Ausgabe 
1.12.1924
 
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Nonlag, I. Dezember 1924

V4- Jahrgang

Biatt

ietzenerAnzeiger

vni» ent Derlog: vrLhk'Iche UnIrersitS<r:vuch. end Stcin6ni(ferei n. Lange in «letzen. Schristleitnng end «esihäftrftelle: Schulileatze 7.

Herriot gegen die deutsche Reichswehr

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Frieden ist das höchste Programm, das es geben tonn Es ist ein moralisches Programm, weil die Politik nach meiner Ansicht nichts toe.t r ist als die Anwendung der Moral ans das Staatswesen." 3n sei ec zwei en A nsprache, die Herriot in Spinal hielt, betonte er seine demo- kratische Genmrung und spiel e dann auf die Zwischenkälle an, dir sich bei seiner Ankunft er­eigneten. Er sagte: Ich habe die Fve.la srmg ter 5cffgiäXDmmcnc:i orra.ilaht.

Wie die Blätter der Opposition melden, kam es auch in Rancy zu Gegnck.rndgebuagen. Auf dem D.hnhof hatten sich einige Tausend Personen, darunter QKitgLcJer der rep blikanisck^n Jugend- Liga, zusammengcrottet, um Herriot bei der Wetersahrt zu belästigen. Die Beoorden Der» anlaßten im letzten Augenblick eine Aenderung der Fahrtrichtung. 2lls ein anderer Zug cinltef, in dem die Menge Herriot vermute e. kam es zu lärmenden Äunbg.bngen und erregten Szenen.

Las vorstehende Dokument ist Bereits vor seiner Deröffen'.lichung von Kreisen der Linsen als grobe Fälschung hingestellt worden und auch von Havas in Paris und durch dieTimes" in London erfolgten ähnlich: Dementis. Immerhin entspricht es seiner ganzen inneren Wahrscheinlichkeit nach doch zu sehr gegebenen 'Möglichkeiten, und die darin angeschnittenen Fragen berühren zu stark den Lebensnerv des jungen deutschen Staates, als 6af> man sich nicht eingehend damit beschäftigen "^Wenn man den Inhalt noch einmal kurz zu- sammensossen will, so geht er öabm J>ie französische Regierung sich für verpflichtet halt, ernsthafte Mahnahrnen gegen die

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fäi bU lagesnnmmer bis zum Rach mittag vorher ohne jedeDerblndlrchdeii.

preis für | mm höht für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichs, auswärts 10 Dolbpsennig; für Re» Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfei,nia. Piatzoorschnst 20" .Auf­schlag. - Verantwortlich fürPolitik u. Feuilleton. l)r Friebr. Wilh Lange: für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck,

sämtlich in Gießen.

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Genf, 30. Aov. (WTD) Auf Antrag englischen Regierung ist auf di: Tagesordnung der am 8 Dezember in Rom beginnenden Tagung des Völkerbundes die Frage des militärischen Rachforschungsrechts des Dölker-bunds- rats in Deutschland. Oesterreich, Ungarn und Bulgarien gesetzt worden. Es soll festgestellt werden, ob ein einstimmiger Beschluß oder ein Mehrheitsbeschluh des Dölkerbunds- rats notwendig ist bei seinen Entscheidungen über die Zusammensetzung der Rachforschungskommis­sionen und bei den Maßnahmen, die der Rat auf Grund der Berichte der Rochforschungskom- miff innen anzuordnen hat.

Ur. 285 irrster

Erscheint täglich, außer Somu und Feiertags.

Beilagen:

GießenerFannlienblätter Heimat im Bild.

moeatsiBe$u$sprel$: 2 (Bolbmarh u. 20 (Bolb- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen »an einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch'Anschlüsie: ochriftleitung 112, Ver­sag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeigerrieße».

Polscheckkonto: tranffnrt a. M. 1168«.

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wird, Herrn von Seeckt von seinem Posten zu verbr än g en und gleichzeitig diesen Posten ganz abzu schaffen.

