ttnen befriedigenden und Durchführbaren Plan wesenllich ist.
Ein anderer Punkt, der in der City kritisiert worden sei. sei der, daß eS sich wahrscheinlich als schwierig erweisen werde, im ersten Jahre eine auSwärtigeAnlethe von 800 Millionen Goldmark aufzubringen. Die Ansicht der City sei, daß der Dienst dieser Anleihe den Dorrang vor den Vertragszahlungen haben müsse. Der diplomatische Berichterstatter der «Westminster Gazette" glaubt, die britische Ansicht, die sicher zur Kenntnis gebracht werden wird, gehe dahin, daß dieBedingun^ gen des Moratoriums zu scharf sind und daß
Deutschland eine wirkliche Atempause gegeben werden sollte.
Der ehemalige Schahkanzler int Kabinett Lloyd George, Sir Robert Harne. dagegen sieht in den Berichten der Sachverständigen den besten Weg, auf ihrer Grundlage weiterzuschreiten und zu versuchen, einen dauernden Frieden in Europa zustande zu bringen. Der einzige Weg, um das Kapital in Deutschland zu halten, oder das im Ausland befindliche deutsche Kapttal zurückzubringen, fei, Deutschland zu einem Lande zu machen, in dem d i e Kapitalisten leben können. Gr freue sich zu sehen, daß Deutschland eine Last tragen wolle, Die mit der Last Englands vergleichbar sei und daß dem deutschen Volk Steuern cuferlegt werden sollen, die den Steuern, die England infolge des Krieges tragen müsse, «entsprächen. Er könne sich nicht denken, daß Deutschland die ihm angebvtene Regelung ab» lehnen werde. Wenn es dies tue. so würde dies bedeuten, daß alles in Deutschland aum Stillstand gebracht werde. Grvhbritan- nien werde sie sicherlich annehmen und was Frankreich betreffe, so habe er die größten Hoffnungen, daß es dasselbe tue.
Ein neutrales Urteil.
Stockholm, 11. 2Ip.il. (Wolff.) Der be> fanntc schwedische Finanzfachmann Prof. Cassel gibt im „Svenska "SXigbLibet * den ersten Eindruck vom Galachten der Rcparaiionssachverständig n wieder und erklärt, daß das Schwergewicht te5 Gutachtens in Len allgemeinen woraus- feyungen liege, auf denen cd ruhe, also in ter Aushebung oder Abänderung der die d<u sch." W'^r.schäft Hemmenten Sanktionen und in ter Bestimmung. laS Deutschlands lämtlfe e Zah- trr.gd e Pflichtung.n einheitlich, desiniltv u n d im voraus übersehbar f o r m u =■ Iter t werden sollen. Diese Vvc^usschungen feien «rbrr, sagt Gaffel, nicht hinreichend für die Gesundung Deutschlands. Sie allein bi.deten keine Gewähr dafür, daß der Lebens st andard Les deutschen Volkes- nuf das notwendige 2liixou gebracht und das Gleichgewicht im inneren Staatshaushalt wie in der äußeren Zahlungsbilanz wieder hergestellt werde.
Das Gutachten gebe nur die Quellen an, aus Lenen die Zahlungen fließen sollen, zeige aber nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten für Deutschland als Ration, eine Zahlung «ach außen zu leiste«.
Der Versailler Vertrag gab bereits den vier Mächen ein weitreichendes Pfandrecht auf Deutschlands Besitz und Einkünfte. Wo es etwas fru nehmen gebe, könne die Rcpa.ationskommis.ion immer ZaSurgen erzw'ngen. Sei dagegen b.e Zahlung ökonomisch unmöAich, s) nutze es wenig, beflunmte Pfänder in er'fer L nie für die Zahlung haften zu lassen. Bedenklich erscheine weiter Lie scharte Besteuerung des inneren teuts^en Transporlwefens und die vorgeschlagene Hypothek auf L-fe deutsch Industrie. Werde hiermit viel- leichr beabsichtigt, He Konkurrenzfähig» t e i'-t: der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt einzuschränkm? Zwerfc-lhrft sei euch die Mog- schert, aus dec deutschen Dtaatstas'e bald fehr große Barzahlungen zu erhaltm. wenn ihr im voraus die Einkünfte auS den Eisenbahren ent- »ogeß und wenn die Steuerkraft der -Industrie im voraus in so graßem Umfang direkt in Anspruch genommen werte. und wenn weiter die Zolleinkünfte aus Tabak, 2llkoh)l unC- Zucker für die Staatskasse fortfallen.
