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swetter Blatt

Meyener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesien)

Kettag, s. Angnfl (924

Berlin

9n Billionen Prozent

Datum: 30. 7.

Löberstr. I2

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fföanl/Oüin? I'ninl Eeg. Zuckerkrankheit u. Jiö er verhalft, m dUnoulll: Hulu! hilft best. ttarlssprudei vissirchen H.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

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voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. HL, 31. Juli.

Heute abend 8.30 Uhr

4,i a 18,85 87,33 18,40 20,96 159,76 18,10 56,61

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stützungsaktion wahrend der letzten Bergarbeiter- bewegung aufgeiwmmen hat.

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2,70

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Hehles Rindet...^., das gib deinem Rind, haft du es lieb t

Geld | Brief

( Drahtbericht

desGieß. Anz.".) Tendenz: Abgeschwächt. Die im gestrigen Verlaufe hervor getretene Reali-

ganzen muh den Gegensätzen überlegen bleiben und eine Kritik an den Leistungen der Parteien ausüben. An einer solchen Kritik fehlt es aber in der gegenwärtigen Zerrissenheit sehr: es be­steht die Gefahr, daß alle politische Tätigkeit unter den Gesichtspunkt der Partei gestellt und dadurch ein friedliches Zusammenwir^n unmög­lich gemacht wird.

Demnach befinden wir uns heute sowohl in der äuHeren als in der inneren Politik noch immer in einem Stande der Friedlosigkeit. Aber wir dürfen das nicht als ein blindes Schicksal annehmen, wir müssen alle Kraft dafür einsehen dah es besser werde und dah wir zu einem echten Frieden und zu einer echten Lebensfreude ge­langen. älnsere Lage wäre hoffnungslos, wenn wir nicht auf die Steigerungsfähigkeil des geistigen Lebens und auf die innere Elastizität des deut­schen Wesens vertrauten. Llnentbehrlich ist in solchen trüben Tagen die Zuversicht, dah ein schaffendes Leben durch die Welt und durch die Seelen geht, und dah es sich auch dem deutschen Leben mit neuen Offenbarungen zu erweisen ver­mag. Es gilt solchen Offenbarungen einen offenen Smn und eine volle Hingebung entgegenzubringen: nur so kann unser Leben wieder einen Sinn und Wert erlangen und die Friedlosigkeit der Gegen­wart überwunden werden.

/ragt blieben. Man hörte Api 3y4, Vecker-S!ahs l'/y, Decker-Kohle 5 .. Denz 3. Entreprise 25, Krügers hall 4,13, Petroleum 13,25, Lisa 5 /g, Drown Dvveri 0,9. Im treueren Verlaufe gex staltete sich die Stimmung etwas zuverfichtli<^r

Berliner Börse.

Berlin, 31. fiuli. (Drahtbcricht des ,Gieh. Anz.".) Die Berliner Börse stand heute im Zeichen lebhaften Geschäfts mit fester Tendenz auf allen Märkten. Man gibt sich einem nach den letzten politischen Meldungen nicht recht verständ­lichen Optimismus über den Ausgang der Lon­doner Konferenz hin. Die energische Haltung des französischen Ministerpräsidenten wird in hi s gen Dörsenkreisen eher als ein Rückzugsmanöve, an­gesehen, das wohl hauptsächlich den Zweck hat, Herriot gegen die Angriffe in Paris w decken. Diel mehr Bedeutung [gi man hier der Reise des amerikanischen Staatssekretäre Hughee b:r. äleberhaupt glaubt die Börse sehr stark an ein Durchdringen des Anleihekonsortiums. Unter- die­sen Gesichtspunkten muh d e heutige Auswärts- bewegung der Effektenkurse betrachtet werden. Demgegenüber treten all. wirtschaftspolitischen Meldungen scharf zurück. Die Krise im Kohl n- syndikat und die erneut starke Einschränkung der Förderung auf den Ruhrzechen fanden faam 'Be­achtung. Während sonst der W'chenschiuh in d.r Regel im Zeichen stillen Geschäftes steht, nahm man diesmal grohe Eindeckungeir vor, weil man die Hoffnung hegt, dah über das Wochenende die Londoner Konferenz günstige Fortschritte machen wird, so dah die kommende Wache bereits einen befriedigenden Abschluß bringen könnte. 3m Zeichen besonderen Geschäfts stand der Anleihe­markt. Die Geldmarktlage gestaltete sich auch heute etwas flüssiger. 3m Devisengeschäft bleibt das Geschäft ruhiger.

