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«t« 3oflX Wr groß toar. Wenn Man bebeitft, I » diese Nachtwachen unter den gegenwärtigen llmftänben oft im ungeheizten und unbeleuchteten Zimmer ausgeführt werden mußten, so erkennt, toan, das» diese Tätigkeit keine geringe Hingabe erforderte. Die beiden Kleinkinderschulen, die Kleinlinderbewahranstalt und die Elisaleth-Klein- rinderschule, haben ihre Arbeit, die hauptsächlich minderbemittelten Familien zugute kommt, nach wie vor weitergeführt, allerdings unter sehr schwerer finanzieller Bedrängnis. Ohre Ginnah- mei» setzten sich besonders aus Liebesgaben zu­sammen, die sich jedoch lange nicht so vermehrt Huben, daß die gewaltig in die Höhe geschnellten Ausgaben davon bestritten werden konnten. Es wird grober Mühe bedürfen, dafür zu sorgen, daß diese Anstalten nicht demnächst ihre Pforten schließen müssen. Don der kirchlichen Liebestätig­keit Im eben namentlich auch die erreicht, denen aus irgendwelchen Gründen die kommunale Armenpflege nicht zugute kam. Die Mittel hierzu flössen der Kirchmgemeinde aus den Geldern zu, die in die Opferstöcke der Kirchen und bei Taufen und Trauungen in die Opferbüchsen e'rngeworfen wurden. Diese Gelder waren recht erheblich, viele Gemeindoglieder stellten außerdem, namentlich vor Weihnachten, den Gemeindepfarrern namhafte Beträge für Zwecke dec Wohltätigkeit zur Ver- fügung. An dec Pflege der Armen, Kranken und Alleinstehenden beteiligten sich auch die kirch­lichen Frauenvereme, sie bedachten an Weihnach­ten alte, alleinstehende Frauen und kinderreich» Familien mit Geschenken: keine leichte Aufgabe, wenn man die heutigen Preise ins Auge faßt.

Sehr häufig nxiren die Sonntagskollekten für besondere Zwecke 'bestimmt, keinesw.gs immer für kirchliche. So hatte man im Jahre 1921 eine Kollekte sür die Opfer des Unglücks zu Oppau, im Jahre 1922 eine Kollekte für Altersnothilfe (auhetdem hierfür auch eine Haussammlung) und für die Hessische Aothilfe erhoben.

Dec Kircheirgesangverein tmg zur Ausgestal- tung dec Gottesdienste bei und veranstaltete eine Aufführ-ung des Weihnachtsoratoriums von Hein­rich Schütz.

Die Einzelgemeinden veranstalteten hin und wieder Familienabende, zumeist mit Vorträgen. Demnächst werden die Professoren der Theologi­schen Fakultät in der Iohanneskirchr für die gcncze Gemeinde gemeinverständliche Dorträge über Religiöse und kirchliche Fragen galten.

Da die Gasbeleuchtung in den beiden Kirchen Längst nicht mehr ausreichend war, wurde elek­trisches Llcht eingeführt.

Sehr schwere Aufgaben erwuchsen der Kirchen­gemeinde auf dem Gebiete ihrer Finanzverwal­tung. Die Ausgaben stiegen, wie jeder weih, riesig, und die Einnahmen nahmen nicht erheb­lich zu. Die hier in Betracht kommenden Ein- -nahmen setzten sich hauptsächlich aus Pacht- und 5 ui Verträgen, sowie aus der Lokalkicchensteuer zusammen. Die Pacht- und Zinserträge waren, an den Ausgaben gemessen, verschwindend klein, so dah die Lokalkirchensteuer als der wichtigste Einnahmeposten anzusehen war. Der Gesamt- kirchenvorstand hat sich allezeit von dem Grund­sätze leiten lassen, nicht dringliche Ausgaben zu Dermeiben, um die Gemeindeglieder steuerlich nicht allzu sehr zu belasten. So wurden für das lRech- nungsjahr 1922, also die Zeit vom 1. April 1922 bis 31. März 1923. an Lokalkirchensteuer nur 400 000 Mk. vorgesehen, und für 1921 sollte nur ein Zuschlag von 2 Proz. zu der Reichsein­kommensteuer erhoben werden. Die hier vor­gesehenen Beträge reichten lange nicht zur Be­streitung auch dec allernotwendigsten Ausgaben aus, Gehälter der Organisten und Kirchendiener, sowie die Löhne der Heizer und Putzsrauen muhten der Zeitlage entsprechend gestaltet werden. Dah die Versorgung von fünf Gemeindeschwestern, dah Heizungsmaterialien, Beleuchtung der Kirchen und Konsirmandensäle und unumgänglich notwendige bauliche Reparaturen heute sehr große Summen erfordern, braucht nicht dargelegt zu werden. So muhte sich die Kirchengemeinde dazu ent­schließen, Kapital auszunehmen. Jedes einsichtige Gemeindeglied wird sich klar machen, daß die Kirchensteuer, die es zahlt, ihm selbst zugute kommt. Längst sind alle kirchlichen Handlungen gebührenfrei, jedes Gemeindeglied hat Anspruch auf unentgeltliche Hilfeleistung der Gemeinde­schwestern. Wer einmal längere Zeit hindurch diese Hilfe bei dec Erkrankung eines Familiengliedes in Anspruch genommen hat, dec weiß, dah der Betrag, den er zahlen müßte, wenn er diese Dienste tarifmäßig entlohnen sollte, den Betrag der von ihm zu zahlenden Kirchensteuer weit überschreiten würde.

