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Der sächsische Humorist Hans Reimann, der vor einiger Seit ein „Der Deenig" genanntes Buch Anekdoten über den früheren Koma von Sachsen hevausgab, wurde in dem Augenblick, als er in einem Breslauer Saal einen Vortrag beginnen wollte, auf Veranlassung des früheren sächsischen Königs durch Kriminalbeamte verhaftet. Es handelt sich dabei um die Ausführung einer vom König erwirkten einstweiliaen Verfügung, wodurch Reimann bei Androhung der Haftstrafe verboten wird, sich mit der Person des sächsischen Königs zu befassen.
Giestener Wochenmarktpreise
am 29. März 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Butter Pfd. 190 Pf.. Malte 30, Käse 70, Eier Stüa 10-11, Wirsing Pfd. 45, Weißkraut 30, Rotkraut 40, Gelbe Rüben 20, Rote Rüben 30, Spinat 100—150, B amen ko hl Stück 50—300, Salat 43—50, Endivien 203, iln c - Kohlrabi Pfd. 8, Grünkohl 50, Rosenkohl 120 bis 130, Feldsalat 300, Zwiebeln 20—30, Lauch Stück 15—25, Meerrettich Pfd. 60—150, Sellerie Stück 60—100, Schwarzwurzeln Pfd. 200, Kartoffeln Ztr. 480—550, Aepsel 20—25, Dörrobst 30 Pfennig.
•* Für die Halbversicherten der Angestelltenversicherung ist neuerdings durch folgenden Dim toriumsbeschluß K arheit geschaffen worden: A.lle einmal auf Grund des § 390 des Angestelltenverficherungsge'e es aus- gesprcche .en DZreiungen von der d enen 'Bei- t agsleistung bfeibcn bestehen, so lange der der D'fie ung zugrunde liegende liebensversikerungs- vertrag nicht durch Ablauf, Verfall oder aus anderen Gründen aufgehv ea ist. auch wenn die Prämien bis Mr Auszahlung der Verscherungs»
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Rach einer Dlättermeldung aus Athen hat Ministerpräsident Papanastasiu der Kammer mttgdeilt, daß die Volksabstimmung am 13. April stattfinden werde. Gleichzeitig melden di? Blätter aus Bukarest, daß König G e o r g bei der Rachricht von itfrer Ausrufung der Republik erklärt habe, er sei fest entschlossen, nicht abzu- danken.
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Präsident Eoolidge hat die Ernennung einer Kommission bekanntgegeben, die nach Mitteln forschen soll, um die P et rv le u mvo rr ä te der Ration zu sichern. Man hält dasür, daß Amerika lediglich für die Zdt von 20 Jahren Petroleumreserven besitzt. Rach dieser Zeit würde das Land auf ausländische Hilfsquellen angewiesen sdn. was in Kriegszeiten eine ernste Gefahr für die nationale Sicherheit bedeuten würde. ,
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 1. April 1924.
Steuerfälligkeiten im Monat April.
Lohnsteuer am 5. April für die vom 21. bis Ende März einbehaltenen Lohnsteuer- belr<3mfatzsteuer am 10. April (Schonfrtft BIS 17. April) von den Bruttoeinnahmen im Monat März bezw. im abgelau.enen Kalender- Vierteljahr.
Ein kommensteuer voraus za hl ungen am 10. April (Schonfrist bis 17. April). Reben den zu monatlichen Zahlungen Derpflichteten haben die Angehörigen der freien Berufe und Gewerbetreibende, die in 1922 nicht mehr als 1 5 Millionen Llmsah erzielten, von den Einnahmen im letzten Kalenderoierteljahr Vorauszahlungen zu leisten.
Vorauszahlung auf die Körperschaft s st euer am 10. April. Schonfrist biS 17' April.
Vermögenssteuer. Spätestens mit Einreichung der Dermögenssteuererklärung (letzter Tag 15 April) ist der B.strag zu zahlen, der sich nach der Erklärung berechnet. Insoweit Zahlungen freiwillig oder auf Anforderung hierauf geldstet sind, können diese in Anrechnung gebracht werden. , .. „ ,
Lohnsteuer am 15. April für die Zeit vom 1. bis 10. April. Keine Schonfrist.
