Hie c flennt hiernary zwar die Hottotnbtgtett einet gemeinsamen Anstrengung an, um aus der Sackgasse herauszukommen, ihr Der- gleichsvorschlag knüpft aber an die Bedingung, -atz die Kontrollkommission ihre Inspektionen vorher nochmals in vollem Umfange wieder aufnehme.
Die deutsche Regierung hat mich beauftragt, der Dotschofterkonferenz vor allem zum Ausdruck zu bringen, Latz Ne den Willen zur Verständigung, der aus der Qlote spricht, erkennt und würdigt, und das) sie den Gedanken einer gemeinsamen Anstrengung, um .aus der Sackgasse herauszu- kommen, durchaus akzeptiert.
Heber die Art und Weise der Verwirklichung dieses Gedankens beehre ich mich, namens meiner Regierung folgende Ausführungen zu machen: Sine etwaige unvollständige Durchführung unwesentlicher Teile des Abrüstungsaktes kann nicht dazu führen, dah die Kontrolle beliebig verlängert wird. Die Votschafterkonferenz selbst geht in ihrem Schreiben an das Sekretariat des Völkerbundes davon aus, dah die Beendigung der Funktionen der Kontrollkommission eine restlose Durchführung aller Einzelheiten der Deutschland int Teil 5 des Vertrages von Versailles auferlegten Mahnahmen gar nicht vorausseht. Es dürfte sich durch diesen Gedankengang doch die Aechtsauffassung bestätigen, von der die deutsche Regierung in ihrer Bote vom 9. Januar 1924 an die interalliierte Militärkontrollkommission ausgegangen ist, dah nämlich, abgesehen von den fünf Punkten, welche die Botschafterkonferenz als noch offen betrachtet,
die Funktionen der Kontrollkommission eigentlich längst dem Regime des Artikels 213 hatten weichen sollen.
Inwieweit innerhalb des Rahmens der fünf Punkte noch Kontrollhandlungen erforderlich sind, ist eine Frage, die nach Anstcht der deutschen Regierung nicht einer einseitigen Entscheidung durch ein Organ der alliierten und assoziierten Mächte, sondern einer Verständigung von Fall zu Fall überlassen werden sollte. Gegenüber einer Ration von Tradition und lebendigem Gefühl für nationale Würde kann auf die Dauer unmöglich alles aus die Formel Befehl und Unterwerfung gestellt werden. Wollten die alliierten und assoziierten Regierungen es zu- lassen, dah eines ihrer Organe diese elementare Wahrheit mihachtet, so würden sie dadurch nur die Strömungen nähren, die der endlichen Befriedigung Europas weit abträglicher sind, als es irgendein (SntgegenEommen in der Frage der deutschen Qlbrüftun i fein kann Die deutsche Regierung gestattet sich den Dorschlag. die Durchführung der beschränkten Aufgabe der Militärkontrolle von vornherein in die Hände et es anderen Organs zu legen, eines Organs, das der Beschränkung seiner Au gäbe auch durch die Beschränkung seines Personal st andes Rechnung trägt und durch eine Zusammensetzung, die sich dem technischen Charakter der in den sünf Punkten formulierten Materien a.rpaht, eine Gewähr dafür bietet, dah sich die Militärkontrolle in dieser ihrer letzten Phase in einer Atmosphäre ruhiger Verhandlungen abspielt.
Dieses neue Kontrollorgan wäre auch zeitlich an die Bereinigung der fünf Punkte zu binden, wenn man nicht vorzieht, feine Existenz terminmätzig zu befristen.
Sie Frage, welche die alliierten und assoziierten Regierungen offenbar noch aufwerfen, ist die. nb der deutsche Rüstungsstand heute noch derselbe ist. wie er im Frühjahr 1923 auf Grund der insoweit durchgeführten Abrüstung sich darstellte. Wenn die alliierten und assoziierten Mächte De» deükan tragen, diese Frage ohne weiteres zu bejahen, ifst es verständlich, trenn sie den Wunsch -oben, sie einer Rachprüfung zuzufühven. Aber Dan würde in die Rechte des Volker- vundes eingreife m trenn man eine derartige Rachprüsung in die Hände des zur Kontrolle des Abrüstungsaktes berufenen Organs der alliierten tmd assoziierten Mächte legen würde, anstatt es dem Völkerbund zu überlassen.
