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»en tun, jeDtxb wolle er sofort einige Änxel» Ragen auftlären. Cd habe er betspielswelle Den Teil seines Planes 3m ücfgezogen. Der Da« Ttedjt Del belgischrn Pttorilät Betreffe, aber er habe die Gesamtheit feiner Dispositionen, namentlich ober feinen IDlberftanb gegen Die Psandnahme au frech terhallen. Die britische Delegation werde übrigen- dec Konseren- eine eingehende □Tote a i - Antwort aus die Kritiken von Poincar< und Theunis überreichen.

Der Havasbettchterstatter erklärt alsdann, der (OTIflemcbie Gindruck bleibe heute abrnd derselbe tote gestern. Die Meinungsverschiedenheiten zwi­schen beiden Thesen seien grunblegenb und schienen ein Abkommen unwahrsch tnlich zu machen, jedoch lei es nicht unmöglich, daß der italienische Dele­gierte morgen ein Kompromiß einbrmgen werde, was auS Der Tatsache zu schliessen sei. bah Mar­quis della Toretta noch keine Stel­lung genommen und nach Schluss der Cihung sich zur Reparationskommission begeben haoe, um mit Saloago Raggi und d Arneglio zu tonferieren. Ss fei aber fehr u n wahr­scheinlich dah ein Kompromiß zwischen so widerspruchsvollen Plänen zu stan bekomm en tonne. Allei ILahcschcinlichkeit nach werde morgen die Gn.scheibung getroffen Wmn e- dazu komme, dad die Alliierten ihre ilneinigfeit über die Mittel. Deutschland zum Zahlen zu bringen, fest­ste len mühten, werde Frankreich gezwungen sein, allein zu handeln. Man könne jedoch annehmen, t>af) dieses augenblickliche gesonderte Dorgehen feine Dspamitheit dec Beziehungen zwischen bei­den Leibern zur Folge haben werde, selbst wenn die b it sch Regierung sich offiziell Dagegen aus- sprechen werde.

Vorkehrungen brr Engländer zur Abreise.

Paris. 4 3an. (WTB ) Dach dem _Ma- 'ttn" wird In englischen Kreisen erklärt, dah die heutige DachmittagSsihung der Interalliierten Pre­mierminister rein formeuer Art fein werde. Die englische Delegation soll bereit» Dor­keyrungen getrohen haben, um heute abend «ach London abzureisen.

Amerikanische Vermittlung bei der Uebergabe des deutschen Friedensvorschlages.

Paris. 3. 3art. (Wolfs.) Die Havasagentur teilt mit, P oinca rs habe die Äonferet» Der Alliierten von dem angeblichen Vorschlag zu einem Dichtangrisfabkvmmen verständigt, der von Deutschland in Wa,hing ton gemacht wor­den sein soll und auf den Tuno in feiner Reds am 31. Dezember angespielt habe. An der Tat Vabe ötaat»fefretär Hughes bei zwei Anlässen, am 18.7100. und 1. Dez., den französischen Bot­schafter 3uberaub Vissen lassen, das- er in der Lage sei. den Abschluß eines Tkrtrage» vorzu- fdVagen, in dem sich Frankreich. Deutschland, <5ng- lanb und Italien verpflichten sollten. 30 Jahre Tang keinen Krieg zu führen, foern die Angelegenheit nicht durch Dolksabstim- mung entschieden sei Pvincars habe Zusserand geantwortet, dah der vorgeschlagene 7)ertrag über­flüssig sei. denn Frankreich sei schon durch den fto ।menen Ak! des Aichtangribsrvrtrac'.EZ im Tter- 1aIller Friedensvettraz,« gebunden, ein Umftanb, dex auch Deutschland vom Zeitpunkt seiner Zu- lafhum zum Dölkerbund zugute komme. Pvincars tabe dann Zusserand gebe en, Hughes von der in dem Vorschlag des deutschen Botschafters in Washington liegenden gefährlichen 73er- ft e I ( u n g in KennMis zu setzen.

