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' Don der BezirkSsparkasse Die­tzen. Der Dinlagebestand (einschließlich Virover- kehr) bei der hiesigen Sparkasse hat seit einiger Zeit Hundert Millionen Mark überschritten. Der Bestand der Girokonten beträgt z. 3t. über 43 Vr Millionen Mark.

Das Werk eines Gießeners. 3u unserer Aotiz über die 100-Mark-Brief- marke wird und aus unserem Leserkreise mit» geteilt, daß der Entwurf zu dieser Marke so» wohl, wie zu dem ganzen Satz der Zahlenmar» ken Überhaupt von einem geborenen Diehe» ner, dem Architekten und Kunstmaler Her­mann Haas, geboren in Viehen am 2. AprU 1878, stammt.

" Sin WohltättgkettSfest zum De st en notleidender Kleinrentner txrxmftalteU gestern abend im Gesellschaftsbaus die Deutschnationale Volkspartei. Oberinspektor K o h l h<» s e begrüßte namens der Deutschnattonalen Irgendgruppe and der Deutsch- nationalen DvlkSpartei die überaus zahlreich er­schienenen Düste. Die Röt« deS deutschen Volle« seien zwiefach: nationale und soziale: wir müßten national denken und srzial handeln. Die grimmige soziale Art treffe besonders jene Kreise, die einst bessere Tage gesehen, ihnen gelte es beizuspringen, damit sie nicht verzweifelten. Darauf entwickelte sich in allen Tellen deS geräumigen Gesellschafts- houfeS ein lebhaftes Treiben. Dre Jagend hatte ein Theater aufgemacht, in dem sie nette Stückchen spielt«, ein Raritätenkabinett zog die Gäste be­sonders stark an, und in der Zwischenzeit wurden im großen Saale Lmftoalle Leigen vorgeführt. Rundum waren DerkäufSstände aufgeschlagen, in denen alle möglichen Dinge zum D-rrkaus an- geboten wurden Derlr'o g des Abends war e n über Erwarten günstiger, alle Verkäuferinnen hat­ten aas verkauft. So ton denn eine namhafte Summe ein, die gewiß die 'Bedürftigen erfreuen« wird. Di« Mit wirkenden aber hatten daS Lob und den Dank dos Vorsitzenden voll und ganz verdient.

Landkreis Gießen.

tu. Beuern, 27. Okt. Zur G e» meinderatSwahl find vier Wahlvor- schläge eingereicht worden. Es sind dies die Listen der Vereinigten Sozialdemokraten, des Heinrich Kumpf III., des Philipp Arnold und des Bauernbundes. (Sinern Landwirt wur­den vom Felde weg zwei Pflüge ent» wendet. Für die Ermittlung des Täters ist eine namhafte Belohnung ausgesetzt.

Grünberg, 23. Okt. An der Gießener Straße, Gckc Gartenstraße, Hierselbst, soll ein KrciSvermessungSamt «richtet werdm. Wan plant einen zweistöckigen Dau, der im Par­terre die Gcschä-ts raume und im ersten Stock und im Dachgeschoß je eine Beamten wohnung ent« hallen soll Licht- und Wasseranschluß, sowie Holz soll die Stad: stellen Für die übdaen Beamten sollen im Refektorium desSchloff.ir durch Um­bau Wohnungen geschahen werden. Der Saal selbst ist irichr mehr erhalten, sondern bereits durch Seiten wände in einzelne Räume aufgeteilt worden.

Kreis Alsfeld.

AlSfeld, 28. Oft. Sin 4-Pfund- Markenbrot muh vom Montag ab (m Kreise AlSfeld mit 8 6 Mark bezahlt werden Dieser Preis ist Höchstpreis. Es können von Bäckern und Händlern, die geringere Betriebskosten haben, auch geringere Preise genommen werden.

