Ausgabe 
1.2.1922
 
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Nr. 27

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Erstes Blatt

172. Jahrgang

Mittwoch. 1. §edrnar 1922

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck döö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch« und Stelnöruderei R. Lange. Zchriftleltung, Geschäflrstelle und Druderet: 5chulstraße 7.

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Dr. Rathenau zum Minister des Auswärtigen ernannt.

Berlin, 31. Jan. (WolffsDer Reichs­präsident hat Herrn Dr. Walther Ra- thenau zum Mini st er des Aeuhern ernannt.

Ob Rathenau, der Wirtschaftssachverstän­dige, auch em guter Politiker und Staatsmann in der Stunft der auswärtigen Politik ist, das ist unS vorläufig noch unbekannt. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß die Schilderung der deutschen Lage, die er in Cannes gegeben Kat, klar und wirksam gewesen tft Aber seine sonstigen Wege und Praktiken schweben für daS Voll doch noch arg im Dunklen. Betrach­ten wir uns einmal, was seine besondere Gön­nerin. dieFrankfurter Zeitung-, hervorhebt, um darzutun. das) erVertrauen in weiten Kreisen der Bevölkerung- sich erworben habe. DaS Blatt schreibt wörtlich:

©ctoif? haben die Wenigsten ein ausreichend sachkundiges Tlrteil über die einzelnen Ergebnisse, die Rathenau in seinen Verhandlungen, von Wiesbaden an, erzielt hat. Aber d a ft seine Ar­beit Ergebnisse hatte, daft er seit der ersten Tieber- nähme eines Ministeramtes nicht wie manche fürchteten. Reden hielt und seinen Theorien nach- ging, sondern daft er handelte, praktische Arbeit tat, Ergebnisse vor sich brachte, aktive Politik trieb, das tvar es. was ihm Vertrauen schuf."

Da wird doch wohl auch imVollen" der Erfolge und Ergebnisse nur so herumgetappt. Und dieweiten Kreise" derFrankfurter Zei­tung" pflegen nur in bestimmten Pacteiwin- keln zu sitzen. So ganz von der Vielseitigkeit der Rathenauschen Talente scheint das Blatt selbst nicht überzeugt zu sein, denn es leistet sich den kapitalen Sah:Vielleicht wird Man­ches gut und Manches weniger gut sein, was der neue Außenminister in Angriff nimmt uni) vor sich bringt." Ein mit schwe­ren Bedenken verbundener Rachteil ist eL schon, daß Rathenau daS Ver­trauen der Rechten, besonders der Deutschen VolkSparteL nicht zu besitzen scheint. Wenn Wirch wirklich auf eine größere Volksgemein­schaft hinaussteuern wollte, so muhte er in der Tat daraus Rücksicht nehmen, ob wirklich weite Kreise" auch »außerhalb seines An­hanges dem neuen Manne etwas Sympathie und Vertrauen entgegenbringen. Der ehe­malige Wiederausbauminister, der sich zur Demokratischen ^Partei rechnet, wird uns hof­fentlich recht bald ein ausreichendes Bild seiner Gesirrnung und politischen Taktik geben, temtt man we", wie weit man ihm folgen kann.

Die Wirkung

in der Deutschen Volkspartci.

Berlin, 1. Febr. Zur Ernennung Dr. RathenauS zum Außenminister meldet die Zeit": Die ReickStagSfraktion der Deutschen Volk Spartet trat gestern abend zu einer Sitzung zusammen. Die Be­setzung des Auswärtigen Amtes durch Dr. Rachenau wird in der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei als ein beabsichtigter Vorstoß des Reichskanzlers gegen die von der Fraktion aufgestellten Voraussetzungen für die Zustimmung zum Steuerkompromih ange­sehen. Infolgedessen bestehe für die Fraktion angesichts der bevorstehenden endgültigen Verabschiedung des Steuerkompromisses wie­derum volle Handlungsfreiheit.

