gefahrvollen Srperm««ten Xfr die -eutige Zett yo ungeeignet als möglich.
TS füllte eigentÜch ftnim noch nötig fein, bannet Wsutoetfen, baß. das abgtiaifene Jahr 1923 mit feiner ungeheuren Wühvungskatastrophe nmnentüch in dessen letzter Hälfte, durchaus ungeeignet ist, Schlüsse auf eine Äichtbewähtang unsrer Sozialversicherung zu ziehen
Auch selbst die Form der Dritvagserhebung durch eutmafige jährliche Umlage wird schwerlich durch eine andere ersetzt werden rönnen, wenn fte es auch war, die die Derussgenoffenschaften gehindert hat. Den furchtbaren Geldsturm ungebeugt zu Überstehen. Wenn innerhalb weniger (Hl-onate Millionen und Milliarden Mark zu winzigen Bruchtellen und Pfennigen werden, dann gibt es feint vorsichtig angesammelten Grundstöcke, die grob genug wären, solche elementaren orkanartigen Stötze zu ertragen, darin muh der Ruf an alle ergehen, die zur Genossenschaft gehören, beizuspringen und das schwankende Gebäude zu stützen, mag es auch ihnen doppelt wehe tun, da ihr eigenes Gebäude wankt.
Oesterreichs Deutschlandhilfe.
Wien, 3. April. (BWB.) DaS Kuratorium der Hauptstelle für die Geutschlandhilfe hielt unter dem Vorsitz deS Bunde SP ras identen Hai- nisch eme Sitzung ab. Aach dem versiegenKrn Bericht, d« die opferbereite Teilnahme vor allem desMittelstandeS tn Oesterreich hervorhebt, wurden etwa 6600 Kinder monatelang untergebracht, 500 Millionen in Bar und für den gleichen Betrag Lebensmittel nach Deutschland geschickt, eine UnterEunftfteTfe für Obdachlose und Freitische für hier weilende Studenten aus Deutschland geschaffen. Das Kuratorium beschloß, demnächst ein Radivkonzert in der Hofburg mit rednerischen und musikalischen Beiträgen aus Berlin für die Deutschlandhilfe zu oe» anftalten. Aachdem Vizekaazter Frank dem Bundespräsidenten dein Dank für die Förderung des Hilfswerks ausgesprochen hatte, schloß Bundes- Präsident Harnisch Die Sitzung mit der Aufforderung, in der Hilfstätigkrit nicht zu erlahmen, da in Deutschland immer noch weite Kreise, oor- wiegend des Mittel stan.de s, unter den Folgen der Warkkatastraphe zu leiden haben.
Der erste Landesverratsprozeh vor dem Kammergericht.
Berlin, 4. April. (Prid.Tel.) Der erste Strafsenat des Berliner Kammergerichts, der durch die (Neuordnung des Gerichtsverfahrens mit der Aburteilung von Landesverratsproze(fen beauftragt ist, hielt gestern seine erste Sitzung ai und verurteilte einen Kaufmann P riebe und dessen Ehefrau, die vor Jahresfrist nach Beginn der Ruhrbesehung sich an Angehörige Der Reichswehr herangemacht hatten, um im Auftrage einer ausländischen Macht Rachrichten über die Instruktionen der Truppen zu erhalten, zu 6 Jahren Zuchthaus bzw. 2 Jahren Gefängnis.
Miaister-esuch auf der Frautfurter Messe.
Frankfurt a. M., 4. April. (Priv. -Tel. 'i Zur Frankfurter Frühiahrsmesse vom 6. bis T2. April hoben u. a. ihren Besuch zugesagt der Reichskanzler, der Reichs Wirtschafts- Minister, die Ministerpräsidenten von Bayern und Hessen, der Erste Bürgermeister der Freien Hansestadt Hamburg, der Präsident des Industrie- imt> Handelstags und eine Reihe werterer Mitglirirer der Reichs- tote der bundrs- fmatlichen! Regierungen.
Nuhland und China.
