Ausgabe 
1.2.1922
 
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Die Blüchernichten.

Roman von HannSvonZobeltltz.

18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Mordüschlecht frat sie ihn b handill. Aber LaS me.tDärdgr Lar, der Zufall, g-Liy nur tec <u all, führte sie immer Lieder mit itm zusammen. Am Dorrn t ag ftette er p'öhlich ten xc|3f lu d) die «Stallt ir, Le m sie drztere-d au| Uc Fatprüfte fa am Nachmi tag ritt er scher- lich tuid) Len Park, wenn sie zwilchen den hoben Tuchen herumtollte- am 2T n\ am ra den Dich teufte er je'esmal ihre Unke Seite a'z-ag.wn- nen Urb jedesmal hat e er irgendeine lterre Aufmer.samke t für sie. Mal ein Sträa chm aaS seinem in der ganzen Nach^archaft berühmten Glashaufe, mal ein S ückchen Mohnkchm in dem. wie Wirde u n dir ganze Nachbar chaft rühmte, die Mamsell auf Griechisch e-zellierte mal ein e chen Scholofadr. Sie nahm bas eine wir das andere, sah ihn unverfroren mit Hellen Augen an und sagtr:Ola . . dankr!" Dicht aberich Lanke. He r t>,n Taufe!", son­dern immerTa . . . danke!"

Einmal meinte er:Heut hab' ich aber wirk­lich etwas Hudchrs für S.e, gnäd gS Fraulem."

Da ... da bin ich doch neugierig . . ."

Er holte ein Päckchen aus der Tasche, wickel!e es aus der Papcerhülle: eS war eine aller­liebste Porzellanbonb rniere.

Sie streckte die Hand aus, sah aber die Bon­boniere gar nicht an, sondern hat sie gl ich auf- gelappt, cin paar P atinen in kaS Mäulchen gestopft und flvfaflt:Ta . . . danke."

troffen. Erne Aenderung deS Aeichsbcrnkgesehes fti jedoch geboten. Als Darlehensgeber kämen nicht nur die Tank von England, sondern auch die Zen- traU.utenbank eines anderen Landes in Betracht, zu deren Gunsten jene als Treuhänder und Pfandhalker dienen würde. Die Abdeckung der Darlehen hätte alZdann ?u er olgen eatwed-.r du ch ei e allmäh ch- der Marktlage anjf p ihte Umuaad u rg r o ha derer Da.utai ix drr Da- luta des Darlehens oder dadurch daß aassteh^nde Balutafordeiu7g?n später eingeh. n. De: P ä- sident wies darauf hin, da!) nicht die Absicht be­stehe, das in die Tresors der Bant von Ecgland yi über,üh erde deutsche Gold zu lurgsrfaigen Krediten für Reparat.on:z'rate zu benutzen, son­dern es handele sich lediglich um Kredite .vorübergehender Ar l. ün di: b nkt ch nischen Schwleci^keiten zu b f.it gen, fülle Teuisch- land eine freie e Betr^urg auf den Geld­märkten der Bet gesich? t werden. Nicht ;um mindesten aber foLe le. D vife, sp Ltfa ü).i Zaum und Zügel angelegt werden. Auf die in der P es e g cu e ten B d rler äutze t' der Prä­sident sich dahin, Latz die Bant ton England sich verbürgt habe, Latz jederzeit cuf De lrrgn eine Lizenz u- Wiele au Zsuhr des dei't ch n Goldes gew h t w rd:. Hinter d <fe: Crll r ng f.'ä den Dame und Ehre dec Bant von England und ihrer Geiler.

Die EmheitSkurzschrist.

