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OarcrtTten mcyr verargen. iDenn man fron» zösischerseito sich im atlgemetnen Interesse des Friedens ant> in der Hoffnung, den wirtschast- lichen Wiederaufbau der Welt zu erleichtern, mit Vorschlägen befaßte, die mehrere Jahre hin­durch dem französischen Steuerzah.er to.itcr sehr schwere Lasten auferlegen, so hrbe man anderer­seits die Berechtigung, von den SHätvrten und Freunden Frankreichs zu verlangen, daß sie mit ihm j,ber die Frage der Durchführung des an­genommenen PlaneS wachten.

General Dawes besucht Brüssel und Rom.

Paris. 11. April. (WB) General Dawes ist gestern nachmittag, einer Meldung aus Brüssel zufolge, von König Albert empfangen worden. Heute vormtttag wird Dawes nach Paris zurück- kehren, um morgen nach Italien zu reisen. Am 24. April wird er die Heimreise nach Amerika in treten.

Das deutsch-britische Reparattons- abkommen verlängert.

Berlin, 10. April. (Wolff.) Wie wir Von zuständiger Seite hören, ist das am 23. Februar zwischen der deutschen und groß- britannischen Regierung geschlossene Abkom­men über die Herabsetzung der Repa­rationsabgabe auf bProzent um zweiMonateverlängert worden. Das Abkommen wurde bekanntlich ursprünglich in Erwartung des Sachverständigenberichts nur bis 15. April abgeschlossen. Durch die jetzige Verlängerung gilt also das Abkommen auf der bisherigen Basis von 5 Prozent weiter bis 15. Juni. Man hofft, daß bis dahin die allgemeinen deutschen Reparativnsverpflich- tungen unter Einschluß der englischen Repa­rationsabgabe eine endgültige Regelung ge­funden haben werden.

Drr Kampf um die Arbeitszeit in Baden.

M a n n h e im. 10. April. (Wolff.) Der Lvhn^ ftnb Arbeitszeitkampf in der nordbadisch-pfälzi- scheu Industrie nimmt immer gröberen 11 nv fang an. In der chemischen Industrie ist zwar durch das Haupttarifamt in Berlin auf Auffor­derung der am Tarif beteiligten Gewerkschaften gestern eine Lohnerhöhung um 11 Prozent für Baden und die Pfalz festgesetzt wvrdrn, es ist jedoch fraglich, ob die Arbeiterschaft der Badischen Anilin- und Sodafabrik sich durch dieses Zuge­ständnis von ihrer Forderungaus Beibehal­tung des Achtstundentages wird abbrin­gen kiffen. Shir(f> die gestrige Aussperrung bzw. Arbeitsniederlegung der Däegschaft der Hein- rich-Lanzwerkeift

;bie Bewegung auch in die Metallindustrie getragen worden. Heute morgen hat der Vorstand der Metallindustriellen sämtlichen Firmen mitge­teilt, dah bis zum 17. April allen Arbeitern ge­kündigt wird, falls nicht bis dahin die ßanx« scheu Arbeiter wieder zur Arbeit erschienen sind. 2llich in Kaiserslautern ist die Belegschaft von 1000 Mann der Kammgarnspinnerei wegen pastiver Resistenz auSgesperrt worden. Rach der .Arbeiterzeitung" sind insgesamt 1200 Kinder der streikenden Arbeiter der Badischen Anilin- und Sodafabrik von Arbeiterfamilien des Saargebietes end des- Rahetales ausgenommen worden.

Heute nachmittag 2 Uhr hatte der Industrie- »erband der Chemie die ausgesperrten Anilrn- rrbeiter zu einer Drotverteilung zusammen- lerufer^

DaS Brot war von ter internationalen Arbei- * terhilfe zur Verfügung gestellt.

Bevor idie Drotvertellung ftatt^ind, wurde eine ?rohe Massenkundgebung veranstaltet, in der nach einer Rede eines Vertreters der Kampslettung rn riner Kundgebung an die deutsche Arbeiterschaft aufgefordert wurde, für die Ludwigshafener Ar­beiter jede Woche einen Stundenlohn zu sammeln and abzu'ühren. Unter dem (Stefan ge revolutionä­rer Liiäter. zogen die Versammelten zur Brotver­teilungsstelle, wo 10 000 Brote ausgegeben war­ben. In den nächsten Tagen werden zwei Wag­gons Lebensmittel zur Verteilung kommen. Rach der Brvtverteilung formierte sich ccn Demon­strationszug von etwa 5000 Arbeitern und zog durch die ganze Stadt zu dem großen Fabriktor -er Badischen Qlnilin- und Sodafabrik. Dort wurde eine Versammlung abgebalten, tooxauf sich die De­monstranten unter dem Gesang der Internationale ruflöste.