Märkte.

Berliner Produktenbörse

Berlin, 31. Juli. Das Geschäft am Pro- duktenrnartt zeigte heute eine weitere Ab'rahme, da besondere Anregung fehlte und Rachfrage für den Export weniger hervortrat. Auch das wie­der sehr schleppend gewordene Mehlgeschäft machte die Kauflust vorsichtig Die Preisforde- rungen für Weizen lauteten entgegenkommender, was jedoch das Geschäft nicht anzuregen vermochte. Roggen war reichlicher angeboten. Für Gerste bestand etwas Rachftage. Hafer konnte sich ziem­lich behaupten, obwohl vielfach zu niedrigeren! Preisen zu kaufen versucht wurde. Für Futter- artikel bestand für spätere Lieferung, jedoch bei niedrigeren Preisgeboten, Rachfrage. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 185 bis 190, Roggen, märk., 137 bis 143, westpr. 133, Gerste, märk. 162 Vis 171, neue 154 bis 162, Hafer, märk. 147 bis 153, Raps 285 bis 290, Leinsaat 370; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 25 bis 28,25, Roggenmehl 21,25 bis 23,25, Weizen­kleie 10,40, Roggenkleie 10,20, Viktoriaerbsen 21 bis 23, kleine Erbsen 15 bis 16, Futtererbsen 14,50, Peluschken 14, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 15, Lupinen, blau 9,50 bis 10, Raps­kuchen 10,50 bis 10,60, Leinkuchen 20, Trocken- schnihel 9,40 bis 9,50, Kartoffelstöcken 21,50 bis 23.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 31. Juli. (Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Auftrieb: 12 Rinder, darunter 4 Ochsen, 2 Dullen, 6 Färsen und Kühe, 1330 Kälber, 195 Schafe, 1171 Schweine. Es no­tierten für je 1 Zentner Lebendgewicht: Kälber, feinste Mastkälber 45 bis 50, mittlere Mast- und beste Saugkälber 40 bis 45, geringere Mast- und gute Saugkälber 35 bis 40: Schafe, Mastlämmer und Masthämmel 35 bis 40, geringere Mast Hüm­mel und Schafe 30 bis 34; Schweine, voll- fleischige von 80 bis 100 Kilo 67 bis 68, voll- fleischige unter 80 Kilo 60 bis 65, vollfleischige von 100 bis 120 Kilo 66 bis 68, vollfleischige von 120 bis 150 Kilo 66 bis 68, Fettschweine über 150 Kilo 66 bis 68. Marktverlauf: Gedrückter Handel. Bei Schweinen äleberstand.

Abend vomWein 10-H Uhr Tanzmusik- M»<end 8,30 Uhr

Wirtschaft.

Syndikatsbildung auf dem Eisenmarkt?

älntcr den rheinisch-westfälischen Hüttenwer­ken sind in der letzten Woche mehrfach De- sprechungen in der Richtung gepflogen worden, ob nicht durch Reugründung von Verbänden für die hauptsächlichsten Produfte dem unaus­gesetzten Sinken der Preise entgegengearbeiteH und gleichzeitig der Absatz gehoben werden kann. Die Besprechungen sind über den ganz anver­bindlichen Chavafter noch nicht hinausgekommen. Es scheint, dah in diese ganze Angelegenheit dies- mal internationale Verbandsgedanken, und zwar von Belgien im Anschluß an die soeben dort er­folgte Gründung des belgischen Stahlwerksver- bandes, hineinspielen. Sollten jedoch die Eisen­werke der einzelnen Länder unter sich einig sein, soweit Deutschland dabei in Frage kommt, darf vorläufig mit einem derartigen Zisammen- schluß wohl kaum gerechnet werden. Was das mehrfach erwähnte Abkommen zwischen den Man­nesmannröhrenwerken, den Rheinischen Stahlwer­ken und den Thyssenschen Werken anbetrifft, so wird von einer mit den Verhältnissen vertrauten Seite demDeutschen Handelsdienst" mitgeteilt, dah tatsächlich hinsichtlich der Preise gewisse Ver­einbarungen zwischen diesen drei Werken getroffen worden sind. Sie erstrecken sich aber lediglich auf Muffenröhren.