Kreis Schotten.

n Lau bad). 28. Oft. 3n letzter Woche starb der fie,ige grafl.-solmsische 5tonrncr diener i. R. Bohm, der dltefte hiesige Bewohner. 83 Icchre alt. Die älteste Belrvhnerin unserer Stadt, Frau Rendant Bausch trat in diesem Monat in ihr 9 4. Lebensjahr. Sie ist die Witwe deS letzten Distrikteinnehmers zu Laubach und erfreut sich noch völliger Geistcsfrischt. und durchaus vefriedigender körperlicher Rüstigkeit.

Ärcis Friedberg.

* Friedberg. 23. Oft Mit Wirkung von Montag ab ist der Preis für den 1900» Gramm-Laib Brot auf 86 Mark fest- gefetzt worden

* Bad-Rauheim, 28. Oft Bis zum 26. Oktober betrug der Gesamtbesuch 39 4 45 Personen.

2t Dad-Äauheim. 28. Oft. 3n hiesiger Abteilung der Deutschen Kolonial» g «1 e l l l ch a f t hielt Frau Elisabeth Siegel .Beustadl) vor überfülltem Saale einen Licht- btlbettrottiag über .Wie ich Afrika durch» q-ierte. Die Rednerin, die in edler Schlicht­heit ihre Erlebnisse während des Krieges in Deutsch-Ostafrika inb in belgischer Gefangenschaft in Kongo schilderte, hat hier der kolonialen Sach,' wieder zahlreiche neue Freunde geworben Mit starkem Erfolg hat Frau Siegel auch in Buhbach gesprochen, wo mit 224 Mitgliedern ein« der stärk­sten Abteilungen der Deutschen Kolonialgesell­schaft im Reiche besteht und Oberstleutnant Leh­ne r ein alter Kameruner, immer toeüete Kreise für die koloniale Sache gewinnt.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt. 28. Oft Der Preis für den großen Laib Brot ist hier auf 82 22f. festgesetzt worden.

wd. Mainz, 28. Oft 3m Mainzer Al­tertumsverein machten gestern abend die Pro­fessoren Reeb und Schmidtgen die auf­sehenerregende Mitteilung von der Entdeckung und Freilegung einer altsteinzeitlichen Siedelung des Aurignac-Men­schen auf dem Linsenberg in Mainz. Zn einer Tiefe von 3 Meter wurden bei Kanal- schachtungsarbeiten vor dem städtischen Kran­kenhaus Feuerstellen, Stein- und Knochen­werkzeuge, Tierreste und Schmuckgegenstände ausgegraben, die der gleichen Art wie die in Südfrankreich gefundenen Gegenstände dersel­ben Rasse angehören. Besonderes Interesse werden in der wissenschaftlichen Welt die Reste von weiblichen Steinfigürchen erwecken, die chresgleichen bisher nur in zwei ähnlichen Steinblldnissen auS'Riederösterreich und Sud»

frankreich haben. Die Funde finden im Main­zer Altertumsmuseum Aufstellung. Dach Flüs­sigmachung neuer Geldmittel sollen die Aus­grabungen, von denen weitere wichttge Gr- gebnisse erwartet werden, fortgesetzt werden.

Mainz. 28. Oh. (Wolff.) Ein Soldat deS 66. marokkanischen SchützenregimentS, der einen Sergeanten erschossen hatte, wurde vom Kriegsgericht de« 30. Armeekorps zur Todes­strafe und Degradation verurteilt. 3m K)M- nmnalverband Mainz beträgt ab 30. Oktober 1922 der Preis für einen La io Brot zu 1750 Gramm 95 Mark.

Hessen-Rassau.

fpd Xran Murt a. 22., 29. Okt. 3n einem Abteil 1 Klasse de« am Samstagabend 11.02 ilbr hier erngetr offenen internationalen l)-ZuaeS 2lmsterdamKölnFrankfurt a. AlBaselGc- mia wurde der etwa 40jährige 2lordamerikaner James Saurrweln mit schweren Stichwunden am Kopf besinnungslos aufgefunden. Sauerwein wurde dem städtischen Krankenhaus« zugeführt, wo sofort eine Operation an ihm norgenommen wurde Es erscheint aber zweifelhaft, ob er mit dem Leben davonkommt: bis jetzt Ist er besinnungs­los. Der Amerikaner ist vermutlich in Dieder­lahnstern in den Zug eingestiegen. GS besteht der dringende 23erbad)l. daß es sich um einen Raub­mordversuch handelt. Auf die Ermittlung des Täters ist eine sehr hohe Belohnung aus­gesetzt.

