Nr. 9
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Sonn, tnb ß eiert eoi, * hbetSomstogsbrilngr. Wieferntx 5c mdienb lähtr Wochen.Ve,ne,prei» 70 ®olt>pfennig e n- schließlich TrLgerlohn, auch td Tiid)t<r|. rn.en einzelner Nummern in. folge l^t,erer ®<n>clL - <}ern prech.NnfL löst«-, für di« Schrift tiiung 112: für 7 erlog und «efchüftofieL. 51.
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a. K. 11586.
|Z-f. Jahrgang
5rettag, ft. Januar 1924
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
tfnitf rmd PtTfoe: BrfiffHAe UniocrRtäis Bid). und Steinörarferei H. tg»-e in Hieben. Sdfrifrktniig in- HeschästrRrle: 5ch«lU?sßt 7-
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Ium 11. Januar.
Don Dr. Otto Most. M d L
Heule vor einem Jahr, am 11. (Januar 1923. drangen die französ.sch-belgischen Truppen PotnearöS in das Ruhrgebiet ein, und die fran^öflfdx? Kammer billigte gegen 86 Stimmen die Ruhrbesepunq. Damit begann für uns Ruhr- und Rheinländer der Kampf um Glaube und Heimat, dessen leidvolle Phasen noch in aller Erinnerung sind. Wir haben den ersten Gang des Kampfes, den wir mü den Waffen des passiven Widerstandes führen mutzten, verloren; nicht aber verloren find Rh ein und Ruhr selbst und könne n auch nie verloren aehen, wenn wir aus der Ruhrbesetzung und den guten wie bösen Folgen, die sie für das Reich gehabt haben, die richtigen Lehren ziehen
Zunächst indes ein Wort der Erinnerung. Schmerzerfüllt denken wir derer, die unter fremden Kugeln ihr Leben gelassen haben; leidvoll all derer, denen man Freiheit und Heimat nahm. Zorn und Verachtung wendet sich bei der Erinnerung aufs neue gegen das Treiben „freier Rheinländer-, Vie diesen Damen für alle Zeiten besudelt haben. Arbeitslosigkeit und Rot ist ringsum. Un6 je firötzer das Elend, um so mehr kämpfen wir m Onnern gegeneinander, anstatt lene« in gemeinsamem Wirken zu bannen. So tief uns aber auch die Ruhrbesetzung und ihre Folge- wirkungen In Dot geführt haben, so leichtfertig oder töricht es wäre, dem nicht ins Gesicht sehen zu wollen, ebenso unmöglich wäre eS, über Jammern und Räsonieren den klaren Blick für den Kern der Sache au verlieren. Der Kern der Sache aber ist der: So schier unabsehbar tief der Weg uns geführt hat, so ist auf ihm doch zugleich dteWende unseres Schicksals zu finden.
Der Satz mag manchem als Vermessenheit oder als bodenloser Optimismus erscheinen. Diese Annahme aber ist falsch, denn beides verlernt sich für den, dem Volk und Vaterland Dinge sind, für die auch er die Verantwortung zu tragen Hai. Wer freilich keinerlei Glauben mehr an sich selbst und sein Volk aufbringt, der hat damit bereits sein eigenes und seiner Ration Schicksal besiegelt. Mnb dieser Glaube zieht aus dem vergangenen Jahre des Kampfes um Ruhr und Rhein neue Kraft. Oder will man über der nicht zu leugnenden Fülle an Kleinmut, Selbstsucht und Erbärmlichkeit, die sich ans Licht gewagt hat, den noch viel gröberen Reichtum an Ehrgefühl, Treue. Opfermut und Vaterlandsliebe veroesfen, die aus dem Schlummer der letzten Jahre so herrlich emponvuchs? Wir waren stolz auf das. was geschah an Rhein und Ruhr, und wir dürfen es noch heute sein. Denn mag der vorläufige AuSaang auch manche Hoffnung bitter enttäuscht haben, eS bleibt dabei, datz dieses Frühjahr mit allem, was sich darin regte, der erste Akt der Wiedergeburt unseres Volkes gewesen ist. Für den Gang der Weltgeschichte kommt eS noch immer nicht darauf an, welche Folgen unmittelbar erzielt wurden oder nicht, fonbern entscheidend ist der Geist, der in einem Volk lebendig wurde.
