Ausgabe 
8.7.1924
 
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Prozesse

Die Trauerfeier für provinzialdirettor Matthias.

Eine arvhs Trauergemeinde hatte sich gestern vormittag um 11 Llhr in der Kapelle des Neuen Friedhvfes vereint, um dem so plötzlich Heimge­gangenen Provinzialdirektor Cubtoig QKat» thias die letzte Ehre zu erweisen. Neben den Vertretern der Staats-, Provinzial-, Kreis-, Stadt- und Gemeindebehörden sah man viele Per­sönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen und geistigen Lebens unserer Provinz, der Stadt und des Landes, sowie zahlreich» Personen, die sich dem trefflichen Verwallungsbeamten und Menschen Matthias in Sympathie, Bekanntschaft oder Freundschaft verbunden fühlten. Ger Zustrom zu der Lrauerversammlung war so stark, daß die Sitz- und Stehplätze der Kapelle die Erschienenen nicht fassen konnten und viele bis in den Dor- raum hinaus standen. a

Ger Sarg mit der sterblichen Hülle des -ver­ewigten war inmitten von Blattpflanzen ohne allen Prunk, ganz dem schlichten Wesen des Ent­schlafenen entsprechend, aufgebahrt. Die geistliche Handlung nahm Pfarrer D e r n b e ck aus Worms vor, der dem Abgeschiedenen von Hugend auf in herzlicher Freundschaft verbunden war und nun oili Geistlicher am Sarge zugleich auch als Freund dem Freund Len letzten Liebesdienst erwies. Er hatte seiner Gedächtnisrede das Wort aus dem Ev. Johannis 9. Kap. Ders 4 zugrunde gelegt: Ich muh wirken die Werke des, der mich ge­sandt hat, solange es Tag ist: es kommt die Nachts da niemand wirken kann.'" Diesem Schnftwort entsprach auch das Leben des Entschlafenen. Das

Kay her für Bad-Nauheim, Abg. Brauer- Ober-Ofleiden als Mitglied des Provinzialaus- schusses, Kreisdirektor Dr. Michel für den Kreis Lauterbach, Gemeinderechner Arnold - Grü- ningen für die Gemeinderechner des Kreises Gie- hen Kreisdirektor Dr. Stammler für den Kreis Alsfeld, ein Aktiver des Korps Hassia, Oanögerichtsdirektor a. D. Bücking für die Alten Herren des Korps Hassia, Amtsgerichtsrat Höckel für einen engeren Freundeskrers, Dr. med. Wolf für den Dezirksverband alter Korps­studenten von Giehen, Regierungsrat Weber für den Kreis Schotten, Regierungsrat Andres für die Feldbereinigungsbeamten, Bürger­meister Fendt-Hungen für die Bürger­meister des Landkreises Giehen, Geheimrat Prof. Dr. König für den Gleibergverein und Land­gerichtsdirektor a. D. Bücking für den Ober­hessischen Kunstverein. Aus all diesen Reden klang klar heraus, dah man in den weitesten Kreisen Hessens und der Provinz Oberhessen den Heim­gang dieses Mannes aufs schmerzlichste empfindet, dah er der Allgemeinheit viel zu früh entrissen

fchrift ein schlechtes Zeugnis aus, wenn er ihnen xumutet, das nicht zu wissen. Auf die Begründ mg kommt es ihm ja auch weniger an als auf die Tatsache der Rhein besetz ung, die aus nichts an­derem geboren ist als aus der Furcht Frankrnchs vor der deutschen lleberlegenheit.

Faßt man alles ins Auge, was wir seit 1919 an französischer Rheinpolrtck erlebt haben, so könnte man hinzufügen, die Vorschläge des Marschalls für die Verlegung der Grenze der Westmächte östlich über den Rhein hinaus seien vrrausschauend von Frankreichs schlechtem Ge­wissen diktiert worden, denn unstvritbar hat das brutal sadistische, völkerrechtlich ungeheuerliche Ver­halten Frankreichs gegen uns seit 1919 eine wirk­liche und grobe Gefahr für Frankreich geschaffen, eine Gefahr, über den Ernst sich insbesondere dre

gegen Minister a. D. Hermann.