tpd. Frankfurt a 22. 29 Oft. Zpischen Frankfurt und GrieSheim wurde in der Rühe einer ®ärtnerel ein Mann, in dem man einen Feld­dieb vermutete, angeschossen und so schwer verletzt, daß er dem städtischen Krankenhause zu- geführt werden mußte.

spd. Murlenbach 29 Ott. Bel einer P i r- schc auf Hlrscke wurde ein 61 jähriger Herr von feinem Freunde Infolge des unsichtigen Wet­ters erschossen.

Marburg, 28 Oft. Das 1900- Gramm-Roggenbrot kostet hier vom 30. Oktober ab 9 1 Mark.

fpd. Au« dem Westerwald, 29. Okt. Auf dem Bahnhof Selters wurden zahlreiche Eisenbahnwagen mit Kartoffeln beschlag­nahmt. die ein fremder Händler zu Wucher­preisen (den Zentner 600 Marl) in der Gemeinde Frielingen au,gekauft hatte. Der Händler und die Landwirte kamen zur Anzeige. Ferner kamen auf dem Bahnhof Hoch-nbura meh­rere Ladungen Ka toffeln zur Beschlagnahmung, die ohne Erlaubnis ausgeführt werden sollten. 3n beiden Fällen wurden die Kartoffeln zu billigen Preisen an die Bevölkerung abgegeben.

J( Marburg. 29. Oft. Hier machte eine junge Ausländerin ihrem Leben durch E r s ch i e - ß e n, ein Ende. Am Freitag s ie l in der Dun­kelheit aus dem Dachhauseweg ber Arbeiter Dorsch auS Sarnau bei W-Hrda so unglücklich vom Rade, daß er bald seinen Geist aufgab. 3n dem vom Polizeikommissar Knaufs wegen der Vorgänge bei der Arbettordemonstratton am 4. Zuli gegen sich selbst beantragten Disziplinar­verfahrens erfolgte Freisprechung. 3hm wurde bekanntlich pflichtwidriges Verhalten vor» geworfen, weil er dem Verlangen der Arbeiter, en wegen de« Verdachts geschossen zu haben, fest­genommenen Studenten zum Mitsühren im Zuge hcrauszugeben. damals stattgab. Der älteste der Marburger Gesangvereine, der Liederver­ein beging gestern und heute das' 'Fest seine« 80jährlgen Bestehens durch ein 3ubt- läumSkonzert und einen Kommers.

Kirche und Schule.

Berlin, 29. Oft. Die Hannoversche verfassunggebende Kirchenv rr samm- lun g entschied sich mit großer 22eh-rh«ll für dir im Verfassungsentwrrf vorgesehene Ginsetzing eines Landesbifchofs für die hamnoverschr LandeSktrche.

Turnen, Syort und Spiel.

Der Große Preis von KarlS- h o r st. Der vom Verein für Hindernisrennen ge­stiftete Große Preis von KarlShorft von i/2 M i l- l i o n Mark wurde von Herrn v. Tepper-Laskis Minor gewonnen. 25ei dem Lehrlings reiten, das die Ginleiturrg zun KarlShorster Großen Preis bildete tonen zwei Pferde zu Fall, wöbet die Zokeis schwer verletzt wurden. Auch im vorletzten Rennen, tu dem mit 100 000 Mark ausgestattetem Preis für Grünau stürzten zwet Pferde. 2kioe Reiter erlitten Gehirn r rfchütterungen. Der Preis von Grünai wurde von Herrn Richards Ele­ment gewonnen.

Verinischtes.

Großfeuer hl den Rumplerwerk en. 200 Millionen Mark Schaden.

