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LXls immer gefährlich jet Xvcturig fei auch, fest- stellen zu müssen, daß, abgesehen von Ausnahmr- fällen, die Regierung sich gegenüber solchen be­waffneten Jungen Leuten einfach passiv ver­halte.

Veigelegter Lohnkonflikt der Gemeindearbeiter.

Dortmund, 5. Rov. (WTB) 3n dem Lohnstreit der Gemeindearbeiter hatte der Schlich­ter für Westfalen, Reichs- und Staatskommissar Mehl ich, die Vertreter der Parteien zu Eini­gungsverhandlungen eingeladen. Rach langen Verhandlungen gelang es den Parteien, sich auf die im Tarif vorgesehene Bezirks stelle zu einigen, mit der Maßgabe, dah für den Fall, dah ein Schlichtungsspruch ergeht, die Parteien sofort ihre Stellungnahme dazu erklären. Dabei wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach im Wirtschaftsgebiet I ein Spihenlohn von 70 Pf. in der Stunde vorgeschlagen wird. Die übrigen Löhne ändern sich entsprechend. Die sozialen Zu­lagen bleiben wie bisher bestehen. Die Parteien erklärten nach kurzen Verhandlungen, dah sie den Schiedsspruch an nehmen. Diese Lohnvsge- Llung betrifft ungefähr 12 000 Gemeindearbeiter. Acren Ausstand dadurch vermieden ist.

Ein neuer Herrmannprozeh.

Weimar, 6. Rov. (TU.) Gegen den thürin­gischen Staatsminister a. D. Herrmann und den Regierungsassessor Kunze findet heute und morgen ein Verfahren statt. Beide sind beschul­digt, Waffen verschoben und öffent­liche Gelder zu privaten Zwecken ver- braucht zu haben. Es sind 37 Zeugen geladen, darunter Reichskommissar G e n z e r - Berlin, der frühere F.ncmzminister Stolze, Ministerialrat Z a u b i h e r, der Leiter des Thüringischen Landeskriminalamts, Oberregierungsrat Ritsch, die früheren Minister Froelich und Hart­mann, früherer Polizeioberst Mülter-Dran- denburg und der frühere Staatsbankpräsident Loeb.

Aus aller Welt.

Notruf des Hochwassergebietes.

Köln, 6. Rov. (TL.) Oberbürgermeister Adenauer hat als Vorsitzender des Provin­zialausschusses an den Reichskanzler Marx, den Reichsminister des Innern, den preußischen Mi­nisterpräsidenten und den preußischen Minister des Innern folgenden Rotruf gerichtet:Hochwasser- katostrophe in der ganzen Rheinprovinz hat größten Schaden angerichtet. Ditte drin­gend Rotstandsaktion wie im Jahre 1920 einzuleiten und öffentliche Mittel zur Be­seitigung der Schäden bereitzustellen."

In Köln hat der Wasserstand 8,80 Meter erreicht: die Steigung pro Stunde beträg- Vs Zentimeter, während aus Koblenz ein Fallen von 1 Zentimeter stündlich gemeldet toirx Im Deutzer Industriehafen stehen große Holzlager unter Wasser, ebenfalls Las Hafengebet. An­dernach, Reuwied und St. Goarshausen find sta r k überflutet. Dir Fabriken von Bendorf sind teilweise stillgelegt. An der Mosel ist die Traubenlese e i n g e st e l l t worLen. da die Win­zer nicht in die Weinberge gelangen können. .Bei Traben-Trarbach kann auch die Staats- -bahn nicht mehr verkehren. In Cochem ist -ein vierjähriger Junge ertrunken.

In Duisburg ist in der vergangenen .Rächt der Rotdamm, der zum Schuhe der niedrig gelegenen Straßen der Altstadt errichtet war, g e- b r o ch e n. Die hereinbrechenden Fluten richteten vielen Schaden in den Läden und den Wohnun­gen in öen Erdgeschossen an. Die Warenhäuser in der Beekstraße, in deren untere Verkaufsräume das Wasser bereits eingedrungen ist, muhten g e= räumt werden. Der Weinhausmarkt am Rat­haus ist fuhhoch überflutet. Bei Mainz ist der Rhein bis zu einem Pegelstand von 4,57 Meter gestiegen, doch ist ein weiteres Anwachsen des Hochwassers nicht mehr zu be­fürchten, da das Hochwasser des Mains und des Oberrheins im A ü ck g e h e n begriffen ist. Rur der Reckar führt noch Hochwasser, doch ist das für den Wasserftand des Rheins ohne Be­deutung. Die Schiffahrt ruht vollständig zwischen Bingen und Koblenz. Zwischen Mannheim und Mainz konnte sie in beschränktem Mähe aufrecht­erhalten werden.