Die Eisenbahnerbewegung.

Berlin. 1. Febr. Die gestrige Sitzung des tzaupworstandrs der Reichsgewerkschaft deutscher E i s e n b a h n b e a m t e r und -Anwärter verlief, wie die MorgenblLtter muh einer Korrespondenz melden, außerordent­lich stürmisch. Die Oppositionsgruppen, die den Streik verurteilen, bezweifelten das Recht des erweiterten Vorstandes, über die Köpfe der Mit­gliedermassen hinweg einen Beschluß zu fanen, dec nicht nur für die Beamten selbst die aller­schwersten Folgen haben könne Rach der Ansicht der gemäßigten Deamtenvcrtreter ist das An­gebot der Regierung durchaus annehmbar ge­wesen. Die Vertreter der Unterbeamten und Loko­motivführer erklärten dagegen, daß die Zuge­ständnisse der Re-gierung unannehmbar seien. Die AuSsprach', die um 2 Ühr begonnen hatte, wurde gegen 7 Ähr abends so erregt, daß der Vorsitzende öle Sitzung auf einige Zett unterbrechen mußte. Wie der ^Lokalanzeiger" um Mitternacht erfährt, dürfte die Sitzung der Reichsgewerkschaft noch die ganze Rächt hindurch andauern.

Ein Streikbeschluß.

Berlin, 1. Febr. (WTB.) Die Reichs­gewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamter hat mit 20 gegen 15 Stimmen bei einer Stimmenthaltung beschlossen, in der kommenden Nacht um 12 Ähr in den Streik elnzutretem

Erklärungen im Hauptausschuß deS Reichstags.

Berlin, 31. Zan. (WTB.) 3m Haupt-, ausschuß des Reichstages wies Abg. M ü l - , [er- Franken (Soz.) darauf hin. daß schon längst vor Ablauf des Ällirnatums der Reichsgewerk­schaft diese von langer Hand alf' Vorderer ungen für den Streik getroffen h- Die 50 bis 60 M.lliarden Deamtenbesoldung erhö un en, wie sie das Ultimatum in seiner Auswirkung ver­langt, könne keine Partei verant­worten. Welche Partei wolle die Vwantwor- tung für die Annahme des Ultimatum^ über­nehmen? Sicher keine!

Vizekanzler Dauer betonte die absolute Unmöglichkeit ter Erfüllung des Ultima­tums ter Reichsgewerkschaft. 3n den Erklärungen, die seitens des Reichsverkchrsministeriums und der Reichsregierung zu der Cisenbahnerbewegung veröffenllicht wurden, sei jede provokatorische Wendung te:m e.en worden. Se bstrerständ ich sei aber eine energische Erklärung gerade zum Vesten der Beamtenschaft notwendig gewesen, damit die Mehrzahl der Beamten Wiste. daß sie von der Streilleitung ins Hnglücf geführt werde. Der Vizekanzler untersttich noch die Ausführungen des Abg. Mül'er-Franken. durch welche b>wi sen fei, daß der Streik längst vorbereitet un) fertig organisiert gewesen fei, ehe es noch feststand, ob durch Verhandlungen vielleicht eine Einigung erzielt werden könne. Zeder verständige und sich seiner Verantwortung voll bewußte Arbeiter» Vertreter müsse sich gegen ein solches Attentat auf das Dolkswohl wenden, gegen eine solche ver­antwortungslose Taktik, die ledig'ich zum Rach eil und bodenlosen älnglück der beteiligten Beam'en ausschlagen könne und die infolgedessen auch die Gesamtheit des deutschen werktätigen Doste Z schä­dige. Aus diesen Gründen müsse Die Reichsregie­rung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Machtmitteln den ihr aufgezwungenen Kampf ausfechten.