Berlin, 28. Oft. (Wolff.) Heute nacht brannte ein Teil derHallederRump- lerwerke in Johannisthal ab, in der die Orumplerttopfenwagen montiert werden. Der den Schuppen beaufsichtigende Wärter war wenige Stunden vor dem Ausbruch des Bran­des auf Urlaub gegangen. Der Feuerlösch- hydrant war abgeschraubt. Menschenleben sind nicht zu beHagen. Dach demAchtuhr- Abendblatt" wird der Schaden auf 200 Millionen Mark geschätzt. SS ist festge­stellt worden, daß Brandstiftung vor- liegt. An verschiedenen Stellen der Hcllle, die selbst nur aus Eisen und Glas besteht, in der sich nur wenig brennbares Material befand, ist das Feuer angelegt worden. Bisher hat man noch keine Spur von den Tätern.

Tod durch Gas.

3n einem Hause der Potsdamer Straße tn Derlin finb gestern drei Kinder im Aller von 313 Zähren einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen. Die Schuld an dem ilnglücf trägt vermutlich das Dienstmädchen, das den Gasmesser nicht ordenllich verschlossen hatte.

Gme folgenschwere Explosion.

3m Laboratorium einer Berliner Filmgesell­schaft brach am Sonntag vormittag durch die Explosion eines Lu tdruckke sels Feuer aus.

Dabei erlitt«, zwei 2Entttarre lebensgefährliche 23ranbtrnmben

Gin Theaternnfall.

Rach einer Meldung de« _25er( Lokalanzei- ger« "ereignete sich im Dresdner Opern- baufe aeftCLn nachmittag ein schwerer M n» t a l L Bei den üblichen Führungen gab eine Tafel de« Bühnenbodens nach, auf der sich der führende Beamte mit vier Personen befanden. 2lll« fünf stürzten in die 23erfenfung. Einer der Der letzten ist bereits gestorben.

Gisenbahmmglück.

Pari«, 29. Okt. (WTD) Heute früh ist der Eilzug Pari« Brest auf dem 2Sahnhof von Ehamel Dam (®dtc du Dordf mit einem tangierende.»-erzug zufammengestoben. Raa) den ersten Dachrichten |inr> sechs oder sieben Personen getötet und mindestens 10 verletzt worden.

Der wohnungslose Bürger­meister AuS Arolsen wird un- geschrieben: Die Hauptstadt des ehemaligen Fürstentums 2Daldeck hat mit ihren Bürgermeistern entschieden Pech. Bor einiger Zeit war eine Deuwahl vor- penommen worden, aber hier ging e« nicht wie im , Zaust", baf) den Bürgern der neue Bürger­meister nicht gefüllt, vielmehr gefiel dem neuen Bürgermeister die Bürgerschaft nicht, aus dem einfachen Grunde ... sie stellte ihm keine Woh­nung! 2luch in Arolsen seufzt man unter dem Zöche der Wohnungsnot So trat er gar nicht an, und es sand eine2leuwahl statt. Vorsichtigerweise hattc man in einem Dörfchen vor der Stadt eine Dotwohn'.ing freigemacht. Der neue Bürgermeister kam, sah die Wohntmg an und fand sie für die Unterbringung seiner Möbel zu klein. Deshalb stellte er eine Art Ultimatum: Entweder Einbau einer Wohnung tn das Gymnasium oder er kommt nicht! Daraufhin setzte sich der ®emeinberat zu­sammen und erörterte die Frage Bewilligung hoher Kosten für diese QSautätigfelt oder lein Bürgermeister! Das Ende vom Lied war, daß man dem neuen Bürgermeister mttteilte, daß die Stadt nicht tn der ßage sei seine Bedingungen zu erfüllen, man hoffe aber, daß er doch noch die Meine Wohnung beziehe und wenn nicht, dann muß eben Arolsen noch einmal seine Bürger-, meisterstelle ausschreiben. So spielt Mc Woh­nungsnot sogar einem Bürgermeister mit!