Vermischtes.

Lieberfallen und ou8get<rubt

Derlin,' 3. Jan. Vergangene Rächt wurde die Rentiere Cäcilie Puppe in ihrer Wohnung in Steglitz durch ihre erst am Lage zuvor engagierte Stütze und deren An­hang durch Schläge mit einem stumpfen In­strument bewußtlos gemacht und die Wohnung aus geraubt. Die Greisin wurde lebens­gefährlich verletzt. Die beiden Täter sind flüchtig.

Em Stettiner Dampfer gestrandet.

Stettin, 3. Jan. (WTV.) Der 3300 Tonnen große Stettiner Dampfer ,,3n» ßuftrie ist in der letzten Rächt auf der Reede von Oxelösund (Schweden) g e st r a n ° d e t. Die Mannschaft und die mitteisenden

Dastagtere sind tn Sicherheit. BergungS- oampfer sind nach der Unfallstelle unterwegs.

ExplosionSunglück.

Königsberg, 3. Jan. (Privattelegr.) 3m Betriebe der Gesellschaft zur Verwertung von HeereSgut in Rothen st ein wurden durch die Explosion einer Granate zweiArbeitergetötet und einer schwer verletzt.

Mord und Selbstmord.

Hirschberg, 3. Jan. (Privattelegr.) 3n Hartha bei Friedeberg, am QueiS, er­schoß der 26jährige GutSinspekwr L i s s e l die Richte seiner Gutsherrin, dann s i ch s e l b st. Lissel, der bei der Gutsherrin um die Hand der Richte angehalten hatte, war ab­gewiesen worden.

RusstellungSbrand in Indien.

London, 3. Ian. (WTD.) Reuter mel­det aus Kalkutta: Hier wurde eine Aus­stellung einheimischer Erzeugnisse durch Feuer zerstört. Der Schaden beträgt 200 000 Pfund Sterling.

Kirchliche Nachrichten.

Ifr. DeligionSgemeinde. Gottesb. L b. Synag. (Südanl.). Samstag, 6. Jan. Dorabd. 4,30, morg. 9., abds. 4,50 u. 5,30. 3fr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier. 6. Jan. Freitag abv. 4,15, Samstag norm. 8,30, nachm. 3,30, Sabbatausg.5,30. Wochen- gottesdienst morgens 7,05, abends 4,00 Uhr.

Handel.

Börsenkurse.

ftrnnffurt tu M- Berlin

Schlug- Schtutz- Schluß- Schluß.

Kurs Kurs Kurs £ur»

Datum:

v'/.Dtfkb. MeichSanleche

4v/e Dernleicben

8'/»/# Dergleichen

37o Dergleichen

Dlfch-Svar-l>räm.-Tlnl.

4'7, Preußische KonsolS

4°/ Hessen.........

S'/Z/o Hessen

3°/o Hessen.........

29 12. 3.1. 29.12. 3.1.