Peking, 2. April, (^rvas). Der chinesische Auhennrrnister erflürte auf das Memorandum der sowjetrassischen Gesandtschaft, daß die chinesische Regierung geneigt fei, den Entwurf des chinesisch-rassischen Abkommens zu unterzeichne«, falls folgende Aenderungen vorgerrommen werden:
1. Das Abkommen müsse den beiderseitigen Berzicht auf die mit Dritten geschlossenen Verträge und Abkommen ausdrücken, die die Interessen der Gegenwart berühren.
2. Hinsichtlich »der Räumung der Mongolei durch die svwjetrussischen Truppen müsse Rußland bestimmtere Verpflichtungen cingehen; sie dürfen nicht von Bedingungen abhängig gemacht werden, wenn auch Die Einzelheiten der Räumung später ausgemacht werden könnten.
Wer wird Intendant des hessischen Landestheaters?
Die Frage, wer Intendant des Hess. Landes- tHeaters in Darmstadt wird, geht ihrer Entscheidung entgegen; sie wird in diesen Tagen fallen. Die Wahl der Persöitlichkeit des neuen Theaterleiters wird nicht allein entscheidend fern für die Zukunft dieser altberühmten Stätte, die auf eine reiche Vergangenheit int Dienste der dramatischen Kunst und der Musik zurückblickt, sondern wahrscheinlich auch einen neuen historischen Abschnitt emleiten, der die Enttoicklling dieses Kunstinstituts werterführt. Im allgemeinen bringt man die neueste Geschichte des Landestheaters in 3u= sammenhcmg mit dem politischen Geschehen, mit der Revolution, die dem Hofth^rter ein Ende bereitete und die Leitung der Bühne mehr als dies früher der Fall war von politischen Faktoren abhängig machte and auch sonst die Entwicklung in andere Bahnen drängte. Ganz zutreffend ist diese Scheidung nicht, eine Heber- gangSzeit hatte sich schon Jahre vorher angekündigt, und zwar als Intendant Dr. Eger nach seiner Berufung im Jahre 1912 in einem Vortrag. mtt dem er sich als 'Theaterleiter einführen wellte, erklärt hat: „Tradition ist Schlamperei." Damit war bewusst der Bruch mit der Vergangenheit rerbeigessthri, eine neue Zeit kündigte sich an- die jetzt verfolgte Kunstpvlitii! wandelte nur !>.cch äußerlich in den Bahnen des alten Groh- Ixt -ü’!':".:;: Hoftheater». Innerlich herrschte ein neuer : der Sptelplaa wurde n-.ich ganz ,i’? rc ?<cr a[z bisher auf gestellt, dir Schau-
>- durchaus nach den alten Fach- i.t" - i dir Regte rclyr in den Border-
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S< < r i c iun.älrrischsm Leistungen über Gebühr f,< •! .'er'. r,-.‘ wäre fauch, biete Steuerungen rund- I weg adzulehmen, sie haben manchen guten und |
Die Kammer hinter Poincare.
Fortsetzung der Ruhrdebatte. - Scharfe Kritik der Opposition.
Paris. 3. April. CDTD.) Die sranzüsifchs Kammer setzte die Interpellattonsdebatte über die allgemeine Politik der Regierung fort
Abg. Goul« Dubois, der ehemaligL Vorsitzende der Reparationskommistivn interpelltert über die Außenpolitik der Rsaierung. Die Zu- sammensetzung des neuen Kabinett» habe ihm ehr gewisses Mißtrauen emgeslößt, aber die Gr° TIätung des Ministerpräsidenten, daß die Politik der vcllkommenen Ausführung des F.iedenöver- trages von Versailles fortgesetzt werden solle, habe befriedigt. Poincars lxrbe auch von der Konservierung der besetzten Gebiete bis zur velllommenLn Zahlung gesprochen, auch von dem Einverständnis mit Frankreichs Alliierten, um Frankreich die beiden weseittlichsten Bedingungen für die Erhaltung seiner Sristenz zu verschaffe^ nämlich Reparatienen und Sicherheit. Es sei also sicher, daß Frankreich das Ruhtpsand nur für writctgehende Pfänder aufgeben, daß es aber im Ruhr^biet bleiben und daß es bei der ersten SchwierigK.it, der man begegne, die Ausbeutung der Pfänder wieder übernehmen werde. Dec tcyalistische Abge)r!mete Leon Daudet ruft dazwischen: «Der Sperling in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dache." Poincar 4 erklärt: Ich wiederhole, daß wir nicht vor vollkommener Zahlung das Ruhrgebiet verlassen werden. Wenn die Repw vorschlägt, toeiter- gdjenbe Pfänder als die. die wir audbeuten, an deren Stelle zu setzen, werden wir die Frage prüfen, aber
wir werden das Ruhrgebiet nicht verlassen und bei dem geringste« Versage» dte Ausdeutung wieder übernehme».
