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33. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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Muglages in Metzen, der Zehntausenven mW Stadt und Land zu einem seltenen Erlebnis wurde, war H. Winn in hervorragender und richtunggebender Weise mitbeteiligt, und er hat gerade bei dem letztgenannten Unternehmen ungeachtet körperlicher Beschwerden bis zum guten Abschluß aufopferungsvoll auf seinem Posten ausgeharrt. Schon aus dieser, nur in ganz großen Strichen gegebenen Schilderung der bisherigen Lebensbahn Winns erkennt man einen hervorragenden Mitbürger, dem die allgemeine Hochachtung und vielfache herzliche -Zuneigung mit vollem Recht zuteil wird. Möge dem alten Herrn, der sich durch sein allezeit freundliches und humorvolles Wesen viele Freunde erworben hat, noch lange ein heiterer Lebensabend beschieden sein!
„Dann, Monsieur, sehe ich leider, daß nichts tun können."
„Dvch: eines, Bernet. Sie vergessen Antwortzeichen — vom Fenster aus."
„Sie setzen mich in Erstaunen, Herr. Duvall. Es ist Lxrhr, dah wir ihn in Verdacht hatten. Dasselbe Zimmer, von dem Sie sprachen, ist durchsucht worden. Wir fanden nichts. Wie können Sie wissen, ob Ihre Annahme stimmt?"
„Das spielt keine Nolle — ich weih es — jetzt. Es handelt sich darum — Frar^ois wird davon bin ich überzeugt, hnrte abend uih acht Ufyr in seinem Zimmer sein und aufmerksam die Autos beobachten, die an jener Kreuzung der Avenue Malak.ff vorbrifahren."
„Nicht unbedingt! Wir können es leicht vev- Hindern, indem wir ihn verhaften."
„Eben das dürfen wir nicht. Begreifen Sie nicht — für die Wiederauffindung des jungen Stapleton ist es unbedingt nötig, dah die Zeichm alle gegeben werden."
„Natürlich,- daran dachte ich nicht. And diese Zeichen?"
„Kann ich selbstverständlich nicht kennen. Ich denke jedoch, daß vom Wagen, noch welchem Francois Ausschau hält, ein blaues Lichzeichm gegeben wird, wenn er die Avenue Malakoff kreuzt. Das natürlich nur, wenn unser Freund der Erpresser, wohlbehalten und unverfolgt wegkommt."
„And im anderen Falle?"
„Wird das Zeichen vermutlich rot sein. Er kann auf sehr einfacher Art beide Zeichen geben
geschaffen werden können. Diese
„Danke," antwortete Duvall trocken „Nun stelle ich es mir folgendermaßen vor: Sie Wahlen Ihren Standort nahe der Straßenkreuzung, von dem aus Sie das Fenster an der Rückseite von Stapletons Haus gut sehen. Heute abend stellen Sie sich dort auf, mit dem schnellsten Auto, das Sre auftreiben können. Lassen Sie durch einen
Hypothekengläubiger- und §parer-Schutzverband.
Die hiesige OrtsgruppedesHypothe- kengläubiger-undSparer-Schuhver- b a n d e s hielt am Montagabend in der Neuen Aula der Aniversität eine öffentliche Versammlung ab.
