Einzelbild herunterladen

llr. 55 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyesfen)

Montag, 3. März (924

Fahrplanwünsche aus dem Kreise Giehen.

Zwei Zuschriften.

Grohen-Linden, 1. Mürz. Ms vor t Zeit die Eisenbahnverwaltung erhebliche Derkehrseinschronkungen Vornahnr, fielen auf der Strecke GiehenFrank- furt u. a. auch die abends um 8,3? und 10,47 Ahr tu Greben abgehenden Züge aus. Seit jener Zeit sind die auf Personenzüge angewiesenen Reisen» den gie^vungen, um 7,37 Ahr die Rückreise von Dieben amzutveten. Wenn auch für die Reisenden nach den Stationen von Giehe a bis Butzbach ein allzugrohes Bedürfnis für dea Zug um 8,37 Ahr nicht vorhairden war, da sie eine Stunde vorher die nötige Rei egelegenheit hatten, so macht sich der Ausfall des Zuges um 1 0,4 7 Ahr tun so empfindlich r bemerlbar. Dieser Zug. ernr Personalfahrt, diente dem Lokalverkehr zwischen Giehen und Buhbach. Welche Grande speziell den Ausfall dieses Zuges t>>r- oiilabten, ist dem Einsender nicht bekannt. Eins fteht hingegen fest: jedenfalls nicht mangeln­des Bedürfnis, denn der Zug war in der Woche, wie an Sonntagen voll beseht. Bor allem wurde er von vielen auswärtigen Eisen- Mahnern benuht, die seitdem nach Dienstschlub dorr Rachhauscweg zum Teil bis nach Kirch- oöirs auf Schusters Rappen an treten müssen. Richt minder grob ist das Bedürfnis für Kauf­leute, Rei en de und Studenten. Die ersteren kom- »ren oft mit späteren Zügen aus anderen Rich- arngen nach dem derzeitig lehten Zug in Giehen m, und sind dann gezwungen. entweder in Giehen zu übernachten, oder ebenfalls von hier den wei- »ren Weg zu Fuh zurück;ulegen. Wollen ite dies Licht, so müssen sie bei der schlechten Zugverbind.ing chon am frühen Rachmittag wieder in Giehen ckntreffen. Ztr^isellos ein mit dem Wirtfchafts- teben rrnvertrag icher Zustand. D e Studierenden rus der Amgebung von Giehen, die heute allge- itcin die Vorlesungen von der elterliche Woh­nung aus besuchm, sind Im Interesse eines ord- «mrrgsmähigcn Studiums genölpft, oft Abend- «wrlesunam und Abrndvorträae zu besuchen. Der besagte Mihstand macht dies ebenfalls unmöglich, fierntr müssen alle die. wel'che ein Bedürfnis nach Lheater, Mu ik und sonstigen Dildungsmöglich- »eiten haben, hieraus verzechen. Wenn auch die Dichtigkeit und Rotwendigkeit der vcn der Dahn- verwalttrng getrosseren Sparmahnahmen nicht -erkannt werden soll, so ist es doch nicht erfindlich, iveshatb gerade dieser, stets gut befehle Zug einer Hauptstrecke. für welchen doch starkes Bedürfnis vorhanden ist, ausfällt. Es mag richtig ein, dah die Benutzer dieses Zuges durchweg aus Monats- und Wochenkarten rei en, mithin eine die Kosten dieser Personalsahrt deckende besondere Einnahme aus dem Verkauf von Ein^lkartrn richt vorhanden ist. Dies kann aber nicht ent- cheidend sein, wenn man bedenkt, dah dio Mo­nats- und Wochenkarten heute ungefähr das doppelte wie vor dem Kriege kosten. So kostete rine Monatskarte von Grohen-Linden nach Giehen vor dem Kriege 4,20 Mk.. heute hingegen kostet sie 7,50 Mk., und das alles bei einer um die Hälfte verminderten Reisegelegenheit als früher. Dach alledem ist eine Zugverburrdung bis Butzbach um 11 Ahr abends eine unbedingte Rot - wendigkeit, und die Bahnverwaltung sollte hier baldige Abhilfe schaffen. K. L.