Der Abgeordnete Dubois unterstreicht bte Wichtiglett der Sicherheitsfrage, weil an Dem Tage, an dem sich Deutschland als der Stärkere fühlen werde, es alle seine Verpflichtungen lösen wurde. Frankreich muß seinen Alliierten wohl zu verstehen geben, daß es sich um eine gegenseitige Sicherung handele, wie Frankreich auch England sagen muß, daß, wenn es ihm zahlen solle, was es ihm schulde, es vorhervon Deutschlandbezahlt werden müsse. Die Regierung hat unser Vertrauen, wenn sie bei dieser Politik bleibt, wenn sie abcu davon abgeht, sind wir entschlossen, fte zu stürzen.
Der radikalsozialiflische Abg. Herriot bespricht die Politik Pomcarss gegenüber Deutschland. Er verstehe die Schwäche nicht, die man 1922 gezeigt habe und Die dahin geführt hätte, nicht die Sachlieferungen zu erhalten, auf die man ein Anrecht gehabt habe. Für wieviel hundert Millionen Goldmatt SaH'teferangen hätte man damals erlangen können! Ich war der erste, der den Skandal der umfangreichen Bauten in Deutschland feflgeftellt hat, und gerade weil Deutschland schlechteu Wlllens ist. hatte mait Methoden anicenben müssen, die Deutschland gezwungen hätten, Sachlieferuu- gen durchzuführen. Die breite Misse verstehe eben nicht, irarum man nur Kohten und Koks erhalten habe. Jetzt beziehe man Kohlen und Koks, aber keine anderen Materialien.
Wir find sogar soweit ßelommen, daß wir mr- seren Wiederaufbau haben eiustrNen müssen. Wenn das die Minister für schon finden, bann überlaste ich das Ihrer Beurteilung. Warum hat denn England Sachlieferunaen erhalten?“ Poincar4 erwidert: „Großbritannien und Deutschka?^ haben Spezialabmachungen getroffen." Herriot ruft: „Run also! Aber
ich muh noch weiter gehen. Warum hat denn Serbien Materialien erhalten?" Abg. Daudet ruft: „Das ist ein Geheimnis." Der Abg Tardieu fügt hinzu: „Das ist wirklich ein Geheimnis." Die Erträgnisse im Februar feien durch die Entwertung des Franken aufgebaufcht worden, Lind außerdem rechne man letzt in Franken, früher habe man in Goldmark gerechnet. Auf diese Weise könne man natürlich eindrucksvolle Zistern schaffen. Herrwt zieht aus den Erklärungen Poincarss den Schluß, daß er bereit fei. das Ruhrgebiet wieder dem deutschen Wirtschaftsleben einverleiben zu lassen. Pvincarö: „sinter der Kontrolle Frankreichs und der Alliierten.“ Als der Abgeordnete auf den Sachverständigen- bericht anfpielt. unterbricht ihn Poincars heftig mit der Bemerkung, er trage die Verantwortung. Er könne nicht zulassen, daß irgend jemand behaupte, daß die Sachverständigen zu Dem cder jenem Schluß in dem ober jenem Sinne gekommen wären;
die SchlnhfolZeraugrn der Sachverständigen — er gebe sein Ehrenwort darauf — seien ihm mr bekannt.
