Ausgabe 
9.4.1924
 
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Ztnyabrtt Ttwa um 11 Uhr zog etne groys QRenge zum VerlagshauS der .Pfälzischen Post", in dessen Grdgeschoh sich die Arbeiter- fcfretariatc befinden. Es wurde dort eine Tür eingedrückt und ein Wagen mit der heute erschei­nenden Zeitungsnummer seiner Ladung beraubt. Die Blätter wurden zerrissen und auf die St ratze gestreut. Hierauf zogen die Kund­geber unter dem Gesang der Internationale vor das Kasino der Anilinfabrik, wo sich der Zug auf­löste.

Aus dem Hessischen Landtag.

Darmstadt. 8. April. (Prw.-Tel.) Der Landtagsabgeordncte Dr. Werner (D.rtl.) hat beim Landtag folgende Anträge erngereicht: Nach­dem sich herausgestellt hat, dah dte Bemessung der Mieten für Dienstwohnungen, ins­besondere bei den dürftigst besoldeten Unterbeam­ten zu unerträglichen Härten führt, beantrage rch, dah die Regierung ersucht werde, die Mietverträge für die Dienstwohnungen zu prüfen und den Dienstbezügen ernigermahen anzupassen. Ferner: Der Landtag möge beschließen, dre Regierung aufzufordern, sich allen Versuchen, die S o m in e r - zeit wieder einzuführen, entschieden zu wider­setzen. Endlich beantvagt derselbe Abgeordnete zum Fall Wolf Drais: Nachdem drei Psychiater von Ruf die Gefährlichkeit des Prof. Ber­liner, zur Zeit in Breslau, festgestellt haben und in der Lage sind, dies zu beweisen, möge der Landtag beschlieben:

1. Wolf nach Recht rnrd Billigkeit für seine Leiden zu entschädigen.

2. Die dafür aufgewendeten Summen von dem vor allem verantwortlichen und schuldigen Prof. Berliner ernzufordern brw. einzullagen und

3. die Regierung zu veranlassen, die preutzische Regierung zu ersuchen, dem Prof. Berliner in seiner gememgefährlichen Tätigkeit das Hand­werk zu legen.

(Eine südafrikanische Krisis.

Kleine politische Nachrichten.

Auf die Dorstellung der Dertreter deS Dölki- schen Blockes bei dem stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Matt wegen Aus- sehu ng des Strafvollzugs gegen Hit­ler und Genossen erklärte Matt, er werde sich mit den Ministern besprechen, ob deswegen ,die Einberufung eines Mini.lerrats notwendig sei. Er selbst stehe der Forderung ablehnend gegenüber.

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3n dem DLleidigungsprozeh des Danitätsrats Pittinger dem Vorsitzenden Les Bundes Bayern und Reich, gegen die soziald:mokcatische Münchener Post", die flCjCt Pit i rger u. a. den Dorwurf erhoben hat^, er habe Waren aus dem Fllde in Waggons nach der Heinrat ver­schoben, kam es zu einem Vergleich Der Angeklagte, Redakteur Zerfast, gab za. dah die gegen Pittinger erhobenen Dorwür,e je.er Grund­lage entbehrten und bedauerte die 'Aufnahme des betreffenden Artikels.

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Wie dieGermania" meldet, ist in dem Befinden Hugo Stinnes, dec schon seit län­gerer Zeit krank darniederliegt, in den letzten Tagen eine Verschlimmerung cingetretcn. Sein Zustand gibt dem Blatt zufolge zu Be,org- nissen Anlaß.

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Die Besatzung»behörde hat die Deutsche Tageszeitung bis zum 4. Mai, die in Mün­chen erscheinende Grohdcutsche Zeitung, die Berliner Wochenschrift Elsatz-Lothrin- gische Mitteilungen und die im Verlage Armee- und Marinehans in Berlin erscheinende Rundschau ohne Zei brgrenzung verboten,

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Rach Meldungnr aus Tarnowitz ist der Deutsche Kinderhort, der armen Kindern eine älnterkunftSstätte boi, von der Wojewod­schaftsbehörde aufgelöst worden, weil der Hort politisch beeinfluht sein soll.

