Ausgabe 
2.4.1924
 
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Nr. 79

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Erster Blatt

174. Jahrgang

Mittwoch, 2. April 1924

General-Anzeiger für Overhessen

vniek mid Verlag: VrLhl'fche Universtlätr-Vuch- und 5teindruckerel R. Same in Gießen. 5chnftleitung und Geschäftsstelle: §chnlstraße 7.

r-nnahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Dlodiniittag vorher ohne jedeDerbi'cdlichKeit. Preis für 1 mm Böhr für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Eoldpsennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfcnnig, Platzvorschrift 20"Auf­schlag. - Verantwortlich für Politik u. F euilleton: vr.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: HansVeck, sämtlich in Gießen.

Die Urteilsbegründung im Hitlerprozetz.

München, 1. April. (Wolff.) Das fjeute Mittag gefällte Urteil bn Hille.Prozeß fomiten wir noch einem Teil aafever Leser zugänglich machen. Hiller, Pöhner, K r i e b e l und Dr. Weber erhielten 5 Hahr«, Frick, Röhm, Drucki^r, Wagner und Pernet 1 Hahr 3 Monate Festung unter teilweiser Anrechnung der Un­tersuchungshaft und Einräumung einer Dewäh'- rungsfrist. General Ludendorff wurde frei- gesprochen.

In der Urteilsbegründung wird zu­nächst nus die Bildung des im September 19-3 ins Leben gerufenen deutschen Kampf­bundes hingewiefen. Programm ist die Ver- nichtung der Weimarer Berswsung and des durch sie verkörperten Weimarer Systems, di: Aus­treibung des pazifistischen Geistes und die Be­seitigung aller Folgen der Resolution von 1918. Leiter des Kamp sbu ndes waren die Angeklagten Hitler und K r i e b e l. Die Mitangeklagten Aidendorss, Pöhner und F.ick standen dem Bunde nah«. Als das Generalslaatskvmmi.sariat im Sep­tember 1923 He.-rn von Kahr übertragen wurde, verhielt sich der Kampsbund zunächst abwartend. Auch in der Folgezeit wurde kraft einer Reiß« von Besprechungen kein restloses Einvernehmen erzielt. Es ist hervorzuhebe i, daß Kahr, Lostow und Seiher entschieden bestcei'en, zu irgend einer Zeit Aeußerungen getan zu haben, die die An­geklagten zu der Qlküning hätten veranlassen. können, daß sie ihrerseits an die Möglichkeit und Rützlichkeit einer in Bachern auszastellenden Diktatur glaubten. Vielmehr w l.en die do.i Herren stets mit Entschiedenheit betont haben, daß das von ihnen als notivendig gehaltene» nationale Direktorium in Berlin selbst ge­gründet werden müßte und zwar unter Heran- zi.hung tragsähiger Äamen aus dem Rorden des Reiches. Als Mittel zur Durchsetzung des .®i» rektoriums habe den drei Herren nicht eine militärische Aktion vorgefchwebt.

Das von ihnen ins Ange gefaßte 'Ziel fef also- nicht die Beseitigung der verfassungs­mäßigen leitenden Organe, sondern im Ge­genteil die Schaffung des Direktoriums durch diese Organe auf dem in Artikel 48 der Rekchs- verfassung vorgesehenen Wege gewesen.

