Ausgabe 
1.12.1924
 
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Der wirtschaftliche Wiederaufbau.

Eine Rede des Generaldirektors Dr. Böglers.

Düsseldorf, 1. Dez. ($11.) Auf der Ta­gung deS Vereins deutscher Eisenhüttenleute nahm der Vorsitzende, Generaldirektor Dr.-Ing. Phil. Vogler aus Dortmund, zu den allgemeinen außen- und innerpolitischen Fragen Stellung. Das Dawesgutachten und die Londoner Abmachungen seien, so führte er u. a. aus, erst möglich geworden, nachdem die rheinisch-west­fälische Industrie den Kopf für die Micum hinge­halten habe. Der Dawesbericht und die darin ein- geschlossenen Verträge seien eingroheswirt- schastliches Experiment. Sie enthielten methodische Richtlinien, aber kei^ie Vor­schläge für die Schaffung neuer Werte, aus denen die alten Verpflichtungen abgetragen werden könnten. Cs feh e j e d e R e - gelang der handelspolitischen Be­ziehungen, die AuSfuhrüber chüsse m glich er­scheinen lieben. Man sehe eine zweite Kon­ferenz kommen zur Feststellung eines Hcrndels- politischen Dawes-Reports, die uns

fair Platz auf dem Weltmarkt geben müssen. Rur durch Erleichterung deS Ver­kehrs von Land zu Land könne die wirtschaft­liche Depression überwunden werden. Einer ein­seitigen handelspolitischen Abrüstung mühten wir uns auf das Schärfste widersehen. Weiterhin fehlten in dem Londoner Abkommen Abmachun­gen über die Festsetzung der Hohe der deutschen Schuld und der Höhe der deut­schen L e i st u n g e n , die auf 2545 Milliarden geschätzt wer dem Die Regelung der gesamten Schuldenfrage Europas sei nur denkbar, wenn wir die höhere Produktionskraft mit allen Mitteln erstrebten. Hier fehle die Schöpferkraft von Hugo S t i n n e s. Um die verschuldeten Ra­tionen von Europa aus Lfyer Lähmung heraus­zureihen, werde man die Wirtschaftskraft über den nationalen Rahmen hinaus zu gemeinsamer Arbeit zusammenfassen müssen. Rur so würden neue Absatzmöglichkeiten geschaffen, um im gro­ben Stile

eine Modernisierung des ProduktionS- und Derkehrsapparats

durchzuführen und das aus Europa herausgezo- gene Kapital wieder langfristig anzulegen. Damit wäre eine gute Konjunktur möglich, aus der die Schulden abgetragen werden könnten. Vor­aussetzung sei aber das Erstarken der land­wirtschaftlichen Produzenten in Eu­ropa, in besonderem in Deutschland. Richt eine Uebertreibung des Exports, sondern eine Er­starkung des In land Marktes sei das wünschenswerte Siel. Wir hätten die Hoffnung, dah uns die Technik auf diesem Wege helfen würde. Die Mobilisierung der mechanischen Kräfte wäre auch die einzig mögliche Lösung der sozialen Frage. Es gäbe für alle schwebenden Fragen der europäischen Auhen- und Innenpolitik nur eine Lösung: produktiver werden.

Die deutsch-englischen Wirtschaftsverhandlungen.

London, 29. Rov. (TU.) Ueber den Stand der deutsch» en gl: sch.-n Handelsve-l-trag^ve.Hand­lungen meldet der amtliche englische F mkdienst: Der Text des engl.sch-deutschen Wirtschafts- tiettrageS ist jetzt festgesetzt worden. Die S~age der 26prozentigen Ausfuhrabgabe Ürtbet keinen interg-nerenöen Bestandteil des Vertrages. Von deutscher Seite wurden Vor­schläge zur Abänderung des Verfahrens, das nach Ans.cht der Deutschen den Handel schä­digt, gemacht. Diese Vorschläge sind einer sorg­fältigen Prüfung unterzogen worden. In ihrer Antwort hierauf haben die englischen Sachver­ständigen ihrerseits Vorschläge gemacht, die jetzt in Berlin geprüft werden. Die deutschen Sach­verständigen erwarten die Antwort ihrer Re» rerung hierüber.