5*lo Deutsche Reichsanleihe . <% Deutsche ReichSanletye . SV,"/, Deutsche Reichsanleihe 3*A Deutsche Reichsanlethe . Mutsche Svarpramicnanletbe 4°/o Preußische «onsolL . . . <% Hessen 8*/,e/o Hessen..........

3% Hessen...........

Deuttchc Wertb. Dollar-Snl. dto. Doll.-Schatz-Lmvetsng.') 4°/e Zolltürken.........

6% Voldmeftkaner......

Berliner Handelsgesellschaft. Lommerj- und Pnvat-Bank - Darmst. und Naiionalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche Bereinsbank . . . . I Disconto Commandit .... Mctallbank...........

Mitteldeutsche Creditbank. . Oestet-reichische Treditanstall. Westbank............

Bochumer Gutz ...... Buder»«............

Caro..............

Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliiverk Westeregeln. .... Laurahütte........

Oberbedarf Phönix Bergbau Rhetnttahl Riebeck Montau......

TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cheramtsche Werke Albin . Zementwerk Heidelberg - . . Philivp Holxmano ... .

Anglo-Tout -Guano . . . Badische Anilin.......

Chemisch? Mayer Vlahfat Gold-'chmidt.........

Gries etmer Electron ...

Höchster Farbwerke Holjvkrkoylun« ....... Rükqerrwerke ....... E-cheideanstalt «lla ElektrizttätS-Sesellschaft Bergmann Mamlraftwerke ....... Schubert............

Siemens k Halske .....

Adlcrwerke Kleyer ..... Daiw'er Motoren. ..... Heyliaenftaedt ....... Mcguin. ......... , ,

Frankfurter Armaturen . . Konservenlahrik Braun . . Meka.llgesell choft Frankfurt. Pet. Union A.-G, ...

edmorabdr Herr . .... Sichel . . . , .

Ze Most Waldbof Zucker.qbrtk Frankenthal ° . Zuckeefftbrif Wogh/jusel . . .

Büchertisch,

Dadische Volkskunde. Don Pv)f. Dr. E. Fehr le. I. Teil. 72 Abbildungen auf Tafeln und im Text. Preis geb. 4 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) - Fehrle ist es gelungen, eine köstliche Schilderung von Land und Leuten im Badischen Lande zu geben. Man merkt auf jeder Seite, dah es die Frucht lang­jähriger Studien ist. Wir erhalten einen tiefen Eindruck in die Denkweise des Volkes und müssen es dem Verfasser hoch anrechnen, dah er in sei­nem Buch bei aller Gemeinverständlichkeit den wissenschaftlichen Charakter gewahrt hat. 72 Illu­strationen, zum Teil Rachbildungen hervorragen­der badischer Künstler, erläutern den Tert und geben ein getreues Abbild von den Kulturstäften des Schwarz- und Odenwaldes. So ist das Buch ein Kabinettstück volkskundlicher Arbeit, eine Zierde der verdienstvollen SammlungDeutsche Stämme Deutsche Lande".

Radio für Jedermann. Von Hans Stein. (Verlag von Erwin Schlüter, Leipzig- Plagwih.) Ster Verfasser nennt sein Büchlein eine erste Einführung für Anfänger". Es ist in der Tat ein sehr instruktives Schristchen, das allen beginnenden Radioleuten wertvolle Winke gibt.

Ein neues Kinderbuch. ..Geh' ins Gähchen ein." Ein lustiges Leporello Dild?rbuch mit fünffarbigen Bildern von Mariann? Finckh und vielen spahigen Reckreimen. (Curt Steinitz- Derlag, München. Preis 50 Pf.) Mit d>m flott und originell von Marianne Finckh illustrierten, in einem hübschen handlichen Karton steckenden, ausllapp baren Kinderbüchlein hat der Verlag einen guten Griff getan.