Aus der Ueberzeugung heraus, daß Kahr, Lossow und Seißer trotz dem vorhandenen Willen das tatkräftige Wollen niemals aufbringen .vürden, hat Hiller am 6. Rovember mit einigen Per­sonen den Entschluß gefacht, den drei Herren Ge­legenheit zur Mitwirkung zu geben und die n a t i c- nale Revolution in Gang zu bringen. Die Vorgänge am Abend im Bürgerbräukeller seien vollkommen inchlig in der Anklageschrift ge­schildert. Lieber die Borgänge im Rebenzimmer stehen die Angaben der drei Herren i m s ch a r - s e n Gegensatz zu den Angaben von Hitler, Ludendorff, Pöhner und Dr. Weber. Die Frage, ob die drei Herren mit dem Herzen bei der Sache waren oder nur eine Komödie spielten, ist ohne , Belang. Sn tatsächlicher Hinsicht hält das Ge­richt von den Vorgängen für erwiesen, daß Hitler, Kr-icbel und Weber die älrheber des Planes sind. Deshalb seien diese als Mittäter anzu- sehen. Die Ziele der Bewegung waren die Be­seitigung der Reichsregierung einschließlich des Parlaments und die Gründung einer nationalen Regierung, und als Instrument sollte die Ra- titmaLarmee dienen. Zur Vorbereitung des ge­steckten Zieles haben am 8. Rovember K riebe!, Hitler, Pöhner und Dr. Weber ,die. übrigen Mitangeklagten herangezogen und ihnen ihre Auf­gabe zugewiesen. Die Beschlagnahme von 1460 Biläonen Papiermark ist zwar anscheinend allein von Hitler verfügt worden, allein sie steht in der Linie des von allen vier gewollten Planes und ist demgemäß allen vier anzurechnen. Die Zerstörung der .,M ü n ch n e r Post" und die Geiselverhaftungschreibt dagegen das Ge­richt den Angcklagten nicht zu. Boa den übrigen fünf Angeklagten hält das Gericht nicht für er­wiesen, daß sie in die gefaßten Beschlüsse ein- geweiht waren, wohl aber kannten mindestens Brückner, Röhm und Frick die Einstellung und die Ziele des Kamvfbundes im allgemeinen, und sie waren auch über die Ereignisse im Bürger- bräukeller genau unterrichtet.

Zur rechtlichen Würdigung ist hervorMhebrn, daß das L^trrnrhmen nicht eine sogenannte Llsurpation, sondern eine Barfassungs'^de- rung darstellt, denn die neuen Me sonen foltern eine diktatorische Gewalt bc sitzen.

Der Pu sch sollte die m gcheuerste moralische Wir­kung Hervorrufen. Insofern un erschiede-.i sich dir Ai.gelag en gnindleg n) von dem tixto angeblich Kahr, Lrsww url> (5 ß .r wollen, n.mlich die Ein- sehung einer Reichsdiitatur auf der verfassungs­mäßigen Grundlage der Reichsverfasung. Wenn die Ang,lag.en behiuptcn, an eine Arnderung der Weim rer Verfassung habe nie.nan) gelacht, so verwechseln sie denBegriff der DerfasstingZ- beseitigung Objektiv tst ter Tatbestand des Artikels 81 Ziffer 2 des Reichsstrasg sehbuches schon erfüllt durch jeden gewaltsamen Angriff auf den ^Träger der S antsge rxilt.

Run erhebt sich die Frage, ob das Unterneh­men gruf eine g e w a l ls ame Verfafsungsände- ru; g h.nzicl.e. Zweise los war Grw.l anwendnng beabsich igt. Daß tatsächlich bereits Gewalt a .ge- v>endet worden ist, g.hört nicht zu dem gesetzlichen Tatbestand des Hcchoerrats. jedenfalls war durch die im Bw g roräu er.lärte Ad- und Rcueinsetzung bei- R.g eru g ter Anfang zur Ausfüh uag des älntetn hmenr gemacht. DaS Gericht gesteht den Qlnflellaftten zu, daß ste mit Ausnahrne von Per-

Der Aufmarsch der Deutschnationalen.

Staatsmrnistrr Hsrgt aus Dem deutschnationalen Parteitag in Hamburg.

Hamburg, 1. April. (Priv.-Tel.) Im großen Saale bei Sageoie i trat der Au;erord:nt- liche Reichsparteitag ter Deutschnationalem Dolks- partei zusammen. In dem mit schwarz-weiß-roten Fahren reich geschmückten Raum Hatter sich nahezu 30C0 Männer un) Frauen, Delegiere u i) Gäste rtersammrlt. Anter Ccr2c:rb: uarea war die Düste Bismarcks au gefiel t. E^z.le rz Wal raf f er­öffnete den Parteitag mit einem treud wischen Gruß und erklärte: Der heraus dämmernde 4. Mai muß'enden mit einem Siege uferet gu en Sache, mit der Ernte unserer mühseligen Arbeit seit vier Jahren. Zu einem L eu gelöbnis für Bis­marcks Werk sei fein Ort geeign eter als Hamburg, denn unweit unter den Wip.ela von F ied .ichs- ruh ruhe Bismarck aus von dem Lteanenwerk seines Lebens, und sein Enkel sei hier anwesend. (Stürmischer Beifall.) Am Staneb l) Bismarcks rausche die Elbe vorbei zum Meer, dessen deutsche Schisse'bis auf einen kleinen verschämten Winkel noch die sch'warz-weiß-raten Farben fuhren. Sin schwarz-weiß-rotes D u schl no utetee die Achtung der W lt wiederge'vinn n.