Die Revolutionsfeicrtage in Thüringen

Weimar, 10. Dpr'l. (WTB.) Der thü­ringische Landtag beschäftigte sich u. a. mit dem Antrag, den 1.Mai nicht mehr als gesetz­lichen Feiertag gelten zu lassen. Der Antrag'wurde von den Sozialisten und Kommu­nisten lebhaft bekämpft. Als der Abg. Dauer auch die Aufhebung des gesetzlichen Feiertages am 9.11. verlangte, da dieser Tag dem deutschen Dolle viel zu viel Elend gebracht habe, brach auf der linken Seite des Hauses großer Lärm aus. Ein'ge Abgeordnete der Linken riefen dem Redner dauernd Schimpfworte zu, schrien, klopf» ten mit den Pultdeckeln und machten jede tveitere Debatte unmöglich. Der Präsi- bent sah sich schließlich genötigt, die Sitzung zu interbrechen und die Tribünen, deren Br­ücher sich ebenfalls an den Zurufen beteiligten, raumen zu lassen. Der Aeltestenausschuß beschloß, )on einer weiteren Plenarsitzung heute abzusehen.

Vom hessischen Zentrumsparkeitag.

D a r m st a d t, 10 Aprll. (Eigene Meldung ) Am Sonntag fand in Frankfurt eia hessischer Zentrumsparteitag statt, der in einer län^e en Entschließung der Reichstagsfraktion und bcr des f ischen Landtagsfraktion volles Betrauen aus- sprach. Don den neugewählten Zenttumsabge- ordneten erwartet man, dah sie für eine Ab­änderung der Dritten Steuernotver­ordnung eintreten. Die Au we tung der Hy. potheken müise der De'te ung der Wirftchafts- läge angepaßt werden. Rach Hebe Windung der Krise müsse für Stärküng und Ausbau der Sozialgesetzgebung cingetretea we.den.

Eine hessische Hansbesitzerlisie.

Darmstadt. 10. April. (E gen; MeDung.) Die Haus- und Grundbesihervereine HesenS ha­ben beschlossen, bei den kommenden Reichstags­

wahren mit einer eigenen ÄanoiümtK- listc hervorzutreten. In einer Besprechung. die in Darmstadt statt,and. tourte a S ( p.tz n andi at, der Geschäftsführer des Offenbacher Haus- und Erundbesitzervereins. der Stadtverordnete Iah. Weiser ausgestellt. Zweiter ist Hausbesitzer Wagner in Butzbach.

Der Ausschluß der Nattonal- liberalen aus der D. D. P.

Berlin, 10. April. (Wolff.) Die Reichs- geschäftsstelle der Deutschen Bolkspartei teilt mit: Die Mitglieder der Rationalliberalen Bereinigung veröffentlichen einen Aufruf, in dem sie ihre Freunde auffordern, bei der bevorstehen­den Reichstagswahl deutsch-nationale Wahllisten zu wählen. Damit bekundet die nationalliberale Bereinigung vor aller Oeffcnt- lichkeit. dah sie ihrerseits einen Trennungs­strich zwischen sich und der Deutschen Bolks- partei gezogen hat. Die Parteileitung der Deutschen Bolkspartei ließ daraufhin der Ratio­nalliberalen Verein.gung folgenden

Beschluß deS Parteivorsiandes zugehen: Rachdem der Parteivorstand und Zen- tralvorstand der Deutschen Bolkspartei politische Organisationen innerhalb der Partei nur für möglich erklärten, soweit die Satzungen dies ge­statten oder die zuständigen Parteiinstanzen sie ausdrücklich genehmigen, und nachdem die Ver­treter der Aationall.beralen Bereinigung in deren Auftrag Verhandlungen zur Herstellung dieser Doraussetzungen abgelehnt haben, stellt der Porteivorstand auf Grund der ihm vom Zentral­vorstand ausdrücklich erteilten Ermächt gung fest, daß die in der Rationalliberalen Vereinigung verbleibenden Mitglieder aus derDeutschen Bolkspartei ausscheiden.

Die Reichswahllifte der D. V. P.