Der augenfälligste Fehler des Programms erber sei, daß es kein wirkliches Moratorimn vorsehe.
Rur dieses hätte dem Auslands Vertrauen auf die Genesung Deutschlands geben können. Daß ftch im Ausland Zeichner auf die deutsche ©e» nesungsanleihe gefunten Hütten, sei an^i- nehmrn, da die G.nesung an sich ja die fr’toiife Sicherheit für die Anleihe bedeutet hätte, aber es sei sehr gewagt zu glauben, daß die aus» länL-ischen.Anleih^eichnec bereit sein werden, SCO Millionen GoUnrark vorzuschießen, nur ka- mit Deutschland bereits im erster Jahre Schadenersatz leisten könne. Cassel sch ient: Die am Gutachter, zunächst intercs.ier.er Partner rn5aen sich Üarmadyen, daß nicht Machtsprüche die Möglichkeit ei.es Finanzplanes enstch iten; ent- rteird ist <l.ef , das Vertrauen, das er
Außenwelt einslößt.
Der Reichskanzler zum Sachverständigengutachten.
Frankfurta.M., 11. April. (Wolff.) Aus der dritten Rh-inkonferenz der Zentrumspartei führte der Reichskanzler Dr. M a rx etwa folgendes auS:
Die Entscheidung, vor die wir in der nächsten Zett gestellt werden, erfordert von unS tiefsten Ernst, Besonnenheit und Vaterlandsliebe. Roch immer scheint s.ch In Frankreich der Gedanke nicht durchringen zu können, daß nur eine ruhige Entwicklung der für Deutschland lebenswichtigen Iw- dustrie in den besetzten Gebieten die Leistungsfähigkeit Deutschlands herbeiführen kann und daß alle Versuche Deutschlands, die Lasten aus dem Versailler Vertrage auch nur zu einem Teil auf» zubringen, vergeblich sind, wenn die Wirtschaft
immerfort gestört wird, Wie eS In den letzten Jahren durch Die Eingriffe Frankreichs geschah. Wir haben es als Fortschritt begrüßt, daß hervorragende Wirtschaftler mit der Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit betraut wurden. Die deutsche Regierung hat ihre Alten und Bücher in vollster Offenheit den ausländischen Sachverständigen vorgelegt, wie von diesen auch anerkannt wurde. Ob die Möglichkeit vorhanden ist, dem Gutachten der Sachverständigen, namentlich der Entscheidung der Reparationskommission zu enb sprechen, wird abgewartet werden müssen. Die deutsche Regierung wird mit aller Gewissenhastrg- leit und Vorsicht prüfen müssen, was vom deutschen Volke wirklich getragen werden kann. Sie wird allerdings von der deutschen Wirtschaft und von dem deutschen Steuerzahler verlangen müssen, daß La st en bis an die Grenze des Möglichen übernommen werden. Aber darüber hinaus in eine Belastung einzuwrll'.gen, kann gerechterweise von niemanden verlangt werden.
Zum Tode Hugo Stinnes'.
Berlin, 12. April. (P ttv.-T l) Die„Voss. Ztg." cveiß über den Verlauf der Krankheit, der Stlnnes erlegen ist, zu be.nch.er: Das Gallenleiden plagte ihn bereits seit einem Vrertel- jahrhundert, ist aber erst in den letz e i Oabvet» mit immer größerer Heftigkeit auf getreten. Stinnes hat sich trotzdem niemals geschont. Er ist nicht nur einer der arbeitäfreipigje i, sondern geradezu einer der arbeitswütigsten Menschen in Deutschland gewesen. Wenn er auch, nicht zu den Frühaufstehern gehörte, die, wie z. B. der alte Thyssen, schon morgens um 4 Uhr ihr Tagewerk beginnen, sondern es liebte, verhältnismäßig spat die Arbeit zu beginnen, so arbeitete er dann doch fast ohne Unterbrechung den ganzen Tag über bis sehr spät in die Rächt hinein. Er ging fast nie vor 3 Uhr zu Bett und hat, am sich rege zu halten, sehr viel stimulie.ende Mrttel, starken Kaffee, unglaubliche Mengen Tee, gebraucht. Andererseits war er Richtraucher und trank so gut wie keinen Alkohol. Als in den letzten Wochen sein Leiden sich wieder besonders stark verschlimmerte und vor nicht all u langer Zeit bei einer Konferenz einen schweren Ohnmachtsansall zur F üge hatte, entschloß sich Stlnnes, Professor Bier zu konsultieren, der einen operativen Eingriff für notwendig hielt. Anscheine»,d »st aber die Operation zu spat vorgenommen Word«», so daß auf den ersten Eingriff em zweiter und dann