Die deutsche Regierung macht den alliierten und assoziierten Mächten daher den Gegenvorschlag, dah sie sich zwecks Herbeiführu ngöerjent- gen Untersuchungshandlungen, die sie im Interesse' ihrer Beruhigung über den deutschen Rüstungs stand für nötig halten, an den Rat -es Völkerbundes wenden, wobei sie zur Erwägung stellt, ob es sich nicht zur Vermeidung eines etwaigen gleichzeitigen Funktionierens zweier verschieden ressortierender Kontrollorgane empfehlen möchte, auch das oben erörterte reduzierte Organ zur Bereinigung der fünf Punkte oem Rate des Völkerbundes zu unterstellen. Siche des Völkerbundes wird es dann sein ,zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Anordnung einer Spezialuntersuchung gemäß Art. 213 gegeben sind. Er wird auch in der Lage fein, durch die gleich
Giehener Stafctt^eater.
Hauptmann: ©Iga.
Gril'parzers feingeschliffene Erzählung „Das Kloster bei Sen Lomir", eine der kostbarst :n Perlen deutscher Rorellerckunst hat Gerhart Hauptmann zu einem dramatischen Rottum:s umgestaltet. In sechs gespenstischen Szenen huscht die Tragödie einer polnisch tu Adels familie vorübw, von einem Ritter im düsteren Traum geschaut. Aber was bei Grillparzer mit scharf durchdachter Konsequenz geschildert wird, bleibt bei Hauptmann flüchtig hchg?worsene Skizze. Wer Grillparzers Erzählung i icht kennt, wird vergebens nach stichhaltiger Motivierung suchen, die Charaktere sind nur schwach umriffene Schattengestalten, die Handlung bei aller dramatischen Wucht, bei aller po.ckon.Len, aufs äusterste konzentrierten Ge- schlofsenheit doch allzu spärlich angebeuiet, um die Tragödie als solche in ihrem ga rzen Ausmah empfinden oder gar erleben zu lassen, Und doch wird man sich nicht eines starken Ausdrucks erwehren können, trenn Hauptmanns Szenen in einer Aufführung über die Bühne gehen, wie sie gestern ALvlf Teleky uns bot. Der pausen- lvsrSz-enenwechel btt off.ner Bühne machte aller« Vings unserer in Matzen und Mitteln nrtürlich.r- wtt-e beschränkten Bühn? einige Schw.erigleäen, die man bei den Wiederholungen Lurch schnellere und vor allem geräuschlosere Aufbauarbeiten auf ein erträgliches Mast wird zurücksühren müssen. Mit Lern Vorhang scheint man auf Kriegs,uh zu stehen. Sein ratterndes Fallen wirkte schon früher häufig recht störend, hier mutzte man versuchen, mit dunsten, völlig geräuschlosen Schlttem au-zutommen. Diese Kleinigkeiten tön-- nen für die Wirksamkeit eines Stückes wie „Elga" entscheidend sein. Die Hauptgestalten des Traums lagen bei Karl Juhnke und Rose Rubner
zeitige Einleitung eines tatsächlichen und all« gemeinen Abrüstungsaktes die breite Öffentlichkeit davon zu überzeugen, d.rh die etwa für notwendig gehaltenen Unlers uchungs Handlungen nicht der dauernden Aufrechterhaltung des jetzigen Mitzverhültnisses zwischen dem deutschen Rüstungsstande und demjenigen seiner Rachbarn, sondern der ehrlichen und endgültigen Befriedung Europas dienen.