Berlin. 11. April. (Priv.-Tel.) Der Par- teiausschuß der Deutfcye-.r Volks p irtci hat folgende Personen auf den Reichswa hl oor schlag der Par ei gesetzt: 1. Dr. S-tresemann, 2. Frau Kara Wende, 3. Dr. Schulz. 4. Prof. Dr. Kah'.. 5 Dr Dü­ringer, 6. Dr. Riester, 7. Oberposts^k etär Moralh, 8. Vr.-Ing. Sorge, 9. Oto Thiel. 10. Frau Dr. Matz. 11. Karl Hepp, 12. Heinrich Harema n, 13. Generalleutnant a. D Karl v. Sch ch-Mün-- chen, 14. Bentzke. 15. Otto Gverling, 16. Ches- rodakteur Dr. Metger.

Rcichsaußemninister Stresemann fyit de Zentoalleitung der Deu fd,en Bvllspartll wis cn toffen,_ tast er famlliche politischen Re'erate für die nächsten Tage w.eder ab sagen muß. Der soeben erschienene Bericht der Sachver­ständig en stellt die Reichs eg erung, in be­sondere den Aussenminister, vor auhecorden l ch schwelwicgende Entjch.-i Zungen und Beri a>d.un- gen, so daß er sich vorläufig der Wahlbewegung entziehen muß. 9

Zentrum und Bayerische Volkspartei tu der Pfalz.

H. w. April. (WB.) In Reu- tagte heute der KreiSausschuh derBahrri- ' « olkspartei, um über die Kandidaten-

aufftdhing schlüssig zu werden. Als Reichstags- kandidat wurden aufgestellt Geheimrat Beyers- dorffer und Oberstudienrat Beinzer- Kaiserslautern.- für den Bayerischen Lantag die Abgeordneten Bernzott, Brenneisen, Barth und Hildenbrand. Mit dieser Auf- stettung der Kandidaten sind weite katholische Krnse der Pfalz nicht einverstanden. Cs ^d <ius diesem Grunde die Zentrumspar- iei der Pfalz neu organisiert und gegründet wer- oen. Als Spitzenkandidat der Zentrums Partei für den Reichstag wird Abg.Hoffmann-Ludwigs- paten in Betracht kommen. Am nächsten Sonntag findet eine Berfa mmlun gder Zentrum sanhänger in Atonnh im statt, in der dir Reuorganisativn be­sprochen und die Kandidaten für die Zentrums- Partei aufgestellt werden sollen.

Ein neues türkisches N'kohol§asetz.

Konstantinopel, 10. April. Die Ra- ttonalversammluna hat das niemand be­folgt Alkoholprohibitionsgesetz witder aus gehoben. Gin rteueS Gesetz er­laubt Bier und Schnaps in konzessionierten Restaurants, verbietet im übrigen Kabaretts und öffenlliches Trinken, bestraft Trun­kenheit und kündet innerhalb drei Mo­naten ein Staatsmonopol auf Herstel­lung, Verkauf und Import von Getränken an. Ismet Pascha erflirt, daß er demnächst eine Badekur in Europa antreten will, was auf eine Auflösung der Rattonalversammlung die beharrlich dementiert wird, schließen läßt.

Kleine politische Nachrichten.

In langen Bemühungen ist es nunmehr ge­lungen, bei der Rheinlandkommistion die Zu­lassung der neuen Verordnung über die E r - werdslofenfürsorge vom 16. 2. zu er­reichen. Die Verordnung ist für die Reichs- und Landesfinanzen und die Erhaltung der Währung von großer Bedeutung, weil sie durch Heran­ziehung der Wirtschaft (Beitrage der Arbeitgeber und Arbeitnehmer) eine wesentliche Entlastung von den hohen Aufwendungen für die Crwerbslosenfürsorge herbeiführt.

*

Rach einer Korrespondenzmeldung aus Flo­renz hat auf d»r gegenwärtig dort tagenden Konferenz der christlichen Eisen­bahner-Internationale die deutsche Sektion ihren A u s t r i t t aus der Internationale ertlärt mit der Begründung, daß ein weiteres Zusammenarbeiten m't den französ scheu und bel­gischen Gewerkschaften wegen ihrer Haltung in der Kriegsschuldfratee für die deutsche Sektion unmöglich sei.

Die -Deutsche Zeitung" wurde bis zum 20. Aprll verboten mit der Begründung, daß durch den Aufsatz ^Wehrmacht und Politik" die Bestrebungen auf ges- tzw dr g: Aeud run j der wr- fasiungsmästigen Staats.vrm un evstützt werden.

