Ausgabe 
12.6.1924
 
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Chinadeutschen nunmehr zum Abschluß ge­kommen. Es ist ein Vertrag unterzeichn^ worden, in welchem in 20 Paragraphen die Entjchädigungs- frage geregelt wird. Die Ausführung des Vec- trages ist abhängig von dem Zustandekommen des deutsch-chinesischen Abkommens. Da dieses Ab­kommen unlängst ebenfalls unterzeichnet worden ist, steht der Durchführung des Vertrages zwi­schen dem Reiche und den deutsch-chinesischen In­teressenten nichts im Wege.

Wie die Blätter aus Bochum melden, hat der Schlichtungsausschuß, der darüber befinden sollte, ob das Arbeitsverhältnis der Betriebsratsmitglieder durch die Ar­beitsruhe im Ruhrbergbau erloschen sei oder nicht. entschieden, daß die alten Betriebs­räte zu Recht bestehen. Damit ist, wie die Blätter bemerken, ein wesentliches Moment der Beunruhigung für die Bergarbeiterschaft weg- gefallen.

Englische Betrachtung über die deutsche Einheit. London, 11. Juni. (Wolfs.) Im heutigen Leitartikel desDaily Telegraph" beschäftigt sich das liberale Parlamentsmitglied Fisher mll der deutschen Einheit. Gr behandelt die französischen Versuche, eine Zersetzung des Deut­schen Reiches herbeizuführen, denen er die Auf­fassung der Engländer entgegensetzt, die im Sturz der Hohenzollerrnnonarchie einen wirklichen urrd wesentlichen Fortschritt für die Sache des Welt­friedens erblicken. Für England sei dieser Sturz ein Ergebnis von kapitaler Bedeutung gewesen. Sei die deutsche Republik in den Augen der Franzosen weniger tüchtig und weniger vater­landsliebend als die Republik Frankreich? Fisher betont, daß die deutsche Republik schwach sei, weil sie die

demütigende Last des Versailler Friedens- Vertrages

friedigung und Freude, wenn sie hören, daß ihre Wecke Beachtung gefunden und jenen Zweck er­füllt haben, ünd die,es Gefühl sollte ihnen schon aus Dankbarkeit nicht vocenthalten werden.

Den Dank der leider nicht sehr zahlreich er­schienenen Mitglieder für die Bereinsleitung sprach Rechtsanwalt Dr. M e u s e r mit herzlichen Worten aus.

Gieftener Wochcnmarktpreise

am 12. Juni 1924 (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkf. Butter, Pfd, 1.70 Mk.; Matte, Pfd. 30 Pf.: Käse, Pfd. 60 Pf.: Eier, Stck. 11 Pf.: Wirsing, Pfd 60 Pf.: gelbe Rüben, Bd. 40 Pf.: Spinat, Pfd. 45 Pf.: Römischkohl, Pfd. 40 Pf.: Spargel, Pfd. 1.20 Mk.: Blumenkohl, Stck. 1.50 Mk.; Salat, Stck. 20 Pf.: Salatgurken, Stck. 0.60 bis 1.50 Mk.: Ober- Kohlrabi, Stck. 30 Pf.: Erbsen in Schoten, Pfd. 80 Pf.: Mischgemüse, Pfd. 25 Pf.: Zwiebeln, Pfd. 20 Pf.: Lauch, Stck. 5 bis 10 Pf.: Rettich, Stck. 30 Pf.: Radieschen, Dd. 20 Pf.; Rhabarber-, Pfd. 25 Pf.: Kartoffeln, alte, Ztr. 4.80 bis 5.00 Mk.: Kartoffeln, neue, Pfd. 30 Pf.; Kirschen, Pfd.50Pf.; Erdbeeren, Pfd. 2 Mk.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 12. Juni 1924.

Oberhessischer Kunftverein.