Erhöhung der Erwerbslosen- unterstützung.

Berlin, 29. Rov. (TU.) Im Sufammen- Hang mit der Erhöhung der Deamtengehälter und der Kriegsbeschädigtenrente beabsichtigt das De chsarb-ntsministerium. eine Erhöhung dm Sät'e der Erwerb l f n,nt rslütz ng v rp nehmen Ue er die Höhe der Sätze wird noch zwischen den ein­zelnen Ressorts und vielleicht auch mit den Lan- desregierungen verband lt werden Die Vertreter der Regierung herben sich bereit erklärt, die Er­höhung bereits am 1. Dezember in Kraft treten zu lassen.

Rostocker Sladtverordneten- Wahlen.

Rostock, 30. Rov. (WTD.) Bei den gestri­gen Stadtverordnetenwahlen erhielten: Bürger­liche Arbeitsgemeinfchaf t (Deutsche Dolkspartei irnb Deutschnationale) 10985, Sozialdemokraten 10 338, Mieterparwi 4863. Deutsch-völkische Par­tei 3441, Kommunisten 2906, Demokraten 1413 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war 20 Prozent geringer alS im Mai d. Js. Alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten, haben zum Teil beträchtliche Stimmenverluste erlitten.

Glückwünsche des Reichspräsidenten an General

Calles.

Berlin, 29. Rov. (TU.) Der Reichs­präsident sandte dem mexikanischen Präsidenten Calles zu seinem Amts­antritt folgendes Telegramm:Euer Exzellenz übermittle ich anläßlich des Antrittes Ihres hohen Amtes meine und des deutschen Volkes wärmste Wünsche für eine glückliche Zukunft des edlen m?x.kanischen Volkes und für das WE° ergehen feines hervorragenden Präsidenten

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China und Japan.

London, 29. Rov. (TU.) Der Korrespon­dent desDaily Telegraph" meldet aus Tokio, daß die neugeschaffene Lage in China in der japanischen Presse ausführlich besprochen wird Die Blätter betonen, die japanische Regierung vÄfvlge augenblicklich eine Politik des Ab­wart e n s. Der Besuch Sunjatsens in Ja pan gelte einer Besprechung der Richtlinien der chinesischen Regierung. Sunjatsen suche

Freundschaft mit Japan und weise die Behauptung zurück, dah er eine kommunistische oder bolschewistische Regierung zu errichten be­absichtige. Rach seiner Auffassung könne China nur von einer förderalistischen Demo­kratie erfolgreich regiert werden.

Rach einer Meldung aus Peking hält sich der Exkaiser iwch immer in der japani­schen Botschaft auf. Die Eingänge zum Bot­schaftsgebäude werden von chinesischen Polizei­beamten bewacht. Der neue Ministerpräsident ersuchte den Exkaiser, in den Kaiserpalast zurück­zukehren. Man glaube, zu der Flucht des Ex­kaisers hätten die Gerüchte Anlah gegeben, nach denen Fung Vu-Hsiang beabsichtige,, in Peking Unruhen zu erregen. Wenn man diesen Gerüchten Glauben schenken könnte, wäre die Sicherheit von Tschang-Tso-Lin und Tunan Schi- 3ui bedroht und die Wiederübernahme der Re­gierungsgewalt in Peking durch Feng Vu-Hsiang nahezu gewih. In diesem Falle wäre der junge Exkaiser in großer Gefahr.

Tunis.