Herriot findet es jämmerlich, wenn Frankreich allein im Ruhrgebiet stände, während das Programm der Sachverständigen durchgeführi werde. gehe nicht an, daß Frankreich allein dessen Kontrolle übernehme. Frankreich werde erst seine Sicherheit erlangen, wenn es sich mit seinen Verbündeten über die nötige Kontrolle gegenüber Aeutschland verständige. Es fei bedauerlich, daß die demokratischen Elemente in Deutschland nicht wirksamer unterstützt worden feien. Was Frankreich für die Zukunft zu befürchten habe, das fei nicht der Säbel des banalen und lächerlichen Großsprechers Ludendorff, sondern die Bewegung im deutschen Volke selber.
Die Kammer nimmt dann tn später Nachtstunde folgende Tagesordnung mit 408 gegen 151 Stimmen an: „Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung und hat das Vertrauen zu ihr, daß sie in einem Geiste republikanischer Einigung und nationaler Zusarnnienarbeit die vom Lande gewollte Politik Der Reparationen, Sicherheit und Sparsamkeit befolgen wird, lehnt jeden weiteren Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über."
Die Opposition setzt sich wie folgt zusammen: 12 Kommunisten, 49 Sozialisten, 41 Radikale, 1 sozialistische Republikaner, 1 Mitglieder der demokratisch-republikanischen Linken, 2 der republikanischen Aktiv« und 7 Deputierten, die feiner Partei angeboren. An der Abstimmung haben viele Abgeordnete nicht teilgenommen, darunter Briand, Forgevt, Andre Gefebre, Marc Sang- nier, Sarraut und Tardieu.
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Le Troqueur im Ruhrgebiet.
Düsseldorf, 3. April. (Havas.) Heute früh ist Ker Arbeitsminister Le Trocquer Heer em» getroffen. Er hatte eine lange Unterredung mit Degoutte und dem Präsidenten der Micum Frantz en. Der Minister begab sich sodann di das Ruhrgebiet, um an Ort und Stelle mit den Besatzungsbehörden die zu ergreifenden technischen Maßnahmen für die Sicherung der Reparatwns- liefenmgen zu prüfen für den Fall, daß die Bedingungen für die Ausführung dieser Giefenrn« gen nicht in freundschaftlicher Weise mit den Industriellen geregelt werden.
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3. Die Frage Der russischen Kirchen- güter müsse in Der Schwebe bleiben, bis normale Beziehungen hergestellt feien, weil China nrch nicht sämtliche Informationen in Bezug auf diese Güter besitze.
Kleine politische Nachrichten.
Es bestätigt sich, bah die Kreisregierung in Oberbayern gegen Pöhner und Frick die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beantragt hat.
Die bereinigten Vaterländischen Verbände haben sich an die preußische Staats- regierung mit Der Bitte gewandt, die für Berlin in Aussicht genommene Aufführung des Toller- schen Schauspiels „Hinkemann" M verbieten.
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Im preußischen Kultusminift erium tft ein Gesetzentwurf über die Bestrafung von Schul- Versäumnissen feriiggeftellt worden. Rach
dem Entwurf werden die Schulaufsichtsbehörden ermächtigt, toegcit Schulversäumnisse schulpflichtiger Kinder gegen diejenigen, denen die Sorge für die Kinder zusteht, im Wege der Verordnung Strafvorfchriften zu erlaffen und Geldstrafen von 0,50 bis zu 50 Goldmark anzudrohen.
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Die Streikbewegung der Bergarbeiter Polnisch-Ober fchlesiens kann als zusammengebrochen bezeichnet werden. Gin neuer Streik ist im Dvmbrvwer Bergrevier auS- gebrvchen, doch handelr es sich nicht um einen Sympathiestreik, sondern um eine völlig selbständige Streikbewegung, weil die dorttgen Arbrit- gpber eigenmächtig einen 12prvz. Gohnabbau vvr- genontmen haben sollen.