Der Obechefsische Kunstverein hielt am Frei­tag im Stadthause seine diesjährige ordent­liche Mitgliederversammlung ab. in­haltlich des von dem Vorsitzenden, Landgerichts­direktor a. D. Bücking, erstatteten Jahres- geschäftsberichts erlitt die Vereinstätig- keit nach mehreren gut besuchten, von zahl- reichen Anläufen begleiteten Ausstellungen da­durch eine längere Unterbrechung, daß der da­malige Vorsitzende.und im Anschluß an ihn auch der Geschäftsführer ihre Aemter niederlegten und erst in der Ausschußsihung vom 30. Rovember 1923, nach mehrfachen vergeblichen Versuchen, dem Verein die bisherige bewährte Leitung und Geschäftsführung zu erhalten, eine Reubildung des Vorstandes zustande kam. Mit Dankbarkeit wird in dem Bericht der neunjährigen Tätigkeit des Herrn Oberbürgermeisters Keller gedacht, welcher 1914 das Amt des Vorsitzenden übernahm, gleichzeitig aber auch derjenigen des Vereins- sekretärs Herrn R i e b e l, welcher die Geschäfte des Vereins in seiner früheren und jetzigen Ge­staltung nahezu 30 Jahre lang mit großem, an­erkennenswertem Eifer und Erfolg geführt hat. Der Oberhessische Kunstocrün kann mit Genug­tuung auf eine lange Reihe guter Ausstellungen mannigfaltiger Art zurückb licken, an denen Künstler ersten Ranges beteiligt waren und die den Mit­gliedern Gelegenheit boten, auch die modernen I Kunstrichtungen kennenzulernen. Während der I ganzen Krcegszeit Hut der Verein regelmäßige Ausstellungen veranstaltet: seine Mitgliedeczahl ist ständig gestiegen und betrug Ende 1923 643. I Der Ausschuß Hai durch seinen Vorsitzenden so­wohl Herrn Oberbürgermeister Keller als auch Herrn Riebel für ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit gedankt und letzterem gleichzeitig als bleibendes Zeichen seiner Anerkennung ein Oel- gemälde von C. Fries:Fernblick übermittelt. | An seiner Stelle führt die Geschäfte des Vereins jetzt Herr Robert Bahs welchen der Vorsitzende der Dec-sammlung vorstellte. Da das vorhandene Bankguthaben der finanziellen Katastrophe des verflossenen Jahres zum Opfer gefallen war, sah ich der Vorstand zwecks Wiederaufnahme der Vereinstätiükeit genötigt, von den Mitgliedern einen Rotbeitrag von mindestens 20 Goldpfenni­gen zu erbitten: es gingen auf diesem Wege noch rm verflossenen I-ähre 159 Goldmark ein. Allen Spendern wird herzlich gedankt. Den Stiftern von mindestens 50 Goldpfennigen steht an der Aus- tellüngslasse je ein Exemplar der älbbelohdeschen Radierung:Gießen von der Hardt aus" zum Vorzugspreise v)N 1 Mk. zur Verfügung, wäh­rend es die übrigen Mitglieder für 1,50 Mk. be­ziehen können. Eine Ausstellung konnte im De­zember 1923 nicht mehr zustande gebracht werden. Auch muhte dieses Mal eine Verlosung von An­rechtscheinen an die Mitglieder mangels der er­forderlichen Mittel unterbleiben. In 1924 wurde die Vereinstätigkeit durch Veranstaltung regel­mäßiger Ausstellungen trotz mannigfacher bei de­ren Beurteilung zu berücksichtigender Schwierig­keiten wieder ausgenommen. Der Vorstand er­strebt, seinen Mitgliedern möglichst geschlossene Ausstellungen vorzuführen. In erster Linie wurde zweimal die heimatliche h e s s i s ch e K u n st berücksichtigt Rach dem Karlsruher Kunstler- bund werden Frankfurter Künstler ihre | Werke zur Schau bringen. Dann folgen als Ab­schluß der Sommerperiode künstlerische Repro- dultionen von Gemälden des alten deutschen Mei­sters Matthias Grünewald, welche das Kunstwissenschaftliche Institut der Landesuniver­sität zusammrnstellen und erläutern lassen wird.