Die erfolgreichen militärischen Unternehmun­gen Abdel Krims haben die islamitische Be­wegung in Rordafrika aufs neue gestärkt und auch in Tunis, der französischen Besitzung, eine für Frankreich nicht unbedenkliche Si­tuation geschaffen, die gegenwärtig die ganze Aufmerksamkeit der Pariser Regierung fesselt. Aber nicht allein die mohammedanische Bevölke­rung bereitet ihr ernste Sorgen, die 120 000 Ita­liener, die in Tunis leben, kämpfen mit der' französischen Verwaltung einen heftigen Kampf um ihre nationale Eigenart und werden natürlich vom Faszismus ihrer italienischen Heimat in jeder Beziehung unterstützt. Frankreichs Situation m Tunis ist schon insofern ungünstig, als nur 50 000 Franzosen den 120 000 Italienern und 1 800 000 Eingeborenen gegenüberstehen. Daneben scheint auch der Kommunismus in Tunis einen starken Anhang gefunden zu haben, so dah man jetzt ernstlich daran denkt, den Italienern, Mo­hammedanern und Kommunisten gegenüber eine schärfere Tonart anzuschlagen. Run hat zwar die Regierung in Paris eine parlamenta­rische Kommission eingesetzt, die ihr mitbera.en- der Stimme zur Seite stehen soll. Diese findet aber im nationalistischen Lager wenig Gegenliebe, ja, verschiedene Blätter gehen sogar so weit, ein gleiches Verfahren in Vorschlag zu bringen, wie es gegenwärtig von England Aegypten gegen­über angewandt wird. Das würde allerdings eine Situation schaffen, die sicherlich nicht im Interesse Frankreichs liegen dürfte, zumal Tunis eine sehr starke französische Garnison besitzt, die bis jetzt noch die Lage beherrscht.

Aus aller Welt.

Giacomo Puccini f.

Brüssel, 30. Rov. (TU.) Giacomo Puc- ctnt ist gestern in Brüssel in einer Privat klirük in der Avenue Eourenne im Alter von 60 Jahren g e st o r b e n. Der Gesundheitszustand des italie­nischen Komponisten war derart bedenklich, daß man erst in den letzten Tagen zu der mehrmals angekündkgten Operation schreiten konnte. Es wurde eine neue R a d i u m h e i l mv t h o d e angewandt, die jedoch bei Puccini völlig er­gebnislos blieb. Puccini ist in der ganzen Welt gefeiert als Komponist der Opern ^Ma­dame Butterfly-, Boheme" undToSka".

*

Die Todesnachricht von dem Komponisten Puccini rief in allen Kreisen Roms tiefe Be­wegung hervor. Die Depesche mit der Todes» nachr cht wurde unverzüglich dem König, dem Papste und Mussolini mitgeteilt, die ihrem lebhaftem Schmerz Ausdruck gaben. Der Vor­sitzende des Senats, dessen Mitglied Puccini seit einigen Sagen war, beschloß, eine Abord­nung von Senatoren nach Brüssel zu sen­den, um an den Deisetzungsfeie rlich­te i t e n teilzunehmen. Zu E"'ven des großen Komponisten, der in allen V.lkskreisen sehr bel ebt war, werden nationale Kundgebungen statifinden. Die Zeitungen widmen dem Kom­ponisten lange Artikel, in denen auf den Ruhm des Künstlers h.ng?wiesen wird, dessen Tod für die italienische Kunst einen unersetzlichen Verlust bedeutet.

Die Regierung hat beschlossen, Puccini auf Staatskosten beerdigen zu lassen. Musso­lini verständigte dm italienischen Bot­schafter in Brüssel in diesem Sinne und beauf­tragte ihn mit der Vertretung der Regierung bei den Deisehungsfeierlichkeiten.