Nach einer kurzen Einleitung durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe, Rechtsanwalt L u l e h, hielt Provinzialdirektor a. D. Geh. Rat Dr. Best aus Darmstadt einen zweistündigen Vortrag über die 3. Steuernotverordnung, den gegenwärtigen Stand der Amwer- t u n g s f r a g e und die Notwendigkeit einer geschlossenen Organisation zur ^Herbeiführung einer Aenderung der 3. Steuernotverordnung. Der Redner ^-sprach zunächst von der außerordentlichen Rot und dem großen Elend, von dem weite Kreise des '' Volkes und insbesondere des Mittelstandes durch die Folgen des Krieges, in erster Linie aber durch die Geldentwertung betroffen wurden. Er übte Kritik an der 3. Steuernotverordnung und vertrat die Auffassung, daß das Deutsche Reich seit Anwendung dieser Verordnung kein Rechtsstaat mehr sei, dah diese Bestimmungen vielmehr jedem Gedanken von Treu und Glauben widersprechen. An der Inflation trage die Reichsregierung große Schuld, weil sie die notwendigen Geldmittel nicht
durch Steuern, sondern durch die Notenpresse aufgebracht habe. Redner kam dann auf den Antrag des kürzlich verstorbenen Reichstagsabgeordneten Düringer (D. Vp.), betr. Erlaß ei ces Sperre gesetzes, zu sprechen, dem die Regierung, unterstützt von einer Gruppe der Nutznießer, insbesondere auch durch einen Teil der Industrie, schweren Widerstand entgegengesetzt habe. Alles stellte sich auf Goldmark ein, nur der Rentner solle sich mit Papiermark zufrieden geben. Von den Entscheidungen des Oberlandesgerichts Darmstadt und des Reichsgerichts bezüglich der Aufwertungsfrage sei man in weiten Kreisen unseres deutschen Volkes angenehm beriihrt gewesen, die 3. Steuernotverordnung habe aber in dieser Hinsicht wieder eine große Enttäuschung bereitet. Der Aufwer- tungsausschuh des Reichstags, der bisher unermüdlich tätig gewesen sei, habe u. a. auch die Frage der Zinszahlung erwogen, doch bestehe infolge der Auflösung des Reichstags wenig Aussicht auf eine baldige Lösung all dieser so außerordentlich wichtigen Fragen. Von einer befriedigenden Lösung der Aufwertungsfrage hänge aber das Gedeihen unserer Wirtschaft ab. Redner erläuterte sodann die wichtigsten Bestimmungen der 3. Steuernotverordnung, sowie die Begründung der Reichsregierung für die Notwendigkeit dieser Verordnung. Er zeigte weiter an Hand von Beispielen die Auswirkungen dieser gesetzlichen Bestimmungen. Bezüglich des Wiederaufbaues unseres Wirtschaftslebens vertrat der Redner die Auffassung, daß neue Werte nur durch Fleiß und
seltsame Flitterwochen.
Roman von Arnold Fredericks.
70. Geburtstag Les Stabtüv H. Winn.
Am morgigen Domrerstag, 6. November, begeht ein weichin bekannter Bürger unserer Stadt, der Stadtv. Heinrich Winn, seinen 70. Geburtstag. Der alte Herr, der sich zwar schon lange von seinen Berufsgeschäften als Baumeister und Bauunternehmer zurückgezogen h.tt, betätigt sich trotz seiner hohen Jahreszahl noch in unermüdlicher Weise im Dienste der Allgemeinheit. Ein Leben voller anstrengender Arbefi und Sorgen, aber auch reichgesegnet an Erfolgen und Anerkennungen bietet sich heute seinem und des Chronisten rückschauenden Blick dar. Schon in recht jungen Iahren, als 20jäh.-iger, wurde Heinrich Winn als Bauführer seines Vaters mit einer verantwortungsvollen Aufgabe, dem Neu- und Am bau des Hofgutes Winnerod im Iahre 1873/74, betraut. Ein Iahr später, als 21jäh- riger, führte er als erste Arbeit in Gießen den Bau der Wieseckbrücke in der Dismarckstraßs aus. Während er von 1876 bis 1879 seiner Militärpflicht beim Dragonerregiment Nr. 23 genügte, wurde er von seinem Kommandeur mit dem Bau der Schießstände in Babenhausen beauftragt, wo er zugleich auch verschiedene andere technische Arbeiten lei ete und daneben noch weitere militärische Pflichten zu erfüllen hatte. Nach seiner