Schwere Derkehrsunfälle in Berlin.

In Berlin ereigneten sich gestern drei schwere Derkehrsunfälle. In Berlin-Heinersdorf geriet ein 23jähriger Radfahrer unter eine Stra­ßenbahn. Er wurde von der Bahn 100 Meter weit mitgeschleift und getötet. Am Mühlen- damm wurde eine Frau beim Leberschreiten der Straße angefahren und schwer verletzt. In der Reuen Königstraße wurde ein 75jähriger Kaufnwnn von einem Auto angefahren und so schwer verletzt, dah er nach seiner Ein­lieferung in ein Krankenhaus starb.

Dom Zuge überfahren.

Schneidemühl, 5. Rov. (WTB.) An der Eisenbahnstrecke SchneidemühlStargard wurde zwischen den Stationen Schroh und Grohwitten- Derg heute morgen das Auto des Molkerei be­sitz ers Hellwig aus Rosenfelde vom Zuge erfaßt. Der Chauffeur wurde sofort getötet. Ein anderer Insasse des Wagens konnte recht­zeitig abspringen.

Deleidigungsprozess.' Seberlngs.

Berlin, 5. Rov. Das Große Schöffengericht in Berlin-Mitte beschäftigte sich mit einer Reihe von Klagen wegen Beleidigung des Ministers Se° bering, die die Staatsanwaltschaft auf Grund von Artikeln desDeutschen Tcmeblaltes" gegen die völkischen Abgeordneten Wulle, Steller und Major Webesaraedt angestrengt hatte. In dem Prozeß gegen Stelter als dem verantwortlichen Schrift- l ei ter desDeutschen Tageblattes" wurde der Q(n= geklagte zu einer Geldstrafe von 300 Mk. und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt, insbesondere weil in dem inkrimivierten Artikel Severing Hochverrat vorgewvrfen worden ist.

Zusammenstöße zwischen Rationalsozialisten und Reichsbannerleuten.

Berlin, 5. Rov. Rach demDerl. Lvkal- anzeiaer" kam es in Stettin bei einer Wahlversammlung der Rational- s o z i a l i st e n zu Zusammenstößen zwischen Der sammlnngsteilnehmern und anwesenden An­gehörigen der Linksparteien. Eine Anzahl Personen wurde verwundet, darunter zwei Mitglieder des Reichsbanners Schwarz-Rok>Gvld

schwer. Dte Polizei räumte Den Saal und stellte die Ruhe wieder her.

Schandtaten französischer Soldateska.

Rach Blättermeldungen aus Landau über- sielen Dienstag abend drei französische Soldaten in li-ftiform den Finanz - Inspektor Wüst und raubten ihm die gesamte Barschaft von 180 Mk. Am gleichen Abend wurde in den Ostpaickanlagen ein Mäd­chen von zwei französischen Soldaten über­fallen und vergewaltigt.

Fluchtversuch eines Schwerverbrechers.

Magdeburg, 5. Rov. (W. D.) Als heute der von dem hiesigen Schöffengericht wegen Zu­hälterei und anderer schwerer Delikte zu einem Jahre Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilte Karl ©einer abgesührt werden sollte, gab er auf den Justizwachtmeister Rau mann zwei Schüsse aus einer Armeeplstole ab, an de­nen dieser wenige Minuten später st a r b. Gerner bahnte sich mit vorgehaltenemRevolver einen Weg und verletzte dabei den diensttuenden Pförtner D r e n n e ck e, der ihn aufhalten wollte, ebenfalls schwer. Rach einer Viertelstunde gelang es, den Mörder wieder fest zunehmen und ihn erneut ins Gerichtsgefängnis einzuliesern.

Einweihung des deutschen Diakonissenheims In Rom.