Am Schl der gestrigen Kammersihung ver­kündete Mussolini den Tod Pucicnrs und knüpfte hieran die Worte, daß der Tod Puccinis nicht nur das italienische Volk, sondern die ganze zivi­lisierte Welt mit Trauer erfülle. Er sagte dann weiter: Es ist jetzt nicht die Stunde, um ü6er die Verdienste und den erhabenen Wert der Schöpfungen Puccinis zu sprechen. Es ist sicher daß in der Geschichte der Musik der italienische Geist eine überragende Stellung einnimmt. Vor einigen Monaten bewarb Puccini sich um eine Karte für die faszistische Partei. Ueber dieses Zeichen de rAnhänaerschaft hinaus wird man heute in ihm den Meister, Musiker und Korn» pvnisten ehren. Seine Musik bewegte die Gemüter von Generationen. Sie kann nicht vergessen wer­den, weil auch der italienische Geist nicht vergehen kann. Darauf forderte Mussolini die Kammer als Vertreterin des italienischen Volkes auf, sich 8um Zeichen der Trauer und des Gedächtnisses für die­sen erhabenen Geist von den Plätzen zu er­heben. Zahlreiche Abgeordnete nahmen an der Kundgebung teil. Am Schluß feierte der P r ä s i ° den t der Kammer das Andenken Puccinis. Er hob hervor, dah Puccini die melodienreichen ita­lienischen Gesänge in die entferntesten Länder der Welt getragen habe und daß, die Erinnerung an den Verstorbenen ewig im Herzen aller leben werde. Die Kammer beschloß, der Familie Puc- cinis und der Stadt Lucca Beileidstegegramme zu senden. /

Die deutsche Glocke am Rhein.

Köln, 30. Rov. lWTD.) In Gegenwart enter großen Zahl geladener Gäste, darunter Vertrete'- der kirchlichen, staatlichen und städti­schen Behörden und unter Teilnahme einer rieft» gen Menschenmenge sand heute vormittag 10 Uhr bar dem festlich geschmückten Hauptportal des Dvm-es die kirchliche Weihe der neuen ©t P^terSg locke durch den Erzbischof Kardinal 5>r Schulte statt. Die Glocke

wurde bekanntlich aus Beiträgen der deutschen Reichsreg ecung, der preußischen Slaatsregierung und privater Stifter als Ersatz für die im Kriege abgebaute Kaiserglocke beschafft. Bei der Weihe hielt Kardinal Dr. Schulte die Ansprache, in der er u. a. betonte, daß auch die neue Peters- a locke gleich der Kaiserglocke das Symbol der Einheit des deutschen Volkes und ein Sinnbild des endlich wieder erlangten Frie­dens und der V ö l k e r v e r s ö h .t u n g fein solle. Dom Kölner Dom am deutschen Rhein solle fte Liebe, Freiheit und Frieden läuten, damit Wohlergehen aus Erden allen guten Menschen werde. Am heiligen Weih­nachtsabend werde zum ersten Mal ihre gewaltige Stanme erschallen mit der frohen Friedens­botschaft an die Welt.

Das amerikanische Weihnachtsschiff für Deutschland.

Reuyork, 29. Rov. (WB.) Das Weih­nachtsschiff für Deutschland verließ gestern den R uh .Leo Has n m.i ©a be'n f ü r £e ö ür j t ig e Witwen und Waisen, vor allem Kleidungs­stücken und Lebensmitteln. Frau Elisabeth D o l d t vom Deut chen Roten Karenz txg'id. et Lie ameri­kanische Führerin des Sch.fes. Miß Pome ry, von t-er Ges llchfl rer F eunde in Phi.ude.phiu. Der Dampfer, ven die Da. neu benutzen, ist ein Sch.ss der Hamburg - Amerika- L inie.

Em weiblicher Ehrendoktor der Universität Rostock.

Die Schriftstellerin und Vermittlerin nordi­scher Literatur Frau Mathilde Mann wurde von der Universität Rostock, too sie als Lekwrm wirkt, durch die Verleihung des Doktortitels ehrenhalber ausgezeichnet. Sie ist die erste Frau, der eine Ehrung dieser Art zuteil wurde.

Frankfurt r

Neues Operettentheater.