Die Iahresrechnung 1923, welche mit einem Guthaben von 134,80 Goldmark abschließt, wurde nach einer Prüfung durch zwei Vereins- mitglieder .gebilligt. Dem Rechner wurde unter Danksagung für seine Mühewaltung Entlastung erteilt. , _

Der Mitglieder beitrag für 1924 wurde mit Rücksicht auf die Rot der Zeck auf 4Mk. her­abgesetzt Ein Eintrittsgeld soll von neu ecntre- tenden Mitgliedern in diesem Jahre nicht mehr erhoben werden.

Eine Aufwertung der 1921 und 1922 ver­losten und bis jetzt nicht eingelösten Anrecht» scheine ist bei der finanziellen Lage des Ver­eins ausgeschlossen. Es wurde jedoch beschlossen, die hierdurch betroffenen Mitglieder durchs un­entgeltliche Zuwendung je eines Exemplars dec älbb:lohdeschen Radierung,,,Gießen von der Hardt aus" zu entschädigen, ibn Empfangnahme an der Ausstellungskasse.wird,gebeten. ,

Die Stadt Gießen bekundet iyr Inter­esse am Verein auch weiterhin durch unentgeltliche Ü berlassung der Ausstellungsräume und einen jährlichen Zuschuß. .

Die Gemäldeausstellung rm Reuen S ch l o ß ist. wie der Vorsitzende bekanntgab, jetzt wieder Sonntags geöffnet und kann von den Vereinsmitgliedern bei Ausweis durch Mit­gliedskarte auch an den Sonntagen kostenlos be­sichtigt werden, an denen Eintrittsgeld erhoben wird. Eine Berechtigung zur Besichtigung der sonstigen Ausstellungsräume ist damit aber nicht verbunden.

Der Vorsitzende schloß die Versammlung un­ter Danksagung an die Erschienenen mit der an Publikum und Presse gerichteten Ditte, die Ver­anstaltungen des Vereins durch rege Teilnahme zu unterstützen. Die Künstler, welche ihre Werke zur Verfügung stellen, wissen, daß zur Zeit mit ; großen finanziellen Erfolgen, deren sie an sich be° > dürfen, nicht zu rechnen ist, sie beschicken die Aus- i stellungen trotzdem, um die Liebe zur Kunst zu wecken und zu vertiefen. Es bereitet ihnen De-

* Gegen die Verunreinigung der Straßen. Vom Polizeiamt wird uns geschrie­ben: Seit einiger Zeit ist wieder die ünsitte ein­gerissen, Papier, Obstschalen, Obstkerne und son­stige Abfälle auf Bürgersteige und Fah.buhn zu werfen. Hierdurch werden nicht nur die Straßen verunreinigt, sondern auch Gefahren, für die Pas­santen hervorgerufen, die durch Ausgleiten auf Obstresten und dergleichen zu Fall kommen und sich erheblich verletzen können. Es muß erwartet wer­den, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um den Üebelsland abzustellen, widrigenfalls müßten die Pvlizeibeamten mit Strafanzeigen vorgehen.

** Das Reichsbahn-Papier­marknotgeld verliert mit dem 16. Juni seine Gültigkeit. Wer sich vor Nachteilen be­wahren will, suche es bis dahin los zu werden. Es handelt sich hierbei aber nur um das auf Papiermark lautende Geld, die auf Dol- l a r lautenden wertbeständigen Rotgeldscheine bleiben bis auf weiteres noch in Kraft.

** Zur Einführung der Stenvgra- p h i e b e i d e r R e i ch s b a h n. WTB. berichtet: In einer Heinen Anfrage im Preußischen Land­tag wurde darauf hingewiesen, daß durch den Erlaß der deutschen Reichsbahn, durch den das Kurzschriftshstem Gabelsberger für dm ge­samten Bereich der deutschen Reichsbahn zum Einheitssystem wurde, das in Preußen vor­herrschende System Stvlze-Schreh zu n Scha­den der wirklichen Förderung der Kurzschrift be­nachteiligt werde. Das Staatsministerium wurde gefragt, ob cs bereit sei, auf die Verwaltung der deutschen Reichsbahnen hinzuwir-ken, den Erlahm dahin abzuändern, daß für den Bereich der Reichs­bahnen in Preußen Stolze-Schreh als Einheits­system bis zur Einführung einer etwa kommenden Einheitskurzschrift bestimmt werde. Wie der amtliche preußische Pressedienst meldet, führte der Kultusminister in seiner Antwort aas, er habe die Hauptverwaltung der deutschen Reichs­bahnen gebeten, die Ausführung des Erlasses vor< erst a u s z u s e h e n , um nicht das Zustandekom- men eiyer Einheitskurzschrift zu gefährden.