Rom, 6. Rov. (T. U.) Wie derLokal- anzeiger" aus Rom meldet, fand am Mittwoch die Einweihung des Deutschen Diakonissenheims in Anwesenheit des deutschen Botschafters, Frhrn. v. Reurath, statt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 6. Rovember 1924.

Heimat im Bild.

Diele anerkennende und zusttmmende Worte sind uns in diesen Woch.n über dieHeimat im Bild" mündlich wie schriftlich zuteil geworden, so daß wir annehmen dürfen, mit dieser Beilage das Richtige getroffen zu haben. Diese beifälligen Aeußerungen aus allen Gegenden un'erer Pro­vinz und Darüber hinaus bestärken uns darin, diese mühevolle und kostspielige, aber auch dank­bare Tätigkeit zur Erweiterung und Bereicherung des Gießener Anzeigers sorgsam wnter zu pflegen.

Aus dem Leserkreise ist mehrfach angeregt worden,Heimat im Bild" am Jahresende als Buch herauszugeben. D esem Wunsche können wir aus verschiedenen Gründen nicht entsprechen. Wohl aber sind wir gerne bereit, mit Beginn des neuen Jahres eine Sammelmappe ober Einband­decke für 192425 herzustellen und zum Her­stellungspreise zur Verfügung zu stellen. Vor Schluß des Jahres werden wir darauf zurück- kornmen. Jedenfalls wird es sich empfehlen, die Beilage sorgfältig aufzubewahren.

Gießener HochschulbläLLer.

Auch diese Sonderbeilage findet nach unseren bisherigen Feststellungen außerordentliche Beachtung. Es wird sich empfehlen, diese Blätter gleichfalls sorgfältig zu sammeln. Zwar ist jeder Artikel und jedes Blatt in sich abgeschlossen, aber die verschiedenen Beilagen ergänzen sich doch zu einem geschlossenen Ganzen. Allen Freunden der Universität wird diese Sammlung eine willkom­mene Gelegenheit fein, den Zweck der Veranstal­tung treu im Sinn zu behalten.

*

Poftprotestaufträge.

Dom Reichspvstamt in Berlin wird uns schrieben:

Die Protestierung von Wechseln mangels Zahlung farm auch durch Postbeamte erfolgen. Zu diesem Zweck ist seiner Zeit der Postprotest- auftrag eingeführt worden. Die Bestimmungen dieses Versahrens und die damit verbundenen Vorteile, besonders für Wechsel über kleinere Be­träge, scheinen nicht genügend bekannt zu fein. Der Vorteil liegt zunächst in der Billigkeit des Verfahrens. Die Postprotestgebühr ist sehr niedrig (1 Mark), außerdem wird die Protesterhebung für Wechsel, die an kleinen, abgelegenen Orten ohne Rotar oder ohne einen zur Aufnahme von Wechselprotesten befugten Gerichtsbeamten zahl­bar sind, nicht durch Reisekosten der Protestbeam­ten verteuert. Sodann ist beim P ost p ro t e st -- auftrag die rechtzeitige Protestierung besser gesichert als beim gewöhnlichen Postauftrag, da bei ersterem die Weitergabe des Wechsels an den zuständigen Gerichts beamten usw. wegfällt. Dieser Vorteil kommt namentlich zur Geltung, wenn Postaufttäge erst kurz vor dem Fälligkeitstag nach kleinen Orten mit wenig Post Verbindungen und ohne zur Protestierung zuständige Gerichts­beamte eingeliefert werden. Hier ist die Protest­erhebung duvch die Post in vielen Fällen noch möglich, in denen die Wechsel nicht mehr rechtzeitig an Den zuständigen Gerichtsbeamten weitergeleitet werden können.