Genehmigen Sie . . . gez. v. Hoesch. » Die Berliner Preffe
sieht in der deutschen Rote über die Militärkontrolle ein Ein 1 enken gegenüber den Forderungen der Botschafterkonferenz. Die Rote findet daher in der Rechtspresse scharfe Kritik mit Ausnahme des „Berliner Lokalanzeigers", der es begrüßt, dah sich die Rote mit Rachdruck auf das lebendige Gefühl der nationalen Würde im deutschen Dolke beruft, welche eine zudiktierte Dauerkontrolle nicht ertragen kann. Das „B. T." hebt hervor, dah sich die deutsche Regierung in der Rote ehrlich bemüht, auch von deutscher Seite die notwendigen Schritte zu einem Ausgleich in der Frag: der Militärkontrolle zu tun, der auf die interalliierten Beziehungen, aber auch auf die innerpoli.ische Lage nur günstig etntoirfen könne. Der deutsche Vorschlag, bet den Völkerbunds'- rat entsprechend dem Art. 213 des Versailler Vertrag:s als Aufsichtsorgan über die Militär» Eontrolle vorsieht, nehme der Kontrolle das Peinliche, das Befehlende und Verletzende. Dieser Vorschlag bedeute ein Vertrauensvotum, das Deutschland sicherlich nicht leicht gMnorben fei mit Rücksicht auf die Entschttdung des Rates tn der oberschlefischen Frage, das aber von dem deutschen guten Willen wahrlich Zeugnis ablege.
Arbeitnehmer und Micumverträge.
Berlin, 1. April. (Privattelegr.) Wie mehrere Blätter aus Essen melden, lehnte in den gestrigen Besprechungen zwischen der Micum und Vertretern der Dergarbeiterverbände die Micum das Verlangen der Verbände auf Hinzuziehung zu den Verhandlungen über eine Verlängerung der am 15. April ablaufenden Micumverträge ab. Rachdem die Organisationsvertreter eingehend auf die ungünstige ßagfe der Bergarbeiter hingewiesen hatten, betonten die Micumvertreter, dah sie niemals erklärt hätten, dah nicht auch die Arbeitnehmer an den Reparationslasten zu tragen hätten. Weiter führten sie aus, der Zweck der neuen Micumverträge sei erstens, die Reparationslieferungen bis zur Regelung der Reparationsfrage zu sichern, zweitens, die wirtschaftliche Aktivität im Interesse der Arbeiterschaft herzustellen. Falls die Reparationslieferungen nach dem 15. April aufhören sollten, würden seitens der De- satzungsbehörden Mahnahmen ergriffen, die gegebenenfalls eine Wieder st illegung der Betriebe zur Folge hätten. Die Ärbeit- nehmervertreter würden zu gegebener Zeit zur Entgegennahme von Informationen über die Micum-Verhandlungen eingeladen.
Kleine politische Nachrichten.
Die französische Kammer trat heute in die große politische Debatte ein. Unter stürmischen Protesten und Pullegeklapper der rechten und linken Opposition Arago begrüßte ein Abg. der Aragogruppe das neue Kabinett, ein Abg. der republikanisch-sozialistischen Aktion kritisierte lebhaft die Finanzpolitik des verslofsenen Kabinetts und befürchtet eine finanzielle, moralische und militärische Isolierung Frankreichs.
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Dem Vernehmen nach wird die In fante r i e s ch a l e, deren Schüler bekanntlich in den Hitlerprozeh verwickelt waren und in deren Räumen sich der Hitlerprozeh abspielte, dauernd, von München wcgverlegt werden. Die Schule soll im Herbst nach Dresden kommen.
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Die Dergarbeiterverbände kündigten das Berliner allgemeine Abkommen über die Mehrarbeit im Ruhrbergbau, das Abkommen über die Arbeitszeit über Tage, sowie die auf Grund des Schiedsspruches sich ergebende Vereinbarung über die durchgehende Arbeitszeit mit Wirkung vom 30. April.
Der badische Eisenbahner streik ist im Abflauen begriffen und im allgemeinen auf Mannheim, Heidelberg und Umgebung beschränkt. Im Dangierbahnhof Karlsruhe haben sämtliche streikenden Arbeiter den Dienst wieder aufgenommen. Auch in den übrigen Streikgebieten sind zahlreiche Arbeiter wieder zum Dienst erschienen. Rach der ganzen Stimmung in der Arbeiterschaft ist die Zahl der Arbeitswilligen sehr groh.