80- 8050 8Ü75 80,75

625.- 615,- 64.), -

320, 3.0 - 830,- 15*0,-1400,- 1425.- 120,

165.- 167,- 16k-

131,- HO.- 125,-

100,- 120-

125. 102,-

4% Zolllürken 7300,- 8000,- 767*- 8100,- 57. Goldmerikaner 92000.-9:500 ).-932.)H.-9(iOJ0.-

Berliner HnndelSges. . 16500, - 17 »00 - 17000,- 18000,- Commerz» n. Prtvalbk, 2150,, 2200

Diirmit.u-Nalionalbank 2630. 310). 2400, 3050, - Deinsche 4>ank 8200.- 8100,- 7800.- 77uO,- Deiiisä'e BcreinSbank. 1150, 1500., , Disconio Eoinmaudir 350). -4175. 3800 40.o Uleinlibnnt 150«.- 13500,- -,- Miiteldenl. Creditbank 10.), 1650, 1530, 172>,- Oesterr. Crediianstult . 1950,-2060.- 1893.- 1935,-

Bochumer Guß .... 240)0,-2:3000,-23600,-21600, Buderus 12700,-10200,-12600.-10600, Caro 9301,- 8400,- 9400,- 8200,- Den!sch.l?ure,nbura. . 24500,-2:3100,-24750,-23000,- GelsenkirchenerBergw2400.),24750,2-)(0),237i»0,- Harvener Bergbau. . 60 *00,5^200,-60500,-5' 0)0, Kaliwerk2lscherölebenl400',-12990.-1:3*175.-1E- KaUwerk Westeregeln 1590Ü14b00,155j0,, Vauraüütte 1301X1 -115C0. -12500, -11900. Cberbebnri 13500.-122-X),-13000,-1S00 - Pbönir Bergbau. . .. 21800,-18600,-21506.- 17frM- Nheinstabl 2180 *,-l->5u0,-209O0, -1'1000,- Shebecf Montan . . . 33000,,33251,-2750),

TeUuS Bergbau . . . 5000. 5000,,

vantbnrg-Aiuer. Pake, 94**0. 8900, 9125, 8510, Norddeutscher Llovd. 5875»- 5400.- 5800,- 5500,-

>3eiiienuverkHetdelberg710),,,

Philtvp Hvlzmann . . 490).- 4850 4600

Anglo-Cont.-Anano. . .2700),-^W0,-»1600-26000, ^3adische Anilin .... 89 ü 830.# 8,00,

(9 Ibfdjmtbt 1000917.0.- 1)800,- 8600,- Grieotietnier Electron. 7100# 710 8100, 6<i0,

Höchster Farbwerte . 7UO*), ,200. 6800,-

Holzverkohlung..... 8500, 84* 0,,

Otüigerüiverke 8600, *5 X8550, 84 0, -cheideauualt 15050.-149:0,

9I1K1. Elektrizitäts-Gei. 6 KO, 5^,- 5975,- 5725,-

Berginaun 8.00, 7W0, /900,

Schuckert 11200#-l 1'0 ,-12300,-1140*,-

Siemenö & HalSke. . .20100,2L,W.2_0j ,21000,

Adleriverke Kteuer. . . 4500, 4200, 450), 4500,

Dainller Pkotvren. . . . 4975.- 4470, 4480, Heyllgenstaedt 5280 5700, Diemiin 7000 80)0,- 7700,-8500,-

Metallges. Frankfurt. 21800 -20)00-

.Schubfabrik Herz. . . 2'1'0,, Sichel....... 4775 - 4790 - -

Zellstoff Waldhos . . . 11000.-10'M 10600 - 9650 Znckeriabr.Irankeuiba 7990 5800, ZuckerfabrikWnn nufci7700 6300,

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung.) Amlliche Notierungen.

Datum:

Antw.'Brllffel . Holland Vonbon Paris Schweiz Sonnten Italien fisjabon-Ovorto Dänemark.... Norwegen . .. . Schweden .... HelfingforS.... dieunork Demfch-Oesterr. Budapest Prag Sofia

2. Januar

Geld Brief

4*4,75 491,25

2872, KO 2887.20

33665.1'4) 338:34.40

531,65 5'37,35

1376.55 1383,45

1137 15 1I42.S5

309,55 371,45

1488',75 1596,25 134660 1353.40 1950,10 195'.),80 7244^5 7280415

10,97 11,03

299 3'1, -

224,85 226,15

3 Januar Geld Briek 493,75 498.25

2942,60 2957.40 34588,45 34771.5-5

547,65 55.035

141395 1421.06 1197 1203 390 392

154310 15.5VK) 1421,45 1423.55 204410 2O45.10 >94 50 195,50

7481.25 7518,75

10,62 10.68

299, - 201

229,40 2306)

Markte.