Rachstehend die hauptsächlichsten Bestimmun­gen für Postprotestaufträge: Die Post kann durch Postpvotestaufträge beauftragt werden, Wechsel zur Zahlung vorzuzeigen und mangels Zahlung Protest zu erheben. Dem Postprotestauftrag ist Der quittierte Wechsel beizusügen; mehrere Wech­sel betzufügen, ist nicht gestattet. Ausgeschlossen von Der Pvotesterhebung durch Dte Post sind Wechsel über mehr als 1000 Rentenmark, Wechsel, die auf eine ausländische Münzsorte lauten, wenn Der Aussteller durch das Worteffektiv" oder einen ähnlichen Zusatz Die Zahlung in Der be­nannten Münzsorte ausdrücklich bestimmt hat, Wechsel mit Rotanschrift oder Ehrenannahme und Wechsel, die unter Vorlegung mehrerer Stücke desselben Wechsels oder unter Vorlegung Der Ur- schrift und einer Abschrift zu protestieren sind. Bei Postprotestaufträgen haftet die Post für Die ord­nungsmäßige Ausführung eines vorschriftsmäßi­gen Protestauftrags nach § 4 Des Gesetzes, betr. Die Erleichterung des Wechselprotestes, vom 30. Mai 1908. Diese Bestimmungen gelten sinngemäß auch für Schecks, Die protestiert werden sollen. Die VersenDungsbedingungen usw. sind bei den Postanstalten zu erfahren.

Gießener Wochenmarktpreise

am 6. Rovember 1924 (Händlerpre.se).

Es kosteten auf dein heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 30. Käse 75, W rsing 7, Weiß- ^aut 5, Rotkraut 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Ruben 10, Spinat 40 Unterkohlrabi 5, Grün-

« ERdsnttvhl 50, F.ldsalat 40, Tomaten 70, ^rettich 30, Schwarzwurzeln 63

Kartoffeln 5. Aepfel 12 bis 20, Birnen 8 biß 1,o Russe 60 Ps das Pfund, Eier 18 Blumenkohl 30 bis 150, Endivien 5 bis 20, Laach

, Rettich iu, Sellerte 10 bis 30 Pf. das Stück, junge Haaren 90, Sappenhühner 80, Gänse 100 Pf. Das Pfund.

Wettervoraussage.

Nachtfröste, stellenweise Rebelbildung, Winde aus nördlicher Richtung, tagsüber aufheiternd und milder, trocken.

Die Entwicklung Der LuftDruckverteilung läßt erwarten, daß Die eingetretene Hochdruckwetter­lage fort Dauert. Die Tiefdruck-Störungen im Rordwesten und Südosten haben seit gestern wei­ter an Bedeutung für unseren Bezirk verloren. Heute morgen lag die Temperatur in Deutschland stellenweise schon unter 0. Auch in Der nächsten Rächt sind Rachtfröste zu erwarten. Die Minima Der Temperaturen Dürfte sogar noch etwas tiefer liegen.

Vornotizen.

- TageskalenDer für Donnerstag: StaDttheater: 63/4 Hhc:Rordische Heerfahrt". Deutsche Dvlkspa tei: 8 Uhr. G w^behaus,Haupt­versammlung. Südwestdeuti cher Raoiotlub: 8Vi Uhr im Physikal. Institut, Siephanstr., Vortrag. Schiklub Wintersport, Gießen: 8Va übt im Cafe Astoria Hauptversammlung. Lichtspielhaus, Dahnhofstr.: Henny-Porten-Film undDie Fahrt des Z. R. 111 nach Amerika". Hess. Dilderdühne: Plasttgramm".

Aus dem Sta d ttheater bu rea a wirD uns geschrieben: Die Aufführung eines Schillerfchen Dramas, Die alljährlich zu des Dich­ters Geburtstag ftat.f.nöet, wird dieses Jahr am Sonntag, 9. Rovember, gegeben werden da Der Montag kein Spieltag ist. DieRäuber^ dürften ihre alte Anzi.Hangskraft ausüb.n, zumal fii) eine sehr gute Drehung h.er ermöglichen läßt. Infolge der Erkrankung Des Herrn Volck tritt folgende Umbesetzung Der Rollen ein: InDer Fremde" spielt Herr Telekh die Rolle des Wirtes und inDer zerbrochene Krug" Herr Schubert Die Des Gerichtsrates Walter.

Volkshochschule. Heute keine Vor­lesung über Rechtsfragen. (Siehe Anzeige.)

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* * Der Tierschuhverein für Hessen feiert am nächsten Montag, 10. Rovern oer, das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens mit einer Festsitzung im städtischen. Saal bau zu Darmstadt. Verbunden mit dieser Feier ist D.e 43. ordentliche Hauptversammlung des Vereins.

* * Die Einlösung Der Theater- Gutscheine betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die hiermit be­sonders verwiesen sei.