in guten Händen. Herr Juhnke gab den furchtbar Betrogenen hin reihend in seiner Liebe, erschütternd in Schmerz, Rache und entsetzlicher Enttäuschung. Frau Rubners Elga war das triebhafte Weib, „eigcntoiltig, leichten Sinns, immer bereit, alles aufs Spiel zu setzen". Die Gefahr macht ihr das Leben erst lesenswert. Das Spiel mit dem Glück kostet -sie aus bis zur Reige, bis das Glück in ihren Händen zerschellt. Frau Rubner liegt diese Hauptmannschs Elga, sie gab ihr Blut und Leben, anmutiges Spiet, zündendes Temperament, das Flackernde, glühe.-d Sinnliche dieses Weibes. Die anderen Rollen treten stark in den Hintergrund. Frau Marcks spielte die Marina fich.-r und abgeklärt, ebenso Paul Schubert den alten Hausverwalter. Den Detter Oginski konnte P. P. Schmitz nicht aus seinem etwas mystischen Ta'ein erlösen. Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins machten sich um die musikalische Umrahmung der Svenen verdient. Frau Rubner, die mit ihrer Elga zum letzten Mal in einer tragenden Rolle auftritt, wurde von dem gut besetzten Hause lebhaft gefeiert. * —e.
Gietzener Konzertverein
DaS Berliner Dokalterzett.
Lange erwartet, hat endlich das Berliner Dokalterzett frohe Einkehr gehalten. Die wohl bedeutendste unserer solisttschen Deceinigua- gen für mehrstimmigen a cape!l.i=®efang erschien diesmal in einer neuen Zusammenstellung, die mir mit besonderer Freude begrüßen. Der helle, schlanke Sopran der jugendlichen, anmutigen Erscheinung Margarete Strunks b ingt mit seinem lebhaften Dempcram'nt und mit offenkundig starkem seelischen Erleben eine wi kungs- volle Beschwingung und eine mitunter heftig auf
Aus swm und Land.
Dietzen, den 2. Aprll 1924.
Ernennungen in der hessischen Justiz-
Ernannt wurden am 12. März 1924 der Ober- landesgerichtscat Eduard Holzapfel in Darmstadt zum Senatspräsidenten bei de n Oberlandesgericht in Darmstadt und dec Landgerichls- direktor Ludwig Reuen Hagen in Dietzen zum Präsidenten des Landgerichts dec Provinz Oberteilen in Dietzen. — Landgerichtspräsident Reuen Hagen hat seine ganze bisherige Dienstzeit in Dietzen verbracht. Er war früher hier Amtsrichter, dann Landgevichtsrat, hieraus Land- gerichtsdireklor und Dor.itzenLer der Kammer für Handelssachen. ., . . o
Ferner wurden ernannt der Oberlandes- gerichtsrat Ferdinand Schudt zum Landgerichtsdirektor in ®ie&en und der Landgerichtsrat E r n st Kramer ebenfalls zum Landgerichtsdirektor in G letzen. — Landgerrchts- direktor Schudt war früher Amtsrichter in Homberg Darmstadt und Dietzen, Staatsanwalt in Darmstadt und Landgecichtsrat in Dietzen, vor etwa 1V2 Jahren wurde er zum Oberlandesgerichtsrat ernannt. Landgerichtsdiveltoc Kramer war früher Amtsrichter in Herbstein, bann in Gietzen und zuletzt Landgerichtsrat tn Gtetzen.
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Der Verkehr mit dem besetzten Gebiet unterliegt gegenwärtig den nachstehenden Vorschriften:
Alle Bewohner des besetzten Gebietes können auf Grund ihres Personalausweises zwischen dem besetz eo und unbesetzten Gebiet unbehindert verkehren.
Für die Bewohner des unbesetzten Gebietes ist zur Einreise in das alt- und neubesehte Gebiet nach wie vor ein besonderer Geleitschein erforderlich. Reben dem Geleilschein muh jede im besetzten Gebiet reisende Person ihren von der Heimatbehörde ausgestellte i Personalausweis mit Lichtbild bei sich führen. Die erteilten Grenzvisa und Gelei.sch eine haben nur Gültigkeit für den .Hebergang (Kon voll statt on) für den sie ausgestellt sind. Für den Ausflugsrerkehr sind teilweise besondere örtliche Erleichterungen getroffen, die bei den in Frage kommenden Gemeindevorstehern er» fragt werden. Btt Reisen vom unbesetzten nach dem unbesetzten Deutschland, die über Regiestrecken ausgeführt werden, genügt der gewöhnliche Personalausweis. Die Fahrkarte mutz in diesem Falle von einer unbesetzten nach einer unbesetzten Station lauten.