Die Behauptung, dast die Reichswehr in ihrer gegenwärt gen Stürte irgendeine Gefahr für die europäische Sicherheit in sich schlösse, ist an­gesichts des übrigen tooffenKarten- Den E u ropaS so lächerlich, daß man sie nicht mehr zu widerlegen braucht. Wenn cs allerdings den Franzosen gelingt, ihr Verlangen durchzusehen, dann haben sie freilich erreicht, daß auch das 100 000-Mann-Heer wertlos wird, selbst für die Aufrechterhaltung der inneren Orimung, denn dann kommen wir in die Zeit der mittel stterlichen ReichSarmee zurück, wo jedes einzelne Kontingent feine eigen: Selbständ.gleit hatte, dann wär: die Einheitlichkeit der Führung erledigt, und wenn irgendwo ein Auistaad Ivs- brechen sollte, wäre nicht die Möglichkeit gegeben, ohne la,g: diplomat schen Verhandlungen Trup­pen von anderswo heranzuzichen.

Französisches Dementi zum Memorandum Herriots.

Berlin, 30. Rov. (TU.) DerVorwärts" meldet aus Paris: Drs von der ^Berliner Bör­senzeitung" veröffentlicht: angebliche Memoran­dum Herriots über die Reorganisation der Reichswehr wird -von der hiesigen zu­ständigen Stelle als glatte Fälschung be­zeichnet. Don einer zur unmittelbaren Um­gebung Herrrots gehörenden Persönlichkeit wird dem Pariser Vertreter des ^Vorwärts" erklärt, das; Herriot bereits unmittelbar nach der An­kündigung des Dokuments durch die zuständige Stelle des Quai d'Orsay hat feststellen lassen, daß die ganze Geschichte vom ersten bis zum letzten Buchstaben erfunden und dies Machwerk we­der von Herriot noch von irgenbeinem anderen Mitglied des französischen Kabinetts oder einem Beamten der Regierung stammt.

Kunögebuttgen gegen herriot.

Paris, 1. Dez. (TU.) Herriot hat sich gestern früh nach Spinal begeben, obwohl ihn feine Freunde davon abriete^. Wie vorauszu- fehen war, ist es dabei zu Zwischenfällen ge­kommen. Sowohl in St. Die, wo Herriot das Wort zu einer flüchtigen Ansprache ergriff, wie auch in Spinal selbst spielten sich bei seiner An­kunft erregte Szenen ab. Die katho­lischen Verbände und die Ortsgruppe der Action sran^aise hatten alle verfügbaren Mitglieder zu einer Kundgebung gegen Herriot ausgeboten. In St. Di6 war der Bahnhof von einer dichten Menschenmenge umlagert Die Stadt war weder geflaggt noch ge­schmückt, wie es sonst üblich ist. Als Herriot erschien, fielen Ruse: ..Es lebe Frankreich! Nieder mit Herriot! Rieder mit den Scheck­bezieher!" Die Anhänger des Ministerpräsidenten demonstrierten dagegen und so kam es zu leb­haften Zusamrnenstösten. Die Polizei muhte einschreiten lind verschiedene Verhaf­tungen vornehmen. Diese Szenen wiederholten sich dann in Evinal in verstärktem Mähe.

In seiner ersten Aussvrache sagte Herriot: Es ist eine Verleumdung wem ma; b haup tet, d«h wir die Rechte Frankreichs preisgeeen oder uns dieser Rechte weniger a unehmen als unsere politischen Gegner. Frankreich kann nicht abrüsten, solange es seine Sicherung nicht du rch gesetzt hat. In Genf Habs ich den Standpunkt zur Geltung gebracht, day es ohne die Ehre und Sicherheit feinen Frieden geben farmt. Innerer Frieden und auswärtiger

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15 Personen wurden fest genommen.

Jur Begnadigung des Generals von Nathustus.