London, 9. April. (Priv.-Tel) Der süd­afrikanische Premierminister Geneval Smuts hat bekonntgegeben, dah das südafri^rnisch.' Para­ment in einigen Tagen aufgelöst werde und Daß die Regierung zurücktreten w.rde. Der Qtnmb hierfür ist die Niederlage des Reste- rungstandidaten Robertson, der ge^ei den Kan­didaten der Nationalisten Nade in der Rachwäch in Wakterstroom unterlag. Die Nied er la e Des Regiet-U7-gs.'andidaten ist darauf zurückzu­führen, dah die südasri Manische Arbeiterpartei und die 2lativnalisten. die für eine holländische Republik 'in Südafrika kämpfen, sich gegen die Regierung vereinig! haben. Das Ergebnis dieser Nachwahl wird als Stmru s- barometer für Südair.ka angofete.t, da Roberts on der populärste Kandidat war, der d'.e Regierung aufstellen konnte. Dah er trotzdem dem nationa" listischen Kandidaten unterlag, zeigt, dah

die nationalistische St'mmrnng und hiermit dir von den Nationalisten betriebenen Selbstar - LiskeiLsLestrebungen in Südafrika hn Zmrel, = men begriffen

sind. Der neue nationalistische Abgeordnete Aude wurde im Durentrieg, den er auf feiten der Buren mitmachte, verwundet. Dies war der Grund, dah die Nationalisten ihn als Kandidaten -aufstellten. Die ersten Meldungen über die Nach­wahlen besagten, dah man erst mit der Auf­lösung des Parlaments im September zu rechnen tabe. Der Entfchluh des Generals Smuts, das Parlament schon jetzt aufzulösen, ist deshalb eine äleberraschung. Es verlautet, daß die Nationa­listen damit rechnen, bei diesen Wahlen die ab­solute Mehrheit zu crhalte.i. Auf {eben Fall ist die Lage des Kabinetts Smuts auhrr- vrdenllich kritisch. Die erste Folge des Rück­tritts deQ Regierung ist, daß der Prinz von W a l e seine geplante Reise nach Südafrika aufgegeb^n hat.

Die französische Lozial- versicherung.

Paris, 8. April. (WD.) Die Kammer hat in raschem Verfahren das Sozialversicherungsgesetz ernst kstrmig ..mit 550 Stimmen angenommen. Eine eigentliche Debatte fand nur statt anläßlich eines Abänderungsanträges H e r r i o t s, der das Gesetz sofort in Kraft gesetzt wissen will.. Der Finanzminister wandte dagegen em, daß die'Fi- nanzlagenoch nichtwiederhergestellt sei und dah die Regierung den Gesetzentwurf auf die Tagesordnung nur habe setzen lassen, damit er nicht über die Wahlen in Vergessenheit gerate. Dem Anträge Herriot schlossen sich Im übrigen die Sozialisten an. Der Finanzminister setzte dir Ab­lehnung des Antrages, nachdem er die Ver­trauensfrage gestell hattte, mit 350 gegen 170 Stimmen durch, worauf brr Gesamten Wurf an­genommen wurde. Das Sozialversicherungsgeseh tritt grundsätzlich einIahrnachseinerVer- öffentlichung im Amtsblatt in Kraft, ist je­doch auhrrdem von der Bedingung abhängig ge­macht worden, dah vorher ordentliche Bud­geteinnahmen für seine Deckung erschlossen sein müssen.

Der britische Jndnftriefchutz.

London, 8. April. (WTB.) Der Präsi­dent des Handelsamts. Webbs, teilte in Er­widerung auf eine Anfrage mit, daß die Regie­rung beschlossen habe, eine Vorlage über die Ausdehnung der Industrieschuh- akte nicht einzubringen. Dieser Teil werde demnach am 19. August dieses Jahres a u f ge­hoben fein. Teil 2 der Akte behandelt dte Verhinderung des Dumping durch Ein­fuhrwaren, deren Pr iS entweder unter dem englischen Erzeugerpreis steht oder die infolge der Entwertung von Wechselkursen billiger ist als solche Waren, die im Vereinigten Königreiche mit Gewinn hergestellt werden können.

Kritische Lage tu Persien.