«

K Von der Strecke Grünberg Kiehen, 1. März. Die Fahrplanänderungen vom 25. Februar bedeuten für die Eltern, die Schüler nach Giehen schicken müssen, eine peinliche Aeberraschang. Der Zug, den die Kinder im Som­mer benutzen muhten, tarn um 7.15 nach Giehen, der Axterricht begann 7.45. Rach der Aenderung vorn 25. Febr. kommt der Zug um 6.20 nach Giehen, die W'a r t e z e i t vor der Schule wird also um tast eine Stunde vermehrt, der den Kin- Hern so nötige Schlaf um eine Stunde verkürzt. Wi bitten die beeiligten In­stanzen, besonders die Schulleitungen, drin- Send, ihr Augenmerk auf diese Gefahr zu rich'en. 'n unserer armen Zeit, wo die Kinder so vieles entbehren, müssen, bedeutet diese Stunde Schlaf, ^ie der grüne Tisch den Kindern nimmt, so viel, dah sich alle dagegen auflehnen müssen.

Gerichtssaal.

][ Marburg, 2. März. Das Landgericht Seschäftigte sich am Freitag mit der A r b e i t s - llvsendemonstration vom 19. Otlober, bei lder auf dem Marktplatz die Polizei bedrängt und im Anschluß daran eine Anzahl Kaufleute und Bäcker von einer Deputation der durch die Stadt ziehenden Arbeitslosen ausgefordert wurden, Le­bensrnittel zur Verfügung zu stellen. Die 12 An­geklagten, meist Familienväter, gaben die Teil­nahme an der Demonstration zu, diese habe aber nur den Zweck gehabt, dah den Hungernden für Brot gesorgt würde, weil die städtische Hille damals teilweise versagt hätte. Die Ausfchei- tungen stellten sie in Abrede. Don den Ange­klagten wurde einer zu 1 Hahr, acht zu 6, einer Hu 5 uird einer zu 2 Monaten Gefängnis ver- vrteilt. Ein Angeklagter wurde wegen geistiger Beschränktheit freigesprochen.

Turnen, Sport und Spiel.

Turngau Hessrn (D. §.).

v Hungen, 3. März. Am gestrigen Sonntag fand hier das Gerätewetturnen des 3. Bezirks (Ridda-Schotten) statt. Der Vorabend vereinigte die hiesigen Turner mit ihren Gasten im di-chtbesetzten Stale des Gasthofs zurTraube" zu einem geselligen Zusammens. in, das bei ernster ion> heite.er Anterhaltung, sowie musikalischen Darbietungen in ef>t turnerischer Weise verlief. Als Vertreter der Gauleitung überreichte Rektor Bach (Grohen-Linden) dem Ch enturnwart des Ve eins, Wilhelm Frutig, unter warmen Worten des Dankes und der An- et-kmnung für seine langjährige, bewährte Mit­arbeit dm Ehrenbrief des Gaues Hes­sen. Am Sen-ttag vormittag wicklie sich in der Turnhalle untre Leitung des Dezircksturnwarts Zeschky (Schotten) das WetMtNsa flott ab. Die zahlreiche Detei'igung auf als en Stufen (rund 170 Turner, Tu nerinnen und Schü'er), als auch die ßeiftungen zeigtest, dah die Winterarbeit in den Vereinen eine gute Grundlage für die kom- menbm Gaukämpfe gelegt hat. Insbesondere ist m aftlDen Turnern des Tezi'ks der fördernde Ei .fluh des eing'iessenen ©aumei,ter3 Im Geräte­turnen, Antoa Ries (Ridda). erf eulich zu er- Jennon. Den 1. Sieg errang Heinrich Haas. Tv.