Der Verfall der Operette ist notorisch, woran, auch die musikalische Bedeutung Leo Falls, Lehars und emiger weniger Halbgaller zwei en Ranges aus dem musckalischen Olymp nichts ändert. Um so erfreulicher ist das Auftauchen eines Komponisten, b.ficn Streben auf Einfach­heit und Natürlichkeit des musikalichen Aus­drucks gerichtet ist und der entschlossen scheint, den alten, melodiösen Walzer wieder zur, Grundlage der Operette zu machen. Es ist Karl Stig ter, dessen hübsche Operet eDie D a l l k 5 n i g i n" einen lebhaften Erfolg bei aus­gezeichneter Darstellung in d.n Hauptrolen er­zielte. Auch die Idee des neuen Wertchens ist gefällig: eine junge Doktorin de; Rechts gewinnt einen F rmilienprozeß um ein Schloß und grotz^ Vermögen, um d esen Prozeß in zweiter Instanz zu verloren. Dafür gewinnt aber der junge Goas und Echloßherr das h rbsche Fraul in Doktor als Lebensgefährtin. Einige humoristische Figuren sind um das Hauptpaar gruppiert, die Musik ist einfach, ansprechend, Melodik und Rhythmik fließen aus gesundem, musikal schem Empfinden, die ganze Partitur ist sauber gearbeitet mit einer ausgesprochenen Tendenz zum Operettenstil früherer Zeiten und der Abwehr von aller mondäner Mache. Dertl Gräbener als Fl. Doktor und Alfred Strauß als Graf boten besonders eindrucksvolle Leistungen. st.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 1. Dezember 1924.

Sehr geerthe Redackhioßn.

So do hätte mer de Frost un kaa Schtrimb un owe druff noch von eme Duuwe de Kimmel geriewwe krieht, s wird immer schenner das de Duwe gescheidder sei wolle wäi de Ahle. Aich kann nett fluche awwer e Gewidderkeil soll doch dezwischig soahre mit em ganze sack voll Dann- et bel, die se in Darnschtadt zum koche benutze, in Gäiße aber zum Feuer aa mache, Kallche des waaste doh so gut wäi aich. Das mer eroe, wou alles in de Waald gieht, de Dannebbel mit de Gattern suche muß, Waas aich aach. Des Holz und Dannebbel sammle is iwwerhoubt so e eiche Sach, do Wern mitunner Est gesammelt, däi gor ka Est sei un aach nett in de Kaddegohrie lese- holz gehrern, aich sein do gewissermassen Sach- verstendlcher un Waas beschtimmt, des mer aus Läsholz aach Säuschtäll un Goartehütte baue kann jo aich mecht wette, des mer aus dem woos in de letzte Ioahrn als Läsholz aus m Waald haamaefoahre worde is, de Festhall för des mittelreihnisch Dornfest baue un nach aus- schmicke kennt. Do aich gerat beim middet- reihnisch Dornfest bin mecht ich empfehle des im Festausschus aach de Zozzelsgässer vertrete sein müsse un das mer mich in de Wertfchcrsstsaus- schuß un wo meglich aach in de Woynungsaus- schuß wehte täd. In de Wertschafftsaagelege- heite kenn aich mich aus un waas aus lang- järiger Ersarung wäi gezabbt werde muß un in de Zozzelsgass is aach des Wohnungswese aff der Höh vonwege Kwaddier för de Dörner.

