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grantfurl a. öl. H686.

Erster Blatt

R. Jahrgang

Samstag, 12. llpril 1924

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oderhesfen

VrvS rpd Verla-: vrühl'sche Universiläts-Vuch- vnd Steinörnderei H. Lanze in Gießen. §chnftleitunz an) Geschäftsstelle: Schnlstratze 7.

Lnnu> ir.c von Lnzeiorn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Freis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Dreite örllidjS, auswärts 10 Goldpsennig; für Re­klame-Anzeigen o 70(i m Breite 35 Toldpsennig, Plutzvorschrist 20u/ Aus­schlag. - Beraniwortl'ch für Politik u. Feuilleton: Dr. 5riebt. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen.

Die Gutachten.

3m Dezember vorigen IahreS war es nach schier endlosen diplomatischen Debatten, die die von England gewünschte unabhängige Sachverständigentonserenz zu Dunsten des französischen Planes hatten scheitern lassen, schließlich der Reparationskommission geglückt, von sich aus zwei Sachverständigen- a u S s ch ü s s e zur Prüfung der deutschen Lei­stungsfähigkeit und zur Feststellung der deut­schen Auslandsguthaben einzuseyen. Rach an­nähernd dreimonatiger Arbeit hinter mehr oder minder verschlossenen Türen liegt nun­mehr das der Reparationskommission er­stattete Gutachten des Komitees Dawes im Auszug vor, hinter daS ja der Bericht Mac KennaS an Bedeutung wesentlich zurücktritt. DaS Gutachten besticht aus den ersten Blick durch Vermeiden jeglicher langatmigen theo­retischen Erörterung, jeder hohlen Phrase aus dem reichen Wonschatz zünftiger Diplomaten. ES macht statt dessen praktische Vorschläge, die im wesentlichen von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten diktiert sind. ES stellt einen völlig neuen Reparationsplan auf, den die Sachverständigen einstimmig gefaßt haben und als Ganzes behandelt wissen wollen. Die einstimmige Annahme spricht dafür, daß der Plan ein Kompromiß widerstreitender Ansichten ist. Die Forderung, den RcparationSplan geschlossen anzunehmen oder abzulehnen ist bedenklich. Deutschlands stetiges Verlangen, während aller Repara- lionSverhandlungen, endlich die Gesamt­summe der deutschen ReparativnSschuld zu erfahren, kommt das Gutachten auf Betreiben Frankreichs nicht nach. So kann auch dieser Plan nicht den Anspruch machen, die end­gültige Lösung deS ReparationSprobkemS dar­zustellen. Dieser Mangel ist geeignet, den Wert des Gutachtens auf das stärkste zu be­einträchtigen. Rur wenn das deutsche Volk ein Ziel seiner Anstrengungen sieht, sich von den Reparationslasten zu befreien, wird es psychologisch allein die Einstellung finden können, unter Zusammenfassung aller mora­lischen und wirtschaftlichen Kräfte eine Ar­beit zu vollbringen, die sich nicht von vorn­herein als Danaidenarbeit präsentiert.

Immerhin ist das Gutachten insofern ein Fortschritt, als es im übrigen gesunde wirt­schaftliche Grundsätze erkennen läßt. Einmal setzen die Sachverständigen die volle Ein­heit der deutschen Wirtschaft, deS deutschen Verkehrs und der deutschen Verwal­tung für die Durchführung ihrer Vorschläge voraus. Vermeidet der Bericht auch über die Ruhrbesetzung als politisches Moment sich zu verbreiten, so läßt er doch keinen Zweifel darüber, daß die Politik der Sanktionen, die Frankreich seit mehr denn fünf Jahren an Rhein und Ruhr beliebt, als produktions­hindernd den Anschauungen der Sachverstän­digen zuwiderläuft und ein Ende haben muß, soll der vorliegende Reparationsplan Erfolg verheißen. Zum andern spricht der Bericht aus, daß nur ein l e b e n S f ä h i g e r S cd u.l d- ner zahlen kann, daß an einem totkranken, völlig ruinierten Schuldner die Gläubiger Hopsen und Malz verloren haben, eine wirt­schaftliche Binsenwahrheit, der sich nur Frank­reich bisher hartnäckig verschlossen hat. weil es eben kein Geld haben will, sondern Fleisch vom Herzen Deutschlands. Die Sachverstän­digen sehen deshalb auch nur Reparations­leistungen aus dem Ae der schuß der deut­schen Wirtschaft vor, bei einer unbedingten Stabilerhaltung der deutschen Wäh­rung und Sicherstellung einer Lebens­haltung des deutschen Volkes, die nicht unter das europäische Gesamtniveau herab- gedrückt ist.