Paris. 3. Han (Tbolff.) Dach einer HavaS- tnefbung aus Tdashington teilt daS Staats­departement mit, dah der vorn Reichskanzler Cuno in seiner Rede am vergangenen Sonntag formulierte deutsche 73orsch'^g an der StaatS- fdietär Hughes der französischen Regierung offiziell nicht übermittelt worden lei. to.il eine vorherige französische Anfrage ergeben habe, bah Frankreich ihn nicht annehmen würde.

Eine Entgegnung beS AeichsminifterS v. Rosenberg.

Berlin, 3 Han. (WTB.) Der Relchsmlnister de» Auswärtigen Dr. v. Rosenberg äuherte sich auf die Erklärungen Poinca röS vor der Pariser Konferenz über den von der beutfeben Regleiüng vorgeschlagenen Friedensakt gegenüber Dem Berliner Vertreter der .Asfocialcü Preh" folgendermaßen:

Die Rückfrage der französischen 'Regierung, weshalb Deutschland die Geltungsdauer des von ihm vvrgeschlagenen Rheinpaktes auf ein Menschenalter beschränkt, ist unS weder durch eine vermittelnde Macht, noch auf anderem Wege zugegangen Hätte die französische Regie­rung eine längere Geltungsdauer angeregt, so toäre dieser Anregung selbstverständlich gern ent­sprochen worben Für die ReichSregieruag. die die 15jährige Besetzung der Rheinlanbe adkösen wollte.

tau es Darauf an, Frankreich für ein Mehrfache» Der vorgesehenen Besetzungsfrist Sicherheit und Beruhigung zu verschaffen Die üblichen 73er- unglhnpfungen jeder deutschen Akt wn als grobes Tauichur.gsmanöoer^ als eine Falle unb gefähr­liche Heuchelet sollen lediglich bemänteln, dah unser Vorschlag mit sachlichen Argumenten nicht bekämpft wurde und auch nicht bekämpft werden ko.ntte.

Aus Stabt und Land.

® leben. Den 4 3anuar 1923.

Die Teuerung.

Die DeichSinbeffziffer für Die Lebenshaltungskosten (Grnähruna, Heizung, Beleuchtung, Wohnung und 75eklet- düng) ist nach Den Erhebungen Des Statisti­schen ReichSamlS im Durchschnitt des Monats Dezember auf das 68 506fache gegenüber dem 44 610fadxn im Monat Tlotxmbcr ge­stiegen. Die Gesamtkosten der Lebenshal­tung betragen somit für Dezember das 685- fache der Vorkriegszeit. Gegenüber dem Vormonat beträgt die Steigerung 53,6 v. H. Sie bleibt demnach hinter der Steige­rung in den letzten Monaten (165,7 bzw. 102,2 v. H.) nicht unerheblich zurück. Die Onder- ziffer ohne TdekleidungSauSgaben stellt sich auf 61 156 und ist demnach um 58,7 v. H. höher als im Vormonat. Die BekletDungSkosten haben sich allein um 56,6 v. H. auf 116 113 er­höht. Die geringste Steigerung zeigt die In- dexziffer für GrnährungSkosten, die Im Dezem­ber um 46 v. H. auf 80 702 Punkte gestiegen ist. Ihre Höhe ist besonders beeinflußt durch die Kartoffelpreise, die im letzten Monat auf fast unverändert rund dem 200sachen des Frie­denspreises stehen geblieben find.

(Sine Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung

findet am nächsten Dienstag, 9. Januar, nach­mittags 5 älhr, im Stadthaus, Bergstraße, statt. Tagesordnung: Einführung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten. Abgabe von Materialien aus Dem Durchgangslager an Den Theaterbauverein; hier: Erlaß Der Kosten. ÄreDitbetoilligung für Das SlnbinDen Der neuen Grundbuchkarien. Neubauten des E.senbahner-HeimstättenvereinS an Der Kli- nikstraßs, EreDnerstraße und am Wetzlarer Weg; her: Schlußabrechnung. Bauliche Unterhaltung des Gebäudes der Bez'rksschule; her: ÄreDitbetoilligung. Bewilligung eines vorläufigen KreDitS in Höhe von 250 000 Mk. zur Bestreitung Der bei Der Wahl entstande­nen Kosten.