Berlin, 31. Ian. (Wolff.) 3m Hauptaus- schuh des Reichstags machte Ministerialdirektor von Sch lieben vom Reichsfinanzministerium eingehende Ausführungen über die Borge- fchichte der Aus standsb ewegung in der Deichsgewerkschaft deutscher Eisenbahner und fuhr dann fort:

Bei der gestrigen Besprechung mtt den Ver­tretern der Länder wurde die Frage erörtert, ob für die Beamten an Orten mtt besonders schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Wirt- schastsbeihilfen gewährt werden könnten. Die Mehrzahl der erschienenen Vertreter äußerte ihre Bedenken gegen eine solche, dem Deamtenbesol- dungsrecht an sich fremde Regelung, Bedenken, welche im Reichsfinanzministerium in nicht ge­ringem Maße bestanden hatten. Auch die Mehr­zahl der Ländervertreter konnte sich der Notwendigkeit nicht verschließen, eine der Ge­währung von äleberteuerungszuschüssen an die Arbeiter entsprechende, aber den Besonderheiten des Veamtenv?rhältni'f .'3 an/evaftte Maßnahme au treffen. Da der im Vorjahre gewählte Weg, die prozentualen Teuerungszuschläge nach Orts­klassen zu staffeln, angesichts der ablehnenden Haltung der Parteien des Reichstags und der Regierungen ter Länder nicht als gangbar er­scheint. wird ter Reichsminister der Finanzen der Reichsregierung eine Ge sehesvorlage un» terbretten, durch die der Minister ermächtigt werden soll, im Benehmen mit dem Reichsrat an den Orten mit besonders schwierigen wirt­schaftlichen Verhältnissen Wirtschaftsbei­hilfen einerseits in Anlehnung an die den Reichsarbeitern zu gewährenden äleberteuerungs- zuschüsse. andererseits in Anpassung an die Be­sonderheiten des Deamtenverhältnisses zu be­willigen. Eine Erllärung über die technischen Einzelheiten ter zu treffenden Regelung kann heute noch nicht abgegeben werden.

Berlin. 31. Ian (WTB.) Angesichts des drohenden Deamtenitteiks richtet die deutsch- nationale Beamtenschaft solge" de War­nung an die deutschen Beamten: Die deutsch- nationale Beamtenschaft lehnte von jeher den Deamtenstreik ab. Sir warnt auch heute die Be­amten. sich In den Streik treiben zu la'fen, ter unzwe fe'ha't zur D seit guns des Teruf;b amten­tu m3 führen und unser Vaterland wirtschaftlich in den Abgrund stürzen muß.

Amerika und die Konferenz von Genua.

Paris, 31. Jan. (WTB.) Rach einer Havosmeldung aus Washington scheint die Frage der Teilnahme derVer- einigten Staaten an der Konferenz in Genua immer größeres Interesse zu finden. In amtlichen Kreisen habe diese Bewegung im Anschluß an eine Konferenz von Landwirten, die vorige Woche auf Ein­ladung von Präsident Harding stattgefunden habe, immer größere Destimmth-rit und Stärke angenommen. Die Landwirte der Mittel- und Südstaaten seien für eine Polstik eingetteten, die imstande wäre, den amerikanischen Boden­erzeugnissen, deren Baisse seit zwölf Monaten sehr große Verluste verursacht habe, die Märkte Europas zu erschließen. Gleichzetttg eröffnet der älmstand, daß die Konferenz von Washington sich ihrem Ende zuneige, neuen Kombinationen das Feld. In zwei oder drei Monaten würde die republika­nische Regierung zweifellos mehr als heute be­reit sein, sich an den Llntersuchungen der euro­päischen Wirtschafts frag en zu beteiligen. Das

hänge auch von der Aufnahme ab, die die vor dem Llbschluh stehenden Vereinbarungen der Abrüstungskonferenz im Senat finden würden.

