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Sonntag: iltänKidd ohne Schrift.

i Die Geschichte ge in 5 Akten.

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Leitung des Musik» i> Nicolai, Großen- in Gelangvereine ani gust 1924 P shausen

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voimerslag, 1. August 1924

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesten)

Nr.(84

Zwettes Blatt

,Gieß. Anz.'

daß aotr auf dem Gebiete der geistigen Prapa- ganba nicht nur im Kriege unseren damaligen Gegnern unterlegen gewesen sind, sondern auch heute noch weit hinter anderen Nationen an Tat­kraft und Zielbewußtsein zurückstehen. Bei unserer heutigen Lage in der Welt ist es unsere aller dring­lichste PflicA, ja sogar die grundlegendste Vorbe­dingung unserer Selbsterhaltung und der Wieder­herstellung des deutschen Ansehens in der Welt, alles mit der größten Aufmerksamkeit zu ver­folgen, was in Frankreich von maßgebenden Per­sönlichkeiten oder solchen, die sich maßgebend ge­bärden, gegen uns gesagt, geschrieben und vor allem gedruckt wird. Auch in Frankreich sind die gebildeten Kreise, von den anderen Volksschichten gar nicht zu sprechen, des ewigen Kampfes um die Verantwortlichkeiten am und im Kriege müde. Begierig greifen sie auf, was ihnen in handlicher Form von anscheinend maßgeblicher Seite geboten wird und beruhigen sich bei derartigen Feststel­lungen um so lieber, je mehr sie dem Standpunkte der französischen Sicherheitspolitiker von heute

mitzusprechen. Man will also Dezentralisation in Berlin Zentralisation in München, während die Weimarer Verfassung in der Hauptsache Berlin als Zentrale will, Mn eben die Direktionen dezentralisiert Wenn die bayerische Forderung durchgeht, so maß entweder 'Bayern .nieder ein Reservat recht erhalten, was auch änderte Lander, namentlich Preußen, za gleichem Verlangen anreizen müßte, und wobei am Ende alle Ein­heitlichkeit zu Grande ginge, oder die ReichÄxchn muß in Dezirie von der Größe Bayerns zerlegt werden, und diese Bezirke müssen alle gleiche Rechte erhalten. Darauf zielt die batierilche R.- gierung allem Anschein nach ab. and so ergibt sich. nach ihrem Wunsch die rund 35 000 Kilometer langen preußischen and 6300 nicht preußischen and nichtbayerischen 'Bahnen in etwa 5 Gruppen zerlegt werden sollen, die dem 8000 Kilometer langen bayerischen Reh gleichkommen würden.

Kunde, wo der Dichter Paggensen jene berühmte Totenfeier veranstaltete, die dann nach Aufklärung - der falschen Nachricht die hochherzige Unterstüt­zung Schillers durch den Herzog von Augusten­burg und den Grafen Schimmelmann zur Folge hatte.

Der boxende Nitter vom hohen C.

Der Beruf des Opernsängers wird immer schwieriger, und die Anforderungen der Kompo­nisten werden immer größer. Nachdem Richard Strauß in seinerSalome" von der Primadonna verlangt hat, daß sie einen regelrechten Bauch­tanz aufführen kann, fordert nun der englische Komponist Vaughan Williams von fernen San- gexn, daß sie geübte Boxer sind. Er hat eine Oper geschrieben, die den Titel führtHugh der Vieh- treiber", und dieses Werk wurde jetzt zum ersten­mal auf dem His Majestys-Theater mit großem Erfolg aufgeführt. Das Wert spielt unter den niederen Volkskreisen Englands während der na­poleonischen Kriege, und der Höhepunkt der Hand­lung besteht in einem echt nationalen Boxkampf, den Hugh der Treiber und John der Schlächter um die Hand der Tochter des Dorf Polizist en aus­fechten. Tenor und Barriton nrüssen dabei ihre durchaus nicht leichte Rolle fingen und östgleich vor einem in England sehr sachverständigen Publi- fum einen regelrechten Doxmatch durchsechten. Die Sänger genügten dieser schwierigen Aufgabe, und besonders zeichnete sich der Ritter twm hohen E i durch seine sehr geschickt geführten Schlage aus.