Weimar, 7. Juli. (WTB.) 3m Prozeß gegen den Ehemaligen thüringisch Innenminister Hermann und Genoss wurde heute nachmittag das älrteil geMt. ^er mann wurde wegen falscher Beurkundung zi 1 000 Goldmark Geldstrafe, oder einem Monat Gefängnis, Aegmrunqs assessor Kunze wegen Beihilfe dazu und dreier selbständiger Fälle von falscher Beurkundung Al 1 Hahr 6 Mo naten Gefängnis unter völliger Anrechnung der ^^^^6901, Kreisdirektor Rennert zu 1200 Gold­mark, K r e i s d i r ek 1 0 r H 0 r s ch e l m a n n zu 1000 Golömark, Kreisdirekt0r Faulian zu 500 Goldmark Geldstrafe verurteilt. Kreis- direktor Koch wurde f rei g e s P r 0 chen. Kunze wurde sofort aus der Hast en t6 lassen mit der Begründung, dah, er unveryait-

liche und grobe G eine Gefahr, über , , ,,

Leiter der französischen Politik nicht im un­klaren befinden sollten. Ausgehend von den Vor­schlägen des Marschalls Foch vorn 10. Januar 1919, die sodann in den Hehren 19191923 von der Entente immer weiter entwickelt und

Die britische Regierung gegen den Kanaltunnel.

London, 8. Huli. (W.B.) 3m Unterlaufe teilte Premierminister Macd 0 nald mit, dah die Regierung sich gegendie Unter tunn e = lung des Aermelkanals entschieden habe.

Italien und das Loch im Westen.

R 0 m, 7. Huli. DerMessagerv" schreibt, dah, solange im besGten deutschen Gebiete der gegen­wärtige Wirtschaftszustand andauere, dre ita­lienischen Importeure nach Deutschland eine Konkurrenz m it Frankreich nicht aufnehmen fDurften, weil die Franzosen durch die besetzten Gebiete hindurch ihre W a r e n z 0 l l- f rei auch nach dem unbesetzten Deutschland ein- schmuggelten. ____________

brennt. Er muh alle. Augenblicke das Sacktuch ziehen sich den Schweih aus der Stirn wischen, oder er lauscht nach der Oder zu, von woher immer noch der ferne Donner grollt. Spricht auch einmal, dah das Schlachtgebrüll sein müsse. Worauf die Beate, gegen ihre Art lebhaft:eine Bataille? Vater, und Ehristian ist dabei?" Schaut gleich wieder zu Boden. Und sie schreiten lang­sam weiter. Er immer mit der Hand an der Biusttafche.

Mit einem Male sagt er's, was ihm fast den Atem erstickt. Sagt's ganz hart und rauh: Beate, ich hab' da auch einen Brief erhalten, der dich angeht. Da" Und reiht das Schreiben heraus, reicht's ihr mit den Fingerspitzen.

Verwundert schaut sie auf und auf das Kö­nigliche Siegel, liest: .An den Wohledlen Erb- und Gerichtsherrn, Herrn Hans Ehrenreich von Zabeltitz ..."

Faltet das Schreiben auseinander:

Lieber und Getreuer. Wir haben resolviert, Euren Enkel, den Kaspar von Zabeltitz, des Hans Friedrich Sohn, in Memoria dessen, dah der Vater bey Hohenfriedeberg gefallen, als Page in Unseren Dienst zu nehmen und für ihn weiter zu sorgen, da es denen Edelleuten anständiger und nötiger ist wie Officiers zu dienen, als dah selbige auf dem Lande und zu Hause die Hühner füttern. Wollet also den Hunker alsobald zu Uns instradiren. Wir bleiben in Gnaden Euer wohl affetttonirter . . ." n

Halblaut hat die Beate das in einem Zuge gelesen, mit zuckenden Lippen. Hält nun an, Jtarrt vor sich hin, wie eine steinerne Frau. Bis sie jach aufschreit:3ch lass' ihn nicht! Ich geb' ihn nicht her! Mein Herzblut eher denn ihn!

berg, Thedick und einen gewiss^ D^grmmnaw gelegt zu haben. Außerdem habe ^Schneider Epfohlen, auch den Regiefrankemimtausch vor­zunehmen. Andererseits gibt er zu. daß Rertr^er fremder Mächte ihn des öfteren aufgesucht hatten, um Informationen zu erhalten.