Schotten, dm 2 Paul Edelmann, Tv. Ridda, den 3. Wih.lm Lohf ink, Tv. GZH-Ridda. In der Zögängs-Oberftufe stand an ec-ster Stelle Alfred Eckhardt, Tv. Rtdda, an 2. Fritz Hol- lanö, Tv. Ridda, und an 3. Hermann Rei­chert. Tv. Gedern.

Die deutsch« SchwergewichtSmeisterschast.

Berlin, 1. März. In dem Doxkamp um die deutsche Schwergewichts­meiste rscha st ist der bisherige Tileckuhaber Hans Breiten st raher von seinem Heraus­forderer Samson (Deutsch-Amerikaner) in der dritten Runde kampfuafähig gemacht worden. Samson wurde zum deutschen Meister im Schwergewicht erklärt.

Vermißtes.

Ein neuer Armenschensund in Spanien.

Vorgeschichtlich? Antersuchungea und Grabun- gen in einem Gebiet bei Cordova, das in prä­historischen Zeiten von einem See ausgefüllt ge= tr-efen zu fein scheint, haben zu neuen wichtigen Entdeckungen geführt, die in einer Sitzung der Akademie der Wi se ifchasten von Cordova be­krönt gegeben warten. D.e Akatem.e erklärt, bafo ci.i Sck-ädel und einige Kieferknochen, die in dieser Gegend tn einen vorzügliche.! Zustand der Er­haltung gefunden wurdm, einem Armenschen an» gehörten, dpr der Rasse des Reander- talers zumzählen ist. Die neuen Funde ge­hören zu d n ältesten Aeber.esten, die bisher von den vorgeschichtlichen Menschen in Europa ge­funden worden sind. Mit ihnen zusammen! wur­den verschiedene Steingeräte geborgen, die aus der älteren Steinzeit flammen. " ,

Wirtschaft.

Das Problem

der dentschen Znckererzcnqnnft.

Auf kaum einem anderen Gebiete der land- wi'tschaf.lchen Produk ion D u schlands hat die K i gs- und Rachkriegszeit einen derart g ein» sch eidmdon Wantel hervorge ufen, wie in der Zucker rz-ugung. Deut'ch'and war vor dem Kriege als größter Rübenzucker-Pvodu,ent mit den Er» zcugnissm seines Rübenbaues einer der wich­tigsten Lieferanten des Weltzuckermark:<^, und war in der Lag-, mit dem Erlös aus den Export erhbicher Zucke mengen wiederum wertvo'l? Le- bersb dürfnisse anderer Art im Auslände sicher- zustellm. Die Lösung des deutschen Zuckererzeu- gungsprvblcms, an der nicht nur der Exporteur, sondern auch der inländische Verbraucher stärsstes Interesse hat, ist daher ein? dringti°h? Frage. In der Im Auftrage der Reichsregierung der Repavationskommission jüngst übergebenen Denk- sch iftDeutschlands Währung. Wirtschaft und Fi «nzm" worden der Rie^e gang der deutschen Zuckerwirtschaft und die gleichzeitige Steigerung des Zuckerkonsums im Inlande zahlenrnähig dar- gestellt.

Danach beliefen sich die Ernteflächen für Rübenzucker in Hektar auf:

1913 1913 1922 1923

(alteS Reichsgebiet) (jeh Reichsgeb. ohne Saargeb.)

569 082 466 695 417 269 383 557

Die Ernteflächen zeigten also gegenüber 1913 im Jahre 1923 eine Abnahme von 17,8 Prozent.

Di? ent prechenden Erntemengen ergaben fol­gende Ziffern in Tonnen:

1913 1913 1922 1923

(alteS Reichsgebiet) ijetz. Reichsgeb. ohne Saargeb.)

16 918 782 13 988 805 10 791 639 8 695 722

Hieraus ergibt sich, dah wir 1923 eine Ab­nahme dos Zucke rrüle v-®rnteert ra-ged gegenüber dem ltzten Vorkriegsjah.e um 37,8 Prozent zu verz t-hnen hatten.