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In London befinden sich gegenwärtig zwei türkische Missionen. Die eine soll den britischen Gnf töten ft studieren, bie andere soll sich mit der Schiffbauindustrie befassen und Handelsschiffe anftrufen.
gefunden Gedanken gebracht und dem Bestände des alten Hofthealers, das von den DirekLoren Wünzer und Werner lfoweit noch die Erinnerung der Mitlebenden reicht), eine künstlerische Hohe mit Würde behauptet hatte, neues, fristchrs Blut in einer Reihe von Darstellern zugeführt. Die Erinnerung ter Darmstädter Beoölke ung, sow?'t sie dem Theater Interesse entg-^enbripyi, ist nur mit dem alten Hofthectter verknüpft; die 10 Jahre späterer Entwicklung haben nicht diese Wertschätzung, insbefvnderr ist es weder gelungen, Spielpläne aufzustellen, die weite Kreise befriedigen konnten, noch wurde es erreicht, daß die Klcvsfiker in ter durchgearb-riteten und durchgeistigten Form targebaten warten, wie dies früher ter Fall war. Tradition ist durchaus nicht immer Schlamperei, es gibt eben eine gute und eine schlechte Tradition. Die Leiter, die in den letzten Iahcen die Geschicke Der Landes bühne bestimmten, haben es nicht ixrrstanden, das durch die lange Tradition Erworbene seslzuhalten und von hier aus neuen Boden zu getoiimen; sie wollten durch Reues Oder scheinbar Rcc-s einen Bluff auf das Publikum ausüben. In ter Kunst ist aber, wie in der dlatur, i)a8 solide Wachstum das gesündeste, festeste und beste.
Bedenklich wurde die Lage des Theaters durch die finanzielle Mißwirtschaft. War es früher möglich, unter 'Beobachtung größter Sparsamkeit und gewiisenhaftefler Amtsführung den Etat der Bühne ine Gleichgewicht zu halten, so kam seitdem t-aß Theater nicht mehr ou5 ter Finanzmisere hinaus und eme gewisse Boheme- Wirtschaft machte sich breit, irndetümmeri darum, wo.s einmal aus t er Zukunft ö->5 Td.aters würde. Es besteht ein 'nZ-ntlider Untsrich'nd y-rifd?:n ien Theat.erst.tt.crrk aller- und reuen Stils. Waren jene aus dem Wirken des InsittuteS selbst; I-er^ ücrgcg.-ngcn, wie Diw-or irrt. Werner, mit de!' n Lraditrva und Mgeiurrt va traut ;i i' Tä
tigkeit für die Gandesbühne den Abschluß und die Krönung ihres Lebens wertes erblickten, so waren die Irvendanten der neuen Zeit ohne Traditionsgesühl, ohne geistige Fühlungnahme mit ter Bevölkerung, sondern einzig Darauf bedacht, sich einen Ramen zu machen und die Ganbe5- bühne gewissermaßen nur als Sprungbrett zu benutzen, um anderwärts einen größeren und höher bezahlten Wirkungskreis zu suchen. Wurzellos und in eigentlichem Sinne kulturlos ist ihr Wirken gewesen. Ist ta zu verwundern, wenn die Mehrheit, und man darf auch wohl sagen der bessere Teil der Theaterbesucher, einen Inten ballen will, der die zemifserren Fäden wieder anknüpft, der mehr das Bodenständige in der Kunst vertritt?
Unter den Bewerbern stand noch bis vor kurzem ter (2lame Hartung stark int Vorder- grx-aüJ. Mw., nxiR, daß er feine Stellung am Landes Heater aufgegeben hatte, weil sein Wirken hier keinen Boden, sondern nur Widerstände sand, tafe er sortstreb-te nach Berlin oder nach Fraul- furt, daß aber diese Pläne mißlangen. Die Be- völkenmg Darmstadts hak Hartung als Regisseur nie ihre Anerkennung versagt, selbst die Kreise nicht, die seinen Kunst Prinzip ien sonst fernftanben, aber als Theaterleiter wird ei vvoh! von mehr als 90 Prozent des Tdntterpublikums rundweg abgelehnt und nur von einigen Heroen der Regie- rang unterstützt, die ihn seiner Zeit hierher ge- b-racht Ixttan und sich jch.t nicht die 'Bloße geben Ux-llen. (i? ,1 Haltung war der aussichtsreichste Kandidat Löhr, der früher viele Jahre - Darmstäd'a- Buhne als ein sehr geschätztes Miigktek- ang; boilc und der auch nach der kurzen und untührullchen Aera. von Dr. Krätzer ein (ang zufantmca mit dem Intendarrzrat Dr. W-a uer'daL GanLestcheater leitete. In Löhr wirrten werte Kreis' des Darmstädter Publikums c u ; tecigiTct'Mt Integranten erdlicken, er ist
Dte türkrs che Rationalversamm- lung hat auf Vorschlag des Ministerpräsidendsn beschlossen, die dem ehemaligen K h a l i f e n gewährten S u b s i d i e n diesem zu entziehen, nachdem er in der Schweiz die bekannte Kundgebung veröffentlicht hat, in der er gegen die Ausweisung protestiert und sich sein Recht auf das Khalisat vorhehalten hat.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 4. April 1924.