Es folgten dann D grüßungsaesprachen nach denen, mit stürmischem minutenlangem Beifall begrüßt, der ParteivvrsihenLe

Stflfltdmiiiiftcr Hergt

das Wort nahm. Die abzelnuseaen fünf Iahte find nur ein einziger Ka upf gewesen, bei dem auch unsere Gegner zugesteh en müssen, daß wir stets aufrecht und mit offenem Visir gestritten haben. Wären wir, in den Herbstmvna ea Les Zah.es 1921 eine Bürgerliche Koalition eing> gc-ngm, so hätten wir Derma lich U'.fevr Ratio- ualträste vergeblich eingesetzt un.' vor e tig ver­braucht. Die Monate seit dem Herbst 1923 haben <rus der Deukschrmtionalen Welle eine unw'tdrr- stehlichr Sturmflut gemacht. Rie brannte die Schmach über das vom Feinde uns angetare älnrecht heftiger in deutschen Sesten, nie war die Erkenntnis größer, daß nur die Wiedergewinnung des Ideals eines wah en deutschen Volkstums und die 2lbstoßu>g alles fremden Einflusses uns reitet könne. Rioma-te ist Rc. wa.Lig eit einet, sozialen Einigung bitterer empsun.ei worden als heute. So sind denn heute auf G.und der inneren deutschen Entwicklung für eine Rechtsbe-- toegung a l le Voraussetzungen ge­geben. Cs scheint ein allg m ines Großrmme- ma.chen in Deutschland', bevv.austehei m) saubere Wäsch? ist cs erblich, die wir im Frühlingswinde Wehm sehen. Sprechen nicht di> l.tzten Wahlen in Sachsrn, Thür in 'cn, Mecktealwrg und Potsdam eine beredte Sprache? Ml. sch i rt, daß nemchs vor irgendwelcher gröste.en Iahtet, die Bevöl­kerung so fertig mit ch.'en Mlrteil "gewesen ist, wie jetzt, und Darum sage ich,

dis Zs t ist da.

Der Redner wandte sich gegen die Ansicht, daß die Deu'schratirnale Poltsstartei zur Zei nur ein Sammelbecken für die S.röme der Hngafriebenen sei. Stets find wir uns der h)hen Verantwortung der Opposi io i b.w h. gewesen, die einmal selbst zur Regierung gelangen will und deshalb frei sein m von unmöglichen Bedingung rn. Rie unteischrieben wir irgen > etwas, was gegen die Ehre oder die Lebensnotwendig eiten des deut­schen Volkes ging. Was wir vor allen ande n Parteien voraus haben, ist die Stetigkei' un­serer Politik. (Sehr wahr!) Linser Danner hat nie geschwankt. Mit Stolz stehen wir vor dem Volle als einzige Partei, die sich frei von unsiche­ren und faal n Kompromissen g Hal en hat (lebh. Zustimmung), die s i der Rem lu ton als einzige Partei nie Regier ungöfehter begangen hat, weil sie eben nie z u t Regierung zugelassen wurde, ünfere Opposition ist nicht verantwor­tungslos gewchen. Ich e innere an das. was Dr. H e l f f e r i ch für die Herbeiführung eine - gesun­den Währung g an hat (Beisall). Wir Halter uns an die Groh at HelfsrrichZ, die zum Segen für Las deutsche Volk gewo dvi ist. tUnvergegli,ch ist die Fülle austi 'anderselgwader Verletzungen u iferer Eh e und Würde. S a't höchster Ak.ioit.it hal^n wir eine unixran w r'liche Passipität in den ent­scheidenden Lebensfragen Deutschlands erlebt.

Für dis Bedölksrung des befefhn Sebiekss muß natürlich alles von deuLschrr Ssit; getan worden, aber das Opfer, das ganz Deut'chr- knb durch fortdauernde ruinöse Zahltmgon an den Feind durch wirtschistlichyn Sslstst- mcr& begeht und damit fein Kind im Westen selbst mit in den Tod hineinrsißt, kann nie­mand erwarten.

»iMiumiiinu ii in in ur~rr,_ ~ i'>n > TSö'xwrCT.nx*.

net, Wagner^nd Ludend aff bis kurz vor Lorn 8. Rovemlier der Meinung waren, auch Kahr, Lossow und Seiher beabsich iglen einen Marstch auf Berlin. Rach Ueber-zeugung des Gerichts unterliegt es auch feinem Zw.itel. daß die Ange­klagten nach den Vorgängen im Reite.izimmer da­von überzeug twaren, daß die drei schon auf Ge­deih und Verderb mit ihnen gingen Eine Ab­sicht der A> g tilgten, g g:n Len ernstlichen Willen der Drei zu handeln, hat sicher nie bestanden.