Im ständigen Ausschuß des Bayerischen Landtages wurde ein Vorschlag angenommen, der Vorsicht, daß der neugewählte Landtag erst zusammentritt, wenn auch das Ergebnis der Wahlen tn der Pfalz endgültig feststeht Sein Zusammentritt dürste demnach erst Ende Mai er­folgen.

iin Waldenburg ymo zne Aebertago- orbeüei wegen der Verlängerung der ArbeitSschicht tn den Streik gehe en. Gs ist nicht ausgeschlossen, daß die Untertagearbeiter in den Konftitt mit hineingezogen weroe-r

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Die von dem LandeSfchlichter des Daheri- schenDaugewerbes ge.äl te.i Sch edssprüche über die Löhne und die Arbettsdaue: find von den Arbeitnchmein abgelehnt worden. Be­reits vor Ablauf der Frist traten die Zimmer­leute in den Streik und aus einzelnen Daastellen auch die Maurer und Bauhilfsarbeiter.

Die tschechische Armee wird tn nächster Zett mit neuen Repet'.ergewehren, System Mau­ser, ausgerüstet werden, welche die bisher an­gewandten Manlicher-Gewehre ersehen sollen. C leichzeilig soll au<f> die bisherige S-Pattone durch ein nvue8 Geschoß ersetzt werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. Aprll 1924.

Die April-Miete.

Das Hest. Ministerium für Ardett und Wirt­schaft hat die Aprilmiete auf 32 Prozent der Friedensmiete festgesetzt. In d.esem Prozentsatz find die Betriebskosten ent­halten, die setther auf die Mieter umgelegt tourten, tote: Grundsteuern. Was ^rgeld S orn» ste.nsegergebührea, Haftpttichtoersich..ung S er- ben- und Flurleteuchtung, BerMattangsc^sten. Betriebs tosten, die vor dem 1. April ent­standen fini>, können noch auf die Mieter umge­legt werden. Es sind demgemäß zu berechnen:

Monatliche Frie^e.ismiete

Aprllmi

Mk.

Gmk.

-,25

-.08

-30

.16

.75

-24

1,

-.32

2,

-,64

3,

-.96

31/s '

1,07

4

1,28

5,

1.60

6,-

1,92

6%

2,14

7,

2,24

8,

2,56

9

2.88

10,

3L0

15

4,80

20,-

6,40

25,

8,00

30,

9,60

35,

11,20

40,

12,80

45,

14.40

50,

16,00

55,

12,60

60,

19,20

65,

20,80

70,

22,40

75,

24,00

80,

25,60

85,

2iL0

90,

23,80

95,

30,40

100,

32,00

Ist der genaue Betrag der Friedensmiete, beispielsweise 26,25 Mk., tn ter Tabelle nicht enthalten, so ist der Mietbetrag, tote nachstehend erläutert, durch Zusammenstellung zu ermitteln, FriedenSmiete: Aprllm'ete:

20 Mk. 6,40 Gmk.

6, Mk. 1,92 Gmk.

.25 Md.08 Guck.

26,25 Mk.' "6,40 Gmk.

*

Soll ich meinen Sohn studieren lassen?

Don der Gießener Studentenhilfe wird ans geschrieben:

Gs tritt jetzt an die Abiturienten der höheren Schulen und deren Eltern die schwere Frage der Berufswahl heran. Soll der Sohn die Hoch­schule beziehen? Werden die CDlittei zur Bestrei­tung der Kosten des Studiums ausreichen? Welches sind die Aussichten nach Beendigung des Studiums? Werden nicht die aufgetoenöetcn Kosten umsonst sein, da der Sohn doch keine Stelle finden wird? Gs find das Fragen, die mit größtem Ernst erwogen werden müssen. Dabei mögen hier nur zwei Punkte beleuchtet werden. Einmal die Fvage: Was soll der Sohn studieren? Rechtswissenschaft, Medizin, Chemie usw.? Wel­ches Studium gibt die besten Aussichten auf An­stellung und Verdienst? Hier läßt sich sehr schwer eine sichere Antwort geben. Rechtswissenschaft und Rationalölonomie weisen zur Zeit sehr hohe Horerzahlen auf, was wohl damit zusammenhängt, daß bei diesen Berufen die Möglichkeit eines baldigen eberganges in die Praxis als Kauf­mann, in die Industrie usw. besteht. Doch wird sich hier wohl je länger je mehr ein erhebliches lleberangebot an Steltenbewerbern einstellen. Die Zahl der Mediziner hatte bis zum Jahre 1919 sehr erheblich zugenommen, von da ab hat sich die Zahl der Msdizinstudierellden rapid verringert, so dah jetzt dieselbe geringer ist als vor dem Jahre 1914. Entsprechend steht es auch bei den anderen Diszivlmen des Llniversitätsftul iums. Man könnte deshalb damit rechnen, daß entsprechend der ge- funtenen Zahl der Medizinstudrerenden die Aus­sichten im Aerztebemf sich wieder bessern. Aber bei allen diesen Fragen sprelt ja dre Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine so entscheidende Dolle, dah es unmöglich ist, Voraussagen zu machen.