Lohnsteuer am 25. April für die Zdt vom 11. bis 20. April. Keine Schonfrist.
sinder. Die Frankfurter werden sich aber nicht auf Liefen Raum beschränken, es ist nur noch eine Frage der Zdt, und die Gießener Radio- freunde bekommen durch unmittelbare Ueber- tragung die Darbietungen des Frankfurter Opernhauses und die Konzerte des Saalbaues zu hören.
*♦ Reisedienst des Mehamtes Frankfurt a. HL und der Ha mburg» Amerika-Linie. Unter dieser Bezeichnung werden die beiden Institute in den nächsten Wochen in Franyurt eine Stelle eröffnen, die alles in ihren Arbeitsbereich zu ziehen beabsichtigt, was die Förderung und Erleichterung des Verkehrs der Reisenden umschließt. Durch das Entgegen^ kommen per Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. und die Hilfe, die sie diesem Plan hat zutell werden lassen, ist es ermöglicht worden, In dem nunmehr seiner Vollendung entgegengehenden er» weiterten Frankfurter Hauptbahnhof eine Einrichtung zu schaffen, die in hohem Maste berufen sdn wird, dem reisenden Publikum zu dienen. Das Bureau wird im nördlichen Teil des Querbahnsteigs neben dem Wartesaal 2. Klasse gelegen sdn. Es besteht die Hoffnung, dast der Reisedienst schon gelegentlich der kommenden Frankfurtev Messe, die vom 6. bis 12. April stattsindet, jedenfalls aber in unmittelbarem Anschluß an diese eröffnet werden kann.
" Eine interessante Ausstellung von Zeichenarbeiten ihrer Schüler und Schülerinnen machte die Oberrealschule am Sonntag und gestern der OeffenllichVeit zuoänglich Alle Klassen waren an der Ausstellung beteiligt. Gar manche Arbdten sah man da. — nicht nur bei den Oberllassen —, die der ganz besonderen Aufmerksamkeit der Besucher wert waren, aber auch di c ibrigen Zeichnunaen verrieten viel Fleist und hingehenden Eifer und sanden darum learme Anerk.nnung. Die Ausstellung in ihrer Gesamt- heit gereichte den Lehrern und Schülern nur
In wiederholten DeP-echungen ist den Handelskammern von Vert e ern des MMiste- nums der Finanzen und des Innern eine Berücksichtigung dieser Forderungen auch zugesazt werden. Was mt besonderen die Ermächtigung des Finanzministeriums anbetrifft, den S euersah für einzelne Gewerbegruppen zu ermäßigen, so wird das Ministerium es sich angelegen sdn lassen, hiervon schon in den Aussührungsbestim- mungen Gebrauch zu machen und zwar insofern, dast es die Gewerbesteuervorauszahlung aus die (Stuft m men- und KörperschastSsteuervooaus Zahlung, tote sie an das Rdch zu Kisten sind, ab- stellt. Dadurch kommen den einzelnen Dewerbe- gruppen vor allen Dingen dem Handel, die dort gewährten Ermästigungen auch für die Gewerbesteuer zu gute.
Den HcvndelSkcmrmem ist eS leider nicht gelungen, bezüglich der Gewerbesteuer für das zweite Halbjahr 1923 und zwar sowohl für die staatliche tote auch für die gemeindliche eine andere 'Grundlage als die des alten Gememdeumlage- » gesetzes durchziehen. Alle von ihnen gemachten Vorschläge mustten an der Tatsache scheitern, F-- Last die nötigen Unterlagen bd den Finanzämtern enttoc&r garnicht oder nur tedtodfe vor» r hLinden find und deren Prüfung bezw. Hecbri- schasfung umiangreiche langwiie tge utd kostspielige Vorarbeiten bedingen. Wohl aber ist die bestimmte Zusage gemacht worden dast Stundungsgesuche von Steuerpflichtigen unter Mitwirkung der Handelskammern auf8 gewissenhafteste geprüft und da, wo wirkliche Harten sich ergeben, weitgehendste Berücksichtigung finden stllen. Entsprechende An'weiwnqen sind an die Cemdaden und F.nanzämter e.gangen.