leute, Aufpacker, Frachtkärntner usw., wirkte. Er sah alles in rosenfarbenem Licht: daß die Kerls grob werden köirnten oder Geld erpressen wollten, fiel ihm gar nicht ein; sie waren ihm gutmütige Dummköpfe, denen er mit seinem guten Rat bei­stand, damit sie wüßten, wie sie Reise, Fracht, Ladung usw. einrichten sollten. Kaum war die neue Schwierigkeit mit vielem drucksen, mit Nein und Aber herausgesagt, so hatte er gleich auf der Stelle zehn Gegenmittel und blieb dabei so guter Laune, daß die Grobians völlig verwirrt nach Hause gingen, um in einer Stunde wiederzukvm- men, neue Schwierigkeiten zu machen, und ebenso wieder abgefertigt zu werden."

Bei seiner einzigen Badereise war Schiller viel zu schwach, um etwas vorzubereiten und sich selbst um die Dinge zu kümmern. Seine Frau uiü> deren Schwester Karvline begleiteten ihn, und außerdem hatte" ihn sein bewährter Jenenser Aerzt Dr. Starke einen seiner Gehilfen Dr. Eicke als medizinischen Beistand mitgegeben. Dieser tat ausführlich über Schillers Badereise brrich.et. Der Dichter litt an heftigen Brustkrämpfen und be- birrfte bei den Anfällen eines starken Beistandes. Eickemuhte während der-Reise dem Patienten im Wagen gegenüber sitzen und denselben, wenn er bei seinen asthmatischen Anfällen zurücksank, an den Händen empvrziehen. wobei Schiller stets selbst die Häiche entgegen^eU. Am 1. Juli 1791 kam er in Karlsbad an und nahm eine bescheidene Wohnung in entern Gasthof dritten RangesZum weihen Schwan". Mit Eifer gebrauchte er die Brunnenkur.Wenn wir es als gewih annehmen." stl^eibt fein Freund und Verleger Cöschen, der

damals auch in Karlsbad weilte und den Dichter in seinen dürftigen Verhältnissen mit Geld ver­sorgte, an Wieland,so ist die Erfahrung, dah Schiller 18 Becher täglich ohne den mmdesten üblen Erfolg seit 18 Tagen trinkt, allein hinlänglich, alle ferne Freunde mit der schönsten Hoffnung zu beglücken. Das ist aber nicht alles. Er kam so schwach hierher, dah er eine kleine Anhöhe nicht ersteigen konnte. Gestern hab >ch ihn schon über einen sehr beschwerlichen Berg 'geführt und heute ist er ziemlich schnell gelaufen, ohne dah er darauf ochtgab." Der berühmte Dich­ter derRäuber" und desDon Carlos" erregte Aufsehen, wenn er über den Kurplatz ging:(iin langer, hagerer Mann mit rötlichem Haar. Som­mersprossen im Gesicht, angetan mit einem blauen Frack und gelben Beinkleidern, dem sog Werther- kvstüm, wie es damals eben Mode war." Gern ritt er auf einen Esel spazieren, und so hat ihn der Maler Jvh Ehr. Reinhardt in einem lustigen Bilde fest gehalten, seitlich auf dem Grautier sitzend und behaglich sein Pfeifchen schmauchend, mit brei­tem Krempen Hut und dem Beinkleid in den hohen Stiefeln. Sobald er sich mehr erholt hatte, unter­nahm er größere Ausflüge in die ilmgegenb und schöpfte reiche Anregungen aus den historischen Boden Böhmens für die Geschichte des dreißig­jährigen Krieges und denWallenstein", di' ihn damals beschäftigten. Während er so in Karls­bad neue Kräfte wieder gewann und unsterbliche Werke in seinem Geiste gestaltete, verbreitete sich durch ganz Deutschland die Hiobspost, derLieb­ling der deutschen Musen", der Hofrat von Schiller, sei gestorben. Dis nach Kopenhagen drang die

schrieben haben:

Weder das lächerliche Revanchegekeife der französischen Chauvinisten, noch das Zähneknir­schen der Engländer, noch das wüste Gebaren der Slawen werden uns von unserem Ziele ab­bringen, das darin besteht, das Deutschtum in der ganzen Welt zu befest igen und auszubreiten. Die Franzosen mögen soviel rüsten, wie sie wollen; sie können nicht von heute auf morgen ihre Bevölkerung vermehren. Die Verwendung einer schwarzen Armee auf den Kriegsschau­plätzen wird noch auf lange hinaus ein Traum und nicht einmal ein schöner bleiben . . . Das Volk muh man an den Gedanken gewöhnen, dah ein Offensivkrieg unsererseits eine Not­wendigkeit ist, um die Herausforderungen des Gegners zu bekämpfen. Man wird mit Vorsicht handeln müssen, um keinen Verdacht zu erregen. Man muh die Dinge so führen, daß unter dem lastenden Drucke schwerer Rüstungen, bedeuten­der Geldopfer und einer gespannten pvlftischen Lage ein Losschlagen wie eine Befreiung be­trachtet wird, weil sodann Jahrzehnte fried­lichen Gedeihens nach 1870 folgen würden."

Es werden sodann noch weitere Belegstücke aus der Denkschrift abgedruckt, die Deutschlands vorgefaßte Absicht erweisen sollen, den Krieg zum Zwecke der Welteroberung zu entfesseln.

Auf die Einzelheiten genauer einzugehen, ist für deutsche Leser nach der kurzen vorstehenden Probe wohl überflüssig. General Ludendorff hat 1919 in seiner BroschüreFranzösische Fäl­schung meiner Denkschrift von 1912 über den drohenden Krieg" (Berlin, E. S. Mittler u. Sohn) die im französischen Gelbbuch enthaltene, ihm zugeschriebene Dmschcksl als grobe Mystifikation entlarvt und den Wortlaut der Ar­beit mitgeteilt, die er im Dezember 1912 als Vor­arbeit für die neue Militärvorlage dem Chef des Großen Generalstabes überreicht hatte. Man erkennt daraus, daß die von den Franzosen mi tgeteitte Denks chrift offenbar auf Grund der Kriegsereignisse nach­träglich konstruiert und nun plötzlich zu der Ehre gelangt ist, als .Hauptbeweisstück für Deutschland, Schuld zu paradieren. Welcher deut­sche Offizier ober Beamte hätte wohl jemals in ebner ärmlichen Eingabe einen solchen Son an- schlagen Formen wie er hier ebnem Abteilungschef des Großen Generalstabes zugeschrieben wird! Welche groteske Vorstellung, daß sich in einer solchen Schrift der Satz finden könnte, man müsse das Voll an den Gedanken eines Offensivkrieges gewöhnen und vorsichtig handeln, um keinen Ver­dacht zu erregen. Es gehört die ganze Verstiegen­heit französischen Denkens und das angstvolle Streben der französischen Erpressungspolitiker nach persönlicher Entlastung dazu, wenn sie es ihrem Volke auf eine solche Weise glaubhaft machen wollen, dah in Deutschland Offiziere des General- ftabes in amtlichen Schriftstücken eine solche Sprache hätten führen dürfen, und daß sie von der Leitung des Deuffchen Reiches hätten verlan­gen dürfen,die Dinge so zu führen, dah unten dem lastenden Drucke schwerer Rüstungen, be­deutender Geldopfer und einer gefparmten Poli­tischen Lage" das Losschlagen wie eine Befrei­ung betrachtet werde.

Nun könnte man ganz gewihhist orische" Aus- arbeitungen, die sich auf einer so niedrigen Stufe bewegen, wie nach dieser einen mitgeteilten Probe das Senatsgutachten der Herren Bourgeois und Pages, getrost ihrem eigenen Schicksale überlassen und sich dessen getröflen, dah nichts darauf an­komme, was derartige Leute über uns schreiben. Dieser Standpunkt wäre aber in diesem Falle völlig falsch, da ja das von Bourgeois und Pages erstattete Gutachten und besonders dessen erwei­terte Buchform ganz wesentlich zur Urteilsbildung des ftanzösischen Volkes über uns beigetragen haben und noch beitragen. Bei uns in Deutsch­land begreift man immer noch nicht hinreichend,