Die Einholung der Erlaubnisscheine geschieht im al besetzten Gebiet bei den zuständigen Krers- delegierten bzw. bei den Ober delegier len der In» teraLiierlen Rh.inlandlommi. sion des zu bereisenden Kreises oder Bezirks; z. B. für die Pfalz an den Ober delegier len der Interalliierten Rhein- landkommission in Speyer, für Hessen in Mainz, für Hessen-Rassau in Wiesbaden. Für die englische Zone ist der Antrag bei dem Pahamt in Köln (Domhvf 28)' zu stellen. Für das Ruhrgebiet haben die Handelskammern in Düsseldorf. Essen, Bochum, Dortmund, Duisburg und Krefeld die Anträge auf Einreiseerlaubnis für ihren Bezirk übernommen.
Als Unterlagen sind erforderlich, außer dem schriftlichen Anträge, ein mit einem Lichtbild versehener Personalausweis der Heima. Behörde, zwei Pahbilder, e ine Aufenthaltsbescheinioung, ein Freiumschlag und die Gebühren. Zur Zeit werden für Geleilscheine 28 französische Franken oder sechs Goldmark gefordert. Die Gebühr kann dem Anträge beigefügt werden. Es kann aber auch der Antrag gestellt werden, sie bei der Uebersendung des Geleitscheines nachzunehmen.
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Dörnotireu.
— Ta geskalender füx Mittwoch. Stadttheater: 1 Ähr „Maria Magdalene". — Südwestdeutscher Radioklub: 8 Ähr im Physik. Institut (grober Horsaal) Mitgliederversammlung und Vorführung des Frankfurter Senders. — D. H.D.: Kausm. Derttnshaus Monatsversammlung. — Palast-Lichtspiele: „Inri". — Lichtspielhaus, Bahnhofstratze: „Fridericus Reck'.
— Die Deutsche Dolkspartei hält heute (Mittwoch) abend, 8V1 ülbr, im Gewerbebaus einen Mitglisder-(Distussions-)Mend ab, bei dem über den Parteitag in Hannover berichtet wird.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rochmals sei darauf hingewiesen, Latz den Dienstag-Abonnentcn ihre Plätze für Las 1. Opemgastspiel „Zar und Zim- mermnnn“ am Dienstag, 8. April, nur dis ein» schlletzlich Freitag, 4. Ls. Mts., reserviert werden. Der freie. Verkauf beginnt am Samstag, 5. und es werden für diesen noch Vorbestellungen ent» I gegengeiwmmen. (Siehe Anzeige.)
/ata nut Der ES kimo". Man schreibt uns: In 13 Monaten voll schlimmster Entbehrungen, grimmigster Kälte und nagendem Hunger hat ein kühner Amerikaner, namens Robefl 3. Flaherty, diesen Tatsachensilm — Len Film Vcm Polarmenschen — geschahen. Dank dec seltenen Begabung Les sicheren Blicks und der zähen Ausdauer des Operateurs wurde er ein Kultursilm. wie die Welt noch keinen anderen sah, das unvergängliche Dokument einer unb.kannten Kultur. starker als alles, was wir bisher an Schillerungen aus dieser fremden Welt besahen. Fla» herty setzte sich im Fort Harison an der Hudson- Bai fest und arbeitete von dort aus in einem Umfre’fe von 703 bis 830 Kilometern nach allen Himmelsrichtungen hin zusammen mit Ra nur, dem rntellcgenten Eskimo, dessen Jagdgebiet so groh wie Deutschland ist. In der schneidenden Kälte des Polareises, oft genug bei 50 Grad unter Rull wurden die Ausnahmen gemacht. Dre aber- gläuöische Scheu der Eingeborenen, die Unbilden der Witterung, alles mutzte mit zäher Energie überwunden werden, um diesen Film zu schassen. >der nun schon in vielen Städten In aller Well mit größtem Erfolg gezeigt wurde.