Stickerei und Spitzen" betitelt sich eine Zeitschrift für kunstliebende Frauen, die im Verlag von Alexander Koch in Darmstadt er­scheint. Das uns vorliegende Heft enthält eint Fülle interessanter Beiträge und gestattet die Schlußfolgerung, dah der Frauenkreis, an den sich die Zeitschrift wendet, dort mancherlei wertvolle Anregungen finden wird.

* Der Ausweis der Reichsbank vvm 2 3. d. Mts. zeigt einen weiteren Rück­gang der gesamten Kapitalanlage um 33,8 auf 1942,9 Trillionen Mark. Die Abnahme wurde zum größten Teil durch vermehrte Weiterbege­bung von R2ntenmarckwechseln herbeigeführt, deren Summe um 26,6 auf 82,5 Millionen Rsntenniark geftiegen ist. 3m einzelnen haben sich die Renten- markwechfel- und Lombardbestände um 39,9 auf 1034,7 Millionen Rentenmark vermindert, wäh­rend für die PapiermarAredite er ne geringfügige Vermehrung um 5,9 auf 831,7 Trillionen Mark ausgewiesen wird. Die Abnahme der Arlrge wurde wiederum durch Zugänge bei den sonstigen Aktiven ausgeglichen. Der Umlauf an Zahl ings- mitteln ermäßigte sich etwa im Umfang der Vorwoche. Der Danknotenumlauf ging um 52,3 auf 1009,5 Trillionen Mark, der ihnta if an Rentenbankscheinen um 66^4 auf 1637 Millionen Renten mark zurück; die Rückflüsse an Roten und Rentenbankscheinen zusammen belaßen sich also auf 118,7 Trillionen Mark. Die Destänoe der Reichsbank an Rentenbankscheinen sind dement­sprechend auf 443,2 Mill. Aentenmark gewachsen. Dem Zahlungsmittekrückfluhi standst beträchtliche (Eingänge auf den Konten der fremden Gelder gegenüber, die sich um 130,7 auf 1060.8 Trillionen vermehrten. Dem Goldbestände wurden durch ilm- wandlung eines Devisenbetrages in Gold im Aus­lande und durch Ankauf im In lande 8,7 Mill. Mark in Gold zugeführt. Insgesamt stieg damit der Goldvorrat der Dank von 469,4 auf 478,1 Mill. Goldmark. Die Scheidemünzenbestände hoben sich um 2,6 auf 31,3 Trill. Rdrrk.

* Deutsche Kreditgesuche in den Vereinigten Staaten. Das Board of Trade for German-American ©ommercee Reuhork versendet an die Spitzenorganisatronen der Fach­verbände und Handelskammern in Deutschland ein Schreiben, worin es daraus aufmerksam macht, dah die in auherordentlich grober Zahl aus Deutschland in Amerika eintreffenden Kreditge­suche meistenteils unberücksichtigt bleiben, weil zum ersten für umfangreiche Kreditgewährung die Zeit noch nicht reif sei, und zum zweiten die Kreditgesuche völlig unzulänglich gewesen seien. Langfristige Darlehen sind zur Zeit, so sagt das Institut, gar nicht zu haben. 3n Amerika Hypo­theken auf deutschen Grundbesitz aufnehmen zu wollen, ist vor der Hand aussichtslos, nur kurz­fristige HandelskrÄstte sind bis auf weiteres in Amerika zu erlangen. Diese werden nur Unter­nehmungen gewährt, deren Kreditwürdigkeit dem internationalen Geldmarkt bekannt ist und die über sehr gute und schnell realisierbare Sicher­heiten verfügen. Rur Handelskredite, deren Un­terlagen für den Kreditgeber leicht greifbare Ob­jekte (Export-Güter, Rohmateriallen und Halb­fabrikate im Deredelungsprozeh) bilden, oder die durch Garantie in den Vereinigten Staaten be­kannter deutscher Grohbanken gedeckt sind, werden gewährt. Das Institut ist bereit, Kreditgesuche, denen die erforderlichen Unterlagen beigelegt sind, (Zahlen- und Tatsachenmaterial) zu prüfen und weiterzuleiten. Es handelt sich hierbei lediglich um einen Versuch zur Erleichterung der für den Augenblick evtl, aussichtsreichen Kreditbemühun­gen, keinesfalls um ein Kreditversprechen.