Der Ernteertrag auf den Hektar berechnet, stellt sich in Tonnen folgmdermahen dar:

1913 1913 1922 1923

(altes Reichsgebiet) (jeh. Reichsgeb. ohne Saargeb.) 29,73 29,97 25,86 22,67

Demgegenüber zeigt der Zuckerverbrauch im doutschm Inland vor und nach dem Kriege

dieses Bild:

1913: 1 28? 309 t 192 kg auf den Kopf,

19.2 1 289 107 t 20,7 kg auf den Kopf.

Gs ergibt sich also eine S/ei icrung des Ver­brauches in Tonnen um 0,5 Prozent, auf den Kopf gerechnet um 7,7 Prozent.

In landwi tschaftlichen wi? auch agrartoiffen- schäftlichen Kreisen wird die unerhört starke Ab- nalime unserer Zucke.Produktion mit Rght vor allem auf die vxahrend des Krieges uni in der Rachkricgsz^it bis zum Oktcher v. Is. bestehende Zwangswi.t'chaft zurückgeführt. Der durch sie bewirkten Abwendung der Landwirtschaft vom Rübenbau muh unbedingt tn Zukunft entgegen­gewirkt werden. W. W.

Znm ^rachtettverkchr mit dem besetzten Gebiet.

Die Reichsbahndirek ton Elberfeld teilt mit: Aus den Zollkon'.rollbahnhofen, oder auch auf den Qluffmtgftalionen werden in letzter Zeit häufig zollpflichtige Wagenl-adüngen und Stückgüter an- gehalten, weil die Zollvapiere nicht ordnungs- mahig, oder die Gewichtangaben tn den Fracht­briefen höher sind, als in den Ablauf- und Zulaufbewilligungen angegeben. Hierdurch ent­stehen den ohnehin schon stark belasteten Zoll­kontrollstationen und Zu^ubrstrecken erhebliche Schwierigkeiten. Da der Absender gemäh § 65 der Eisenbahnverkehrsverordnung der Eisenbahn sür alle Folgen hastet, die aus dem Mangel der An- zulänglichkcit oder Anrichtigkeit der Zollpapiere entstehen, sind die Dienststellen angewi-'fen wor­den, tn jedem Fall baS tarismähige Wigen- standgeld oder Lagergeld in Rechnung ju (teilen, wenn Sendungen aus den genannten Gründen zurückgehalten werden. Auch in den Fällen in denen Sendungen die Zollkontrollstatton 'er­reichen, bevor die Duplikate der Zollpapiere bei den Zollposten vorliegen, wird künftig Stand­oder Lagergeld erhoben werden. Falls Sendun­gen aus diesen Gründen von den Zollkontroll- stationen nach rückliegenden Aufstellung^bahn- hösen zurückgefahren werden müssen, wird auch für diese Transportwege die tarifmäßige Fracht berechnet werden. Es ist den Derkehrstreibenden an^uraten, zwecks Vermeidung von Ankosten für Beifügung vollständiger und richtiger Zollvapiere, fotote auch dafür zu sorgen, dah die Inhalts- und Gewichtsangaben im Frachtbrief mit denen im Zollpavier überein stimmen, und zollpflichttge Sendungen nicht früher aufzu­

geben, als bis die Zollpapierduplikate auf den Zollkontrollstattonen vorliegen."

Berliner Börse.

Berlin. 1. März. (Wolsf.) Das Geschäft am Devisenmarkt vollzog sich sehr ruhig. Die An- foröciungen haben sich nicht vermindert und des- halb wurden auch die Zuteilungen nicht erhöht. Die Kurse blieben unter BelMcksichtigung der heute in Kraft tretenden neuen Rotie^mngsart unver­ändert. In Effekten ruhte das Geschäft. Es wur­den nur wenig Kurse gehört. Für Elettrische Hoch­bahn herrschte gute Meinung. Anfangs wurde der Kars mit 51, später mit 53* */2 genannt. Hamburger Hochbahn hörte man mit 19/2, Oberschlesische Kolswecte mit 68. Don Bankaktien wurde Dis­konto mit 18,1 genannt.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

«Ohne Z.^-atzr.)