Berlin, 3l. Jan. (WTB.) 3m Reichs- minifterium des 3nnern hat heute unter dem Borsitz des Staatssekretärs Schulz eine Kon­ferenz über die Einheitskurzschrift stattgefunden, an welcher Vertreter der ReichSregierung und fast aller Landesregie­rungen, darunter aller größeren und mittleren Lärüfar, te'.lnahmen. Die eingehenden Beratun­gen endigten mit der einmütigen Annahme folgender Entschließung: Die Bertreter der Länder und der hier anwesenden Reichs­ressorts (Reichsministerium des Innern, Reichswirtschafts-, Reichspvst- und Reichs­verkehrsministerium) sind einig in dem Be­streben der baldigen Schaffung der EinheitS- Lurzschriftt Sie sind bereit, zu diesem Zwecke geeignete und besondere pädagogisch geschulte Bertreter in den Ausschuß zur Schaffung der deutschen Einheitskurzschrift zu entsenden, der unter Zugrundelegung der Schulen Gabels- berger unö Stolze-Schreh den Entwurf der deutschen Einh-eitskurzschrift endgültig auf­stellt. Das Reichsministerium des 3nnern wird ersucht, die weiteren Schritte zu unter­nehmen und das Ergebnis der Arbeiten des Ausschusses den Regierungen des Reiches, der Länder und Deutfchösterreichs zur An­nahme zu empfehlen.

Streik und Technische Nothilfe.

Stettin, 31. Jan. (WTB.) 3m städti­schen Elektrizitätswerk ist die Ar­beit niedergelegt worden. Der Betrieb des Werkes, das die ganze lieber- landzentrale mit elektrischem Licht ver­sorgt und auch über die halbe Pro- £>?$> Pommern verbreitet, wird nunmehr von der Technischen Rot Hilfe aufrechter- ^llten.

* Don der bayerischen Justizverwaltung. ''München, 31. Jan. (WTB.) Bei der Be­ratung des Zustizetats im Finanzausschuß des Landtages hat ein Regierungsvertreter er­klärt, gegen Direktor Römer von der P f ä l - zischen Dank sei ein Strafverfahren wegen Untreue und gegen zwei Mitdirektoren ein Verfahren wegen Betrugs eingeleitet wor­den. Ferner wurde von Regterungsfttte erklärt, daß'die bayerische Regierung an der Todes­st r a f e festhalte. 3n der Mordsache gegen den Abgeordneten GareiS sei das Strafver­fahren noch im Gange, ebenso wegen des Aeberfalls auf den Abg. Auer. Der Iustlz- verwaltung sei nichts von Paßfälschungen bei der Münchener Polizei bekannt, ebensowenig von Wafsenschiebungen. Strafverfahren in die­ser Richtung seien nicht anhängig. Ein un­abhängiger Antrag auf sofortige Abschaffung der BollSgerichte wurde abgelehnt.

Zur Flucht deS Oberleutnants Dittmar.

Berlin, 31. Jan. (WTB.) Oberleut­nant Ludwig Dittmar, der wegen Kriegs- Verbrechens vom Reichsgericht zu 4 Jahren Gefängnis öenirteilt und im Landgerichts­gefängnis in Naumburg untergebracht wor­den war, ist am «Sonntag in der Nacht ent­flohen. Hierzu erfahren wir. daß sofort von der für die Strafvollstreckung zuständigen preußischen Justizverwaltung umfassendsten

tZta^nagmen z!ur ^rusllärung des Sachverhalts und zur Wiedererareifung des Entflohenen getroffen wurden. Eg wurde eine Beloh­nung von 50000 Mark für die Er­greifung bereits ausgesetzt. Die Grenzstellen sind sämtlich benachrichtigt. Auch der Ober­reichsanwalt begab sich sofort an Ort und Stelle.

Eine Schietzerei mit französischen Soldaten.

Gleiwitz, 31. Jan. (WTB.) 3n der letzten Nacht ist in Petersdorf anläßlich der Durchsuchung eines Hauses nach Waffen eine Schießerei zwischen Zivilisten und französischen Soldaten entstanden. Auf beiden Seiten gab es Tote und Berwun- bete. Wie verlautet, Haben die Franzosen 25 Verletzte und 2 Tote zu beklagen. 3n- folge dieses Vorkommnisses wurde von der interalliierten Kommission der Belagerungs­zustand von 8 Mr abends bis 5 Mr früh verhängt. Von 9 Mr abends ab müssen die Straßen von Passanten frei sein.