QKei Kallche babbelt aach jede Dag von Dorn- fest un mahnt, er mist als Schrieftsteler un Schornaliht aach e Aemdche im Pressausschuß kriehe, domm is er. jo nett wenn er in der Schuhl <UMf> honnertmolrinntvieh" zur Schtraf hott schreiwwe müsse. Es schtand aber nor 98 Mahl uff de Schiehsfertafel weil nett mehr uff die oa ©eib ging. Uff die armer Seit Hot er fein Leerer ab gewählt. Se werde zugewe müsse, wann se des b.ld uff de Cchiesftrdasel bewachte daß er Mahler-

W.-

ballend besizzt. Dann er so fort fährt kann -roch e grosser Mahler odder effentueT Archedeckt aus m warn un fest schtehend- Fest Halle uff de Dribb un occhenelle Kaffäs hx der Bahnhvpschtraß baue, meF,-nn zesammc ennin gehn tun, eich freu mich schon druff hofsendlig giebts richtge

Schobbe wäi beim Scyovv^chrnlrl ohne gen>» webbel en vernünftigeKorye" wäi in der Schloß» gaß un zur Versehnung mit dem Kallche e grüß» Deller mit Krähmschniddche und Schlachsaune wo­mit ich hochachtungsfoll verbleiwe ihr

Dadder Kallche Söhniohr.

O Fahrpreisermäßigung zugun» der Jugendpflege. Die ten behörd- *) aneitaranen Irg ndpfle. ev re neu f ür das Ka­lenderjahr 1924 ai^Jg. händigten Aus weis karten, in denen die Berecht.g ing zur Inanspruchnahme der tar.fmäßigen Erman gung aus e.prochen war, verlieren, wte uns mitg.teilt wird, mit Ablauf des 31. Dezember 1924 ihre Gültigkeit. Für bte Zukunft soll die Aushän-igung dec Ausweis- ka.ten wieder, wie früher, durch die örtliche bzw. bei Orten chne Ei enb hustallon durch die nächst» gelegene Fahrkartenausg.roe crfct^en. und zwar auf Grund von mit behördlicher A,rerke:rnung veriehei.en EinzelaMrügen dec interessierten Vereine.

* Weihnachts - AuSstellung des Bienenkorbs". Man schreibt rms: Der in seinen Zecken und Zielen längst anerkannte und bekannteBienenkorb" will weiteren Kreisen der hiesigen Bevölkerung Gelegenheit geben, die von seinen fleißigenBienen" gefertigten Handarbei­ten kennenzulernen. Die Arbeiten sind verkäuflich, und es kann durch den Erwerb noch mancher Weihnachtswunsch erfüllt werden. Herr Heinrich H e 111 e r hat in dankenswerter Weise seinen Ecke Südanlage und Frankfurter Straße gelegenen La­den für die Tage Donnerstag (4.) und Freitag (5. Dez.) als Ausstellungs- und Verkaufsraum zur Verfügung gestellt. Ein reger Besuch dec Ausstel­lung kann nur empfohlen werden, da bei den Ar­beiten jedem Geschmack Rechnung getragen wird. Durch die Veräußerung der Arbeiten wird es demBienenkorb" möglich sein, auch im neuen Jahre fein gemeinnütziges Werk fortzusehen. Eine große Anzahl besonders schöner Arbeiten wird zur Beschaffung weiterer Betriebsmittel einer Verlosung ausgesetzt. Wie schon in früheren Jah­ren, haben es eine Reihe von hiesigen Geschäfts­inhabern freundlichst übernommen, bei der Ver­äußerung der Lose mitzuhelfen.

* Anerkennungsurkunden für Hebammen. Die nachstehend genannten Heb­ammen des Kreises Gießen haben im Lause des Jahres 1924 Anerkennungsurkunden für tadellose, pflichttreue, 40jährige Berufstätigkeit vom Hessischen Ministerium erhalten, und zu­gleich wurde ihnen dazu auch vom Kreisge- sundheitsamt Gießen Glückwunsch und Anerken- ming ausgesprochen: Frau Christine Hof­mann ° Al ten-Duseck, Frau Margarete Dietz- Mainzlar, Frau Elise Deibel Ww.-Staufen- betg, Frau Katharine Schröder- Rieder-Bes­singen, Frau Elise Koch Wwe.-Birllar.