Paris, 9. April. (WTB.) Nach einer Ag^nturineldung aus Teheran ist der Minister- prasidrnt von Persien. Sepah, nachdem er die älnterstützung des Parlaments in der Frage der Ausrufung der Republik verloren hat, aurüdgetreten. Er hat Teh ran gestcrn ver­lassen und sich auf fein Landgut zurückgezogen. Die Lage ist prekär und die Entwicklung der Dinge wird mit Ungcbutb erwartet. Es heißt, daß der Schab sofort nach Persien zurücKehren wird

Die türkischen Behörden haben die ausländischen Schulen, die ben Verord­nungen des älnterrichtsministers über die Besei­tigung der religiösen SinMlder nicht nachgekom­men sind, geschlossen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. April 1924.

Einkommen- und Körp.rschaföst uer- Boranszahkunsfeu u. Voraumcidunften für das erste Vierteljahr 1924.

Bis zum 1 0. April einschl. sind zur Ent-- richtung von Vorauszahlungen auf die Einkommen-- und Körper- schaftssteuer und zur Abgabe von Vor­anmeldungen ohne besondere Aufforde­rung verpflichtet:

1. Personen, die im abgelaufenen K a - lendervierteljahr (1. Januar bis 31. März 1924) Einkünfte aus Gewerbebetrieb, aus Vermietung und Verpachtung, aus freiem Beruf und anderer selbständiger Arbeit, aus sonstigen Einnahmen (z. D. Renten, Speku- lationsgewinne) bezogen haben, wenn die Be­triebseinnahmen oder Roheinkunfte insgesamt mehr als 500 Mark betragen' haben; Lohn­steuerpflichtige, die im gleichen Zeitraum nur Arbeitslohn von mehr als 2200 Mk. oder Ar­beitslohn und Einkünfte der obenbezeichneten Art von zusammen mehr als 2000 Mk. bezogen haben.

2. Offene HandelS^esel'schaf en und Kom­manditgesellschaften für ijre Gesellschafter, Kommanditisten usw., wenn die Betriebsein­nahmen mehr, als 500 Mk. betragen haben.

. 3. KörPerschaftcst-.uerpflichri'L ErwerbS- gesellschaften, wenn die Betriebseinnahmen mehr als 500 Mk. betragen haben.

Zur Abgabe einer Voranmeldung ist außerdem jeder verpflichtet, der hierzu vom Finanzamt besonders aufgefordert wird. Die Aufforderung kann sich auch auf die Höhe des Verbrauchs erstrecken.

In Zweifelsfällen erteilt das Finanzamt Auskunft.

Die neuesten Veftimmnngen für die Einreise in daS besetzte Gebiet. Nach Verordnung '236 der Interalliierten Rheinlandkomm stion in Koble z un) Terfügu: g 92 des französischen Oberbefehlshabers lür das Ruhrgektoi können Personen über 16 Jahre, die im unkesetzten Gebiet ihren Wohnsitz hab n, nur dann in das besetzte Gebiet einreisen, trenn sie

1. im Besitz eines von der deutschen Po­lizei ausgestellten Personalausweises oder Passes sind und

2. von den Besatz ungsbe Horden einen b-sonderen Einreifeschein (Gel.itchein) er­halten haben.

Die Einreisegesuche sind an eine der nach­genannten ©teIlern zu richt n:

Für das Ruhrgebiet: an den französi­schen Divisionskomman.>eur in Esten, Dortmund oder Düsseldorf ober an den belgischm Divi­sionskommandeur in Duisburg. Die Hanrelskam- mem in Essen, Dortmund Düsseldorf und Duis­burg sind bereit, etwa ihren übersandte Gesuche an diese militärischen Dienststellen weiter zu geben.

Für die belgissche Zone des a 11 be­fetten Gebietes: an den belgischen Be- zirksdelegierten in Aachen (für den Regierungs­bezirk Aachen) o'er in Kreseld (für den lin.s- rheinischen Teil des Regierungsbezirks Düssel.vr, ).

Für die britische Zone: an das städtlsche Verkehrsamt in Köln. Domhof 28.

Für die französische Z v n e: an die fran­zösischen Vezirksdelegierten in Bonn, Koblenz, Trier, Wiesbaden, Aiainz oder Speyer.