Paris, 30. Rov. (TU )Der deuts che D o t= chaster in Paris hat gestern Minrsterp/äsldent Herriot a .fgesuchl und ihm unter auSdrückl cher Wahrung des deutschen Standpunktes zu der Ver­haftung unb Verurt .ilung des Generals von Ra- thusius mitge-.cilt, daß di» deutsche Regie- ung von der Begnadigung des Generals mit Genug­tuung Kenn tnisgenom m c n hat Der Bot­schafter setzte Herriot davon in Kenntnis, dah die deutsch: Regierung b?absicht ge. aus diesem An- lah einen Gnadenakt an einem in Deutschland ve.hafteten französischen Staatsangehörigen vor- zunehmen.

General von Nathustus schwer erkrankt.

Berlin. 29. Rov. (TU.) Die Abendblätter melden aus Kassel: General von Rathusius ist in Rach Wirkung seiner auf nervöser Grundlage beruhenden plnterernäh- r u n g während feiner Gefangenschaft an einem schweren Ruhranfall erkrankt und bett­lägerig.

Rückkehr^rlaubnis für Vicekanzler Dr. Jarres.

D e r l i n . 29. Rov. (Wolff.) 5>r Ober ft- kommandierende der belgischen Be­ tz u n g s a r m e e t eilte dem Reichsm: nifter Jarres nunmehr amtlich mit, dah.er d e Am:s- geschäfte als Oberbürgermeister von Duisburg von dem Augenblick an wieder über­nehmen könne, in den er sein Amt als Reichsmini st er au f g ' b e. Du 3ar es. toi* bekannt, feit Monaten entschlossen ist, in fein Amt -urüd'yu!ebren, wird er feine Tätigkeit in Tuisburg wieder aufn hmen, sobalddasneue R e i ch s ka b ine t t gebildet ist.

Sie ßinanzminifter-Uonserenz.

Paris, 29. Rov. (TA.) D:n Gegenstand der Finanzmi islerkonfe e-z wer er rach dem Echo de Paris ' nachsteh nde drei Fragen bilden:

1. Tie Reparationsforderungen der Vereinigten Staaten in H he von 5 Millionen G l mark. (Die französische Regi'- vung hat zu den amerikanischen Forderung«» r, die am 25. Oktober mitgetdlt tour.en, ihre Zustim­mung gegeben.)

2 Verrechnung des Ruhr-Kontos (Cs txm 'eit ich da um. ob der f5ifolg der Rurr- ausbrutung Deut'chlan) unter An- d er Ab-, retfcnung berllr.foftcn - utge chri be' wr- den s ll. England vertritt den Standpu ft. dah laut dem Abkvrrrmen vom 11. März 1922 die Be arungskosten in Form von Ratur lleistungen vergütet Werdern sollen.)

3. Verteilung der ersten Jahres­leistungen on"5 dem Sachverständigen- bericht. (Sie h ngt von der ung ter vor­stehenden Fragen ab. Im übrigen sind neue S. wirri^keitm wegen der Rechte Belgiers auf e- t. ucht, wir sie das Abk-mmm vom 6 ?u i 1919 festleg'en (Priorität in Höhe von 2 Milliarden Goldmark) Der 2lnteil Frarckrcichr an de er'et Iahrcsznhlung kann erst nach Löung der drei vorstehenden Fragen ermittelt werden )

Die Völkerbundstagung in Rom.

gaylul Pascha rei't nach Europa.

Paris, 1. Dez. (TU.) ^Matrn" meldet aus Kairo. Zaglul Pascha habe die Ausstel­lung eines Passes beantragt, um sich nach Europa zu begeben. Der frühere Ministerpräsi­dent beabsichtigt, sich einige Zeit nach Frank­reich und Italien hi beoeben.

Zentralisierung der Reichswehr vor- ^uschlagen. Die gröhte Gefahr sei General d. Seeckt, der im politischen Leben Deutschlands eine bedeutende Rolle spiele. Seine Entlassung zu fordern, sei zwecklos, das würde höchstens den Srfolg haben, dah auf den Posten ein anderer, vielleicht noch energischerer General käme. Ergo kommt das Memorandum zu dem Ergebnis, dah von der deutschen Regierung die Beseitigung der Einrichtung eines Chefs der Hee­resleitung gefordert werden müsse, gleich­zeitig mit der Abschaffung des Gruppenkomman- dos I und II, so dah die Wehrkreiskammand)s dem Kriegsmini st er unmittelbar un­terstellt würden. Heeresleitung und Heeres­verwaltung sollen in technische Verwal­tung e n u in g e f o r m t werden. Und zwar wird der Vorschlag gemacht, dah eine Rote entsprechen­den Inhalts entweder nach offizie.ler Beendigung der Generalinspektion oder im Text einer all­gemeinen Rote über die Frage der Entwas-fnung Deutschlands, am liebsten noch vor den Reichs­tagswahlen losgeschossen werde.