noch ein dritter folgen mußte, bei dem schließlich die Gallenblase entfernt wurde. Stinnes hat bis zu den letzten Tagen sich doch, immerhin so Luftig gefühlt, daß ihm selbst der Gedanke an den Tod nicht gekommen ist, und selbst seine intimsten F.eunde wissen zur Zett nicht, ob er üterha rot testamentarische Verfügungen f.r ter Todesfall getroffen hat, so daß die Zukunft Der Verwaltung dieses ungehea er Besitzes noch in Dunkel gehüllt ist. Stinnes hinterlaßt außer ferner Witwe fünf Kinder, davon drei Söhne. Alle Söhne, selbst der dritte Sohn Otto, der erst 13 Jahre alt ist, sind in die geschäftlichen Unternehmungen eingeweiht. Der älteste Sohn Hugo, der sogenannte Junior, hat bisher die Ain erneh- mungen in Hamburg geleitet, vor allem die Reedcrei. das Lebensmittelgeschäft und das Roh- stosfgefchäft. Dr. Edmund StinneS hatte die Leitung des Berliner Geichäfts mne, au dem die Zellstosfabriken und das riesige Kohlenhandelsgeschäft gehörten. Edmund Stinnes hat gerade vor wenigen Wochen erst in der Oberleitung der Geschäfte die Rachfolge des aus» geschiedenen Generaldirektors M i n o u k angetreten. Vermutlich wird in dieser Refsortleltung hinsichtlich der 'Rachfolge auch keine Deränte ung eintreten. Aber immerhin kommt e? ja viel weniger au) die Teilung der Geschäftsführung als vielmehr darauf an, wer in der Lage fein wird, die Eefamtdispofitionen über die Unternehmungen einheitlich weiterzuführ*-». Denn i» der kapitalistischen Z ntralisierung lag ja eine de. Stärk.n der Derermgung so vieler Unternehmen in etter Hand. Ob Die Stinnesschr Persönlichkeit mit all ihrem Zauber und ihrem suggestiven Einfluß auf Menschen und mtt ihrer Fähigkeit, auch, schwierige Verhältnisse durch eifernen Wille» zu meistern, überhaupt durch einen der Söhne er fetzt werden kann, bleibt natürlich fraglich. Die Leitung des Luxemburger Konzern- w r) verm-ttl ch jetzt noch mehr als es bisher der Full axir, in die Hände des Generaldirektors D ö g l e r übergehen, der mit Hugo Stinnes eng befreundet ist.
Das Beileid des Reichspräsidenten.
Berlin, 11. April. (Wolff.) Der Reichspräsident überfandcke anläßlich des TvteZ von Stinnes ter Witwe folgmte? Tetaramm: »Zu dem Hinsche'ten Ihres Gemäht? spreche ich Ihnen, verehrte gnädige Frau. und Ih.en Kindern namens des Reiches herzlichste Teilnahme ad 3. Tas deutsche Wirtschaftsleben verliert in St nics einen seiner tatkräftigsten Führer, de s n unermüdliche Arbeit durch seinen zu frühen Tod jäh unterbrochen wurde. In schwere i Zelten versagte ter Verstörtere dem Reiche fernen erfahrenen Rat nie. Sein Wirfen und feine aufrechte Persönlichkeit sichern ihm ein eh entes Gedenken. Seien Sie. gnädige Frau, auch meines aufrichtigen Beileids gewiß." — Reichs Mini st e r des Auswärtigen Dr. Strese- mann hat an Frau Stinnes folgendes Tel-r- gramm gesandt: Durch die Rachricht von dem unerwarteten Tode Ihres Gatten tief ersch'rtter!, bitte ich. 3brien und Ihrer Familie anläßlich des urersetzstchen Verlustes, den Sie erlitten baten, die Versicherung aufrichttzer Teilnahme aussprechen zu Dürfen. In ter Zu'ammenarbeit m t Ihrem Gatten habe ich Gelegemh it gehabt, d e Offenheit feines Chrratters, iie CbfelttoUit s i- nes Urteils und die palriottsche Definnurg die ihn au-zeichnefe, kennen und schätzen zu lernen. Möge Ihren und den Ihrigen d^e große Anteilnahme, die wett über die Grenzen Deutschlands hinaus den Verlust würdigt, den wir mit seinem Tod eerlitten haben, ein Trost sein gegenüber dem Schmerze barüter, daß ein Leben, von tem so viel zu ertoartan war, so jäh zu n Abschluß kommen muhte. — Der pro ß:sch? Minifter- präsident Braun hat zugleich nameriS teS Preu-
fttschen StaatsmintflerrumS etn Be^rdSteLsgvamrn an Frau Stinnes gerichtet. 'Der p.eußifche Handelsminister S i e r» n g drückte leine Anteilnah ne ebenfalls in einem Telegramm an Frau Stinnes aus, ferner ter Reöchsminister für die beie^en Gebiete Dr. Hoefle.