Das ist nichts anderes als der An­fang zur Zertrümmerung Preußens; wirtschaftlich fängt man sie an, mil de r politischen hört man auf. Bayern bleibt oder wird wieder, was es war. Dann hat Bavem keinen größeren Staat mehr sich gegen­über, der ihm das Gleichgewicht halten, be­ziehungsweise Zügel anlegen kann, und die bayerische Führer st eile fiatt der preußi­schen ist erreicht. Welche Gefahr das für die deutsche Einheit bedeuten würde, braucht nicht lange dargetan zu werden; man versteht aber nun erst, warum der bayerisch? Minister des Innern Schweyer vor zwei Monaten offen den Wunsch aussprach, daß die separatistisch gesinnten Hannoveraner am 18. Mai ihre Loslösung von Preußen erreichen möchten. Cetenm censeo Bo- russiam esse delendam! heißt die Losung, nicht bei allen Bayern, Gott sei Lob! aber bei einem udjt maßgebenden Teil der Bayern. Wer das Letzte, was wir aus unserem Schiffbruch von 1919 r! teilet haben, unsere nationale Ein - eit, erhalten will, der mußsolchen Plä­nen' mit aller Kraft widerstreben.

Wie sollen wir des Kriegsausbruches gedenken? Ei» Mahnwort bei der IO. Wieder­kehr der Erinnerungstage.

Don Bernhard Schwertseger*).

II.

DDG. Die Gutachter des französischen Senats, dis Professoren E. Bourgeois und G Pages, auf deren Gedankengängen die Schuldanklage gegen Deutschland im sogenannten Friedensvertrag von Versailles auf gebaut ist, haben sich den Beweis, daß Deutschland den Weltkrieg absichtlich herber­geführt habe, sehr leicht gemacht. Sie gehen zu­nächst aus von der Feststellung, daß die Oesterreicher nur von Deutschland vorgeschoben worden seien, und stützen sich für diese Behauptung auf eine Mitteilung, öie eine wichtige Wiener Persönlichkeit einem französischen Agenten anvertraut habe:Nicht wir sind 9B, Sie den Krreg suchen; er wird von; Berlin gesucht und gewollt. Man hat uns vor­geschoben. Wir werden in der serbischen Ange- ^genheit unterstützt und unterstützen nun unserer­seits." Die Herkunft dieser Note wird nicht näher bezeichnet. Lakonisch heißt es in einer Anmerkung unter dem TextNote de Vienne (Jnödit)". Bei einer so schweren Beschuldigung wäre es un- fxiängt notwendig gewesen, das Beweisstück voll­ständig zu bringen, statt eines einzigen aus dem Zusammenhänge Heraasgen ommenen Satzes.

Viel schlimmer aber noch ist das Verfahren der französischen Gutachter bei ihrer Unter­suchung derVerantwortlichkeit Deutschlands". 'Diese wird wie folgt begründet:In österreichi­schen Kreisen wußte man sehr wohl, daß für die Berliner Regierung and vor allem für die Gene- valstäbe der beiden Kaiserreiche das Attentat von Serajewo und das Vorgehen gegen Serbien m der Zeit vom 5. bis 30. Juli nur Vorwände waren das gegen die Slawen und Rußland be­schlossene Unternehmen nunmehr zu versuchen. Auf dieses Unternehmen hatte sich die deutsche Regierung seit 1913 enffchloffen vorbereitet." Den Beweis hierfür, so behaupten sie, erbringe em Dokument, dessen Echtheit nicht alle De rischen bestritten, während einige Deutsche sogar seinen Verfasser' nannten. Dieser Verfasser sei nach dem Eingeständnis des Obersten Dauer in seiner Schrrft Konnten wir den Krieg vermeiden, gewinnien, äbbrcchen?" und Maximillan Hardens in der Zukunft" vom 12./19. April 1919 der damalige Oberst Ludendorff. Ludendorff sei damals Ab- ^Lilungschef der 5. Abteilung des Großen Gene­ralstabes gewesen und in Berlin bereits als Organisator der deutschen Armee und des deut­schen Sieges in Aussicht genommen gewesen.