* Englische Anleihe für deutsche Gemeinden. Die Stadt Wanne hat, wie die D. Z. am Mittag" imtteilt, mtt englischen Dan­ken Verhandlungen über den Abschluß einer An­leihe gepflogen, die ihrem Abschlub nahe sind. Das Geld soll mit 7 Proz. verzinst werden, die Rückzahlung und Zinszahlung in englischer Wah­rung erfolgen. Die Gemeinde Röhlinghape-i wird sich an der Anleihe beteiligen. Der Betrug der Anleihe von einer Million Goldmark toll ?ar Deckung der Schild dienen, welche die Gemeinde aus Anlaß des Ruhrkampfes für die Unter­

Die Friedlosigkeit der Gegenwart.

Don Geheimrat Professor Dr. Rudolf (Süden.

Es sind allbekannte Tatsachen, mit denen wir uns heute zu beschäftigen haben, aber die Emp­findungen, Aufregungen, Enttäuschungen, die da­mals an uns tarnen und seitdem unsere Seelen durchzittern, fordern an diesem Tage eine Aus­sprache, sie drängen uns zu einem Urteile Über das, was Schicksal und Schuld seitdem an uns gebracht hat. Das in Serajewo ermordete Fürstenpaar geistert noch immer durch die Welt und läßt sie nicht zur Ruhe kommen. Woher kommt es, dah trotz des Verlaufes der Zeit die Gegenwart noch immer im Stande der Friedlosig­keit verbleibt. Es kommt, um es kurz zu sagen, aus der Unwahrhaftigkeil, welche heute das Döl- kerleben durchdringt und vergiftet; Unwahrhaftig­keit beherrscht heute nicht nur die äuhere, sondern auch die innere Politik.

Der Verlauf des Weltkrieges steht uns deut­lich vor Augen, sowohl der Beginn, als der Ver­lauf, als der Abschluß standen unter dem Zeichen der Unwahrhaftigkeit. Wir brauchen nur daran Ni erinnern, wie Hah und Reid die Paten dieses Krieges waren, wie raffiniert die ausländische Diplomatie beflissen war, Deutschland ins Unrecht zu setzen; wir brauchen nur daran zu erinnern, wie mächtig die Lügenpropaganda war, wie sie den deutschen Heeren die schlimmsten Greueltaten auf bürdete, wie aber die ungeheuere Schädigung, welche unser Volk durch die unbarmherzige Hun­gerblockade erfuhr, möglichst in den Hintergrund gestellt wurde; aber dabei müssen wir einen Augenblick verweilen, wie schmählich Deutschland beim Schluß des Krieges getäuscht wurde. Es hatte die 14 Punkte Wilsons angenommen und im Vertrauen auf ihre Erfüllung die Waffen niedergelegt; der Versailler Frieden aber hat hie Forderungen an das wehrlose Land bis zur Unerträglichkeit gesteigert, es hat hier ein Bund von Rachsucht und Angst sich in raffinierter Weise bemüht, einem großen Kulturvolk die Lebensbe- dtnaungen möglichst abzuschneiden. Das Unwür­digste war, daß man Deutschland ein Bekenntnis lebt er alleinigen Kriegsschuld abzwang, obschon Mächte wie Frankreich und Rußland mit voller Deutlichkeit wußten, wieviel sie selbst getan haben, um den Krieg zu schüren.