Studenten von heute. Aus Marburg (Lahn) wird um8 geschrieben: Gelegentlich deS Rektoratswechsels der Untrerfitat Marburg gab der scheidende Rektor Professor Dr. vhll. Ioh. Gadumer, alS er die Rekic'.alswürde dem bekann­ten Kropfforscher Professor Dr med. Schw^nken- l echcr übergab, eine b^nlcrkenLwerte Würdigung des Stul'enten der heutigen Zett. Der Bierstudcut ist danach eine Sellenhei! geworden. Die Studsn» ten hoben ihre Zeit erkannt und betrachten es als ihre Plllcht, die Gegensätze innerhalb des deutschen Volkes zu überbrücken Sport und Spiel wurden obligatorisch gemacht. 'Bei der Herstellung Sportplatz-es haben die studentischen K>rp0'ationen durch treue 2Eitarbett ihrem Gemeinsinn Ausdruck gegeben Wie schwer es die Studenten tn der heu­tigen Zett £aben, beweist die Grscheimmg des Wer kstudenten, der in der Ferdenzett im Berg- und Kaliwerk tätig ist und durch harte Arbett die 22lt- tel zum wetteren Studbum erwirbt. Die Selbsthilfe durch Einrichtung der Studentenfüchen hat allseits freundliche Unterftütyung erfahren. Weitere Selbst­hilfe besteht in einer studentischen Darlehnslasse, einer Schreibmoschinenstube, m einer Gärtnerei, imb demnächst wild noch eine Buchbinderei hinzu- treten. Der Rektor betonte: Die Haltung der Stu­dentenschaft ist lobenswert gewesen, und eine Ghrerrpfllcht eines jeden vermögenden Deutschen ist es, die deutschen Studenten zu unterstützen. 3m letzten LlniverfitätSjahr blieb die Studentenschaft von 22arburg an Zahl die gleiche. «Sine andere Frage ist es, ob dies bei den heutigen schwierigen 2)elhällnissen so bleiben wird, denn schon jetzt haben einige Studenten ihre Anmeldungen wirücf- zichen müssen, well sie die notwendigen Mittel nicht auibdngen können

*DleroteLuftflotte. Bon der russischen Luftflotte, die tn wachsendem Ausbau begriff fein soll, weiß em Moskauer Berichterstatter der .Dallh Mail" allerlei mitzuteilen. was ö- T. inter­essant ist, z. T. aber auch allerlei Verdächtigungen gegen die Deutschen enthält. 2toch diesen Angaben sollen nämlich die Luftstreitkräfte der Sowjet- Regierung ganz von deutschen Offizieren und In­genieuren organisiert werden. Die wichtigsten Flie­geroffiziere sind Deutsche, und bei cinam Besuch der Flugplätze von Smolensk und Moskau glaubte der Engländer sich gera'kiu im Schwaywald zu befinden, wett er nur deutsch sprechen horte. Gr behauptet, aus den Kennzeichen verschiedener Sow­jet-Flugmaschinen festgestellt zu haben, daß diese Flugzeuge während des Krieges zu den deutschen Luststrettfrästen gehörten unb daß also eine Ver­letzung deS 2krfaIller Vertrages vorliege. Der Sachverständige, der die Ausbildung der russischen Flieger leitet, soll ein Deutscher namens B. H. 2kning sein, der kürzlich mit dem Oberbefehls­haber der russischen Luftflotte Znamensky einen DesichtigunaSflug durch D uh land unternahm. Zna- mensky erzahll in der .3Swestja", daß er dabei einen neuen Flugzeugtyp auSgeprobt habe. Der Flug fei infolge von Regen und 21ebel außer­ordentlich schwierig gewesen. 2lußer 2kntng be­gleitete ihm ein h<wvorragender deutscher 22echa° nlfer, namens Shmntng. Bei der Fahrt wurden 3000 Kilometer tn einer Flugzeit von 23i 2 Stunden flvrüdgetegt; in wenwer al« 24 Stunden machten He so eine Reise, zu der fte mit einem Schnellzug Heben Tage gebraucht hätten. Gs gibt auch bereits eine besondere flugtechnische Zettung die von der Sowjet-Regierung herausgegeben wird und9er Flieger" heißt