Die Einreisescheine gelten jew.i'.s für die betreffende Desatzungszone: z. B. gilt der von dem französischer Bestrisdelezierten in Mainz ausgestellte Einreiseschein für daS ganze von den Franzosen besetzte Gellet, also auch für die Pfalz und die von den Foanozsen besezten preustischm Gebietsteile. Dagegen galten tie Smreisesche.ne nicht in den anderen Besatzun;szvnen. Z. B. berechtigt ein für die britische Zoar ausge­stellter Geleitschein nur zum Kleber schreiten der Grenze bei Vohwinkel, also nicht etwa bei Dortmund oder Höchst,

ES empfiehlt sich, die Anträge durch eine im besetzten Gebiet wohnende Mittelsperson (Ver­wandten oder Geschäftsfreund) erledigen zu laf.en.

Der Antrag auf Ausstellung eines Geleit- scheines muh enthalten: a) Zweck der Reise, b) ungefähres Datum des Beginns unb der Be­endigung des Aufenthaltes im besetzten Gebiet, c) Ort der Ein- und Ausreise, sowie die vor­gesehen e Strecke, d) Name und Anschrift der Perwnen, bei denen der Antragsteller zu wohnen beabsichtigt, oder die in der Lage sind, Auskunft über ihn zu erteilen.

Dem Antrag sind ein pol'zeilicher Personal­ausweis, sowie 2 Lichtb l er un> die Brie,marien für das Antwortschreiben beizulegen: aujer'Ocm bei den fianzösischen und belgiichen Dimststel en eine Gsbiihr von 5 Goldmart (zahbar in De­visen), bll.n städtischen Ver.etosa.ml in Köst<e ne Gebühr von 3 Mk. Dem Geleitschein tani Gül­tigkeit bis zu 6 Mv.:alen beigrlegt werd n.

Wer lediglich durch das besetzte Ge­biet nach dem Ausland weiter reifen will, b aucht sich keine besonderen Gelcitfch.i^ie zu be­sorgen. Es genügt, trenn er beim Eintritt in das besetzte Gebiet feinen Pah dem Kontroll­posten vorzeigt und sich dort einen 2 4 Stun­den geltenden Datumstempel geben iaht. Dieser Stempel gibt lern Inhaber nichi das Recht, die .im besetzten Gebiet liegenden Bahnhöfe zu verlassen.

Es empfiehlt sich, dem Antrag auf Aus­stellung eines GeleitsHeines neben bem Personal­ausweis noch eine polizeiliche D.sch.inigung über i-en c uge .blickttchen Ausentha-lt des Antragstellers beizufügen.

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Reichstagswahl und Ausgewi e- sene. Der Reichsminister.des Innern ba\ woran ini Hinblick an dir Auslegung der Wäh e listen noch einmal erinnert sei, verfügt, dah S imm- berechtigte die aus bei besetzten und Eiabruchs- gebüten des Westens ausgewie en oder du ch sonstige Mahnahmen der Besatzung behö den ver­drängt sind, auf ihren Antrag in bi? Stimmliste ober Stimmkartei ihres gege.iwärtiLen Aufent­haltsortes cinzut.agen find. Sofern de Aus» W isung oder Veroränguai erst nach Ab.au der F ist der Auslegung der Stimmliste ober Sti nm- lartei erfolgt, erhält der Ausgevie,e.ie oder Ver­drängte von der Geinllndebehörde seines Ausent» haltsor.'es auf Ant.ag einen Stimmichein ter i n zur Teilnahme an der Reichstagswah. be echti^t.

'* Ernennungen. Ernannt tourten am 2. Ap.il der Staatsrat Dr. Otto Schwarz in Darmstadt zum All ststerstildireitor i.n Mmistz - rium her, Justiz, der auherplaumäh ge Staatsrat Wilhelm Schwarz in Darmstadt zum b an- mäßigen Staatsrat im Mi llsterium der Zuftiz; am d. Ap.il der Staatsrat Gustav Spam er aus Darmstadt zum Mi.llsterialll.e.tor im M ni- fterium des Snnem mit Wir.ung vom 1. Apr.l 1924; am 4. Ap.il der Reg e.uugsrat Dr. Ot o Meller aus Ludwigshaien zum Direktor der Zei7tl.alstette für die Landesstatistik mit Wirkung vom 1. April 1924.