-8. Februar

1 Mär;

SlnilliÄe 'JiOticriiiti

Jlnitlitj Jiott.T t m

CAct.i

y;rt?r

IS'-O

flmfl.-'Hott

1jbüUZö

1573975

1--.61

1b7,39

^rss..?Iimv.

14962j

15037,

15,16

15,21

C1 riftianta.

551610

557590

55,88

Ri 'n

floponhnflfrt

666130

6 93 0

66,37

66,03

eiorfbohn

109725J

11lk75J

109,72

110,28

6ctfiiiaforj.

105735

106265

11,57

10,63

(Italien .

18134,

18 435

18 15

1»;S

London .

18104325

18135325

18,U ,5

18,145

ll.cnnork . .

4159503

4210500

4,19

4,21

i'.iriS .. .

17 5id

177H>

17, ,6

17,71

Cchiveiz .

728175

7310.5

72,82

73,13

fepaiiieu .

5-0370

633 >00

53,07

53,13

L ieu in D -

X.citaba<it

6284? Ts-

6315)11.

r,?8

6,3?

i-raa -

122.93

122807

12,21

12,29

tl'ubapen

84787 Tj

852'3 Ti-

,,48

7. 2

ttzueu^-lires

14^1133

1-20j62

1,1 <5

1, 45

i'iüaiirien

3231 /

30080

3,33

3,4 >

Japan

1695253

190475u

',-5

1, jU5

Ihio o< 9.111.

4337jJ

56V50

0,195

O^tOS

t'elurao

5l3 ,d

56M2

5,58

5, 2

tiuüi nn

144io^

'4oBo.

14,54

Devisen-Zuteilungen: Holland 2, Brüssel 3, Christiania 3, Kopenhagen 3, S ockholrn 3, Helsingsors 5, Italien 3, ßo ibon 2, Reuhork 2, Paris 2, Schwei; 2, Spanien 3. Wien 75, Prag 3, Budapest voll, Buenos-Aires 3, Bulgarien voll, Japan 3, Rio de Ian. 5, Belgrad voll, Liisabon 10 Prozent.

Banknoten. (Ohne Gewähr.)

IT rrUr. I März

LchwrUrr Torrn wran<?fi<(6r 'JJotrn ....... yänifrfjr Norm ......... f<6ro<t>ff*r Norm ...... Boflänbiftic Wetrn........

X. utfd).Crftfrrc!c6, t 100 Ätonen »mi-rttoiitlchk Noira.......

rno(ürt)t *«otrn.........

Hf. HfiilfAr Violen . ........

Belgische Noie»........ .

Unaoritchf Nölen Llch'chosloivakische Sloten Vtonoeailchk Noten ...... Niimäntsche Noten....... .

Svantlche Woten

So>v it nicht nnVers bem rf, tn Hadton. Mark

(Mflb | Brief

7 8 0

7513 0

1 6503

1775 0

663300

6667(1 J

10973.0

1102700

161610U

157jf0)

6280 Ts-

6320) Ts.

41395U0

421 500

1805(00

181.00)

191510

192j00

15' 0,

1 -240

47400 Ts-

47600 Ts-

1 22r0

V t <0

5." 860(0

531400

233 0

2:33

52 700

53 300

Roten-Zuteilungen: Amerika 1, Kleine Stücke 3, Belgien 1, Dänische England 1, Kleine St., Finnland, Frankreich, Hol­land 1, Italien 2, Rorwegen 2, Oesterreich 2, Kro- ncn-Stücke 2, Rumänieti, Kleine Stücke, Schweden 2, Schw.-iz 1, Spanen, Tschechen 1, Kleine Stücke 1 Prozent. Ungarn voll, Iugo- flavien voll, Sofia voll.