** In der 4. Klasse der Preußisch- Süddeutschen Klassen-Lotterie wur­den alle Losenummern von 1 bis 300 000, die

j auf die Endzahlen 03, 05, 10 enden, mit dem planmäßigen Gewinn gezogen. Auf Rr. 56710 fielen die 100000 Mark Hauptgewinn.

Ruderpreise. Die Preise zu der am kommenden Samstag und Sonntag stattfindenden 44. Regatta des Süddeutschen Raderverbandes sind im Schaufenster des Schuhhauses Süf (Krämer) ausgestellt. (Siehe Anzeige.)

Borriotizen.

TageskalenderfürDonnerS- tag: Gießener Radfahrerverein 1885: 9 ühr im Hess. Hof außerord. Hauptversammlung. LiebigShöhe: 8 ühr 1. Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. Rundfunkhaus, Löber- straße: 8Vs ühr Lieder und Duette. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Mutter." Astoria-Lichtspiele:Kronprinz Rudolf." Palast-Lichtspiele:Die Finanzen des Groß- Herzogs."

Wettervoraussage

Allmähliges Rachlassen der Riederschläge, später etwas kühler und schwächer bewölkt.

Landkreis Gießen.

ri. Lich, 10. Juni. Gestern trafen sich fyier dieWa rtb'u rg vereineGießen und W i e- seck mit dem hiesigen Mädchenkranz und hielten

I auf dem Hardtberg eine fröhliche Jugend- tagung ab. Damit verbunden war ein Post»

I kartenverkauf der besonders in der Bahnhofs- I Mission tätigen, allerorts bekanntenFreundinnen junger Mädchen". ,

ri. Kloster Arnsburg, 11. Juni. @tn« I Böllerwanderung von Tausenden von Menschen axtr gestern in Bewegung "hierher, um das Iah-

I ressest der Arnsburger Anstalt zu feiern. Rach einer von Stiftspfarrer S ch o r Lern = rner-Lich gehaltenen Pfingstliturgie spracht Pfar­rer Trommers Haufen aus Frankfurt über

IDas unbewegliche Reich" und Misßonar We l s ch I aus Barmen über die Forderung, Jesus Christus I anz unehmen. Die gemeinsamen Lieder- wurden vom Posaunenchor Dorf-Gill begleitet. Rach einer Kafseepause versammelte sich ter größte Teil der Frstbesucher noch einmal im Klosterhof, um den Jahresbericht des Rettungshauses zu hören den Stiftstechant Lenz-Lich e.-ftattcte. Mit dank­barer Freute konnte der Bericht schildern wie die Erziehungsanstalt im vergangenen Jahr durch eine Zeit beispielloser Rot hindurchkam; das war nur möglich durch die tatkräftige Ünterstützung mit Lebensmitteln durch die Gemeinten der üm- gegend und durch Dollarspenden aus Amerika. Bemähe 50 Kinder sind zur Zeit in der Anstalt, tue von vier Diakonissen und einer Lehrerin treu und liebevoll leiblich und geistig gepflegt werten. 2m vergangenen Jähre hatte die Anstalt einen großen Verlust durch das Hlnscheiden der vielen , Besuchern Arnsburgs in guter Erinnerung stshen- ten Diakonisse Wilhelmine Malkemus, die 25 Jahre lang in Arnsburg tätig gewesen war. Rach dem Jahresbericht erzählte noch Missionar Welsch von feinen Erlebnissen unter dem Stamm ter Ovambo in Afrika. Irn Anschluß an das Iah- resfest findet ein mehrtägiger Kursus der D o l k s»