Was kann und must nun geschehen, um in Zukunst einer zu starken Anspannung der Ce- werbest euer vo zu Zeugen? Da must als erste un) letzte Grundfo.de ung ausgeste lt werden das Staat und Gemeinde ihre Ausgaben auf das unumgänglich notwendige Mast beschränkdi. Ei c schleunige Abkehr von dem frühe en Grundsätze, wonach es zum Wesen des öffentlichen Haushalts gehörte, dast die Höhe der Einnahmen nach Len als notwendig erkannten Ausgaben zu bemessen ist, ist dringend geboten. Staat und Gemeinde müssen sich heute dm Grundsatz des privaten Haushalts wieder zu d’.e.t mähen, wo die Ausgaben sich nach den Einnahmen richten. Und für den öffentlichen wie für den privaten Haushalt gilt heute mehr denn je die F irde ung, dast sie sich Einschränkungen au'e'lejei u rd nicht mehr Güter verbrauchen, als wru ngäng ih nö tg find. Ergll>t sich jedoch für den Haushalt einer Gemeinde, dast zur Deckung eures aus das aller- notwendigste Mast zurückgeführten Aufwands de Anteile aus den Reichs!eu.rrn zumm.nen mit dm sonstigen Gemeind ednnahmen nicht ausreichm, so hat eben in erster Linie das Rdch selbst die Pflicht, den Gemeinden aus seinen S.euererträgen soviel 'abzugeben, als zur vollen Deckung des Gemeindebedarfs erforderlich ist. Rur dann, wenn diese Grundsätze streng befolgt werden, wird es gelingen, unsere Dolkswirtschast lebensfähig und steuerkräftig zu erhalten.
Die Löhne im Ruhrbergbau.
Essen, 31. März. (WTB) Den Antrag dec vier Dcngarbeiterv.rbände aus Erhöhung der Löhne ab 1. April hat der Zechen- verband am 29. März folg-mdernvasten beantwortet: Wir bestätigen hiermit den Empfang Schreibens des Verbands der Brrgarbeitec Deutschlands vom 24. März, in welchem namens der vier Bergarbeiterverbände eine Lohnerhöhung von 30 Prozent zum 1. April aefordert wurde Rach Paragraph 13 des zur Zeit noch geltenden Tarifvertrages ist dne Kündigung der Lohnor'onung nur mit dnnu>notiger Frist zum Mcnatsschlust zulässig. Das oben erwähnte Schreiben des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands bedeutet aber eine Kündig i ng der Lo hnordnung, die demnach unstatthaft ist Wir sprechen unsererseits hiermit die Kündigung der Lohnordnung zum 1. Mai aas. Im übrigen bemerken mir. dast eine Lohnerhö-
td Dandes hatte gestern if biig berufen, i tinan gemütl’d dichte und muf hebende Uniert Dends bildete Weit ousgez 6teln üter t futter und des tagte hier die des Seien- einer von Pfai tenen Andach: M>h sich an ei Lvctenterg übe Der hefige Ri vthnem Willi: hat jetzt, nach! geruht Hetze, Umfang ausgc hiesigen Devbi die Dchnimgi atü seinen en( Wich ist
6 6aafe: Inifer Lehrer . Dirksamke fern Anlch Vers M Sonntag in Glückwünsche bt Vertreter des Jischer- Mc ochinidt übei meinöe gab ül
Rach dem Bericht des Arbeitsamts der Rheinprovinz hat dort die Besserung der Wirtschaftslage ein rasches Tempo angenommen. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen ist in der festen Woche stärker zu- tüdgegangen als in der vorher gegangen en Woche. In den Bezirken Köln und Düsseldorf ist die Arbeitslosigkeit um je 12 Prozent gesunken gegen 4 bezw 95 Prozent in der Vorwoche.
uzr Ehre.