*

Ausgabe toe i terer Serien von Roggenrentenbriefen der Roggen- r e n t e n b a n k B e r l i n. An der Berliner Börse ist jeht auch die 6. Reihe der 5prozent'gen Roggen- rentenbriefe der Roggenren'e lbank A.-G. Berlin erstmalig notiert worden. Damit hpt der Gesamt­betrag dieser verbreitetsten Rogeenpfandbriefe an der Börse die Höhe von 21/, Milliomn Zentnern erreicht. Auher den bereits an der Börse notier­ten Reihen, hat die Roggenrentenbank bereits wei­tere Roggenrentendriese in etwa der gleichen Höhe ausgegeben, deren Einführung an der Börse be­vorsteht. Es ist dies ein weiterer Beweis für die augenblickliche f inen stelle Rotlage der Landwirt­schaft. da die Ausgabe der Roggenrentenbriefe ausschliehlich der Kreditbeschaffung für die Land­wirtschaft dient. Wie man weiter erfährt, ist die Zinsberechnung für die neuesten Reihen der Rog- genrentrnbriefe so festgesetzt worden, dah selbst bei einer schaellfortschreip'Ndrn Geldern Wertung auch die Zinsen, wie es dem Charakter eines wert­beständigen Papieres entspricht, nicht mehr der Entwertung anheimfallen können.

* Landwirtschaftliche An» und Derkaussgesellschaft Hesfenland. In der G. V. der Landwirtschastlichen An- und Der- kaussg?sellschaft Hessenland (Ra,feiseasche Orga­nisation) ist die Amwandlung der seitherigen G. m. b. H. in eine A. G. mit dem Sitz in Kassel unter der Firma: Landwirtschaftliche Handels­gesellschaft Raiffeisen l'eschlos'en worden.

* Liga-Gummiwerke Frankfurt am Main. Rach dem Bestcht für 1922/23 des der Peters-Anion nahestehenden Anternehmens hielt ich die Pcwduktion in den erften 9 Monaten >urch den Ausgleich eines starken Auslandsver­kaufs auf der Höhe des Vorjahres. Trotz des Däiaden^euers im I-ali 1923, bad die Fahrrad­reifen-Abteilung zerstörte, tonn c durch ein Ab­kommen mit einem befreundeten Werk die De­ll f Timg dew Kundschaft ohne Anterbrechung auf­rechterhalten und die zerstörten Wer5> in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres bereits wieder in Betrieb genommen werden. Rach Abschreibungen sollen 709,4 Milliarden Reinge­winn dorg:tragen werden. Die Kapitalserhöhung um 2 auf 12 Milliarden ist durchgeführt. Die G. D. findet am 6. März statt.

* D i e Kohlenförderung im Ruhr­gebiet. Dom 11. bis 16. Februar wurden Im g 'famten Ruhrgebiet (ohne die Regirnezechen Äö ig Ludwig", »Diktor Ickern",Dorstfeld", Fstedrich Irachim",Rh ia-Elbe",Hemnch Gustav",Amalia",Reckli -ghausen I" undII") nach vorläufiger Berechnung 1 716 061 Tonnen Kohle gstorderl: davon entfallen auf das besetzte Gebiet 1 563 529 Tonnen. Die Ko'serze"gung be­trug in der gleichen Zeit 312 102 Tonnen (6c- ehtes Gebiet 275 746 Tonnen). Dom 11. bis 16. Februar betrug die arbeitstägliche Produk­tion im gesamt n Ruh gebiet 286 012 Tonnen Kohle (1913: 368 743 Tonnens und 44536 Tonnen Koks (1913: 63 718); im beteh en Gebiet 62 580 Tonnen Kohle (1913: 348 586) und 39 392 Tonnen Koks 11913: 58 338 Tonnen). Im Vergleich zu 1913 ist mithin im gesamten Ruhrgebiet eins Minder-

erzeugung von arbei s'äglich 83 731 Tonnen Kohle und 18 132 Tonnen Ko s zu verzciHnen. Im be­setzten Gebiet beträgt die Mindererzeugung 87 998 Tonnen Kohle und 18 946 Tonnen Kols.