Gießener Mochenmarktpreise
am 1. April 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Butter Pfd. 190 Pf., Matte 30, Käse 65-70, Eier Stück 10—11, Wirsing Pfund 40, Weißkraut 30—35, Rotkraut 40, Gelbe Ruben 15—25, Rote Rüben 30, Blumenkohl Stück 150 bis 300, Salat 40, Endivien 200, Anter-Kohlrabi Pfand 8, Roserckohl 120, Feldsalat 300—400, Zwiebeln 20—30, Lauch Stück 10—15, Meerrettich Pfund 45—150, Sellerie Stück 70—100, Schwarzwurzeln 120, Kartoffeln Ztr. 475—550, Aepfet Pfd. 25—30, Dörrobst 30.
** Keine (Beteiligung der Schüler an der Wahlagitation. Das Gandesamt für das Dilduogswesen verbietet in einem an die Schulleitungen gerichteten Erlaß jede Eeteilrgung von Schrrlem an der Wahlarbeit der Parteien, Z. B. Zettelverteilen, Plakattragen, Schleppen usw.
** Die Vorauszahlungen auf Gin- kommen - und Körperschafts st euer, sowie die Voranmeldungen für diese Vorauszahlungen betrifft eine wichtige Bekanntmachung der Finanzämter in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir der Aufmerksamkeit der Interessenten empfehlen.
** Wichtig für den Tabakhandel. Der Reichssinanzminister hat bestimmt, daß alle am 15. April 1924 im Geltungsbereich des Tabak- steuergesehes im freien Verkehr befindlichen Tabakerzeugnisse (Zigarren, Zigaretten, feingeschntt- tener Rauchtabak, Pfeifen-, Kau- und Schnupftabak), die unter Verwendung von Steuerzeichen mithin gäbe desKleinverkcmfspveifes inPapierrnari (Papiermarksteuerzeichen) versteuert worden sind, mit Steuerzeichen über in Goldmark berechnete Kteinverkaufspreise (Gvldwertsteuerzcichen) berieten werden müssen, wenn sie zur gewerbsmäßigen Veräußerung bestimmt sind. Wer am 15. April 1924 Tabakerzeugnisse dieser Art hat muh sie bis zum 30. April der Zollstelle des Gagervrtes anmelden. Die Goldwertsteuerzeichen werden dem Anmeldepflichtigen ohne ©teueren!* richtung geliefert. Rähere Einzelheiten der Reu- orönung sind von den zuständigen Zollstellen zu erfahren.
*• An das Versorgungsamt rich* ien. Man teilt uns mit: Das Reichspensionsamt für Die ehemalige Wehrmacht ist am 31. Marz crgfgelöst worden. Da das Reichspensionsamt nur noch die ^forderlichen Auslösungsarbeiten erledigen kann, müssen von den P«sti-onären und Hinterbliebenen Gesuche und Anfragen nicht mehr an das Reichspensvonsamt, sondern an das zuständige Versorgungsamt gerichtet werden. Es liegt dies im eigensten Interesse der Pensionäre.