** Der Kaufmännische Verein von 1873 zu Giesten feierte am Samstag sein 5vjähriges Stiftungsfest, welches eine derartige Anztekmngskraft ausgeübt hatte, dast alle von denk Gefellschaftsverdn zur Verfügung gestelltenRäun« seines Hauses bis auf den letzten Platz besetzt waren. Der Vorsitzende des Vereins, Kaufmann Heinrich Erle, gab in seiner Ansprache einen kur-en äleberblick über den Werdegang des Vereins, der am 24. September 1873 im Promenade- haus, Rodheimer (Strafte, von 17 Angestellten gegründet worden war. Der Verein habe stets sein Hauptaugenmerk auf die Ausbildung der jungen Kaufmannschaft gelegt und zu diesem Zweck die kaufmännische Fachschule gegründet, die nach Erbauung des dgaren Dereinshauses dahin verlegt wurde Da diese Fachschule an die Stadt übergegangen ist, so wird mit Beginn des neuen Schuljahres im sausmäimischm Dereinshaus die höhere Handelsschule eröffnet werden, -ihn Schule und Verein hatten sich im Laufe der Zeit eine grvhe Anzahl Herren Verdienste erworben, so dast bereits bei dem 40jährigen Stiftungsfest viel: Herren besonders gechrt werden konnten. Don diesen treuen Mitgliedern gehören heute noch zu >m Verein die Herren Josef Ehimiann, Th. Geilfust, W. Hanstein, Gmll Horst, W. Mades, W. Mceser, G. Mootz, R. Aowack, W. Reih, Th. Daubel. An 76 Mitglieder, die dem Verein bereits über 25 Jahre treue Berater und dfrige Förderer gewesen sind, wurde je ein Gedenkblatt überreicht. Wie die Verlesung dieser (Hamen ergab, befinden sich darunter fast alle älteren Besitzer und ßdter hiesiger und benachbarter kaufmännischer Unternehmungen. Eine große Anzahl von Glückwünschen und Telegrammen waren beir< Verein von vielen Seiten gugegangen. Der Goethe* bund, wdcher mit dem kaufmännischen Verein ixt der Dockragsvereim -ung zusammen esch'os en ist, liest dn kunstvolles Gedenkblall üb.reichen. Der Ortsgewerbeverein und die Handelskammer waren bet der Feier vertreten. Ein gediegenes Konzert mit anschliehendem Ball hielt alle Teilnehme in guter Stimmung zusammen, bis die vornerückd
■ Stunde zum Aufbruch mahnte.
hung bd der jetzigen Lage veS RuhrbergvoueS unter feinen llmständen in F age kommen kann. Wir halten danach Verhandlungen! über diesen Gegenstand für aussichtslos und daher zwecklos.
Das Moratorium.
Berlin, 1. April. (Priv.-Tel.) Dem Pariser Berichterstatter des „Berliner Tageblatts« erklärte ein Mitglied der Sachverständigenkommissionen, er könne die Bedenken und die Erregung der deutschen Presse übet die vom „Mctm" gebrachten angeblichm Ergebnisse der Sachtzerstcrndigenberatungen verstehen, er halte sie aber sachlich fusr ungerechtfertigt. Es sei vielleicht richtig, daß Deutschland nach Ablauf des Moratoriums Summen als jährliche Leistungen zahlen soll, die jetzt den Deutschen un ertrag- l i ch erscheinen, aber über dieDoransse t - z u n g e n für die Zahlungen sei die Oeffent- lichke't noch nicht genügend informiert worddu Das Moratorium werde sehr wahrscheinlich etwas anders aussehen als bisher gesagt worden ist. Die genaueren Bestimmungen wurden gerade jetzt besprochen. Zwei Jahre lang werde Deutschland außer Sachlreserungen nichts Wesentliches anfzubringen haben, zwei weitere Jahre würden die Bedingungen so erträglich sein, daß ernste Widerstände nicht erwartbar seien, dann würden die Zahlungen kommen, die einen so entrüsteten Widerspruch gefunden haben. Aber die Sachverständigen seien der äleberzeugung, daß die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands in der Ruhepause einen ungeahnten Aufschwung nehmen werden. Ferner hatten sie daran gedacht, für jeden Fall ein Sicherheitsventil zu schaffen.Sollte sich tu der Zeit des MoratorürmS Herausstellen, daß Deutschland tatsächlich die spateren Leistungen nicht aufbkingen kann, dann dürfte dafür gesorgt sein, daß eine Zeit lang (ein oder zwei Jahre) die für Reparationen bestimmte Summe ganz oder zum Teil zur Verfügung des Reiches bleibe.
