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Die Konferenz ist in gehobener Stimmung

Zuversichtliche Stimmung in London

Besprechungen des Kanzlers und Stresemanns mit Herriot, Clemente! und Theunis. - Die Sicherheitsfrage

Das Abkommen mit der Repko.

London, 11. Aug. (WTB.) Das zwischen der deutschen Regierung und der Reparations- kommission abgeschlossen« Abkommen hat fol­genden Wortlaut:

1. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, alle geeigneten Mahnahmen zu treffen, um den Plan der Sachverständigen in Wirksamkeit zu sehen und sein dauern­des Funktionieren zu sichern. Insbesondere wird die deutsche Regierung

2) alle notwendigen Mahnahmen treffen, um die Gesetze und Verordnungen, insbesondere die Gesetze betreffend die BaÄ. die Reichsbahn und

sondern Deutschland sei dabei die ^role Wir könnten alle Arbeit als hoffnungslos emstellm, wenn es uns Deutschen von

würde, die Nutzanwendung aus de sp

Worten Goethes aus

ziehen, die an der Spitze dieser Satz stehen.

Die Konferenzteilnehmer sind hochbefricdigt und in gehobener Stimmung. Dieser Superlativ des Gefühls ist der Tenor der hrute vorliegenden Meldungen aus ßonbon, wo die Stimmungen wie die von Frankreich vertretenen Grundsätze w.ch- sein. Gestern hieb es, dab Herriot den Stand» punkt Macdonalds annehme, der unter Be° zugnahme auf die Erklärungen Poincares beim Beginn des Ruhrabenteuers die Ansicht vertritt, dab die militärische Besetzung nur die Arbeit der Ingenieure sichern sollte und deshalb sinnlos bei dem Abschluß des wirtschaft­lichen Friedens sei, und dab die Franzosen nur noch Wert auf den Abschlub wirtschaftlicher Verträge mit Deutschland legten. Heute wird die Cn t wa f f nu n gs f ra g e als der Haupt­gegenstand der sranzösi chen Sorge bezeichnet, wird die Räuinung der Ruhr mit einem Problem ver­knüpft, das nur für die politisierenden sranzösi- schen Militärs noch nicht gelöst ist und das schisch- terdings mit der Frage der Räumung der v e r - tragswidrig besetzten deutschen Gebiete nichts zu tun hat. Deutschland hat unabhängig vom Dawesplan und Londoner Konferenz derG e n c- r a l i n s p e k t i o n" zugestimmt der Versuch, sie mit der von uns als einer Selbstverständ­lichkeit geforderten Wiederherstellung des Rechtszustandes zu verkuppeln,'beweist, wie schwach die französische Stellung in London ist. Es ist zu erwarten, dah die deutschen Vertteter ihre durchaus nicht ungünstige Lage ausnühen und jenereine Dahn" zu schaffen versuchen, in der allein der Weg zu tatsächlichen Friedensverhält­nissen zu erblicken ist. Wir können erst dann die gehobene Stimmung teilen, wenn ein klares Er­gebnis die Sorgen verscheucht hat, die die fran­zösischen Winkelzüge immer wieder trotz allem sichtbar vorhandenen guten Willen Herriots in uns wachrufen.

3n gehobener Stimmung".

Lvndvn, 11. Aug. Wie Reuter meldet, hat oer Rat der Vierzehn heute von 11 bis 12*/2 Hhr eine Sitzung abgehalten. Es ver­lautet, dah die Delegierten über die erreichten Ergebnisse hoch befriedigt sind. Die Kon­ferenz ist in gehobener Stimmung. Alle Ausschüsse haben ihre Berichte jetzt fertiggestellt. Das Dritte Komitee hat seine Tätigkeit heute in aller Frühe beendet.

Deutsche Besuche bei Belgiern und Franzosen.

London, 11. Aug. (WB.) Reichs kanz­le r D r. Marx inü> Reichs außen Minister Dr. Stresemann statteten heue nachmtttog dem belgischen Ministerpäs Leuten Theunis einen Höflichkeitsbesuch ab. Im Verlaufe der Unterhaltung, die eine halbe Stunde dauerte und in sehr verbindlichem Tone geführt wurde, gab Theunis der Hoffnung Ausdruck, dab künftig gute wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland sichergestellt würden.