Berliner Prodnktenmarkt.

Berlin, 3. Ian. Die Festigkeit des De­visenmarktes stutzte am Produktenmarkt die Ge- treidrpceise. rmd zwar um so wirksamer, als das Arrgebot aus dem Inlande meist zurückhaltend war. Roggen war zu Ablieferungszwecken an die Re'lchZgetceidestelle beehrt. W^i^n änderte sich im Preise wenig. Gerste war still. In Hafer gestaltete sich das Geschäft w2gen der Frachten außerDtbentüd) schwierig Die Pce ssordecung für Mais vom Auslande zeigte eine Abschwächung: hier bestand etwas mehr Nachfrage. Mehl hatte imhiges Geschäft. Verkauft wurde meist aus zwei­ter Hand. Für Raps bestand feste Stimmung: die anderen Artikel änderten fl chwrnig. Weizen, märkischen 15 20) bis 15 5)0 Mk., pommerschen 14 90) bis 15 300 Mk. (fester), schlesischen 15 000 bis 15 200 Mk.. Roggen, märkischen 14 000 bis 14 200 Mk.. pommerschen 13 900 bis 14 000 Mk. (still), Sommergerste, märkisch: 12 500 bis 13 200 Mack. Wintergerste, schlesische 12 000 bis 12 600 Mark (schwächer). Hafer, märkischen 13 000 bis 13Z00 Mk.. pommerschen 12 500 bis 13 200 Mk. (ruhig), Mais, La Plata, loco Berlin 15 600 bis 16 000 Mk. (wenig geändert), cvaggonfrei Ham­burg 14 500 bis 14 700 Mk.. Weizenmehl (100 Kilo) 43 000 bis 47 500 Mk. (fester). Roggemnehl (100 Kilo) 39 000 bis 43 500 Mk. (fester). Weizen, kleie 8000 bis 8200 Mk. (matter). Roggenkleis 8300 bi« 8500 Mk. (matter). RapS 26 000 bis 27 000 Mk. (stetig). Biktociaerbsen 28 000 bis 30 000 Mk.. kleine Erbsen 25 003 bis 26 000 Mk.. Futtererbsen 15 000 bis 16 030 Mk., Peluschken 20 000 bis 21 000 Mk., Wicken 25 003 bis 28 000 Mark. Lupinen, blau 16033 bis 17 000 Mk, gelb 20 000 bis 22 000 Mk., Seradella. alt 35 000 bis 40 000 Mk., Rapskuchen 10 000 Mk., Trocken- schnitzel 6100 bis 6330 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, dcahtgeb. 6203 bis 6500 Mk., Haferstroy, drahtgepreßt 6200 bis 6500 Mk.. Stroh, strohseilgebundelt 5700 bis 6100 Mk., Wie­senheu, gut, gesund und trocken, Bormahd 6600 bis 6800 Mk., Rachmahd 6400 bis 6600 Mk. (Soweit kein anderes Gewicht genannt, verstehen sich alle Preise pro 50 Kilo.)

Frankfurter Getreidebörse.

* Frankfurt a. M., 3. Ian. Der Ge- tteidemarkt zeigte am ersten Geschäftstage des neuen Jahres ein ruhiges Aussehen. Der Be­such war in den ersten Vormittagsstunden schwach. Die Bewegung des Dollars übte kei­nen Einfluß aus, da die Käufer äußerst vor- sichttg sind. Preise wurden nicht genannt. So­weit man hören konnte, entsprechen dieselben den letzten amtlichen Notierungen. 3m Mehl- oeschäft machte sich etwas Nachfrage nach Weizenmehl bemerkbar. Futtermittel sind ebenfalls gesuchter. ES notierten Weizen Mk. 31 00032 000, Roggen Mk. 30 000, Sommer­gerste für Drauzwecke Mk. 26 00027 000, Ha­fer, inländischer, Mk. 24 00026 000, auslän- ßifeber Mark 33 000 bis 35 000, Mais La Plata 30 500 bis 32 000, Mixed 30 500 bis 32 000, Weizenmehl, südd. Spezial. 0 Mk. 51 00055 600. Bei Waggonbezug ab Mühlenstation: Roggenmehl Mk. 43000, Wei­zen- und Roggenkleie Mk. 15 00015 500, Speise-Erbsen, je nach Qualität, Mk. 44 000