Die sterblichen Aleberrcfte von Hugo Stinnes werden am Montag mittag in dem Wil- mersdorser Krematorium eingeäschert, auf Wunsch des Verstorbenen wird die Feier im afier- engstcn Kreise ftattfinbin. Die Aschenurne wird baim nach Mühlheim (Ruhr), ter Heimat tesDer- ftorbenen, übergcführt.
Die Mieumverhandlungen.
Paris, 12. April. (WD). Rach einer Havasmeldung aus Düsseldorf hat dieMieum am Schlüsse ihrer gestrigen Besprechung mit den Ruhrindustrielten folgende- Eom- munlque veröffentlicht. Die neue Konferenz zwischen dem Sechser-AuSschuß und der Mlcum fand Frei lag, nachmittag um 4 Ahr, in Düsfeldorf statt. Die deutschen Industriellen, die der Feststellung der von ihnen zur Entwicklung ihrer Produkte für notwendig erachteten Garantien eine Bedeutung ersten Ranges beilegten, haben die Fortsetzung der Sachlieferungen nach dem 15. April von den Bedingungen abhängig gemacht, die nur in einem allgemeine« Abkommen über die Reparationen Platz greifen konnten. Die Micum konnte ihren Standpunkt hinstchtlich der Rotwendigkeit einer Verbesserung der zurzeit in Kraft befindlichen vorläufigen Abkommen bis zum Abschluß dieser allgemeinen Regelung nur ausrechterhalten. Die Verhandlungen werden In einer neuen Konferenz am Sonntag fortgesetzt werden.
Deutschland und die internationale Wissenschast.
M ü n ch e n, 11. April. (WTB.) Auf eine Einladung der Aniversität Neapel an die bayerische Akademie der Wissenschaften zur Teilnahme an der Foier des 700jährigen Bestehen« ^'r Neapeler Universität hat die bay:ri che Akademie ein Dankschreiben für die G»»aadung abgesandt, in dem eS am Schlüsse heißt: An der Feier selbst durch eine Abordnung tettzunehmen, ist uns leider nicht möglich, denn die bayerische Akademie der Wissenschaften ist zwar jederzeit bereit, an internationalen Arbeiten teilzunehmen, sie kann aber internationale FesteoerHu- manttat nicht mitfeiern, solange sich das deutsche Volk infolge des FriedensdiktateS von Versailles und fortdauernder französischer Vergewaltigung in der Lage des rechtlosen Parias befindet.
Wieder eine neue Partei.
Darmstadt, 11. April. (Eigene Meldung ) In Darmstadt ist eine neue Partei im En e.-ea begriffen, die sich auf ganz Hessen auStehnen lvili. Sie nennt sich »Dolksbund der Entrechteten." Das Programm ist wirtschaftlicher Natur. Die neue Partei will den Kampf gegen öle dritte Steuernotverordnung aufnehmen und die Aufwertung ter Hypotheken und Sparguthaben betreibe». Als Kan- bitet für dre Reichstagswahlen ist Oberlantes- gerichtspräfitent Best aufgeftellt Worten, der als Vorkanipfer ter Aufwertungsfrage tuet en Kreisen bekannt ifL Dor kurzem trat er In den Ruhestand. Der Kandidatur hat er bereits zu- gestimmt. Die neue Partei muß sich erft noch eine Organisation schaffen weshalb die Aussichten für einen Erfolg bei den Wahlen sehr gering find.
Aus Stabt und Land.
Gießen, teit 12. April 1924.
Bnst- und Bettag.