Aus Hessen«

rm. Darmstadt, 1. Febr. Der Regie- rungsrat Wilhelm Henrich wurde mit Wir­kung vom 1. Februar zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Landesamt für das Bildungswesen mit der Amtsbezeichnung Regierungsrat" ernannt

Aus Stnbt und Land.

Gießen, den L Febr. 1922.

2.iL Von der Landesuniversi­tät Gerichtsassessor Dr. jur. Wilhelm Groh, der sich für das Fach des bürgerlichen und Sozialrechts an unserer Universität zu habi­litieren wünscht, wird am Freitag, 3. Februar, nachmittags 6 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: Haben die Beamten das Recht der Arbeitseinstellung?

** Die Wochenkarten auf der Eisenbahn. Von gut unterrichteter Seite erfahren wir, daß die Vorstellungen des Hessi­schen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft beim Reichsverkehrsministerium zwecks Wie­dereinführung der früher üblichen, sogenann­ten Arbeiterfahrkarten nicht den gewünschten Erfolg hatten. Der Reichsverkehrsminister be­gründet seine ablehnende Haltung damit, daß die Rückkehr zu den früheren Arbeiterwochen­karten, die nach 12 Einzelfahrten zum halben Satz der 4. Klasse berechnet waren, eine finan­zielle Verschlechterung für den Arbeiter mit sich dringen würde. Den jetzigen Wochenkarten liegt bekanntlich der am 1. «September 1921 eingeführte Dotstandstarif zugrunde, der insbesondere Arbeitnehmer begünstigt, die auf die tägliche Benutzung der Eisenbahn an­gewiesen sind. Hiernach ist der Preis der Wochenkarte so berechnet, daß nur für eine zwe imalige Hin- und Rückfahrt der tarifmäßige CinzelkartenpreiS unter ent­sprechender Aufrundung zu zahlen ist, so daß die Wetter mit der Karte zurückgelegten Fahrten frei sind. Die Ausnutzung der Karte schon mit vier Fahrten ermöglicht eS, daß sich ihrer auch Kurzarbeiter mit Vorteil bedienen können. An der Preisberechnung für die Wochenkarten wird aus Anlaß der zum 1. Fe­bruar d. 3- bevorstehenden allgemeinen Er­höhung im Grundsatz nichts geändert; eS wird vielmehr an der Einrichtung des Notstands­tarifs, also an der Berechnung auf der Grund­lage von vier Einzelfahrten, festgehalten. Allerdings läß es sich nicht vermeiden, auch die einzelnen «Sätze des NotstandStarifS im gleichen Verhältnis zu erhöhen, wie die all- gemeinen Fahrpreise. Wettere Ermäßigungen sind angesichts der finanziellen Lage Der Reichsbahn zur Zeit leider nicht möglich.

, _ * * Die Hessische Bereinigung für Bolkskunde hall am nächsten «Sams­tag ihre diesjährige ordenlliche Mitglieder­versammlung ab. Aus diesem Anlaß wird uns geschrieben: Zwanzig Jahre reicher Tätigkeit liegen hinter der Bereinigung; zwanzig Bänöe der Zeitschrift:Hessische Blätter für Volkskunde" geben nach außen hin Zeug­nis von der selbstlosen, hingebungsvollen Ar- beit, die in der Bereinigung geleistet worden istt Jetzt aber hat die Bereinigung schwer mit der Rot der Zeit zu kämpfen, zumal die Mit-