summe gestundet werden. Die Befreiung bldbi aber auch Laim beste hm, wenn entweder a) die alte Papiermarkver sicherang unter ülebernahme her Prämienreserve oder zu besonderen Vorzugs- tarifen in eine neue Goldmartversicherung umge- toanbelt wird, oder b) anstatt und unter Auf- bdfting der alten Pupiermarkversicherung bd dem glcid>2rt Dersicherungsunteinehnton eine neue Gcl.markverficherung abg.schlos en wird. Eine zeitliche Verlängerung fc-tr Befreiung tritt aber : dadurch nicht ein, d. h. die Befreiung fällt spätestens mit dem Zeitpunkt weg, zu dem die die Befreiung begründende Versicherung vertragsmäßig abgelaufen wäre.
** Hessischer Handwerks- und Gewerbeverband. Unter diesem Ramsn wurde jetzt nach Auflösung der Zentralstelle für die Gewerbe eine Vereinigung gebildet, die außer § den hessischen Gewerbevereinen auch die hessische Hnndtoedskammrr. die tn Hess«! beste ,en en Fachverbände, Innungen und Handwerkerveieinigun- gen umfastt. Zum Vorsitzenden wurde Installateurmeister R o h l - Darmstadt gewähll.
< Fahrplanänderung. Der Personenzug 1645 Gichen—Betzdorf fährt von heute ab später: Gießen ab 8.33 älhr nachm. (bisher 8.17 -Uhr). Er hat somit Anschluß von dem beschleunigten Perscnenzug von Marburg, Gießen an 8.27 ülhr nachm.
*" Radio. Wer am Sonntag um 3/4i Llhr seinen Radioapparat auf die Welle 460 des Frankfurter Rundfunkes ein stellte, der hörte laut und deullich die Eröffnungsrede. Damit hat der Frankfurter Rundfunk seine Tätigkdt auf^emmt- men. Schon in den letzten Wochen war sdn Prcbesenden allabendlich zu vernehmen. Aus Lern Gebäude des neuen Frankfurter Postscheckamtes in der Senkenberg strafte stehen zwd 28 Meter hohe Masten, von dnem zum andern schwingt sich eine 45 Meter lange Antenne. Die Firma Telefunken hat die Sendeeinrichtung in demselben Gebäude aufgdxmt Dort hat die Post- behörde einen 9 Meter langen und 6 Meter breiten Saal für die Darbietungen aufgebaut, die für eine Entfernung bis zu 150 Kilometer gedacht sind, aber weit über diese hi naus reichen: nicht mir in Schweden, sondern sogar schon jenseits der Alpen in Italien ist der Frankfurter Sender gehört worden. Der Borführungs iaum muß gegen alle Störungen von außen geschützt werden. Darum ist er 20 Zentimeter tief mit Holzwolle aus- gepolstert, darüber liegt ein dicker Stoff, der in schweren Falten herunterhängt und baldachin- artig die Decke verhüllt. Der Fußboden ist mit dicken Teppichen auf einer Filzunterlage bedeckt. 1 Der Bode.rblleg ist in bezifferte Quadrate dn» geteilt, damit jeder Musiker oder Sänger sofort : seinen längst vorher airsgeprobten Platz und damit die richtige Stellung zum Auftrahäneapparat
Avn Tann der Gesetzentwurf aber, auch trwrrtn tt im Hessischen Landtage ve.abschtedet lvocden wär«, für das Jahc 1924 noch nicht angewandt werden well eine StnEmnmenfteuerberanlagung für 1923 von Reichs wegen nicht stattsindet. Das neue hessische Bewerbesteuergesetz würde also Praktisch erst im Jahre 1925 von Bedeutung fein. Andererseits kann es nicht vecantwortd werden, wenn auf Grund des seitherigen Gemeindeumlnge- gesetzes die Gewerbesteuer für 1924 erhoben wird. Es muß also die bestehende Lücke durch eine Zwischenlösung ausgesüllt werden. Die hessischen Handelskammern hatten deSha b im Interesse der Aufrechterhaltung der hessischen Wirtschaft dec Regierung den Vorschlag gemacht daß bie Sin- bommensteuervorausz.ihlungen aus Grund dec zweiten Steuernotverordnung als Unterlage für Die Gewerbesteuer insofern dienen sollen, als von der vorauszuzahlenden Einkommensteuer em gewisser Prozentsatz als Gewerbesteuer vorläufig erhoben wird. Diesem Vorschläge der Handelskammern ist m einer Regie ungsvorl rge über die vrrläu ige Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1924 auch entsprochen worden.