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* Die Freigabe des von Amerika beschlagnahmten deutschen Guthabens scheint nunmehr endlich in Fluh za kommen. Der Amerika-Abteilung des Hansa-DundS für Gewerbe, Handel und Industrie find in den letzten Lagen mehrere Beträge zur Aushändigung an die Beteiligten vom amerikanischen Treuhänder in Washington zugegangen; sie hat auch die Mitteilung erhallen, dah nunmehr aas baldige weitere F,ergaben zu rechnen ist. Befremdend wirkt es aber, datz von den gesamten beschlagnahmten ca. 22 000 Positionen erst ca. 40CO Positionen reklamiert find. Möglicherweise haben die Interessenten geglaubt, datz ihnen das frei» gegebene Geld in Deutschland beschlagnahmt würde: das ist nicht der Fall, im übrigen steht es auch jedem frei, sein sreigegebenes Guthaben bei einer amerikanischen Bank zu deponieren Zur kostenlosen Auskanst ist die Amerika-Abteilung des Hansa-Dundes stets gern bereit. Den Anfragen ist ein Fceiumschlag für die Rückantwort beizufügen.
RDV. Iugendfahrten auch zu O st er n u n d P s r n g st en. Für Iugendwanderungen, die in geschlossenen Gruppen von besonders aner- f arm‘en Vereinen durchgeführt werden, gewährt die Reichsbahnverwaltung eine Fahrpreisermäht» gung. In den Tarifbestimmungen ist jedoch vorgesehen, dah die einzelnen Reichsbahndioektivnen diese Ermähigung zuzeiten besonders starken Der» kehrs versagen gönnen, trenn der normale Reiseverkehr durch den Andrang von Iugendwanderern bohindert zu werden droht. Es war deshalb angeregt worden, die Fahrpreisermähigung grundsätzlich an den Samstagen vor Ostern und Pfingsten zu versagen. Gegen diese Anregung wendet sich jetzt der Reichsverkehrsminister mit folgender Erklärung: „Da sich für den grössten Teil der im Werktätigen Leben stehenden Jugendlichen die einzige Gelegenheit zu Wanderfahrten an Den Feiertagen bietet, mutz um so mehr darauf gehalten werden, dah diese Gelegenheit jetzt nicht auch noch allgemein abgeschnitten wird, nachdem die Iugendfahrten durch die Tariferhöhung erst kürzlich verteuert und die zahlreichen Anträge auf Herabsetzung der Fahrpreise für Jugendliche abgelehnt worden sind. Die Reichsbahndirektionen sollen deshalb nur im Rotfalle, trenn die betrieblichen Verhältnisse es unbedingt fordern, von den nach dem Tarif zulässigen Einschränkungen Gebrauch machen."
RDV. Postanweisungen nach Schwe« den und England. Von jetzt ab werden zu Len früheren Bedingungen Postanweisungen (Meistbetrag 800 Kronen) nach Schweden, sowie Gebührenzettel zu Wertkästchen und Paketen nach Schweden wieder zugelassen. Auch sind^die Rach» nahmen auf Postpaketen und Postfrachtstücken nach Schweden wieder in Mark anzugeben. Der Meist- £ et rag ist 800 Billionen Papiermark. — Ebenso sind jetzt gewöhnliche und telegraphische Postanweisungen nach Grvtzbritannien und Freistaat Irland, sowie gewöhnliche Postanweisungen nach den Britischen Kolonien und den Britischen Post- anstalten in fremden Ländern unter den früheren - Bedingungen wieder zugelassen. Die Gebühren für gewöhnliche Postanweisungen nach den bezeichneten Ländern betragen für Einzahlungen bis 30 Billionen Mark 30 Rentenpfennige, für Einzahlungen über 30—60 Billionen Mark 60 Rentenpfennige, für jede tbeiteren 60 Billionen Mark 60 Rentenpfennige.