gliederzahl, die vor dem Kriege etwa 1100 be­trug, sich infolge des Krieges sehr stark ge­lichtet hat. Wohl kann man verstehen, daß in solcher Zeit ein Familienvater alle nicht un­bedingt notwendigen Ausgaben ersparen will; könnten aber trotz allem Die 8 Mk. Jahres­beitrag vielleicht nicht doch aufgebracht wer­den? Wenn die Mitgliederzahl nicht wieder steigt und die Bereinigung nicht größere Zu­wendungen an Geldmllteln bekommt, müssen dieHessischen Blätter für Volkskunde" ihr Erscheinen einstellen. Welche Lücke dadurch in der Wissenschaft entstünde, kann nur der ganz ermessen, der die übrigen ähnlichen Zettschrif­ten kennt. Sollte unser Hessenland tatsäch­lich nicht in der Lage sein, seine Zeitschrift für Volkskunde zu erhalten? Unter den neuen Verhältnissen wttd vieles zerstört werden, was sich seit langen Jahrhunderten erhalten hat. Wenn die Bereinigung nicht bestände, müßte sie gerade jetzt gegründet werden, um zu ret­ten, was zu retten ist. Sollte also ihre Tätig­keit tatsächlich nicht Anklang genug finden; sollten die Bestrebungen der Führer, die so selbstlos arbeiten (in heutiger Zeit ohne jede Entschädigung!), sollten diese Bestrebungen wirklich so wenig gewürdigt werden bei un­serem Hessenvolke? Die Vereinigung er­wartet, daß die alten Mitglieder fest und treu bleiben, und hofft, daß recht viele neue Freunde in ihre Reihen treten. Nach der Miwliederversammllmg, zu der auch Gäste willkommen sind, wird Prof. D. Dr. Diehl aus Friedberg sprechen über ein Thema, das viel Anziehendes in sich birgt:Aus alten Pfarrbesoldungsnoten". Wer die Rednergabe des Vortragenden kennt, beson­ders aber seinen sonnigen Humor, der wttd nicht verfehlen, zu erscheinen. Der Vortrag beginnt um 5V. Uhr nachmittags, nicht wie irrtümlich in der Anzeige angegeben 4'/i Uhr.

Ein Lichtbildervortrag über Gewinnung und Verarbeitung des Eisens bis zum Fertigfabrikat in den Walzwerken" fand gestern abend in der Neuen Aula statt. Die Veranstaltung war von den Studierenden der Universität und den Schülern der technischen, und höheren Lehranstalten gut besucht. Der Film zeigte zuerst die Gewinnung der Holz­kohle in den mächtigen Waldgebieten Schwe­dens, dann konnte man einen Blick in den Bergwerksbetrieb tun, wo durch Bohren und Sprengen das Erz gewonnen wurde. 3n den Hochöfen wurde das Erz unter Zusatz der Holzkohle geschmolzen und zu großen Blöcken gegossen. Diese kamen unter den Dampfham­mer und später In die Drehbänke oder in die Walzwerke, um hier zu dünnen Platten ge­walkt oder zu feinem Stahldraht gezogen zu werden. Aus dem Blech wurden Transrnis- sionSräder und Autoräder hergestellt. Zum Schlüsse brachten die Bilder die Vortelle der verschiedenen Arten von Kugellagern zur Veranschaulichung.

** Anlagenkonzert am Donnerstag, 2. Februar, mittags 12 Mr, am Liebig-Denk­mal (nur bei günstiger Witterung). Musik- fvlge: 1. Deutsche Bundestreue. Marsch von K. Friedemann; 2. Chor der Friedensboten aus der OperCola-Rienzi" (Der Letzte der Tribunen) von R. Wagner; 3. Hymne und Triumphmarsch aus der OperAida" von G. Verdi; 4. Fantasie aus der OperPro- ciosa" von K. M. v. Weber; 5. Armeemarsch Nr. 175 von W. Vogt.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 7 Mr:Peter Brauer". Astoria-Lichtspiele:Die treibende Kraft" und Den Tod im Nacken". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Frau Dorothys Bekenntnis". Aus dem Stadttheater­bureau. Da das Petz-Kainer-Dallett grö­ßere Vorbereitungen erfordert, sind einige der Mttwirkenden bereits fett gestern hier und mit Proben beschäftigt. Für die letzte Auf­führung vonHerodes und Mariamne" am Freitag zeigt sich bedauerlicherweise nur ge­ringes 3ntercffe, und doch dürfen gerade die Aufführungen dieses Werkes zu den aller­besten der Spielzeit gerechnet werden. Es sei deshalb nochmals ganz besonders auf 'die­sen Abend hingewiesen und auch darauf, daß die Vorstellung bei Heinen Preisen stattfindet.