** Deutsche Fahrkartenschalter auf Regiebahnhöfen, ihn den Reisenden Gelegenheit zu geben, schm tm besetzten Gebiet Fahrkarten zu erhalten, die von den stlebergaaas- bah'.höseit der Reichsbahn ab gelten, ist auf den Regiebahihöfen Mainz und Wiesbaden je ein deutscher Fahrkartenschalter eingerichtet wor­den. Die Fahrpreise werden in Marll>esträgen er­hoben. Die Vorverkaufsschaller g'ben auf Wunsch auch Auskünfte über Anschluß stige, FahrpreiS- ermäßig mgett u dgl. Da mit Zunahme des Reise­verkehrs die Fahrkar'ena isgaben der stlebergangs- bahnhöfe erfahrungsgemäß stark in Anspruch ge­nommen werden und Stockungen mitunter nicht zu vermeiden sind, wird dringend empfohlen, von die­ser Vorverkaufsmoglichkeit Gebrauch zu machen.

** SinWohltätiakeitsfest ?um Besten der Giehener Winternochil?e und des ^Bienen- llrhes" hatten Damen und He ren der Ge ellsck'a''t in uneigennützigster W i'e auf der Liebi^shöh; veranstaltet. Sämtlich" Räume waren mit o"t erstaunlich einfachen Mittoln aur das peschmack- r<llsts hergerichtet und bllen mit den zahsteich n F stbefuchern ein buntes Bild aage eter Gesellig­keit. Unter der um.ichtitzen Ge amtl llung Herrn Richard H e l l b o r n S ^.reinigten si H bekannte Künstler unseres Stadrthsaters mit Diletton'en in dem erfolgreichen Bemüh.m. bas Bublilum durch eine r-icha Fälle viel eiligster Darbie ungen (Rezitation, Tanz und Musik) auf das an­sprechendste zu unterhalten. Fär das ma erie le Wchl war durch nett zurechtgemachte Verkaufs­stände und gemütlich^ Erfrischungse ker in über­reichlichem Maste g^torqt, 'Bei eirer Vtolosung hatten Glückspilze Gelegenh^.it. sabllhaf e Ge­winne Heimzutragen. Weniger Glück ihe könn en gleich allerliebste Dinge g shma chv lle p ak i che und preiswerte Handarbeiten krullich er'.re.-ben. Eine slctt geteitete Kapelle lockte trotz bedenk­licher Enge die Jugend zu ei Tigern Tanz Höch'to Anerkennung verdienen gleichermaßen d'.e auf a(rcd bedacht? Leitung Herrn Hellborns, die se'bst- ll.se Hingabe aller aktiv OEittoir^n ei und nicht zuletzt die bereitwillige Gebefreudigk it der Gäste. Dem allen ist es zu danken, wenn trotz der für einen Bazar erstaunlich niedrigen Dr i'e ein beträchtlicher finanz-oller Er'o'g cebucht to rsen kann. Die ileberfül.'e der gefpeadeten lukullischen Cenüffe setzten die Veranstalter in die Lage, unseren von der Wi tschastSkatastrophe am här­testen getreffenen Mitbürgern, den Rentivern, am Montag einen gemütlichen, durch bte f: itige Dar­bietungen gewürzten Nachmittag zu bereiten.

»r. Der Mieter verein hatte die Miller- schaf! am letzten Samstag zu einer öffentlichen Versammlung üt das Katholische VertotnShaus eingeladen. Der Vorsitzendr slizzie-tr zunächst in kurzen Zügen die Tätigkeit deZ Vorstandes und des Mieter oerbandes, sowie den Gang der bis­herigen Verhanllungen über die Aushebung des Mieterschuhgesetzes. Dann toves er aus die kom­menden Wahlen hin und gab eine A bericht über die Stellungnahme der einzelnen Part ien zum Mietcrschutzgesetz. Hieraus sprach Herr F u ch 8'- Mainz über das Thema:WaMm darf das Mietcrschuhge'etz noch nicht aufgehoben werden?" Er setzte zunächst die Gründe für einen so schroeren Eingriff m das Eigentumsrecht, toi» er durch das Mietcrschutzgesetz geschehen fei, auseinander unb zeichnete dann das allmähliche Zustandetommen oieses Gesetzes. Würde bad Reichsmietengesetz nun auf gehoben, so führte er aus, so cvürtzen die Mieten sofort weit über F iedenspreis stei­gen. Znfclgedessen käme es wieder zu lun­gert der Lohne und Gehälter und weiter durch diese Wechselwirkung zu einer neuen Inflation. Ferner würde die Erhöhung der Mieten die Schaffung eines unprorukt^ven RentneStandes ani> damit eine ungeheure Belastung de. Volkscoirt- tzcha^ zugunsten eines Heinen Bollstelles zur