Es gibt keine fertigen, sondern immer nur werdende Menschen. Der Künstler, ter Dichter, ter Erfinder, sie alle ringen unablässig um die Pa Imme, ohne Ente beschäftigt sie die Ausgestaltung dessen, das in ihrer Seele lebt, tem Gelehrten tauchen immer totster neue Probleme auf, jeder tätige Mensch hält es mit dem Worte eines alten Griechen: „Ich werte alt und ferme immer dazu." Mit gutem Grunde sagt das Sp üch- wert: „Rast' ich. so r)st' ich." Am allerwenigsten kann ein Mensch in seinem religiösen und fitt» lichen Streben „fertig" fein. Es war ein großer Irrtum, als Menschen, die sich für ernste Christen hielten, die Behauptung aufstellten, sie feien bekehtt, damit volltonunen und nicht mehr in der Gefahr, in Sünde zu verfallen. Buße und Bekehrung sind D.wrgungen de- SeelenfebeiS, die man fortdauernd bei tem Christen finden fvtL Martin Luther hat das Rechne getroffen, wenn er in ter ersten feiner 95 Thesen tagt: „Unser Herr und Meister IesuS Christus, da er spricht: Tut Buße, hat damit gewollt, daß das ganze Leben ter Gläubigen Buße fein soll." Das muh auch am Lantesbuß^ und Betta^e, da etn ganzes Bott sich fragen soll, wie es innerlich besser und reifer wird, im Auge behalfen werden. Der Krieg und die Rachckriegszelt ha en u .-feiet? Dolks- feefe schwere. Schädigungen g. bracht. Ein unruhiges. erregtes Geschlecht wohnt heute zwischen ter Ostsee und den Lllpen. Sehr vielen fehlt das innere Gleichgewicht, die Stille im Sturm, ter Friede dec Seele. Würden unsere Zeitgenossen ernstlicher die Gemeinschaft mit Gott slichen, ft> würden sie stiller, stärker und glück- lid>er fein. In einer Zett, in ter den allerme sten ihre Habe zerronnen ist tote Wasser, das das fpiefente Kind aus dem Bache schöpft, beobachten
wir eht wildes Jagen nach ®etohtn. Die Pietät, die man ungeteiltsten Etnrichrungen entgegen- bringt, die Ehrerbietung, die man den 2aten zollt, ter Getersanl, den man denen leistet, die sich im Leben bewährt haben, die Treue, die man dem Freund hält, sinb feiten ^euwrten Die Chaiakterftärfe, die tem Druck der älmsiändc nicht weicht und nicht dazu zu bewegen ist, den Mantel nach dem Winde zu hängen, wird nich! mehr gebriefen. Die Me.rsch:n habe.» die Zähigkeit verloren, sich in das Seelenleben der anderen hineinzudenken und ihre Sprache zu verstehe!', älcberall tiefgehende Gcgenfatze, die mit großer Leitenfchastlichk,-it ausgetamp.n werden. Man rr- ivartet Befjerung von einer unteren Gestaltung der europäischen Politik, man stehl das Heil in günstigeren Wirtschastsverlrägen Demge^enüte mag an das Wort ter durch schweres Leid gereiften Königin Luise erinnert tixrten: ^Ss kann nur gut werden in der Welt durch die Guten." —
Als die Befreiungskriege zu Ente waren, hat Joseph Freiherr von Eichend>r-f, den wir als Dichter der Sehnsucht und Lobredner des fröhlichen Wairterns kennen, in einen g?i>an cn reichen Gedichte seinem Balke den rechten Weg zu zeigen gesucht, dieses Gedicht trägt den an= spräche losen Titel „An die Freunde". Der Dich ter gibt zunächst dec Freute über die D.frciung des Vaterlandes und den toietererlaAgten Fr e- den Ausdruck. Dann sagt er, daß es dem Menschen niemals tergöitnt ist, die Hände m den Schoß zu fegen und zu ruhen. Run, da ter Krieg zu Ende sei, müßten sich die Deutschen, im Geisteskampf lebendig rühren, das Schlecht bekämpfen, brüderliche G^imrung Pflegen und untereinander Frieden hatten. Wenn uns in ten Jahren 1914 bis 1918 auch nicht wie in ter Zeit von 1813 bis 1815 Sieg und Heil befchteden wurden, so paßt doch aus die Deutschen Der Gegenwart, was ter tief empfindende aufrichtig fromme schlesische Edelmann damals gesungen hat: „So laßt uns unser Deutschland denn umstellen. Bewachend brüte Hut) in treuer Hut, Mit Lehren, Rat und Sang die Herzen schwellen, Daß sie bewahren rein die hetl'ge Glut, Den Ernst, ten sie erkämpft in DluieSwellen. Der Ehre Hort, Eintracht und freub gen Mut! Friede dem Herd und ew'ger Krieg tem Bösen — So mag uns Gott »an aller Schmach erlösen."