Militärzeit begann für ihn eine sehr emsige und vielseitige Bautätigkeit. Als die be- deutensten seiner Arbeiten seien hier aus der großen Fülle dieses Schaffens auszugsweise die folgenden genannt: Ambau der Fabrik von Hey- ligenstaedt, Ambau der Kaserne: Neubau des Offizierkasinos: Neubau der Bierbrauerei Gebr. Schmidt in Schotten, dortselbst auch Bau des Kreisamtes, der Oberförsterwrhnung, der Turnhalle, der Post und des Bahnhofs: Herstellung der Hochbauten an den Strecken Nidda-Schotten, Stockheim-Gedern: Drikettfabrik bei Hungen-Inheiden: Herstellung der Burg Gleiberg: Verlängerung der Brücke an der Main-Weser-Dahn neben dem Lenzschen Felsenkeller in Gießen, ferner mit geringer Ausnahme alle Bahnbauten im Bereich des Bezirks Gießen, u. a. den Am-au des Bahnhofs und die gesamten Anlagen im Bahnhof selbst: Abdeckung sämtlicher Drücken bis Treysa: Neubau der Strecken Nicder-Gemünden—Homberg, Mücke—Laubach: Ambau des Dahnhofs Nauheim, Neu- und Ambau des Dahnhofs Butzbach: Neubau des Gießener Dahnhofs: Dau der Postämter in Gießen, Grünberg, Alsfeld, Schotten, Hungen: Dierbcauerei Ihring in Lich: in Hirzenhain ein großer Teil des Eisenwerkes: Wasserleitungen in Grünberg, Homberg, Alten-Duseck, Lich, Fritzlar: bei diesen Bauten wurde zum großen Teil nach eigenen Plänen Heinrich Winns gebaut. Schließlich sei noch erinnert an seine vielen Häuserbauten in Gießen selbst, die näher aufzuzählen hier zu weit führen würde: vielfach dienten diese Bauten bewußt dem Zwecke der Straßenverschönerung bzw. -Verbreiterung, und auf diese Weise wirkte der tatfrohe Mann bestimmend auf das Gesicht unserer Stadt mit ein. Daß er dabei oft auch materielle Opfer im Interesse des städtischen Gemeinwesens brachte, ist der großen Öffentlichkeit unseres Wissens noch nicht weiter bekannt geworden. Im Iahre 1908 berief ihn das Vertrauen seiner Mitbürger in das Stadtparla- ment, wo er als früherer Nationalliberaler, jetziger Deutsch-Volksparteiler, in erster Linie aber als guter Gießener Bürger reich befruchtend auf die Geschicke unserer Stadt einwirkte. Seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Stadtverordneter wird denn auch weithin warme Anerkennung gezollt, denn auch auf diesem Gebiete seines Wirkens hat er es an Amsicht und Gründlichkeit der Arbeit nie fehlen lassen. Dem Vorstand der Lvkasgemeinde gehört er seit langen Iahren, dem Vorstand der Gesamtkirchengemeinde seit 3 Iahren an, und auch'hier hat er stets in fruchtbarer Weise zum Wohle der Kirche mitgearbeitet. Im Vereinsleben ist seine Person gleichfalls Gegenstand der allgemeinen Wertschätzung. In neuerer Zeit hat sich der rastlos Schaffende ganz besonders um das Wiederaufleben des Verkehrsvereins verdient gemacht. An der Herausgabe des neuen Gießener Führers, sowie an dem Zustandekom- men und dem erfolgreichen Verlauf des kürzlichen
Der Franzose sah feinen Kollegen mit verhohlener Hochachtung an. „Parbl ul ' rief er, „potz lausend, haben Sie ein Gedächtnis, Herr
aufstellen. Wenn die Burschen kommen, fahre ich ihnen nach und überhole sie."
„Em ausgezeichneter Gedanke, Bernet, aber wie, wenn ich fragen darf, wollen Eie den Wagen erkennen, wenn er an Ihnen vorbeifährt? Am acht Ahr abends fahren in der Avenue du Bois de Doulogne Hunderte von Wagen."
Bernet lachte. „Ich gebe das zu, Herr Duvall — Eie sind mir über."
„Natürlich- können Sie einen Mann da aufstellen, wo sich die Avenue Nkilakoff und die des Bois de Doulogne kreuzen, aber ich glaube nicht, dah er das pichen sehen könnte. Weim morn um das Glas der Taschenlamve ein Papierrohr hält, ist das Licht nur in der Richtung des Zieles zu sehen, auf das es gerichtet ist — und dies liegt, wie Sie sich erinnern, schief aufwärts. Ein Mann auf dem Gehweg wird nichts davon bemerken."
Wirtschaft.
Die Kreditpolitik der ReichsbauV.