* Konkurse im Februar 1 924. Die St ti ckk der Konkurseröffnungen hat die steigende Richtung, die |i? be.eits im Januar ein geschlagen hatte, auch im F.bruar beibe tasten. Es sind nach einer Zusammenf e lung de: F nanz-ei sch ist ..Die Dank'' eröffn t worden: Int Februar 42 Konkurse, dag-gen Im Januar 28 und im Februar vorigen Jahres 15 Konkurse.

Märkte.

Berliner Produk^enmartt.

Berlin, 1. März. Auch heute waren die Preisveränderungen für Getreide nicht erheblich. Din Roggen ist mehr Angebot im Markt. Weiten bleibt ruhig, die Käufer sind vorsichtig, die 2lit- aebote nicht gros). Gerste war etwas ruhiger. Die statck gestiegenen Preise her Braugerste lenken die Aufmerksamkeit allmählich auch auf Auslands­ware. Hase- wurde seit gestern nachmittag weiter nach der Küste gehandelt, sonst blieb der Artikel ruhig Mehl still bei vermehrtem AngehdteHutter- artifel wenig verändert. Man notierte für Ge­treide und Oels-aaten per 1003 Kg (sonst 100 Kg.) ab Station: W?tz;en, märt. 163 bis 168, Roggen märt. 131 bis 137, Braugerste 178 bis 188 Futter­gerste 155 bis 160, Hafer, märt. 115 bis 123, pommerscher 115 bis 122, Weizenmehl 24.75 bis 27, Roggenmehl 21,25 bis 23.50, Weizenkleie 8.80 bis 9. Doggenk'eie 7,20 bis 7.30, Raps 295, Leinsaat 400 bis 410, Viktoriaerbfen 27 bis 28, kleine Speiso"rb^en 17 bis 18. Futtererbsen 12 dis 13, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 14.50, blaue Lupinen 13 bis 14,50. gelbe 16 bis 16,50, Seradella 14 bis 15, Rapskuchen 10.70 bis 11, Leinkuchen 21 bis 22. Trockenschnitzel 8.30 bis 8.40, voll­wertige Zuckerschnitzel 16 bis 22. Torfmelasse 30/70 8,70 bis 8,80. Kartoffelslocken 17.50 bis 17.80.

der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Dienstag, 4. März: Die Fledermaus. Mittwoch, 5.: Dorspruch. Hierauf: Die Zauberflöte. Donnerstag, 6.: Der Wider­spenstigen Zähmung. Freitag, 7.: Cavalleria rufticana. Hierauf: Der Bajazzo. Samstag, 8.: Die Fürsten Howansky. Sonntag, 9.: Die Wal- küre. Schauspielhaus. Dienstag, 4.März: Hamlet tn Krähwinkel. Mittwoch, 5.: Dasanta- Jena. Donnerstag, 6.: Die Macht der Finsternis Freitag, 7.: Der Tod der Athene. Samstag, 8.: Die Macht der Finsternis. Sonntag. 9.: Rachm 3'/r- Dorspruch. Hieraus: Alt-Frankfurt. Abends 71/»: Hamlet in Krähwinkel.

Biichcrtisch.