* Die 5. Schulgeldrate, die von Der Stadtverordnetenversammlung in der letzten Sitzung angenommen wurDe, wirD heute zur Er­hebung angekünDlgt. (Siehe 73ekanntmachung)

* Der Strahenbahnverkehr vom imD zum SchützenhauS erlitt gestern nachmUtag gegen lIJ> Uhr eine Störung. Sin Die Licher otixxbe hinabsahren^er Straßenbahnwagen sprang' beim Passieren der Kurve unterhalb Des Eingangs Aum Alten Friedhof auS Dem Geleise. Versuche DeS Tvagensuhrers. durch Rückwärtsfahren Den Wagen wieder flottzumachen, blieben erfolglos. Der Tkrfebr wurde an dieser Stelle Durch Um- steigen aufrechlerhalten. Tlach einigen Stunden gelang es, Den Wagen abzurollen. Zur Zeit wird di« am Schienensttang beschädigt? Stelle durch langsames Fahren Dec Wagen passiert.

O e f f e n t l iche Bücher hall^ 3m Dezember wurden 2039 Bände ausgell chen. Da­von kommen auf: Erzählende Llieratur 1111, Z i fchcisten 180. H igendschr f en 242. 21 era Ur­geschichte 22, G?dich:e und Dram«' 39. Lander- und Völkerkunde 78. Kulturgeschichte 43. Ge­schichte und Biographien 95. Kunstgesch'chte 18. TlaturtH senschaft und Technologie 91. Haus- und Landwirtschaft 5. Gesund').itslehoe 16. Religion und Philosophie 39, StaatSwissenschast 17, Spia-ch- wi'scnschäst 12, FremdsprachlicheS 28 TMnDe. Rach auswärts kamen 50 Bände.

* 40 Jahre im Dienste Der Kran­kenpflege ftanD am Ende Des Jahres Der Heilgehllfe und Masseur H. Kraushaar, Seltersweg 56, Hierselbst.

Sine Wettervoraussage ist wegen technischer Störungen in Der Wetterdienststelle auch heute nicht eingrgangen.

Vornotizen.

TaaeSkalender sür Donners- t a g Astorta-Lichtspiele. ab heute. »DaS Ge­heimnis Der Guillotine", 2. Teil, .DaS Weib und

Der Hampelmann^ unb , Dernrellender gesucht^ Llchrkpielhaus Bahnhofstrad«. ab heute: .Die 7S«ich<e der Krankenschwester" unb .Peggy und Teddy"

Landkreis Gießen.

- Watzenborn-Steinberg. 2. 3<xn. Zu einer cinbrucksvollen Feier gestaltete sich die am 31 v. Mts rollzogenc Einweihung des auf Dem Friedhof «richteten Gedenk st einS f ü 1 Die Gefallenen. Bermiblen unb an den Folgen des Kri ges Verstarb.nm aus unterer Gemeinde Der Trauerzug der von Lchulkint^rn, dem Posaunenchor, dem OttS- und Kirchenvvr- stand. Den Angehörigen der Gefallerea unb Ver­mißten. Der Cctdgrupbc der Kriegs beschädigten- unD K^ieae.hinterb.l.benen. dem Kriegecverern, den fünf Gelangvereinen und von weiteren Ge­mein' <ang.h5.igtn gebildet wurde, bekundete Die innige Anicllnahme aller Gi.Uvohneckch chten an dieser Feirc. Rach einem aemeinsamen Gesang der Gemeinde und einem Gesang dec Schulkinder übergab Reg'e ungSbaum i ter Schneider vom KreiSamt ließen Den Gedenkstein, den B ärger- meiste' Schäfer In den Schah der Gemeinde übernahm. Pfarrer Lenz hielt Die Wei berede, in Der ec recht beherzigenswerte Worte an Die Tcauerversamm'ung richtete Bürgermeister Schäfer verlas unter CDlodengdäute Die Tlnmen der verstorbenen Krieger Gefangsvorträge Der Cetan-'t> .reine, Da bi tunarn des PosaunenchorS tu Kra zr e> r cg ng.-1 Dz: Grnr.ln e der O tS- gruc;e te Xrieguvel»yaL4aten und Kr.egerhintcr- ollebenen. der Tk.eüu und von TLijt Vorigen der teuren Toten füllten den übrigen Dell der Feier In würdigster Weise auS THii einem gemein­samen ähvla'grsang fand die Tkranftaltung ihren Abich' Rach dec Ze.er wurde eine Kollekte füu Das Denkmal erhobm. die rund 33 000 Mark erbracht Der Entwurf deS Denkmals ist ein Werk deS Regi.'rungsbaumei'ters Schneider- Gießen Die wuch iar. tncierf.ge Säule z ert aif Der Frontseite ein Stahlhelm, äleder diesem lieft man den Spruch: .Gedenket derer, die für daS Vaterland kämpften und ftarbai", baruiüer die Worte: .Sei getreu bis in den Tod, so will ich Die Die Krone des LchenS geben'. 7luf den drei übrigen Seiten find die Tiamat der 68 Kriegs­opfer eingsbaum. Auf Drei Seiten des Denkmals find Ruhedänte erttchtet. Gärtnerisch: Tüxlagcn und ein lebendiger Zaun im Den Platz deS Ehren­mals werden das Ganze zu einem stillen Dedenk- platz machen DaS Denkmal wurde von Bildhauer Schrader -Großen-Linden ausgeführt.

