig gewählt, oder war das Sell nicht straff gespannt, dann sitzt die Ma­schine sofort wieder auf oder löst sich überhaupt nicht Dom Boden. Schon bei den kleinen Sprün­gen zeigen sich die Eigenschaften der etazelnen Flugzeuge. Manche kommen auch unter den un­günstigsten Bedingungen leicht ab. Andere sacken auch beim besten Wind gleich durch und erreichen nicht mehr als 50 bis 100 Meter.

Am Abend des 9. habe ich noch ein erhebendes Erlebnis. Ich wurde Zeuge, wie im Beisein von Frau von Löhl an dem Löhlstein Kränze und Blumen zur Erinnerung an den 9. August 1921, den Todestag Lößls, niedergelegt wurden. Mar­kige Worte werden dazu gesprochen.Als die Todesnachricht ins Lager kam, biff en die jungen Kameraden des Gefallenen die Zähne zusammen, zogen ihre Maschinen heraus und flogen, flo­gen zu Ehren des Toten." Anschließend an diese Feierstunde noch einen kleinen Gang ins Freie. Der abendliche Friede berührt mich wunderbar. Gen Westen, hinter den Höhen des Dvgelsberges, verschwindet langsam die Sonne. Purpurn färben sich die Wolken, und tiefe Schatten füllen allmäh­lich die Täler, derartige Genüsse bietet nicht der

wirkliche Zweifel an der Friedensliebe Bismarcks aufdrängten, so müßte dem Zweifel auch Aus­druck gegeben werden. Aber solche Zweifel an

In feiner programmatischen Aus­einandersetzung mit den ® eg nern der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes behandelt der Hauptherausgeber des Wertes, Dr. Friedrich Thimme, auch einige kon­krete Fälle an dem Werke geübter Kritik. 2bigesichts der Gegenstände, denen die von Dr. Thimme bekämpfte Kritik galt, dürften die Thimmeschen Ausführungen weitere Leserkreise lebhaft interessieren. Wir entnehmen den nachfolgenden Ab­schnitt mit Erlaubnis der Schriftleitung und des Verlages dem dieser Tage er­scheinenden neuen Heft des-Archivs für Politik und Geschichte" (Deutsche Der- tagsgefellschaft für Politik und Ge- schichte in Berlin).

DDG. Leider haben sich auch deuffche poli- kjjöfe Kreise in ihrem Verhalten gegenüber der Großen Menpublikatton des Auswärtigen Amtes jaicht immer frei von Llnverstand gehalten. Es handelt sich bei dieser Publikation doch um ein deutsches nationales Unternehmen Km besten und reinsten Sinne desWor- jtes und von höchster weitaus schau ender Dedeu- jtang, das bei- allseitigen Unterstützung sämtlicher weuffcher Parteien von vornherein gewiß fein feilte. Selbstverständlich kann es niemand Der» fodfel fein, Kritik an diesem Unternehmen zu Äben, aber die Kritik sollte nicht eine rein nega- ftiDe und zerfetzende, sondern eine positiv gench- tete aus bauende und fördernde fein. Für eine febjp Kritik können wir Herausgeber jederzeit üur dankbar fein. Statt dessen haben wir es erfeben müffen, daß, während die sachliche Krittk 6er Diplomaten nach dem Erscheinen und der Resonanz der beiden ersten Serien mehr und mehr verstummte, ja wohl gar in Anerkennung um­schlug davon haben die Urteile deutscher Staatsmänner und Diplomaten in dem Januar­heft desArchivs für Politik und Geschichte"*) Kunde gegeben die Krittk von links und auch van rechts nicht selten mit haltlosen Unterstel­lungen und Verdächtigungen einsehte. In der Knkraditalen Presse, wie der selig entschlafenen Freiheit" hat man seinerzeit schon aus der Tat­sache daß wir Herausgeber uns bei der unüber» sehbaren Menge der Akten, die, sämtlich ab­gedruckt. viele hunderte von Bänden gefüllt haben toürben, wohl oder übel zu einer Auswahl Der» steh-n muhten, den Schluß ziehen wollen, daß wir bewußt ober unbewußt in tendenziöser Weise mit dem amtlichen Material arbeiteten. Erst recht langefreibet wird uns, von links und das bis auf den heutigen Lag. die Tatsache, daß tixr, wesent­lich aus Rücksicht auf Geschmack und Anstand, feine beiläufig bemerkt, unerhebliche Anzahl der Kaiserlichen Randbemerkungen, die fech als bloße Gefühlsäußerungen darstellen und [weder sachlichen Gehalt, noch eine Willens- fmerramg erkennen lassen, unterdrückt haben. Starf man diese Tadler daran erinnern, daß auch taug u ft Debel und Eduard Bernstein, ulfe zwei hvchbelobte foztalisttsche Koryphäen, 6ei der Herausgabe des berühmten Brief- Wechsels zwischen Friedrich Engels und Karl Marx" nicht anders gehandelt haben?Rur da," fe bemerkt Bernstein im Vorwort zu der Brief­ausgabe,wo besonders intime Verhältnisse be­handelt 'wurden, an die sich kein allgemeineres Jnteresfe irgendwelcher Art knüpft, wo gleich­gültige Personen erwähnt werden, schienen Strei­chungen gerechtfertigt. Fortgelassen sind auch hier amb dort mißfällige Bemerkungen über Personen, doch betrifft das nur solche Äußerungen, die fein politisches oder wissenschaftliches Urteil ein­begriffen, das nicht schon in vorhergegangener, Briesen deutlich ausgesprochen ist." Ja, Debel und Bernstein sind in ihrer Edition noch viel weiter als wir Herausgeber der Aktenpublikation gegangen, indem sie diebrutale Sprache der ^Briefe" von Marx und Engels, die in ihrer