Als Steuersatz sind nach dem Entwurf des Finanzgesetzes für 1924 80 Prozent dec Em- krmmensteuei'vorauszahlang. d. i. 1,6 Prozent des Steuergrundbetrags, vorgesehen. Das Mlnisle- mnn der Finanzen ist ermächtigt, den Steuer» grunbbetrag nach anderen Merkmalen festzusehen und den Zellpunkt zur Erhebung der Steuer zu b Stimmen. Die Vorschriften des Getehes sollen <rif die Erhebung der Gewerbesteuer durch die Eemernden sinngemäße Anwendung finden. Die hesftschen Handelskammern haben ihre Zustlm- mung zu der Regierrngsvo'lac^ als einer Rot- maßnahme erflärt, welche sobald als möglich und u 11. mit Rückwirkung für das Jahr 1924 zu einer Realsteuer, was die Gewerbesteuer immer toar und was sie bldben muß, amzu'wandeln ist. sobald geeignde Grundlagen vorhanden sind. Ferner baben sie folgende Bedingungen an ihre Zustimmung geknüpft:
l. Dir staatliche Getoerbesl Tier darf zu keiner dauernden Eindchtung we.den. sondern die Gewerbesteuer soll den Gemeinden Vorbehalten bleiben:
2. die vorläufige Steuer soll monatlich erheben werden, damit der Steuersatz be^w. die Zuschläge für jeden Mvnat nach der Krnjunktur revidiert werden können:
S. vor S-lab der Durchführungsbestimmungen find die Handelskammern anzuhöien:
4. den Gemeinden ist vor Ertellung der Genehmigung durch die Aa.sichtsbehörde die Anhörung der amtlichen De u svertretan- gen über die Att und Hohe der Gewerbesteuer zur Pflicht zu machen.
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Kleine polirische Nachrichten.
Der dem Reichstag angegangene Gesehent- n>urf, welcher den Staat s g erichtshos aus dem Gesetz ditm Schutze der Republik a u , h e o t, geht vom Reichs u|"tiomii.i,.e.iu.n und Re^chsmm.» fterium des Innern aus. Die Gründe sind in erster Linie finanzielle.
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Wie die »Kölnische BvlkSzdtung" meldet, werden die Verhandlungen mit der Micum, die diese Woche ftattflriben svlllen, um mehrere Tage verschooen. Heute findd in Düfteloorf eine Besprechung dec Vertreter der Dergarbeiterverbände mit der Micum über die Micumverträge statt.
Rach der „Reuen Leipziger Zeitung" meldete der Verteidiger Z e i g n e r s g ae.i das am öm.n- abend gegen Zeigner gefällte Urteil Revision an, soweit es nicht auf Freispruch lautet.
An der Spitze der ReichswnhMste der Deutsch-Vö lt i f chen Freihei tspartet stehrn General Luden dorff, der dir Kandidatur angenommen Hit, von Gräfe-Golddae, Landgerichtsrat Dr. Pöhner und Graf Re- ven t l o w. *
Der ständige Ausschuß des preußischen Land- tags bat die Beratung über die Hauszinssteuer fortgesetzt und die Beschlüsse beS ilnter- ausschusses angenommen. Es bleibt bei einer ©teuer von 16 Prozent der Fcid>ensmiete unter Ablehnung des Zuschlagsrechts der Gemeinden. Angenommen wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag, wonach während der Dauer des Satzes von [6 Prozent die gesetzliche Miete nicht über die Sähe vom 1. April hinausgehen darf.
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Die Vetriebsrätcwahlen im Ruhrrevier
Essen, 1. April. (Priv.-Tel.) Die ersten Tdlergebnisse der Detrievsrätewahlen im Ruhrgebiet, die für die Kommunisten besonders günstig lauteten, haben ein falsches Bild gegeben. Rach den jetzt vorliegenden Ergebnissen, die ungefähr ein Drittel der gesamten Schachtanlagen umfassen, steht der Alte Bergarbeiterverband doch wieder an der Spitze, und zwar mit 348 Betriebsratsmitgliedern, während die älnionisten und Syndikalisten 217, der Christliche Verband 139, der Hirsch-Dunckersche Gewerkoerein und andere Orgamsationen 62 Sitze im Betriebsrat erhielten.