* R ö D g e n, 3. Jan. 21m Silvesterabend hielt Der Mannergesangverein .Harmo­nie" sein diesjähriges W in t erve rg n ü g en ab. Thea.erau sührungen und Mu^ikvottcäge tec- schönten die Feier in angenehmster Weise.

* Ettingshausen. 3. Jan. 3n Der Silvesternacht verübte Der 25 Jahre alte WeißblnDer ArthurSchneiDer von hier Selbstmord Durch Srsch'.eßen. Der junge Mann zeigte seit einem unglücklichen Sturz im Kindes alter Merkmale einer geistigen Sto­rung. 3n letzter 3eit lebte er sehr zurückgezo­gen und in Der Silvesternacht beging er nun auf Dem Anger vor Dem Dorfe Die unglück­liche Tat, Die nach allgemeiner Ansicht nur auf seinen KranlheltSzustanD zurückzusühren ist. 25ei Der Einwohnerschaft war Der junge Mensch allgemein beliebt. Der schwer betroffe­nen Familie gilt Die herzliche Antellnahme DeS ganzen Dorfes. Aach Der amtlichen Prü­fung Des Vorfalles wurDe Die Leiche zur Tte- erdigung freigegeben.

Lumda, 3. Ian. Vor einigen Tagen wurde hier Das 5 Jahre alle Söhnchen eines Landwirts auf tragische Weise vom Tode ereilt. Der Kleine weilte mitSpiel- gefähtten an Der LumDa unD stürzte infolge eines unglücklichen Zufalls in Das Wasser. Die h erdurch erschreckten Spielkameraden liefen in Den Ott zurück, machten aber in ihrer Ver­wirrung den Erwachsenen keine MUteilung von Dem älnglucksfall. Erst als Das K nd am Abend vermißt wurde, erzählten die Kinder Den bc- klagenswetten Vorfall. Bei den sofott an­gestellten Aachforschungen wurde Der Kleine etwas unterhalb des Ottes ertrunten auf­gefunden.

Kreid Biidtngerr.

Ober-WiDDersheim, 3. Jan. ;7n Der Wittschast von Eckel vergnügten sich in Der AeujahrSnacht einige junge Burschen da­mit, das neue Jahr anzuschießen. Sie ge­brauchten eine alle Pistole, die sie mit Pulver und einem Papierpsropfen luden. 3m ilcbcr- mut wurde einer Der Schüsse Direkt vor der Brust DeS 25 Zähre alten Eisenbahnarbeiters Otto Muller abgefeuert. Der dadurch so schwer verletzt wurde, dah er auf Der Stelle

verstarb. Der unbedachtt Schütze heißk Fritz Müller.