Das Urteil

Politische

Der Leiter einer Reichsgetreidestelle als Landesverräter.

Wie aus R 0 st 0 ck gedrahtet wird, wurde der ehemalige Leiter der Reichs körn stell em Rostock Sundermann, vorn Rostocker Over- landesaericht wegen Landesverrats zu 3 Hähren Zuchthaus, 1000 Mk. Gewstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Hahren verurteilt. Sundermann war tätig als Spion der Ruhrbesatzung und als Spitzel der französischen Regie­rung, der er Nachrichten mitteilte, deren Geheim­haltung im Interesse des deutschen Volkes lag.

Cin preußischer Ministerialrat vor dem englischen Gericht in Köln.

Köln, 7. Huli. Heute begann vor dem zu diesem Zweck eigens gebildeten Sonder- g e r i ch t der Prozeh gegen den Min i ste r ia l - rat®r. Schnei der bon der Kölner Regierung. Der Gerichtshof setzt sich u. a. aus dem kom­mandierenden G eneral Ma x w e11 Scott, dem Major Macpherson und dem Rechtsbeisiher Major Ga t eh0 use zusammen. Die Verteidigung liegt in den Händen des Rechtsanwalts Batholomah, der als amt­licher Dolmetscher aus dem Krupp-Prozeß bekannt ist und der von Rechtsanwalt Bolte- Essen unterstützt wird. Die Vertretung der A n - klage liegt in den Händen des Leutnants Varkers. Wie der Vorsitzende eingangs mll- teilt, bedarf das zu fällende Urteil der Bestäti­gung des Höchstkommandierenden der Rheinarmee. Aus der Rede des Anklagever- treters ist hervorzuheben, dah die von der brlli- ! scheu Staatsanwaltschaft benannten Haupt- belastungszeugen Salomon Zucker, Silbermann, Hausner Isaak Sil- bermann, Max Paines und Franz ^.He­di ck sich zur Zeit alle in Haft . bef 1 n.ben, teils wegen Verbreitung von gefälschten Regie- svanken, Thedick wegen politischer Propaganda^ im besetzten Gebiet. Äapitän el ton, politischer Beamter der englischen Desatzungs­behörde in Köln, erklärt, von Ministerialrat Schneider keine Nachricht über die gefälschten Regiefranken und die Propaganda-Tätigkeit Lche- dicks erhalten zu haben. \

In der Nachmittagssitzung wurden die Haupt- belastungszeugen der Anklage vernommen, Die sich dahin äußerten, von einem gewissen H och- berg 250 000 französische Regieftanken, die sich nachträglich als f a l s ch herausgestellt haben, er- halteii zu haben. Bei dem Dersuche, sie gegen deutsches Geld umzuwechseln, wurde der Zeuge Max Paines auf dem Bahnhof in Ess e n ver­haftet. Als Folge der Verhaftung wurde die ge- I sc»mte Summe in Essen und Köln beschlagnahiill. Ein französischer Beamter der Regie der Sach­verständiger für die Regiefranken ist, bestätigte die Unechtheit des beschlagnahmten Geldes, das sich, wie er sagte, in coesentlichen Merkmcllen so von den echten Scheinen unterscheide, dah kern Kenner des echten Geldes dieses überhaupt an-

Ofiensive^Km Deutschland vo^rreitet, seien aber 1914 von Deutschland brutal überfallen wor­den. Freilich hat es auch noch niemals eine krieg2= msche Koalition zwischen Frankreich, Belgien und England früher gegeben: dafür aber hat Frank­reich ganz für sich allein, tote Bismarck es einmal au-gedrückt hat, Deutschland in zwei Hahrhunderten fast zcoanzigmal angegriffen, und Marschall Foch stellt den Lesern feiner Denk-

Der Alle aus Topper.