Das Reichsbankdirektorium hat an die Handelskammern und an die W t r t - schafts- und Handelsverbände ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet:
Durch eine vor kurzem getroffene Anordnung hat die Reichsbank mit der Erweiterung der Diskontkredite in der Weise den Anfang gemacht, dah sie die Kontingente, die am 7. April d. 2. bestanden, zunächst um durchschnittlich zehn Prozent erhöhte, sowie die Bankakzepte und Dreimonatswechsel zum Ankauf wieder zuließ. Sie hat aber daran, wie auch in einer an die Presse gegebenen und von dieser verbreiteten Notiz ausdrücklich hervorgehoben ist, die Voraussetzung geknüpft, daß der Wechsel wieder mehr als Zahlungs-, nicht allein als Kreditmittel verwendet werde. Die Reichsbank muß mit Rücksicht auf entsprechende ausdrückliche Vorschriften des Dankgesehes, unter Zulassung nur noch ganz bestimmt abgegrenzter Ausnahmen, grundsätzlich mindestens drei Anterschriften, und zwar nicht nur Garantieunterschriften, sondern die Anterschriften an dem Geschäfte beteiligter Firmen verlangen. Diese Forderung ist auch materiell begründet mit Rücksicht darauf, daß die deutsche Wirtschaft infolge der Entwicklung der letzten Iahre erheblich geschwächt worden ist und namentlich ihr Betriebskapital zu einem guten Teil verloren hat. Soll dennoch die Reichsbank ebenso hohe, wenn nicht höhere Kredite an die Wirtschaft geben als vor dem Kriege, so muß um so mehr darauf gehalten werden, daß die enger gewordene Kreditbasis durch die vermehrte Anzahl guter Anter- schristen auf den einzelnen Wechseln wieder erweitert wird. Sie hat dabei auch im Auge, daß, je mehr der Wechsel innerhalb der Wirtschaft selbst Zahlungsfunktion übernimmt, um so weniger oder doch jeweils um so später, also kurzfristiger, die Reichsbank und ihre Notenpresse in Anspruch genommen zu werden braucht. Dah ein solches Verfahren dazu beitragen kann, die Diskontpolitik der Reichsbank zu erleichtern, also Diskonterhöhungen vorzubeugen, Diskontermätzigungen dagegen den Weg zu ebnen, und aus diesem Grunde im ganzen wünschenswert, im einzelnen aber auch insofern nützlich ist, als es in vielen Fällen zur Ersparung
gang finden, wenn die Gläubiger wüßten, daß das alte Kapital nicht verloren sei. Durch die Vernichtung des Sparkapitals sei Vernichtung des Wirtschaftskapitals und dadurch Kreditnot eingetreten, durch Auslandkredite werde die Sparmrglichkcit gehemmt. Redner erläuterte sodann den vom Hypothekengläubiger- und Sparer-Schuhverband der Reichsregierung vorgelegten, vom Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Best (Bruder des Referenten) ausgearbeiteten Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der 3. Steuernotverordnung. Dieser Entwurf spricht nicht von Aufwertung, sondern von A m Wertung, sieht auch keinen festen Amwer- tungssatz vor, sondern fordert einen gerechten Ausgleich zwischen Gläubiger und Schuldner aufTreu und Glauben. Der Crfüllungstermin ist auf geraume Zeit hinausgeschoben, doch steht einer früheren Regelung im beiderseitigen Einverständnis nichts entgegen. Der Aufwertungssah richtet sich nach dem Stande der Verhältnisse am Tage der Erfüllung. Zinsansprüche sollen ebenfalls nach Treu und Glauben geregelt werden, doch sollen für deren Höhe ausschlaggebend sein der Ertrag des Pfandobjekts, sowie die Cinkommensvechältnisse des Schuldners. Auch die Amwertung der bereits zurückgezahlten Kapitalien ist in diesem Entwurf vorgesehen. Der Redner besprach dann noch kurz zwei weitere, dem Reichsauswertungsausschuß zugegangene Gesetzentwürfe sowie eine Anzahl Anträge zur Aufwertungsfrage. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte er sich u. a. auch mit den städtischen Anleihen, die seinerzeit nur aufgelegt worden seien, um Geld für werbende Betriebe hereinzubekommen. Die städtischen Verwaltungen seien sehr Wohl in der Lage, eine mäßige Verzinsung vorzunehmen, die Frage werde nur meist allein vom finanzwirtschaftlichen Standpunkt beurteilt. Die baldige Regelung der Aufwertung liege im eigenen Interesse der Städte. Daß die Städte heute bei Anleihen derartig hohe Risikoprämien bezahlen müßten, hätten sie ihrer Anzuverlässigkeit zu verdanken. Zum Schluß sprach der Redner noch über die Notwendigkeit der Organisation zur Erreichung des gesteckten Zieles und forderte zum Beitritt in den Hypothekengläubiger- und Sparerschuhverband auf.