Ganz abgesehen davon, daß das Existenz­minimum der breitesten Volksschichten in Deutschland seit langem weit unter dem der Nachbarländer liegt, daß Tausende von Volks­genossen der Hungersnot zum Opfer gefallen sind, zeugt daS Gutachten, unter den obigen Voraussetzungen betrachtet, in mancherlei Hin­sicht von einem unbegreiflichen Optimismus der Verfasser. DaS gilt vor allem von den finanziellen Leistungen, deren man Deutschland fähig hält. Als Grundstock für die künftigen deutschen Reparationsleistungen denkt man sich in der Hauptsache die Erträg­nisse der Reichsbahn, die zu diesem Zweck in eine Aktiengesellschaft übergeführt werden soll. Die deutsche Eisenbahnhoheit erscheint trotz der in weitestem Umfange vorgesehenen ausländischen Kontrolle und Beteiligung ge­wahrt. Wenn man aber die ihr zu Gunsten der Reparationskassr auferlegte Obligations­schuld von 11 Milliarden Goldmark mit sechs Prozent zu verzinsen und amortifie^ ge­denkt, so ist dem entgegenzuhalten, daß die Reichsbahn wohl mit einem beträchtlichen Ueberschuß arbeiten kann, sobald ihr wie das Gutachten ja auch voraussetzt die Ruhr- und Meinbahnen wieder zur vollen

Ein Beschluß der Reparationskommission.

Die Sachverständigengutachten werden den alliierten Regierungen zur Annahme empfohlen. Deutschland zur Stellungnahme ausgefordert.

PariS, 11. April (WB.). DieReparcttionS- kommission hat, nachdem ste eine offiziöse Sitzung abgehalten hatte, sich heute nach­mittag zu einer offiziellen Sitzung zusammen­gefunden. Sie hat einstimmig folgende Entschließung angenommen:

DieReparationS kom Mission hat nachKennt- niSnah.ne der Berichte der Sachverständigen sich auf den Standpunkt gestellt, daß sie eine praktische Grundlage für die rasche Lösung deS Reparations­problems bilden. Sie ist deshalb geneigt, schon jetzt im Rahmen der ihr zustehenden Befugnisse die Konklusionen zu billigen, und die vorgeschlagenen Methoden anzu­nehmen. Um die Durchführung der Vor­schläge der Sachverständigen zu erleichtern und zu beschleunigen, beabsichtigt die Re­parationskommission den interessierten Re­gierungen die Entschließungen der Berichte, die der Kompetenz der Regierungen unter­stehen, zur Annahme zu empfehlen, jedoch sieht sich die Reparationskommission in die Notwendigkeit versetzt, ihre Zustim­mung und ihre Initiative zurückzustellen, biS die deutsche Regierung bereit ist, ihre Mitarbeit an dem Plan der Sachver­ständigen stcherzustellen. Zu diesem Zwecke wird die Reparationskommission die Dele­gierten der deutschen Regierung am Don­nerstag, den 17. 4. anhören, es sei denn, die deutsche Regierung wurde eS vorziehen, eine schriftliche Antwort zu erteilen.

Mitteilung dieses Entschlusses ist bereits der deutschen KriegSlastenkowmisston zu­gegangen.