| Mission für Oberbessen ftatt

in Berlin zu dem Lohnangebot des Reichsverkehrsmini st eriums für die Eisenbahner in einer Entschließung Stellung, in der das Verhandlungsergebnis vom 4. Juni in­folge seiner ünzulänglichkeit abgelehnt wird. Den Eisenbahnern sei damit ter Kampf um die Erhaltung ihrer Existenz aufgezwungen Worten. Zur Vermeidung eines Kampfes macht dann die Entschließung einen Vorschlag, ter sich sowohl auf die L v h n f r a g e als auch auf die A r - beitszeit bezieht. Zur Frage ter Beamten» besvldung erklärte die Konferenz, daß die Desoldangsregelung vom 22. Mai wegen ihrer äu­ßerst unsozialen Wirkung entschieden zu verwerfen sei. Reichsregierung und Parlament werden auf- gefordert, die Desvldungsregelung einer Rachprüfung zu unterziehen, mit dem Ziel, die Gehälter der geringst besoldeten Deamten- gruppen ausreichend zu erhöhen.

Wie mehrere Blätter Mitteilen, werden heute die drei Spitz enge werk schäften der Eisenbahner zusammentreten, um die e Forderun­gen auf eine einheitliche Formel zu bringen. Den Blättern zufolge sei auch anzunehmen, daß noch eine erneute Besprechung zwischen ter Regierung und den Eisenbuhnvertretern ftattfinten werde.

Die Völkischen nicht in der bayerischen Regierung.

M ü n ch e n, 12. Juni. (Priv.-Tel.) Dlät- termeldungen zufolge ist der Versuch der deutschnationalen Landtagsfraktion, den Böl- ki scheu Block an der Koalition und Regierungsbildung inBahernteil-

zu tragen ^jabe. Wenn die deutsche Republik versuche, den Vertrag zu erfüllen, so setze sie sich Widerstreben eines Teiles des deutschen Volkes aus: wenn sie dagegen in Verzug gerate, der Rache ter Alliierten. Fisher ist der Ansicht, daß die deutsche Republik trotzdem eine bes- sere Garantie für die Republik Frank­reich bildet als die deutsche Monarchie. Die Verwendung farbiger Truppen im Rheinlands und für die Besetzung des Ruhrgebiets hätlen zweifellos die monarchistischen Parteien gestärkt. Viele Franzosen glaubten, daß es zur Sicherheit Frankreichs beitrage, wenn die deutsche Repu­blik immer mehr in das Chaos sinke und das _ Leben der deutschen Regierung in dauernder Ge- nehmen zu lassen, als gescheitert anzu- fahr schwebe. Die separatistische Bewegung ^hen, nachdem die Bayerische Volks- «b"Ät p°rt-i die für gestern nachmittag angesetzte ternünftigere und wirksamere Methode, um das Fuhrerbesprechung mit den FraktwnSvorstän- ,Mächtegleichgewicht herzustellen. Es sei die den der Deutschnationalen, der Völkischen und klassische französische Politik Richelieus, des Bauernbundes in letzter Stunde abge- MGorins, Cvlberts und Rapolsons, Deutschland sagt hatte.

zu zerteilen, um es zu kontrollieren. Demgegen- ----------

über betont Fisher, daß sich , die Entwicklung Sozialdemokratische

Deutschlands im Gegenteil rn einer größeren i tL *7 ' '

Zentralisierung bewege. Man könne nicht Parrerrag.

glauben, daß irgendein nennenswerter Erfolg zu- I Berlin, 11. Juni. (WTB.) Im großen tage treten würde wenn Teile d^ Deutschen Sitzungssaal öes Preußischen Landtags trat heute Reiches vom Vaterland losgelöst wurden. ter diesjährige sozialdemokratischePar- teitag unter sehr starker Beteiligung zusammen.

Eine neue oetgtsche I ©Hfbien würdigte in einer Ansprache vor allem die Bedeutung der Rürnberger Einigung, wniiajaoigungsttiuyc. bic auch die Reparationsfrage günsttg beeinflusse.