Im allgemeinen wird man sagen müssen, daß einem jungen Mann, der gute Fähigkeiten besitzt und in dem ein ernstes Streben wohnt, auch in der heutigen Zeit der Zugang zur Hochschule ermög­licht werden sollte. Hat er auf dieser etwas Tüchtiges gelernt, so wrrd dies ihm im Leben immer nützlich fein. Dabei sollen diesen guten, strebsamen Elementen die Elnricht?2ngen zugute kommen, die an den deutschen Hochschulen ge­schaffen worden sind, um bie wirtschaftliche Rot­lage der bedürftrgen Studenten zu lindern. Durch Werkarbett während der ersten Ferien kann sich der junge Student einen erheblichen Teil der Mittel für fein Studium selbst erarbeiten, wäh­rend in späterer Zett die Darlehenskasse der Deutschen Studentenschaft eingreifen kann. Auf der Hochschule findet er ein ausreichendes Essen zu mäßigem Preis an derMensa academica". So wird z. V in Gießen im Studentenheim Mittag- und Abendessen zu je 25 Pf zur Zett ausaegeben. In Gießen besteht auch eine studentische Gärtnerei,

tn Der Studenten Gelegenheit zu gesundem und lohnendem Rebenerwero haben. In der Schuh- macyerei werden die Schuhe der Studenten zu 40 Proz. unter den Tarifsätzen repariert. Auch in einer Typendruckerei kann der Student Reben­erwerb finoen, ebenso in der Aniverfitätsbuch- binderei. Für die Wäsche der Studenten wird vom kommenden Sommersemefter ab eine eigene Wäscherei zur Verfügung stehen, mit der auch eine Flickstube verounoen ist. Die Wohnangsverhält- ni||e für Studenten haben sich in Gießen gebestert, insbesondere auch durch die Errichtung eines Studentenwohnhauses, in dem 46 Studenten ttnteriunft finden können.

Im allgemeinen wird man sagen ßnnen, daß der Student bei Benutzung der vorgenannten Ein­richtungen in Gießen mit einem Durchschnitts­wechsel von 60 bis 80 Mk. (60 Mk. wenn von zu Hause noch em Zuschuß an Raturalien geliefert wird) wird auskommen können. Hinzu kommen für das Sommersemester 1924 35 Alk. an Studien- gebühren und 40 bis 60 Mk. Kollegiengelder, so daß im gesamten mit 280 bis 340 Mk. gerechnet werden »ruh. Zu jeder weiteren Auskunft (Sti­pendien, Honorarerlah, Freitisch usw.) ist die Gießener Studentenhilfe e. B., Gießen, Bismarck- strahe 16III., die alle vorgenannten Einrichtungen geschaffen hat, gerne bereit.

Gießener Wochenmarktpreise

<nn 10. Aprll 1924 (Händlerpreise).

Es kosteten: Butter Pfund 190200 Pf, Watte 30, Käse 6570, Eier Stück 1112, Wir- fmg Pfd. 50, Weißkraut 35, Rotkraut 50, Güte Ruben 2025, Rote Rüben 30. Spinat 100, Blu­menkohl Stück 200250, Salat 5060, Unter» StoUaibl Pfd. 8, Grünkohl 60, Feldsalat 240 bis 250, Zwiebeln 30, Lauch Stück 1020 Meer­rettich Pfund 50120, Sellerie Stück' 4080 Schwarzwurzeln Pfd. 80-120, Radieschen Bund 40, Aepsel 2030, Dörrobst 30 Pf.

Ä

Vornottzcn.

Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7 ÄhrtSIga". 168er: 8/o llhr im .Postkcller" außerordentliche Generalversamm­lung. Lichtspielhaus Dahnhofsttaße:Der Kaufmann von Venedig". Palast-Lichtspiele: Menschen und Masken".