) Sonderheft:Die Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes". Archiv für Politik und Geschichte. Jahrg. II Heft 1. Deutsche Vertags- ^gesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin.

Pläne für ein neues deutsches Theater. Allerdings spricht man davon, daß im nächsten Herbst ein in Deutschland zufammengestelltes Ensemble sechs Wochen in Reu York und dann auch in anderen Städten gastieren will, ein Plan, der mehr Erfolg verspricht als der zweimalige Fehlschlag eines deutschen Opernuntemehmens."

*

Ein amerikanisches Urteil über das deutsche Theater.

Der Direftor des Reuhorker Deutschen Thea­ters, Rudolf Dach, der sich in Deutschland auf­hielt. um neue Stücke zu erwerben und Künstler für seine Bühne zu engagieren, berichtet in der Reuhorker Staatszeitung über seine (Andrücke in Deutschland. Er hat etwa 20 Theater besucht und stellt zunächst den schwachen Besuch fest, wofür er die Ursache in den hohen Eintrittspreisen sieht. Weiter schreibt er:Die Operetten sind dabei auch noch großer Kitsch. Man versucht in fast allen Operetten neueren Datums dem amerikanischen Geschmack Rechnung zu tragen, wohl in der Hoff­nung, dieselben nach Amerika verkaufen zu können, aber die meisten dieser Shllnmys, Foxtrotts und Jazz nummern sind direkt unmöglich." Dabei wür­den den Hauptdarstellern Gagen bezahlt, die selbst für Amerika als zu hoch erscheinen würden, wäh­rend die Durchschnittsschauspieler kaum genug ver­dienen, um ihr Leben zu fristen. Aehnlich liegen nach der Ansicht Bachs die Verhältnisse in Oester­reich.

Born Fliegerlager auf der Wasserkuppe.

(Don dem Spezialberichterstatter desGieß. Anz.) III.

8. August 1924.

Der Abend des 7. brachte uns als willkom­mene Abwechslung ein eindrucksvolles Raturschau­spiel. Ein Rhöngewiiter! Schon lange vorher be­obachteten wir die herannahenden schwarzen Wol­ken. Blitze erleuchteten für einzelne Augenblicke den Horizont. Allmählich rüden die Wollenbänle näher und näher. Der Donner rollt. Aus allen Seiten zuckende Blitze, das ganze Lager jedesmal in blendendes Licht tauchend. Dazu strömender Regen. Räher rücken wir zusammen in unserer ge­mütlichen Klause und freuen uns des schützenden Daches. Leider brachte das Gewitter eine emp­findliche Abkühlung mit sich, verbunden mit viel Regen und Wind, so daß am ganzen folgenden Tag kein Flug möglich war. Jeder sucht die wärm, sten Ecken auf. Unser Ofen ist immer noch nicht gesetzt Selbst der sonst so warme Strvhsack Der-

MM Hüll ölt KOMM - MM MsiMS"

gwei Gegenstände der Krittk an der deutschen Aktenpubttkatton.

Von Dr. Friedrich Thimme MttherausgebM der ©roßen Aktenpublitatton des Auswärtigen Amtes.

öruct gegeven werven. -aoer u>ia>e oroeijei an Sonntag auf der Wasserkuppe. Aeußerlich den Haaren herbeizuziehen, wo der Gesamttenor | merkt man davon wenig. Rur haben die

Erster.MV*5,

1846.

Von morgen Tom nerStag, JJ jeden Donnerstag­abend

Turnen der Altersriege.

Beginn 8'/., Ubr.

DerLbttturulvart

Löberstr. 12

Heute abend

7.30 Vhr:

Vortrag: Goethesfaust iD'^der*0'

8 Ubr:

chunL aus Lite- g,zg M' Nlozai*n

9.30 Cbr:

9.60

10 uw-

bestimmt erscheinen.

s Ausgabe derLmn- kartenMetiterfinger

vonMrnbergl,WD Ter Vorstand.

EMMU«

WIMSM

Donnerstag, bett

14.8., abdS.8Uhr:

Monats- versammlung

Hopfeld.

T/e gumSunbeälog fahrenden Kollegen u.Koüegtnnenmüsien

ert

ce. e 'alstiefel

den 13 »en 14. und 171 August rühmte UW lies. höflichst ein ßOtb 6270D H.WK'Mrßtt und Weine, lktienbier.