Berlin, 3 Jan BörsensttrnmungS- 6115. Die Devisenkurse befestigten sich schon im Verlaufe des Vormittags und zogen während der ofsiziellen Börse wegen der schroffen Stellung­nahme Frankreichs in der Reparationsfrage wei­ter an. Gleichwohl eröffnete der Effektenmarkt zu abgeschwächten Kursen für Industriewerte: offenbar lagen noch infolge der vorangegangenen schwankenden Haltung der Devisenkurse überwie­gend Derkaufsaufträge vor. Die Spekulation hielt ich wegen der älnklarheit der politischen Ver­hältnisse zurück. Am Montanmarkte büßten ein­zelne Werte mehrere tausend Prozent ein, wie Phönix, Riebeck Montan, Essener Steinkohlen und Buderus. Von Elektrizitätswerken waren Sie­mens und Halske 1300 Prozent niedriger, ferner teaien Nordd Wolle ziemlich 3030 Prozent und Stöhi 2400 Prozent niedriger. Danken bewahr­ten ihre gute Haltung. Schiffahrtsaktien waren überwiegend abgrschwächt. Valutapapiece waren anfangs ungleichmäßig, waren aber später im Einllang mit der Desferung der Devisenkurse be- eftigt. Der Verkehr entbehrte der Lebhaftigkeit: die Haltung blieb auch weiterhin unsicher.

Frankfurt a. M., 3. 3an. Dörsen- stimmungsbild. Der Dollar wurde in den ersten Morgenstunden 7300 genannt, an der Börse trat eine Defestiguna auf 7450 ein. Ausländische Zahlungsmittel wurden nur b.'schriden eingesetzt. Dec Effettenverkchr zeigte eine unregelmäßige Tendenz. Das Geschäft war nicht so lebhaft, da das Augenmerk aus die Pariser Konferenz ge­richtet ist. Für einzelne Industriepapiere bestand größeres Interesse. Am Montanaktienmarkt war die Kursbewegung unregelmäßig. In chemischen und Elektcizitätspapieren konzentrierte sich das Interesse auf Spezialwerte. Ruhiger lagen Bank- aftlen. Schiffahrtsaktien abgeschwächt. Schwan­kungen zeigten Maschinen- und Zuckeraktien. Fest lagen Kasfa-Industrieaktien. Dv Dollar wurde um 1 Rhr 7525 genannt.

bis 50 000, Biertreber, getrocknet, Mr. 19000, Tendenz: fest.

(In einem Teil dec Auflage wiederholt.)

Poincar^s Programm.

(Schluß.)

P a r i S, 3. Ian. (WTB.) Auch nach dieser Richtung soll die Rheinlandkommission Befehle zur Holzausbeutung erteilen. Im Falle die von Deutschland verlangten Sachlieferungen, Wieder­aufbaumaterial, Stickstoff usw. nicht in der vor­gesehenen Frist erfolgen können, könnten in der Höhe der unbesrieoigten Lieferungen Requisitio­nen erfolgen, und zwar unter Befehl und Kon­trolle der Rheinlandkommisfion. Diese Requisitio­nen könnten sowohl in dem militärisch besetzten Gebiet als auch im Ruhrgebiet stattfinden. 2. D s ä nd e r, die dazu bestimmt sind, sowohl Geldzahlungen als Sachlieserungen sicherzustellen. 1. Abgabe ausländischer Devisen von der deutschen Ausfuhr aus dem zur Zeit besetzten Gebiet ober aus dem Ruhrbecken. Diese Pfänder hätten den Alliierten die Möglichkeit gewährleistet, einer­seits nennenswerte Summen in bar zu erlangen und andererseits mit einer Sicherheit, die das