Objektiv ist alles das bedeutungslos, auch die Frage, in welcher Stunde chncn die Erkenntnis gekommen ist, daß die Trei gegen sie seien.

Daß mindestens Hitler nicht das Bewußtsein von der Legalität seines H^audel-rs hatte, geht aüs seiner Schilderimi hervor. Ob die übrigen An­geklagten die Sachlage ebmso klar erlernten, mag dahingestellt bleiben. Rach den obigen 2Usmo-

rangen sind also Hitler, Weber-, Krwbel und Pöhrer als Mittäter-, Brückner, Frick, Rohm and Pernrt als Gehilfen za bestrafe. Auch der An- g».-klagte Wagner ist eines Verbrechens der Bei­hilfe zam Hochv-rrat schuldig^ Lude nborf f nimmt in sein r Derterd S^ng <ei w Son^tei stell l g ein Rach ikb r-nicrung Les Gerrch s r,t es stch.r wahr, wenn Lud.mdorff behauptet, wie er am TTfeiö des 8 Rovember in das Brrg-erbraa ge­holt werLen ist, habe er an nichts anderes gedatA, als daß nanmehr d e r G e d a n k e d e r R e l 4 s- diktatur im Kahrschen Sinne gra(bcm Gestalt arg nommen Hube. Hochveriat liegt f it- ns Lustendorffs nicht vor, auch nicht B.-rhilse weshalb Luleaderff s r e i z u s p r e ch e n war. Auch das Gerickst ist zu der äleberzeugring gelangt, daß dre A geklagten bei ihrem 2un von reriem vater­ländischer Geist und dem edelsten Willen g?.eilst waren Das Gericht karm daher auch nicht an­

Die Stresemannsche sogenannte Befreiungspolitik dem besetzten Gebiet gegenüber wird um so unver­ständlicher, als er ja selbst wiederholt erhärt hat, daß in aller Kürze der Zeitpunkt der äl n - rnöglichkeit der Fortzahlung jener Kosten gekommen sein werde. Die einzige positive Lei­stung der Stresemann-Regierung ist die Errich­tung der neuen Golddevisenbank. Auch wir Deutschnationalen erkennen gern und bdhtbar die älnterstützung durch die englischen Bankitreise an, leider ist aber der politische und stimmungs­mäßige Effekt dieser äilnterstützungsmaßnahme durch die von englischer und amerikanischer Seite erfolgte Stützung des französischen Franken längst wieder wettgemacht worden. Jede Reutralisierung der Rheinlande auf Kosten unserer Hoheit ist unannehmbar. (Lebhafte Zu­stimmung.) Dasselbe gilt von derAnsichtbar- machung der D.fchung". Wir ertragen keine dauernde französische Trikolore auf rechtswidrig besetztem deutschen Boden. (Lebhafte Zustim­mung.) Hi?r gibt es für uns nur ein deutliches Hände to e g, mag kommen, was da wist.

Will man ehrlich mit Deutschland paktieren, so gebe man ihm die volle Fre'rhe't rechts und links des Rheines und Begnüge sich sür bis EktfchLdigungsforLerungstl m t Stchernngm, wie sie unter ehrlichen Kauslsuten nach Treu und Slaubrn üblich sind.

Von solchen Gesichtspunkten aus nehmen wir unsere Einstellung zu den Gutachten der Sach- ver ständigen - Ausschüsse und den daran an­schließenden späteren Verhandlungen. Auch hier müssen wir mit Besorgnis feststellen, daß die Ein­sicht bei den zuständigen ausländischen Stellen in Bezug auf Fragen .der deutschen Leistungs­fähigkeit anscheinend wieder starken Hem­mungen unterliegt. Wenn die neuesten Presse­veröffentlichungen über den Inhalt der Sach­verständigenvorschläge richtig sein sollten, so stün­den wir vor Zumutungen, gegen die kein Wort der Abwehr scharf genug sein könnte. Es besteht die- Besorg äs, daß man uns durch rein kauf­männisch auszuübende Kontrollmethoden ein zuschnüren und abzudrosseln versucht. So z.B. durch die Verpfändung der Reichs- eisenlxihnen. Der Eckpfeiler der deutschen Sanf- bcli.it' muß von bestimmnidem, ausländlschen Einfluß frnbleiben. Deutschland kann sich in seinen wirtschaftlichen Röten eine weitere Ver­schleppung der Endlösung der Reparations- und Besahungsfoage nicht gefallen lasten. Wird gleich­wohl diese Regelung verzögert, so kann es für uns als Antwort nur die Ablehnung der Leistungen an den ver. ragsb üchige:i Gegner geben (Zustimmung). Je schwerere Repniutionslasten man uns anserl g n w.tl, um so entschieLener muß aus Revis io ii desVeisailler Friedens gedrungm werden. Zu alledem muß