Wenn Dementis eine Behauptung überhaupt totschlagen könnten, dann haben wir schon so hin­reichend Dementis, dah an der ganzen Geschichte fein wahres Wort sein darf. Rur die Tatsachen sprechen doch zu stark dagegen. Gewiß wird Herr Herriot behaupten und auch behaupten können, dah er mit einer solchen Rote nichts zu tun hätte. Aber darum dreht es sich nicht, denn alles deutet darauf hin, dah cs sich hier u m d e n Entwurf eines Referenten entweder im französischen Auhenministerium oder noch wahrschein­licher im Generalstab handelt, ein Entwurf, der vermutlich nach der einen oder anderen Rich­tung noch umgemodelt wäre, ehe er festere Ge l ftalt angenommen hätte. Aber das ist doch nicht zu bestreiten dafür liegen ja auch noch andere Beweise vor, dah von Frankreich aus schon- feit Wochen systematisch darauf hingearbeitet

Berlin, w Rov. (TU ) In einigen Zei­tungen sind in der letzten Zeit Gerüchte aus- gebaucht über ein Memorandum Herriots an die alliierten Regierungen, das sich gegen die deutsche Reichswehr und ihren Führer, G e n e - ral von Seeckt , richtet. DieB rltnerBörsen- zeitung" verössentl cht heute den Wortlaut des Dokumentes, in dem es u. a. heiht:

Hervorragende Vertreter unserer politischen Freunde in Deutschland, die über einen ge­waltigen Einfluh verfügen, haben wiederholt per­sönlich in (Berlin wie in Paris den Vertretern der französischen Regierung erklärt, dah d i e nationalistischen Elemente in Deutsch Land, deren Bewegung sich gegenwärtig in einein Stadium deS Rückganges befindet, sich an die Orgonifatton des Kriegs Ministeriums klammem und sich um dieses gruppieren, wobei sie sich hauptsächlich auf General von Seeckt stützen. Dieser Umftonb hält nicht nur die Ver­wirklichung der Pläne auf, die sich die alliierten Regierungen und die demokratischen Kreise Deutschlands gesteckt haben, sondern verhindert auch, dah die Arbeit zur Wiederherstellung deS Frieden- positive Ergebnisse zeittgt.

Die Atmosphäre des preußischen Militarismus besteht dank den gegenwärtigen Formen der mili­tärischen Organisation, Formen, die seinen Aus­gaben, wie sie im Tert deö Versailler Vertrages dargelegt sind, widersprechen.

Die französische Regierung unb die Regierungen der interalliierten Länder wissen, welche Rolle Seeckt und sein Amt im politischen Leben Deutschlands spielt. Dieser Umstand drückt auf die Entwicklung der Demokratie in Deutschland. Seeckt verfugt über einen Apparat, und nimmt einen Platz ein, der es ihm ermöglicht, in einem beliebigen Augeiiblick die Diktatur in Deutsch­land herbcizufUhren und allmählich die Atrno- rphäre und die Bedingungen zu schissen, die zu den Schrecken des Jahres 1914 führen würden. yDie nationalisttschen unb üb.rhaupt die rechts­stehenden Kre.se Deutschlands begreifen, dah nur eine Beteiligung Seeckts ihnen dea Sieg geben kann.Bereits in ihrem Rapport vom 1. Oktober dieses IahreS hat die interalliierte Stonlroll- kvmmission in Bersin ihre Regierungen auf die Anomalien gegenüber dem Versailler Vertrag hingewiesen, unb folglich auch

auf die Gefahr, die für unS in dem Bestehen der Aemter eines Chefs der Heeresleitung und des Gruppenkommandos bestehen.