Roman von Hanns von Zobeltitz.

10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Dis er zu ihr herabkam, ihr die Hand reichte. Gottes Segen über Euch, Herr Vater. So find die Feinde abgezogen? Ich bin heilfroh, Herr Vater dah ich Euch gesund weih. Habt Dank, dah Ihr Euch selber zu uns bemühet."

Er hat schon die Hand in der Brusttafche gehabt an dem Schreiben. Hatte sich's so fest vorgenvmmen, sich zu allererst das Herz frei zu sprechen, ihr schuldige Mitteilung zu machen, und hat es doch nicht über die Lippen gebeucht. So erzählt er von den Moskowitern, was sie ange­richtet und für Schaden gestiftet: vom Marzanke und Ehrenpüttner und der Frau Magister und dem Karo. Rust die Geflüchteten zusammen, gibt Order, legt selber mit Hand an, wie sie dre Gäule' vor den einen .und die Ochsen vor den anbern Wagen spannen, und wettert ab und an kräftialich dazwischen. Als ob alles übergroße Eile Batt, tot? er doch die Uhr am liebsten stille stehen heißen möchte. .

Dann ziehen sie endlich los, un langen Zuge. ebr langsam trecken die Gäule, langsamer noch die Ochsen durch den ungebahnten Wald und den tiefen Sand. Sie lesen inzwischen den Hunker auf der kräht und den Informator kecklich an­lacht als der seinen Fischart zitieret:Die Hu- aend denkt nicht weiter, als sie schaut. *

Darauf ist der Zug schon voraus, und sie sind allein zurückgeblieben, der Alte und die Schwieger- lockter, die Beate. Dem Gestrengen wird, scheint es das Marschieren schwer. Freilich, die Sonne

von Porncare brutal und kurzsichtig rns Uner­trägliche verschärft worden sind, hat Frank­reich in Deut schland eine Zone des Hasses geschaffen, die beide Lander auf lange Zeit hinaus voneinander entfernt und Die bei der unbestreitbaren militärischen Tüchtigkeit der Deutschen und dem fortdauernden Bevölke­rungsrückgang Frankreichs eines Tages eine schwere Gefahr gerade für Frankreichs bilden kann.

Vielleicht ist es itof> Zeit zur Umkehr. Man sollte wirllich meinen, dah man auch, in Frank­reich die Grundlagen politischen Handelns in der Schaffung lebensfähiger Zustände erblicken mühte, nicht aber in der gewaltsamen Konstruktion völker­rechtlicher UngeHeuerlichknten und militärischer Scherndeckungen, die doch keine dauernde Sicher­heit zu gewähren imstande ist. Was Frankreich und unter seiner Führung die Entente feit 1919 gegen uns verübt hat, das ist eine Sünde nicht nur gegen Sitte und Recht, sondern vor allem auch gegen den Geist der Geschichte, die nichts Widernatürliches erträgt, sondern mit Der Logik des Natürlichen darüber hinwegschreitet.

Darin liegt unsere Hoffnung und unsere Zr- funft. DieFranzösischen Dokumente zur Sicherheitsfrage" mögen unse­ren Volksgenossen die Augen dar­über offnen, wie Frankreich durch sein zielbewuhtes, aber verantwor- I tungsloses an D unpolitisches Ver- | halten an Rhein und Ruhr dafür ge­sorgt 'hat, Die politische Atmo­sphäre auf Dem Kontinent immer weiter z u vergiften und Damit alle friedlichen Regungen zu ersticken.

Die Lage in Brasilien.