*• Au s dem Gießener Standesamts re g i st er. Es starben in der zweiten Hälfte des März: 17. März Helmut Fritz Do- narins, 7 Monate alt, Landgrafenstrahe 8; Dr. Artur Brandeis, Reallchuldirektor t 2t, 58 IahcV alt, Wilhelmflraßc 13. 18. März: August Geiß Bankbeamter, 22 Jahve alt, Reuenweg 23; Ido Adolph, geb. Strack, 33 Jahre alt, Mvltkestr. 24. 21. März: Annemarie Wolff, 9 Monate all, Kniserollee 6; Christine Merten, geb. Höhne, 78 Jahre alt, Ebel st raße 9. 23. März: Elisabeth Glitsch, 1 Jahr alt, Grndenpliatz 12. 25. Mä»: Heinrich Gerhardt, ohne Beruf, 68 Jahve au, Dammstrahe 27. 27. März: Mathilde Belloff, geb. Schmall, Witwe, 78 Ikthre all, Frairkfurter Straße 21. 28. März: Elisabeth Geitz, ohne Beruf, 23 Jahre alt, Mittelweg 16. 30. März: Wilhelm Ferdinand Rea, 2 Jahre alt, Reuenweg 42. 31. März: Georg Zinser, Konfervator i. R.. 82 Jahre alt, Gudwigstrcche 28; Otto Theih, Vieh- Hä7ü>ler, 60 Jahre alt, Reustadt 78.
" Der Oberhessische Kun st verein veranstaltet von Sonntag, 6. April, an zum Gedächtnis an den verstorbenen Kunstmaler W. Barthel - Gießen im, Turmhaus am Brandplatz eine Ausstellung von Werken dieses Künstlers, welche von Freunden zusammengestellt ist und auch eine größere Zahl seiner im Privatbesrtz befindlichen Gemälde enthält. Die Ausstellung wird am oben genannten Tage vormittags 11 SUh mit einer Gedächtnisrede des Herrn Professors Dr. Röschen- Gaubach eröffnet werden und in Den nächsten Wochen wieder Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 1, Mittwochs auch von 3 bis 5 Ähr, geöffnet sein.
der Mann einer ruhigen, stetigen Entwicklung wie ihn die Gandesbühne braucht, bühnen kundig, vertraut mit dem Geschmack des Publikums der, Landeshauptstadt, unb, was besonders noch an ihm geschäht wird, eine charaktervolle Person«! Itdsfeit, von der man erwarten tonnte, daß sie das ihm an vertraute kostbare Kunstgut in rechter Weise verwalten würde. Aber nach den letzten, Gerüchten dürfte feststehen, daß die Kandidatur Löhr fallen gelassen worden ist. In dem Per- srnenkreis, die aus dem Landestheater selbst irodyi hierfür in Frage kämen, träte Intendanzrat Dr > Wau er zu nennen. Der etwa 10 Jahre Demi Thecltev m leitender Stellung angehört, der seine, künstlerische Befähigung durch manche fesselnde; Aufführung Dargetan und sich als Leiter in der! kritischen Situatton nach Kraetzers unfreiwilligem^ Abzug bewährt hat. Gr ist bei der Bevölkerung seht beliebt und als Persönlichkeit hochgeschätzt, acet an gewissen Stellen gerade deshalb mißliebig; man hat Datum, unbeschadet seiner reichen Erfahrung, die Abb-cmvevovdnung dazu benutzt, ihn aus feiner Stellung hetauszuDrängen. Der hier in Darmstadt lebende frühere Mainzer und Frankfurter 3ntenMnt Behrend hat weniger Aussichten als Der acgrnwärtige Mainzer Intendant Isla ab. Stark befürwortet wird vor allem die Bewerbung des Intendanten der ver-» einigten Stcdttheater von Elberfeld und Barmen (früher Fvributg) Dr. Paul Legband, der als sehr tüchtig gilt; die Erkundigungen sollen jedoch ergeben h^ben, daß seine organisatorischen Fähigkeiten für das hessisck-e Landestheater nicht aus- reichen. Rach den letzten Mitteilungen stehen jetzt nur noch zwei Bewerber in engerer Wahl; der Regisseur der Berliner Staatsvper Hördt und der Leitet De-: Rostocker städtischen Bühne R e u b e ck. Die Entscheidung wird in Den näch- flert Tagen fallen. E. B.