H. B
Die Reichs-DenernngSziffer.
Die Reichsinderziffer für Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Stattstischen Reichsamtes für den 9. April auf das 1,11 billionenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber dem 31. März. Grhebungstage der Vorwoche (Inder 1,07 Billionen) ist demnach eine Steigerung von 3.7 Prozent zu verzeichnen. Die Steigerung des IndereS ist in der Hauptsache auf die Erhöhung der Mietsätze zurückzuführen; allerdings kommt die Belastung durch die Mietsteuer im laufenden Monat noch nicht voll zum Ausdruck, da in vielen Erhebungsstädten die Sätze noch nicht feststehea.
" Die Wählerliste für die ReichStagSwabl kann heute noch von 3 bis 6Va Ahr und morgen, Sonntag, vormittag von 8 bis 12 Ahr auf dem Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 14, eingesehen werden. Wer sich sein Wahlrecht sichern will. Überzeuge sich davon, daß er in der Wählerliste steht, die morgen mittag geschlossen wird.
" Weitere Schutzmaßnahmen gegen die Tollwut. Mtt Rücksicht daraus, daß die Hauptgefahr für die Drrbreitung der Tollwut von den im freien Felde umherfchwärmenden Hunden auSgeht, hat das Kreisamt, unter Aufrecht- erhaltung der bisher erlaffenen Anordnungen, noch folgendes bestimmt: Alle Hunde, die auherhallr der Stadt und geschlossener Ortschasten offensichtlich aufsichtS- oder herrenlos sich umbertreibent betroffen werden, werden sofort getötet. Die Behörden deS Kreises find angewiesen, auf die Durchführung Der Anordnung schärsttens zu ad)ten.
•* Die Diebertalbahn nimmt vom kommenden Montag. 14. April, ab ten vertragsmäßigen FchrplandienN für den P"rsonen eckehr wieder auf. Di- Züge fahren we folgt ab Gießen: Werktags 7.50 Uhr vom»; 120 Ahr, 3.30 Uhr. 6.15 Uhr nachm. Sonntags 83) Uhr vom».; 120 Uhr, 3.30 Uhr und 7 Uhr nachm Ab Bieber: Werktags 6 45 Uhr vom»; 12.10 Uhr, 2.32 Uhr, 5.10 Uhr nachm. Sonntags Z.30 Uhr vom» ; 12.10 Uhr, 2 32 Uhr, 6.10 Uhr nachm. Man beachte, daß die Zuge ab Dieben 7.50 und 6.15 Uhr, ab Bieber 6 45 und 5 10 Uhr nur Werktags, die Züge ab Gießen 8 3) und 7 Ahr, ab Diever 7.30 und 6 10 Ahr nut an Sonn* und Festtagen gefahren werten: die übrigen Züge verkehren alle Ta.;e. 0H:rfa>üd>iger- weise betont die Betr ebsfüh^ttn b einer Anmerkung zu dem Fahrplan, sie feiste keine Gewähr dafür, daß die in dem Fahrplan verzeichneten Züge verk.hien. Untere QHltbüner dürften Wohl mit uns der Meinung fein, daß etn Fah.plan zam unbedingten Einhalten da ist und daß er andernfalls keinen Sinn hat.
•• Der Berke hrSverein. testen Tätig- kett durch mancherlei Umstände zum (Srlfe-en gekommen war, soll nun weder zu neiwm, kräftigen Leben erweckt toerten. Einige BürKr haben fich aus rein ideellen Gründen in den Dienst Meter Ausgabe gestellt. Sie erstreb.m, durch Maßnahmen mancherlei Art unserer Stadt wieder einen größeren FrenOenverk he zuzuführ n. ter n cht nur ten an diesem Verkehr in erster Linie In teuflierten, den Gast Hofbesitzern, sondern auch ter Geschäftswelt in weitem AuSmaß Vorteile bringen dürfte. U. a. Plant ter VereinSvvrstan) für diesen Sommer einen B umenfchmuck-Weitb w xb dec Häuser, ter das Bild unserer Stadt zweifellos wieder, wie schon früher bei solcher Gelegen- bett, recht hübsch gestalten und sicherlich auch manchen Schaulustigen von auswärts hier erführen wird. Zur Durchführung seiner Ardett für die Allgemeinheit braucht ter Berfeh-verein aber
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