Paris, 31. Ian. (WTB.) Rach einer Meldung aus Washington, die der .Lemps" veröffenllicht. hat derSenat" es abgelehnt, der Kommission für die Konsolidierung der alliierten Schulden das Recht zu beschränken, den Rückzahlungsbeginn für die Schulden aufzuschieben.

DieTimes" gegen die Konferenz.

London, 31.Ian. (Wolff.) DieTimes" wendet sich in einem Leitartikel gegen die ge- planteWirtschaftskonferenzdonGe- n u a und schreibt bei dem kritischen Anseitsstehen der Vereinigten Staaten und bei Der widerwilligen Zustimmung Frankreichs würde es überraschend fein, wenn Die Konferenz die Hoffnungen, die ihre Veranstatter darauf sehen, erfüllen würde. Was könne in den zwei Wochen, die die Konferenz dauern solle, anders erreicht werden, als daß alle bitteren Streitfragen Europas an die Oberfläche gebracht werden. Die größte Bereitwilligkeit werbe von feiten Deutschlands und Sowjetrußlanbs an den Tag gelegt. Sowohl Wirch als auch Tschit-- fd>2tin überschütteten Lloyd George mit Lobreden wegen ter führenden Rolle, die er bei der För­derung ter Konferenz von Genua gespielt habe. 3n einem solchen bereitwilligen Lobe liege eine Warnung.

Fortschritte der Washingtoner Konferenz.

Washington, 31. Ian. (Wolff.) Staats­sekretär Hughes t.i.te in Cer F1 o11enkom­mt s s i ) n mit, daß die D ei b: eig en Mächte, Die Vereinigten S.aaten, Drosch itanaien und Ia- pan, sich 'über den Wo.'klaut des auf die Be­festigungen im Stillen Ozean b. z g - sichen Arttkris des Fün m-ch etert a in ter Flottenfrage geeinigt haben. Durch dm Worllaat des Artikels werde Die Aufrcch ethattn g les Status que erklärt. Die beteiligten Rattonen där ten in bei bezeichneten i.ruaren Ker kon­tinentalen Gebieten keine neuen Befestigungen bauen. Die Interessen Frankreichs inD Ita­liens w. r durch D:n e w chttei 21 t lei nicht berührt und brauchten also keine b so dere Zf flimnrung wie die Vereinigten Staaten, Groß' brüamüen und Iapan, zu erteilen. Ihr Beitritt zu dem Fünfmcch:eve.trag in der F.ottenfrage werde an sich g n gen.

In ie. Dl s hunz ter Komm st on für De Einschränkunge i Dec Rüstungen am Dienstag und in ter öffentlichen Sd ung am Mittwoch wer­ten ter Firn. m. ch teve ttrag it Der Flotten­frage, die Re o'ution R o o t über Die Unter* feeboote und Die Te olut on über di. Gift­gase erörtert werten. Die bisherigen Abmach rn- gen in den noch zu regelnden Fragen des fernen Ostens werden Den Gegenstand einer öffentlichen Sitzung bilden.

Frankreich und Italien.

Paris, 31. Jan. (WTB.) Um den Ab­schluß deö provisorischen modus vivendi zwi­schen Frankreich und Italien, über den gegenwärtig verhandelt wird, zu ermög­lichen. haben die beiden Regierungen be­schlossen, das Abkommen von 1398 um einen Mvnat zu verlängern. I.a- folgedessen wird bis auf weiteres an dem gegenwärtig zwischen Frankreich und Italien in Kraft befindlichen Hantelsregime nichts geändert.

Ein Dries des früheren Kronprinzen.