Dr. Stresemann hatte ferner heute nach­mittag eine älnterredung mit dem f r a n z ö s i - schen Finanzminister Clementes in de­ren Verlauf dieser ihm die Wünsche Fran k- reichsinwirtschaftlicher Hinsicht mit» teilte. Wie verlautet, hat Clemente! dem Reichs­minister auch eine Aufzeichnung über die wirt­schaftlichen Wünsche Frankreichs übergeben.

Reuter meldet: Dr. Stresemann stattete heute Herriot einen Besuch ab und erörterte längere Jett mit ihm die <5ra9? ^er p* mung des Ruhrgebiets. Die Aussich­ten für ein Llebereinkommen werden ats y o s s - nungsvvll bezeichnet.

Theunis uni) Hymans haben heute dem Reichskanzler Dr. Marx in Erwidemmg fernes Besuches einen Gegenbesuch gemacht.

Sitzungsbericht.

London. 11. Aug. CMff.) S>te N>nf°»n» der Delegationsführer genehmigte in ihrer heutigen Sitzung die Beschlüsse des 3

Komitees: die Beschlubfassung über J>ie Fragen der Amnestierung und der Ruckkehr r Aus gewiesenen wurde aber ^zu ru a ge- st e l l t, bis unter den beteiligen

politische Aussprache stattgffurDen ^Herriot dankte Sir Eyre C rowe für die

Crvwe wies in seiner Antwort .

dienste der Herren Seydvux und Staats­sekretär Fischer um das Zustandekommen Ur Beschlüsse des Zw-iten

wurde das am Samstag unterzeichnete P 1 der Reparationskommissi^n Sur Kenn^ nis genommen. Einmütig nahm die Konferenz alsdann nach dem Vorschlag

schen Delegation an, dab Imr

MitgliÄ) der Revarationskommissian nicht nur

die Industrioobligattonen. die zu diesem Zwecke erforderlich sind, in der von der Repko genehmigten Form zu verkünden und ihre Durchführung zu sichern.

b) alle Bestimmungen anzuwenden, die in An- lage 1 hinsichtlich der Aufsicht Über die ver­pfändeten Einnahmen, zum Zwecke der Siche­rung der Jahresleistungen des Sachverstän­digenplanes und hinsichtlich anderer Gegen­stände enthalten sind.

2. Die R e p k o verpflichtet sich ihrerseits alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um den Plan der Sachverständigen in Wirksamkeit zu sehen und sein dauerndes Funktionieren zu si­chern, insbesondere

a) die Ausgabe der deutschen Anleihe, wie sie in dem Sachverständigenplan vorgesehen ist, zu erleichtern,

b) alle Aenderungen finanzieller und rechne­rischer Art vorzunehmen, die notwendig sind, um dem Sachverständigenplan volle Wrrrksamkett zu geben.

3. Die deutsche Regierung u* b die Repko verpflichten sich, sowett es innerhckP ihrer beiderseitigen Zuständigkeit liegt,

a) diejenigen zusätzlichen Abmachungen auszu» führen, die zwischen der deutschen Regierung und den auf der gegenwärtigen Londoner Konferenz vertretenen alliierten Regierungen noch abge­schlossen werden sollten, eitrschlieblich aller Bestimmungen, die möglicherweise vereinbart werden, um den Sachverständigenplan in Wirk­samkeit zu setzen oder Aenderungen in bezug auf Einzelheiten sirr das Funktionieren des genannten Planes vorzunehmen. Diese sollen, sobald sie ab­geschlossen sind, in der Form einer zweiten Anlage dieser Urkunde beigegeben werden und sollen durch die Unterzeichnung von zwei Mit­gliedern der Reparationskommission und von zwei, gehörig bevollmächtigten Vertretern der deutschen Regierung bescheinigt werden.

b) alle Meinungsverschiedenhei­ten, welche zwischen der deutschen Regierung und der Repko in Bezug auf Auslegung dieser Ver­einbarung und ihrer Anlagen oder des Planes der Sachverständigen oder der deutschen Gesetz­gebung, wie sie zur Ausführung des Sachver­ständigenplanes erlassen worden ist, sollen der schiedsrichterlichen Entscheidung nach den Methoden und unter den Bedingungen, wie sie die genannte Londoner Konferenz für die Frage bcr Auslegung des Planes der Sachver­ständigen festlegen wird, unterbreitet werden. Durch diese Abmachung werden die Bestimmungen über schiedsrichterliche Entscheidungen, wie sie in dem Plan der Sachverständigen oder der deut­schen Gesetzgebung oder In einer der zugehörigen Anlagen vorgesehen sind, nicht berührt.