Folge haben. Die Mieter wurden teilweise die hohen Mieten nicht mehr zahlen können und obdachlos werden. Schwere Kämpfe rvürden ent­stehen zwischen Mieter und Vermieter nicht nur, sondern auch unter den Mietern selbst. Datz nach Au,Hebung der Zwangswi.tschaft mehr Wohnun­gen gebaut würden, wie von den Hausbefitzern behauptet wurde, sei seiner Mllnmg nach fatsch. Gesunde Mohnuirgsrerhältnis.e ,eien nur bei Aas­schaltung der Spekulation and He.i.ellang der Ceineinwirtschait möglich. Den Aus.üh.u.lge.i teS Redners folgte die Vellammlung, wie aus den verschiedenen Zwifchen.u.en unu dem steltenwei.e starken Bei,all hervorging, mit starken 3nteceffe. Nach ihm sprach Rechtsanwglt Hombergen überDen Gietzenec Hausbesitzer r in und seine Kriegführung". Er empsahl den Meterr a. a. eine häufigere Inansp.uchnahme dcs M etschöfsen- und Instandsctzungsgerichts. In dec A^ spräche wurde auf einzelne Punkte noch einmal näher üingegangen und ziemlich lebhaft darüber debat­tiert.

** Die gestrige Fortsetzung unsereS Romans tarn infolge eines Versehens ir ver­stümmelter und unverständlicher Form heraus. Wir bringen den Abschnitt heute berichtigt zum Abdruck.

Bornoti;en.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: X lllhr3unggcfjkntärnmeitmg£, ~ Südwestdeutscher Radioklud: 8l/4 Uhr im großen Äörsaal des Physilal. Instituts Versammlung' Eietzener Ruderges. 1877: 8»/2 Uhr im Bootshaus General-Versammlung. Lich-ipielhaus, Bai-n- hofsirave:Heihes Blut" undEr verkauft Er- frischungen". Palast-Lichtspiele: .Menschen und Masken".

Lamari und Markvwini. die bei­den Zaul-erkünstler, deren vorlreifliche Darbie­tungen am Sonntag abend dem Publikum lehr genußreiche Stunderr bereiteten, kündigen in un­serem heutigen Anzeigenteil ein neues Gastspiel für morgen abend im Kath. Dereinshaus an. Beide Künstler haben am Sonntag den Beweis erbracht, datz sie sich durchaus gleichwertig neben einen Bellachini stellen können, und auf Grund dieser guten Leistungen kann auch der Besuch der morgigen Veranstaltung warm empf. h en wer» den. Man beachte die Anzeige.

Der Männer-Turnverein hält seine ordentliche Mitg iederverfrmmlung nächst >n Samstag. 12. April, im Hotel Köhler ab (f. Anz ).

16 8er. Freitag abend autzervrdenllichs Generalversammlung. (Siehe Anzeige.)

vansrrc»s Gicncn.

X Wieseck, 7. April. Bei dem gestrig«« Eemeindeabend machte die Gemeinde art Hand trefflicher, von Herrn E NL e l s - Gietzen mit Worten begleiteter Lichtbrlder eine Reise ins Prlargebiet. Eine Ansprache des Ortsgerst-- lichen führte die von der Vorstellung ihrer 81 Krnsirmanden am Nachmittag b-rbrnmenten Zu­hörer zum ersten und zweiten Artikel. Geistlrchr Abendticder der Gemeinde und Darbietungen der Gesangs- und ßautenabteilu rg des Wartburg- Vereins bildeten den Rahmen des schön ver­laust nen Abends.