Zu dem Beschluß der Reparationskom­mission schreibt derPetit Parisien", die Reparationskommission billige das System der Sachverständigen im ganzen, was nicht besagen wolle, daß der Plan, den sie auf­stellen werde, sich in allen Einzelheiten dem­jenigen der Sachverständigen an schließen werde. Das Blatt glaubt zu wissen, daß die belgischen Delegierten ebenso entschlossen wie die französischen seien, die wirtschaft­liche Besetzung des Ruhrgebiets und des Rheinlandes nur freizugeben nach Maßgabe der deutschenBarzahlun- g e n. DasEcho de Paris" behauptet, der französische Delegierte habe folgende zwei R e- s e r v e n im Laufe der gestrigen Beratung vorgebracht:

Der Bericht der Sachverständigen f : ver- vollstän' i t werden durch dir Festlegung eine- KontrollshstemS und gewisser Sanktionen, dir dann in Tätigkeit treten sollen, wenn, tote man zu befürchten berechtigt sei, Deutschland gegen seine neuen De s Brechungen verstoße.

Die Hauptpflicht der Reparationskommission bestehe drr.n, die durchgreifende K o n t r o l le derGoldnotenbank zu organisieren, die den Wihrungsverkehr regulieren, sowie die Kontrolle der verschiedenen Einnahmequellen, die für die Reparationen dienen: Eisenbahnen, industrielle Hypotheken, Zölle, indirekte Steuern und Monopole. Daß in den Augen der Sachverständigen selbst die Reparations­kommission tatsächlich berechtigt sei, die Vor­schläge des Berichts zu vervollständigen, könne niemand verkennen. DaSPetit Journal-

Verfügung stehen, daß sie aber nicht einmal im letzten Friedensjahre den jetzt vorgesehenen Aeberschuß erzielte.

Ferner sollen Industrie, Handel und V e r k e h r mit einer Schuld von fünf Mil­liarden belastet werden, eine Summe, deren Höhe man erst in ihrer ganzen Tragweite er- messen kann, wenn man sich durch einen Blick in den Kurszettel davon überzeugt, auf welch minimale Goldwerte die Träger der deutschen Wirtschaft zurückgcfunken sind, nachdem die trügerischen Schleier der Inflation auch hier fielen und ein entsetzliches Bild deutscher Ver­armung enthüllt haben. Bedenkt man außer­dem, daß es die gleichen Schultern sind, die die Rentenmark tragen, denen die Sachverstän­digen nun diese neue Belastung aufbürden wollen, vergegenwärtigt man sich ferner, daß aus der gleichen Quelle, aus der die Sachver­ständigen schöpfen wollen, das Reich durch schärfstes Anziehen der Steuerschraube sein Budget finanziert, hält man sich schließlich die I herrschende Kapitalnot vor Augen, der die deutsche Wirtschaft in diesen Wochen schier zu erliegen droht, so wird man sagen müssen, daß

schreibt, im Geiste des denkbar größten Ent­gegenkommens erklärten die alliierten Regie­rungen Deutschlands feierlich, daß sie für ihr Teil die von den Sachverständigen vorge­schlagene Regelung der Reparationskommis­sion annehmen werden, eine Regelung, die ihnen nicht alle Genugtuung gewähre, auf die sie ein Anrecht hätten, namentlich Frankreich und Belgien.

Jetzt sei eS Sach« der Deutschen Regierung, sich dieser Regelung anzuschließen und zu er­klären, daß sie auch ihrerseits entschlossen sei, endgültig den Frieden in Europa herbei- zuführen.

DerFigaro" schreibt, eS sei nicht zweifelhaft, daß der Bericht der Sachverständigen der Ausgangspunkt einer Regelung werden könnte. Er unterstreicht die Zahlungsfähigkeit, was offenbar der Kern der ganzen Frage sei. DasEcho national" schreibt, wenn Deutschland mit seiner Zustimmung nicht allzu lange warten lasse, könne die angekündigte und immer wieder vertagte Konferenzder Ministerpräsidenten nicht lange auS- bleiben. Man h^be den Eindruck, daß sie noch vor den französischen, vielleicht sogar noch vor den deutschen Wahlen stattfinden werde. Als Ort werde ohne Zweifel Paris gewählt werden.