4. Sollte auf der Londoner Konferenz zwischen der deutschen Regierung und den alliierten Regie« rungen für die Inkraftsetzung des Sachverstän­digenplans keine Uebereinstimmung er­zielt werden, so wird die gegenwärtige Ver­einbarung nichtig.

London, den 9. August 1924.

Für die Repko:

Louis D a r t h o u, John Bradburh, Salvago Raggi, Leon Delacroix.

Für die deutsche Regierung:

Marx.

als neuestes Druckmittel, für die Entscheidungen beigrgeben wird, sondern für alle von der Reparativnskam- mission in Verbindung mit dem Da­wesbericht zu treffenden Entschei­dungen.

Die drei strittigen Fragen.

Paris, 12. Aug. (WTD.) Heber die Haupt- Verhandlungen, die gestern in London über die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets, die militärische Kon­trolle und das französisch-deutsche Wirtschaftsabkommen geführt wurden, meldet aus London der Sonderberichterstatter des Quotidien":

Fra nzö fische rseits wolle man in der Frage der militärischen Räumung des Ruhr­gebiets kein Tauschgeschäft sehen. Man stehe fvanzösischerseits auf dem Standpunkt, dah man in einem Jahre sehen könne, ob der Verlauf des Sachverständigen-Planes entweder funktto- niere oder nicht. Man werde.also das Ruhrgebiet spätestens ein Jahr nach der Aus­führung des Sachverständigen-Pla­nes räumen. Aber wenn man für die Dauer der Ruhrbesehung ein Maximum setzte, in der Anname, dah Deutschland die neuen Verpflich­tungen, die es soeben eingeht, erfülle, so setzte man dafür fein Minimum, da man sich auf diese Weife der Möglichkeit begäbe, das Ruhr­gebiet rascher zu verlassen. Gestern abend habe Herriot längere Zeit mit Dr. Stresemann über diese Frage verhaiidelt und sodann den eng­lischen Premierminister über diese Be­sprechungen mit dem deutschen Außenminister unterrichtet.

Was die militärische Kontrolle an- lange, so habe Macdvnald ohne weiteres dem Vorschlag Herriots zugestimmt. Die Kölner Zone' werde von de.i englischen Truppen ge­räumt werden, wenn die Abrüstungen Deutschlands hinreichend durchge­führt seien und damit die interalliierte Kon­trollkommission ihre Vollmachten auf den Völ­kerbund übertragen könne.

Hinsichtlich der Regelung der deutsch- französischen Wirtschaftsbeziehun­gen habe der französische Finanzmimster C le­rn e n t e l Dr. Stresemann ein Dokument überreicht, in dem die leitenden Grundsätze des Abkommens und die ftanzösische Auffassung niedergelegt seien. Der leitende Gedanke bestehe darin, die Wiederherstellung der normalen wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen Ostfrankreich und Westdeutschland anzustreven. Dr. Stresemann habedie französischen Vorschläge als Ganzes angenommen, aber in gewis­sen EinzelheitenVorbehalte gemacht. Der französische Räumungsplan als Verhandlungsgrundlage.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 12. Aug. Wie wir von unterrich­teter Sette erfahren, ist der deutschen Dele­gation in London der von Herriot ausgearbei­tete Plan über die militärische Räumung der Ruhr offiziell zur Kenntnis gebracht wor­den. Heber die Einzelheiten des Planes wird zu­nächst Stillschweigen gewahrt, und die in der Presse veröffentlichten Mitteilungen geben die tatsächlichen Absichten der französischen Regierung nur teilweise richtig wieder. 2m Ber­liner Auswärtigen Amt erklärt man, daß der Räumungsplan Herriots von Deutschland als Verhandlungsgrundlage angenom­menwerdenkönne, aber daß man deutscher­seits noch sehr starke Bedenken gegen die einzelnen Räumungstermine so­wie gegen die Form der Vereinba­rungen habe. Die Erörterungen über die mili­tärische Räumungsfrage werden nach Auffassung der deutschen Regierungskreise mindeste ns zweibisdreiTagein Anspruch nehmen müs­sen. Bei allem Entgegenkommen, dach man fran­zösischerseits zeigj, ist festzustellen, dah eine grund­sätzliche Einigung nur erhielt werden kann, wenn derdeutscheGrundsatzanerkannt wird, wonach für die Durchführung des mili­tärischen Räumungsplanes nur die­selben Bestimmungen mahgebend sein dürfen, die bei der wirtschaft­lichen Räumung Geltung besitzen.