Die Hauptversammlung der Deutschnationalen Bvlkspartei findet am Dvnnerstabend8 Uhr im Post e lrr statt.

Don dem Verein der Deutsch«» Demokratischen Partei wird uns ge- fchrieben: Am Freitagabend S/t Uhr spricht üri Hotel Großherzog der Reich stagsabaoordnete K o r e l l überDie Regierung Wirch-Rctthenau und die Lage im Reich'. 2drchdem die großen Fragen der Reichspolitit, inZbesondere dte Steuer- srage und unser Verhältnis zu unseren Gegnern in den letzten Tagen au einem gewißen Abschluß aelommen sind, soll die Versammlung Gelegen- hell bieten, von einem Miigiied des Reichstages Genaueres über die En.sch Düngen der Regierung, ihre Gründe und die Beurteilung der Lage zu hören.

Der Naturhellverein feiert am Sonntag, 5. Februar, sein 11. Stiftungsfestttn großen Saale des Hotels Einhorn. Besonders aufmerksam sei darauf gemacht, daß sich be­deutende Musikkünstler dem Verein für tiefen Abend zur Verfügung gestellt habÄ^ und zwar ein Trio aus Bad Homburg. Unter diesen Künstlern befindet sich Herr Christtan Hüttenberger, ein Gießener Kind. Außerdem bietet der Verein seinen Gästen ein Festspiel, einige Reigen sowie eine Ansprache und Vetlosung.

Wettervoraussage

Dunstig und wolkig, meist trocken, kühl» wech­selnde Winde.

lieber Norddeutschland erstreckt sich eine Furche tiefen Drucks, die sich allmählich durch die im Norden und Süden liegenden Hochdruckgebiete ausgleicht. Eine wesenlliche Aenderung des Wet­ters ist nicht zu erwarten.

Kreis Büdingen.

bs. Echzell, 30. Ian. Gestern abend hielt der hiesige Turnverein, der einer der führenden im GauWetterau" ist, sein Wintervergnügen ab. Die Aufführungen ver­schiedener Theaterstücke gelangen ausgezeich­net. Der Saal war bis auf den letzten Platz be­setzt. Arn «Samstagabend fand die Unterhal­tung für die Mitglieder des Vereins statt.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 31. Ian. Gestern wurde Zimmermeister Heinrich M e tz e n d o r f dahier zu Grabe getragen. Er war ein Veteran von 1870/71 und hat den ganzen Feldzug: beim 4. Hess. 3nf.-Rgtt mitgemacht. Die Wertschätzung, deren sich der Verstorbene er­freuen durfte, tarn schon in der außerordent­lich starken Beteiligung bei seinem Begräbnis zum Ausdruck. Zahlreiche Kränze wurden un­ter ehrenden Ansprachen niedergelegt; so von SabiiEant Georg Haber mehl namens des Veteranen- und Militärvereins, dessen Ehrea- mttglied der Verstorbene war, von Schuh­machermeister Wilhelm Trier im Auftrag des GesangvereinsHarmonisches Kränzchen^ und von Vorarbeiter Johannes Wagner im Namen der Arbeiterschaft der Firma Metzendorf. Nachdem der Gesangverein bann noch ein Trauerlied gefangen, wurde in der Totenkttche eine Gedachtnispredigt gehalten, in welcher der Geistliche dem Verstorbenen als einem Mann pflichttreuer Arbeit, als einem treu sorgenden, glaubensfrohen Famllienvater und als einem Zeugen aus Deutschlands großer Vergangenheit herzliche Worte treuen Gedenkens widmete.