Henen-Aastair.

fpd Frankfurt a. 73. 3. Zcm. Der ix einer ÖAeunc un Stadtteil Eckercheim von Dem aus ©leben gebürtigen Hans Apoel mit einer Art e rf chlagene und beraubte Unbetannit ist jetzt ermiUell worden. Es ist der 1833 in Fürth aeberene Zvbann Haller. Seine 3be- frau lebt h:er feit drei Zähren getrennt von ihm. Der ZStährige Kaufmann Schäfer aus Stutt­gart erschoß am Dienstagnachmittag In einem Hau le Der Seilerftrafje feine 22|äbrtge Geliebte. Die Verkäuferin Tin na B 0 rrath , unb tötete f i ch Dann selbst durch einen Schuß In das Herz. Der ehelichen TJerbinDung DeS Paares hatten sich kaum überwindbare Hindernisse in den TDeg gestellt. Als aus Anordnung des Wohnungsamtes eine Wohnung am W efen» büttenplM zwangsweise bezogen werden sollte, setzten sich die Hausbewohner Den Be­amten »ur Wehr und gaben aus diese mehrere Revolverschüsse ab. Auch Ixe zur Hilfe herbeigeholte Schutzpolizei wurde mit Revolver- schüsfen empfangen. Schließlich konnte man in die Wohnung eindringen und die Wohnung für Den Mieter freimachen. Der Hausbesitzer wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Gießen im Jahre 1922.

IV.

Die Evangelische Klrchengemeinde Gießen.

die in drei Iahten lhr vierhundertsähriges Tte- stcchen feiern kann der erste Geistliche. Daniel ® rdtr mit Tlamen, hat allerdings erst 7vei> nachten 1532 sein Amt angetveten schaut auf ein Zahr ruhiger, er1pr»eß1icher Gntw4cklung zurück.

Während des Krieges waren die Gottes­dienste andauernd überfüllt, nach tem Kriege trat etn Ttüdgang ein. nun hat jedoch Die Teil­nahme sich wieder merklich cex>5en Sonntag für Sonntag versammelten sich in Den beiden Gottes­häusern stattliche Teilrehmerscharen. an vielen Festtagen nahmen Hmrderte stehend an Der gct'^dienstlichen Feier teil. Daß nicht an j eben Sonntag alle Plätze be'eht waren, lag nicht etva an mangeln Dem religiö'en und kirch­liche 6bm, sondern Daran, daß in unserer Stabt ScnntagS Tkranftaltungen künstleislcher und tolst<-nschastlich<n Art sowie M'rrinSvei'anstallung« in sc^hc großer Zahl sdattfanden. was bei ter nicht allzu groVm Zahl Der Bevölkerung natu 1 gemäß auf die Teilnahme am GolteSDie istAurückwirkte. Auch die Tktciligung am fyy.lke 1 QlScnDmabt ist ftäif.r geworden. Taufe, Trauung, Konfirmation und Mitwirkung der Kirch? bei Berdigunaen wurden In allen Fällen, ohne äln.eischted bei Standes und der polltischm Stellung begehrt, waS erfreulich ist: denn das Amt des evan^eli- schm Gcmvnn dreist sichen soll geoade in diesen Tagen, da unser Voll leider Io sehr zerklüftet ist, Das Amt fehr DaS .Die Versöhnung predigt". Leider ist eS seither noch nicht gelungen, für jede Der bei Den Kirchen Die seiende Diente Glocke wieDerzubeichaffen, Doch ist das F^Ken an den» Geläute, Das von vielen Fremden betounDert wird, nicht zu merken.

Die Zahlen Der Amtshandlungen die ebt- geklamnie-ten Zahlen beziehen sich auf das Zahl 1921 waren folgende: Tausen 522 (539), Jam- fi irreal Urnen 506 ( 486), Trauunz^en 245 (277), Be­erdigungen 282 ( 263): am OeiIlgen'eiDma« nalvmcn 6145 (4757) (?emdnbcglieber test. Di« hi Den Kliniken erfolgten Amtshandlungen sind hierbei nicht berücksichtigt.