Berlin, 1. Febr. (WTB.) Der Staats- rechtslehrer ter Donner Hnirerfität, Sßrofeffor Dr. Zorn, stellt DemTag" einen Brief des früheren Kronprinzen zur Verfügung. In Dem Brief erklä r der frühere Kronprinz, daß die Frage Der Republik oder Monarchie in ter jetzigen Zeit sch've.ster vaterländischer Rot über­haupt keine Rolle spielen dürfe. Er habe stets auf dem Standpunkte gestanden, daß ter Monarch des Dolles toecen, nicht das Voll des Monarchen wegen da ist. Es ist in meinen Augen deshalb ein Verbrechen. Die Klassengegensätze zu verschärfen oder gar den Klassenkampf zu predigen. Die deutsche Arbeiterschaft ist ein Bestandteil des Volksganzen. Krine Staatsform könne sich Daher auf Die Dauer halten. Die nicht auch von Dem Te rirauen Der Arleitermehrhrit mit.e tragen wird. Unter diesen Umständen, erklärt ter ehemalige Kronprinz, ist die aufreizente Tätigkeit, wie sie sich heute bereits vielerorts äußere, für direkt schädlich zu halten. Der Kronprinz geht Darauf auf Die Stellung zur Frietensfrage ein. Bereits nach Der Marneschlacht habe er einen restlosen Siez nicht mehr für möglich gehalten und daher alle Frietensmöglichkeiten unterstützt, soweit Dicä ohne Schädigung des Derteidigungswille-is Deutschlands mög'ich war. Daß De a lige S'rie- te^.s Möglichkeiten nicht geschickter ausgenutzt wur- Den fei ein Fehler Der deutschen poli- tischen Leitung gewesen. Die schließliche Katastrophe sei durch die Summe vieler Fehler in Verbindung mit ter das deutsche Boll immer" mehr ze.-mürbenden Hungerblockade und ter operativ äußerst schwierig gewordenen Lage terbeigeführt worden. Der Kronprinz schließt mtt dem Ausdruck des Bedauerns, daß es ihm heute noch versagt ist. auch nur als P r i v a t- mann selbst in einem beschränkten Pflichtenkreise mttzuwirken.

Aus Sowjet-Nnstland.

London. 31. Ian. (WTB) Die russische Handelsdelegation hat aus Moskau ein vom 26. ds. Mts. Datiertes Telegramm e:hallen. taS besagt, daft nach dem Ergebnis Der Drei­tägigen Wahlen für ch i e russischen S o w i e t s als gewählt gelten: 495 Kommu­nisten, 46 Unabhängige unD l Menschewiki.

Ein russisches Deakret hebt Die für Reisen innerhalb Rußlands bisher in Kraft befindlichen Einschränkungen auf.

Eine deutsche Gesellschaft hat mtt de <e tcalo gan.faibn Der russische i locte ativen Vereinigungen ein Abkommen abje,d).of.c.i, du.ch Das Die deutsche Gesellschaft einen Hantelslleri- von 500 Millionen gewährt. Sie wird Fabrik­waren liefern und Da<ür von Ru'stand Roh­stoffe erhallen. Die Preise sind auf Grund Der Rotte, ungen Des Hamburger Marktes fest­gesetzt worden.

Das souveräne Aegypten.

Kairo, 31. Ian. (WTB.) Wie Die Zeitung .,2ll Mvkattarn" berichtet, fall Sar wat Pascha berett fein, den Posten Des Ministerpräsi- Denten unter folgenden Bedingungen zu über­nehmen: 1. Richtannahme des Planes u id Der erläuternden Rote Lord Curzon3; 2. Aufhebung Des Protektorats: 3. Wiederherstellung De3 Mi­nisteriums für auswärtige Angelegenheiten; 4. Einsetzung eines aus freien Wahlen hervor­gegangenen Parlamertts, Das aus Oberbaus und Ilnterhaus gesteht; 5. möglichst baldige Auf­hebung Der Posten ter Ratgeber mtt Au snahme der juristischen und finanziellen Ratgeber bis zum Einttitt neuer Verhältnisse; 6. sofortiger Ersatz der ausländishen Beamten dur h A.gypter; 1. Aufhebung des Belagerungszustandes. Das neue Parlament soll eine D^egation namhaft machen, die mtt Großbritannien die F aze Der geforderten Garantien und Die Sultansfrage er­örtern soll.