z. Grebenhain, 30. Zan. 3m Saale bcS Gastwirts Fritz fand gestern ein Elternabend stall. Er öis net wurde die F .ier durch einen Marsch des Streichorchesters des hiesigen MusiLrereins und eine Begrüßungsansprache von Lehrer Wei­ter. Es folgten eil Prolog, ge'p.ochen von Frl. Groh, und ein Liedervottrag der 1. Klasse des Lehrers Mönig. 3m Anschluß hieran gelangte das Marchenspicü .Schncewittchrn und die sieben Zwerge" zur Aufführung, von den Le.nen Dar­steller ausgezeichnet wiedergegeben. Auf ein lebendes Bid und einen weiteren Gesangsvvrttag der 1. Klasse folgten Deklamationen (Schuler Hcttiz Weitzel) und mulllalische Darbte.ungen, sowie die KinderposseWie Papa und Mama". Alle diese Dorträge fanden wie die noch folgenden, reichen und verdienten Beifall; es war ein genuß­reicher Abend, für den man den Deranstaltern dankbar sein muß.

Kreis Schottert.

lg. Gedern, 31. Ian. Heute ereignete sich hier dn Unfall, der leicht von schlimmeren Fol­gen hatte begleitet sein können. Ein einer Sa/ot- tener Drauerd gehöriges Gaftauto geriet auf drnt steilen Herrweg ins Rollen und richtete an einem Hause und Garten ziemlichen Schaden an. Auch wurde dne Telegraphenstange umgefahren. An dem Auto selbst wurden u. a. die beiden Laternen dngedrückt, während die 3nsassen mit dem Schrecken davvnkamen. Ein Dorfall, der zu größter Dorsicht bd dem Befahren steiler und dazu beeister Straßen mahnt.

| was ihr sonst ganz fremd, zwischen den Bändern t für die T . isette und kämm e und striege'.te ihr schönes Blondhaar je"en Abend, bis ihr der Arm müde truibe. «Schließlich abzr dachten dre Schwestern wie die F au Mama:TaS Ämb!

Es war sehr schönes We'ter gewe'en, n'.cht selten saft frühlingsmä^ig warm. Irht schlug es Plötzlich um mit Regen und Sch erschauern.

Der Herr Fürst hat zu leteen angefangrn. Die Kana, e.piep, ouZ der er s:nst so mächtig dampfte, hat ihm nicht mrhr gefallen; der Pon- tac schmeckte nicht. Manchmal fluchte er, ma.ch- mal war er ganz ftill und spintisierte vor sich hin. Frau Malchen ist in S.r^,e. Drr Herr Dvllor Diesete soll raten, Helsen; er redet dem Feldmarschall cut zu, Ire et seine ® tefce.. bra it ein beruhigendes Tränkchm, zuät sch'rrßlitz de Achseln.3ft tut mal so mit Turchsa lcht, ist wieder ein Ansa.'l, geht schon vorübrr! War schon schlimmer. Mal haben Durchlaucht mich rufen lassen: sollt ihm den Leib aufschneiden, hall' ein Kamel in drn Grdärmen. Hab' ich grlach", und er i t fuchtig gew:rd n Am nächsten Tag war alles wieder in drr Reih'"

Dis zum Kamel hat sich der First dlcSmat nicht verstiegen. 2lbrr mit dem 2tapoleon hat er's gehabt. Hätts immer geagt, es wär' m'.t dem nc<t nicht zu Ende. Wär' erft zu Ende, trenn er maus t t. Mausetot! Und die D plo- matiker la, in Wien, die waren gar zu dumm, wüßten von nichts, ahnten nich's, bauten nar Kohl auf pvlit.sche.n ilntea-itfeJ» Wtt)e noch eine schöne Geschichte daraus werden! Sela!