Hierzu wäre zunächst zu bemerken, dah Oberst Dauer in seiner erwähnten Schrrft auf S. 15 mir fagt die Heeresvorlage von 1913 sei von Luden- fitorff entworfen gewesen, sich aber in keiner Werse xu der von den Franzosen mitgeteilten falschen Denkschrift äußert. Die Bezugnahme auf ihn ist also bewußt ir-reführend. Weiterhin war Gui-s.r- idorff nicht Chef be55. Bureaus", wie die Fvan- Fvsen Tagen, sondern der 2 Abteilung des Großen Generalstabes, die den Aufmarsch zu bearbeiten

Schillers Badereise.

Schillers Geben war ein ewiger Kampf mit fernem Körper, dem er nut heldenhaftester An- fcnrnung die Kräfte zur Gestaltung seines Geb^ Werkes abrang. Dieser heroische Jdeanst nah-" sich nicht Zeit, um ins Bad oder m die Sommer- Yrifcbc zu geben sehr im Gegensatz zu seinem großen Freunde Goethe, ^^L,^^s/^ergreifender sich neue Jugend gewann, ^m so ergr . und rührender ist die einzige ler unternommen und der wrr die la ge Haltung seines teuren Daseins verdanken. W E im jenem traurigen Jahre 1791 als ^n llW zu Anfang ein furchtbarer Anfall jetn Leidens, der Drustkränchse Monate lang me!«r warf, im Mai ihn ein Ruckfall an Rand des Grabes brachte und schließlich keine andere tung mehr schien, als daß er die heilendsrQuel^n von Karlsbad aufsuchte. Schiller reifte wcht gern; die äußeren Hindernisse waren ihm laftt^ und schon die Vorbereitungen be^reb er .et-^as geniemäßig". Deshalb hat. er überfragt feUtm ausgespannt", und die «nzige gro^re R^ außer der nach Karlsbad war der Des ^l Heimat 1793, wo er sich /rhv^nund dre-age der Kindhett wieder erleben wollte. Sana, oer ihn vor dem Antritt dieser Rech» beobachtete, schreibt darüber:Sie kennen ja feine 2Irt T der Stelle für jedes Hindernis eine Arrsttrnft »rr finden und dann gleich nicht mehr daran z denken. Komisch war es indessen, wie glücklich dies Benehmen auf die Menschen, die ein«n jotip längere Reffen so sehr verbittern, auf Suyi®

hatte.

In einer Fußnote setzen sich die Franzosen mit der Urheberschaft Gudendorsfs noch näher auseinander. Wir sehen, daß die in Frage stehende Denkschrift zum ersten Male unter dem Datum des 19. März 1913 im französischen Gelbbuch ver­öffentlicht worden ist. Die deutsche Regierung habe sodann im Dezember 1914 den Text als saftch erklärt, das französische Ministerium aber dessen Zuverlässigkeit weiter behauptet. Nun b-abe 1919 Oberst Bauer diesen Bericht als ein Werk Ludendorffs hingestellt, und davon sei die Folge gewesen, daß die französische Regierung die Fort- sttzung dieses Berichtes am 8. Juni 1919 unter hem Namen Ludendorffs veröffentlicht habe. Daraufhin habe Ludendorfs am 13. Juni 1919 m derDvssischen Zeitung" feine Urheberschaft ver­leugnet und betont, er sei im März 1913 ga- «richt mehr im Generalstabe, sondern Regiments- fcmrmanbeur in Düsseldorf gewesen. Dieser Rich- tigstellung widerspricht Bourgeois, indem er be­hauptet, im März 1913 hätte es keinen Oberst des QZamend Ludendorff in Düsseldorf gegeben, folg- Lch habe Ludendorff damals noch dem General-' fiab^ angehört. Woher Herr. Bourgeois diese Ztzenndnis gewonnen hat, bleibt dunkel. Vielleicht bat er den Namen Ludendorff in der Rangliste 5er Preußischen Armee für 1913 gesucht und ihn Kwch unter den Generalstabsoffizieren gefunden, ,«hne zu wissen, daß zumeist im Zähre nur 'eino Eßtische Rangliste erschien und die Versetzun- erst in der Rangliste des nächsten Jahres jar werden konnten. Auch daß Ludendorff in