Das Schicksal Bessarabiens.
Wien, 31. März. (Priv.-Tel.) In Wien begann die russisch-rumänische Konferenz, die vor allem das Schicksal des von Rumänien besetzten, von der Sowjetirnion für sich beanspruchten Bessarabiens zu erörtern hat. Der russische Delegierte Krestinsky erfiärtz: Die Regierung ber Sowjetunion gab niemals ihr Einverständnis zur Angliederung Des arabiens an Rumänien und betrachtd die Okkupation Bessarabiens als eine gewaltsame Aneignung dieses Gebides. Bessarabien gehörte nie zu Rumänien. Sdn Gebiet wurde Ende des 18. und Anfang des 19. Iah Hunderts der Türkei entrissen und 1812 an Rußland angeschlossen, während Rumänien einige Jahrzehnte später entstand. Die Regierung der Sowjetunion läßt sich aber durch das Prinzip des Selbst bestimmungsrechts der Döl er, nicht durch irgendwelche historischen Rechte leiten. Sie ist der Mei rang, daß die Bevölkerung Bessarabiens selbst bestimmen soll, ob sie im Bestände der Sowjetunion verbleiben oder aus dem- sclbrn ausscheiden und sich an Rumänien an- schließen will. Die (Sotojdre^Lnnnq hat ernste Gründe anzunehmen, daß die Mehrhdt der bessarabischen Bevölkerung ihre tatsächliche Zugehörigkeit zu Rumänien als eine Last empfinden würde.
TJ-rte die rumänische Regierung davon überzeugt, daß die erdrückende Meh^he't der brftnrad's^en Devölkirung aufrichtig die Zugehörig!! t zu Rumänien wünscht, dann hatte sie keinen Grund, der Volksabstimmung auszuweichen.
Das bebrütet nach unterer Meinung das Buge» stä 'dnis der in'M 'N schen Regi r-ng daß sie Bessarabien gnvil s m cn'g^gen der ih? be annten Stimmung der Dwölkerung in ih er Macht behält. A-gesichts dessen ist die rufsi'chr Delegatron ge;wung:n nxf> einmal zu erklär n daß die Regierung der Sowie Union entschieden gegen diese » Annexion protestiert.
Der Vorsitzende der rumänischen Delegation erllärte, daß die Wiederaufnahme normaler und freundschaftlicher De^iehunren notwendigerweise in erster Linie die Anerkennung der Grenze in sich schließe Die jetzige : Anwesenheit der russischen Delegation tn Wien bew.ise, daß die russische Regierung gemäß den Lausanner Besprechungen bereit sei, die Dnjester-Grenze an uertennen und daß die bessarablsche Frage nicht Ge'enstand eines Streites sei. Unter diesem Gesichtspunkt habe sich die rumänische Regierung zur Entsendung ihrer Delegierten nach Wien bereit erklärt. Auch für den Fall, daß die Sowjdregierung ihren früheren Standupnkt (nicht aufrecht erhalten zu können glaube, sei es offenkundig, daß es nicht die Schuld Rumäniens wäre, wenn die gegenwärtigen Verhandlungen nicht zum Ziele führen sollten.
Die serbische Parlamentskrise.
Belgrad, 31 März. (Priv -Tel.) Die Skuptschina hat in ihrer seit Sonnabend ununterbrochen währenden Sitzung h ute nacht ten Staatshaushalt mit Stimmenmehrheit genehmigt. Gestern abend wurde der rcr der Opposition Dawidowitsch zum König berufen. Rach der Audienz berief Dawidowitsch die Führer dec Opposition zu sich und es tourte bcftl s en, daß ale i ppositione :eii Abg or n ten den Saal verlassen sollten, was auch geschah. Hierauf erschien Mini.terpräsident Pa- schitsch in der Skuptschina und gab eine E kli- rung ab. in der er das Vorgehen der Opposition takelte und betonte, daß die Regierung an das l Toi! appellieren werde.