In der Aussprache betonte Landgerichtsdirektor Bücking nochmals die Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller Geschädigten und bat um Anterstühung der Best ebungen des Verbandes. Studienrat Seiler wünschte weitgehende Anterstühung der Bestrebungen des Verbandes durch die Presse und gab eine Reihe sonstiger Anregungen.
mit Hilfe einer starken elektrischen Lampe — eines dieser Taschenlämpchen, wissen Sie, vor das ein farbiges Glas gesteckt wird!"
„Das ist großartig, Herr Duvall. And dann?"
„Es ist natürlich höchst wichtig, daß das gegebene Zeichen richtig ist. Rich s vars die Flucht des Kerls aufzu halten suchen — bis zu diesem Augenblick."
„Ah! Ich beginne zu begreifen. And was nachher?"
„Erst machen wir mit F an^ois weiter. Er tvird, so nehme ich an, dem Mann im Auto ein blaues Zeichen zurückgeben, um zu zeigen, daß er es gesehen und verstanden hat. Das Nötige hat er schon in seinem Zimmer."
„And dann?"
„Wird er vermutlich dasselbe Zeichen durch sein nach Süden gehendes Fenster jemandem weitergeben, der in der Richtung von Passy auf- fxrßt.^ Dieser andere, der ohne Zweifel das Kind in seiner Obhut hat. geht dann aus Telephon, gibt Herrrn Stapleton die Adrese des H-r.uses, wo das Kind versteckt ist und kam ruhig seinen Genossen — sagen wir nach Brüssel — nach- ^isen. Er hat nicht das Geringste zu befürchten. Wird andererseits das Zeichen nicht richtig übermittelt, so wird die Adresse nicht telephoniert und das Kind wahrscheinlich getötet werden."
IBeimet runzelte grimmig die Stirne. „Das ist meisterhaft ausgedacht. Diee Burscheir sind keine Stümper. Ich hoffe jedoch, daß es uns dennoch möglich sein wird, sie anzuhalten."
„Wie?"
„Ich werde mich mit einem schnellen Waren — einem Rennwagen — an der Porte Dauphine
Mann das Fenster beobachten, durch einen anderen die Wagen, die durch die Avenue du Bois de Doulogne fahren. Den Rest können Sie sich eigentlich denken. In dem Augenblick, in dem Sie das blaue Acht sehen, fahren Sie Ihrem Manne nach. Er wird eben die Avenue du Dois de Doulogne hinaus fahren."
Dernet rieb befriedigt seine Hände. „Wir fangen ihn — keine Angst!"
„Natürlich," sagte Duvall leise. „Alles ist reine Vermutung meinerseits, auf meine Entdeckungen in des Chauffeurs Zimmer auf gebaut. Es kann anders ausgehen, als ich sage, aber ich möchte fünfzig gegen eins wetten, daß es gelingt."
„And Sie, wo sind dann Sie?"
„Ich werde in Francois Zimmer sein. Ich glaube nicht, daß er ausreißen wird. Ferner weiß ich nicht, ob meine Vermutung, daß er Zeichen nach Pa/sh hinaus gibt, mich nicht täuscht. Vielleicht geht er aus und telephoniert. In diesem Falle aber folge ich ihm. Oder er kann durch irgendeinen Zufall das falsche Zeichen geben: dann will ich ihn überwältigen und das richtige Zeichen geben." Der Detektiv erh b sich: „Ietzt schlage ich vor, gehen wir an die Kreuzung der Avenue Malakoff mit der Avenue du Dois de Doulogne und sehen nach, wie wir es am besten machen. Ebenso können wir, wenn Stapleton ausgefahren ist, einige Beobachtungen vom Fenster des Chauffeurs aus machen."