) Siehe die Ausführungen in Ar. 180 des

Abrede stellt im März 1913 Denkschriften für den Generalstab geleistet zu haben ficht den ranzösischen Historiker nicht an, und er bleibt trotz Ludendorfss Broschüre über die französische Fälschung seiner Denkschrift dabei stehen. Luden­dorff habe für den Generalstab gearbeitet und das im französischen Gelbbuche enthaltene Doku­ment sei das (SrgebttiS seiner im März 1913 viel­leicht von anderer Ha»id noch überarbeiteten Denk­schrift. i

Hören wir nach biefea ersten Proben fran­zösischer Zuverlässigkeit amtlicher Gutachter, was sie aus der Denkschrift vom 10. und 19. März 1913 als Beweise für den deutschen Welterobe- iungswillen anzufühven wissen.

Zunächst geben sie davon aus, dah es über­flüssig sein würde, das im französischen Gelbbuch abgeoruefte Schriftstück nochmals vollständig wiederzugeben. Aber einige Stellen wollten sie doch mitteilen, die durch einen einfachen Vergleich mit den Handlungen und Worten der Führer Deutschlands feit 1914 eine ganz besondere Be­leuchtung erhielten. In seiner Denffchrift vom März 1913 soll Gudendorfs folgendes ge»

zu entsprechen scheinen.

Für uns ergibt sich aus dem allen eine ernste, aber unausweichliche Aufgabe. Wir müssen solche Schriften, wie das Gutachten der Professoren Bourgeois und Pagös in Deutschland s) bald wie irgend möglich in deutscher llebersehung kennen­lernen, damit weiteste Kreise sich mit den Ge­dankengängen befassen und von ihrem Standpunkte aus dagegen unternehmen können, was in ihren Kräften steht. Besonders die Aufgabe der wissen­schaftlichen Kreffe und der Heranwachsenden Hi­storikergeneration ist es, solche Schriften nach^allen Seiten 'hin zu durchleuchten und aus dieser Tätig­keit heraus Mittel zur Abwehr zu schaffen Hier winkt unserer deutschen Jugend ein greifbares, nicht etwa nur papiernes Ziel. Wenn es uns gelingt und das ist bei einem Machwerk, wie dem Gutachten der Professoren Bourgeois und Pages geradezu eine Kleinigkeit, den ilnroert und die sachlichen Irrtümer eines solchen Gut­achtens zu erweisen, so gewinnt dadurch unsere

§u nagen. ,iir. wird sie nicht möglich sein; das empfindet nie-

pro patna est, dum senbere videmur. manb tiefer als das zu ' , tatholische Rheinland

~T. 3ZL- Wir haben mit der Zerstörung des preußischen

(Eine critltc-lönmUItQ. Königtums und des aus ihm auferbauten deut-

y schen Kaisertums wahrlich schon genug gegen die

Die Verhandlungen mit der bähe- historischen Grundlagen Deutschlands gesündigt rischen Regierung über d ie ne le unb gcndg die festen Klammern unteres Staats- Organisation der Reichsbahn erwecken daucs zerschlagen. Es ist Zeit, damit a rf- in den weitesten Kreisen Befürchtungen über die zuhören." Wiedererweckung eines den gesamtdeiffchen Man wird in den maßgebenden Kreisen gut Interessen schädlichen Partikularismus. Es ist daran tun, diese süddeutsche Stimme wohl zu bemerkenswert daß sich dieKöln. Volksztg. , beherzigen.

der man gewiß keine unitarischen Neigungen nach-

sagen kann, unter Hinweis aus die Entwicklrng, S/x«- HßAV*

welche die fremdländische Regie bcr_ rheinischen OCS

Bahnen genommen hat, verpflichtet fühlt, gegen-

über den bayerischen Vorkämpserii gegen die DCrlnlTlUiÖ.

Rcichseisenbahn den gesamtdeutschen Standpunkt

zu betonen. Das gleiche geschieht auch in einem Man schreibt uns.