Um den Frieden.

Jene machen Partei, welch uner­laubtes Beginnen! Aber unsere Partei, frellich, versteht sich von selbst.

Goethe 1800.

Unbestreitbar erfüllt eine tiefe Sehnsucht nach Frieden, nach Wiederherstellung der zerstör­ten Grundlagen des sittlichen, kulturellen, wirt­schaftlichen und politischen Lebens das deutsche Volk. Roch nie stand sein Sinn ohne dah man von einer gleichgültigen oder schlappen Ge­mütsverfassung sprechen könnte weniger nach irgendeiner kämpferischen Betätigung, nach dem Austrag von Strettigkeiten und ONeinungsverschie- denheiten. Hub noch nie waren weiteste Kreise der Tenkfähigen ftärter von dem Bewußtsein er­füllt, dah die gegenwärtigen außenpolitischen Ver- ständigungsversuche gefolgt sein müssen von dem Willen zu einer frtedlich-schiedttchen Zusammen­arbeit aller Ehrlichen, wenn anders Deutschland nicht die zweifelhafte, mit schwersten Opfern er­lauft« Befreiung vom Drucke seiner Gegner wie­der bald aufs Spiel sehen will. Auch der wirt- fchaftspoli ttsch ungeschulte Volksgen affe fühlt, daß der zum inhaltlosen Schlagwort herabgewürdigte BegriffWiederaufbau" erst dann die feit IahrM vergebens erzielte praktische Bedeutung h ben wird, wenn die polittsch« Atmosphäre gereinigt ist von den Hah- und Machtdünkel-Dakterien, die das Siechtum Europas und die Blutleere des Weltwirt schaftskörpers verschuldet haben, weil sie die Funktionen des Herzens der europäischen Wirtschaft, als das Deutsch­land seit 25 Jahren erscheint, lahmgelegt haben. Hnd es sind nicht die schlechtesten Deutschen, welche die Ansicht vertreten, dah nur durch eine rücksichtslose Ausmerzung der parteiagitatorischen Phrase als der Quelle des inneren Haders und durch eine Vereinigung aller Ehrlichen und Ur- teilsfähigen zu einer nationalen Schicksalsgemern- schaft die Gefahren abgewandt werden können, die Deutschland auch nach einer annehmbar schei­nenden Lösung des Londoner Problems drohen. So gewih es ist, dah eine engere wirtschaftliche und finanzielle Verbundenheit der Völker auch eine ftärDae Interessengemeinschaft darstellt, so sicher- ist eS, dah die Methoden des politischen Kampfes den Frankreich gegen uns toeiterfübren wird in Zukunft noch raffinierter als bisher fern werden. Rur naive Zeitgenossen können wähnen, dah die mit der sogenannten Regelung der Am­nestiefrage in London verbundene äußerliche Wiederherstellung der Hoheit der deuffchen Justiz im besetzten Gebiet das französische Militär ui Zukunft verhindern wird, die in französische Dienste getretenen oder gar das französische Staatsbürger- rscht besitzenden deuffchen Hochverräter vor dem Zugriff der deutschen Richter zu schützen. Rur Zeitgenossen, die keine Ahnung von den Zu­ständen im besetzten Gebiet haben, können glau­ben, dah die Tausende von französischen Agents provocateurs und von Bezirks- und Kreisdelegierten der Rheinlandkommission nun nach der Versöhnungspfeife tanzen und von ihrer DurchdringungsproMganda" Abstand nehmen werden. Und nur ein unheilbar an knochen- und hirnerweichendem Illusionismus erkrantter Deut­scher kann des Glaubens sein dah die Schalmeien auch der ehrlichsten Pazifisten und dah das würdelose Rachlaufen deutscher Internationalisten hinter ausländischen Rattenfängern die stärkste Militärmacht der Welt veranlassen wird, ihre Waffen als altes Eisen zu verkaufen und ihre Degen mit dem Spazierstock deutscher Welten- bummler zu vertauschen. Das französische Militär wird allenfalls dievorläufige" Unmöglichkeit, seinerhistorischen" Kriegsziele zu erreichen, ein- sehen wenn ein von einem geschlossenen nationalen Willen getragenes Deutschland ihm und der Welt A^ung vor der ernsten Friedensbereiffchaft und der in- der Döltergesamtheit nicht za entbehren­den geiftigen und wirtschaftlichen Kraft Deutsch­lands abringt.