* * Der Wirtschaftsausschuß Der gesamten Arbeiter-, Angestellten- u n D DeamtenverbänDe von Gießen bittet uns am die Aufnahme folgender Rotiz: Veranlaßt durch Die ungeheuren P eissteige.un- gen fast aller BeDarssartael und Lebensmittel m Den letzten Monaten, hatten sich Die Vertreter aller dem Wirtschaftsausschuß angegliederten VeibänDe am vergangenen Freitag zu einer Aus­sprache zusammengefanden. Man war einmütig Der Auffassung, daß die gegenwärtigen hohen Preise in sehr vielen Fällen durchaus unberech­tigt sind, und daß insbesondere Gießen zur Zeit Teuerungszahlen aufweist, die erheblich über den­jenigen anderer Städte liegen. Es wurde des weiteren festgestellt, daß Die angelündigte Preis- abbaiialtion Der Reichsregierung in Der Haupt­sache bisher erfolglos geblieben ist. Der Wirt­schaftsausschuß wirb zunächst von Den staatlichen und städtischen Preisprüfungsstellen mit allem Rachdruck verlangen, daß sie in Zukunft der Preisgestaltung ihre volle Aufmerksamkeit zu- wenden. Er wird ferner selbst mit den Pro­duzenten zwecks Erzielung eines Preisabbaues in Verbindung treten, und falls Das nicht zum Ziele führt, umfangreiche Selbsthilfemaßnahmen treffen."

* * Der Verband ehem. 80er, der sich aus früheren Ang.hörigen des Füsil-Regts. von Gersdorff und seiner Fechformatione.r zuammen- seht, beabsichtigt, seinen im Kriege gefallenen Kameraden in Bad Homburg ein Eh endenk- mal zu errichten. Die Vorarbeiten sind, wie man uns schreibt, gelegentlich Der vor einiger Zeit stattgefundenen Hauptversammlung, zu der fast alle Ortsgruppen Vertreter ent andt hatten, ei em besonderen Denkmalsausschuß übertragen worden. Der Platz für das Denkmaal ist von Der Stadt Homburg in unmittelbarer Räche des Schmuck- Platzes, einem Der schönsten Punkte von Bad Homburg, bereits zur Verfügung ge teilt, so daß den gefallenen Helfen in Homburgs Mauern für alle Zeiten ein Ehrenplatz gesichert sein wird. Um das Zustandekommen des Vorhabens zu er­möglichen und der Denkmalsweihe ei. e t wür i en Rahmen zu geben, ist es Eh.e rpflichi eines jeden ehem. 80ers, sich daran zu beteiligen. Maa er­innere sich dabei Der Einladung, Die im Anzeigen­teil unserer Samstagnummer veröffentlicht tourte.

RDV. Keine Son der gebühr mehr für nachzulösende Fahrkarten. Ei en- bahnreisende, die eine Durchgehende Fahrkarte bis zur Zielstation nachweislich nicht erholten können, haben bei Der späteren Rachlösung in Den Zügen keine Eondergebüchr mehr zu zahlen. Sie betrug 50 Pf. Es wird ihnen als Ausweis auf der Abgangsstation ein roter Rachlösezettel ausge- händigt. Damit entfällt auch der Anlaß zu Be­schwerden, wenn Reisende auf einer Anschluh- ftation wegen Verspätung des benutzten Zuges oder wegen kurzer .Uebergangs eit eine Fahrkarte zur Weiterfahrt nicht lösen können.

RDV. DieDadeverwaltung haftet. In einem deutschen Kurbade war eine Danr auf dem Wege zum Ausgang des Badehauses in der Vorhalle ausgeglitten, weil diee nicht aus­reichend b l gt war. Die Dame verklag e darauf­hin die Dadevrrwaltung auf Schodener ah. Nach­dem die Vorinstanzen die Klage obgewie e i hatten, indem sie sich auf Den Standpunkt stellten, Der Anspruch sei bereits verjährt, kam Die Sach^ jir Entscheidung vor das Reichsgericht. Di.ses wies Den Einwand Der Verjährung zurück und erkannte dahin, daß Die bei lag te 'Badeverwaltung zum Schadenersatz verpflichtet sei. In Den be­merkenswerten Entscheidungsgründen heißt es u. a.: Die Badeverwaltung habe Die Verpflichtung gehabt, Den Badegästen einen gefahrlosen Zu­ll nd Ausgang nach und aus den Badezellen zu gewähren. Sie habe diese Pflicht schuldhaft rer- nachlässigt. Das Reichsgericht stellt dao i aus­drücklich fest, daß die bezeichnete Veroflich ung der Badeverwal ung eine fegenamte Rebcneer» Pflichtung Darstellt, Die Der kurzen Verjährung nicht unterliegt.