Dürfen wir uns darüber wundern, daß auch nach dem Abschluß jenes Friedens sich kein echter Friede einstellen konnte, dah wir uns noch immer tm Stande der Friedlosigkeit befinden? Ab und zu ergreift den einzelnen jetzt wohl eine apathische Ruhe, eine Erschöpfung von all den Hemmungen und 'Enttäuschungen, die Sttmmung der Gleich- Miltigkeit für alles, was kommen mag, aber das ist grundverschieden von allem echten Frieden, von einer friedlichen Gesinnung. Der Hah und der Reid toben weiter über unser deutsches Vater­land und über die ganze Welt. Hier hat das Wort Luthers in seinen bekannten Thesen volles Recht: Hinweg mit allen den Propheten, die dem Volke Christi sagen: Friede, Friede, und ist kein Friede."

Es ist nicht zu verkennen, daß das Ganze der Kulturwelt sich heute in einer schweren moralischen Krise befindet. Die ewigen Wahrheiten, welche das menschliche Leben tragen, sind erschüttert. Unwahrheit und Selbstsucht gewinnen auf der Oberfläche des Daseins immer mehr Macht. Jene ewigen Wahrheiten lassen sich zeitweise verdunkeln, aber wehe der Zeit, welche sich einer solchen Ver­dunkelung ergibt; sie verliert dann allen Halt, sie muh anhaltsam sinken. Aeuhere Einrichtungen helfen gegen eine solche Gefahr recht wenig; nur eine moralische Aufrüttelung und Vertiefung kann den Völkern einen echten Frieden bringen; einst­weilen umfängt uns ein Stand der Friedlosigkeit. Wir werden nicht weiterkommen, bevor uns nicht ein heiliger Zorn gegen alles älnwahre und Ge­hässige ergreift und in überlegene geistige Zu­sammenhänge hebt.

Hnfer großer Kant erklärte als die Haupt­punkte des moralischen Verhaltens Wahrhaftigkeit und Gerechttgkeit; wie wenig Wahrhafttgkeit und Gerechtigkeit ist in diesem Kriege und über den Krieg hinaus erwiesen! Soll der Stand der Fried­losigkeit energisch bekämpft werden, so ist, die erste Bedingung eine Revision des Versailler Friedens, der sich auf der Lüge von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands auf baut; solange Deutschland mit diesem Makel behaftet bleibt, kann es keinen Platz im Zusammenleben der Böller einnehmen.

Aber nicht nur gegenüber den anderen Völ­kern, auch im eigenen Bereich befinden wir uns 'n einem friedlosen Zustande, und auch hier trägt die Hauptschuld die Lln Wahrhaftigkeit. So ist es -ornehmlich beim Ausbruch der Revolution 1918 geschehen. Es gibt verschiedene Arten der Revo- jutionen; Revolutionen können unter älmständen pohltätig wirken, aber sie können es nur, wenn sie aus dringender Rotwendigkeit hervorgegangen sind, wie das bei der großen französischen Revo­lution 1789 zweifellos der Fall war. Was wir aber erlebten, das war eine unwahre Revolution, . die deutschen Zustände waren keineswegs abgelebt und verrottet, die Revolution entstand nur durch eine Mikitärrevolte, welche durch die ülngeschick- lichkeit und Ülnfähigkeit militärischer wie ziviler Behörden ganz Deutschland überrumpelt hat. Diese unwahre Revolution suchte einen schroffen Bruch mit der gesamten Tradition Deutschlands herbei­zuführen, früher allgemein hochgehaltene Werte wurden möglichst entwertet, ja in das Gegenteil verkehrt. Da nun aber nur ein Teil des Volkes diesen verhängnisvollen Weg billigte, so wurde eine schroffe Scheidung der Volksgenossen unver­meidlich, und kam es nicht zu einem inneren und echten Frieden.

In dieser Zerrissenheit hat man dem deut­schen Volke eine neue Verfassung gegeben, die sogenannte weimarische Verfassung. Diese ent­spricht aber viel zu wenig der deutschen Geschichte und dem überlieferten Staatsgefüge der einzelnen Länder; hier muß eine Klärung und Auseinander­setzung erfolgen. Was wir unter dem Einfluß jener Revolution beschlossen, das muh unbefangen an der deutschen Lieberlieferung und am deut­schen Geist geprüft werden, nicht aher einer ab­strakten Aufklärung zu nahe gerückt werden; so ist auch an diesem Punkt eine Revision unbedingt nötig, um dem deutschen Voll einen inneren Frie­den zu geben.