Drohen-Duseck, 8. Ap'-il. Heute rrach- mittag fand im Saale des Gastwirts Drück unter der Leitung der Schwester Derta Düchs- ler die Schlutzprüfung in einem Kran- kenpflegerinnenkursus statt. Die Sie­gerinnen lösten ihre Ausgaben theoretisch und praktisch in bester Weise. Zum Schlutz dankte dipl. agr. Dar t h im Namen des Landsugend-- bundes all den Domen, die sich um den segens­reichen Kursus bemüht hatten. Dor einigen Tagen schob Forstasselsor Barth im hiestgen Walde die erste Schnepfe

* Saubringen, 8. April. Am Samstag veranstaltete Lehrer Balser im Saale von Emil Schäfer mit feiner Klaffe eine wohlgelungene Abschiedsfeier. In einer zu Herzen gehen­den Ansprache nahm er Abschied von feinen nun entlassenen Schülern und lobte sie als einen guten Jahrgang. Dann wies er hin auf die Notwendigkeit des Zufammenarbeitens zwischen Schule und Elternhaus in der Erziehung und legte den Eltern ans Herz, das fortzusehen und weiter­zupflegen, was Die Schule begonnen. Das reich­haltige Programm, das in einem hübsch ge­spielten Märchenspiel ausklang, übertraf alle Er­wartungen und wurde mit lebhaftem Beifall aus­genommen. Beigeordneter Jahres dankte im Namen der Gäste den Veranstaltern der Feier mit herzlichen Worten.

Kreis Friedberg.

"Butzbach,?. April. Der Gemeinderat be» schloß», die Regiearbeiten im städti­schen Steinbruch einzu stellen, da sie unrentabel sind. Während man nämlich die Steine je Kubikmeter mit 3.50 bis 4 Mark knu'en kann, belaufen sich die Selbsttosten für die gleiche Menge auf 8 bis 10 Mark. Einem Antrag des Finanz- avsschusfes entsprechend wu.de b.fchlofen. zehn Wohnhäuserzuer bauen, sobald das Geld dafür bLschafst ist. Das Stadtbauamt steht zur Zeit in älnterhandlungen wegen der Geldbe­schaffung. Dem Zuchtverein für schwarzbuntes Niederungsvieh wurde ein Teil des Exer­zierplatzes zur Errichtung einer Zungviehweihe verpachtet, der Rest des Exerzierplatzes wurde der Schupo pachtweise überlassen. Als Pacht haben bride je 200 Mark zu zahlen. Entsprechend einem Antrag der Ortssüiforgestelle sollen den K r i e g e r to 11 to e n, Hinterbliebenen und Sch werbeschä- d i g t e n 5 Zentner Kohlen je Haushaltung ge­liefert werden. Dem Vorschlag des Bauaus­schusses sclgend, wurde beschlossen, aus der Real­schule eine Antenne anzubringen.

Ä Bad-Nauheim, 7. April. In An­wesenheit des Gauvertreters des Turngaues Hessen, Fabrikant A. Pfeiffer (Wetzlar), veranstaltete der Turnverein 1 860 gestern seinen diesjährigen Ehre nabend, für den ein fein gewähltes Programm zusammen gestellt war. Besonders die Gesangsabteilung des Vereins unb ein Mädchenchor unter Leitung von Lehrer Diehl erfreuten mit schönen Chören. Zwei seiner Mit­glieder ernannte der Verein zu Ehrenmit­gliedern. Kunstvoll gefertigte AlrEunben für 25jährige Vereinszugehörigkeit konnten an sieben Vereinsmitglieder überreicht werden. Besondere Ehrungen erfuhr der im ganzen Gau Hessen bekannte Turner Fritz Hartmann, der 25 Jahre ununterbrochen als l.Turnwart dem Verein vorsteht. Autzerdem beflelbct er auch 25 Jahre das Amt des Bezirks tu rnwarts im 5. Bezirk des Gaues Hessen. Gauvertret-w Pfeiffer pries die seltene und vorblldliche Turnertreue und überreichte mit ehrenden Worten dem Jubilar den @6 ren br ief des Gaues