Sollen wir über den eklen Separatisten- spuk den einhelligen Widerstand vergessen, den das rheinische Volk in seiner Gesamtheit ihm entgegenstellte, die Enttäuschung, die eS für alle die wurde, die ganz anders, spekuliert hatten? 3ft nicht aerade nach dem äußerlich unglücklichen Ende der passiven Resistenz und nach aller separatistischen Gewaltherrschaft das innere Derbundensein der Rheinlande mit Deutschland und auch mit Preußen offenbarer als je geworden? Gewiß, die Wirtschaft liegt jämmerlich darnieder, in Ketten geschmiedet. Steckt aber nicht eine Lebenskraft sondergleichen darin, daß sie überhaupt noch atmet? And leuchtet nicht durch alle inneren Wirren auch immer wieder neuerwachte Vaterlands!.ebe hindurch" 3n alledem sehe ich die innerliche Wende, deren Richtung festzuhalten nun an jedem Einzelnen liegt. And auch die Wahrzeichen der äußeren Wende fehlen nicht. Auf Englands und Amerikas Entwicklung, auf das Sinken des französischen Franken (vielleicht wird eS doch noch zum Mene mene tekel uphat> fin) wollen wir nicht zu viel geben. Aber unbeschadet der Kritik derer, die über dem brennenden Verlangen nach dem „Besseren- das bescheidene, aber doch schließlich entscheidende „Gute" nicht sehen, darf festgestellr n>ert>en: Das Jahr des Ruhrkampfes hat em Ende gebracht in der bedingungslosen Hinnahme aller außenpolitischen Diktate; das ist heute auch federn klar, der zunächst uoch so scharf über Den nicht mehr aufzuh-alienden Abbruch der passiven Resistenz urteilte. Ta5 Zahr des Ruhrkampfes hat weiter, troyoem die Mark gerade in den vergangenen Almcften ins fast Grundlose gesunken ist, endlich den Dillen gebracht, die Staatsfinanzen
Ein Jahr Ruhrkampf.
(Eine Botschaft des Reichskanzlers: Rhein und Ruhr sind deutsch und müssen deutsch bleiben!
Berkin, 10. Za» fWTB.) Der Reichs- langer erläßt anläßlich der Wiederkehr deS Jahrestage- de- Rnhreinbruch- folgende Kundgebung:
Am 11. Zannar jährt sich der Tag, an dem französische und de! gische Truppen unter Verletzung des Versailler Frieden-Vertrages deutsch«- Land an der Ruhr mit IDaffen* 6<walt besetzten. Sine Kette schwerster Leiden und Posten en wurde der Bevölkerung d s al.* und neub« etzten Gebiftcs seit jenem schwarzen Tage auferlegt. Tausend« von Deuischen wurden mit ihren Familien von Hau« und Hof vertrieben. Aebrt zweitausend Gefangene Herren noch in Gefängnissen der fremden Besatzmlgsmcchte ihrer Befreiung. Die „Verbrechen", dir ihnen zur Last gelegt wurden, waren der Gehorsam gegen btc Gesetze ihres Landes und dir Treue zu Heimat und Vaterland. Morde. Tötungen. Notzucht. Raub und Mißhandlungen, begangen von farbigen und weihen Truppen, lösten in der wehrlosen Bevölkerung das Gefühl aus, daß sie rechtlos fremder Vergewaltigung prei-gegeben sind Dieses Martyrium wurde noch ins Anerträgliche gesteigert durch die schamlosen Aebergriffe des landfremden und käuflichen Separatist en gesindrls, d s» srn Treiben einen Hohn auf da- Selbstbestimmungsrecht brr Docker bedeutet.
An alle diejenigen in der Welt, w.lchr sich noch mensch ichcS Empfinden und völler- rechtliche- Denken bewahrten, appellier« ich, mit uns dahin zu wirken, daß der Rechls- zustand im besetzten Gebiet wiederher - geftellt werde und datz vor allem die un- schuidig im Gefängnis schmachlenden Deutschen ihren Familien endlich znrückgege- ben werden und die Vertriebenen in ihre Heimat zur ückkehren fernen.
ANe Leiden und Bedrürkun .en, denen die Devölkerung des besetzten Gebietes in dem abgelaufenen Jahre in ihrem Kampfe um Recht und Heimat ausgesetzt war, konnten sie nicht wankend machen in der Treue zum deutschen Vaterland. Niemals war im unbesetzten Deutschland der geistige Besitz von Rhein und Ruhr so sterk verankert w e h u r. 3n ast n Deutschen wurde gerade durch die bitteren Erfahrungen der letzten Monate die lieber* ^cu'ung vertieft, daß besetztes und unbesetztes Gebiet nicht ohne einander leben können, daß sie auf ewig zusannnengrhören.