Auch hi Gichen beschränkt sich die Kirche längst nicht mehr auf das Predigen. alS einen nichtigen Zweig ihrer Tätigkeit sieht He vielmehr auch Die ZugenDpflege an. Die Deistlchen er­teilen Religionsunterricht an den Stadtschulen und famnu-In alljährlich Im Spätsommer ihre KonsiimanDenscharen um sich. Zur Pslege ter schulentlassenen Jugend teftobm mehrere Organi­sationen Hede Gemeinde «ammelt ihre Ko nor­mierten In Konfirmandenvee'.nigungen: TDart- burgverein, Bibelkränzchen sowie eine Tkrelnt- gung tüt schulentlassene Mädchen teMHen «ich gleiÄalls mit Der Genwirkung auf Die Jugend

Große Ausgaben wurden der Kirchen- gemembe in Der Fürsorge für die Kranken, Tlmrm und Alleinstehrnken aestellt. Fims Ge­rn. inDeschwestem leorglen auch im abgelaufcnen Hahrc die Kranken, wo diele von den .Vimilten- gllcbem nicht au-reichend gepflegt werden konn­ten. und übernahmen namentlich Nachtwachen,

Heutiger Stand des Dollars

10 Ubr vormittags:

Derlla 7900, Frankfurt a. M. 78507950.

Unter dem gretyettsbaiim.

Tioman von Slara Diebig.

7. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Die TCtc schien nicht sehr wählerisch war wohl trotz, eine Wohnung gefunden zu baben Die Buzliesc uxir schon viel umbergezogen, halte zu­letzt in Faid an der Mosel aetoohm Ob sie lange hier geduldet werden würde? Sie verhielt sich gaiu still, man sah sie nie, zuweilen nur das TBdbdxn. das sie für ihre Tochter ausgab. die Buzlieien-Amie Und bann war noch die Dienst- magD (in Haus. Die ging alle Morgen ein­kaufen und holte das Walser vorn Brunnen, aber toenn die Leute auch freundlich zu ihr reden wollten. Denn sie hatte ein hübsches Gesicht und traurige Augen, blieb sie einsilbig

Heut nacht war's In Der Suienpütz lehr dunkel, nur daS rote Laternchen über der Buzliese Tür flimmerte Herbstregen klatschte nieder, und der Wind hieb noch immer mehr Wolken zusammen. Zn Dem einzigen Raum des älnlergeschosses Hausflur und Stabe zugleich saß die Buzliese in einem Winkel und nickte Wie Spinnweben hing es über ihr Ges ich. einzelne Haare, lang und grau, hatten sich auS der Haube gestohlen jnb verscheierten Stirn und Wangen Die rolgerän- Deiten Augen piiierten wie die ccnes Tlachlvogels Tlichts stand von Möbeln in der Leere des Raums als ein Tisch mit zwei Bänken längsseits, und an der anderen Wand daS Bett Der Alten, eine Lagerstätte, die nicht gerade lockte Das einzig Wohnliche war ein ObrenfluM, mit zerschlissener Seide bezogen, drin saß. wie ein Kätzchen zu- ^ßammeng^kuscheit, die junge Amte Am Herd stand

die Maad. Die Hände inelnande-geschungen und starrte in- Feuer. Zn der dunkelsten Ecke der Hinterwand ging eine Falltür hinab in Dai Stellet; nie traf ein Lich strahl dorthin Gine Leitet In der anderen Gcke führte zum Cingang des Obergeschosses: den verschoß eine Falltür

Die schöne Amle gähnte: heut war wohl niemand zu erwarten, keiner au6 dec Stadt und auch sonst keiner konnte sie jetzt nich zu Bette gehen?

Die Buzliese gab keine Antwort, sie horche nach außen: verstohlen: Tritte, nur dem geübten Ohr vernehmbar, sch'.ichen durch die «Sulenpütz Tille Bersch'alenheit wat plötzlich von ihr aewichen, durch das Spinnweb deS Haares funkelten ihre Augen Hetzt ein Kratzen an Der Tür. wie ein Hündchen kratzt.

.Die Öule! Mach auf!" fuhr Buzliese die Magd an. Diese schob dir schweren Riegel zurück und legte fie Dann sogleich toieDcr vor

Die Bänkelsplelertn stand in Der Stube Jetzt warf sie daS verbrrgrnDe Tuch vom Kopf, richete sich schlank auf unb sagte hastig: .Sie kommen. Packen-Kias, Schmu-Balzer Schmillen-Zoseph. Petronellen-Michei und Husaren-Philipp. Der schwarze 'Mer und Fitis-Zakob sind auch mil unterwegs '

.Äst der Hannes auch dabei?" Buzliesen- Tlmle fragte es hastig Sie war aus dem Sessel ausgesprungen und strich sich mit beiden Händen das verworrene Gelock hinkec die Ohren

Die Julie blitzte sie zornig an. was ging dieses grüne Dln^ der Hannes an? Sie würdigte das Mädchen tetntr Antwort ,75dm Krämer Kuybach zu $ona haben fie den Laden geleert. Mehl, Zucker, Dürste, Dachsitchter, Leinwand,

schwere Packen von fein Aachener Tuch und 'ne THaffe Schnaps Sie werden gleich tziec sein."