(Eine Sitzung des Reichskabinetts.

Berlin, 11. April. (WB). DaS Reichs- kabinett trat In Beratungen über die Sachverständigengutachten ein. ES nahm Dorträge über einzelne Teile der Berichte entgegen und beschloß, die Vorarbeiten zur Durchprüfung aller Einzelheiten der Gut­achten mit größter Beschleunigung fortzu­setzen. Am Montag soll eine gemeinsame Sitzung deS ReichstabinettS mit den Staats- bezw. Ministerpräsidenten der Länder statt­finden. Die Enifchliehung der Reparattons- kommiston ging den Berliner amtlichen Stellen erst nach Beendigung der KabinettS- sitzung zu, sodaß eine Stellungnahme der Reichsregierung hierzu noch nicht erfolgen konnte. Der offizielle Bericht der deutschen Kriegslastenkommission über die ihr von der ReparattonSkommisston mitgeteilte Ent­schließung wird erst heute vormittag in Berlin erwartet. Entscheidendes über die Haltung der ReichSregierung zu dem Beschluß der ReparattonSkommisston ist von der auf Montag anberaumten gemeinsamen Sitzung mit den Ministerpräsidenten der Länder zu erwarten.

Die Industrie zur Mitarbeit bereit.

London. 11. Aprl. (Wolff.) Dr. Sorge, Vorsitzender d^s Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und M.tgl.ed deS Direk­toriums der Kruppwerke, erklärte dem Derlinec Vertreter des Reuterschen Bureaus:

Rach Durchsicht des Auszuges des Berichtes der Sachvcrständ gen bin ich der Ansicht, daß d i e Vorschläge der Sachverständigen an­genommen werden müssen. Die Lasten, welche den deutschen Industriellen aufgebürdet werden sollen, sind riesig schwer, aber die Vorschläge der Sachverständigen bedeuten einen beträchtlichen Schritt vorwärts ge-

die Sachverständigen sich auch hier von einem erstaunlichen Optimismus haben leiten lassen.

Auf dies schwankende Fundament baut das Gutachten nun einen Zahlungsplan auf, der die deutsche Leistungsfähigkeit nach dem einmütigen Urteil der deutschen Finanzwelt bei weitem überschätzt. Von einem Morato­rium bleibt in Wahrheit nicht mehr als der Rame. Während die erste Jahresrate von einer Goldmllliard mit H.lfe einer Ausländs­anleihe tragbar erscheint, ist es kaum glaub­haft, wie die unter den oben geschilderten Ver­hältnissen schwer leidende deutsche Volkswirt­schaft sich bereits nach einem Jahre soweit er­holt haben sollte, um von sich aus mehr MS 1,2 Milliarden Goldmark zu zahlen.

DasB. T.", daS gewiß nicht in Verdacht steht, Gegner der Ersüllungspolitik zu sein, weist mit Recht auf die ungeheure Gefahr hm, die uns droht, wenn wir heute einen neuen Vertrag unterschreiben, eine Verpflichtung einqehen, von der wir nicht unbedingt Über­zeugt sind, daß wir sie auch wirklich erfüllen können. Wir würden wiederum als bös­willige Schuldnerverschrien und mt

genüber allen Vorschlägen, die bisher gemach! wurden,

vor allem insofern sie losgelöst s'md von mili> tärischen und polit fljen Erwägungen und sich nur auf dir wirtschaftliche Basis stellen.