Artikel des württembergischen Gandtagsabgeord- Die Wichtigkeit einer künstlerischen Gösung der

Treten Oberstudienrat Dr. Egel Haas imSchwä- Denkmalangelegenheit ftefjt, bewiesen schon durch bischen MeuÄrr", der gleichfalls eindringlichst zur die bisherigen Anstrengungen, außer Frage; es Olufmertfamiert gegenüber den Verhandlungen in mQn daher nicht überflüssig sein, Wenn nixh ein- München mahnt. Egelhaas betont, daß er gar mal von fachlicher Seile aus dazu öffentlich Stel- nicht daran denkt, einem übertriebenen älnttaris- lung genommen wird.

mus das Wort zu reden. Er weiß, dah er der Die Vorführung der Entwürfe im Ausstel- deutschen Volksseele und Volksart widerspricht, lungsraum am Drandplatz läßt vermuten, dah un- Aber ebenso gewiß sei, dah ein übertrie- geahnte Schwierigkeiten im Hintergründe verbor- bencr Partikularismus nicht am gen sein müssen, die der einfachen Errichtung eines Platze ist und daß auch er der deut- Denkmals sich bisher in den Weg stellten. In der schen Volksseele widerspricht. Egel- Denkmalbesprechung imGieß. Anz." vom Sams- Haas führt dann weiter aus: i tag, 2. August, 2. Blatt, wurde zunächst auf die

Einheit und Freiheit! war die Platzfrage hingewiesen, und dieses ist in der Gosung der wir als junges Geschlecht gefolgt sind Tat das wesentlichste. Die Auswahl von den drei und die wir unter Bismarcks Führung habeii zur Verfügung gestellten Plätzen hat auf Grund erkämpfen Helsen. Zur deutschen Einheit gehört der mannigfachen Gösungsversuche der beteiligten aber als eine ihrer stärksten Grundlagen not- Künstler den Gandgraf-Philipp-Plah als den wendig die Einheit des Verkehrs- besten ergeben. Auch ist durch die inzrvischen er«

wejens aus id«rlen roie aus prattischen folgte Grundsteinlegung die Stelle vor der Ka-

Gründen.' Dis jetzt ist seit 1919 die Sache so ge- fferne für das Denkmal festgelegt worden. Bei

handhabt worden, daß dem Reichsverkehrsmini- dieser Entscheidung über den Platz gaben jedoch

fterium die Feststellung des Haushalts, die Ver- nicht die künstlerischen Gesichtspunkte den Aus­teilung der Geldmittel, die Regelung des Der- schlag, sondern allein Gefühlsmomente, nämlich die kehrs und des Dienstes, die Ordnung der Rechts- unmittelbare Nähe der Kaserne des Truppenteils, veihältnisse der Beamten und die Vertretung dessen tapfere Vergangenheit vor allem durch das seines Geschäftszweiges vor dem 'Reichstag und Denkmal repräsentiert werden soll.

Reichsrat zusteht. Unter der Aufsicht des Mini» Aber wie steht es mit der künstlerischen For­st eriums haben die Direttionen eine weitgehende derung nach Harmonie von Denkmal, Platz Selbständigkeit der Verwaltung selbst betreffs der und Umgebung? Die jetzige Gestalt des Platzes Verwendung ihrer Einnahmen, ivodurch sie an der mit seinem verzwickten Grundriß ist denkbar un- Höhe dieser Einnahmen nützlicherweise interessiert geeignet. Platz und Denkmal wurden ft o we^r mit sind Das sollte auch so bleiben; in München aber sich, noch mit ihrer Umgebung zu cinern barmo- bat man andere Absichten. Dort ftrebt man kurzer nischen Ganzen verschmelzen können. Auch toutpe Hani- die Her-stellung der bayeris chen Staats- der Beschauer gar nicht wissen, von wo aus er sich bobeü also auch die Eisenba hnhoheit an eigentlich das Denkmal anzusehen habe, ob vom und will also wie früher eine schlechthin maß- Drandplah aus. oder vom Gegenüber der Kaserne, gebende Stelle in München, der gegenüber die Deshalb wird eine völlige Umgest a 11ung der Direktionen sowohl rechts vom Rhein als in der P1 a h v er 11 n i s s e sich ergeben, d. h dre Pfalz nur eine sehr eingeschränkte Selbständig- Platzinsel wird verschwinden und einer grv^n, feit haben- diese Direttionen haben weder über ununterbrochener, gepflasterten Ebene werch^r die Fahrpläne noch über die Tarife ein Wort I müssen. Denn dann erst rst es eigentlich möglich.