L-ie jetzige Zerrissenheit muß die Macht der Parteien ins Llnheimliche steigern. Parteien sind unentbehrlich, um die im Volksganzen vorhan­denen Bewegungen und Gegensätze zum Aus­druck zu bringen, aber der Gedanke des Staats-

sationsneigung führte heute zu dem befürchteten Rückschlag. Der schleppende Verlauf der Lon­doner Konferenz, der nun schon seit einigen Tagen zu beobachten ist, trug eine gewisse ülnsichcrhrit in den Markt und gab einer Verstimmung Raum, dienlich in einem Wbröckeln der Kurse auswirkle. Während die älntemehmungslust der Spekulation gedämpft blieb, lagen wiederum Kaufaufträge des Privatpublikums vor. Die Kursrückgänge hiel­ten sich, von einigen einzelnen Ausnahmen abge­sehen, im großen und ganzen in engen Grenzen. Am Geldmarkt waren die gleichen Sätze, wie am Vortage zu hören, nämlich Vs Pro Mille für Tagesgeld, XU Prozent für Monatsgeld. Der französische Frank lag sehr flau. 3m heutigen Dlsancenverkehr stieg die Pfundparität auf 88,60 bis 89, die Dvllarparität hat die 20 Frank-Grenze überschritten. Das Pfund Sterling hatte einen Satz von 4.39V2 bis 4,40 Dollar. Die Mart be­hauptete ihren S-tand. Bemerkenswert ist die Festigkeit der Schweizer Valuta. Der heimische Rentenmarkt, der zunächst zur Schwäche neigte, konnte sich rasch erholen, bei lebhafter Rachfrage zogen die Kurse wieder stärker an. Am aus­ländischen Rentenmarkt war das Geschäft leb­haft und höher. Der freie Verkehr zeigte eine behauptete Haltung, vereinzelt setzten neue Kurs­erhöhungen ein, so besonders für Api, die ge=

Frankfurt a. M. -

Kur,

Berlin. 31. Juli

Amerikanische Note« . . . . . Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Note« ..... Holländische Noten...... Italienische Noten ..... Norwegische Noten......

Tcuksch-Oesterr-.Lioo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten ..... Schweizer Noten Spanische Noten T'üechollowakische Noten . . Ungarische Noten

*) Vorn Rückzahlungswert.

Dedis^nmartt BerlinFrankfurt a. M.

<Fn Bllkionen Mark ausgedrückt. BnenoS-SireS, London, Neu« York, Japcni. Riode Janeiro für eine Einheit. Wien and Budapest für 100000 Ein betten, alle« übrige für 10b Ein betten.) Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

5935*

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30. Juli

31. Juli

Report.

llmilich,

Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

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30. 1 31.

Amst.-Rott. Bfts.-Ankw-

160 10 19,025

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67,87

voll

Stockholm . HelitngforS.

111,42

111,98

111,49

111,98

voll

voll

10,47

10,53

10,47

10,53

voll

voll

wallen . . .

18,10

18,20 18^1

18,10

18,20

Voll

London. . .

18,42

18,44

19,53

voll

Neuyork ..

4,19

4,21

4,19

4,21

voll

voll

Paris. . . .

21,00 77,46 65,61

21,10

20,95

21,05

voll

Schweiz . .

77,84

77,61

77,99

voll

voll

Spanten . . Wien in D--

65,89

65,61

65,89

voll

voll

Oeft. abgest. Prag Budapest. . Buen.-Aires Bulgarien yapan . . . Rio de Jan.

5,91

12,39 5.29

1,865

3,04 1,715

5,98 12,45

5,81 1,875 8,06 1J25

5,90

12,40

5,31

1,885 8,05

1,715

5,92 12,46

6,33 1,875

3,07 1,725

voll voll voll voll voll

voll voll voll voll voll

0,395

0/05

0,386

0,895

Belgrad . .

Ltffabon . .

4,98

11,27

5,00

11,33

5,91 11,27

5,03

11,33

voll voll

voll voll

Dankn

»tett