eine stroß^ügige amtliche Offensive auf dem Eebietr der KriegsjrstuldfrLge, drr Teifaillei Lüge und der Rc st 1.'Widrigkeit des Ruhr- emfalls t teteit.

Die neue Reg e ung kann nicht homogen ge­nug sein. -Unter Kamps am Wahltage gilt auch der sog-nannten großen Koalition. All-in vermögen wir die Regie.ung trotz aller Hoss- nunaen auf Vermeh.u ^g unsrer Abgeordnei en- zahl wohl nicht zu führen, bei den folgenden Kcalitionsverhandlungen wird die Cntschei ung darüber wieweit Die neue Reichsregi rung über untere Reihen hinauZge>en soll, davon abi;angen, wieweit die unbedingte Homogenität der 2Iuf= sasjungen noch vorliegt. Roch^ i,l die Zelt nicht tcii, um wieder Dteie-iigcn Grundlagen zurück- ziigewinnen, die einst das Reich unt c F ihrang Preußens zu eine n so stolzen Machtgebilde ge­macht hatten, nämlich ein preußisches Königs- tum ein erbliches Kaite !um, an) em Bundes-at mit' der alten ' Machtsülle. Aber der Stein ist ins Rollen gekommen und die Stärkung der Selbständigkeit der Einzelstaaltei. die Ungestal- tu"g des Reichsrats un) Die Einschränkung der Al gewalt des Parlaments Wersten nicht mehr aus der öffentlichen Dis.ü s.on verschwln.e i (D.isall). Wirtschaftspolitisch erstreben alte bet. i i sten Par­teien das Gleichgewicht im östentlichen Haushalt, Einfachheit un) höchste Sparainleit in der Ver­waltung, Hebung Der deacschrn Produrtian anD Schutz Der deutschen Wäh.ang. Wir bedareen aberj)ic falschen Methoden der letzten Reglerung, besonders das Unheil, das du ch dre^Ro t Ver­ordnungen aus dem Gebiete der Steuern. Der Beamtenpolitik, der Pensionskü^ung. Le. Kriegs-

beschädigtenzulagen, der Auswtertungs- und Mietsragen ange.ichlet worden ist. Den Artikel 163 der Reichsversassung, wonach

der selbständige Mittelstand in Landwirtschaft, Gewerbe und Handel

z,u fördern und zu schützen ist, sollte die neue Regierung in ihren verschiedenen Ressorts ins Arbeitszimmer hängen und.ihm die verdiente Beachtung zuteil werden lassen. (Sehr gut.) Weil Die Dstutfchnationale Dolkspartei weiß, was das Vaterland an der Landwirtschaft besitzt, darum hat sie bei allen zurückliegetrden Koa- listonsverhandlungen stets als äußeres weithin sichtbares Zeichen ihrer Gemeinschaft mit Der Landwirtschaft Den Reichsermährungsmiiiister für sich in Anspruch genommen, und daran wird sie auch in Zukunft als an einem Rccher De Bronze festhalten. Heer und Beamtentum sind stellte noch ebenso wie früher die utientbehrlichen Machtfattoren für eine erfvlgreiche Regierungs- Politik. Die Reichswehr hat dank einer um­sichtigen Führung in Dem verwahrlosten und un- geordneten Staatswesen der letzten Jahre ein ©icenleben führen können, das eine Kerntruppe aus ihr werden ließ und sie auch innerpolitisch zu so bedeutsamen Leistungen fähig machte, wie sie im letzten unruhigen Jahre von ihr vollbracht worLe.i sind. Viel schwieriger haben sich dagegen die Verhältnisse bei Dem