RDV. Der schnellste Deutsche Zug. Die größte Geschwndigk.it errciht heute i i TeutschlanD Der eochnellzug von München nach Rürnberg, Der eine Strecke von 199 Kilome.er zurückzulegen hat. Er fährt bis zu 88,4 Kilo­

meter pro Stunde. Diese Leistung Durfte von keiner mitteleuropäischen Eienbohn übertroffen werden, auch Der schnellste Zug Frankreichs, Der Luxuszug von Paris nach Brüssel ofrie Grenz­aufenthalt, erreicht nur eine Geschwindigkeit von 832 Kil. Meter. Dir schnellsten amerikanischrn Zuge, g -g.ntoäriig Die Pennsvlvania- und Tea- ding-Expivßzüge von Philadelphia nach Atlantic City, fahren mit einer Höchstge'chwindigleit von 90 Kilometer pro Stunde. Demnach steht Die Leistung Des schnellsten deutschen Zuges Dem amerikanischen Rekord nur um ein ganz Ge­ringes nach.

Landkreis Gießen.

ll. L o l l a r, 5. Rov. Aus Der gestrigen öffent­lichen Gerneinderatssihung ist folgendes zu berichten: Die Z o ll n e r we r ke - Berlin, die auf Der Badenburg eine Farbmüble betreiben, hat­ten beantragt, daß die Gemeinde ihr Teil dazu bei­trage, eine fahrbare Straße zwischen Lollar und Der Dadenbnrg.cherzustellen So sehr die Ausführung eines solchen Projektes zu wünschen wäre, ist Die Gemeinde aus finanziellen Gründen doch nicht in Der Lage, ihrerseits zu Den Kosten, die sich auf rund 30 000 Mk. belaufen sollen, beizutragen. In diesem Sinne sollen die Antragsteller benachrichtigt werden. Ein in de. Stein st raße stehendes, imRohbaufertiygestett- tes Wohnhaus wurde von der in Amerika wei­lenden Besitzerin der Gemeinde zum Preise von 3200 Mk. zum Kauf angeboten. Rach der Er­klärung eines Sachverständigen, wonach Der Preiei zu hoch ist, und nach einigen weiteren Demerkunge,. beschließt der Gemeinderat, das Angebot zurück- zugeben und von Dem anderweitigen Käufer für den Quadratmeter des Banplah-es, welcher noch Eigentum der Gemeinde ist, 2,50 Mk. zu verlangen Der Schulvorstand ersucht um die Anschaf­fung von Lehrmitteln im Betrage von 113 Mk.; wurde genehmigt. Der Erwerbs - losenkommission sind nach den neuen, vom Kreisamt mitgeteilten Rich.linien weitere Ar­beitsgebiete zugeteilt. Es machte sich des­halb eine Reu Wahl dieser Kommission notaxn- Dig, Die folgenDes Ergebnis hatte: Arbeitgeber: Friedr. Ringleb, Ernst Kutscher, Christian Gött­lich, Heinr. Fuchs VI. Arbeitnehmer: Ernst Klin­ket, Gg. Seipp, Karl Hoffmann II., Hrch.Bierau III. Ein Anttag, den Iahreskirchenbeitrag auf die Seelenzahl auszuschlagen, wurde abgelehnt.z Verschiedene Gesuche um Zuteilung von DaupläYen wurden dahin geregelt, daß in einem Falle zugestimmt, in zwei weiteren Fällen, die auswärtige Daulustige betreffen, in nächster Sitzung entschieden werden soll. Die Dürger- meifterei beantragte die Entfernung einer P u rn p e in der Hauptstraße. Der Gemeinderat be­schloß jedoch, die Pumpe wieder herstellen zu las­sen, um bei evtl. Wasserleitungsschäden keinen Mangel an genießbarem Wasser auf kommen zu lassen. Die provisorische Ausbesserung zweier unausgebauter Straßen wurde genehmigt.