3tem: hat der T -ktor B.eseke ordiniert, datz Sdne Ducchlaacht abreisen mützte. Luftverän-

Darauf er, etwas enttäuscht:Die Hand tonn­ten S.e mir drch wettgstens g b:n"

Und sie:OE i e to g n: Dr ist sie! Was Sie davon hll>2n, vnsteh 'ich f cisich nicht."

Er schien jed ch ctvas davon zu verstchrn Er hielt das wi.rzige Händchen zwischen feinen großen gebräunten Fingern und betrachtete cs aufmerksam. Dis sie ih.e Hand höchst energisch sortriß.So'n Unsinn!" tief sie, lachte und lies davon.

Ö lten war sie gnä>tg2r S t nmu g. E wa daß sie ihn fragte: .Wo habel Sie dein heut' den ganzen Tag gesteckt, Herr von Druse?"

.Dormittaas den neuen Braunrn geritten ter höchst un ejärbig Var. Nochnitla;s mi ihm 3nspe.t r rach Ien Drrwert hinan:gefahren."

»lac ! e. 3. sp: t r < u h ungebärdig?'

.Tas fehlte ce a.e rr.ch."

nÖie sind wohl sehr streng'c Gegen Pferde und Leute."

.Gerecht bin ich, hoff' ich Ad r ich kann auch sehv mrldr sein und wirk ich gut Dar erst, wenn ich jema.ö sehr lieb h:b>."

Da schlug fte dir Augen nt.drr and drr- flammte.

Tie Frau Mutter merkte nichts, oder sie hat gedach':Das dumme Kiad!"

Ater Ne Shveiern fi gm aa ;u ta'ch lr Sie Lore, die sonst schlief wie ein Murmeltier >m mimtet, hat oft die halb: Nacht wach g ie-e t lag und starrte nach dem Mo dschein, de: s ch durch die Dorha ge sa l. S e war nach and rs wie sonst, hatte b^sw.llen A wrndlungen s-ll- same von übergroßer Zärtlichkeit, hmg'heute tem Siechen am Halft u ib mute morgen d e Lulle notwendig abknutschrn. Aach wählte f<e.

de ung wär' immer zum b:st:n für ihn g Wesen. Also cinpacken u d nach Derfti.

Die Giesemädels sind srlllich betrübt ge­wesen. Erstens Dater Blüch:.s wegen, und zwei­tens, daß sie nun aach wieder nach Berlin mußten. Nur die Frau Wtter woltte (een ab* reisen. Hat nämlich am gleichen Tage einen Brief aus Wien erhallen, der sie start beunruhigt, sehr stark. Dec B ief war lange unterw gs ge­wesen, denn die Posten ginge i sehr fang am und unregelmäßig, war auch ben dr.ee ganz fr ernt en Dame geschrieben und enthielt böse Ruch tdjt Fräulein Luise t>:n Giese, so sch leb d e fremde Frau, hätte einen schveren Unfall er i ten tr:t einem Brande, wäre aber du-ch ihren Srhn. den Grafen Martinez, glücklich wenn auch n cht 'oh e Brandwunden gerettet werden und bei chr tn guter Pflege. Die F au D.lronin solle sich nicht sorgen: die Aerzte sprächen von baldiger Wieder­herstellung, und sie, die Gräfrn, hätte beson­dere Liebe zu der lieben Luise gefaßt, Die ihr Leiden mit großer, brLundcr sae ter Geduld trüge, lieber alles würde die Baronin von Dach- roeren berichten, die auch nur mit Müh' dem Brande er tkommen sei; u d auch sie, die Drastn, wolle bald wieder Nachricht geben.

Las war sch^were, trübe Kunde. Mama Di se jammerte freilich nicht, hatte auch keine Dränen. Aber ihr Gesicht Lar n ch starr:r g Word n, ft fest Irih sie die Lippen und die ^ahne z rsammen. Und daL Cin'ige fast, was sie sagtr. urd zwar zu Frau Amalia, Lar, daß sie nach W^en müße, nachi der ältesten Tochter zu seh«.r.

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