Und da wir kaum bessere Bedingungen erhalten können, müssen wir sie annehmen. Dr. Sorge betonte, bjt) die volle Wiederher­stellung der deutschen wirtschaft­lichen Hoheit in den besetzten Gebie- t e n, nämlich die Abschaffung der französisch-bel­gischen Regie und der Zollschranken zw scheu dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet absolute Vor­bedingung für die Erfüllung der von den Sach­verständigen festgelegten Bedingungen ist. Dr. Sorge erklärte ferner, daß es für die Industrir eine Erleichterung sei, wenig st ens aus einige Jahre im voraus endgültige Zahlungen festgesetzt zu setzen, obgleich es vor­zuziehen gewesen wäre,

die Gesamtsumme der Reparationen festgelegt zu sehen, da dadurch die deutsche Industrie in den Stand gesetzt würde, ihre Pläne dementspre­chend aufzustellen. Dr. Sorge erklärte mit Rach­druck, bin die Ausführung der Vorschläge der Sachverständigen nur möglich sei, wenn ei le In­ternationale Anlethe ausg.bracht werden könne, drückte sich aber über diese Angelegenheit etwas skeptisch aus. Er fügte hinzu, er sei sicher, daß, sobald die Vorschläge der Sachverständigen von der deutschen Regierung angenommen worden seien, die deutschen Industriellen ihr Aeu- herstes tun würden, um der Regierung bei ihrer Ausführung zu helfen, obwohl er sich keiner Illusion Hingabe angcs chts der ungeheuren Lasten, die die deutsche Industrie ans viele Jahre zu tra­gen haben würde.

Britischer Pessimismus.

London, 11. April. (WTB ) Reuter be­richtet aus Paris, die Schwierigkeit, Einstirn- migfv'U zwischen den Regierungen über die An­wendung des Sachverständigenplans herzu­stellen. werde deutlicher. Troy des offiziellen Schweigens der französischen Regierung lüfte die inspirierte französische Presse weiter den Schleier von den Absichten der Regierung. ES scheint danach, daß dasRuhrgebiet die Stumpf Earte Frankreichs bei den interalliierten Verhandlungen bilden solle. Der Sachverständigenplan setze die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets voraus. Frank­reich werde unter folgenden Bedingungen zu- ftimmen:

1. Versprechen der Alliierten Frankreichs» sich Frankreich bei der Auferlegung von Sank- t i o n e n anzuschließen, falls Deutschland ber* fehlt, den Plan auszufuhren.

2. Teilweise, wenn nicht vollkommene Streichung der interalliierten Schul­den, besonders der Schuld Frankreichs an Großbritannien.

Auch in der britischen Presse macht sich bei der Beurteilung der Sachverständigengut­achten, namentlich was ihre finanzielle Seite anlangt, ein gewisser Pessimismus be- merkbar. So berichtet dieTime 3 in ihrem Finanzteil, daß die Londoner City die Aus­sichten für ein baldiges UebereinEommen kei­neswegs sehr günstig beurteilte. ES sei darauf hingewiesen worden, dast der Sach­verständigenausschuß wahrscheinlich keine Schätzung der Höhe der deutschen Leistungsfähigkeit gegeben habe, well eine Einstimmigkeit in diesem Punkte nicht er­zielt werden konnte.

Sie sei jedoch der Ansicht, daß eine Festsetzung der deutschen Reparationsverpsiichtungen für

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gemalt tätlgenSanktlonen bedroht werden. Dem dürfen wir uns nicht erneut aus- setzen ,daS hieße neue Ketten schmieden, die Sklavenbande des Versailler Vertrages ver­ewigen. In den kommenden Verhandlungen muß Deutschland daher mit aller Energie eine Festsetzung unserer Gesamtrepa­rationsschuld zu erreichen suchen, nach­dem die von uns bis jetzt geleisteten Repara­tionen in der vollen Höhe von 41 Milliarden Goldmark gutgeschrieben sind, von denen man uns bisher kaum mehr als acht angerechnet hat. Auch das Schicksal der vertragswidrig besetz­ten deutschen Lande an Ruhr und Rhein und die Frage der Besatzungsfri st en be­darf in diesem Zusammenhang einer Klärung. Mögen dies Fragen politiscl-er Art sein, denen die wirtschaftlichen Sachverständigen in be­greiflichem Respekt vor dem französischen Gastgeber in wei em Bogen aus dem Wege ge­gangen sind, für eine Regelung der Repa­rationsfrage, die mehr als ein für Deutschland unerträgliches Provisorium fein soll, sind sie von ausschlaggebender Bedeutung-