Berlin, 7. Huli. (WB.) Lieber die Lage fn Brasilien werden alarmierende Nachrichten ver­breitet, die jeder Grundlage entbehren. Don unterrichteter Seite erfahren wir über Die wirkliche Lage folgendes: Unter Der Garnison bcr Hauptstadt des Bundesstaates Sao Paolo entstand aus bisher nicht näher bekannten Grün­den Unruhe. Der Gouverneur des Staates er­griff scharfe Mahnahmen, um die Ausbreitung der Hnrut>e zu verhindern und die öffentliche Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Die Dun- desarmee und die Marine stehen treu zur ver­fassungsmäßigen Regierung. Die Gouverneure säMicher Staaten Brasiliens stellten die ihnen unter ft eilten Gendarmerietruppen der Regierung zur - Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zuv Verfügung. Der Kongreß verhängte, um jeder Eventualität vvrzubeugen, einstimmig den Belagerungszustand über das Land.

In der sengenden Sonne standen sie, schwei­gend jetzt, eine ganze Weile. Kaum, dah er wagte, der armen Mutter ins Gesicht zu sehen.

Nahm dann ihre schmalen feinen Hande in seine lederharten, umspannte sie fest, sprach aus sie ein. Alles, was er lang mit fl$ ertoogeu, von der Gnade des Königs, dah dem Kaspar im Dienste der Majestät eine ehrenvolle Karriere gewiß sei: auch dah ein Sohn nicht ewig am Schürzenband der Frau Mutter hängen Dürfe, sondern hinaus müsse ins 2eben.

Sie lieh ihn aussprechen. Doch sie hatte nur eine Antwort:Ich geb' ihn nicht her! Ich

So ^gingen sie weiter durch den mahlenden Sand aus das Dorf zu. Das lag jetzt so friede- reich vor ihnen mit seinen Strohdächern, uber- ragt vom altersgrauen, hölzernen Kirchturm. Doch von ferne grollte unablässig Der Schlachtendonner.

Das Herz tat ihm wehe. Aber er sprach weiter: Der Hunge sei gesund an Leib und Seete und groh und stark über seine Hahre hinaus. Was sie denn dächte: sollte er ewig auf Der Klitsche hocken? Was sollte er werden? Auf Die llniöerfitäten gehen? Fraglich genug, ob er dazu Anlagen und Lust hätte, ganz abgesehen, Dav das Studium schweres Geld koste, und das sei in jetzigen Zeitläuften rar.

Das Ähreiben hatte er wieder an sich genom­men und in die Drusttasche gesteckt: hielt nun die Hand 'darauf, als könnte er Kräfte daraus 8ie^JX Beate, liebes Kind. . . und dazu den Devoir gegen Den König . . .

Da brach sie los:Sprecht mir nicht von dem König, Herr Väter. Hetzt nicht, heut nicht!

^^ZuckerVehauptet, im Auftrag des Ministerin!- . rats Schneider Ende 1923 ein Bankkonto für Hoch- !

Kleine politische Nachrichten.

Hitler legt Die Führung Der national-sozialisti­schen Partei nieder.

München, 7. Huli. (WTB.) IrnVöl­kischen Kurier" läht Adolf Hitler aus Landsberg mitteilen, dah er Die Führung D?a national-sozialistischen Bewegung nreDerge- legt habe unD sich auf Die Dauer seiner Inhaftierung jeder politischen ~ a tigfeit enthülle. Wie das Blatt Weller melDet ist Straher mit der Vertretung Hlllers be­auftragt worden.

Verlustreiche Kämpfe" in Spanisch-Marokko.

Madrid, 7. Huli.. (WTB) Das Direk- tcrium gibt bekannt, dah in Marokko weitere e r - folglose verlustreiche Kampfe statt- cmden. Die starke Konzentration der Rebellen im Aufstavdsgebiet macht es notwendig^ dah wei­tere Truppen vom Kontinent nach Ceuta und Melilla gesandt werden.

JapansAbrüstung".

Tokio, 7. Huli. (WTB.) Der Marine­minister erklärte im Parlament, die Weltlage erfordere, dah Japan seine Marineluft- streitkräfte weiter vermehre. Er emp­fahl die Aufstellung von 11 weiteren Geschwa­dern, außer den 17 im gegenwärtigen Programm bereits vorgesehenen.

wurde.