t Grünberg, 4. Rov. Rach Dem amtlichen Material hatte Die Stadt Grünberg im Jahre 1919 2190 Einwohner. Rach Der diesjährigen Personen st andsaufnahme hat sich diese Zahl nur wenig verschoben, und zwar auf 2 2 2 3. Hiervon sind 2083 evangelisch. 67 katholisch, 3 israelitisch, Dte übrigen gehören verschieDenen kleinen Religionsgemeinschasten an Wenn' man Durch Die Straßen unserer Stadt wandert, so faim man Den Fortschritt, Den Das Funkwesen auch hier gemacht hat, fast in jeDer Straße beobachten, lieberalt sinD An­tennen gespannt, Die Zahl 20 ist bereits erreicht. Es sollen noch weitere Reuanmeldungen bevor­stehen.

* Lich 5. Rov. (Eig. Bericht.) Lobenswn- sind die Bestrebungen unterer Stadtverwal­tung zur Bekämpfung DerHochwasser- gefa hr. Die Wetterniederung bei Lich ist eines Der gefährdetsten Gebiete Oberhessens, und sc alt wie Lich sind auch die Klagen über Wasser­not. Den ersten Schritt zur Eindämmung Der Gefahr tat Die Feldbereinigung durch Re­gulierung Des Wetterbettes und DeS Weidgrabens und Durch Anlage verschiedener Flutsch'eu c i. Da­mit war allerdings die Gefahr nicht beseitigt, sondern mit- gemildert. Die große Schwierigkeit lag bisher darin, daß das von Den oberhalb Lich gelegenen Gebieten zuströmende Wasser an dem Wehr Der unterhalb Lich liegenden Kola- häufermühle ein Hindernis fand. Hierdurch er­folgte ein Rückstau des Wassers, Der Der Stadt Lich schon bei mäßigen Regeafällen Hochwasser brachte. Jetzt hat Die Stadt Lich in das Wehr Der Kolnhäuser Mühle eine große Flutschleuse einbauen lassen, die eine Menge Wasser abnimmt und eine Senkung Des Wasserspiegels der Wetter im Gefolge hat. Die Wirkung dieser Schleuse, Die erst vor we­nigen Wochen erbaut wurde, ist bei Dem jetz'gen starken Hochwasser sehr angenehm in die Erschei­nung getreten. Während sonst alle Keller der Bahnhhofstraße und Schäfergalse bet Hochwasser sofort unter Wasser standen, ist diesmal kein Schaden zu verzeichnen, und es ist jedenfalls nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß die Anlagekosten Der neuen Schleuse sich schon durch Die verhinDerten Schäden eines einzigen Hochwassers bezahlt machen. Das Kul urbauamt Gießen hat noch einen weiteren Vorschlag zum Schutze Der ©taDt Lich gemacht, Der darin besteht, Durch Höherlegung Des Das Wiesental ober­halb Lichs quer durchschneidenden Stock­brückenwegs ein Staubecken zu schaffen. Falls dieser Plan die Genehmigung des Stadt- Vorstandes findet und zur Ausführung gelangt, steht zu hoffen, daß Hochwasserschäden in Lich für die Zukunft nahezu unmöglich werden Dürften

Kreis Friedberg.

4- BaD-Rauheim, 4. Rov. Die heu­tige Sitzung Der Stadtverordneten er­ledigte folgende Tagesordnung: Für Den ausge- schiedenen Stadtv. Büttner (Soz.) wurde Der an feine Stelle gewählte Stadtv. Kluge in fein Amt eingeführt. Das am Johannisberg gelegene Weinberghasts ist von der Stadt zu Wohnzwecken verm etet. Wenn es dauernd diesem Zweck dienen soll, muß es gründlich in- standgefeht werdev. Ein Betrag von 7000 Mk. wird gegen die Stimmen Der Sozialdemokraten bewilligt, deren Wortführer geltend ntacht, daß für diese Summe bald eine neue Wohn mg errichtet werden könne. Wie die Hintere soll aua) Dte vvrDere Kur st raße mit Asphalt- g u ß hergerichtet werden. Die dazu nötige Summe von 13 000 Mk. wird bewilligt gegen Die Stimmen der Sozialdemokraten. Die sich ableh­nend verhalten, weil sie Die Behebung Der Woh­nungsnot für Dringender erachten. Für einen Reubau wird dem A. Bayer das ttbliche