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Berlin, 28. Oft Börsen st immung«- blld. Der Devisenhandel war sehr bescheanft Die Stimmung gewann im Verlaufe an Festigkeit, so daß die Kurse schließlich sich etwas höher stellten, als sie anfangs genannt wurden. 3ndustrieaktien wurden nicht umgesetzt Die gesprochenen Kurse zeigten auch für die von der Spekulation bevor­zugten 2Derte kaum eine Veränderung gegen gestern. Allgemein wurde wegen der innerpoli­tischen Verhältnisse Zurückhaltung beobachtet.

Frankfurt a. 22., 28 Oft Börsen» stimmungsbild Sm offizieller Verkehr fand

Oefte nicht statt. Der Desksenmarft. der anfSngllch schwacher lag, konnte sich späterhin befestigen. Der Dollar wurde tm Fr iihvcrkehr 39504Ä0, später 41004125 genannt Da ein Handel mit Effekten weiterhin strengstens untersagt ist, so waren Kurse nicht zu erfahren. Das gcrüigc Geschäft, daS sich -Bureau zu Bureau entunckelte. bezog sich auf Valutapapiere, deren Kursstand etwas gebessert wurde. 3m übrigen konnten sich bie Kurse der gestrigen Schlutzbörfe nur teilweise behaupten. Ss verlautet, daß sich die Montags-börse schwächer ge­stalten wrd Da« Geschäft eine wefenlliche Einschrän­kung erfahren würde.

§r«mffurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche -Dotierungen. Darum 27. Ctiobcr 2X Oktober Geld vrlek Geld Briet «Ntw..Brüssel . 39»,30 270,70 271,HO 273.20

Holland...... 191H.4O 1920.90 IfßrflO 1084,W

London...... 1S1..M Vitti 184,53 1 85.46

Part»....... L0.05 281,45 294,75 290.25

Lchwei»...... 72315 729,85 7X110 7.50,00

Spanien..... »L3.4O 92660 iti.140 636,60

Qi allen...... 157,60 15140 164,05 164,95

VI ffabon»0 porto

Dänemark.... M2A5 817,05 827^0 832.10

yiortueaen .... 742,15 745^5 74L15 744^45

Schweden .... 1007,- HOL- 1107,20 1120L0

^elsingfor«. ...

Vieunovf...... 4059,- 411V- 4133,90 4156.10

TeutfL-Oesterr. 5,28 5;42 5,18 5,22

Budapest..... 149.00 150-10 154,90 155,10

Prag........ 127,(57 UÄ33 133,00 134,10

Sofia.......

Märkte.

Berliner Produfienmarkt.

Berlin, 28 Ott Am Produktenmarkt machte die RückwärtSbewcgung der Preise feine Fortschritte Bei vorwiegend abwartender Hal­tung tarn es kaum zu nennenswrrtcn Umsätzen. Das Angebot ist namentlich aus der Provinz ge­ringer geworden Befand, rs machte sich dies im WeizengcschSft geltend. Mehl war sehr lustlos. Futterstostc blieben sehr still Welzen, märki­schen 90009200 Ml. (behauptet' Roggen, mär» k,schon 80008200 Mk (matter), Sommergerste 60009200 Mk. (wenig verändert-, Wintergerste 8600 Mk , Hafer, märkischen 9000-9200 Mk. (mat­ter), Mais, La Plata, frei Hamburg 8300 Mk. (etwas matter), loco Berlin 8200 8300 Mk., Wei­zenmehl (100 Kg.) 25 40527 500 Mk. (unver­ändert), Roggenmehl (100 Kg ) 22 500- 24 ZOO Mk. (unverändert», Weizentteie 45004600 Mk. (mat­ter), Roggenlhüie 4700--4800 Mk. (kaum behaupt.), Raps 12 00014 000 Ult. (behauptet), Leinsaat 14 OCO -16000 M'., Ti'toriaerbj.n 12 000-14 003 Mark. Fuilererb'c.i 10 00311 000 Mk., Peluschken 9000-10003 Mk. A'er whnea 13C0?15000 Wicken 6500 - 7000 Mk., Lupinen, blau 8500 bis 9500 M?.. gelb 20 00024 000 Mk.. Rapskuchen 5500- 5620 Mk. Trock.n'ch Itzel 4500-4600 Mk. Rauhfu ter: V-eizen- un5 Roggen lroh. bixi tgeb. 2000-2100 Ml. Haserstroh. d ahtgepreßl 2000 bi« 2100 Mf.. Stroh, strohseilgebiindelt 2000 bis 2100 Mk., Wiefenheu, gut, gesund und trocken. Vormahd 1150-1250 Mk., Rachnahd 1100-1150 Mark.