Sin WohltätigkeitSkonzert jum Besten der beiden hiesigen Schwester^rhäuser ver­anstaltet der Bauersche Gesangverein morgen abend 8 Uf>r in der Aula der Universität. Als neuer Solist ist der Kammermusiker (Cellist) Heinr Kruse aus Altona gewonnen. Im Hinblick auf ten edlen Zto^k der Veranstaltung fei deren Be­such ten breitesten Mttbürgerschichten empfohlen. Rährres im heutigen Inserat.

WcttervornuSsaoe

Wechselnd bewollt, leichter Rachtftvst. tags­über kühl, vorwiegend trocken.

*

" Fahrplanändernng anf bet Strecke Gießen Fulda. Dom Sonntag. 13. April, an verkehren die Personenzüge 552, Fulda .ab 4.58, Gießen an 7.58 vorm.. 559 Gießen ab 7.38, Fulda an 10.54 nachm.. an Sonn- und Feiertagen auch zwischen Alsfeld und Fulda wieder, so daß sie auf der ganzen Strecke wieder täglich gefahren werden. Dom gleichen Tage ab werden die Zuge 579 (W), Lllsfeld ab 5.13, Fulda an 6.21 vorm und Personenzug 560 (6), Fulda ab 9.20, Alsfeld an 10.37 nachm., an Sonn- und Feiertagen wieder gefahren.

** Wichtig für Reisende Heber die Aushändigung von Wertpapieren. Paketen, Post- und Zahlungsanweisungen an unbekannte Emp­fänger war bisher bestimmt, daß sich der Emp­fänger durch genügende 2lusweispap e e und durch Zeugnis einer bekannten, re.trauenswürdi- gen und zahlungsfähigen Person auszuweisen hatte. Bei Einschreibsendungen und bei Wert­sendungen, Post- und Zahlungsanweisungen bis 200 Rentenmark genügte es, wem der Empfänger ein Ausweispapier vorzeigen oder einen Zeu­gen stellen konnte. Die e Vorschriften sind dahin geändert worden, daß allgemein, also auch bei Wertsendungen, Post- und Zahlu igsanw.ttsungen über höhere Beträge, nur noch einer von den beiden Ausweisen gefordert wird, also entweder ein vollgültiges Ausweispapier oder das Zeug­nis einer bekannten, vertrauenswürdigen unb zahlungsfähigen Person. Als vollgültige Aus­weispapiere gelten außer der Postausweiskarte nur solche von Behörden für bestimmte Per'onen ausgestiltie Papiere, die eine Personbesch eibung, ein beglaubigtes Lichtbild and die eigenhändig« älnterschiist des Inhabers tragen.

"CineBitteummöbllerteZim- mer veröffentlicht die Gießener Studenten- hilfe in unserem heutigen Anzeigenteil. Im Interesse unserer Aniverfität inöchten wtt empfehlen, alle entbehrlichen Wohnräume der Studentenhilfe anzumelden, damit die 6tu», dierenden des kommenden Semesters nicht etwa gezwungen sind, wegen Wohnungsman­gels unserer Aniversität den Rücken zu kehren. Räheres im Inserat.

Das Telephon als Antenne Vom Reichspostamt wird uns geschrieben: Unter dem vorstehenten Stichwort verössenttichte eine Pro­vinzzeitung eineinteressante technische Reue­rang", wonach die Fernsprechanschlu^l^ttung mit Hilfe eines Zwischenschllters als Slmenne für drahtlose Verbindungen benutzt werden kann. Der­artige Schattungen gefährden den Betrieb und stellen eigenmächtige Veränderungen der techni­schen Einrichtungen tar, die gesetzwidrig und straf­bar sind (§ 317 des St.G.D). Dor der Anwen- tmng solcher Schaltungen wird gewarnt.

** Frauenversammlung der Deut­schen Bolkspartei. Dieser Tage fand im Restaurant Hindenburg die al monat iche Frauen- Versammlung der Deutschen Tolks Partei statt, bei der Frl. M. Birnbaum, Md. L., über den Parteitag in Hannover und die Sitzung des Reick^frauen-AuZschusses berichtete An chließend an eine Würdigung der Politik Stresemanns be- hrndelte Frl. Birnbaum eingehender das Re­ferat von Frau Dr. MalzDer Schutz des Sparers und Kleinrentners", und betonte babei.

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