Auch t>2< unbesetzte Dru sch'cmd hat unter den Auswirkungen des an Rhein und Ruhr «-«führten Kampfes schwer geulter. Die Abschnürung der Herzkammer unserer Wirtschaft schwächte unsere Hilfsquellen bi- zur völligen Erschöpfung. Aber diese Opfer wa- ren gering, gemessen an dem, was Rheinland und Westfalen tagtäglich um D«uifchlands tviiten hatten auf sich nehmen müssen.
Freudig wird jeder Deutsche auch zukünftig das Letzte mit den Brüdern im be- s tzten Gebiet teilen. Rhein und Ruhr sind deutsch und müssen deutsch bleiben?
Als Kanzler des Deutschen Reiches und alS Sohn unserer geliebten rheinisch n Heimat danke ich heute den Schwestern und Brüdern an Rhein und Ruhr, in der Pfalz und an der Saar für ihr treues AnSharren und entbiete ihnen meine heißen Segenswünsche in der Hoff nun a, daß der Tag der Befreiung von fremder Besetzung und der endgültigen Wied« «Vereinigung mit
durch Sparsamkeit um jeden Preis zu ordnen. Gß hat schließlich über doktrinären Wahn nach jahrelaneem Kampf die Aebcrzeugurg siegen lassen, daß Währung und Wir schaft verloren sind, wenn nicht der Wille zur Mehrarbeit an der ganzen Front vvrhan- bCn Diese Ernte ist doch wohl nicht so karg, wie sie zunächst auSschauen mag. Mehren wir sie! Keine Arbeit sei uns zu schwer, kein Opfer zu groß, um Rhein und Ruhr Dem Deutschen Reich zu erhalten. Sie gehören auf ewig zusammen.
Die französisch-belgische Antwort.
PartS. 11. 3an. lWTB) Di« ftmrM^ AntLrl auf die deutsche über the
Herstestung eine# moduS rnvenlst in den .. cM'm Gebieten wird nach dem .Matcn efL'ebant
dem deutschen Ge«chäftstrazer überreich,: tDerbcn Rach dem gleiche Matte die ge,ingc
Meldung des .Temvs". datz am Vermittag der französische Botschafter Herbette ftb mv d-m^- ailchen Außemniri nr Zafpar m ^rukiuberben Jnbalt der Antwortnote g.ermgt habe n^chr den Tatsachen, denn gelten ab^d längerer Wetnungsauswu ch -wzschen den beiden
dem unbesetzten Deutschland nicht mehr fern sei! Kein Opfer wird zu groß sein, um dieses Ziel zu erreichen. Es lebe das einig«, unteilbar« Deutschland!
(ffej.) Der Reichskanzler Marff.
Der Minister für die besetzten Gebiete Dr. Höste
dielt b«utc abend auf drahtlosem Wege in der Radio Stunde A G.. im Verbaust über den Delephoniestnder der Reich-telegraphenverwal- lung folgende Ansprache:
Der 10 3anuar ist ein schwarzer Tag in der Geschichte unsere- deutschTN Volkes, insbesondere für da« beichte Rhein- und Ruhrgebiet. Wenn auch mit diesem Tag durch das Inkrafttreten des Bei saill« r Vertrages formell die fürchterliche Katastrophe de« Weltklteges al« beendet galt, so kennt da« deutsche Voiksernpfindeu dielen Tag nicht al« erlösen den behfienben F ieden«bringcr. weil unter den er- drückenden Lasten und erwürgenden Ft'seln des Derfailler Diktates ein wirklicher wa brer Friede in Deutschland, ja in Europa nicht cinlreten konnte So gebar bei 10. Zanuar 1920 al« den Tag des Anheil« den 10. Zan. 1923, den Tag des Ruhreinbruch-, der über Recht und Vertrag hinwegschrsitend den Arm des auf* bauenden deutschen Volkes lahmt: und matt: Hoffnungsschimmer eines friedlichen Aus- wärtöstrebens hinter den düst er :a Wolken neuen Glends und unsagbaren Leides ersterben ließ.