Denn nicht nur das deutsche Volk ist von einer tiefen Sehnsucht nach Fnedrn, Ruhe und normalen Arbeitsmöglichkeiten erfüllt., Auch das reiche Amerika braucht eine Besserung der europäi­schen Lage auch das mächtige En gland be­findet sich in einer wirffchaftlich nicht beneidens­werten Lage, auch Frankreich, die größte Militärmacht der Welt, fühll, dah die politischen Machffpieleieien der letzten Jahre ihm mehr Schaden als Vortelle gebracht haben. Mag bei den stürmischenCs lebe der Frieden!"-Rufen gelegentlich der Abfahrt Herriots von Paris noch so vielRegie" sich betätigt haben, Kenner des französischen Volkes wissen und werden bestätigen, dah es nur solange Freude an der Macht- und Raub- polttik hat, solange sie Gegenstand der Anerken­nung der anderen und von sichtbaren materiellen Vorteilen begleitet ist. Und nicht nur London, sondern bereits der passive Widerstand, der erst beute sich auch im guten Sinne auswirkt, haben den Beweis geliefert, dah die Kulturvölker dieser Rkachffpielereien überdrüssig sind. Aber auch das ftanzösische Volk muh dahin belehrt werden, daß London nur der erste Schrttt auf dem Wege zum Frieden ist und dah nach London das deutsche Volk den Kampf um den endgültigen Frieden, und das tfl, der Kampf gegen das ^rsailler Schuld- ^Mndiktat, ftrtsetzen muß, wenn es nicht im Etnnern verlieren will, was es nach außen durch schwerste Opfer sich zu erkaufen bereit ist.

Hnvöafür brauchen wir Einheit und Einigkeit. ®er Wille zur nationalen Geschlossenhett ist gleich- bedeutMd mit dem Willen zum Staate. Ihn zu vertiefen wird nicht die letzte Aufgabe derer sein, die des Volkes Sehnsucht nach Frieden, Orb» mmg und ruhiger Arbeit kennen und ehrlich um pfe Seele dieses Volles werben. Richt die Partei,

(Ein Aufruf der Reichs­regierung. '

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 12. Aug. Die Reichsregierring be­absichtigt, nach Rückkehr der deutschen Delegation einen Aufruf an das deutsche Volt zu richten, in welchem darauf hingewiesen werden wird, daß nach der Lösung ber schwierigen außen­politischen Probleme eine Aera des Wie­derau f baues heranbricht, für die ct11e Kreise des Volles ihre ganze Kraft einsetzen müssen. Der Aufruf soll auch eine Mahnung an die Parteien enthalten, den inneren Streit nach Möglichkeit abzmnildem und so dem deutschen Dolle die Grundlage zu seinem Wiederaufstieg zu geben.

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Nächste Woche Reichstag.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 12. Aug. «Wie nunmehr sesffteht, wird 7)er Reichstag noch gegen Ende der nächsten Woche seine Arbeiten wieder auf­nehmen müffen, um die Ausführungsg setze zum Gutachten möglichst bis Anfang nächsten Monats verabschieden zu können. Die Stimmung in den parlamentarischen Kreisen ist gegenwärtig für eine Annahme der Gesetze nicht ungünstig Wen« die endgültige Enffcheidung über die militärische Räumungsfrage zugunsten DeutschlaT^ aussallen sollte, so Barni mit einer Zweidrittel-Mehrheit für die Annahme der Gesetze gerechnet werden. In einem anderen Falle müßte der Reichstag aufgelöst werden, da sich die Aeichsregierung in dem Londoner Protokoll zur Durchführung der Gefthe verpflichtet hat.

Dienstag, 12. August 1924

m. Jahrgang

Erstes Blatt

ietzenerAmeiger

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Nr. 188

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