Genf, 11. Juni. (WTB.) In Genf haben Sozialisten aller Länder, so erklärte ter Red- ble Verhandlungen in dem großen, vom bei» nL- weiter, wirkten auf ihre Regierungen dahin, gischen Staat gegen die deutschen Verstche- foifr Vernunft sich durchsetze gegen die Ge- rungsgesellschaften und der mit diesem solidan- waltpolitik. Die Reparation müsse sich beschränken schen deutschen Staat angestrengten Prozetz auf Wiederherstellung der zerstörten Gebiete, wegen der Mit der Annahme des Sachverständigengutachtens

Verluste die die belgischen Versicherten in- würden auch die Sozialisten in Deutschland den Mno hoÄ Mtirksturres erlitten Boten unter den Füßen erhalten und dann für

folge des Marrsmrzes etltnen eine zechte Verteilung ter Lasten kämpfen

haben, begonnen. Diese Verluste belaufen sich können.

auf ungefähr 50 Millionen Goldmartt Rach der Wahl von Wels und Ditt» Der belgische Staat hat, gestützt auf den § 12 mann zu Vorsitzenden sprachen verschiedene Ver­des Art. 313 des Versailler Vertrages, die lau- I te^er tes Auslands, deren Ausführungen ter Zu- fenden Lebensversicherungsverträge aufg^oben bei sozialistischen Bewegung aller Länder

und von den deutschen Versicherungsgeselllchasten I g^ten und von der Versammlung mit lebhaftem die Auszahlung der R e s e r v e n verlar^t, I Dräfall ausgenommen wurden Es wurden außer- die den Inhabern ter annullierten Polizen recht- tem verschiedene Degrüßungstelegramme verlesen, lich zukämen. Der Betrag wird in belgischen $.r Dorsitzente Wels schloß nach 9 Ühr mit den Franken verlangt. Das deutsch-belgische Schieds- Worten des Dankes an die Gäste die Eröffnungs­gericht wird von Prof. Paul M o r n a u d brafi- fi^ung während ter er in bezug auf den Antrag teert. In der ersten Sitzung sprach der Per» I MarkNald- Frankfurt, die Wahl des tretet des belgischen Staates, Advokat May reu, I Reichspräsidenten <mf die Tagesordnung der die Rechte ter belgischen Versicherten geltend setzen, erklärt hatte, für diesen Antrag fei ter machte und sich bemühte, nachzuw^sen, daß der Parteitag nicht die zuständige Instanz. Es sei Ort an dem die Versicherung abgeschlossmi wurde, übtIgCnd eine Reihe von Anträgen eingegangen, durch den Abschluß selbst die Währung bestimmt, I darunter auch einer auf Ausschluß des in ter die Zahlung ter Polize auszufuhren ist. I Reichspräsidenten Ebert aus der

_ _. Partei, deren DAandlung er für morgen in

Die Schmnor Aussicht stelle. Der Antrag auf Ausschluß Eberis

» hoc Gebiets. aus ter Partei war von der Versammlung mit

l lebhaften Pfuirufen ausgenommen Worten.

r Berlin, 11. Juni. (Wolsf.) 2lus der von VU| ---------

Dem preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst 91« «x gossen.

und Volksbildung ter Reichsregierung über-

dichten Denkschrift über dieSchulnotindern Dem Landtag ist eine Regierungsvorlage besetzten Gebiet ergibt sich, daß die Zahl übet die Dienst bezüge der Staatsbe- der durch die Besahungsbehorden oder -truppen amten, Lehrer usw. zugegangen, wie sie dem beschlagnahmten Schulräume über Vorgehen des Reiches entspricht. In ter Tegrün- 3200 beträgt: über 79 000 Kinder erhielten düng wird angeführt, daß die in ter Vorlage en l- unzureichenden ünterricht. Vielfach muhten Ge- haltenen Sätze mit den von ter Reichsregierung häute mit zwei oder gar drei Schulen belegt für die Reichsbeamten festgesetzten Beträgen über­werden, in anderen Fällen muhten Schulen auf einstimmen. Bei den Einzelgehalten ter Desol- weitauseinanderliegende Gebäude verteilt werden; dungsgtuppen V und VI sind irt der Vorlage selbst in Wirtshaussälen oder Baracken wurden niedrigere Grundgehalte gegenüber den Deichs- Klassen untergebracht. Die Stadt Essen muhte I sähen eingestellt worden. Die im Reich und ein­zwölf Klassen verschiedener Schulen hergeben, da- zclnen Ländern den Beamten in den Ministerien mit für die Kinder von 2000 französischen Fa- gewährten besonderen Ministerialzu egen werden mitten eine französische Schule eingerichtet werden Den Beamten in den hessischen Mini ierien aber konnte. Bei ter Vereinigung mehrerer Schulen nicht gezahlt. Die Hess. Regierung ist zwar er» in einem Gebäude muh der ünterricht sehr früh mächtigt, die jeweilige Regelung der Dienstbezüge beginnen und vielfach recht spät aufhören. ter Reichsbeamten für die hessischen Landesbe-