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Faszisiische Revolution in Italien.

London, 28. Oft. (WTD.) DieTi­mes" melden: Eine heute morgen aus Italien vom 27. Oktober eingetroffene Nachricht be­sagt, daß die F a s z i st e n um IVh Uhrr eine gemeinsame Aktion in verschiede­nen Städten unternommen hätten. Sie seien jetzt Herren einiger Hauptstädte, wie Florenz, Pisa und Eremona. Die Verbindun­gen zwischen Nord-, Süd» und Mittelitalien seien unterbrochen. Aeberall in diesen Städten hätten sie die staatlichen Behörden abgesetzt und die Herrschaft über­nommen. Es scheint, daß ihnen kein Wider­stand entgegengesetzt worden ist. Zusammen­stöße hätten nicht stattgefunden, ausgenommen in Eremona, wo 6 Faszisten verwundet wur­den. On M a i l a n d sei tllsher alles ruhig, da dort zahlreiche Truppen anwesend seien. Bon allen anderen Mittelpunkten fehlen bisher Berichte.

Erklärungen

d«S bayerischen Ministerpräsidenten.

M ü n ch e n, 28. Oft. (WTD.) DieMün. chener Äeuesten Aachrichten" melden, in der Mitgliederversammlung der MittelstandS- gruppL der Bayerischen Bolkspartei kam Graf Lerchen seid auf die Denkschrift der bayerischen Regierung zu sprechen, wobei er erklärte, daß diese Denkschrift, wie er glaube, vielfach falsch verstanden worden sei. un der Denkschrift habe dem Reiche gegenüber auS- , gesprochen werden sollen, daß eS höchste Zeit' sei, wirksame Maßnahmen gegen die Geldent­wertung zu ergreifen. ES sei falsch, die Schuld ausschließlich im Auslande zu suchen, auch im Inneren müsse finanzielle und wirtschaftliche Ordnung herrschen. Abzulehnen sei nach wie vor jede Art von Staats sozialiSmuS.

Deutschnattonaler Parteitag.

Görlitz, 28. Oft.

3n der gestrigen RachrnittagSslhung sprach Reichstagsabg. Gra f c über Verfassung und Recht der deutschen Republik. Sie Weimarer Verfasfuna sei eine Rotverfaffung. Sie fei aus England imo Frankreich importiert, demnach als Fremdkörper dem deutschen Dock wie eine Zwangsjacke übet» gestülpt worden. Mit der Parole «Das Voll ist souverän" sei das deutsche Volk auSgeschaltet worden. Die Schwäche der Verfassung liege in dem Fehlen jeder historischen Beziehung und jeden Verständnisses für die Volksseele der Stämme Die Reichspräsidenten-Angelegenheit sei die Ste aller parlamentarischen Schiebereien. Die

beit stehe nur auf dem Papier und sei durch

Schuygeseh auf fünf Jahre außer Kraft gesetzt. Dadurch sei eine Zwangswirtschaft über das Dvlksrecht gesetzt. Bayern habe in feinem Vorgehen gegen dies Gesetz einen Akt staatlicher Rotwehr erfüllt. Scharfe Worte richtete der Redner gegen den Staat?g?rfchtshvf. OberreichS- anttxilt Ebermeher habe den Satz vertreten, man könne darüber verschiedener Meinung sein, ob das

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