Er setzte den Hut auf. steckte eine Zigarre an und ging zur Tür.
(Fortsetzung folgt.)
fieöeRtlaffige Anstalt war, wird sie nach der neuen Schulordnung künftig nur noch eine sechs- klassige fein, da der unterste Iahrgang der Anstalt der Grundschule zugewiesen wird. Seither war die Höhere Mädchenschule auf den Anschluß an die Realschule zugcschnitten. Diese Rücksichtnahme fällt in Zukunst weg. da die Schule ihren eigenen Lehrplan bekommt. Es ist beabsichtigt, daß die Mädchen, die nach der Reifeprüfung streben, dann mit Tertia von der Höheren Mädchenschule abgehen uno sich einer der höheren Knabenschulen zuwenden müssen. Vielen Eltern wäre dieser ftüh- zeitige Wechsel aus naheliegenden Gründen aber nicht erwünscht. Die vollständig veränderte Lage gegenüber dem vorigen Iahre macht sich auch darin bemerkbar, daß das Landesamt für das Dildungswesen jetzt für die Errichtung einer Studienanstalt an der Höheren Mädchenschule ist. Auch in anderen Städten ist diese Anstalt in Angriff genommen, Offenbach z. D. hat die Obersekunda aufgebaut. Rur kleine Städte, wie Friedberg, das allerdings eine sehr ausgeöauts Fcauenschule hat, D.ngen und Alzey haben diese Studienanstalt nicht. Die Hauptschwierigkeiten scheinen heute beim Finanzministe.ium zu liegen. Hier müßten also wohl Schritte unternommen werden, damit endlich auch die Aniversitäts- und ProvinzialHauptstadt Gießen zu einer Anstalt kommt, die sie schon längst hätte besitzen müssen, um den Mädchen eine grundlegende Bildung für ihr späteres Fortkommen zu ve.mitteln. Natürlich muh auch an die Stadtverwaltung herangetreten werden, aber da wird man unter den heutigem Verhältnissen Wohl auch auf Entgegeickommen rechnen dürfen, zumal die maßgebenden Stellen der Stadt immer volles Verständnis für die Er- fordemisse der Schule bekundet haben.
Als Vertreter der Stadtverwaltung betonte Beigeordneter Dr. Seib, dah die Stadt dielen Wünschen der Elternschaft mit Sympathie gegen- überstehe. Allerdings gestatte die Finanzlage der Etadt nicht, allzu große Hoffnungen zu hegen, aber was möglich sei, werde sicherlich auch von der Stadt getan werden. Natürlich müsse das Projekt namentlich nach der finanziellen Seite hin sehr gründlich geprüft werden Notwendig sei aber- daß die Elternschaft mit einem entsprechenden Antrag an die Stadt heran trete.
In der eingehenden weiteren Aussprache kamen u. a. auch zahlreiche Wünsche und Anregungen der Eltern zu dem neuen Lehrplan zur Sprache, die der Schulleitung wohl Veranlassung sein werden, das Landesamt mit den Ansichten der Elternschaft bekannt zu machen. Schließlich wurde der für die Behandlung dieser Frage schon bestehende Ausschuß durch zwei weitere Mitglieder- ergänzt und einstimmig beauftragt, die entsprechenden Schritte zur Verwirklichung des Planes in die Wege zu leiten.
Turnen, Sport und Spiel.
Leibesübungen an Hochschulen.
Der kürzliche Ersatz des preußischen Unter- richtsministers. in welchem die Absicht angekündigt ist, von den Studierenden NachibÄse über die Beteiligung an Leibesübungen als Voraussetzung für die Zulafiung zu Prüfungen zu verlangen, macht sich an den einzelnen Aniverfitäten bereits wirksam. Die Beteiligung, namentlich der neu immatrikulierten Studierenden an turnerischen und sportlichen Hebungen nimmt ersichtlich zu. An der Aniversität Breslau richtete Professor D i t t o r f sportärztliche Sprechstunden em. Die Studierenden werden aufgefordert, sich erner kostenlosen Antersuchung zu unterziehen Messungen, photographische Aufnahmen usw. für sport- wissenschaftliche Zwecke sind beabsichtigt. Außerdem ist für die Studierenden ein befonberea Schwimmabend eingerichtet worden.