Buzliese hopste vor Freuden. .Da fällt für mich Hemd und Kleid ab! Feine Malematten! Zst s gut gegangen T*

Zulie lach'.e:71m Bormittag hab ich bn Laden gebettelt. Dec Krämer fchläst im oberen Stock, nur der Hund unten Dem hab ich gj Mittag en Stück Fleisch geschenkt: heut nacht, als sie Den Laden ausbiachm lag Der schon tot Gemächlich haben sie ausräumen können. Zch hab Schmiere gestanden."

.Unb tS feine: zu Schaden gekommen?"

.Sie haben die Schnelles i Flinten) irtt ge­braucht. Tlur einer, der nach vorn ging, als Der Krämer sich rührte und Licht anschlltg"

_3ft bei Hannes blesstett?" fuhr Amte da- zwlschm. Zulle schlug ihr ins Gestcht: .Hast dich zu kümmern Dec Hannes is meins" Sie fuhren gegeneinander los

'Buzliese warf llch dazwischen: .Seid ihr ganz totl?"

Amie ttxtnte: .Sie hat mich geschlagen '

Zulie höhnte. .Dir Kay schneidt mer die Krallen!" Wieder packten sie sich

Sa tönte draußen ein Gulenschrel das .Kochemlo'chen" ,Gauner-Gckennungszeichen)

Die TDetber stieße:! vereint Die 3.eget uirütf, fie toa:en alle in Aufregung: nur Die Magd ver­harrte regungslos auf ihrem Platz am Herd Düsteren Blickes sah sie nach den Männern hin. die jetzt, einet nach Dem anderen, schwer bepackt sich durch die halbgeöffnete Tür zwnngten.

Duziiefc war wte von Sinnrn, kich-rnd hopste sie um die Beladenen herum Sie klatschte in Die Hände: .Gut gemache, seid brave OunglT

De, schwach Peter, ein Hüne vvn Kett. Der die langen pech'chwarzen Haare In etnrm Ring untrem Kimi zusammengezogen trug, schmiß mit einem Fluch seinen schweren Packen hin .Ver­damm ich bat 'S schwer!" Gc zog Amle an sich

Die aber entzog llch ihm. fie bängte Ihre Blicke an den jungen Schinken, der die anderen fommanMerte, die ihm willig folgten. Allo der Bückler war doch Dabei, obgleich die Zulle ihn nicht genannt hatte!

Buzliese zündete eine Laterne an und leuchtete Den Mannern voran In Mc Gcke Dort wurde die schwere Falltür gehoben. Irr den gähnenden Schacht, der sich auftat, wurden die IDart» verstaut

Denn sie Die Falltür nun zuwatt. Die Räu­ber drunten gefangen nähme Buzliese und Zulle waren auch mit fctnuntergefilegen wenn fie Dann liefe und die Wach holler Für einen Augenblick schoß das Der Magd am Herd durch Den Kopf Mit der Tlmle hier würde fie schn fettig werden, die zu überwältigen war nicht s-bwet Gs riß die Magd förmlich zur Falltür hin, ihre Tlägel bohrten sich in die Znnenfläch Der geballten Hände fie stöhnte laut auf nur sich losmachen. fliehen aus diesem Ha i« nicht« mehr wissen von dem Stehlen und Hehlen hier! Mit einem schweren Blick sah fie an llch herunter: trar sie nicht auch schon fchmutzia geworden? Wenn sie doch fliehen könnte! Ader fie balle kein Geld, und der Weg war weit, und Die Duz- liefe gab Ob ich: allezeit UnD wenn sie nachts schlief in Dem Speicherloch, oben im G ebe!, schloß Die Alte sie ein, unb ixe Leiter. Die von Der Falltür nach unten führte, wurde weggezogen.

1 Ivrtfctzung folgt)