Deauitenapparat gestaltet. Hier setzten wir Mißtrauen gegen Die oberen, Eifersucht gegen bevorzugte Konkurrenten, Die ton der Plattform der politischen Arena ihren Absprung ins Beamtenleben nahmen, um dort vor Stute zu Stufe emporeuschnelter. (Sehr rich­tig!) Hier den Augiasstall zu reinigen und das alte Elitckorps des deutschen Beamtentums wie- Le hn?,ustellen, ist das Gebot Der Stunde. Wir alle. Du Gesamtheit alter Deutschen, wollen, hinter unterer neuen Führung stehen, wenn es gilt, Die soziale Frage zu losen. Es muß mehr ge­arbeitet werDen, auch auf Kosten Des Achtstunden­tages, wem wir gesunden wollen. Die Tragik ist. Daß wir gleichseitig an Der vollen Ausnutzung unserer Produktion vom Auslande behindert wer­den und daß deshcklb die Arbeitsnot im Lande umgeht, und Die Verdienstmüglichkeiten des Ein­zel non gesunken sind,

Es besieht Die furchtbare Gefahr, daß aus Die­ser tragischen Kollision der Interessen ein gegen­seitig zerfleischender Kampf auf Tod und Leben wird. Das Schwert, mit dem wir den Drachen des Klassenkampfes und des bim taten Egoismus toten wollen, heißt Seelengemeinschaft zwischen Arbci g ber und Arbeitnehmer. Der Redner schloß mit den Worten des Rütlischwurs aus Wilhelm Teil. Die Teiliiehmer des Par eitages erhoben sich von ihren Sitzen und sprachen bleie Worte mit. Dann felgte minutenlanger stürmischer Beifall und der Gesang des Deutschlandliedes.

In Der Aussprache kamen Frau Lehmann, die Abg Graf Westarp, Dr. Helf.e'-ich und Hartwig zu Wort. Mit ei tern Vortrag des Abgeordneten Schlange- Schöning-en überVölkisch und Vaterländisch" schloß der Parteitag

Die MrlitärkonLroUe.

Berlin, 1. April. (WB.) Der deutsche Botschafter in Paris hat Len Präsidenten der Dotschasterkonfeien; eine Rote übermittelt, in Der cs u. a. heißt: In Der Rote, Die Eure Exzellenz unterm 5. 3. an mich gerichtet haben, wird aus­geführt, Laß die alteierten und assoziierten Regie­rungen in Den fünf Gruppen der Kollektionote vom 29. 9. 1922 nicht alte, sondern nur Die wichtigsten Ab. üstungsmasn hmen laten aufzählsn w'llen, raß Daher Die Auslassung, als sei Die Deutsche Abrüstung bis auf jene fünf Grup en im September 19.2 von Der Bois raster- ko nferenz selbst ckls d u r ch g e f ü h r t aneteaimt worden, nicht richtig sei, und Daß im übrigen Die Frage, inwieweit im Rahmen dieser fünf Gruppen Kontr llhanDluegen an Ort n) ©teile nötig sind, aussck 1 eßlich der EntscheiDung der interalliierten Militäriontrollkomm.sllon untc - lieqe Die Rote betont. Daß Die alliierten und as vz'iierten Regierungen bereit seien Deut!chland Die auf ihm ruhenden Lasten Dec Kontrolle zu erleichtern, raß sje sich intern nachdem Die Kontrolle während Des größten Teils ces Jähes 1923 gern ick habe, von Dem lerzeiigen RüslunossianDe 'Deutschlands kein Bild mach' n könnten, bevor sie diesen noch einmal nach allen Richtungen hiit en nachprüfe i lassen. _____________

nehmen, Daß der Ueberfall im Biirgerbräukeller einen betoufiten Wortbruch seitens ci res der An- cellagten bedeutete. Beklagenswert sind Die sicht- baren Folgen Der Tat, der Tod und Die Der-- üninDuni einer Reihe vaterlcrndsbe ei terteMan­ne- Das Gerächt will sich nicht darüber auflern, obwohl das älnteil verhütet worden wäre, wenn Kahr Dem Wunsche Hitlers um Gewährung einer UnteiTcDung entsprochen ,r<itte, oder wenn Dem Derlang n Hitlers um Mckwi-kung ein be tunm- les Rein Der d>ei Herren entgegengesetzt worden wäre. Den aufgeführcksn strafmildernden Grün­ten stehen aber auch gewichtige strwerschweteuoe Gründe gegenüber. Die. weitere Durchführung des älnte.mehmcns hätte die Gefahr eines Burge'e- krieges heraufbeschworen und vermutlich auch außenpolitisch DerwicklunTen herbvigefuhrt.