Heute nachmittag um 3 Ahr findet im Kre­matorium zu Friedberg die Einäscherung der Leiche statt.

Aus Stabt und Land.

Giehen, Den 8. Huli 192£

Weitere Steuerfälligkeiten.

Außer den Fälligkeitsterminen für die Reichssteuern, die wir vor einigen Tagen mit­teilten, sind jetzt noch folgende Steuerfälligkei­ten zu beachten:

Staatssteuern.

A m 10. I u l i: An vorläufiger Gewerbe­steuer: 80 Prozent der Einkommen- bzw. Körperschaftssteuervorauszahlung (Schonftist 7 Tage).

Am 1. August: 2. Ziel staatliche Grund­steuer für die Steuerpflichtigen der Stadt Giehen (Schonftist 7 Tage).

Vorläufige Gewerbesteuer für die Ktadt Gießen.

Am 10. Juli: 80 Prozent der Cinkommen- bzw. KörperfchaftSsteuervorauszahlun-

"ältdn Herzallerliebster, mein Teurer, hat sich für ihn verblutet. Ist das nicht genug? Was taM der König die Kriegsfurie jahraus, jahrein durch die Lande ziehen! Was heischt er immer neue Opfer an Gut und Blut?! Warum gibt er uns nicht endlich Den Frieden? Er hat seine Herzens­freude an den blutigen Bataillen, er lebt nur seiner Glvire, daß sie ihn den Großen nennen sollen! Fridericus Magnus. . . daß Gott sich erbarme . . . Schaut doch nur um Euch, Herr Vater, in der Nachbarschaft. In jeglichem Dorfe alle Äeberkvmpletten bei den Regimentern über­all fehlt's an fleidigen jungen Händen. XLrvb Der Aeltcst. vom Schönborner Kalckreuth gefallen bei Zorndorf, der zweite Knobelsdorfs gefallen bei Soor Gottlieb Winning aick Wellwch seinen Bles­suren erlegen. Heinrich Grünwald lebt als Krum­pel bei Den Eltern in Steinkirch. . - ach, ich könnt' die Trauerliste noch lang, lang fortsetzen. Frieden soll er uns geben, Der König!

Du vergibt, meine Tochter, die gr^e Koa­lition Europens gegen ihn. Wenn er auch wollte, der König, sie lassen nicht ab von ihm.

So sagt Ihr, Herr Vater. Hättet nur das Lottchen Lasvw hören sollen, wie fte am Hof in Berlin reden. Das ist ganz anderes..Qieb. Da sehnt sich alles nach Friedem Nicht die Frauen allein, auch die Prinzen ftuD^d^ etotgerc Batail- lierens müde, des unnützen Dlutvergiehens. Aber Der Friedrich..."

Beate, ich leid's nicht, dah du despektierlich von Seiner Majestät sprichst!

, v (Fortsetzung folgt.) \

Leben war ihm Arbeit, Arbeit war ihm Leben. Der Geistliche schilderte dann den Heimgegangenen als liebevollsten Familienvater, dessen schönstes Reich seine Familie war, als treuen und selbst­losen Freund, kindlich-reinen Charakter, Der immer als ganzer Mann zu seiner äleberzeugung stand, als hingebenden Diener des Staates, vorbildlichen, nie rastenden Verwaltungsbeamten mit hohem, schöpferischen Gedankenflug, verständnisvollen und fürsorglichen Vorgesetzten, warmherzigen Freund und Förderer der Kunst und alles Schönen und Edlen und als unwandelbar treudeutschen Mann, dem seine deutsche Heimat Herzenssache war und der er mit seiner ganzen Kraft und Liebe Diente. Wie die Familie und der Freundeskreis einen unersetzlichen Verlust zu beklagen hätten, so habe auch das Hessenland, insbesondere aber Die Pro­vinz Oberhessen durch Den Tod ihres Provinzial­direktors Matthias einen sehr schweren Verlust erlitten, Denn manche auf das Wohl des Ganzen gerichtete Pläne seien mit dem Verewigten ms Grab gesunken. Aber seine Werke werde man ihm über Tod und Grab hinaus danken, sie würden fortbestehen, trenn auch der Name Matthias ver- flungen sei. Hierauf widmete Der Minister des Innern von Brentano Dem Heimgegangenen herzliche Worte des Abschieds, wobei er die