** Fahrplanänderung auf der Strecke Ridda-Schotten. Im Zugverkehr auf der Strecke Ridd.r—Schotten sind ab gestern folgende Aenderungen eingetreten: Der Personenzug, der seither ab Ridda 4,30 älhr nachmittags fuhr, fährt erst um 6 älhr, in Ridda ab und ist 6.40 älhr in Schotten. Der Gsgenzug fährt bann
wallende Gefühlssteigerungttn den bisweilen schon allzu klassisch abgeHärten Charvkter des Ensembles. Merdings junger Most will Weile haben. So wird auch diese neue Gruppierung ihre bedeutsame älmftelhing mit einem leicht ton« ftatierbaren Mangel Der so oft gerühmten In- tcnation3reinb;it vorerst wenigstens zu erkaufen haben, der sich in den eingangs gefangenen Volksliedern und merklicher Wttse auch in einigen Der Schlutzlieder zeigte. Diese kaum meßbaren leichten Schwankungen konnten jedoch die aufjer» ordentlichen Eindrücke nur irenig beeinträchtigen, welche von der ungemein hochstehenden künstlerischen Kultur dieser ei-talgartigen Madrigalvereinigung ausgehen. Die absolute technische und musikalisch» Sicherheit, D e bewundernswerte Virtuosität Der Sprechtechnik, Die sich etwa in'dem Kanon Lachners „Wenn ich weih, was du weiht" besonders überzeugend lundgab, stehen auf einer Hohe der Entwicklung, die im allgemeinen nicht erreicht wird. Ganz prachtvoll ergänzen sich der Charakter und das Kolorit des Ton und Stimmung äuherst fest haltenden Mez'.vsrp.a'NsK ä t he A u l i ch s und des Alts Elisabeth Dohms, Der mit seiner Kontrafärbung auch überraschender humeristischer Charakterisierung säh'g ist. Professor Gustav Trautmanns Klavierbegleitung wirkte in diesen fie ren musikalischen Kabinettstück.n gerade wegen ih.er gedreen räumlichen Ausdehnung wie feinst gejcy-'.i'ffenes Edel- geftein, das magisches Licht aus strahlt. Sie war ein crlefonec Genutz für sich.
Die mit stürmischem Beifall aufgenommene Vortragsfolge, die dankenswerter Weise durch gern gewährte Zugaben erweitert wurde, war diesmal historisch nicht so sehr befrachtet tote im Februar 1923, als die Madrigale Haslers und iRegenarts mir Iwillltt.nmOnen AnsatzzuBstrachtun- gen über die Polyphonie des 15. und 16. Jahr
hunderts und über das Madrigal im besonderen gaben. Aber auch das jetzige Konzert warf ein Helles Licht auf die Blütezeit der Polyphonie, die ja gerade in der Bearbeitung von Volksweisen ihr besonderes Betätigungsfeld gefunden hatte. Aus diesem Kranz leuchtender Blumen berauschte wohl am stärksten, aber auch am schmerzlichsten der melanchDlische Duft des „schweren Traumes". In Dan Mittelgruppen bei Programms, die mit Komponistennamen belegte Lieder brachten und offenbar als Durchschnitt durch diese Literatur bis zur Moderne (R. I. E i ch b e r g) gedacht waren, standen die beiden meisterlichen Madrigale des alten Thomaskantors Ioh HermannSchein, vvn dessen Wec-ken Arthur Prüfer eine Gesamtausgabe bei Dreitkopf und Härtel redigiert hat, mit ihrer musikalischen Ur- sprünglichkeit sehr fühlbar über den Kanons Carl Maria von Webers und Franz Lachners, in denen trotz der souveränen Beherrschung der Kontrapunktik die Starrheit der konstruktiven Linie nicht von der Kraft lebendiger Erfindung durchbrochen wird.
Von den beiden Drahmsnachfolgern, denen in gewissem Sinn auch R. I. Eich berg anzugliedern wäre, dürfte wohl Wilhelm. B e r - g e r mit den beiden Liedern „S ch n e e w i 11 ch en in der Wiege" und „Es ging ein Duft durch d i e Frühlingsnacht" stärkere Wir- gungen hinterlassen haben als H. v H e r z o g e n- b e r g mit feinem Trutzlied. Beide sind Meister der Form und Kontrapunktit, bei denen das zeichnerische Element den Sinn für Farbe beträchtlich überwiegt. Berger aber tritt in seiner Musik trotz seiner niederdeutschen Schwerblütig- keit weit kraftvoller und persönlicher hervor als Der scheu in sich verschlossene Herzogenberg.
Dr. H.R