Die französische Regierung Hai ihrem Generalstab vorgeschrieben, die Organisation der deutschen Reichswehr zu prüfen unter dem Gesichtspunkt, dah au6 ihr ein Apparat geschaffen wird, beJ. nur für d ie Ziele brauchbar ist, die im Versailler Vertrag dargelegt sind, wobei alles das zu vernichten ist, was dii: Reichswehr zu einer Gefahr sür den Frie­den in Europa macht. Richt der zahlenmäßige Bestand der Reichswehr, sondern ihre Organ i- f a t i o u ist für uns gesährl.ch. Der französische Befehlshaber hat es für möglich befunden, von diesem Gesichtspunkte aus gefehen, die deutsche Reichswehr zu reorganisieren, und es gleichzeitig für notwendig befunden, in ihr d i e Aemtev des Chefs der Heeresleitun ^t n d d e r Gruppen lommandos 1 und 2 z u ver­nichten Sich stützend auf das Gutachten ihres Generatstahes. eine. Gutachtens, das von Mar­schall Foch bestätigt ist, als des höchsten mili­tärischen Srperten der Republik, schlägt die fran- 'isch: Regierung den Regierungen der alliierten

Länder

vor, von der deutschen Regierung die Vernich- iung der Remter des Chefs der Heeresleitung und der Gruvper.komman o3 1 und 2 zu fordern und ohne eine Zentralisierung der Wehrkreis­kommandos durchzusührer: sie Öcm Kriegs-

Minister zu unterstellen.

Eine derartige Reorganisation des deutschen Militärapparates wird bas Gefährliche feiner gegenwärtigen Organist.' ien vernichten und gleich­zeitig die Kampffähigkeit der deutschen Reichs­wehr für die Ziele erhalten, bte durch den Versailler Vertrag t>org-f d.ii sind. Dtefe Re- form des deutschen W.itärr:Jortf wird aus die demokratischen Kreise Deutschlands den besten Eindruck machen. Die franzöistsche Regierung ift der Ansicht, dah die alliierten Regierungen eine derartige Rote der deutschen Re­gierung zu überreichen haben, entweder nach offizieller Beendigung der Generalinspek- tion der Kontrolle oder den Tert einer allge­meinen Rote über die Frage der Entwaffnung Deutschlands ober was noch mehr erwünscht wäre - aus politischen Erklärungen mühte eine derartig: Rote vor den Reichs- i lagS Wahlen abgesandt werden.

Die Vermehrung der amerikanischen Armee.

Paris, 30. Rov. (WB.) DerHeuDorf Herold" meldet aus Washington: Der General- stabsches der Armee der De. einigt en Staaten. Ge­neral Pershing, legt in seinem Iahresberrcht tar, dah die Vermehrung der Luftstreii- kräste eine bedeute nie Rotwend'g'eit für die Vereinigten Staaten darstelle. Rich'-sdeswwemger w ie der Bericht darauf h.n. kah eie -3 n i a n» terie immer noch zu 2lngrif's irede.i uib d»s Rückgrat der Armee fei. Lluherdem fei der Gedanke, dah die Grund'Ltze. der Kr e Wah­rung fich ändern würden, nicht in Betracht jfa. ziehen P rshing cerlangt, dah die Starke der 2nn« 13 000 Offiöiere und 130 000 Mann be­tragen soll.

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Die Lage in Kairo.

Sudantruppen zurtictstekchrt. Stndentcnstrcik.

London, 1. Dez. (TU ) Aus Kairo wird gv meldet, dah das 4 ägyptisch: 3nfantericbataillou, das in Khartum stationiert war. inKairoein- getroffen ist. Die Soldaten haben Befehl er­halten, eine Woche lang die Kaserne nicht zu verlassen. Reue Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Die 34 am 28. Rovembcr fest genommenen Personen wurden am Samstag zum ersten Male d:m Untersuchungsrichter vorgcführt. Rach einer Reutermeldung bat eine Abordnung ägyptischer Parlamentarier bei dem Gecich geilen die Festnahme der 5 ägyptischn Abgeordneten Protest erhoben. Die 2Ibjrbnung wies da­raus hin, dah die Vertagung des Parlaments in Kairo in keiner Weise die Au fhebung der parlamentarischen Immunität reck)'- fertige. Die liberale Partei hat ebenfalls gegen die Verhaftung der Abgeordneten protestiert.