I außerordentlich hohe Wertschätzung betonte, die dem Beamten und Menschen Matthias, den auch er Freund nennen durfte, nicht nur im Innen- la! I en mit ver aebatten Ministerium, sondern allgemein in Der Regierung

iuöm.atig lange m un& Verwaltung zuteil geworden war. Als Ab-

toorDen ist. In Der . 9 n (a ,a s schiedsgruh und Zeichen Der Dankbarkeit legte

daß bei keinem Angell g I Redner zugleich im Auftrage des Staats-

tere Motive vor liegen, und lrntz H^- der ^ner rügte cy^ JJgjgL eine = wurde Her- Kranzspende an Der Bahre nieder. Oberregte-

toren gedeckt habe. Im Falle K ps nmaärat Weicker sprach für die Prvvinzial-

mann freigesprochen. direktion, das Kreisamt, den Provinzial- und

Der Graff-Prozeß. Den Kreisausschuh warme Worte der DanSarkeit

Stettin 7 Huli. (Wolff.) Heute herrschte und hohen Verehrung, die der Verewigte bei all schon lange vor Beginn der Sitzung ein gewaltiger I seinen Mitarbeitern und in Den Kollegien sich Andrang Nach Eröffnung der Sitzung erhielt noch erworben habe und Die ihm für alle $eit getoabrt Anmclld e r V e r t eidiger Meyer das Wort, bleiben würden: auch dieser Redner ehrte den ©betonte daß die Angeklagten m i t W i 1 s e n Verstorbenmi sichtbar durch die Niederlegung dne8 ibrcr Vorgesetzten aus dem besetzten Ge- Kranzes. Ferner sprachen noch tiefempfuTidene biet gegangen Men und keine Schuld^ daran haben, Worte hoher Ehrung, des Dankes und De8 Ab- daft Unschuldige in Aachen verurteilt schieds Abg. Dinaeldey, für die Deutsche tourDen Das sei die Schuld der belgi- Dolkspartei in Hessen, Kreisarzt MAziimlrat schen Voruntersuchungsbeamten, die Dr. Walger für das Kreisgefundheitsamt, durch i e d e r Gerechtigkeit Hohn fpre- Regierungsoat Hemmerde für die Be­chen de Mittel die Unschuldigen z u f a l s ch e n amten des Kreisamts, Provinzialrat W v l f für ® eftäUniffen beranlabt hätten. Dieser älm- die Beamten der Provinz, Deigeordn<ller Dr. stand könne aber nicht den Angeklagten zur Last Seid für Die Stadt Gießen, Bürgermeister Dr. gelegt werden. Der Verteidiger bittet nochmals. ' B^d-Nmibeim. Aba. Brauer-

die Angeklagten Kaws und Engel er nur wegen Totschlags unter Zubilligung mil­dernder Umstände zu verurteilen. Der Ge- neralstaatsanwalt Spethahn verlangt von den Richtern, daß sie sich nicht Dom nationalen Empfinden leiten lassen sollten. Iede Tat ,ei nur nach Recht und Gesetz zu beurteilen Handele das Gericht hier anders, so füge es Den Aachener An­geklagten schweren Schaden zu. Die Angeklagten betonen übereinstimmend, daß sie das aufrecht- erhalten, was sie hier -in Der HauptverhanDlung ausgesagt haben. Wenn sich Widerspruche gegen­über der Voruntersuchung ergeben, so seien Diese aus Dem Bestreben heraus zu erklären ihren Aachener Kameraden zu helfen. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Die Urteilsverkündung er- 1 folgt morgen früh. __