Gacantiekomitee bis heute tn Berlin nicht zu erzielen imstande gewesen fei, Kontrolle darüber zu erlangen, unter welchen Umständen die Aus­fuhrbewilligung gewährt werde, besonders aber, ob die Exporteure die vorgeschriebenen Zahlungen richtig ausführten. Die Durchführung solle durch das Genfer Komitee sowohl für das linke Rhein- ufer als auch für das Ruhrbecken erfolgen ober durch Schaffung eines analogen Komitees in Essen, ebenfalls auf Grund einer Ordonnanz der rheini­schen Oberkommission, unter deren Autorität auch die Lizeitzen erteilt werden, und die auch die Prozentsätze der abzuliefernden ausländischen De­visen festsehe. Das Gesamtergebnis dieser Abgaben werde auf ungefähr 400 Millionen Goldmack im Jahre geschäht. 3. Beschlagnahme der Zolleinnahmen des augenblicklich besetzten Gebietes und dec Hauptzollämter im Ruhrgebiet. Troh der formulierten Einwendungen bleibt die französische Regierung dabei, daß es wünschens­wert wäre, das von dec Londoner Konferenz im März 1921 eingerichtete Wirtschaftsregime wieder- heczustellen. Angesichts des von verschiedenen Aluierten bekundeten Widerstandes wäre jedoch die französische Regierung im Falle gemeinsamer Beschlagnahme von Pfändern geneigt, folgendes Verfahren einzuschlagen: Die interalliierte Ober­kommission in den Rheinlanden erhält den Auf­trag, die Erhebu rg dec Zölle an dec Westgrenze des besetzten Gebietes und in den Zollgebieten des besetzten Gebietes und des Ruhrgebietes anzu­ordnen. Sie wäre befugt, den in auto­risierten Devisen zahlbaren Anteil an der Aussuhrabgabe festzusehen. Dec Rest wäre an die Kommission in Papiermark abzuführen. Der französische Plan schätzt die Einnahmen aus diesem Verfahren auf 200 Millionen Goldmark jährlich, davon 150 im besetzten Gebiet. 3. D i e Beschlagnahme der Kohlenlieferun- g e n im besetzten Gebiet und im Ruhrbecken. Di» Schaffung eines Teiles der Pfänder, beispielscveise 30 Prozent, soll von den ®rubeninT>abem in aus­ländischen Devisen verlangt werden. Im Falle diese Bedingungen nicht erfüllt werden, behalten sich die interalliierten Mächte das Recht vor, eine entsprechende Quantität von Kohlen zu be­schlagnahmen. Das Ergebnis dieser Steuer wird auf 400 Millionen Goldmark geschäht, von denen 120 Millionen in ausländischen Devisen zahlbar sind, der Rest in Papiermark nach dem augen­blicklichen Kurs 500 Milliarden. 4. Die Ein­nahmen aus den Zöllen und der Zoll­steuer beziffert dec französische Plan mit 180 bzw. 280 Millionen Goldmark, die in Papiermark eingehen. Der Gesamtbetrag der vor­geschlagenen Pfänder soll sich also genau auf 1 Milliarde Goldmark be­laufen. Man behalte f i ch vor, wenn Deutschland auch fernerhin versage, alle Pfän­der', namentlich aoer die Kohlensteuer und die Abgabe der ausländischen Devisen zu erhöhen. Es wird betont, daß die vorgesch'.agenen Pfänder den Vorteil hätten, einen energischeuDruck auf d i e Großindustriellen auszuüben, die bis jetzt das Haupthindernis für die Aus­führung des Vertrages gewesen seien.

Wenn die deutsche Regierung das vor­stehende Programm nicht ausführt, und nament­lich nicht alle gesetzgele.-ischen und Derwaltungs- maßnahmen treffe, die die Reparationskommission oder die Rheinlandkommission oder die inter­alliierte Ingenieurkommifsion für notwendig er­achte, würden sofort und automatisch die fol­genden Sanktionen in Kraft treten: 1. Militärische Besetzung der Be­zirke von Essen und Bochum und des von Marschall Fvch näher bestimmten Teiles des Ruhrgebietes. 2. Errichtung einer Zollin ie östlich des gesamten besetzten Ge­bietes, dabei bleiben die von der französischen Rcgienlng Mehrmals gemachen Feststellungen aufrechterhalten, daß jede Nichterfüllung des Versailler Vertrages einen Aufschub der Räu- mungszeit für das besetzte Gebiet in der Der- gangen'heit gehabt habe und in Zukunft haben werde.

für ^ter-^ann^uchen, 6 Ls, Crcem£ axw ntihrw Lacfowtrk' fiorcMinm bri UJotm».

SEIFE NIMM MIT AUF DIE REISE!

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