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Ein Roman auS dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik.
36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Der Adjutant deutete nach den durch schwere Seidenvorhänge verhüllten Fenstern Mit einem Ruck sprang der Regent aus und ritz die Vorhänge auseinander. Gm schweres, dichtes Schneetreiben verdunkelte die Lust.
Eine Sinnestäuschung?.,..
Die Rechte des Schantl rrtz die Fensterflügel aus die Linke streckte sich hinaus. Wie trenn sie In Feuer gefaßt hätte, fuhr sie wieder zurück. Die Augen des Regen teil ruhten daraus . . . sahen, wie die Flocken unter der Warme der Hand rasch dahinschmolzen, sahen, wve eine an dein goldenen Ring länger hastete und nur langsam schänd. S:in Auge glitt über die Gärten, die unter den Schneemassen wie unter einem Leichen- tuch ruhten.
War das Ratur? . . . Menschenwerk? . . . Dann . . .
Zurück! Collin Cameron I
Er wollte cd schreien, als sein Dlick aus den Adjutanten siel, der stumm dastand. 3m Augenblick hatte er sich wieder in der Gewalt.
„Was willst du? . . . Es schneit ... ES schneit ... Ja natürlich, eS schneit. . . Hast du nod) keiner, Schnee gesehen? . . . Fürchtest du dich vor Schneeslocken? . . . Geh!"
* * *
3n einer Daumlaube des GarvinparkS in Frisko sad Wellington Fox. Die Sonne war
IftrrflTt untergegarogen. Dom Ozean her wehte dnt kühle Brise. Fröstelnd schlug Fox den Kragen seines HackettS in die Höhe. Die Hände in die Taschen vergraben, legte er sich bequem aus der Dank zurück und schaute sinnend dem Rauch seiner Zigarre nach
.... Dah ich hier alS Ritter Toggenburg seit einer geschlagenen Stunde sitze und geduldig aus das Kommen eines kleinen Mädchens warte . . . und, wenn eS daraus ankommt. die ganze Rächt warten würde, hätte ich mir vor ein paar Monaten nicht träumen lassen . . . 3ch. Wellington Fox. der mit feinen 35 Jahren bisher der Ansicht war. das; die Rose menschlicher Liebe vor ihm auch nicht ein Dlatt mehr zu enthalte;, habe. Keinen Dust, den er nicht eingeatmet hätte. . ."
Ein leiseS Knirschen des Kiesweges liefe ihn aus seinem Träumen ausschrecken. Schnell warf er die Zigarre aus den Doden und trat mit der Sck.uhsohlr daraus. 3m nächsten Augenblick stand Helen Garvin vor der Laube. Sie tat einen scheellon Dlick rückwärts und beugte sich dann lauschend nach vorn, äind schrie leise aus. als sie sich plötzlich an der Hand ergriffen fühlte und mit sanfter Gewalt in das Dunkel der Laube gezogen wurde.
.Komm. Helen. Das dichte Dlätterdach schützt uns vor allen Späherblickew"
„Ah, Sie sind es, Herr Fox> 3ch hatte dxh die Dank auf der anderen Seite des Weges als Treffpunkt bezeichnet. CSejnafe wäre ich umgekehrt. Da glaubte ich hier das Glühen einer Zigarre zu sehen."
.Das dich anzog. wie das Licht die Motte." .Herr Fox! 3ch gehe sofort, wenn Sie 3hre Redensarten ni.cht lassen. Rein, ich konnte mir
kaum denken, tafe öte e8 waren, der feier rauchtet
.Warum. Helen?"
„Weil eS sich nicht gehört, feafe ein Herr raucht, toerm er eine Dame erwartet . . ."
„ . . . Die tr-iederum erwartet, von diesem Herrn geküfet zu trerten," vollendete 53je.
»Herr Fox. ich treib nicht, waS man zu srlcher Llnverschämth^it sagen soll. 3ch gebe!"
„Gar nichts, kleine Helen, soll dein füfeer Mund sagen, küssen . . ."
3m Ru hatten starke Ar?ne HelenS Schulter umfafet und eine Flut von Küssen verschlafe ihren Mund . . .
„Hetzt ist es aber genug." Atemlos klang die Stimme di-cht an Wellingtons Ohr.
„Ditte! Ditte!"
Sie entwand sich Wellingtons Armen und begann ihr verwirrtes Haar In Ordnung zu bringen.
„Schämen Sie sich, Sie schrecklicher Mensch Gut, dafe es das letztemal war."
„Wairn wollen wir nun heiraten?" war Wellingtons ganze Antwrrt.
„Heiraten? . . Wir. . . heiraten?"
Helen trat entrüstet auf Fox zu, der sich auf der Dank niedergelassen hatte und mit einer Handbewegung Helen einlud. neben ihm Platz zu nehmen.
„Erstens will ich gar nicht heiraten . . . und zweitens nicht einen Mann wie Sie. den aller- unhöflichsten Maschen, den ich je kennengelernt habe. Alle anderen Männer sind höflich und zuvork)mmend zu mir. Besonders die, die mir Heiratsanträge gemacht haben."
„Sie haben dich aber trotzdem nicht wie ich viermal küssen dürfen."
„Diermal? . . . Hundertmal f" rief Hden und geriet dann in unbeschreibliche Verwirrung.
„Wenn du mich nicht heiraten willst, klein« Helen, warum hast du dich bann mit mir verlobt?"
„Derlobt?"
„Gewiß, Helen! Eine wohlerzogen« jimge Dame küfet keinen Mann, wenn sie nicht mit ihm verlobt ist. 11 nb ist sie verlebt, mufe sie ihn doch schlicfelich heiraten . . . klar?"
Einen Augenblick stand Helen wortlos.
„Ha ... ja, das mag schon richtig sein. Aber wenn nun mein Dater nicht damit einverstanden ist. eine Abneigung gegen Sie hat und gar nicht mit sich reden täfel? 3ch liebe meinen Dater sehr, und ich kann sein Dorurteil gegen Leute. Ne nicht reich oder von hohem Rang sind, nicht tollen, aber. . . gegen seinen Willen. . .
3ch bin deshalb heute zum letztenmal hierher» gekommen . . . und will Ihnen sagen . .
„-Safe du morgen abend um dieselbe Zeit hierher. . ."
„Herr Fox! 3ch gehe jetzt und komme nicht wieder!"
„Gut!"
„Sie dürfen mir auch nicht mehr schreiben."
„Gut!"
„Sie. . .“
„Ditte."
„Sie dürfen mich auch nicht fo . . .*
„Ditte."
, ... st» anfefeen"
„Gut . . . Roch etwas?*
„Olein! . . . Adieu. Sie . . *
Helen raffte ihr Kleid zusammen und schickte sich an zu gehen.
(Fortsetzung folgt)
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zu der
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am 9. März 1924 in Gießen, Löberstratze 14.
Sonntag, den 9. März 1924:
Vormittags 9 Uhr: Andacht und Gebetsgemeinschaft.
„ 10 „ Referat Herr Oberingemeut T. Doch.
Mittags 12'/, „ Mittagessen.
Rachmitt. 2'/, „ Referat Herr Architekt Rabe: „(Ergreife bei ewige Leben, dazu du berufen bist*.
Anschließend: Berichte aus der Arbeit: a) des Sunbes, oinw b) des Bezirks, c) der Ortsgruppe.
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