Al« Sohn meines so schwer beimgefuchlen Psäl- Aertanbe« spreche ich allen lieben deutschen Schweißern und Brüdern im besetzten Gebiet«, dst im Dulden, örtixiflcn und Entsagen für das gestirnte deutsche Bolt so unendlich Großes und Heroische geleistet und vollbracht haben, meinen a.rS tleist em Mitempfinden und innigster Herzlichkeit ait- guestenden Dank au»
Wenn mir eine Sorge quälend Her, und Hirn zernagt, so ist es der beklemmende Gedanke. nicht die Macht und die Mittel zu besitzen. um all die Leiden und Röte im befepfen Gebiete, wie auch tnt übrigen deutschen Vaterlande zu bannen und dem fleißigen und ftreb- famen deutschen Volke wieder im milden Glanze der Friedenssonne Arbeit und Brot und damit Zufriedenheit und Glück zu bringen Air dürfen unsere Brüder und Schwestern an Rhein und Ruhr den Eindruck haben, daß sie von dec Reichrregierui'g preiSge^eben und einen» un- gewifstn Schicksal ül^rlafsei werden. Keine menschliche Macht tx- nufl mit dauerndem Erfolg taufenbi b-ige Blutsverwandtschaft au« dem Stammbuch der Völker auSzulöfchen Hier gilt das Wort Wa« Gott verbunden, sollen und können Menschen nicht trennen
Di« Reichsregiemng strebt nach dauerhaft ten, tragbaren Rechtsverhältniffen und sieht ihre wichtigsten Aufgaben darin, die Leiden der Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu mildern, di« Gefundenen zu b-.freien, die Rück, kehr der Ausgewiesenen herbeizusühren, und das normale Wirtschastsleb« in Gang zu bringen.
Sie ist aber auch ernsthaft bemüht, die Repa- r ation«pvlitik auf einen brauchbaren Weg zu bringen. 3m Hinblick auf die großen Opfer und Leiden an Rhein und Ruhr, welche dort um die Gesamtheit beA deutschen Volke« willen gebracht werden, darf ich auch an alle Deutschen
Persönlichkeiten statt^efunden. Heute sei man einig über da«, wa« man annehmen und n?a« man a b (e 6 n c n solle. Man sei sogar einig, daß die Antwort nicht die Verhandlungen mit bem Dcutfchen Reiche schließen toerbe. Tie fron'öfische und die belgische Regierang wollen die Tür für neu« Verhandlungen weit rffen losten. 2lber die eine Regierung hält dafür, die» 8 u sagen, die andere wül such damit begnügen, c# nicht z a sagen. Die Differenz fei astv fast keine Disteren^ Hetzt bestehe fte nur in der Form und werde vielleicht geregelt werden.
Das Parlament zum Hrankenftnrz.
Paris. 10. Jan. lWTB.i Der wied.r- gew:b te PrArdent b:r ftrnz-fischen Kammer. Raock Peret er^f n t* bi? heuttg? Rach Itta *- fjtzung durch bk üb iche An'prach« Er er.lärlz u a Da« Pari rm:m könne nicht ungestraft bie Teuerung arrwachstn und bi: Spekulativ i sich entwickeln lasten. Die moralisch: Verurteilung a- nüge mcht n» hr es fei.m .mderr Straf Maßnahmen geboten. 3m übrig n werd« es nlcm ?nb gelingen den Kredit Frankreichs zu etfbuttern, der auf fe nrm R'ichtam seiner Dt-urrft ft und ter üt^r'.i ficken Tr u' berube mit brr es seine ^Inerichriftrn ein'f-fi. 2s s i Höcht bebnier.ii). daß Frankreich befchuchigt werd n bür'e ei tr.-^b Mißbrauch mü s rnem Gut während eS um mcht m den Verdacht der Gesetzrdunz de» Frie
de« unbesttzten Gebietes die Bitte richten, tbra- • at« nicht zu erlahmen in Arbeit und Opfern für die Freiheit und Grtbfung de» deutfchen Volkes, um dadurch würdig zu sein im Vilde deutscher Treue und opferbereiten GerneInlchaft». aciflc» der Ruchwelt al« Vorbild zi dienen Soweit es an dem Willen und in bei Möglichkeit bei deutschen Regierung und bei deutschen Volkes liegt, sind mir bereu, alle Schritte zu tun. um dem bdhedebnten Ziel« bei wahren Völkersriedens «ntgege.izii- streben
Gegen die „autonome" Pfalz.