Aus dem Reiche.

Bevorstehende Arbeiterenllosfungru in den Deichsbet rieben.

Berlin, 28. Jan. Der sozialpolittsche Ausschuß des vorläufigen Reichs­wirtschaftsrates hat in seiner letzten Sitzung mit allen gegen zwei Stimmen dem von der ReichSregierung beantragten Entwurf einer Verordnung tetr. Aenderung der Ver­ordnung über die Einstellung und Entlassung von Arbeitern und Angestellten wahrend der Zett ter wirtschafllichen Demobilmachung zu­gestimmt. Danach wird dem § 12 ter vor­genannten Verordnung fvlgew)er vierter Ab­satz angefügt:Der Reichseisenbahn und der Reichspostverwaltung kann eine Vermehrung der AlbeitSgelegenheit durch Derlürzung der ArbettSzett (Streckung der Arbeit) nicht zu­gemutet werden". Die Verordnung soll mit ihrer Verkündung in Kraft treten.

Maßgebend für den Beschluß waren fol­gende Erwägungen: Die Reichseisenbahn und die ReichSpvstverwaltung sind durch die finan­zielle Lage des Reiches genötigt, ihren Per­sonalbestand auf das geringste Maß zu be­schränken, das mtt den sachlichen Bedürfnissen irgend vereinbar ist. Dieses Ziel kann in der gebotenen Frist durch den natürlichen Abgang an Arbeitskräften allein nicht erreicht werden. Es. läßt sich vielmehr die Enllassung von Ar­beitnehmern nicht vermeiden. Bei den Ent­lassungen soll die soziale Lage der einzelnen Aibeitnehmrr berücksichtigt werden, soweit es mit den Anforderungen des Dienstes ttgend vereinbar ist.

Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, hat das Reichsverkehrsministerium eine Verfügung herauSgegeben, wonach im Bereich der deutschen ReichSeisenbahn über den natürlichen Abgang hinaus bis zum 31. März 1922 20 000 Arbeiter entlassen sein müssen. Hiervon tteffen auf Preußen-Hessen 15 000, auf Bayern 1800, auf Sachsen 1400, auf Württemberg 600 usw. Von den 20000 zu Entlassenden entfallen 5000 auf die Werk­stätten; hiervon sollen die Lehrlinge, die am 1. April ausgelernt haben und dis Eisen­bahn verlassen, mittgezählt werden. Etwa 8000 bis 9000 Arbeiter, die für die Enllassung vorgesehen sind, sind Bauarbeiter, die im Baugewerbe alsbald benötigt werden. In Be­ttacht kommen insgesamt etwa 30 000 Dienst­stellen, auf die sich die Enllassungen vettellen.

Die Maßnahme ist ein erster ernsthafter Schritt zur Wiederherstellung der Wirtschaft­lichkeit Der Eisenbahnen auf ter AuSgaben- feite.

DaS Gold der Reichsbank.

Berlin, 31. San. (Wr lft ) Der Abgeorte.ett- Dr. Rießer (D. Dpt) ertiärte imHauptaus- schuh Des Reichstages, daß e3 zur CÖririerigung des ZahlungsbeDürsittsses des Reiches erforderilch sei, die R e i ch s b a n k zu ermächt gen, Darch Hin­terlegung eines Telles ihrer Golbbestände bet einer ausländischen Zentr a In o t en - bank sich Devisen zu beschatten. Durch D.e Drleihung des Gvlddepots ließe sich im Augen­blicke des Bedarfes die benötigte Valuta unver- züglich und ohne Störung ter Devisenmattte be­schaffen. Haven stein erwiderte, die Aeichs- bantverwaltung habe in dieser Richtung bereits Vereinbarungen mtt Der Dank von England ge-