Reben den körperlichen Gefahren ist zu be- amten ohne weiteres zu übernehmen, bei ter von fürchten, dah allmählich das geistige Riveau ter der Reichsregierung jetzt vorge-nommeeen gründ» Schulen herabgedrückt wird. Diese Verhältnisse sählichen Regelung glaubt die Regierung aber je- wirken auch auf die sittliche Erziehung der Iu- doch die Zustimmung tes Landtags einholen zu gend verhängnisvoll ein. Zahlreiche Gefahren sollen, ohne damit auf ihr gesetzliches Recht zu drohen den Kindern auf dem Schulwege frühmor- I verzichten. Der Bedarf für die vorgesehene Er- gens und spät abends und wiederholt wurden hier- Höhung der Bezüge wird sich auf rund 12,5 Mil- bei Schülerinnen überfallen. Die geistige Reife litt lionen Mark, oder für den Rest des Jahres auf so, daß die bisherigen Abiturienten kaum mehr 10,4 Mill. Mk. stellen, ter durch Ersparnisse im sind alsKriegsaviturienten: dazu entsteht Hauptvoranschlag und Mehrüberweijungen des unter den Schülern und Schülerinnen starke Er- Reiches gedeckt werten soll.

regung, wenn sie mitansehen müssen, wie die Leh- -------

Kleine politische Nachrichten.

schrist appelliert ter Minister an das Welt- Das R e i ch s kabin e t t hat die Berichte gewissen, an die gesamte gebildete Welt, die Der Staatssekretäre Tröndel en bürg und auf gerufen wird, daran mitzuwirken, daß die Bogt über die bisherigen Verhandlungen tes Schulen tes besetzten Gebietes baldigst freigegeben Organisationskomitees für die Industrie- iüerben. Obligationen und die Eisenbahnen ent»

--------- gegengenommen.

Die Frage der Eisenbahnerldhne me^t: Sine

Berlin, 11. Juni. (Priv.-Tel.) In den neuen Verpflichtungen des Reiches angepahte gestrigen Berliner Verhandlungen der: chr ist- Einkommen st euerreformvorlage soll lichen Gewerkschaften über die Frage der Reichstag möglichst bald zugehen und au Eisenbahne r l o h n e wurde ter neue Taris- ^ll bis zum Herbst durchberaten werden,

vertrag für die Eisenbahner für unanne hm- ^ber den Inhalt ter Vorlage will das Blatt fol- bar erklärt, da durch ten Vertrag ter S.recker^ gendes erfahren haben: Es ist bestimmt mit einer arbeitet gezwungen sei, durch chntttlich täglich 13 wesentlichen Reform ter bestehenden Tarifsätze zu bis 14 Dienststunden zu leisten. Die Warnung rechnen. Die lOprozentige Lohnsteuer wird in ter Über tee Frage, ob g eP r e i k t werten soll, wurde . .. beibehalten. Dasselbe gilt für das

auf heute nachmittag verschoben. Aus ten Vor- vielumstrittene Prinzip dm: augenblicklich geltenden abflimmungen soll sich, Gegenwartsbesteuerung.

düng zufolge, ergeben haben, daß uber70Prv-

»ent der anwesenden Delegierten für die Durch- * ,,

führung desKampfesmitdenletztenge» Wie dasDerl. Tageblatt' mitteilt, sind tee Werkschaftlichen Mitteln seien. Verhandlungen zwischen der Reichsregie»

Der Vorstand und der Verbandsbeirat des tung und dem Ost asiatischen Verein tn EisenbahnerverLandes nahmen gestern ' Hamburg über tee Entschädigung der