Speyer. 10 3an. (WTB.l Die kaffholstchen Dekane, als die berufenen O.rtrder der latho Illeben Gesamtgeistlichkeit bei V ilz erlassen unt.rm 6 Januar zur Fr >g b.. Bild «n^ einer sogenannten .autonomen Psalz" im Benehmen und EinxrftändntS mit bm Bischof der Diözese Speyer so gend: Ä.mb.rbnua die b i Regierungen sämtlicher Sta icn. dm Der- tretet des Heiligen Stuhle» sowie den Delegierten der Rheinlandkommission zugeftellt wurde
.Wir katbo'ischen Priester der Pfalz chtben c» seit Eintritt b.*« F i denszustande t ^w ch n lern Deutschen R ich and der allil rt *n Mäch en al« unsere Pflicht betrachtet mit den Des i ung -- behörden al« cln.T auf gesetzmäßigm 2kct äg n beruhenden cklnrichlunz in loh iler Uklfe jufim- menzua bZt.n. sow.it unser Amt un bi> Wo'l der Bevölkerung es erforderten Wir leb tten e< und lehnen es auch heute ab. trgen-welch- rein politischen Ziele, besonder« |otn t! ft einen unchrtstlichcn Vblkerhaß und , esährlich^ Revancheideen verfolgen zu untersttitz-n. weil die Pflichten unseres Amte«, die Mahnungen de« Oberhauptes der Kirche und das eigene wohlverstandene >ftrteress unseres Volkes bie# verbieten Die gleichen grmrdfätzftch n Erwägungen legen unS jedoch auch die Pfli ht aus a>g m- übet den Bestrebungen zur Schis uni einer so genannten .autonomen Pfalz" da» Folgende zu erklären:
1. Eine gegen den Willen der ps'ilbischer Bevölkerung, de« Reiches und Baherns vollzogene Trennung der Pfalz von Reich und B" «rn wird nicht dem wthren Frtedrn un * der Völker- Versöhnung dienen sondm hidm hr die Veziehun en zwischen dem deutschen unk dem französischen Volke der giften und ständig die Gefahr nationaler Krmvfr und kriegerischer Verwickelungen hrraufbeschwören.
2. Die s^amannte .Regierung der autonomen Pfalz" steht hinsichtlich ihrer Eristenz und lhier Maßnahmen im Widerspruch tut Willensmeinung de r weitaus überwiegenden Mehrheit de« Pfälzer Volke« Diese .Realecung" hat Macht auf revolutionärem und hochverrät lischem, d. h durch da« christliche Siftengesetz verbotenem Wege und mit perwrrstichan Mitteln zu erlanaen ver- suck>l und sie kann chve SteUung nur behaupten, weil das tl asten lose Pfälzer Volk nicht in brr Lage ist. gegenüber den bewaffneten Trupp« der Separatisten d.m Recht der legitimen Gewalt und ferner Ucb.ryiugung Geltung zu verschaffen
3. Wir sehen ganz davon ab. daß weder ihre Herftinft. noch ihr Vo leb-n. ober fvüx-it ste b*e R< lie-ungsst l ei tot Uch u'ur k t haben, ihre Verdienste, bi? autonome .Regierung" ber Pfalz und ihre Anhänger berechtigen, Im Ramen des Pfälzer Volkes zu sprschen. Umfo nachdrück- Ucher aber betonen wir unseren grundsätzlichen Standpunkt: das Gebit Gottes. mJ uns den Gehorsam gcgenülen der rechtmäßig« Obi ig- keit verschreibt, di: Pfl cht der Donkbarkeit gcflenüIzT hem Staate Bayern, der feit rneßr den« zu gerat?n, ferne Zustimmung zur Herab- fetzung feiner Forderungen a:be fth aus bü Erörterung aller Äompromjlle ein gelosten habt und sich noch heute bereit crTäre. die vorgeschla- genen Abmachungen zu treffen rnen : ihnen wirk- bune Garantien beigegeben feien
Der Senat bat mit 216 b i 2:8 Abstimmen- den Gaston Doumergu« wiederum zum Präsidenten gewählt.
Die Militarkontrolle.
Berlin, 11. Zan. (Prtv.-Tel) Di: tnietaffl- ierten Militä rko nftolllommistionen, die größ'en- teil« unter Führung englischer Offizier« standen und ebenso wie die beig^q-bme" deutsche« Derbindungsestiziere ihre Tätigkeit in Zivil au«übm biben gestern in Berlin. München, Frankfurt a. M. und Rostock Kontrollen ausgeübt 3n Berlin unterrichteten sich die En- te^t.Vertreter bei bet im Pr u 'ch?n VNnistmium deS Innern unterg^'rrchtei L'c.tung der Schuh- p ii',ei über Orptrritotbn und Stärke bet Poli- c truppen, in München crtuiüxaten sie sich im Wb kreiskomman^o nach der Stärke der Der- schieden« i Truppen'.eile, in Fvcrnck art a. M galt ihr Besuch tv Schutzpolizei, in Rostock erschiene» l c fri leschä^t-'immer de« dort ytmUnricrenöe« Bataillon« des Ivbmtene-ReatMQtl« Ar. h