* * Eine Achtzigjährige. Morgen feiert unsere Mi-gerin Frau Marie Ben ne- witz, geb. Fl h-r Wwe., in g-istiger und körper­licher Frische ih-cen 80. Ce.urtstag. Die alte Dame wohnt bei ihrer Tochter im Haufe Credner- straße 38.

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Tageskalender für Montag: Deutsche Demokratische Partei. 8Vt älhr in der Turnhalle: öffentliche Wählerversammlung. Gießener Freiw. Feuerwehr, 8 älhr: Monatsver­sammlung bei Müller, Bahnhofstraße. Volks­hochschule, 8 ilbr, Psychiatr. Klinik:Motorasche Symptome des Alkoholismus". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße und Astoria-Lichtspiele:Di- Hölle von Dorbalo" uiü>Die Insel der verloreiren Schiffe".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rach einer Anzahl heiterer Werke bringt die Abonnementsvorstellling des nächsten Mittwoch mit der Reueinstudierung von Hebbels DramaGyges und sein Ring" wieder ein Wetck ernster Art. D'.e Ausführung wird geleitet von Herrn Oberregisseur Herrn T e- l e k h, und für die Hauptrollen der Rhodvye, des Kandaules und des Gyges ließ sich mit Frl. S f u rm fels und den Herren Juhnke und Daum eine sehr glü^iche Besetzung ermöglichen Einem vielfach gcär ß rten Wunsche enppcechent beginnen dieses Jahr die Aufführungen Werh» nachtsmärchens f ühzeitiger als bisher. Am Sonn­tag, dem 7. Dezember, nachmittags 3'/s ^Ihr, wirk zum ersten Male gegeben:Schnühelbuh- Häusel" oderDic Abenteuer des Lach- Hannes und des M u cke n s chn a p p e r s", Märchen in 6 Bildern, von Hermann Steingoetler. Der Verfasser hat in seinen früheren Märchen Daumenlutscher",Pl-rppermäulchen" und na­mentlich in derFrau Holle", die hier einen Re­kord an Aufführungen erlebte und auch dieses Icchr wied r an z 'hlreickfcn deutschen Bühnen g ge­ben wird, bewiesen, daß er den Ton zu treffen weiß, der zu den Herzen der Kinder spricht. So dürfte auch dieses Märchen wieder starke An­ziehungskraft ausüben.

* * Zur heutigen demokratischen Wahlversammlung in der Turnhalle wird uns geschrieben: Dr. Büchner spielt sowohl als Inhaber der in der ganzen Welt bekannten Cchenkschen Maschinenfabrik in Darmstadt, alS auch persönlich eine führende Rolle in der deut­schen Wirtschaft Er ist u. a. Vorsitzender des Bundes der Arbeitgeberverbände von Hessen und Hessen-Rassau, sowie Vorsitzender des Derbanb«s der Metallindustri.llen von Hessen und Hessen- Rassau. Don Frl. Korell, der Tochter des bekannten Parlamentariers, wird berichtet, daß ihre Ausführungen als ein Ereignis im Glerch- llang des Wahlkampfes bezeichnet werden müßen.

Der Gew erbeverein hält morgen Dienstag, 8.30 ÜIhr, im Gewerbehaus eine Mit­gliederversammlung ab, in der u. a. Wahl zur Handwerkskammer, Aus- bzw. Reubau des Ge­werbehauses zur Verhandlung stehen. (Siehe An­zeige in der Samstagausgabe.)

Wettervoraussage.

, Meist trübe, milder, südliche bis südwestliche 'Winde, geringe Riederschläge.

Landkreis Gießen.

Wieseck, 30. Rov. Die jüngste G e - mernderatssitzung hatte eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen: Unter gewissen Vor­aussetzungen haben die Hebammen Anspruch aus ein von der Gemeinde zu gewährendes W a r t e g e l d. Der von der Tagesordnung der vorherigen Sitzung abgesetzte gleiche Verhand­lungsgegenstand verfiel in der jetzigen Sitzung der Ablehnung, da nach den bestehende^