In der Stadt herrscht völlige Ruhe. Die Studenten haben beschlossen, den Streik fortzusehen: sie protestieren gegen die..feind­seligen Handlungen" der ägyptischen Regierung. Der Unterrichtsminifter erklärte, er wolle gegen die Studenten keine Gewalt anwenden. gleich- zeittg ober ermähnte er die Professoren. _ ihr Aeuyerstes zu tun. um die Studenten zur Rück­kehr in dieHörsälezu bewegen. Die Wafd- portei erklärte in weiteren Kundgebungen, die Regierung nähme, statt die verhafteten Abgeord­neten frei zu lassen, weitere Verhaftungen vor. was gegen die Verfassung sei und wofür das ägyptische Doll sie vevantworüich machen werde.

Der Aufstand in Khartum niedergekämpft.

London. 1. Dez. (WTD. Funkspruch) Rach einer Meldung derDaily Expreh" aus Khartum sind bei der Revolte der dorti­gen sudanesischen Truppen 6 Offiziere und 11 Mann der britischen und ägyptischen Truppen getötet worden. Ein Offizier und 12 Mann wurden verwundet. Die meuternden: sudanefischen Truppen hatten große Verluste, eine berächtliche Anzahl dieser Truppen ist getötet worden.

Rach einer ergänzenden Reutermeldung wurde daS Feuer auf die Arischer in Khartum erst eröffnet, mrchdem der stellvertretende Dir dar fie persönlich aufgefordert hatte, sich zu er geb en. Die Aufruh.er antworte ei mit (?e= iiiebr- und Maschine geuehrfeuer und zo>e t sch dann in der Dunkelheit zuruck. Der Hauptteil der Aufriih.-er fetzte sich am 23. Rovember in einem Rcbengebäude des Militärkro'.kenhau'es fest. 'Lei Annäh rung der Truppen ervsf e en i ie Aufrührer das Feuer, to-rauf das Ge ä fe von öer Artillerie beschossen wurde. Mit Ausnahme von :gen Aufrührern, denen die Polizei auf der Spur ist, ergaben sich die ilebertcbrnöen. Das Verhalten der ande.en a a- bifchen und sudanesischen Truppen ist aus­gezeichnet.

Aegypten nimmt das englische Ultimatum an. Paris. 1. Dez. (Sil.)Petit Parisien'' meldet aus Kairo: Die Despvechun^m. die seit mehreren Sagen zwischen bvm Statthalter Lord Allenberg unb dem ägyptischen Kabi­nett hinsiäftlich der Beringungen im Gang: waren, die zum Rücktritt Z<»^ul Paschas führten, find gestern abgeschlossen worden. Ziwar Pascha berief einen Kabinettsrat ein. der zu den Forderungen Stellung nahm. Beim Ausgang der Kabinettssitzung fand eine Unterredung mit Kö­nig Fuad statt. Am Rachmittag begab sich der britische Bevollmächtigte erneut zum Minister­präsidenten und wurde von chm von der rest­losen Bewilligung der englischen Forderungen vom 23. Rovember unterrrch- tet Die Unterschritten wurden auf brr Stelle aus- gewuscht. Die britische Truvpenab'eilung. die am 20 Rovember die Zollanstalt in Alexandria besetzt bat, wird so schnell wie möglich zurückgezo­gen werden.

Abd e! Krim ermordet.

Paris. 1. Dez. (WTD. Funkspruch.) Wie Journal" meldet, bestätigen Telegramme aus Te- tuen, daß der Führer der Rifkabhlen im Kamvf gegen die Spanier, Abdel Krim, der Verhandlungen mit dem Spanier Echnrar- rirtta eingeleitet hatte, durch Angehörige eines 25k del Krim seindlich gesinnten Stammes er­mordet worden ist.