Fröhliche Aussicht aus heitere Stun­den bieten jedem Leser die Meggendorser Blätter. Ihr unverwüstlicher, sich stets gleich bleibender Humor wird in jeder Rümmer aufs neue bewiesen durch Witze und Anekdoten, Humo­resken und Satiren, sowie Gedichte heiteren und aktuellen Inhalts. Die in Ausführung und Re­produktion stets auberordenttich erfreulichen Bild­beigaben ergänzen jedes Heft zu einer Wock^n- gabe, die immer wieder die frohe Erwartung rechtfertigt, mit der sie von ihren Empfängern entgegengenommen wird.

lieber b i e geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentaris­mus hat Carl Sch mitt bri D u n ck e r L H u m - blot in Münchm eine sehr gründliche Anter- suchung verösfontlicht, aus der vor allem die Er« orterung der irrationalistischen Theorien un­mittelbarer Gewaltanwendung als Gegner des Parlamentarismus als heute besonders aktuell interessiert: Ein neuer Glaube gn Instinkt und Intuition, der jeden Glauben an die Diskussion beseitigt und es auch ablehnen würde, durch eine Erziehungsdiktatur die Menschheit reif zur Diskussion zu machm, stellt d?n Bolschewismus in die Reihen der Gegner des Parlamentarismus. Alle weltgeschichtliche Aktivität liegt nach der Theorie Sorels in der Kraft zum Mythus, nur in ihm liegt das Kriterium dafür, ob ebn Dolk oder eine andere soziale Gruppe eine historische Mission hat. In unmittelbarer Intuition ' schafft eine begeisterte Masse das mythische Bild, das ihre Energie vorwärts treibt und ihr die Kraft zum Martyrium wie den Mut zur Gewalt­anwendung gibt. Rach Sorel haben nur noch die sozialistischen Massen des Industrieprole'aviats diesen Mh hus, d?n Generalstreik, den Klassen- kampf, der in Rußland aber starke nationale Elemente tn sich aufnimmt. Die Russisiperung Rußlands durch den Bolschewismus beweist sogar, dah die Energie des Rationalen gröher ist als dec Klassenkampfmythus. Auch in Italien hat mit dem Faschismus der nationale Mythus über den Klassenkampfmythus gesiegt. Diese Theo ne vom Mythus, mit der Mussolini das italienische Parla­ment hinwegiegte, ist nach Schmitt der stärkste Ausdru^ dafür, dah der relative Rationalismus des parlamentarischen Denkens seine Evidenz ver­loren hat.

Dergasyl, eine Derchesgadener Er­zählung von Richard Doh (bei A). Bon; & Co., Stuttgart). Die furchtbare Tragödie eines Men­schenpaares, das ^unglücklich ist, bloh weil es ist", umrahmt von der farbenprächtig geschilderten er­habenen Dergwelt der Berchtesgadener Alpen.

Johannes Schlaf: Das dritte Reich. (Aus der BücherreiheDer Gesellschasts- roman" des Berlages Carl R e i h n e r, Dresden.) Ein stiller, feiner Grübler sucht jenes dritte Reich jenseits aller menschlichen Dimensionen und ©pbä­ten, jenseits von Gut und Böse, jene neueEin­heit und Rotwendigkeit eines neuen De' kehrs von Mann und Weib, in die alle menschsichen Ge­setze, Geistigkeiten, Bekenntnisse, Erlenntnisse und Einrichtungen eingehen und sich auflösen als in die neue vlganische, unml telbare umfassende Leib­lichkeit einer Individualität". Das neue große Jubeljahr des Bundes zwischen Mann und Weib, das zu erf(hauen ist das Ziel seines Lebens. Durch eine Flut von Enttäuschungen, durch eine Rächt des Grauens watet er hindurch zum dritten Reich des Wahnsinns, das ihn befreit von dem Traum- tntg des ihn umgebenden Weltbildes, ihm Wisser und Gewißheit bringt.

Weiß© Zähn© SH

IUL L. JUIJULK "WKIHIUI ____ PUtzSN Mit

der herrlich

erfrischend schmeckenden Zahnpaste C h 1 o r <> <1 o n t. tficgen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg Chlorodont- Mundwasser verwendet, überall zu haben.